Knoten im Kopf oder lohnt BSZ überhaupt?

  • Bei PV ergeben sich übers Jahr wesentlich weniger Ladezyklen, bei denen die Kapazität wirklich ausgenutzt wird.

    Genau das glaube ich nicht.


    Bleiben wir beim aktuellen Beispiel. Gegenwärtig laufen beim TS mit PV allein schätzungsweise 2.000 kWh im Jahr über den Speicher. Mit einem 12 kW Speicher sind das knapp 170 Vollzyklen.


    Mit Brennstoffzelle kann man davon ausgehen, dass fast kein PV-Strom mehr über den Speicher läuft. Die 2000 kWh müssten also allein durch Verbrauchsspitzen (Verbräuche oberhalb der 1,5 kW BZ-Leistung) erzeugt werden. Die Waschmaschine ist dafür ein gutes Beispiel (unsere zieht in der Heizphase 2,5 kW). Aber um auf 2000 kWh/Jahr zu kommen, müssten solche Verbrauchsspitzen ca. 5,5 kWh pro Tag ausmachen. Das wären z.B. 5,5 Stunden täglich mit einem Durchschnittsverbrauch von 2,5 kW. Und das bei einem Gesamtverbrauch von 6.000 kWh/Jahr.


    Ich vergleiche das mal mit den Zahlen aus unserem Zweifamilienhaus, die ich vor dem Einbau des BHKW ermittelt habe. Unser Gesamtstromverbrauch lag damals bei 7.000 kWh/a und damit ca. 15% höher als im Haushalt des TS. Im Winter waren es ca. 22 kWh am Tag, in der Übergangszeit ca. 19 kWh und im Sommer ca. 17 kWh. Verbrauchsspitzen gab es im Sommer dreimal am Tag je eine Stunde (Verbrauch im Schnitt ca. 1,5 kW), in der ÜZ zweimal eine Stunde (ca. 1,5 kW) und einmal drei Stunden (ca. 1,7 kW), im Winter zweimal eine Stunde (1-1,5 kW) und einmal sechs Stunden (ca. 1,7 kW): Siehe rote Balken in den angehängten Diagrammen (Verbrauchszahlen jeweils Stundenmittel, nachts Mittel 24:00h-06:00h).


    Mit einer hypothetischen BlueGen und einem hypothetischen 12 kWh Stromspeicher wären damit im Schnitt gerade mal 600 kWh pro Jahr über den Speicher gelaufen. Wahrscheinlich hätte auch ein 3 kWh-Speicher genügt, um fast 100% Autarkie zu erreichen.


    Mit unserer PV (8,45 kWp und damit 15% kleiner als beim TS) kamen wir damals auf ca. 2.100 kWh Direktverbrauch. Ein 12 kWh Stromspeicher hätte bei uns rechnerisch (einschl. 10% Speicherverlusten) weitere 3.000 kWh Direktverbrauch gebracht, was etwa 250 Vollzyklen entspricht. Die 12 kWh Kapazität wären dabei von März bis Oktober jeden Tag zu 75-100% ausgenutzt worden, in der restlichen Zeit nur deshalb nicht, weil die PV-Erzeugung zum Laden nicht gereicht hätte.


    Fazit: Mit PV-Anlage plus Speicher wären jedenfalls in unserem Haus (zwei Parteien mit 7000 kWh Verbrauch und normalem Haushalts-Verbrauchsprofil) ca. fünfmal so viel Strom über den Speicher gelaufen als mit einer hypothetischen BlueGen plus Speicher.

  • Aber Autarkie ist doch da noch lange nicht erreicht. Da bräuchte ich doch noch zusätzlich die Möglichkeit, mich auf Inselbetrieb umzuschalten. Oder ist das automatisch inbegriffen?

    Insel höchst warscheinlich nicht, aber Notstromfunktion sollte der Tesla schon haben. Wobei dir ne echte Insel eh nichts nützt denn wenn du mehr als Notstrom brauchst, ist dein Problem die Stagnation der Gasversorgung.


    Mit Brennstoffzelle kann man davon ausgehen, dass fast kein PV-Strom mehr über den Speicher läuft. Die 2000 kWh müssten also allein durch Verbrauchsspitzen (Verbräuche oberhalb der 1,5 kW BZ-Leistung) erzeugt werden. Die Waschmaschine ist dafür ein gutes Beispiel (unsere zieht in der Heizphase 2,5 kW). Aber um auf 2000 kWh/Jahr zu kommen, müssten solche Verbrauchsspitzen ca. 5,5 kWh pro Tag ausmachen. Das wären z.B. 5,5 Stunden täglich mit einem Durchschnittsverbrauch von 2,5 kW. Und das bei einem Gesamtverbrauch von 6.000 kWh/Jahr.

    Ja und davon muss man noch die Zeiten in denen die Sonne scheint abzeihen. Neben der Autoladerei fällt mir da nur das große Weihnachtsessen ein, als Gelegenheit hier mehr als einige 100 Watt über den Tag durch die Batterie an EV erhöhung zu haben.


    Aber das muss es sich auch gar nicht. Sonst gäbe es weder PV noch Tesla im Haus. Bin ja auch ein bisschen Technik Freak. Nur sollte das alles in einem Rahmen bleiben, dass man sich das auch leisten kann. Und ~15 EUR im Monat ist mir die CO2 Einsparung sicher wert.

    :thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup: schon der 2. in kurzer Zeit der auch bereit ist in einem gewissen Rahmen was draufzulegen wenns gut fürs Klima ist! Respekt, Hut ab! Find ich Toll!

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

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  • Mit einer hypothetischen BlueGen und einem hypothetischen 12 kWh Stromspeicher wären damit im Schnitt gerade mal 600 kWh pro Jahr über den Speicher gelaufen

    Deine Rechnung hat den Pferdefuß, dass die BlueGen für den Zweck um den Faktor 2 Überdimensioniert ist. Eine sinnvolle Situation kann natürlich nur dann entstehen, wenn der Bedarf deutlich über der Gesamtproduktion einer BlueGen liegt. Und natürlich macht der Speicher nur dann Sinn, wenn der EV nicht sowieso über die Grundlast eingefahren werden kann.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Moin Berni,


    Ja, es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen Brennstoffzelle und Motor-BHKW.


    Für Letztere – also z.B. für das NeoTower, und auch für die noch laufenden Stirling-Geräte – wird die Erstattung nach § 53a EnergieStG geleistet. Hier greift entweder die Teilerstattung nach Abs. 1 (EUR 4,42/MWh) oder die "Vollerstattung" nach Abs. 6, wo aber dann die Förderung gegengerechnet wird.


    Die Erstattung für Brennstoffzellen erfolgt hingegen nach einem anderen Paragraphen, nämlich § 47 Abs. 1 Nr. 3 EnergieStG. Frag' mich nicht warum das so ist, aber jedenfalls erfolgt hier keine Anrechnung der Förderung, weil sich die diesbezügliche Regelung in § 53a Abs. 8 EnergieStG ausdrücklich nur auf § 53a Abs. 6 bezieht. Der Antrag beim HZA ist auch auf einem anderen Formular (lt. Viessmann Nr. 1103) zu stellen, und dann gibt's die vollen EUR 5,50/MWh zurück.


    Das gilt für alle am Markt befindlichen Brennstoffzellen, insbesondere also für die Vitovalor und andere Geräte mit der Panasonic-BZ, sowie für die BlueGen.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Sehr, sehr seltsam, das ganze.


    Nachdem mir Thomas Deus, aka Hans_Dampf, ein unverbindliches Angebot über besagte BlueGen BG0 gemacht hatte und ich das (ebenso unverbindlich) angenommen hatte, habe ich einen Bogen für den Energieberater Sunshine von ihm erhalten und ausgefüllt um die Förderung zu beantragen.


    Die weiter oben im Thread gemachte falsche Überlegung hat er dann zum Anlass genommen, alles zu canceln und Sunshine abzublasen. Das habe ich allerdings erst heute erfahren, als ich nachfragte, wann es denn weitergehe.


    Ob Solidpower über einen solchen Vertriebspartner sehr glücklich ist?


    Er nehme hier auch nicht mehr teil, weil lauter "wahnsinnige, ahnungslose Narren in diesem Irrenforum" unterwegs seien und mir die BSZ ausgeredet hätten. Soviel zur Wahrheitsliebe des Guten...


    Klasse, wenn einen schon der erste potentielle Partner bei der Unternehmung BSZ dermaßen im Regen stehen lässt. Mal sehen, was der große Tiergarten vom Lieben Gott sonst noch so zu bieten hat.

    Einmal editiert, zuletzt von pgruen () aus folgendem Grund: nicht Buderus muss es heißen sondern Solidpower