BHKW für 3 Häuser

  • Ja das ist bei Holz nicht einfach / exakt. Aber die 10% abweichung können von einem Jahr zum anderen z. B: schon auftreten...

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Anhand der in Excel aufgeführten Daten und in Verbindung mit wärmegeführter Modulation, kommt man dann beim Dachs auf knapp 6300Bh Laufzeit pro Jahr bei theoretisch 100% Wärmeabdeckung. Das ist mal nicht schlecht. Da wird die ROI Rechnung ziemlich gut ausfallen.:thumbup:

  • Der Vorteil beim Dachs ist die im Vergleich zu den NeoTower-BHKW's wesentlich niedrigere thermische Leistung in Teillast. Wahrscheinlich könnte man den Dachs in den Wintermonaten (wo es kein Problem ist, die Wärme wegzubringen) ohne Einbuße bei den Betriebsstunden auch in Volllast fahren lassen und müsste dann weniger nachheizen. Nur erzeugt er dann halt weit mehr Strom als im vorliegenden Fall benötigt wird – was bedeutet, dass Strom zu voraussichtlich negativen Deckungsbeiträgen (Einspeiseerlös minus anteilige Flüssiggaskosten) ins Netz eingespeist werden muss. Und dann stellt sich wieder die Frage: Wozu ein 5,5 kW-Gerät kaufen, wenn man es dann ganzjährig in Teillast fahren lässt?


    Die Betriebsstunden-Tabellen können nur ein erster Anhaltspunkt sein. Zu einem Ergebnis kann man hier nur kommen, wenn man die wirtschaftlichen Ergebnisse der verschiedenen Modelle und Betriebsweisen mit allen Komponenten (Bezugsstrom-Einspeisung, Flüssiggas- und Wartungskosten sowie Anschaffungspreisen) mal nebeneinander legt.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Der Vorteil beim Dachs ist die im Vergleich zu den NeoTower-BHKW's wesentlich niedrigere thermische Leistung in Teillast. Wahrscheinlich könnte man den Dachs in den Wintermonaten (wo es kein Problem ist, die Wärme wegzubringen) ohne Einbuße bei den Betriebsstunden auch in Volllast fahren lassen und müsste dann weniger nachheizen. Nur erzeugt er dann halt weit mehr Strom als im vorliegenden Fall benötigt wird – was bedeutet, dass Strom zu voraussichtlich negativen Deckungsbeiträgen (Einspeiseerlös minus anteilige Flüssiggaskosten) ins Netz eingespeist werden muss. Und dann stellt sich wieder die Frage: Wozu ein 5,5 kW-Gerät kaufen, wenn man es dann ganzjährig in Teillast fahren lässt?

    Durch die KWK-Förderung liegt die Einspeisevergütung bei 12...13cent pro kW eingespeisten Strom. Das Ganze über 60TVBh, was also bis 120TVBh gehen kann, wenn man die Leistung der "großen" Maschine modulieren lässt. Der Vorteil der 5.5er wäre hier eben die Heizlast besser abzudecken und den Stromzukauf weiter zu reduzieren, für den Fall, dass eben auch Leistungen größer 2, 2,9 oder 4 kW notwendig sind.


    Liegen beispielsweise die Wartungsteile (Öl, Filter, etc.) im Bereich von 500€ (ohne Lohnkosten), kommen Wartungskosten von weniger als 2cent pro kWh heraus.

    Solange es eben geförderte Einspeisevergütung gibt, und das Flüssiggas weniger als10cent pro kW kostet, spricht eigentlich nichts gegen eine größere Anlage, die bei Bedarf gut modulieren kann. Beim Dachs kommt hier halt das variable Wartungsintervall zum tragen.


    Jeder kW-Strom die nicht zugekauft werden muss bringt mehr Vorteile, als die (geförderte) Überschusseinspeisung als Nachteil hat.

  • Hört sich erstmal günstig an, weißt du wie sich Modulation von Leistung und Wartungsintervall zueinander verhalten? Kann man das linear errechnen oder gibt es da noch weitere Einflussfaktoren?

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    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Durch die KWK-Förderung liegt die Einspeisevergütung bei 12...13cent pro kW eingespeisten Strom.

    Ja, aber nach dem neuen KWK nur für die ersten 3.500 VBh pro Jahr. Danach gibt's nur noch die üblichen 4 ct/kWh oder so.


    Unter diesem Gesichtspunkt sieht die wirtschaftlich optimale Betriebsweise womöglich so aus:


    Jedes Jahr ab 1. Januar lässt man den Dachs (oder ein NeoTower 4.0) rund um die Uhr mit Vollast laufen, solange man die Wärme wegbringt, und kassiert für den Riesen-Überschuss an Einspeisung (beim NeoTower 60 kWh, beim Dachs fast 100 kWh/Tag) die 4+8 ct/kWh.


    Irgendwann im Frühjahr, wenn die Heizlast einschl. WW unter 10-12 kW geht und das BHKW nicht mehr rund um die Uhr laufen kann, stellt man es auf Teillast und lässt es den Rest des Jahres wärmegeführt und eigenverbrauchs-optimiert in Teillast laufen. Dass es für die Einspeisung ab der 3.501. VBh nur noch 4 ct/kWh gibt statt 12 stört dann nicht mehr so, weil man den größeren Teil des Stroms in dieser Zeit selbst verbraucht.


    Ich bin nicht ganz sicher ob es das war, was (wenn überhaupt irgendwas) sich der Gesetzgeber bei dieser Regelung gedacht hat, aber rechnen könnte man das mal.8)


    Aber wo wir gerade dabei sind, etwas "out of the box" zu denken, auch mal eine umgekehrte Überlegung: Hier ist es ja offenbar so, dass wegen des hohen Wärmebedarfs selbst für ein großes BHKW wie den Dachs die Wärmenutzung über mehrere Monate hinweg gar nicht die Begrenzung darstellt, sondern eher die Frage was man mit dem überschüssigen Strom macht.


    Unter diesen Umständen könnte man tatsächlich einen Dachs mit 5,5 kW(el) anschaffen und sich ausnahmsweise wirklich mal überlegen, zusätzlich eine elektrische Wärmepumpe zu installieren. Angenommen die WP hätte eine Leistungsaufnahme von 3 kW und würde (so lang höherer Wärmebedarf besteht als 10-12 kW, also etwa November bis Februar) parallel zum Dachs laufen, dann kämen mit winter-üblichem WP-Wirkungsgrad ca. 7 kW(th) aus der WP und ca. 11 kW(th) aus dem Dachs, also immer noch weniger, als die drei Häuser durchschnittlich im Winter verbrauchen. Für Haushalt und Betrieb blieben dann immer noch 2,5 kW(el) übrig, was - auch wenn die WP läuft - ausreichen sollte um 90% des Strombedarfs zu decken. Setzt man die 4 ct/kWh entgangene Einspeisevergütung als Opportunitätskosten an, so würde die Wärme aus der WP weniger als 2 ct/kWh kosten. Das ist bestimmt sogar billiger als Holz aus dem eigenen Wald.


    Keine Ahnung ob sich das insgesamt rechnet, aber rechnerisch ausprobieren würde ich das mal.

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    2 Mal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Ja, sollte das Gesetz dann so kommen, wäre das auf jeden Fall eine interessante Rechnung. Wobei es da eben um so mehr Sinn macht, eine Anlage mit höherer Spitzenleistung anzuschaffen, da diese ja dann pro Jahr 7000 Teillaststunden gefördert wird (was hoffentlich so ist) und somit grundsätzlich mehr Netzabdeckung bietet.


    Oder man nutzt für den Fall der reduzierten Einspeiseförderung einen Bezugspunktregler, um den überschüssigen Strom bei hohem Wärmebedarf mittels (günstigem) Heizstab zu verheizen.

    Da der Betreiber das BHKW selbst warten möchte und somit die Wartungskosten im Griff hat, macht es doch Sinn das BHKW auf Laufzeit und hohe Last zu bekommen. Oder sehe ich das falsch?

  • Ich habe mir mal eine Excel mit meinen Echtzeitdaten gebastelt. Wem´s interessiert kann mal spielen. Ich habe die Stromverbrauchsdaten vom 9.2. bis 11.02. gezogen. In den blauen Feldern kann man die Daten ändern. Die gelben sind Auswertungen. Einige Fehler sind auch noch drinnenX/


    Grundsätzlich bin ich der Meinung dass ich mit den NT4.0 nicht genügend Heizleistung habe.

  • Egal ob Dachs oder Neotower. Zur Wartung musst du in die Fachmannebene der Regelung - die ist passwortgeschützt.


    Zur Wartung am Dachs Gen 2 kann ich noch sagen, daß ein Wartungskit kleines Kit + Öl) für 7000 VBh ca 500,-€ + Mwst kostet.

    Ob es sinnvoll ist, da ggf 200,-€ Arbeitskosten einzusparen, darüber kann man verschiedener Meinung sein.

  • Grundsätzlich bin ich der Meinung dass ich mit den NT4.0 nicht genügend Heizleistung habe.

    Das ist mit Sicherheit richtig. Die Frage ist nur, ob ein größeres BHKW mit beispielsweise 11 kW Heizleistung und entsprechend höherer Stromerzeugung sich für Dich rechnet - auch wenn es von der Laufzeit her noch unproblematisch ist. Wenn Du den Strom nicht selbst nutzen kannst, musst Du ihn ins Netz einspeisen. Und den attraktiven KWK-Bonus von 8 ct/kWh für Einspeisung gibt es nach neuer Rechtslage nur bis jeweils 3.500 Vollbetriebsstunden pro Jahr erreicht sind. Für alles, was Du später im Jahr einspeist, gibt es nur noch ca. 4 ct/kWh, und das deckt nicht die für die Stromproduktion anfallenden Flüssiggaskosten.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Oder eben den Überschusstrom mit einem Bezugspunktregler und einem Heizstab verheizen. Wichtiger ist doch, dass über das ganze Jahr hohe Laufzeiten erreicht werden, anders bekommt man den Stromzukauf ja nicht runter. Und das spart immernoch am Meisten Geld ein.

    Ich bin eh gespannt wohin die Strompreise die nächsten Jahre gehn.


    Ich hab mir auch mal das Thema Brauchwasserwärmepumpe angeschaut. Alles was da im Bereich von maximal 500L Volumen angeboten wird, verfügt höchstens über eine Wärmepumpe mit 1kW Leistung was dann eben je nach cop bis 3,5kW Wärme ergibt. Das Ganze aber leider nicht regelbar. Als Zuheizer nutzen alle normale Heizstäbe um auf ihre eigentliche Leistung zu kommen. Selbst mit möglicher Förderung kostet sowas mit Einbau immernoch mehr als 1500,-. Die Rechnung geht meines Erachtens nicht auf, wenn man im Vergleich für ca. 500,- einen Heizstab mit Plug and Play Bezugspunktregelung bekommt, der 3kW "verheizen" kann.


    Damit könnte die Anlage wärmegeführt betrieben werden und regelt automatisch Netzbezug und Netzrückspeisung über den Heizstab, sobald eben die 3500Betriebsstunden erreicht sind.

  • Grundsätzlich bin ich der Meinung dass ich mit den NT4.0 nicht genügend Heizleistung habe.

    Und den attraktiven KWK-Bonus von 8 ct/kWh für Einspeisung gibt es nach neuer Rechtslage nur bis jeweils 3.500 Vollbetriebsstunden pro Jahr erreicht sind.

    Neue Rechtslage? Ist das schon sicher? Wann gibt´s hier Gewissheit? Das werde ich natürlich noch abwarten.


    Damit könnte die Anlage wärmegeführt betrieben werden und regelt automatisch Netzbezug und Netzrückspeisung über den Heizstab, sobald eben die 3500Betriebsstunden erreicht sind.

    Heizstab habe ich schon als "Notheizung" installiert. Kann ich über einen UVR dazuschalten.



    Hat jemand für mich eine Bedienungsanleitung vom neuen Dachs?

  • Das Gesetz soll dieses Jahr kommen, ist aber noch nicht endgültig durch alle Instanzen. Aber scheinbar ändert sich leider nicht mehr viel dran.

    Wenn du quasi vorher installierst und anmeldest, wird nach den alten Förderrichtlinien vergütet.


    Wenn Heizstab vorhanden ist ja erstmal gut, aber geregelt wäre natürlich schöner. So kannst ja nur ein/aus schalten, was aber grundsätzlich auch geht, wenn man die UVR mittels Leistungsmesser am Bezugspunkt informiert. Oder macht die UVR auch eine Leistungsregelung bei so viel KW?


    Ein Planungshandbuch findet man im Netz. Siehe Anhang