Warum sind Holzvergaser untauglich als BHKW?

  • Turbine wäre mir Prinzipbedingt aber sympathischer, mein Spiel- und Techniktrieb wäre gleichzeitig auch noch befriedigt. =)

    Der elektrische Wirkungsgrad ist aber schlechter und kombiniert mit Holzvergaser habe ich das noch nicht gesehen auch wenn es technisch kein Thema sein dürfte

    Holzgas ist nicht sauber und das vertragen Turbinen garnicht, weil die kleinesten Ablagerungen zu Unwucht führen.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Auf der Suche nach Intelligenz sind alle Teleskope von der Erde weg gerichtet. Nicht ohne Grund!

  • Aber klar, wenn man es nicht sauber hinkriegt, ist essig mit Turbinen.

    Das ist eine Frage des Aufwandes bei der Reinigung. Jedenfalls würde ich das nur tun, wenn der Turbinenhersteller das dafür freigegeben hat. Ich hab mal was gelesen, dass jemand dran arbeitet, wüßte aber nicht, dass man es aktuell kaufen kann.

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  • E-Quad ist ja der Hersteller mit wohl am meisten Erfahrung mit kleinen Turbinen am Markt.

    Die bieten Ihre Kisten für alles mögliche an Brennstoffen an: Erdgas / LPG / Diesel bzw. Heizöl / Kerosin / Biogas


    Und wenn es für Biogas geht, dürfte es eigentlich auch für Holzgas nicht mehr allzu weit sein.


    Aber: Auch ein Motor wäre OK. Lipro oder Spanner sind aktuell so meine Favoriten.

  • Guten Tag nochmals,


    also ich klinke mich an dieser Stelle schon mal aus... Eine Anlage entwickelt keiner Alleine; von den Kosten mal ganz abgesehen.

    Gas waschen hatten wir schon...

    weder Turbinen noch Verbrennungsmotoren "wollen" unsauberes Gas. Der Brennwert des selbst produzierten Gases, ginge dann noch weiter in die Details...

    Absorptionskältemaschine hatte ich auch angesprochen... je nach verwendeten Kältemittel ergibt sich die optimale Einsatztemperatur, aber unter 260°C ist da eher "tote Hose".

    Holz trocknen kann man mit bis zu 100°C, Gas aus Holz herstellen ... eher ab 400°C


    Es hat seinen Grund warum "Leute" studieren. (Ob Abschluss oder nicht ist für vieles "Geschmackssache".) Die Kunst der möglichen Verbesserungen heutzutage liegt darin verschiedene Fachgebiete so gut wie möglich zusammen zubringen. Seit der Jahrtausendwende haben sich dadurch in vielen Bereichen nochmals überdurchschnittlich viele neue Ansätze für theoretisch mögliche Verbesserungen ergeben, welche teilweise erst jetzt genauer untersucht werden können, weil sich erst jetzt "Leute / Gruppen" gefunden haben dieses auch zu Finanzieren.


    Wikipedia und YouTube sind bei der Verbreitung von grundlegenden Wissen mittlerweile wichtig, um eine Kurzübersicht des aktuellen Stand zu vermitteln, welcher dann, basierend auf spezifischen Fachwissen, verbessert werden sollte. (Nur mal so am Rande...)


    Hier ein paar Links...

    Holzvergasung:

    de.m.wikipedia.org/wiki/Holzgaskondensat


    Moderne Gasturbinen:


    Moderne Generatoren über 2,3 kW:

    https://www.igwindkraft.at/kin…de/tour/wtrb/electric.htm


    ... für "Otto Normalverbraucher" spielt das eher keine Rolle. Der fragt einen Energieberater usw. ...


    Auch jemand mit technischen Verständnis wird eventuell noch mit seinen Energie-Bedarfen (hier Kälte-, Wärme- und Elektrische-Energie) und deren jeweiligen Kilowattstunden zu mehreren Anlagenherstellern gehen, welche dann aus ihrem Portfolio jeweils ein konkretes Angebot entwickeln.

    Selber bauen... man kann ja erstmal ein Entwicklerteam gründen, den stand der Technik analysieren, Ziele definieren und ein Budget organisieren.


    ...und Binsenweisheit: Die Beste und günstige Energie ist die die man erst gar nicht (ver)braucht. (Energieerhaltungssätze...)🤗😉


    Grüße

  • MacB : Da hast glaub etwas komplett falsch verstanden. Ich habe in keinster Weise vor sowas irgendwie nur ansatzweise selber zu bauen. Ich will den Kram verstehen wies funktioniert, wo die Vorzüge, Nachteile und Grenzen der einzelnen Technologien liegen und kleine Störungen am Ende intern beheben können oder meine Mechaniker. A weil es mich interessiert und B - viel wichtiger- ich mir nicht irgendwas andrehen lassen will.



    Sauberes Gas gehe ich mal davon aus, dass die Jungs die das machen auch können. Erklären tun sies einem ja mit der Temperatur. Hohe Vergasungstemperatur = sauberes Gas. Hohe Tempertur = viel Abwärme die man irgendwo verbrauchen muss.


    Turbine: Ich habe das bis jetzt nur noch nicht gesehen in Verbindung mit einem Holzvergaser sondern nur mit Motor. Aber capstone Turbinen (e-quad hat da wohl die Erfahrung in DE) laufen eigentlich mit allem. Hauptsache es brennt. Die Frage ist nur, ob das jemand als System-Lösung anbietet. Da Holzvergaser sowieso eher selten sind und wenn dann mit Motor gekoppelt sind, sehe ich da aktuell schwarz. Rein technisch und von der Zuverlässigkeit her, habe ich eben mehr vertrauen in eine Turbine als in einen Motor. Die Turbine läuft bis zur geplanten Wartung durch, dann wird sie gewaret und läuft wieder durch. Wird sie nicht gewartet, fliegt sie einem irgendwann vielleicht um die Ohren.


    Absorption: Naja, die Hersteller sagen da was anderes. Fängt bei 75°C an. Ich glaube aber unter 5°C Vorlauf wird das extrem schwierig bis unmöglich. Bis jetzt war 5°C das höchste der Gefühle. Das würde für die 0815 Anwendungen ausreichen, aber nicht für die Kühlräume von 0°C und auch nicht für jene mit 3°C. Ist die Temp-Differenz einfach zu klein.

  • ...man sollte so viel Abwärme wie möglich nutzen um den Wirkungsgrad zu steigern.

    Müssen tut man nicht...

    Man kann "Sachen" trocknen, Wasser warm machen, Kältemittel erwärmen usw.

    Es kommt halt auf die Temperatur der Abwärme an, deshalb der Link mit dem Video, weil so eine Gasturbine eine noch höhere Abgastemperatur hat als ein Motor.

    Man kann aber auch das Kältemittel weiter erhitzen oder das Holz bis es anfängt zu kokeln und anfängt Gas zu bilden oder das Wasser bis überhitzter Dampf entsteht..


    Holz ist halt nicht immer gleich und daher kommen die Schwankungen. Bei einem reinen Holzvergaserkessel (Scheitholz) spielt das keine Rolle, da der "nur" Wärme erzeugt. Er kann auch zur Wasserdampf Erzeugung verwendet werden, der dann eine Wasserdampf-Turbine antreibt.

    Wasserdampf ist aber auch nicht gleich Wasserdampf...

    Ein einfaches Beispiel für das Wasser Dampf Verhalten ist der Schnellkochtopf.


    Jedenfalls kennt man beim Holzgas die Theorie sehr gut. Für die industrielle Herstellung laufen aktuell einige Forschungsprojekte. Die nehmen immer Hackschnitzel mit möglichst einheitlicher Größe... Wird Pyrolyse (Sauerstoffausschluss) genannt, weil es soll ja Gas entstehen und nicht nur ein Feuer (http://www.carmen-ev.de/biogen…zkraftwerke/holzvergasung Broschüre downloaden, lesen und besonders Seite 13 genauer studieren.)


    (Wasser Dampf Diagramm; Fachgebiet Thermodynamik; Carnot Prozess; Kreisprozesse, Phasenübergänge)

    Das sind die Stichworte um Informationen zu finden. Für jedes Kältemittel gibt es so ein Diagramm!! Es kommt auch auf die Drücke an!!


    Also für den Temperaturbereich von -60 bis 0°C kann zum Beispiel Ammoniak als Kältemittel verwendet werden. Aber hier ist die Rede von offener Flamme bzw. 170°C wenn der Kompressor ersetzt werden soll. Mit Kompressor hilft aber die Erwärmung des Kühlmittels den Strombedarf zu reduzieren.

    colibris.home.xs4all.nl/de/pages/applications.html

    de.m.wikipedia.org/wiki/Absorptionsk%C3%A4ltemaschine


    An den Motor aber auch Turbine wird lediglich "direkt" der geeignete Generator "geschraubt". (Ein Getriebe senkt den Wirkungsgrad) ... siehe Link vorheriger Beitrag.


    Jedenfalls 50% 50% beziehen sich auf deine Momentanen Bedarfe ohne Änderungen an den bestehenden Anlagen. Änderungen an den bestehenden Anlagen verschieben die Bedarfe.


    Jedenfalls vermute ich, daß der Energiebedarf der bestehenden Anlage mit relativ einfachen Mitteln wesentlich reduziert werden kann. Und wenn zusätzlich auch nur ein Scheitholz-Vergaserkessel zum Einsatz kommen würde wäre das kein Beinbruch, weil der auch 95% Wirkungsgrad hat... Okay Strom käme weiterhin vom Netz.


    Übrigens Unis und Hochschulen machen so etwas auch als Projektarbeiten für "kleines Geld"...


    Grüße

  • MacB : 1A, vielen Dank. Gute Stichworte, guter Link. Da ist einiges dabei was ich noch nicht selber gefunden habe!


    edenfalls vermute ich, daß der Energiebedarf der bestehenden Anlage mit relativ einfachen Mitteln wesentlich reduziert werden kann. Und wenn zusätzlich auch nur ein Scheitholz-Vergaserkessel zum Einsatz kommen würde wäre das kein Beinbruch, weil der auch 95% Wirkungsgrad hat... Okay Strom käme weiterhin vom Netz.

    Naja, ein Vergaserkessel ist ja auch Energie. Aber immerhin nachwachsbare. Energie wird da nicht gespart. ;)

    Das es bei Kleinanlagen insgesamt billiger wie Öl kommt und man deshalb spart, kann ich mir nicht vorstellen. Muss es aber auch nicht. Solange es ne schwarze oder auch rote 0 gibt, reicht das völlig aus. Öl ist so easy und günstig, da ist alles geschenkt wens besser wäre. Bei Kälte muss es dagegen besser werden, ist kein Zustand mehr. (R404A Verbundanlage, Direktverdampfung in den Räumen. Investition lohnen da kaum, nur Komplettersatz, da muss aber das Gesamtkonzept stehen)


    Die einfachen Verbesserung für (richtige) Energie-Einsparung haben wir bereits gemacht

    - Grosszügige Isolierungen

    - LED-Lampen

    - Solltemperaturen am Limit, Taganhebung am Limit (wenig HT verbrauch, auf die Spitze hat es aber kein Einfluss)

    - Optimierung Kondensationstemperatur der Kälteanlagen, regelmässig Kondensator reinigen im Sommer

    - Bodenheizung Temp runtergefahren damit man gerade noch so nicht friert (WAF-Faktor)

    - Dach Sanierung

    - usw. usf.



    Und wenn mich etwas nicht wenigstens zu 70-80% überzeugt, dann gebe ich kein Geld dafür aus und belasse es beim Status Quo. Es funktioniert ja. Irgendwannd geht das aber nimmer.


    Auf anderes haben wir wiederum keinen Einfluss. Zum Beispiel eine Trocknungsanlage mit Gebläse. Die Zieht fast 80A und wurde ursprünglich mit 18-20A verkauft. Da sie eben ihren Zweck Trocknung nicht erfüllt hat mit 60°C (Reibungswärme Gebläse/Blades), musste auf 90°C nachgeheizt werden. +60A olé olé. Aber leider gibt 1. der Markt nichts besseres her und 2. stand im Vertrag kein max. Energieverbrauch sondern nur das es trocken sein muss. Die Nachbesserung war also streng rechtlich egal wie sie realisiert wurde. Also + ~30lt. Druckluft/min + 60A Strom. Ergebnis: Man lernt nie aus... Konsequenz: Sobald ich wieder mal zuviel Zeit habe, baue ich die Maschine selber um (wie so manche). Die zündende Idee fehlte da einfach (bis jetzt).



    Lange Rede kurzer Sinn: Ein paar Punkte müssen noch geklärt sein bevor ich etwas machen kann. Insbesondere in Bezug auf die Nutzung von Wärme für die Kühlung. In erster Linie wo da wirklich die Grenzen liegen. Das hat dann Auswirkungen auf den möglichen Wärmebedarf. Aktuell bin ich bei 5°C tiefstmöglichem Vorlauf. Wer da besseres kennt, gerne her damit!

  • Nachdem ich mir mal die Links von MacB ziemlich intensiv übers Week-End angeschaut habe, in ich nicht mehr gleichermassen optimistisch.


    Die Broschüre in seinem Link gibt da ziemlich viel Aufschluss über den Stand der Technik. Es steht da zwar kein Datum wann Sie gemacht wurde, aber die Diagramme gehen bis 2017. Sie dürfte also max. zwei Jahre alt sein. Die Broschüre zeichnet ein eher zwiespältiges Bild.


    Demgegenüber stehen aber die Anbieter:
    Spanner hat rund 700 Anlagen in Betrieb, die müssten eigentlich schon weg vom Fenster sein, wens untauglich ist

    Burckhardt mit 200 Anlagen setzt dagegen auf den reinen Pellets-Betrieb

    Wegscheid mit 100 Anlagen sieht ebenso vernünftig aus

    Lipro schreibt, dass mit 1050°C der Teer auch weg wäre