Angebot für BlueGen BG-15 Brennstoffzelle

  • Guten Abend!

    Die Förderung 40% wird auf Basis des Bruttopreises inkl. MWST berechnet und liegt bei 15.050 Euro

    Ich möchte an dieser Stelle aus dem Merkblatt zum KfW-Programm 433, Punkt "Förderfähige Kosten" zitieren:

    Zitat

    Hinweis: Sofern der Zuschussempfänger zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, sind die förderfähigen Nettokosten (ohne Mehrwertsteuer) anzugeben.

    Sofern man später also bei der (zwangsläufigen) unternehmerischen Tätigkeit durch die Einspeisung des Stroms zur Regelbesteuerung optiert (um sich z.B. die MwSt. zurückzuholen), darf beim Zuschuss entsprechend auch nur das Gesamtnetto angegeben werden. Daher der Hinweis "alle Angaben netto" in meinem Beitrag.


    Das könnte an dieser Stelle vielleicht sogar ein Fallstrick sein: Privatperson A lässt sich eine Brennstoffzelle installieren, kassiert den vollen Bruttozuschuss von der KfW und 14 Tage später stellt A fest, Regelbesteuerung ist ja etwas Feines beim Stromeinspeisen. Im besten Fall muss dann ggf. nur der zu viel gezahlte Zuschuss zurückgezahlt werden, im schlechtesten Fall ist vielleicht sogar der gesamte Zuschuss futsch!?

    Wie viel Marge darf der Heizungsbauer denn Deiner Meinung nach aufschlagen?

    Aufschlagen "darf" jeder Betrieb wohl, so viel er möchte - wenn man bedenkt, dass bei Gütern i.A. bis zu 40 % Marge "üblich" sind. Natürlich kann man hinterfragen, ob Händler, Betriebe, etc. bei der Lieferung von so hochpreisigen Gütern an "private" Endkunden nicht auch mit einer prozentual etwas geringeren Marge auskämen, aber dafür kann man ja immer noch Anbieter vergleichen (am besten natürlich, man kennt vorab den Nettopreis direkt vom Hersteller). Und sicherlich geht ein Teil der Marge auch für Schulungen, o.ä. drauf, deren Kosten vielleicht nicht durch andere Posten gedeckt wären. Von daher beschwere ich mich über die 20 % in unserem Angebot auch nicht weiter, zumal das ein kleiner Betrieb aus direktester Nähe ist.

    Ja klar, das Ding kostet 20.000,- und der Rest ist Marge der Heizungsbauers.

    Das habe ich so nicht geschrieben. Aus dem von mir dargestellten Angebot geht eindeutig hervor, dass Arbeiten i.H.v. 3.003,00 Euro veranschlagt worden sind, die gerade die von dir aufgezählten Posten (Anschlüsse, Anträge, etc.) beinhalten. Allein 1.200 Euro davon gehen für "Monteursstunden" drauf. Der Verkaufspreis von 24.000,00 Euro netto für die BG-15 durch den Installationsbetrieb umfasst wirklich nur das reine Gerät, so dass bei einem Einkaufspreis von angenommenen 20.000,00 Euro netto eben 4.000,00 Euro oder 20 % Marge übrig bleiben - ja. Wie gesagt, Schulungen, etc. mögen damit auch abgedeckt werden.


    Beste Grüße

    Hans

  • Ich kenne ja Deinen Heizungsbauer nicht, aber evtl. hat der ja auch ein Auto, mit dem er bzw. seine Monteure zu Deiner Baustelle fahren. Und eventuell hat er Werkzeuge, um die Arbeiten zu erledigen.


    Die hat er entweder geklaut oder aber durch die Marge bezahlt, genau wie eben das Auto, dessen Versicherung u.s.w..

    Und der EK, den Du ja kennst, weil Du schlauer bist als andere, stimmt auch nicht....


    Die Differenzierung mit/ohne Mwst bezieht sich auf den Zeitpunkt des Anlagenkaufs. Sprich Herr Müller kriegt 40% Förderung auf brutto, Firma Müller 40% auf netto.


    Dies wird vorher, wenn der Energieberater den Förderantrag stellt, definiert.

    Den Energieberater und dessen Kosten finde ich nirgendwo.... Wo ist der hin, oder machst Du das selber?


    Ich hätte Dir niemals ne Anlage verkauft.

  • Guten Morgen!


    Ich habe nicht so ganz verstanden, wann und wo ich Anlass für ausufernde Polemik und einen angreifenden Ton gegeben habe, würde mich aber freuen, wenn wir zu einem sachlicheren Umgang zurückfinden. Ich schreibe nur "nach bestem Wissen" und lasse mich stets gerne eines Besseren belehren.

    Ich kenne ja Deinen Heizungsbauer nicht, aber evtl. hat der ja auch ein Auto, mit dem er bzw. seine Monteure zu Deiner Baustelle fahren. Und eventuell hat er Werkzeuge, um die Arbeiten zu erledigen.


    Die hat er entweder geklaut oder aber durch die Marge bezahlt, genau wie eben das Auto, dessen Versicherung u.s.w..

    Ich denke, die laufenden Kosten eines Betriebs (Autos, Versicherungen, etc.) werden auch aus den "Margen" der übrigen Posten finanziert. Die "5,00 m Isolierung der Rohrleitungen mit einem gschlossenen Dämmschlauch", die ich laut Angebot in Rechnung gestellt bekomme, kosten den Betrieb im Einkauf wohl auch nicht das, was ich am Ende dafür bezahle. Und, wie gesagt, der Arbeitslohn ist separat ausgewiesen.


    Mir ist schon bewusst, dass sich der Inhaber des Installationsbetrieb die 4.000,00 Euro "Marge" für die BG-15 nicht in toto in die eigene Tasche steckt, um seinen zweiten Ferrari davon zu bezahlen, sondern dass ein wohl nicht unerheblicher Teil in den Betrieb zurückfließt.

    Und der EK, den Du ja kennst, weil Du schlauer bist als andere, stimmt auch nicht....

    An dieser Stelle glaube ich halt das, was mir der Heizungsbauer - das ist nicht der Installationsbetrieb für die BG-15! - sagt. Er hat bei SOLIDpower die Abgasführung eingekauft, weil sie dort für ihn am günstigsten zu erwerben war. Er hat von SOLIDpower eine Netto-Einkaufspreis-Liste bekommen und dort stand die BG-15 wohl mit 20.000 Euro drauf. Wenn du aus welchen Gründen auch immer andere Informationen hast ("weil du schlauer bist als andere"), dann kannst du sie ja gerne teilen - oder eben auch nicht. Vielleicht kriegen zertifizierte Betriebe von SOLIDpower ja bessere Konditionen!?

    Die Differenzierung mit/ohne Mwst bezieht sich auf den Zeitpunkt des Anlagenkaufs. Sprich Herr Müller kriegt 40% Förderung auf brutto, Firma Müller 40% auf netto.


    Dies wird vorher, wenn der Energieberater den Förderantrag stellt, definiert.

    Wenn das so ist, freue ich mich natürlich noch einmal mehr. Leider finde ich zu dieser Behauptung aber erst einmal keine Belege in den mir zugänglichen Unterlagen und freue mich natürlich, wenn du diese bereitstellen könntest.


    Schaue ich in die "Bestätigung zum Antrag" von der Energieeffizienz-Expertin, finde ich weder eine (richtige) Unterscheidung in Privatperson oder Firma noch ob nach Netto- oder Bruttokosten unterschieden werden soll. Es wird die "Summe der voraussichtlichen förderfähigen Kosten gemäß Produktmerkblatt" eingetragen. Im Hinweistext danach steht dann, dass nach Abschluss der Arbeiten die tatsächlichen, förderfähigen Kosten nachgewiesen werden müssen. Meinem Verständnis nach können bei Antragsstellung also die Bruttokosten eingetragen gewesen sein, am Ende aber auch nur die Nettokosten abgerechnet werden, weil sich z.B. zwischenzeitlich die Regelbesteuerung ergeben hat. Ich für meinen Teil werde es auf jeden Fall so handhaben.

    Den Energieberater und dessen Kosten finde ich nirgendwo.... Wo ist der hin, oder machst Du das selber?

    Es handelt sich um ein Neubauprojekt und die Kosten für die Energieeffizienz-Expertin werden erst einmal über den Bauträger verauslagt. Nach Abschluss bekommen wir eine separate Rechnung der Dame, um z.B. auch den Zuschuss nach KfW-Programm 431 (teilweise) in Anspruch nehmen zu können. Die Details hierzu müssen wir noch klären, da dieses nicht (mehr) mit den KfW-Programm 433 kombiniert werden darf. Die Leistungen der Dame beziehen sich aber auf mehr als nur die Brennstoffzelle (u.a. Berechnungen zur Einstufung als Energieeffizienz-Haus 55). Aber, ja, diese Kosten gehören in meine ursprüngliche Aufstellung mit rein. Ich editiere den Beitrag gerne, sobald uns die genauen Werte vorliegen.


    Beste Grüße

    Hans

  • wenn man bedenkt, dass bei Gütern i.A. bis zu 40 % Marge "üblich" sind.

    Naja, es kann auch wesentlich mehr sein. Aber auch weniger.

    Kein Fachbetrieb wird dir zB ne Dichtung , die 10ct kostet, für 14 verkaufen. Die kostet eher 1-2 €, denn die Dinger gehen gerne verloren oder gehen beim Einbau auch kaputt.

    Für Rohrformstücke sind 40% Aufschlag durchaus gerechtfertigt, die müssen auch gedichtet werden.

    Aber bei so Artikeln wie Kessel, WäPu, BSZ.... ist meist ca 20% Aufschlag drin.

    Im Heizungsbau wurden immer die Preise kalkuliert, mit den Listenpreisen kann da niemand arbeiten.

  • Es ist zumindest kosteneffizient, wie Du vorgehst.


    Der Typ baut die Anlage ein und ich beantworte die Fragen... dies natürlich kostenlos.


    Und die Zertifizierung durch Solidpower wird eh überbewertet, das Ding kann jeder einbauen. Dass man den Stack nicht kippen darf und und und wissen auch diejenigen, die noch nie eine BSZ eingebaut haben...


    Bitte denk dann aber, wenn die Nummer in die Hose gegangen ist, daran, das Produkt hier schlecht zu machen...


    Der Arbeitslohn von etwa 1200 Euro sind immerhin 20 Mannstunden.... oder 10, wenn die zu zweit sind, wozu ich rate.... ist das realistisch?

  • Wenn in der Anlage VDI2035-konformes Wasser ist, muss keine Systemtrennung erfolgen. Wenn es prekäre Anlagenteile gibt wie eine alte FBH mit nicht diffusionsdichtem Rohr, würde ich eine machen.


    Solidpower hat Hydraulikschemata, die Dein Installateur nehmen kann, wenn er denn will

  • ich denke auch über eine solche Brennstoffzelle nach. Dabei geht es mir auch darum, im Falle eines Stromausfalls die wichtigsten Geräte weiterhin betreiben zu können, also ein Abkoppeln vom Netz und anschließender Inselbetrieb.

    Der Inselnetzbetrieb ist zwar im Prinzip möglich, weil die Brennstoffversorgung im bei einer elektrischen Versorgungsstörung meist unbeeindruckt bleibt (Gasdruckregler laufen auch ohne Strom und auch die Hochdruckleitungen werden in der Regel mit GT-Kompressoren angetrieben, optional auch per E-Motor) aber die Geräte, die heute verkauft werden, sind erstmal als "normales" Heizkraftgerät konzipiert, die im Netzparallelbetrieb sich an die Regel halten, dass wenn die Netzspannung wegbringt, sie auch ausgehen.


    Eine Netzersatzfunktion gab's (gibt's?) von SMA für deren Batteriewechselrichter. Mit einer kleinen Hausanlage kann man ja nicht die ganze Nachbarschaft versorgen, wenn es z.B. ein Problem im Umspannwerk gibt und der Leistungsschalter einen ganzen MS-Bezirk trennt. Darum muss zuerst die Kundenanlagen (=das Hausnetz) mit einem extra Schütz vom Netz getrennt werde, um dann später wenn das Netz wieder da ist die Verbindung wieder zu schließen. Das sind relativ große, teure Schalter. Noch ist der Bedarf in DE aufgrund der guten Versorgungsqualität relativ gering, d.h. das sind kleine Stückzahlen.


    Langer Rede kurzer Sinn: BHKWs mit Netzersatzfunktion sind prinzipiell nicht kompliziert und bei größeren Einheiten von ein paar hundert kW und mehr ist die Inselnetzfähigkeit (dazu gehört auch die Primarregelung für Spannung und Frequenz) nichts Wildes zu überschaubaren Mehrkosten. Noch kämpfen die Kleinst-BHKWs incl. Brennstoffzellen aber um Marktanteile gegenüber dem einfachen Brennwertkessel und wollen primär Kosten zu senken bevor Sonderschnickschack entwickelt und angeboten wird. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass irgendwann auch mal Mini-KWK-Anlagen mit Netzersatzfunktion angeboten werden (es gibt auch schon einige Optionen, die sind dann aber doppelt so teuer wie das eigentliche BHKW und sind eigentlich Batteriesysteme mit Range-Extender).


    Gruß,

    Gunnar

  • Geht am einfachsten mit einem Victron Multiplus II und einem kleinen Batteriespeicher, dabei kann die Brennstoffzelle am AC Out angeschlossen werden und läuft bei Stromausfall unterbrechungsfrei weiter.

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid

    28KWh Lifepo4 (32x 280Ah EVE Zellen, REC BMS)

    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Somit müsste ich vermutlich im Sommer zumindest nachts die Brennstoffzelle abschalten

    Das geht nicht aus technischen Gründen. Die BlueGen läuft ohne Rücksicht auf (Wärme-)Verluste 8.700 Stunden im Jahr durch.

    Nach meinem Kenntnisstand moduliert die BlueGen-BZ runter, Hauptsache die Stecktemperatur bei Teillast wird gehalten. Es ist ja auch so, dass das Gerät im Falle eines Stromausfalls, sich zwar vom Netz trennt, aber nicht ausschaltet, sondern warm bleibt und ggf. elektrische Energie jenseits des Eigenverbrauchs in einem Widerstand verheizt.

    Ob allerdings eine Amortisation schon binnen zehn Jahren möglich ist, müsstest Du mit spitzem Bleistift rechnen. Nicht vergessen darfst Du dabei, dass Du zusätzlich zur BG auch eine Brennwerttherme anschaffen müsstest. Das bisschen Wärme, das bei einer thermischen Leistung von 0,85 kW (=20 kWh/Tag) vielleicht in den drei Sommermonaten verloren geht, dürfte dabei eher ein geringfügiger Faktor sein.

    Die BlueGen-BZ moduliert laut Prospekt runter, wenn man es so haben möchte. "MODULATION: die elektrische Leistung kann bei Bedarf moduliert werden" (0,5 bis 1,5 kW elektrische Leistung, bis 0,85 W thermische Leistung, d.h. es sind rund 20 kWh Wärme pro Tag). Bei einem Einfamilienhaus habe ich bzgl. der Rendite nicht wegen der Wärme im Sommer bedenken, sondern dass im Winter, wenn das Gerät sowieso unter Vollast läuft (ein Spitzenlastkessel wird wahrscheinlich für die kalten Tage gebraucht) und der Strom ins Netz eingespeist werden muss. Die KWK-Zulage bekommt man ja sowieso, d.h. man muss die Erzeugungskosten vergleichen mit der "nackten" Einspeisevergütung. Der Eigenverbrauch ist hoch wirtschaftlich, aber die Einspeisung ins Netz zum üblichen Preis ist nicht so doll.


    Daher wäre für solche Objekte, die wie EFH und ZFH zwar einen ausreichenden Wärmebedarf haben aber nur einen kleinen Strombedarf, so dass nur ein kleiner Teil der produzierten elektrischen Energie selbst verbraucht werden kann und den teuren Fremdbezug ersetzt, mein Rat zu überprüfen, ob man nicht beim Gasversorger 100% Biogas für die BZ bestellen kann und dann mit einem hohen Wirkungsgrad dieses Biogas als EEG-Tarif verstromt.


    Gruß,

    Gunnar


    ich bin mir nicht sicher ob ein Inselbetrieb mit dem BG-15 überhaupt so ohne Weiteres möglich ist. Soweit ich weiss, muss er sich mit einer vorhandenen Phase syncronisieren. Da müsste dann vermutlich noch ein anderer Wechselrichter mit ins Spiel kommen. Falls es dazu nähere Informationen gibt, würde mich auch sehr interessieren wie man so etwas realisieren könnte.


    Der BZ-Wechselrichter hat wie alle anderen normgerechten Geräte für die Niederspannung (VDE-AR-N 4105) eine Inselnetzerkennung. Der schaltet ab, wenn er erkennt, dass die Hauptleitung tot ist in die er normalerweise einspeist. Spezialgeräte wie Netzersatzanlagen haben eine etwas differenzierte Logik, man kann aber mit einer "handelsüblicher" Erzeugungsanlage (EZA) aber dennoch eine Inselnetzversorgung aufbauen, die ist aber ein wenig mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Sie funktioniert wie folgt: Man kauft sich ein stationäres Batteriesystem, dass nahtlos vom Inselnetz in den Netzparallelbetrieb wechseln kann (USV). Dieses Gerät trennt dann bei Stromausfall die vorher definierte wichtige Stromkreise vom Netz ab und versorgt sie aus dem Speicher. Wenn nun an einem der Stromkreise die Brennstoffzelle hängt, dann sieht die gar nicht, dass es zu einem Netzausfall gekommen ist, weil sie immer nur auf das lokale Netz des Inselnetzwechselrichters schaut, was einen normalen Eindruck macht.


    Gruß,

    Gunnar


    Wie dynamisch kann diese Regelung sein? Ich kenne meinen Verbrauch zu jeder Sekunde, wenn die Regelung das erlaubt dann könnte ich also sekündlich neue Sollwerte vorgeben. Das macht aber natürlich immer nur dann Sinn wenn die Regelung entsprechend schnell reagiert (was ich mal vorsichtig bezweifle).

    Die BlueGen-15 ist eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die "Keramik-Kacheln" nutzt, die bei hohen Temperaturen um 800°C für Sauerstoffionen durchlässig werden. Das ganze funktioniert zudem mit Gasströmen, die man nicht im Sekundentakt, so wie beim Automotor, ändern möchte, weil sich damit auch die Temperaturverteilung im Stack ändert, wenn nun plötzlich viel kalte Luft durchgeblasen wird (ja ich weiss, dass die vorgewärmt wird, aber trotzdem). Daher darf man bei den SOFCs im Allgemeinen nicht davon ausgehen, dass sie ad hoc auf Steuerbefehle reagieren können und sollten (Stichwort Lebensdauer). Rechne lieber mal mit Viertelstunden statt mit Sekunden. Somit kann man den Tageslastgang grob nachfahren, also ein Mittellastprofil, aber nicht jeden Schaltvorgang eines größeren Verbrauchers wie den Herd kompensieren.


    Gruß,

    Gunnar


    ein 1-phasiges Gerät handelt. Das ist für den normalen Betrieb nicht weiter schlimm, ein Zähler zählt ja die Summe über alle Phasen und der Speicher würde (wenn er auf 3 Phasen gleichmäßig bezieht) teilweise aus dem Netz geladen werden während der BlueGen dieselbe Leistung (auf einer Phase) einspeist und der Zähler bleibt stehen ( denn er sieht L1 = 500W, L2 = 500W, L3 = 500W - 1500W = -1000W, also L1 + L2 + L3 = 0W).

    Du willst einen schieflastfähigen, symmetrierenden Wechselrichter kaufen.
    Oder du klemmst den ganzen Haushalt - zumindest die "roten" Steckdosen, die im Netzausfall weiterversorgt werden sollen - auf eine Phase um. In vielen anderen Ländern Europas und auch in den USA ist es üblich, das Haushalte nur eine Phase haben. Dreiphasiger Anschluss für Kleinverbraucher ist schon Luxus.


    Gruß,
    Gunnar


    Zitat

    Ich hatte neulich ein netzseitiges Problem bei welchem auf L1, L2 und L3 die gleiche Phase im Haus ankam. Gemerkt haben wir das auch nur, weil die Drehstrom Durchlauferhitzer nicht mehr funktionierten.

    Ich denke einem Durchlauferhitzer ist das völlig egal ob Drehstrom oder alle Phasen gleich.

    Das hängt davon ab, ob das Drei-Phase-Gerät im Stern oder Dreieck geschaltet ist. Bei einer Sternschaltung ist es in der Tat egal, wie die Phasen zu einander in Phase laufen (L-N mit 0° alle in Phase oder mit 120° L1-L2-L3). Bei der Dreieckschaltung nutzt man ja die um Wurzel 3 erhöhte Spannung zwischen zwei Phasen. Wenn das nun aber plötzlich alles drei mal dieselben Phasen sind, dann gibt's auch keinen Spannungsunterschied mehr zwischen Phase 1 und 2 oder 2 und 3 oder 3 und 1.


    Hast Du dass auch mit einem Messgerät überprüft oder war es nur der Ausfall des Durchlauferhitzers? Das müsste nach meiner Einschätzung eine Bastelei des Netzbetreibers gewesen sein, wo er temporär Phase 2+3 auf 1 verlegt hat, um auf den spannungslosen Strängen irgendwelche Wartungsarbeiten im NS-Netz durchzuführen.

    Zitat

    Dem Durchlauferhitzer vielleicht, dem Neutralleiter der den 3-Fachen Strom tragen muss eher weniger.

    Ich vermute, dass dies in einer lastschwachen Zeit passiert ist, wo also noch Luft nach oben war. Das mit dem Neutralleiter - es gibt dreiphasige Kabel mit N der genauso kräftig ausgelegt ist, wie die L-Leiter und es gibt "Sparkabel" wo der N dünner ausgelegt ist, weil ja das System bitteschön symmetrisch sein sollte - führt im Zuge von dezentralen Einspeisungen (1 phasig) und großen einphasigen Lasten (E-Fahrzeuge) bei manchen Verteilnetzbetreibern zu Sorgen, weil man sich vor Jahrzehnten für die Sparversion entschlossen hat und nun bei vermehrter Schilflast (besser: Asymmetrie) Angst hat, dass die N-Leiter durchschmoren.


    Gruß,

    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

    6 Mal editiert, zuletzt von gunnar.kaestle () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von gunnar.kaestle mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Nun meine Frage: Soll ich einen Heizstab ( 3 KW) in meinen Schichtspeicher einbauen oder eine weitere Stromspeicher Erweiterung durchführen.

    Ab dann wäre der Heizstab nur noch ökologisch unsinnig, ökonomisch vielleicht nicht mehr.

    Full ACK. Man darf nicht vergessen, dass der energetische Wirkungsgrad von 100% eigentlich nichtssägend ist.

    Vgl.: Energie - Wie verschwendet man etwas, das nicht weniger werden kann? (Buch zum Film)


    Meistens meinen wird die Exergie gemeint, wenn wir von Energie sprechen. Exergie kann weniger werden, und wenn man elektrische Energie (100% Exergieanteil) in 60°C warmes Wasser wandelt, dann haben wir 1-T_unten/T_oben = 1 - (273+0) / (273+60) = 18% des Eingangswertes übrig, d.h. es sind über 80% Verluste festzustellen.


    Eine Strom-zu-Wärme-Wandler ist nur dann sinnvoll, wenn man ihn kaum benutzten möchte und ihn aber gerne für seltene Überschussspitzen vorhalten kann, weil er zumindest besser ist als das Abregeln (100% Verlust) und relativ billig in Bezug auf die Investsumme ist. Für einen dauerhaften Einsatz lohnt es sich, nach Alternativen mit geringeren exergetische Verlusten zu schauen.


    Gruß,

    Gunnar


    So nocheinmal zur Sache, ich habe ein Tagesverbrauch von ca. 36 KW das sind ca. 13000Kw Verbrauch im Jahr. Gasanschluss vorhanden. Jetzt möchte ich gerne ein Blue Gen BG 15 verbauen lassen. Ich habe eine Solaranlage von 10 KWp mit einen E3 DC Speicher (13,8 KW). Da der Blue Gen mit 1,5 KW ca. 13000 KW im Jahr erzeugt und meine Solaranlage 8700 KW erzeugt habe ich ca. 21700 KW zur verfügung.

    Jetzt meine Frage: Ist es wirkungvoll einen Heizstab (3KW) einzubauen oder eine Speichererweiterung.

    Tagesverbrauch: Du meinst wahrscheinlich 36 kWh = 36 Kilowattstunden als elektrische Arbeit und nicht 36 Kilowatt, was eine Leistung ist.

    Wann wurde die Solaranlage errichtet? Läuft sie in Überschusseinspeisung oder Volleinspeisung?

    Mir ist nicht ganz klar, was die 13.000 kWh sind - der Strombezug aus dem Netz?

    Wie groß ist der Wärmebedarf des Gebäudes (Baujahr?). Wird Warmwasser über die Heizung gemacht oder per Durchlauferhitzer?

    Zitat von Dachsfan

    Elektroenergie-Speicher: Ökologisch macht es auf jeden Fall Sinn, Ökonomisch ist es spekulativ.

    Dass ein Kleinspeicher ökonomisch auf der Kippe steht, sehe ich auch so. Der finanzielle Mehrwert ist bisher vor allem in DE darauf zurückzuführen, dass man etwa ein schwarze Null schafft, und dies vor allem an der Gestaltung der Abgaben, Umlagen und Steuern liegt, also einer Umsymmetrie zwischen Bezug und Einspeisung. Sobald das durch dynamische Ausgestaltung der AUS-Komponenten korrigiert wurde, ist der massive Vorteil perdu, und man wird das eher nur noch mit Soda-Speichern, also dem eigenen Fuhrpark an E-Autos machen.


    Ökologisch ist es heute nicht unbedingt ein Vorteil, da ein Speicher den Lastgang vergleichmäßigt und somit Grundlastkraftwerken das Leben einfacher macht. In Woche 17 sieht man bei Auswahl der Zeitreihen für Braunkohle, Wind und Solar, dass an etlichen Tagen, die Braunkohle von maximal 13-14 GW am frühen Nachmittag auf 9 GW und weniger runterregelt. Wenn man nun großflächig mit Speichern den Tageszyklus (heute - in 20-30 Jahren sieht das anders aus) egalisieren würde, wären die BK-Kraftwerke nicht so stark von den Mittagseinbrüchen betroffen. Zudem darf man nicht vergessen, dass Speicher zur Herstellung auch Energie (genauer Exergie) brauchen, die Standford Universität hat dazu den Kennwert ESOI = Energy Stored on Energy Invested erdacht, also das Verhältnis von Energiedurchsatz während der Speicherlebensdauer zu kumulierten Energieaufwand. Batteriespeicher sehen im Vergleich zu den unsexy mechanischen Großspeichern aufgrund der überschaubaren Zyklenzahl von Batterien nicht so gut aus. Zudem haben auch elektrische Energiespeicher Verluste, die höher sind als die Netzverluste beim Transport zur nächsten Senke. Daher sollte man das geplante Geld für einen stationären Batteriespeicher besser für was anderes Ausgeben, also entweder eine größere PV-Anlage auf dem eigenen Dach, einer Beteiligung an einer Bürgerwindanlage oder für ein E-Auto.


    Gruß,

    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

    3 Mal editiert, zuletzt von gunnar.kaestle () aus folgendem Grund: Autokorrektur von Exergie auf Energie korrigiert.

  • Hast Du dass auch mit einem Messgerät überprüft oder war es nur der Ausfall des Durchlauferhitzers? Das müsste nach meiner Einschätzung eine Bastelei des Netzbetreibers gewesen sein, wo er temporär Phase 2+3 auf 1 verlegt hat, um auf den spannungslosen Strängen irgendwelche Wartungsarbeiten im NS-Netz durchzuführen.

    Ich habe natürlich erst selbst gemessen bevor ich den Energieversorger über das Problem informiert habe.

    Die Leute vom Versorger waren dann auch, vermutlich wegen der Nullleiter-Thematik, sehr schnell vor Ort und nach Deren Vermutung sollten wohl an der Schadstelle die drei Aussenleiter miteinander verschmolzen sein und sie würden diese Stelle jetzt suchen gehen.