Vitovalor oder Vitocal 250-S Hybrid

  • Hi.


    Ich Klinke mich hier auch mal kurz ein. Ich habe im Moment eine midulierende Viessmann Ölheizung aus 2017 in Betrieb (ca. 1.800l Ölverbrauch inkl. Warmwasser).


    In den nächsten Monaten erweitern wir unser Haus um ein weiteres. Bisher wird das zweite Haus auch mit einer 22 Jahre alten Öl Heizubg beheizt (ca. 2200l exkl. Warmwasser).


    Da ich im letzten Jahr mit PV Anlagen angefangen habe und Spaß dran gefunden habe kam ich als Idee auf die Vitocal 🙄. Im Rahmen meines Planungsprozesses und weil meine Vitadens ja noch neu ist kam ich dann aber auch auf die Hybrid Wärmepumpe Vitocal 250-S.


    Nachdem ich über Monate einen korrekten Ansprechpartner gesucht habe, habe ich jetzt einem mit dem ich gerne auch zusammenarbeiten möchte.


    Dieser hat mir direkt für jedes System ein Angebot gemacht. Aufgrund der hohen Förderung von 45% für die Wärmepumpe komme ich somit auf folgende Zuzahlungen (Alle Werte jeweils inklusive aller Umfeldmaßnahmen, Tankdemontagen, Sanierung Kellerraum etc.)


    Wärmepumpe = 19.000,-

    Vitovalor = 28.000,- (19% USt Anteilig schon abgezogen)


    Auch wenn ich die Brennstoffzelle persönlich interessant finde kann ich Sie nicht wirklich berechnen und priorisiere daher die Wärmepumpe.


    Ich setze mich die Tage nochmal mit dem Heizungsbauee zusammen. Könnt ihr mir noch ein paar Tipps geben? Wie kann ich die Brennstoffzelle einigermaßen berechnen? Habe hier bisher kaum was im Netz gefunden.

  • Wärmepumpe macht nur Sinn, wenn du Fußboden oder Flächenheizung hast.

    19000€ für WP finde ich aber extrem, 9 KW WP gibts doch schon für unter 4K.

    Wie groß ist denn die angebotene WP?

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Habe FBH und Radiatoren mit sehr großen Heizflächen. Mit den Vorlauftemperaturen haben wir keine Probleme. Für die Spitzenlast bei geringen Aussentemperaturen bleibt ja die Vitoladens erhalten.


    Na im Preis ist wie gesagt alles mit eingerechnet. Material, Einbau, Entsorgung, etc... . Die Wärmepumpe hätte ca. 19kw. Die kostet auch Online schon etwa um die 10.000€.

  • Wie kann ich die Brennstoffzelle einigermaßen berechnen? Habe hier bisher kaum was im Netz gefunden.

    Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer Brennstoffzelle ist der Stromverbrauch. Lohnen könnte sich eine BZ (Vitovalor oder vergleichbares Modell) so ab 4-5000 kWh Gesamtverbrauch. Natürlich muss es die Möglichkeit für einen Erdgasanschluss geben (für Flüssiggas oder gar Heizöl wird aus technischen Gründen keine BZ angeboten). Der Wärmebedarf ist bei einem Doppelhaus mit insgesamt 4000 Litern Heizölverbrauch jedenfalls nicht limitierend; den Löwenanteil der Wärme liefert während der Heizperiode die eingebaute Gastherme. Bei Wirtschaftlichkeitsrechnungen sollte man beim Einsatz in einem Mehrfamilienhaus berücksichtigen, dass bei Stromlieferung an "Dritte" die volle EEG-Umlage anfällt, das sind rund 8 ct/kWh einschl. Umsatzsteuer.


    Wenn Du das genauer rechnen willst, kannst Du das beigelegte Rechenschema benutzen. Die Zahlen insbesondere in den gelben Feldern sind aus einem anderen Projekt und müssen mit Deinen Daten überschrieben werden. Steuern und allfällige EEG-Umlage sind in dem Schema nicht berücksichtigt.

    Dateien

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hi.


    Vielen Dank für die Tabelle. Ist auf jeden Fall schonmal eine gute Info. Ich komme auf eine Gesamtlaufzeit von 6025h und einer Erzeugung von 4519kwh. Der Nettovorteil betrüge ca. 970€ ggü. dem jetzigen System.


    Ein Ansatzweise ähnliche Einsparung errechne ich mir derzeit aber auch mit der Alternative aus.


    Bzgl. Abrechnung des Stromes im Haus würde dies Familienintern geschehen. Wir legen die Häuser ja absichtlich zusammen.


    Leider kann ich meinen Beitrag nicht bearbeiten. In Zeile 46 der Tabelle. Wie muss ich da die Einspeisevergütung angeben?


    Überschuss BZ wird mit 8ct/kWh Vergütet. Also ca. 0,067€?


    Vielen Dank schonmal

  • In Zeile 46 der Tabelle. Wie muss ich da die Einspeisevergütung angeben?

    Anzugeben ist hier der vierteljährlich wechselnde Betrag nach KWK-Index (entspricht dem mittleren Börsenpreis, aktuell 2,657 ct/kWh) plus der Betrag für vermiedene Netznutzung (bei uns derzeit 0,348 ct/kWh), macht zusammen im Moment ca. 3 ct/kWh. Im Winter 2018/19 waren es auch schon mal 5,6 ct/kWh. Wie sich das langfristig entwickelt, weiß niemand. Ich würde aus heutiger Sicht erst mal einen Mittelwert von 4 ct/kWh einsetzen.

    Überschuss BZ wird mit 8ct/kWh Vergütet

    Nein. Die 8 ct/kWh sind der sogenannte KWK-Bonus, den es nach KWKG zusätzlich zur Einspeisevergütung gibt. Damit wäre die Gesamtvergütung für eingespeisten Strom derzeit 11 ct/kW. (Auf selbst verbrauchten Strom gibt es 4 ct/kWh Bonus, beides zusammen für die ersten 60.000 Vollbetriebsstunden.) An und für sich wäre das nicht schlecht.


    Das Problem dabei ist aber, dass nach den aktuellen KWK-Gesetzentwürfen diese Boni für neue Anlagen auf insgesamt 3.500 Vollbetriebsstunden pro Jahr begrenzt werden sollen. Damit dauert es zukünftig mehr als 17 Jahre, bis die Förderung ausgeschöpft ist. Kein Mensch weiß, ob die Brennstoffzelle überhaupt so lang hält (de facto hätte sie bis dahin rund 100.000 VBh und den vierten Stack). Unter diesen Umständen ist es stets günstiger, stattdessen die Bonus-Pauschale (Einmalzahlung von 4 ct/kWh für 60.000 VBh) zu wählen. Bei der Vitovalor sind das EUR 1.800. Ich habe daher in der Tabelle (anders als in den ersten Versionen) diesen Betrag als Förderung in Feld F69 fest einkalkuliert. Darüber hinaus sind keine Boni zu berücksichtigen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hi.


    Mir hat man die Tage zugetragen, dass es im Moment die Einmalzahlung nicht gibt.


    Im Moment muss ich zugeben, dass ich mich wohl schon für die Vitocal 250-S in Verbindung mit meiner jetzigen midulierende Vitoladens entschieden habe.


    Die Vitoladens ist halt zu neu und die Erweiterung um die Vitocal 250-S ist halt im Vergleich zur Vitovalor und das was da noch dran hängt zu günstig! Komme da rechnerisch auf keinen grünen Zweig. Gefühlt habe ich ja irgendwie die Vitovalor bevorzugt ;)


    Mein Heizungsbauer hätte mir aber beides eingebaut und hat mich auch nicht zu der ein oder anderen beeinflusst.

  • Hi.


    Ich weiß ich nerve ;-). Und auch wenn die Planung wie erwähnt im Moment etwas zur Vitocal 250-S tendiert, rechne ich immer noch etwas nach. Was würdet ihr mir denn empfehlen? Hier nochmal die Rahmendaten:


    • Zusammenlegung zweier Häuser mit je ca. 140m²
    • Haus 1 mit Fußbodenheizung und Vitoladens 300-C (modulierende Version) (Ölverbrauch ca. 1.800l)
    • Haus 2 mit Radiatoren, Großteils Rippenheizkörper & Vitola Biferral (Ölverbrauch ca. 2.200l)
    • Gasanschluss ist liegt an der Einfahrt. Gesamtkosten Gasanschluss ca. 3000€
    • PV Anlage ca. 9,8 kWp
    • Gebäude Baujahr 1971

    Variante 1:


    Beibehalt der Vitoladens 300-C und Ergänzung mit Vitocal 250-S. Einzige Problem was ich hierbei im Moment sehe ist die Vorlauftemperatur (Vitocal Max 55°) des "alten" Gebäudes. Diese werde ich aber zum einen durch den Austausch der meisten Heizkörper sowie Umstellung des Heizverhalten (kontinuierlich anstelle von Nachtabsenkung) senken dürfen. Falls die Vitocal 250-S es dann mal doch nicht mehr schaffen sollte würde ja die Vitoladens übernehmen. Und mit Ihren 19kw hat Sie genügend Heizleistung abrufbar. Die Gefahr eines anspringenden Heizstabes habe ich jedenfalls nicht ;-).


    Variante 2:

    Ausbau beider Ölheizungen und Einbau der Vitovalor. Heizleistung würde ja im Schwerpunkt von der Gas Brennwertheizung kommen. Dürfte also von der Heizleistung kein Problem sein. Ein Problem sehe ich höchstens bei unserem geringen Warmwasserverbrauch in den Sommermonaten. Ein Vorteil sehe ich hier jedoch darin, dass ich wohl deutlich mehr Platz durch den Ausbau von beiden Öltanks erhalte.


    Preislich würde mich die Vitovalor nach Abzug der Förderung (Kfw 433) und der USt ca. 11.000€ teurer kommen. Laut der angehangenen Excel Tabelle (Nochmal Danke dafür!!) würde der Netto Vorteil zur bestehenden Anlage bei ca. 600-700€ liegen. Aber auch nur zur bestehenden Anlage mit zwei Kesseln. Sollte die Kombi Vitocal und Vitoladens gut funktionieren verschiebt sich dieser Wert auch nochmal.


    Sorry nochmal fürs Hin und Her. Aber so einfach ist es mit dem Berechnen nicht, da ich halt viele Schätzwerte habe.

  • Variante 1 (Beibehaltung des an sich ja noch guten Ölkessels und Ergänzung mit einer Wärmepumpe) ist an sich nicht dumm. Die WP hätte dann eine Leistung von beispielsweise 50% der Nenn-Heizlast, würde bei kalten Temperaturen - nehme ich an - im bivalent-parallelen Betrieb als Rücklauf-Vorwärmer arbeiten und übers Jahr trotzdem vielleicht 70-80% der Wärmeerzeugung übernehmen. Technisch kann das Sinn machen. Zu klären wäre aber ob ein solches System förderfähig ist: In einem anderen Thread meine ich gelesen zu haben nein. Und das kann bedeuten, dass es sich im Vergleich "nach Förderung" schlechter bzw. womöglich gar nicht mehr rechnet.


    Was die Brennstoffzelle betrifft: Ich bitte zu beachten, dass eine allfällige Belastung der Stromlieferung an Dritte mit EEG-Umlage (plus USt) in der Tabelle nicht berücksichtigt ist. Die 3.150 kWh sehen gut aus, sind aber - wenn ich das richtig verstanden habe - für zwei Häuser. Angenommen das des Betreibers verbraucht davon 1700 kWh und das andere 1450 kWh, dann wird die Wirtschaftlichkeit aus dieser Ecke um (1450*0,06756*1,19=) ca. 115 EUR pro Jahr schlechter.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

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  • Naja... Es sind zwar zwei Häuser. Aber wir bewohnen beide und es gibt auch nur einen Zähler. Die Abrechnung erfolgt ich sage mal Familienintern. Also ich zahle ;-).


    Die Förderung bekomme ich wohl hin. Ist wohl eine Grauzone. Aber ich habe bereits die zwei Ölheizungen nebeneinanderstehen. Eine bleibt halt stehen. So wie Sie halt derzeit eingebaut waren konnte keine Durchgang zwischen den Häusern realisiert werden.


    Was mich abschreckt sind die höheren Investitionskosten der Vitovalor. Meine Frau hatte die Idee ggf. erstmal eine Vitodens zu setzen.


    Zur Ergänzung: Meine Frau würde halt der Kasten (ist die Version mit den zwei Lüftern) der Wärmepumpe hinterm Haus stören.

  • So. Es wird jetzt die Vitovalor.


    Dank der Tabelle von Sailor konnte ich endlich mal Vernünftig rechnen. Für die Vitocal war es etwas schwieriger (hier kann ich die Stromkosten ja nur aus Kauf und PV-Ertrag mitteln und dann schätzen). Aber da die Investitionskosten dort auch etwas höher ist und die Betriebskosten sich mehr verlagern als reduzieren, ist dieses System raus.


    Davon ab würde sich die Ergänzung gegenüber dem alleinigen Betrieb der Ölheizung erst in vielen Jahren amortisieren. Der Tausch der Ölheizung gegen eine Gasheizung ist im Endeffekt nicht endlos günstiger zur Vitovalor. Und auch hier würde sich die Amortisation hinziehen. Vorteil wäre hier natürlich die gute Modulierbarkeit der Gasheizung gegenüber der Vitoladens (Minimum ca. 10kw).


    Tatsächlich amortisiert sich die Vitovalor am schnellsten. Preissteigerungen habe ich hier jedoch nur geschätzt und die kommende CO² Steuer gar nicht betrachtet. Unabhängig davon spart die Vitovalor nicht nur den Platz für einen Pufferspeicher sondern durch Wegfall beider Tanks habe ich noch mehr Platz gewonnen.


    Was noch zu klären ist, ob das Abgasrohr der Vitoladens 300-C weitergenutzt werden kann. Es ist zwar dasselbe laut Viessmann, es dürfen aber keine Rückstände, Ablagerungen und Öl drin sein. Wie ist denn hier die Erfahrung oder Meinung dazu? Darin wird es nicht scheitern, aber wenn es drinbleiben kann ist auch gut.

  • Hallo,


    wir haben beim Einbau der Vitovalor PT2 auch erst den alten Schornstein genutzt. Der wurde vorher auch vom Kaminkehrer gereinigt. Allerdings gab es bei Inbetriebnahme mit Viessmann den Hinweis, das das doch nicht so gut ist, da sich mit der Zeit immer noch Rückstände lösen können.


    Die Lösung war jetzt ein T-Stück direkt an der Heizung. Ansaugung separat am Heizungsraum (was laut Viessmann vorher nicht möglich war) und das Abgas weiterhin durch den vorhandenen Schornstein.

  • Habe vorhin mit meinem Elektriker gesprochen. Eine Brennstoffzelle haben die noch nie eingebaut und kennen dementsprechend das Zählerkonzept noch nicht. Beim EVU war man auch etwas Ratlos. Soll Morgen nochmal anrufen.


    Habe mir aber mal den Planungsleitfaden zur Vitovalor besorgt und hier gibt es ja Beispiele. Das für mich zutreffende habe ich mal angehangen und kommentiert (Vitovalor mit PV Anlage ohne Speicher).


    Also im Grunde genommen verstehe ich es so:

    Z1: Bereits vorhandener Zweirichtungszähler

    Z2: Neuer Stromzähler für PV Anlage zur Abrechnung

    S1: Zähler Energiemanager der Vitovalor mit Busverbindung an Vitovalor

    Z3: Im Lieferumfang erhaltener Stromzähler zur Abrechnung der Vitovalor

    Z4: Stromzähler zur Ermittlung des Einspeisestroms Vitovalor? Also auch Abrechnungsrelevant?


    Wo soll denn hier mein derzeit vorhandener Home Manager 2 von SMA verbaut werden? Zwischen Z1 und S1? Oder ist der Home Manager 2 ggf. integrierbar?


    Die Zähler Z2 und Z4 müssten wenn ich es richtig sehe von mir noch als geeichte Zähler erworben werden?