Knoten im Kopf oder lohnt BSZ überhaupt?

  • Moinsen,


    vorneweg die Daten


    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: ~ 6.000 kWh plus ~4.000 Elektroauto ab 05.2020

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 42.000 kWh Erdgas


    PV installiert seit 2018, 10 kWp Ost/West

    Mit Teslaspeicher 68 % Selbstbestromung in 2019


    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: Erdgas

    Alter und Typ der der Heiztechnik: Gastherme AT geführt

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: nein

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: 60 l

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: Gasheizung

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: nein

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: nein

    Temperaturen der Heizkreise: 65 VL

    Art der Heizkörper: Wand


    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 160 m2 5 Bewohner

    Art und Baujahr der Immobilie: EFH 1954

    Erfolgte Modernisierungen: Dach gedämmt in 2016, Mauerwerk ausgeblasen 01.2020

    Weitere geplante Modernisierungen: -

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: nein, lediglich Dachdurchführung Anbau

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: ja

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: nein



    Jetzt rechne ich hin und rechne her, weiss nicht mehr wer

    ich bin, das ist dumm, bumm.


    Angeblich rechnet sich eine Brennstoffzelle. z.B. buderus blueGen ab 8.000 kWh/a, bei meinen bald 10.000 kWh/a mit Elektroauto sollte das hervorragend sein.


    Wenn ich das selber rechne, komme ich da auf andere Ergebnisse. Hier meine Tabelle:


    Stimmt irgendwas grundlegendes an meinen Eckdaten nicht?

    Grob: 27 TSD für die BSZ, 6 TSD Installation, 7 TSD Vollwartung, Förderung 12,5 Tsd


    Bleiben 28 Tsd an Kosten für die Anlage


    Eingespeister Strom trägt den dafür verwendeten Gasverbrauch, eine kWh selbstproduziert kostet also etw 8 Ct.


    Eine kWh vom Versorger kostet etwa 28 Ct.


    Wenn ich die 5600 kWh netzbezug durch BSZ Strom ersetze spare ich 1100 euro/a an Strom


    600 Watt Abwärme zu 80% genutzt ersparen mir 200 € Gasbezug/a


    Bleiben 1300 Ersparnis / a


    Gegen 2.800 Euro Kosten der Anlage / a auf 10 Jahre gerechnet.


    Wo ist der Fehler?


    Umsatzsteuer habe ich weggelassen, das Geschäft wird vom FA stillgelegt, keine Gewinnabsicht erkennbar.


    Bitte nicht falsch verstehen: Ökologisch halte ich das BHKW für das einzig vertretbare Konzept, jetzt mit Klimaausgleichsgas, mittelfristig mit PtG Methan/H2 Gemisch.

    Aber das muss man sich als 5 köpfige Normalofamilie auch leisten könnenwollen.


    Liebe Grüße


    Peter

    Dateien

    • BSZ.xlsx

      (11,72 kB, 8 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    2 Mal editiert, zuletzt von pgruen () aus folgendem Grund: OK, MWSt Erstattung durch FA vergessen. Aber die werden doch nach kürzester Zeit Liebhaberei unterstellen und die Erstattung zurückfordern, oder?

  • Dein geschätzter EV ist falsch und du musst die PV berücksichtigen. Wie hoch ist denn bei der PV die Einspeisevergütung? Dein KWK Strom verdrängt deinen PV Strom, so dass du mit der Vorhandenen Batterie wohl eher 80% EV aus der BSZ hast und nahe 0 EV aus der PV. Auch kann ich deinem Rechenweg nicht ganz folgen und glaube das du für dein Eingespeisten Strom die Vergütung vergessen hast. Weiterhin scheint der Preis für die BSZ recht hoch. Lass dir doch noch ein 2. Angebot machen. Die Solidpower Bluegen kostet z. B. 21000 Brutto siehe


    https://www.ebay.de/itm/Brenns…17-500-Euro-/223794002592


    evtl. 25000 siehe Thema:


    Angebot für BlueGen BG-15 Brennstoffzelle


    Das sind dann schon mal / 10 Jahre mindestens 300 € p. A. weniger.

  • Wo ist der Fehler?

    Zu dem Thema gab es erst kürzlich hier eine mehr als hitzige bis unerfreuliche Diskussion. Eigentlich schäme ich mich im Nachhinein, mich daran beteiligt zu haben und frage mich, ob man einen solchen Link überhaupt weitergeben sollte, aber er zeigt auch, mit welchen Argumentationsketten gearbeitet werden kann und das dürfte für Deine Beurteilung der Sachlage hilfreich sein. Den Umgang dort solltest Du am besten übersehen (überhören), aber da dürften alle Aspekte des Themas aufgeworfen worden sein.


    Der Link gibt meines Erachtens eine brauchbare Zusammenstellung eines sinnvollen Rechenwegs wieder. Die Zahlen musst Du individuell für Dich einsetzen.


    Was soll nach dem Dachs kommen? NeoTower?



    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Auf der Suche nach Intelligenz sind alle Teleskope von der Erde weg gerichtet. Nicht ohne Grund!

  • Oder das neue Thema, aus dem geht ja z. B. hervor (Zahlen müssten noch geprüft werden) ab welchem Angebotspreis das ganze bei 100 % EV Sinn macht. Evtl. wenn mir jemand sagt das die Zahlen dort passen mach ich mal ne Tabelle ab welchem EV welcher Investitionsbetrag noch ok ist um bei 0 rauszukommen. Nur bevor ich mir die Mühe mache möchte ich die aktuellen Zahlen kritisch geprüft haben ;)

  • Jupp, das verlinkte Thema hatte ich schon gelesen, wie soviel anderes hier.


    immer wieder habe ich hier die unwidersprochene Aussage gelesen, dass die Einspeisevergütung den Gasverbrauch deckt. Das war die Grundlage meiner Überlegungen.


    Wenn ich dann 0,6 Wirkungsgrad elektrisch annehme komme ich bei einem Gaspreis von 0,0452 €/kWh auf etwa 0,08 €/kWh Einspeisevergütung bzw Gaskosten. Daher diese grobe Annahme in meiner Tabelle. Das war Blödsinn. Gebe ich gerne zu. Der braucht 2,5 kWh Gas um 1 kWh trom zu Produzieren. Also muss ich mit 0,113 €/kWh Einspeisevergütung rechnen.


    Das bedeutet, grob, dass ich bei EV 0,167 €je kWh gegenüber dem Netzbezug einspare.

    Diese Einsparung und 0,6 kW Wärme müssen dann wohl ausreichen um die Anlage innerhalb 10 Jahren (Garantie/Vollwartungsdauer) zu finanzieren.

    Nächster Fehler: Die Einspeisevergütung des nicht selbst genutzten Stromes vergessen. Kinkerlitzchen.:-)) : Etwa 678 €/a


    Das verlinkte BG aus eBay bezieht sich auf den Preis inkl. Förderung und Installation im Raum S und ist nicht mehr verfügbar. Bei mir müsste definitiv ein neuer Elektroschrank (~3000) an die Wand und ein 600 L Wärmespeicher gesetzt werden. Wie die das dann realisieren wollen? Muss da mal anfragen, was die für das Gerät alleine, brutto haben wollen.


    Wenn "die da"

    ...

    https://www.ebay.de/itm/Buderu…6ae8c2:g:a~wAAOSwGTVdcPe-

    ...

    das tatsächlich wie im Angebotstext angedeutet inkl. Wartungsvertrag anbieten...


    Das mit der Einspeisung müsste ich doch so gestalten, dass vorrangig die PV einspeist (0,10 € netto bzw 0,119 Brutto /kWh). Oder ist da wieder ein Fehler?


    Habe meine Tabelle mal aktualisiert. Würde jetzt bei 226 Verlust per annum liegen. Sieht ja doch deutlich anders aus.

    Wie ist die 3.600 € Bafa Geschichte zu verstehen von der ich gelesen habe ohne es zu kapieren?


    Ich habe in die Tabelle mal einen Rabatt eingebaut. Wenn man an dem spielt kann man sehen, ab wann sich die BSZ (nach meiner sicher verbesserungswürdigen Rechnung) lohnen würde.

  • Moin Peter,

    Wo ist der Fehler?

    1) Gelbes Feld:


    Was hier fehlt, ist die KWK-Zulage (einmalige Pauschalzahlung) in Höhe von 3.600 EUR. Damit kommst Du mit Deiner Rechnung auf eine Investition von 24.529 EUR, oder auf 10 Jahre verteilt 2.453 EUR/Jahr.


    Ich würde aber die Kosten für den Wartungsvertrag rausrechnen und die Investition nach Förderung auf die technisch möglichen 20 Jahre verteilen. Das wären dann EUR 17.389/20= 869 EUR/Jahr, einschließlich Wartungskosten gibt das EUR 1.583/Jahr. Das Risiko dabei ist, dass die BZ vom 11. bis 20. Betriebsjahr höhere Wartungs- und Reparaturkosten verursachen könnte als die veranschlagten EUR 714 brutto pro Jahr.


    2) Blaues Feld:


    Ein Knackpunkt ist hier der Verbrauch des E-Autos. Mit Deinem Ansatz von 3.750 kWh hast Du Ladeverluste in Höhe von (750/3.750=) 20% einkalkuliert, nicht 25%, aber das kann trotzdem realistisch sein. Bedeutsamer ist die Frage, ob Du es tatsächlich schaffen kannst, die vollen 3.750 kWh aus der Brennstoffzelle zu decken. So müssten z.B. alle Ladevorgänge unterwegs oder beim Arbeitgeber aus der Kalkulation herausgenommen werden. Und wenn das E-Auto eine 40 kWh-Batterie hat und Du öfters mal mit leerer Batterie von einer Fernfahrt zurückkommst, wirst Du das zumindest im Winter (wenn die PV kaum was bringt) nicht komplett aus der BZ nachladen können - auch nicht wenn Du Deinen Tesla-Speicher noch zusätzlich ins Auto leerst.


    Ansonsten glaube ich, dass bei 9.750 kWh Gesamtverbrauch mit BlueGen + Stromspeicher 100% Autarkie schon ohne PV locker möglich sind. Die vollständige Substitution des Bezugsstroms ist also in Deiner Rechnung (vorbehaltlich der Fragen zum E-Auto) m.E. richtig angesetzt.


    Kosten für den BZ-Strom würde ich an dieser Stelle noch nicht ansetzen (siehe unten). Was in Deiner Tabelle aber noch nicht berücksichtigt wurde ist der substituierte PV-Strom. Du verbrauchst aktuell 4.080 kWh PV-Strom. Wenn Du diesen zukünftig durch BZ-Strom ersetzt, kannst Du den PV-Strom einspeisen und erhältst (bei IBN 2018) ca. 12 ct/kWh EEG-Vergütung. Das sind zusätzliche 490 EUR. Und aus der Einspeisung des überschüssigen BZ-Stroms kommen weitere (3.300*0,04=) 132 EUR. Zusammen mit den anderen Einnahmen/Einsparungen ergibt das (1.588+490+132=) 2.210 EUR im Jahr. Einschließlich Einsparung bei der Wärme (graublaues Feld, 190 EUR) kommst Du insgesamt auf 2.400 EUR Einnahmen bzw. Einsparungen, denen nun in einem zweiten Schritt die Kosten für Investition und Betrieb der Brennstoffzelle gegenüber gestellt werden müssen.


    Deine Erdgaskosten sind offenbar 4,5 ct/kWh. Die BlueGen verbraucht pro Betriebsstunde 2,8 kWh Erdgas, im Jahr also 8.700*2,8*0,045= 1.096 EUR laufende Kosten. Abzuziehen hiervon ist die Rückerstattung von Energiesteuer (EUR 5,50/MWh) mit EUR 134, so dass Erdgaskosten von EUR 962 verbleiben. Die Fixkosten (siehe oben) betragen bei einer Verteilung auf 20 Jahre einschl. Wartung EUR 1.583/Jahr. Zusammen sind das dann EUR 2.545.


    Unterm Strich ergibt sich somit - auch bei Verteilung der Investitionskosten auf 20 Jahre mit allen darin enthaltenen Risiken - ein Minus von ca. EUR -145 im Jahr. Das ist besser als die von Dir errechneten minus EUR 1.489, aber Minus bleibt Minus.


    Der wesentliche Grund dafür ist, dass bei Dir mehr als 40% des durch die BZ substituierten Stromverbrauchs auf Strom aus der PV-Anlage entfallen. Und der bringt nun mal lediglich 12 ct/kWh Ersparnis und nicht 28 ct/kWh wie der Bezugsstrom.


    Fazit: Du hast durch die PV-Anlage und den Stromspeicher Dein System bereits so stark auf Eigenverbrauchsdeckung optimiert, dass ein Grenznutzen der Brennstoffzelle auch mit E-Auto nicht mehr gegeben ist. Hättest Du den Stromspeicher weggelassen (das Ding hat doch bestimmt auch 7000 EUR gekostet), so sähe die Rechnung schon anders aus. Aber unter den gegebenen Umständen muss ich unter wirtschaftlichen Aspekten von der Anschaffung einer Brennstoffzelle abraten.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    3 Mal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Rechenfehler korrigiert

  • Wenn ich dann 0,6 Wirkungsgrad elektrisch annehme komme ich bei einem Gaspreis von 0,0452 €/kWh auf etwa 0,08 €/kWh Einspeisevergütung bzw Gaskosten. Daher diese grobe Annahme in meiner Tabelle. Das war Blödsinn. Gebe ich gerne zu. Der braucht 2,5 kWh Gas um 1 kWh trom zu Produzieren. Also muss ich mit 0,113 €/kWh Einspeisevergütung rechnen.

    Die neue Bluegen braucht 2,7 kWh Gas und erzeugt 1,5kWh Strom, Thermisch bringt sie 0,85 kWh was 0,35 kWh Verluste Richtung Schornstein bedeutet. Einspeisevergütung ist je nach Börsenpreis ca 4 ct. In den meisten Rechnungen wird nämlich die KWK Vergütung bereits als Einmalzahlung von den Investitionskosten abgezogen.

    Das verlinkte BG aus eBay bezieht sich auf den Preis inkl. Förderung und Installation im Raum S und ist nicht mehr verfügbar

    Sorry da hab ich sehr oberflächlich gekuckt.

    Das mit der Einspeisung müsste ich doch so gestalten, dass vorrangig die PV einspeist (0,10 € netto bzw 0,119 Brutto /kWh). Oder ist da wieder ein Fehler?

    Das ist Richtig jedoch kenn ich deine Vergütung nicht. Das musst selbst wissen, von der Abrechnung ablesen.

    Wie ist die 3.600 € Bafa Geschichte zu verstehen von der ich gelesen habe ohne es zu kapieren?

    Das ist die Einmalzahlung weshalbt du fürs Einspeisen nur noch den Börsenpreis bekommst.

    Fazit: Du hast durch die PV-Anlage und den Stromspeicher Dein System bereits so stark auf Eigenverbrauchsdeckung optimiert, dass ein Grenznutzen der Brennstoffzelle auch mit E-Auto nicht mehr gegeben ist. Hättest Du den Stromspeicher weggelassen (das Ding hat doch bestimmt auch 7000 EUR gekostet), so sähe die Rechnung schon anders aus. Aber unter den gegebenen Umständen muss ich unter wirtschaftlichen Aspekten von der Anschaffung einer Brennstoffzelle abraten.

    Super gerechnet. Wobei man hier eine alternative Sichtweise anwenden kann, wenn man mag. Nämlich die das man die PV separiert betrachtet, also den PV Strom der Verdrängt wird mit den Netzbezugspreis ansetzt.Dann würde sich die BSZ knapp lohnen, die PV auch, aber erst einige Jahre später.


    Die Frage ist auch was einem die Stromseitige Autarkie wert ist. Immerhin wäre man von ! kurzzeitigen ! Stromausfällen unabhängig.

  • Du hast durch die PV-Anlage und den Stromspeicher Dein System bereits so stark auf Eigenverbrauchsdeckung optimiert,

    Die Rolle des Stromspeichers würde ich so nicht unterschreiben. Es ist zwar extrem schwierig auseinander zu klauben, aber letztlich profitiert ein BlueGen doch in den PV-Pausen vom Speicher und die PV-Pausen sind recht lang. Was jetzt nicht heißt, dass ich eine BSZ empfehlen würde, weil auch die Verdrängung von PV aus dem EV Abstriche bei den Einnahmen bedeutet.

    Die neue Bluegen braucht 2,7 kWh Gas und erzeugt 1,5kWh Strom, Thermisch bringt sie 0,85 kWh was 0,35 kWh Verluste Richtung Schornstein bedeute

    Bei allen Werten ist darauf zu achten, dass der Bluegen mit dem Heizwert rechnet, nicht mit dem Brennwert.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Auf der Suche nach Intelligenz sind alle Teleskope von der Erde weg gerichtet. Nicht ohne Grund!

  • Die neue Bluegen braucht 2,7 kWh Gas

    Achtung: Das ist mal wieder Heizwert (Hi). Bezahlen muss man aber Brennwert (Hs), und dann sind es knapp 3,0 kWh pro Betriebsstunde. Dafür kriegt man neben 1,5 kWh Strom 0,85 kWh Wärme. Bezogen auf den Brennwert sind das 79,1% Gesamtwirkungsgrad.


    Der alte BlueGen braucht laut technischen Daten 2,5 kWh Erdgas (Heizwert). In Brennwert sind das 2,75 kWh. Neben 1,5 kWh Strom erzeugt er 0,6 kWh Wärme und kommt somit auf 76,4% Gesamtwirkungsgrad (Hs).

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • letztlich profitiert ein BlueGen doch in den PV-Pausen vom Speicher und die PV-Pausen sind recht lang.

    Im vorliegenden Fall ist es ja egal, da müssen wir die Dinge so akzeptieren wie sie sind. Aber für hier evtl. mitlesende Dritte würde ich gerne festhalten, dass der Nutzen eines Stromspeichers für eine BlueGen geringer ist als für eine PV-Anlage: Die BlueGen produziert – anders als eine PV-Anlage – auch nachts durch, und zwar das ganze Jahr durch. Deshalb bringt ein Stromspeicher mit einer BlueGen nur insoweit Nutzen als er gelegentliche Verbrauchsspitzen von mehr als 1,5 kW abdecken kann. Und eine PV-Anlage bringt in Zusammenarbeit mit einer BlueGen (anders als bei einem wärmegeführten BHKW, das in den Sommermonaten nur abends/nachts für den WW-Verbrauch läuft) für einen normalen Haushalt keinen zusätzlichen Beitrag zur Eigenversorgung, sondern läuft nahezu ausschließlich im Einspeisebetrieb.

    Wobei man hier eine alternative Sichtweise anwenden kann, wenn man mag. Nämlich die das man die PV separiert betrachtet, also den PV Strom der Verdrängt wird mit den Netzbezugspreis ansetzt.Dann würde sich die BSZ knapp lohnen, die PV auch, aber erst einige Jahre später.

    Man kann so rechnen, aber m.E. lügt man sich dabei in die Tasche. Ausschlaggebend für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung muss immer die jeweils anstehende Entscheidung und die Bewertung der daraus folgenden Änderungen sein. Der Anlagenbestand ist so hinzunehmen wie er ist: Bestehende Anlagen abbauen und über Ebay verklopfen dürfte i.d.R. keine wirtschaftliche Option sein. Es hat keinen Zweck, sich die neue Entscheidung schön zu rechnen. Im vorliegenden Fall steht der Betreiber mit Brennstoffzelle um 145 EUR pro Jahr (plus/minus X) schlechter da als ohne. Das muss er einfach wissen und kann dann frei entscheiden, ob ihm Aspekte wie Klimaschutz zusätzliche Kosten von 145 EUR/a (plus/minus X) wert sind.


    Anmerkung: Aus einer 10 kWp Ost/West-PV-Anlage kann ein Haushalt mit 6000 kWh Verbrauch ohne Stromspeicher grob geschätzt 2100 kWh im Jahr abdecken. Durch den Speicher erhöht sich der Verbrauch aus der PV-Anlage um weitere ca. 2000 kWh. Die Einsparung daraus beträgt (28-12=) 16 ct/kWh oder 320 EUR im Jahr vor Speicherverlusten. In 20 Jahren bringt das 6.400 EUR Einsparung minus X. Der Stromspeicher hat einschl. Einbau wahrscheinlich mehr gekostet. Also spart der Betreiber auch da sein investiertes Geld nicht binnen 20 Jahren wieder herein.


    Meiner Meinung nach gilt: Wer einen Stromspeicher betreibt, für den ist Autarkie ein Hobby, denn wirtschaftliche Gründe dafür gibt es (bislang) nicht. Und wenn Autarkie ein Hobby ist, kann man dafür – wenn einem das Spaß macht – auch weitere 145 EUR im Jahr ausgeben um mit einer Brennstoffzelle 100% Autarkie zu erreichen. Für den Klimaschutz bringt eine BZ jedenfalls mehr als ein Stromspeicher. Nur sollte man halt vor der Entscheidung die Zahlen kennen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Typo

  • In 20 Jahren bringt das 6.400 EUR Einsparung minus X. Der Stromspeicher hat einschl. Einbau wahrscheinlich mehr gekostet. Also spart der Betreiber auch da sein investiertes Geld nicht binnen 20 Jahren wieder herein.

    Von welcher Speichergröße gehst du aus? Das wären ja über 10kWh, kommt mir jetzt bisschen viel vor...

  • In 20 Jahren bringt das 6.400 EUR Einsparung minus X. Der Stromspeicher hat einschl. Einbau wahrscheinlich mehr gekostet. Also spart der Betreiber auch da sein investiertes Geld nicht binnen 20 Jahren wieder herein.

    Von welcher Speichergröße gehst du aus? Das wären ja über 10kWh, kommt mir jetzt bisschen viel vor...

    Das ist schon alles richtig angenommem. Der Tesla hat 12 kWh und hat auch über 7.000 Euro gekostet.


    Und Recht habt ihr mit der Betrachtung, dass sich das nicht alles rechnet. Schon gar nicht in den versprochenen Zeiträumen.


    Aber das muss es sich auch gar nicht. Sonst gäbe es weder PV noch Tesla im Haus. Bin ja auch ein bisschen Technik Freak. Nur sollte das alles in einem Rahmen bleiben, dass man sich das auch leisten kann. Und ~15 EUR im Monat ist mir die CO2 Einsparung sicher wert. Sollte sich der Strompreis stärker erhöhen als der Gaspreis sieht es schon wieder besser aus.


    Aber Autarkie ist doch da noch lange nicht erreicht. Da bräuchte ich doch noch zusätzlich die Möglichkeit, mich auf Inselbetrieb umzuschalten. Oder ist das automatisch inbegriffen?

  • Das wären ja über 10kWh, kommt mir jetzt bisschen viel vor...

    Mir auch, aber er spricht von einem Tesla-Speicher. Die Powerwall 2 (andere Tesla-Speicher werden m.W. nicht angeboten) hat laut dieser Quelle 13,2 kWh nutzbare Kapazität und kostet "nackt" 6.200 EUR (nicht ganz klar ob mit oder ohne Umsatzsteuer), plus 1500 bis 2900 EUR für Software und Einbau.


    Aber ich nehme an, dass im Jahr 2018 auch ein kleinerer Speicher (Powerwall 1??) einschließlich Umsatzsteuer und Einbau kaum weniger als 7000 EUR gekostet haben kann.


    Edit: Thema wurde gerade schon geklärt.;)


    Und nein, Inselfähigkeit ist nicht automatisch inbegriffen. Dazu braucht es zusätzliche elektronische Mimik, aber davon verstehen andere hier im Forum mehr als ich.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • dass der Nutzen eines Stromspeichers für eine BlueGen geringer ist als für eine PV-Anlage:

    Auch hier ist das eine Frage der Sichtweise und ich betrachte das aus einer anderen Perspektive:

    Ja, die PV gewinnt, bezogen auf ihren eigenen EV-Anteil zunächst mehr, weil sie (in aller Regel) ein bescheidenes Verhältnis von EV zur Produktion hat. Das darf aber über die absoluten Zahlen über das Jahr nicht hinwegtäuschen.


    Der gleichmäßigen Stromproduktion der BlueGen steht (in aller Regel) ein wesentlich ungleichmäßigerer Verbrauch gegenüber. Je nach Gesamtauslegung steht bei der BlueGen jeden einzelnen Tag des Jahres mindestens eine Phase von Überschuss einer Phase mit Strom-Unterdeckung gegenüber. In der Realität werden das jeden Tag auch mehrere Phasen sein (z. B. Waschmaschine ein/aus).


    Bei PV ergeben sich übers Jahr wesentlich weniger Ladezyklen, bei denen die Kapazität wirklich ausgenutzt wird.


    D. h. für mich, die Batteriekapazität wird bei der BlueGen unter dem Strich mehr ausgenutzt.


    Darüber hinaus muss man auch den Nutzen pro kWh rechnen. Die BlueGen spart mit EV einiges mehr pro kWh, weil die Vergütung schlecht ist, wenn die 3600 gezogen wurden.


    Wie gesagt: Unterschiedliche Blickwinkel – unterschiedliche Ergebnisse



    Man kann so rechnen, aber m.E. lügt man sich dabei in die Tasche.

    Ja, das sehe ich auch so. Es hilft nichts, von der linken Tasche was in die rechte zu rechnen. Dadurch wird es nicht mehr.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Auf der Suche nach Intelligenz sind alle Teleskope von der Erde weg gerichtet. Nicht ohne Grund!