Angebot für BlueGen BG-15 Brennstoffzelle

  • Das ist jetzt wohl eine Frage, was "Gasheizkessel verdrängen" bedeutet. Wenn man es im Sinne von "es gibt dann keine Gasheizkessel mehr" versteht, dann wird das vermutlich auf absehbare Zeit nicht passieren. Wenn man es so versteht, dass ein nennenswerter Anteil am Markt verdrängt wird, dann denke ich schon dass das passieren wird. Die Frage ist nur, wann und wie groß der Anteil über die Zeit werden wird.

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    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • @ Bluwi ich denke es ging um den Monovalenten Betrieb und die unzureichende Heizleistung einer BSZ. Dein Gedanke ist aber schon interessant, BZS und WP zusammen könnte wirklich mal kommen, ist aber noch ein weiter weg für den Massenmarkt. Würde man das Konstrukt um die KWK Vergütung ändern wäre es sicher auch denkbar wenn der eine Nachbar das eine und der andere das andere hat. So käme beides auf vernünftige Laufzeiten. Wobei da vielleicht ein BHKW mit Motor besser geeignet wäre.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Wobei da vielleicht ein BHKW mit Motor besser geeignet wäre.

    Das Konstrukt >Stromerzeuger + WP< ist natürlich nicht neu und es gibt ja auch Leute, die BHKW + WP fahren, aber der Gesamtwirkungsgrad ist natürlich bei der BSZ+WP immer höher.


    Beispiel: Vergleich BHKW mit el. 30% und Wärme 65% gegenüber BSZ el. 60% und Wärme 25%.

    Dann nimmst Du die Hälfte des Stroms in die WP mit Heizzahl 3. Schwups hast Du 25% + 90% = 115% Wärme gegenüber den 65% des BHKW und noch immer den gleichen Stromertrag. Und wenn ein Pessimist nur eine Heizzahl von 2 rechnen will (da kannst Du mit der WP bei -10° noch WW mit 70° produzieren), dann hast Du noch immer mehr Wärme.

    Der Hauptvorteil ist aber der „Spielraum“ in dem sich das Gesamtsystem bewegen kann von >fast keine Wärme< bis >nur Wärme<. Das ist auch noch keine eierlegende Wollmilchsau, weil der BSZ (jedenfalls Stand heute) Schwächen bei der Modulation hat, aber der Anwendungsbereich bzw. die Betriebszeit wird damit erweitert. (mho)

    Klar, bei heutigen Preisen der BSZ ist das Traumwelt.

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  • aber der Gesamtwirkungsgrad ist natürlich bei der BSZ+WP immer höher.

    Aber nur wenn die Anlagentemperaturen niedrig genug sind, sonst schafft die BSZ das bei kalten Temperaturen nicht mehr und die WP muss in bescheidenem Wirkungsgrad arbeiten. In deinem Beispiel fällt mir nur die Bluegen ein, und die macht halt recht wenig Wärme, was bei alten Heizkörpern und -10 Grad nicht ausreichen dürfte wenn nicht noch eine 3. Spitzenlastquelle vorhanden ist. Kar im Neubau sieht es anderst aus, aber da bleibt noch das Thema das die Bluegen durchlaufen muss. Natürlich alles nur aktueller Stand und modulieren nicht berücksichtigt weil mir da zu viele ? in Bezug auf Haltbarkeit und Kosten pro kWh (kein flexibler Wartungsintervall) sind.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Mit der elektrischen Leistung der aktuellen BSZ würdest du in Kombi mit WP aber deutlich im Strom zukauf liegen.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Verdrängen kan eine BSZ "einen normalen Gasheizkessel" nicht. Nur sinnvoll ergänzen. Denn die BSZ Heizleistung ist als voller Heizungsersatz zu gering. Wenn in einem Haus 15 kw Heizleistung angefordert werden, kann das die BSZ nicht.

    Kommt darauf an, weil das eine rein ökonomische Frage. Warum wird in dem Haus 15 kW Heizleistung gebraucht? Ist das eine Dauerleistung, die während einer Kältewelle dauerhaft abgefragt wird, oder ist das eine Spitzenbelastung, die morgens ein, zwei Stunden anliegen, um das Gebäude aus der Nachtabsenkung hochzuheben?


    Für letzteres hilft

    a) ein Wärmespeicher und

    b) die Nachtabsenkung schon schrittweise vor dem Aufstehen zu deaktivieren (damit wird das Gebäude selbst als thermischer Speicher bewirtschaftet).


    Das ist ökonomisch wie technisch sinnvoll, weil die KWK-Wärme einen Primärenergiefaktor kleiner 1 hat. Ein Mini-BHKW in der 20 kW Brot-und-Butter-Klasse mit einem η_el = 30% und einem η_th = 60% liefert Wärme mit sagen wir mal 60°C/40°C. Das ergibt dann einen runden Carnot-Faktor η_c = 1 - 273/(273+50) = 0,15. Damit ist der Wirkungsgrad bzgl. der Exergie (die keine Erhaltungsgröße wie die Energie ist) η_x = 30% + 0,15*60% = 39%. Der effektive Wirkungsgrad der Stromerzeugung liegt damit bei (aufgerundet) 40%; der Primärenergiefaktor des Stromes kommt auf PEF_el = 1/0,4 = 2,5. Somit werden für die 30 Einheiten Strom 75 Einheiten Brennstoff benötigt. 25 Einheiten Gas werden der Wärme zugeordnet, d.h. der "virtuelle Kessel" als thermische Scheibe im KWK-Prozess kommt auf einen Wirkungsgrad von (60 W raus)/(25 G rein) = 240 %, so ähnlich wie eine gute Gaswärmepumpe.


    Somit ist KWK-Wärme deutlich billiger als Kesselwärme. Während der Kessel mit 10% Verlusten und 6 ct/kWh auf 6,6 ct/kWh Wärmekosten kommt, wird beim BHKW mit obigen Beispieldaten Wärme zu 6/2,4 = 1/0,4 = 2,5 ct/kWh anteiligen Brennstoffkosten produziert. Daher ist ein Wärmespeicher sinnvoll, um das Zünden den Spitzenlastkessels zu verhindern. Man kann auch die Nachtabsenkung verringern, bzw. über einen gewissen den Zeitraum das Hochfahren aus der Absenkung gestalten, um den Spitzenbedarf eines Hauses zu minimieren.


    Gruß,

    Gunnar

  • Guten Morgen,


    ich verfolge schon einige Zeit das Thema BSZ, habe auch schon ein Angebot von der PT2 vorliegen. Jetzt möchte ich mal die Bluegen BG-15 durchrechnen lassen. Hier ist das gleiche Grundproblem wie bei der PT2, dass die Erfahrung bei den lokalen Unternehmen begrenzt ist.


    Ich habe gelesen das die BG-15 (als Beistelllösung) unabhängig von dem Wärmebedarf agiert und das 24/7. Natürlich wäre eine Nutzung der Wärme wünschenswert und sollte im Sommer für ein normalen 4 Personen Haushalt das Brauchwasser versorgen.


    Nun kam die Aussage des Handwerkers das die BSZ im Sommer wenig Betriebsstunden hat, weil der Wärmebedarf gering ist. Das sollte man doch zu der PT2 separiert betrachten, oder?


    Ich benötige Erfahrungen gerne auch von den BG-0 Betreibern zu den Thema.


    danke!


    Mfg

    danmac

  • Hallo danmac.


    bei mir wird gerade der BG-15 eingebaut und ich kann daher noch nicht über Erfahrung im Betrieb berichten.


    Allerdings stimmt die Aussage deines Handwerkers auf keinen Fall. Der BG-15 sollte, nein muss, 24/7 durchlaufen.


    Bei mir wird die Wärme über eine zweite Wendel des 300l Warmwasserspeichers genutzt. Wenn ich mich richtig erinnere, würde es aber auch ausreichen ihn nur mit Kaltwasser zu versorgen. Die Wärme des BG nicht zu nutzen, ergibt aber keinerlei Sinn.


    Gruss cmoehler

  • Ich hab mir dazu mal nen Vortrag gegönnt. Die 24/7 klingen ja erstmal gut. Was mir aber missfällt ist, daß die unnötige Wärme im Sommer durch den Kamin entsorgt wird. Das widerspricht den Grundlagen der KWK Nutzung.

    Zudem ist die Vollwartung mit derzeit 600€/Jahr teuer. Bei Viessmann bekommt man für den etwa gleichen Preis den VoWa Vertrag für die PT2, also mit Gasbrennwert und WW.

  • Nun kam die Aussage des Handwerkers das die BSZ im Sommer wenig Betriebsstunden hat, weil der Wärmebedarf gering ist.

    Bei der BlueGen ist das Quatsch. Die läuft 8.760 Stunden im Jahr durch – außer wenn mal was gerichtet werden muss.

    Wenn die Abwärme (850 W) im Sommer für TWW (oder für andere Zwecke wie die Beheizung eines Koi-Teichs) abgenommen werden kann, ist es gut. Wenn nicht, geht die Abwärme halt ungenutzt über Dach.


    Möglich wäre, dass der Handwerker folgendes gemeint hat: Das aktuelle Modell BG 15 kann lt. technischen Daten bis runter auf 0,5 kW(el) modulieren. Ob die Abwärme dann auch auf ein Drittel – also knapp 300 W – zurückgeht, weiß ich nicht genau (das Datenblatt schweigt sich hier aus), aber es ist jedenfalls deutlich weniger. Sinn macht das dann (und eigentlich nur dann), wenn der Stromverbrauch über längere Zeit gering ist – z.B. während des Urlaubs. Wie die Modulation geregelt wird (ob von Hand oder nach irgendeiner Regelungs-Logik) weiß ich nicht. Jedenfalls führt die Modulation zu einem Rückgang der Vollbetriebsstunden, nicht jedoch zu einem Rückgang der tatsächlichen Laufstunden.


    Also wenn der Handwerker das gemeint hat (also dass im Sommer die Zahl der VOLLbetriebsstunden einer BG15 weniger wird bzw. weniger werden kann), OK. In allen anderen Fällen würde ich diesen "Spezialisten" lieber nicht mit der Installation einer BlueGen beauftragen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Ich hoffe mal, dass der WW-Speicher auch gut zu unserem WW-Verbrauch (4 Personen Haushalt) passt, also nicht zu klein ist und damit zu schnell durch den BG geladen ist und die Wärme dann durch den Schornstein geht. Wird sich dann ja bald zeigen.


    Zu kühles Wasser im Speicher stellt kein Problem dar, da wir im Bad, wegen sehr langer Zuleitung, einen elektrischen Durchlauferhitzer in der Warmwasserleitung verbaut haben. Die Einschalttemperatur (Warmwasser) des Gas-Brennwertgerätes wird sehr tief eingestellt werden um dadurch den Start des Brennwertgerätes im Sommer zu verhindern. Sollte das nicht wie vorgesehen funktionieren, wird der Gasbrenner im Sommer einfach ausgeschaltet. Warmwasser für die Küche kommt ausschliesslich von einem elektrischen Durchlauferhitzer.

  • Ich will den Handwerker da nicht schlecht machen, er hat gute Bewertungen in meiner Region. Es ist halt schwierig wenn die neue Technik noch nicht so vertraut ist.

    Aber auch da gilt es sich weiter zu entwickeln.


    cmoehler magst du uns mal Daten zur deiner Ausgangslage/Investition zur Verfügung stellen. Vielleicht hast du ja auch weitere Informationen zu den Wartungsvertrag bzw. was nach den 10 Jahren passiert.


    Gruß

    danmac

  • Ich will den Handwerker da nicht schlecht machen, er hat gute Bewertungen in meiner Region.

    Das ist nicht der Punkt. Die Frage ist ob er für den Einbau einer BlueGen ein Zertifikat vom Hersteller hat. Wenn nicht, kann kein Mensch von ihm verlangen, dass er über das Gerät und seine Funktionsweise Bescheid weiß. Aber dann darf er auch keines einbauen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo danmac,


    also mein Handwerker musste erst einmal 2 Schulungen (2 x halbtägiger Webcast und 1x ganztägig im Werk) von SolidPower absolvieren damit er mir die Anlage überhaupt installieren darf. So eine Aussage wie oben dürfte vom Handwerker daher eigentlich nicht mehr kommen wenn er die Schulungen gemacht hat.


    Zur Ausgangslage:
    - Haus voll unterkellert mit 350m2 WF und 95m2 NF (Keller) Bj. 1913

    - Wände und Dach sind (Gott sei Dank) nicht isoliert. Mauerstärke EG 60cm, OG 40cm

    - Viessmann Vitodens 200 Brennwertgerät

    - 34 Heizkörper (Fläche, Glieder, Röhre - alles dabei) auf 4 Etagen (inkl. Keller)

    - 1 x vollwertiges Bad, 4 x DU/WC, 1 x WC


    Da der, vom Vorbesitzer völlig vernachlässigte, Vitodens 200 am sterben war, und ich das Gerät gem. EnEV nicht einfach ersetzen konnte und auch der neu eingebaute Grundofen (ohne Wasserführung) nicht genug Wohnfläche beheizt um die EnEV Vorgaben zu erfüllen, musste eine für mich sinnvolle Lösung her.

    - Solar kam, aufgrund der Dachlandschaft, nicht in Frage.

    - Holzpellets - mit mir nicht

    - Wärmepumpe oder Motorische BHKW auch nicht wegen der hohen termischen Leistung.

    Da, wie bereits erwähnt, das Warmwasser teilweise mit geregelten elektrische DLF unterstützt wird und auch die el. Grundlast deutlich über 500W liegt, fiel die Entscheidung letztendlich zugunsten der Brennstoffzelle.


    Zur Investition:

    hierzu kann ich leider keine Angaben mache, da der Heizungsbauer aus dem Freundeskreis kommt und auch ein dementsprechendes Angebot abgegeben hat. Was den Wartungsvertrag angeht, so gehe ich einfach mal davon aus, dass da ein neuer Stack schon eingerechnet ist. Und wenn ich mir so die Stundensätze von Handwerkern anschaue, sind 600,- € ganz schnell aufgebraucht.

  • Eben.

    Für solche Geräte brauch man ne Schulung. Denn es geht nicht wie beim Kessel "verkaufen und einbauen". Man muß viele zusätzliche Vorschriften einhalten und ggf ist ein neuer Zählerschrank erforderlich. Da muß also vieles zusätzlich geklärt werden, bevor es an die Montage geht.