Netzdienlicher BHKW-Betrieb: Selbstregelung vs. Fernsteuerung

  • Wenn wir nur Netzsklave können wollen wird's einfach, Asynchrongenerator ohne Regelung und ab dafür. Das Problem, wenn das Netz aus welchem Grund auch immer weg fällt ist Dunkel, er kann das Netz auch nicht stützen. Man könnte höchstens noch bei steigender Spannung die Leistung herunter modulieren und nen festen Cosinus Phi verlangen, das schützt vor Überspannungen und reduziert die zu übertragende Leistung, sobald da aber irgendwas größeres mit dem Netz ist ist aus.


    Wenn wir wirklich das Netz stützen wollen müssen wir jeden, der dauernd einspeist dazu befähigen von sich aus 230V bei 50 Hz pro Außenleiter zu produzieren. Das ist wieder bei elektronischen Wechselrichtern das einfachste, um der Tronik ihren Willen zu brechen damit's nicht permanent scheppert ja die Forderungen des ENS. Nur wenn wir zulassen, daß jeder von sich aus Netz machen will müssen wir schauen, wie das zusammen spielen kann ohne, daß es dauernd Ballert oder Gefährlich wird. Kann man sich vielleicht so vorstellen, daß wir elektrisch vom fremderregten Asynchrongenerator auf nen eigenerregten Synchronen umbauen müssen. Das hätte den Vorteil, daß wir - wie es z. B. die BDEW Mittelspannungsrichtlinie bereits fordert - Energie in nen Kurzen rein fahren können bis die Sicherung endlich durch ist, oder das wir Blindstrom in jede Richtung bereitstellen können, oder das wir ein auseinanderfallendes Netz im Rahmen unserer Leistungsmöglichkeiten versorgen können. Der Nachteil - es funktioniert dann nicht mehr eine durchgefackelte Sicherung einfach wieder rein zu drücken, davor muß ne Schaltstelle, die die Netzsegmente wieder automatisch synchronisiert. Nur von dem Gedanken daß Strom nur in eine Richtung fließt und es deshalb ausreicht nur die Kraftwerksseite freizuschalten müssen wir uns eh verabschieden. Die Chance für solch eine Schaltstelle haben wir mit den intellenten Zählern, drei Spannungseingänge, zwei Schaltausgänge und nen stück Software mehr und wir hätten's, wenn man es denn wollen würde. Damit hätten wir auch gleich ne Stelle, die die Netzqualität überwachen könnte und bei zuviel Blödsinn die Segmente auftrennen könnte und so den Blödsinn eindämmen könnte. Das würde auch gleich mit den Schutz vor unerlaubtem Einspeisen bereit stellen wenn z. B. nen Segment Spannungsfrei geschaltet werden würde, käme auf die Spannungsversorgung des Gerätes an und auf die Software.

  • Moin,


    so recht kann ich Deinen Gedanken nicht folgen, mit Verlaub da fehlt Struktur!


    Die vergangenen Richtlinien für Erzeuger haben immer ein Fenster für CosPhi von -0,9 bis +0,9 vorgegeben, wer das nicht halten konnte mußte Kompensieren. Dann gab es noch das aktive Netzmanagement mit -0,95 bis +0,95 ab festgelegten Anlagengrößen.

    Von diesen fixen Werten ist man nun weg und nutzt eine Q(U)-Regelung zur Netzstützung.


    https://www.vde.com/de/fnn/arb…gsnetz-vde-ar-n-4105-2018

    https://www.vde.com/de/fnn/arb…tatische-spannungshaltung


    mfg

  • Moin


    Sehr gut möglich, genausogut ist's möglich, daß die nicht erkennbar ist. Meine Meinung basiert nunmal auf dem, was ich hier im privaten Umfeld so beobachte gewürzt mit Brocken, die ich in der Firma aufschnappe und ziemlich viel Kombination. Ist damit nen gefähliches Halbwissen und kann durchaus auch verkehrt und / oder überholt sein.


    Du verlinkst ne Kurzvorstellung der AR-N 4105 - Gibt's die auch irgendwo im Wortlaut? Daß ich mir die mal als Nicht-VDE-Mitglied durchlesen kann? Wäre gut, wenn man das Ganze mal auf ne konsistente Grundlage stellen würde.


    Rußige Grüße

    Peter

  • Von diesen fixen Werten ist man nun weg und nutzt eine Q(U)-Regelung zur Netzstützung.

    Inwieweit hat der CosPhi was mit einer Netzstützung zu tun? Ich will ja nicht sagen, dass Blindleistung belanglos ist, aber wenn im Netz mehr Energie gebraucht wird, dann muss doch da Wirkleistung rein (oder andersherum rausgenommen werden). Das Problem Blindleistung kann imho doch gegebenenfalls vergleichsweise einfach mit Zu- und Abschalten von Kapazitäten erledigt werden. Wenn es sein muss, dann muss halt jeder Stromerzeuger noch ein paar Kondensatoren mitbringen, das macht den Kohl auch nicht fett und die Betriebskosten dafür gehen gegen Null zu jeder Tages- oder Nachtzeit und bei jedem Wind.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Moin,


    leider habe ich keine Quelle für die vollständige 4105 der Verlag will dafür immer Geld.


    bluwi in der Studie wird Erklärt worum es geht


    https://www.vde.com/resource/b…nungshaltung-ppt-data.pdf

  • alikante
    Das Thema hinter dem Link erscheint mir hochinteressant, insbesondere weil ich davon (noch?) nichts verstehe, was mir da aber fehlt ist der Zusammenhang. Es ist wohl auch primär ein PV-Thema und nur sekundär ein BHKW-Thema, weil bei PV auch die großen Anlagen elektronisch einspeisen und damit in bestimmten Netz-Abschnitten eine Dominanz der Wechselrichter entsteht. Ich verstehe, dass sich dadurch ganz eigene Problemstellungen ergeben, aber eigentlich hatte ich das Thema hier anders verstanden. Gunnar spricht im Startbeitrag von einer Selbstregelung der BHKW-Leistung abhängig von Frequenz (P(f)) und von der lokalen Spannung (P(U)).


    Blindleistungskompensation kann da vielleicht einen Beitrag durch die Reduktion überflüssiger Ströme leisten, das ist aber doch auf den eigenen Anschluss beschränkt. Welche Blindleistungen sich auf der anderen Seite meiner Anschlussstelle austoben, kann ich ja lokal nicht erkennen. Und PV will ja die Leistung nicht am Bedarf orientieren, sondern immer maximal einspeisen, das ist imho ein grundsätzlich anderes Thema, sofern ich Gunnar richtig verstanden habe.


    Vielleicht sollten wir das betrachtete Problem konkretisieren und die Fragestellung(en) präzisieren.

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  • Alle Asynchronanlagen sind per se dafür nicht geeignet, und Synchronanlagen wollen auch mit entsprechender noch recht teurer Netzelektronik ausgerüstet werden.

    Wenn man für Zusatzelektronik Geld ausgeben will, geht Insel auch mit Asynchronmaschine. Da muss dann die Batterie das Inselnetz bilden nach dem sich der Generator richtet. Ggf. mit Heizstab falls die Wärmeerzeugung auch bei voller Batterie gewärleistet sein soll. (Effizienz runter aber Funktionalität im Notbetrieb hoch) Aber eigentlich ging es hier ja anfänglich nicht um Inselbetrieb...

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung


  • primär ein PV-Thema und nur sekundär ein BHKW-Thema

    Beim Bhkw ist es eher das Thema Schwarzstart die wenigstens Generatoren sind Synchron Generatoren mit hoher Leistung die Blindleistung für das Netz bereitstellen können. Beim PV Wechselrichter kann die Leistungselektronik dies liefern Klar die Wechselrichter Hersteller jammerten bei der Umstellung der Geräte. Die müssen jetzt mehr können sollen aber weniger kosten = Netzstützung. PS von irgendjemand muß der VDE Verlag leben (Ironie) Ideal jeder Elektromeister hat ein Abo....

  • Wenn dies nicht Vergütet wir baut es niemand ein, außer Vergütung oder Norm Änderung für neue Anlagen was die Technik verteuert.

    Dezentrale Stromspeicher für den Regel Energiemarkt wurde schon versucht aber konnte sich nicht durchsetzen.

    Beispiel "Caterva Sonne" https://www.photovoltaik.eu/pl…er-neue-community-gesucht

    Gute Idee Technisch interessant, aber....

    Aktuell setze ich auf Mieterstrom gespeist durch BHkw & PV = Heizung plus Sonne = Sommer / Winter Betrieb, speichern in Wasserstoff für den Winter ist technisch möglich aber Wirtschaftlich? Ein Bhkw mit dem Akku Starten können die wenigsten Anlagen. Oder kennt Ihr Systeme / Hersteller die dies können.

    Anlaufströme die sonst aus dem Netz kommen?

    mit besten Grüßen Josef

  • BHKW mit Akku starten:


    Ich bin mir ziemlich sicher das die Anlage von Stromsparer 99 das könnte.


    Mit Dachs HR und 3x Victron Mulitplus II 3kW sowie BYD B Box Pro 13,8 gehts auch. Alternativ kann man sich bei kleineren Wechselrichtern z. B., den Anlasserstrom von einer handelsüblichen KFZ Batterie bereitstellen lassen.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung