Würde gern zu einer Viessmann Vitovar PT2 tauschen. Wann armotisiert sich die Anlage?

  • Bin neu im Forum und habe schon viele interessantes gelesen.

    Würde gern die alte Gasheizung durch eine moderne Brennstoffzellenheizung erneuern! Lohnt es sich?

    Danke!


    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: 5.300 kWh (inkl. E-Auto)

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 27.000 kWh


    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: Gas

    Alter und Typ der der Heiztechnik: Gasheizung, 29 Jahre alt

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: Nein, auch nicht möglich

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: nicht vorhanden

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: über Gasheizung, ca. 200 l

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: nein

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: nein

    Temperaturen der Heizkreise: 55°C

    Art der Heizkörper: alte Guss- und neue Plattenheizkörper


    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 2-4 Bewohner, knapp 200 m²

    Art und Baujahr der Immobilie: Zweifamilienhaus von 1969

    Erfolgte Modernisierungen: Anbau 1987

    Weitere geplante Modernisierungen: Heizungsanlage

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: ???

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: vorhanden

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: nein

  • Frage: Wie viel von den 5.300 kWh entfallen auf das E-Auto, und wie oft und mit welcher Leistung wird es zu Hause geladen?

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Wenn du nicht auf die Ladegeschwindigkeit angewiesen bist könnte, je nach Fahrzeugmodell, eine geringere, oder noch besser regelbare, Leistung den EV erhöhen. Bei 11 kW würdest du voraussichtlich maximal ca. 10 - 20 % Eigenstrom (KWK) tanken, der Rest käme aus dem Netz. Mit PV (mittags von April bis Okt.) wären 70 - 80% Eigenstrom denkbar, bei einer 10 kW Anlage...

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Danke für die Antwort.

    Ich hörte von einer Viessmann "Cloud" ViShare, die ähnlich eines Stromspeichers den eingespeisten Strom jederzeit zur Verfügung stellt, sogar + 20%. Wäre doch super. Oder stelle ich mir das zu einfach vor?

  • Musst du dir die Vertragsbedingungen und Kosten genau ansehen, niemand hat was zu verschenken und die mir bekannten Cloud Lösungen waren immer ein drauflege Geschäft für den Kunden.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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  • Moin Wolle,

    Für das E-Auto plane ich 1.500 kWh im Jahr

    Jährlicher Stromverbrauch: 5.300 kWh (inkl. E-Auto)

    Dann bleiben fürs Haus etwa 3.800 kWh. Damit dürfte sich selbst eine Vitovalor kaum rechnen. Eine BlueGen mit doppelter Leistung wäre völlig überdimensioniert.

    Bei 11 kW würdest du voraussichtlich maximal ca. 10 - 20 % Eigenstrom (KWK) tanken

    Nicht mal das. Selbst wenn Du immer nachts lädst, wird für die Grundlast ca. 100 Watt benötigt. Dann bleiben mit einer Vitovalor fürs Laden ca. 650 W Brennstoffzellen-Strom übrig. Bezogen auf die 11 kW Ladestrom wären das sechs Prozent. Der Rest kommt aus dem Netz. Das E-Auto bekommt also aus der Brennstoffzelle gerade mal 90 kWh im Jahr.


    Wenn Du stattdessen aus der Steckdose mit 2,3 kW "schnarch-"lädst (bei geschätzten ca. 6 kWh Ladebedarf pro Nacht ließe sich das machen), steigt der Anteil der Brennstoffzelle auf immerhin knapp 30%. Allerdings steigen bei dieser Art des Ladens auch die Ladeverluste: Um wie viel, kann man beim Hersteller erfragen. Davon hängt ab, ob eine Schnarchladung mit knapp 30% BZ-Anteil ein gutes Geschäft ist.


    Aber selbst dann halte ich eine Brennstoffzelle für grenzwertig. Ich habe mal versuchsweise die von Dir genannten Daten in meine Vitovalor-Wirtschaftlichkeits-Abschätzung eingetragen (siehe Anlage). Mit aller Vorsicht könntest Du den Break-Even irgendwann zwischen dem 16. und 20. Betriebsjahr erreichen.


    Eine PV-Anlage wäre - wenn ein geeignetes Dach vorhanden ist - wahrscheinlich die bessere Alternative. Aber auch für eine Vitovalor wäre eine PV-Anlage eine gute Ergänzung, da die Vitovalor außerhalb der Heizperiode wahrscheinlich nur ca. sechs Stunden am Tag laufen würde. Legt man (bzw. der Energiemanager) diese Stunden in den Abend, so stellt die PV-Anlage tagsüber die Stromversorgung sicher.


    Gruß, Sailor

    Dateien

    • Vitovalor.xlsx

      (132,97 kB, 23 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • In der Schätzung ging ich noch vorrangig von ner Bluegen aus.


    Mit deinem Beitrag hast du wie immer in allen Punkten recht!

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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  • Hallo "Der Dachs läuft ;)", vielen Dank für deine Anmerkungen.

    Hallo "sailor773" für deine umfangreiche Kalkulationstabelle. Werde ich in den nächsten Stunden genauer analysieren.

    Tolles und sehr hilfreiches Forum.

    Danke!

    Gruß Wolle54

  • Meiner Meinung nach passen Cloud-Konzept und Brennstoffzelle nicht zusammen. Wenn man für sich mal zusammenrechnet, was seine "Grundlast" tatsächlich ist, wird man feststellen, dass die Brennstoffzelle so gut wie nie einen nennenswerten Überschuss produzieren wird - jedefalls nicht genug, um die monatlichen Kosten der cloud zu rechtfertigen.

    Hier werden immer mal wieder Grundlasten von ca. 100 W genannt, was ich für eher unrealistisch halte. Das ist ein Idealwert, den man vielleicht bei einem optimierten Neubau und Neukauf aller dauerverbrauchenden Haushaltsgeräte erreicht. Bei Otto Normalverbraucher verbrauchen Kühl- und Gefrierschränke, Mediageräte im Standby (ich kenne niemanden, der seinen W-LAN Router auch mal abschaltet...), Smarthomegeräte, Aussenbeleuchtung, evtl. Teichpumpen, etc. weitaus mehr als diese 100 W.

    Bei einer Brennstoffzelle wäre damit ein Batteriespeicher sinnvoller (wenn er nicht so teuer wäre). Da kann ich tagsüber das bisschen Mehrstrom verbrauchen, dass ich nachts produziert habe.


    Die Cloud lohnt sich nur mit einer PV Anlage. Da kann man dann den im Sommer produzierten Strom im Winter verbrauchen.

  • Was ist an den 100 Watt auszusetzen, ich vermute mal die meisten beleuchten ihr Grundstück nicht die ganze Nacht durchgehend, Weihnachtsbeleuchtung bei einigen ausgenommen. Teichanlage ist auch nicht Standard. Ich komme (im Winter) mit allen Verbrauchern also z. B. auch 3 Heizungspumpen von denen eine recht alt ist, permanentem Standbybetrieb aller Geräte 10 Jahre alten Haushaltsgeräten einem 30 Jahre alten Gefrierschrank, Nachtlicht 5W fürs Kind, beleuchtete Standuhr fürs Ambiente (Frau) selbst wenn keiner im Raum ist, und so weiter auf ca. 170 Watt Grundlast. Es ist ja auch nicht so das Kühl und Gefrierschrankkompressor immer zur gleichen Zeit (Taktung) anspringen, etc.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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  • Hier werden immer mal wieder Grundlasten von ca. 100 W genannt, was ich für eher unrealistisch halte. Das ist ein Idealwert, den man vielleicht bei einem optimierten Neubau und Neukauf aller dauerverbrauchenden Haushaltsgeräte erreicht.

    Also wir kommen in einem 380 m2 Zweifamilienhaus (d.h. insbesondere mit insgesamt sechs Kühlgeräten mit Baujahren von 1993 bis 2011, Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder sowie Router/Telefonanlage Bj. 2003 und üblicher Komfort- und Büro-Elektronik in zwei Wohnungen, allerdings ohne Teichpumpe und ohne "Smart Home"-Gedöns) auf 250 Watt Grundlast.


    Für ein EFH setzt man normalerweise 100-150 Watt Grundlast an. Ausreißer gibt es natürlich immer.


    Klar ist, dass sich die lang laufenden Brennstoffzellen in Anwesen mit hoher Grundlast besonders gut rechnen. Aber in einem EFH ohne Koi-Teich etc. nachts und im Urlaub regelmäßig mehr als 150 Watt zu verbrauchen kommt nach meiner Erfahrung eher selten vor. Im Übrigen kann das jeder sehr einfach selbst ausrechnen, man muss nur ein paar Tage lang vor dem Zubettgehen und direkt nach dem Aufstehen die Zählerstände aufschreiben.


    Was die Cloud-Lösungen betrifft, gebe ich dessen ungeachtet heizper Recht. Soweit ich weiß, werden von den Anbietern solcher Lösungen beachtliche Grundgebühren gefordert. Für das bisschen Überschuss-Strom aus einer Vitovalor (im vorliegenden Fall gerade mal geschätzte 1.440 kWh/Jahr) lohnt sich der Aufwand bestimmt nicht.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 ()