BHKW für 3 Häuser

  • Hallo Profis,


    ich bin Christian (45, Landmaschinenmechanikter) und habe Interesse mir ein BHKW zu kaufen. Ich habe 3 Gebäude zu Heizen und mich interessiert auch die Heizungstechnik im allgemeinen die ich auch selber einbaue. Wichtig ist mir auch dass ich einen Beitrag gegen unser Klima-Problem gebe. Ich lese hier schon eine Weile mit und habe festgestellt dass hier recht kompetente Leute schreiben und möchte eure Meinung wissen.


    Meine Eckdaten:

    3 Gebäude alle über einen Stromzähler mit Verbrauch von 13000kWh/a

    Alle Gebäude werden über Fernwärmeleitung verbunden.

    Alle Heizungen sind bereits mit UVR-Regler vernetzt und werden mit IPSymcon überwacht.

    Holzverbrauch ca. 35 Ster (48000kWh/a)

    Gasverbrauch ca. 3000l (21000kWh/a)

    Gesamt ca. 70000kWh/a


    Gebäude 1:

    Altes Bauernhaus (400Jahre)

    3 Personen

    Holzheizung Fröling S3 (2013) 30kw

    Pufferspeicher 2000l

    Solartherme ca.12m²


    Gebäude 2:

    Werkstatt mit darüberliegender 70m² Wohnung (1996)

    4 Personen

    Flüssiggastherme (1996) 24kw für Wohnung (Werkstatt wird bereits über Fernwärme vom Bauernhaus geheizt)

    Brauchwasserspeicher 200l

    Pufferspeicher mit 500l geplant (ich habe noch einen alten Brauchwasserspeicher übrig)

    keine Solartherme

    Flüssiggastank vorhanden (4850l)


    Gebäude 3:

    Einfamilienhaus 150m² (2004)

    4 Personen

    Kachelofen mit Wassertasche 10kw

    Hygieneschichtspeicher 1000l

    Solartherme ca. 12m²

    Dieses Gebäude muss noch mit Fernwärme verbunden werden.


    Ich habe mir bereits eine Excel-Tabele für meine Wirtschaftlichkeitsberechnung gebaut und die Daten sehen schon mal nicht schlecht aus.


    Jetzt zu meinen Fragen:

    Ist ein BHKW wirtschaftlich?

    Welches BHKW würdet ihr mir empfehlen?

    Was ich in diesem Forum vermisse sind detaillierte Aufstellungen von Wartungen über die gesamte Laufzeit. Schreibt ihr das nicht auf oder möchte das keiner Teilen?

    Altersbedingt ist an meinen Heizungen keine Änderung notwendig. Würdet ihr diese Investition nur aus Gründen der CO-Bilanz und des Komfort tätigen?


    Gruß

    Christian

  • Finanziell könnte sich ein BHKW bei dir schon lohnen! Also nicht nur aus Co2 Gründen. An welcher stelle KWK den Komfort erhöht ist mir gerade nicht klar, ggf. wenn es in Richtung Ausfallsicherheit und Autarkie geht, aber da gehört dann noch mehr dazu, und es leidet die Wirtschaftlichkeit.


    Ganz entscheidend ist bei aktueller Gesetzeslage das Thema Stromverbrauch durch Dritte und EEG Umlage, wenn du hier nicht auf die Abschaffung hoffst und evtl. darauf warten willst solltest du dich also gründlich damit auseinandersetzen! Hier kann es unterschiede geben je nachdem wie der Strom abgerechnet wird und ob alles dauerhaft bewohnt wird.


    Allgemein kann man denke ich sagen das du:


    1. Über PV nachdenken solltest

    2. den Wärmeverbund ausbauen um KWK Laufzeiten zu maximieren dann würde warscheinlich entweder ein (modulierendes) Motor BHKW ca. 2 - 3 kW oder eine Bluegen BSZ 1,5kW in Frage kommen. Bei beiden ist ggf. die PV erzeugung zu beachten, bei der Bluegen muss man sehen wie viel Wärme zusätzlich zur ST nach dem verbinden der Gebäude noch im Sommer für WW gebraucht wird.


    Achso ja wegen der Bluegen ist bei dir Erdgas möglich, du scheinst ja aktuell mit Flüssiggas zu Heizen?

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Servus Christian,

    Welches BHKW würdet ihr mir empfehlen?

    Da bei Dir nur Flüssiggas verfügbar ist, fällt eine Brennstoffzelle schon mal flach.


    Bei 70.000 kWh Gesamtwärmebedarf und 13.000 kWh Strombedarf (ca. 36 kWh/Tag) käme ein modulierendes Motor-BHKW wie das NeoTower Living 2.0 mit 1,1 bis 2,0 kW(el) und 3,8-5,2 kW(th) in Frage (technische Daten siehe Anhang). Das verbraucht bei Volllast 1,04 l/h, läuft bei dem Wärmebedarf jedenfalls den ganzen Winter durch und erzeugt dann 48 kWh Strom am Tag. Insgesamt würde ich trotz ST mit 5000 Vollbetriebsstunden und wahrscheinlich eher 6.000 Stunden Gesamtbetrieb im Jahr rechnen, das wären dann mindestens 10.000 kWh Strom und 26.000 kWh Wärme im Jahr. Je nach Verbrauchsprofil könnte das BHKW - so lange es läuft - wohl ca. 80% des Strombedarfs abdecken, das wären voraussichtlich ca. 6.000 kWh Eigenverbrauch im Jahr. Größer würde ich gar nicht gehen, es sei denn Du hättest im Betrieb über mehrere Stunden z.B. 3 kW Grundlast und würdest das BHKW gezielt zu solchen Zeiten einsetzen - dann müsste man auch z.B. ein 3.3 mal rechnen.


    Der Vorteil wäre, dass Du als Landmaschinen-Mechaniker bei so einem BHKW wahrscheinlich viel selbst machen könntest - das wäre mit der installierenden Firma bzw. dem Hersteller abzusprechen.


    Weil das BHKW (erst recht mit den installierten ST-Anlagen) im Sommer nur wenig laufen dürfte, würde ich Dir empfehlen, wenn möglich zusätzlich eine PV-Anlage zu installieren, um tagsüber den Strombedarf zu decken.

    Was ich in diesem Forum vermisse sind detaillierte Aufstellungen von Wartungen über die gesamte Laufzeit.

    Das NeoTower Living hat einen Wartungsintervall von 15.000 Bh, Ölwechsel 7.500 Bh. Soweit ich weiß kann man auf Wunsch einen 10-jährigen Vollwartungsvertrag abschließen. Aber welche Reparaturkosten ab dem 11. Jahr zusätzlich anfallen werden, ist derzeit wohl kaum abschätzbar.

    Altersbedingt ist an meinen Heizungen keine Änderung notwendig. Würdet ihr diese Investition nur aus Gründen der CO-Bilanz und des Komfort tätigen?

    Ob das beim Komfort viel bringt halte ich für fraglich, zumal bei Dir die Holzheizung wahrscheinlich pro kWh Wärme günstiger ist als die Flüssiggas-Therme. Mit einem BHKW der 2/5,2 kW-Klasse werden ca. 60% Eures Wärmebedarfs auch zukünftig über die konventionellen Heizungen laufen.


    Bei der CO2-Bilanz hilft das insoweit, als Flüssiggas nunmehr auch zur Stromerzeugung eingesetzt wird und nicht nur zur Wärmeerzeugung. Bei Erdgas liegt der Vorteil bei der Stromerzeugung im Vergleich zum Strommix bei ca. 40%, im Vergleich zu den besten Erdgas-KW bei ca. 20%. Mit dem Kohlenstoff-reicheren Flüssiggas ist das etwas weniger (ich hab's nicht gerechnet).


    Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sich bei Dir ein BHKW auch wirtschaftlich rechnet. Der Umweltnutzen käme dann einfach hinzu.


    Gruß, Sailor

    Dateien

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo,

    Vielen Dank für deine Antwort.

    1. Über PV nachdenken solltest

    19,5 kWp PV (2010) ist vorhanden. Allerdings in Volleinspeisung.

    2. den Wärmeverbund ausbauen um KWK Laufzeiten zu maximieren dann würde warscheinlich entweder ein (modulierendes) Motor BHKW ca. 2 - 3 kW oder eine Bluegen BSZ 1,5kW in Frage kommen.

    Ich fürchte da wird mir die Wärmeleistung nicht reichen.


    Achso ja wegen der Bluegen ist bei dir Erdgas möglich, du scheinst ja aktuell mit Flüssiggas zu Heizen?

    Richtig, kein Erdgas vorhanden.

  • An welcher stelle KWK den Komfort erhöht ist mir gerade nicht klar


    Ob das beim Komfort viel bringt halte ich für fraglich, zumal bei Dir die Holzheizung wahrscheinlich pro kWh Wärme günstiger ist als die Flüssiggas-Therme. Mit einem BHKW der 2/5,2 kW-Klasse werden ca. 60% Eures Wärmebedarfs auch zukünftig über die konventionellen Heizungen laufen.

    Vielen Dank auch an Sailor,


    Der Komfort steigt in der Hinsicht dass ich nicht mehr so viel Holz machen muss und auch nicht mehr so viel Einheizen muss. Außerdem sollte das BHKW morgens die Bude warm machen und brauche nur noch bei Spitzenlast abends Holz heizen.


    Hast Du einen Preis vom NeoTower?

  • Preise hab ich keine und bei Wartungsfragen kann ich dir auch nicht helfen, da ich selbst nen Dachs betreibe und warte, aber es gibt hier im Forum ja auch noch andere.

    Das mit der PV ist super, vielleicht hast du ja dennoch Platz für eine Überschusseinspeisungsanlage. Hab selbst ne PV aus 2008 in Volleinspeisung und hab letztes Jahr noch ne größere Garage voll gemacht, in Ost West Ausrichtung spar ich mir sogar die Spitzenkappung :) Bzgl. der knappen Leistung des vorgeschlagenen BHKWs, es muss zwar öfter zugeheizt werden, aber dafür kommst du auf mehr Lauzeit pro Jahr. Du hast ja die Möglichkeit wahlweise günstig mit Holz, oder bequem mit Gas zuzuheizen, die Tage an denen du beides brauchst werden vermutlich selten sein. Kannst du nähere Angaben zu Grund und Spitzenlast machen, und zu welchen Tageszeiten die Spitzenlasten sind? Falls du nicht mit E-Mobilität planst, oder wie Sailor schrieb höhere, längere Spitzen hast (im Sommer könnten die tagsüber auch von der PV gedeckt werden) ist die 2kW Klasse genau richtig. (2kW bezieht sich auf die elekrische Leistung).


    Wie du vielleicht in anderen Themen schon bemerkt hast kommt von mir eher ein erster Eindruck und die Abfrage der Möglichkeiten und die treffende Empfehlung liefert Sailor, welcher ich mich dann meist auch anschließe und seine Rechenarbeit mit Daumen hoch quittiere ;)

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Was ich in diesem Forum vermisse sind detaillierte Aufstellungen von Wartungen über die gesamte Laufzeit. Schreibt ihr das nicht auf oder möchte das keiner Teilen?

    Ich hab mich hier falsch ausgedrückt. Ich meinte mit Wartung eigentlich die gesamten Kosten also Wartung und Reparaturen. Wichtig wäre hier die versteckten Kosten wie z.B. die Zündkerze beim Dachs. Vielleicht könnt ihr mir die Preise für die schon benötigten Ersatzteile mitteilen?


    Preise hab ich keine und bei Wartungsfragen kann ich dir auch nicht helfen, da ich selbst nen Dachs betreibe und warte, aber es gibt hier im Forum ja auch noch andere.

    Gibt es beim Dachs keine Rechnungen zu zahlen?8o

  • 19,5 kWp PV (2010) ist vorhanden. Allerdings in Volleinspeisung.

    Nachdem die Anlage aus 2010 stammt, kann man sie wahrscheinlich auf Überschuss-Einspeisung umstellen, wenn sich das rechnet. Die Einschränkung bedeutet: Du würdest in dem Fall - bei weiterhin fiktiver Volleinspeisung - vom NB für Deinen Eigenverbrauch 16,38 ct/kWh netto in Rechnung gestellt bekommen. Und eine andere Zähler-Anordnung bräuchtest Du auch (Stichwort "Zählerkaskade" in diesem Forum). Das ist natürlich weniger attraktiv als die Opportunitätskosten bei heutigen PV-Anlagen, die eher bei 10 ct/kWh netto liegen. Aber besser als Zukaufstrom (ich schätze 20-25 ct/kWh netto) ist das immer noch.


    Das Gute ist: Es brennt ja nichts an. Du könntest erst mal das BHKW installieren und feststellen, welcher Stromverbrauch im Sommerhalbjahr tatsächlich ungedeckt bleibt. Da Du die Daten deiner PV-Anlage kennst, kannst Du dann in aller Ruhe ausrechnen, ob sich eine Umstellung lohnt. Oder natürlich - wenn auf den anderen Gebäuden noch geeignete Flächen frei sind - packst Du einfach da auch noch PV drauf. Lohnen sollte sich das eigentlich immer.

    Außerdem sollte das BHKW morgens die Bude warm machen

    Das ist das Problem. Damit ein BHKW brauchbare Jahreslaufzeiten erreichen kann, muss dessen thermische Leistung erheblich geringer sein als die Heizlast des Gebäudes. Ich schätze mal die Heizlast deiner drei Gebäude (bezogen auf minus 16°C) ganz grob auf 25-30 kW, sonst würden im Jahr keine 70.000 kWh zusammen kommen. Bei Null Grad dürften es dann immer noch 12-15 kW sein. Die 5,2 kW eines NeoTower würden (mal abgesehen von einem möglichen Beitrag der Solarthermie an sonnigen Tagen) erst bei Temperaturen so um die 10°C zur Beheizung der drei Häuser ausreichen. Und weil nun mal die kältesten Außentemperaturen morgens anfallen, wirst Du Dir das morgendliche Einheizen wohl mindestens sechs Monate im Jahr auch mit BHKW nicht sparen können.

    Hast Du einen Preis vom NeoTower?

    Ich stelle hier mal eine nicht mehr ganz taufrische Preisliste ein, die ich letztes Jahr von einem Forumskollegen bekommen habe. Die Einbaukosten kommen hier natürlich noch dazu.


    ... oops, das Ding ist 17 MB groß (nicht zu fassen, eine ganz normale pdf-Datei?), ich kriege die Fehlermeldung "Die Datei ist zu groß", und jetzt weiß ich nicht wie man das Ding aus dem Post wieder wegbekommt...


    Also andersrum:


    Der Listenpreis für einen Neotower Living 2.0 lag 2019 bei EUR 15.000 netto. Sogenanntes "notwendiges Zubehör" macht weitere 1000 EUR, wahrscheinlich kommt da eher noch was drauf. Für den Einbau würde ich mal vorsichtig mindestens 5000 EUR netto schätzen. Die BAfA-Förderung geht da noch runter, aber mit weniger als 20.000 EUR netto würde ich unterm Strich nicht rechnen. Das ist jetzt wirklich nur eine sehr grobe Daumenschätzung, lass Dir besser mal von einem Fachbetrieb ein Angebot machen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Gibt es beim Dachs keine Rechnungen zu zahlen? 8o

    Bezog sich auf den Neotower. Zum Dachs kann ich vermutlich nichts sinnvolles Beitragen weil ich ja die Wartungen selbst mache, die Teile zum teil aus ausgeschlachteteten Dachsen kommen, etc. Wenn es dir wichtig ist kann ich mal versuchen das beim HR und RS zusammenzuschreiben.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Guten Morgen,


    Bei 70.000 kWh Gesamtwärmebedarf und 13.000 kWh Strombedarf (ca. 36 kWh/Tag) käme ein modulierendes Motor-BHKW wie das NeoTower Living 2.0 mit 1,1 bis 2,0 kW(el) und 3,8-5,2 kW(th) in Frage (technische Daten siehe Anhang). Das verbraucht bei Volllast 1,04 l/h, läuft bei dem Wärmebedarf jedenfalls den ganzen Winter durch und erzeugt dann 48 kWh Strom am Tag. Insgesamt würde ich trotz ST mit 5000 Vollbetriebsstunden und wahrscheinlich eher 6.000 Stunden Gesamtbetrieb im Jahr rechnen, das wären dann mindestens 10.000 kWh Strom und 26.000 kWh Wärme im Jahr. Je nach Verbrauchsprofil könnte das BHKW - so lange es läuft - wohl ca. 80% des Strombedarfs abdecken, das wären voraussichtlich ca. 6.000 kWh Eigenverbrauch im Jahr. Größer würde ich gar nicht gehen, es sei denn Du hättest im Betrieb über mehrere Stunden z.B. 3 kW Grundlast und würdest das BHKW gezielt zu solchen Zeiten einsetzen - dann müsste man auch z.B. ein 3.3 mal rechnen.

    Wenn ich das so in mein Excel eingebe dann wäre die Finanzierung länger wie die Förderzeit. Das kommt mir ein wenig spanisch vor:

    Selbst wenn ich von 6000h ausgehe wären das ca. 70% Jahreslaufzeit. Wenn ein BHKW 70% läuft kann es dann mit so geringer Leistung 80% EV bringen?


    Die 6000h bringen dann eine Wärme von 31200kWh dann bleiben noch 38800kWh die ich noch mit Holz heizen muss. Das wären dann noch ca. 28 Ster Holz die dann wenn ich gering mit 50€/Ster rechne 1400€ kosten.


    Wenn ich meine Verbrauchskurven (im Anhang) ansehe sollte das BHKW von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends mit 4kW laufen. Der NeoTower 4.0 bringt dann eine Wärme von 52800kWh was immer noch 13 Ster wären. Selbst wenn der EV dann sinkt ist es für mit doch wirtschaftlicher wenn ich denn Spitzenlastkessel so wenig wie möglich heizen muss? Denn der Gewinn steigt und die Förderzeit steigt mit weniger Betriebsstunden auch somit wird doch die Finanzierungszeit kürzer.

    Wenn ich so recht überlege sollte mein BHKW "Heizungsgeführt" ausgelegt werden?



    Das ist das Problem. Damit ein BHKW brauchbare Jahreslaufzeiten erreichen kann, muss dessen thermische Leistung erheblich geringer sein als die Heizlast des Gebäudes. Ich schätze mal die Heizlast deiner drei Gebäude (bezogen auf minus 16°C) ganz grob auf 25-30 kW, sonst würden im Jahr keine 70.000 kWh zusammen kommen. Bei Null Grad dürften es dann immer noch 12-15 kW sein. Die 5,2 kW eines NeoTower würden (mal abgesehen von einem möglichen Beitrag der Solarthermie an sonnigen Tagen) erst bei Temperaturen so um die 10°C zur Beheizung der drei Häuser ausreichen. Und weil nun mal die kältesten Außentemperaturen morgens anfallen, wirst Du Dir das morgendliche Einheizen wohl mindestens sechs Monate im Jahr auch mit BHKW nicht sparen können.

    Genau das ist für mich das größte Problem. Mein Ziel wäre schon bis -5°C nicht dazuheizen müssen.


    Wenn es dir wichtig ist kann ich mal versuchen das beim HR und RS zusammenzuschreiben.

    Nein Vielen Dank für das Angebot. Wenn dann bräuchte die aktuellen Preise für den Gen.2. Da ich die Wartungen und Reparaturen auch selber durchführe sind nur die Preise der ET (Filter, Kerze, Öl, sonstige Verschleißteile) interessant.



    Ich hoffe ihr nehmt mir meinen Zweifel nicht krummX/

    Würdet Ihr den Dachs F5.5Gen2 nicht empfehlen?

  • Die Diagramme sind recht unterschiedlich, aber hilfreich, weches kommt denn häufiger vor?

    Nach dem 1. wäre ein BHKW der 2-3 kW Klasse passend, nach dem 2. die 3-4 kW Klasse. Aber du musst auch sehen das du die Wärme wegbringst. Wenn du im Sommer nach 2 Betriebsstunden nen vollen Speicher hast, hast du in den 2 Stunden vielleicht 50% EV, den reslichen Tag aber 100% Netzbezug. Schaffst du dagegen mit einem kleineren BHKW einen EV von 100% und das über 4 Stunden ist ja nicht nur dein EV optimiert, sondern auch der vermiedene Netzbezug höher. Da deine Spitzen aber gut über die Sonnenstunden verteilt sind solltest du dir wirklich als erstes gedanken machen ob du noch Platz für PV hast.

    Selbst wenn ich von 6000h ausgehe wären das ca. 70% Jahreslaufzeit. Wenn ein BHKW 70% läuft kann es dann mit so geringer Leistung 80% EV bringen?

    Je geringer die Leistung desto Höher der EV. EV sagt ja aus das du wenig überschuss ins Netz einspeist.

    Selbst wenn der EV dann sinkt ist es für mit doch wirtschaftlicher wenn ich denn Spitzenlastkessel so wenig wie möglich heizen muss?

    Nein da geringer EV hohe Einspeisung bedeutet und die ist i.d.R.nicht kostendeckend.

    Nein Vielen Dank für das Angebot. Wenn dann bräuchte die aktuellen Preise für den Gen.2. Da ich die Wartungen und Reparaturen auch selber durchführe sind nur die Preise der ET (Filter, Kerze, Öl, sonstige Verschleißteile) interessant.

    Die wird dir keiner liefern können da der Gen2 nicht lange auf dem Markt ist und abgesehen von den Wartungskosten die ja recht stabil sind Reperaturen erst nach längerer Laufzeit auflaufen.

    Würdet Ihr den Dachs F5.5Gen2 nicht empfehlen?

    Dadurch das er Modulieren kann ist er zwar auch denkbar, was ich gerade nicht weiß ist ob er auch Stromgeführt modulieren kann oder eben nur Wärmegeführt.


    Ich würde dir ein kleineres BHKW empfehlen da du bei 2 kW auch nachts im Winter nicht allzuviel einspeisen wirst, die Spitzen im Winter muss man dann halt beziehen die Spitzen im Sommer würde ich mit PV abfangen und da dann das BHKW nur nachts laufen lassen. Damit hast du nachts immerhin 50% EV und Tagsüber 100%. Mit einem Größeren BHKW hättest du nachts nur 25% EV und das nur etwa halb so lange, also unterm Strich nur 12% EV dafür könnte an Wintertagen wenn dein BHKW durchläuft die ein oder andere Spitze mehr vom BHKW abgedeckt werden was vielleicht hier 10 - 20 % weniger Netzbezug ausmacht, dafür sinkt aber dein EV vermutlich auf 70 - 80 % ab.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Lass dir doch einfach mal verbindliche Angebote rechnen. Neo-Tower XY, Dachs 2.9 F-Gas und Dachs 5.5 Gen2 F-Gas.


    Anhand des Stromverbrauchs macht eine stromgeführte Modulation auf jeden Fall Sinn. Beim Dachs 5.5 hast so natürlich Vorteile bezogen auf die Förderdauer und die Wartungslaufzeit, wenn die Anlage in Modulation betrieben wird.

    Kost halt bissel mehr in der Anschaffung.

    Kosten Ersatzteile müsste man sich mal anschauen, ich weiß, das da wie beim alten Dachs auch, 12 Liter Öl drin sind.


    Bei 50% Leistungs hast ja theoretisch 120TBh Förderdauer. Und die Wsrtungslaufzeit geht variabel von 7000 auf 11000 Stunden. Ölwechsel oder sowas gibt es Zwischendrin nicht.


    Infos über Ersatzteile sollte ein entsprechendes Center liefern können. Verkaufspreis findest doch im Internet.

  • Mein Ziel wäre schon bis -5°C nicht dazuheizen müssen.

    Dafür bräuchtest Du ein BHKW mit (grob geschätzt) mindestens 16 -20 kW thermischer Leistung. Das Problem bei einem so großen BHKW wäre, dass es außerhalb der drei Wintermonate pro Tag nur wenige Stunden laufen könnte bis der Wärmespeicher voll ist. Das verschlechtert massiv den Eigenverbrauch, außer Du schaffst Dir zusätzlich für viel Geld einen Stromspeicher an. Und von den geschätzten 8-10 kW elektrischer Leistung eines solchen BHKW's könntest Du selbst in den höchsten Stromspitzen maximal die Hälfte verbrauchen. Das kann sich nie und nimmer rechnen, weil der Einspeise-Erlös nicht mal die für die reine Stromerzeugung zusätzlich entstehenden Flüssiggas-Kosten abdeckt.


    Ich habe inzwischen noch mal genauer gerechnet und insbesondere versucht, die monatlichen Betriebsstunden eines NT 2.0 und eines NT 4.0 für einen Wärmebedarf von 70.000 kWh/a abzuschätzen. Geht man in erster Näherung davon aus, dass drei Monate im Jahr die Solarthermie den Bedarf nahezu komplett abdeckt, so komme ich mit der üblichen Wärme-Verbrauchsverteilung beim 2.0 auf ca. 5.900 Vollbetriebsstunden, beim 4.0 auf ca. 5.200.


    Wenn man in der Übergangszeit zwischen 22:00h und 06:00h auf Teillast laufen lässt, so bringt das beim 2.0 im Mai und im September zusammen 90 zusätzliche Betriebsstunden (insgesamt dann 6.000) und beim 4.0 im April, Mai, September und Oktober zusammen knapp 200 zusätzliche Betriebsstunden (insgesamt dann 5.400). Viel bringt das also nicht.


    Das Nachheizen sparst Du Dir rechnerisch beim 2.0 von Mai bis September, beim 4.0 von April bis Oktober.


    Der Strombedarf würde beim 4.0 in den 5.200 Stunden, in denen er überhaupt läuft, zu annähernd 100% abgedeckt. Das wären grob geschätzt 7.700 kWh/Jahr. Beim 2.0 schätze ich die Abdeckung - während er läuft - auf 80%. Das wären grob geschätzt dann 7.000 kWh/Jahr Eigenverbrauch. Beides lässt sich evtl. durch geschicktes Laufzeiten-Management in der Übergangszeit noch etwas steigern.


    Ich habe meine Tabelle (Grundlage für die o.g. Daumenschätzung) hier angehängt. Die grünen Felder markieren die für den jeweiligen Monat vermutlich beste Betriebsweise des jeweiligen BHKW (24h Volllast bzw. nachts Teillast). Wenn Du genauere Zahlen zu Euren monatlichen Wärmeverbräuchen hast, kannst Du die mal einsetzen und sehen, ob was anderes rauskommt.


    Das NeoTower 3.3 habe ich weggelassen, weil bei der thermischen Leistung der Unterschied zum 4.0 marginal ist, so dass im Jahr kaum mehr Betriebsstunden rauskommen dürften als beim 4.0. Der erreichbare Eigenverbrauch im Jahr dürfte unterm Strich ähnlich sein wie beim 4.0. Was sich besser rechnet, wäre dann nur noch eine Frage von Preis und Wartungskosten.

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    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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  • Um die Zuheizphase für eine zusätzliche Therme zu reduzieren brauchst dann aber was größeres, da wäre dann ein modulierender 5.5 Dachs besser. Der heizt bei kleinster Stufe mit 7,4 kW für 3,0kWel. und hat bei größter Stufe knapp 14kW für 5,5kWel.


    Das bedeutet zwar nicht mehr Laufzeit, die wird dann zwischen RMB 2.0 und 4.0 liegen, aber eben viel mehr an Stromproduktion, was halt den Invest einfach schneller wieder rein holt.


    Ansonsten schließ ich mich den Vorrednern auf jeden Fall an. Ordentliche Angebote einholen, und alle Förderungen und Vergütungen berücksichtigen.

  • Ich schätze mal die Heizlast deiner drei Gebäude (bezogen auf minus 16°C) ganz grob auf 25-30 kW, sonst würden im Jahr keine 70.000 kWh zusammen kommen. Bei Null Grad dürften es dann immer noch 12-15 kW sein.

    Wie kann ich meine Heizlast abschätzen? Vielleicht stimmen meine 70000kWh nicht.?(

    Ich hab mal nach den Betriebsstunden vom Fröling geschaut. Insgesamt waren es 2019 968 Betriebsstunden. Wenn ich davon ausgehe dass jede meiner Heizungen ca. die gleiche Laufzeit hat und die Betriebsstunden mal Heizlast (30+24+10) nehme komme ich auf 62000kWh. Was stimmt hier nicht?


    Ich habe meine Tabelle (Grundlage für die o.g. Daumenschätzung) hier angehängt. Die grünen Felder markieren die für den jeweiligen Monat vermutlich beste Betriebsweise des jeweiligen BHKW (24h Volllast bzw. nachts Teillast). Wenn Du genauere Zahlen zu Euren monatlichen Wärmeverbräuchen hast, kannst Du die mal einsetzen und sehen, ob was anderes rauskommt.

    Ich hab mal meine Werte mit einer Heizlast von 64kw (keine Ahnung ob das richtig ist) eingetragen.

    Außerdem habe ich den NT2.0 gegen den Dachs ausgetauscht.