Altbau (66) geerbt. Sanierung steht an. Lohnt BSZ?

  • Moin,

    meine Frau und ich haben das Haus meiner Schwiegereltern geerbt. Wir selbst bewohnen ein 88er Klinker-Haus, welches uns

    aber generell zu klein ist. Nun möchten wir das „neue“ Haus sanieren und selbst bewohnen (gleicher Ort). Unser Haus soll

    vermietet werden Das Haus wurde 1966 erbaut. EG 110qm, Keller (wird nicht beheizt) 110 qm, OG (Einlieger) 95qm sowie Spitzboden (ausbaufähig, soll aber lediglich als Lager genutzt werden). Lage: 15km südlich von HH.


    Erst einmal die Daten. Der Verbrauch bezieht sich sowohl auf die Eltern als auch auf unseren bisherigen

    Bedarf (allerdings moderneres Haus)

    ——————————————————

    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: Eltern ehem. 3500 (nur EG), wir ca. 5000 (Teich)

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: Eltern ehem. ca 3500-4000l Heizöl, wir ca 1500l Heizöl (Speicherofen sowie Klimasplit vorhanden)


    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: Öl

    Alter und Typ der der Heiztechnik: Anlage generell 1966, Brenner mal neu, Kessel auch, aber ca.

    15-20 Jahre her.

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: Nein

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: Nein

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: 160l

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: normal, generell erhöht durch Teich und geplante

    Ferienwohnung im OG

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: Nein

    Temperaturen der Heizkreise: bis dato 75 Grad

    Art der Heizkörper: fette Rippenkörper


    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 180-200qm (je nachdem, ob Treppenhaus zukünftig mit beheizt wird. 3 Personen,

    Tochter (18) bleibt aber nicht mehr ewig. Plus Gäste (max 4) der Fewo, ca. 20/25 Wochen/Jahr

    Art und Baujahr der Immobilie: Massiv, zweischaliges Mauerwerk verklinkert, Bj. 1966, Lange Dachseite gen

    Süden, eine kleine Gaube.

    Erfolgte Modernisierungen: Dach neu in 2003 - aber ungedämmt

    Weitere geplante Modernisierungen:Kellerdecke, Boden Spitzboden, alle Fenster/Türen, Einblasdämmung, FBH (EG)

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: Schornstein mit drei Zügen vorhanden

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: möglich

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: Nein


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    Neben der Modernisierung (Küchen, Bäder, etc.) soll natürlich vorerst die Sanierung erfolgen. Gedacht ist:

    1) Austausch Heizsystem

    Vorhanden ist eine Ölheizung aus Hausbaujahr, welche jährlich gewartet wird und lt. Heizungsdienst noch sehr effizient arbeitet.

    Hoher Ölverbauch aber bis dato wegen gemütlicher Rentnerwärme. Erdtank 4000l im Vorgarten.

    2) Austausch aller Fenster und Türen

    3) Dämmung Kellerdecke

    4) Dämmung Decke/Fussboden des Spitzbodens (begehbar)

    5) Dämmung Fassade

    Es muss noch geprüft werden, ob Einblasung möglich ist. Werde Loch bohren und per Endoskop mal reinluschern, ob

    Hinterlüftung wirklich so breit und plan ist.
    Lt. Bauunterlagen und Papiere (sämtliche Quittungen noch vorhanden, er war Maurermeister und hat das Haus selbst hochgezogen)

    bestehen die Aussenwände aus 24er Hochllochsteine, 6cm Dämmschicht mit Glaswolle sowie Klinker-Schale befestigt mit VA Ankern.

    Für das Baujahr hatte Schwiegerpapa eigentlich vorausschauend gearbeitet.

    Würde aber gerne etwas in Sachen Aussenwand unternehmen, sofern es nicht gleich um Abtrag der Klinker geht...


    Termin mit einem Bausachverständigen zur Durchsicht ist Anfang Februar. Die Fragen bzgl. der Grundsubstanz kann er sicherlich

    ganz gut beurteilen. Allerdings würde ich mich gerne in Sachen Heiztechnik auf das Gespräch vorbereiten. Ich bin generell Technik-Interessiert

    und affin für innovative Dinge. Allerdings habe ich auch keine Lust täglich im Heizungsraum rumzufummeln um regeln/justieren/probieren.

    Wir würden generell auf Gas umstellen. Anschluss liegt an der Strasse. Im EG soll komplett FBH verbaut werden (alter Estrich kommt raus).

    Das OG soll zur Ferienwohnung umgebaut werden. Es werden oben die alten Rippenheizkörper gegen modernere getauscht. Ich scheue mich

    ein wenig davor auch im OG FBH zu verlegen (Estrich)


    im EG soll auch ein Kaminofen (mit Speichersteinen aber kein Grundofen) verbaut werden, lediglich aufgrund der Gemütlichkeit.

    Eine Klimasplit könnte auch noch angebracht werden. Wir haben in unserem jetzigen Haus eine Mitsub. LN und die gefällt uns

    sehr im Sommer.


    Was unser zukünftiger Stromverbrauch angeht, beliefe er sich bei ca. 5000-6000 Kwh (Teichpumpe/UV 24/7) im Jahr plus dem Verbrauch

    der Fewo (150 Tage Vermietung ca 10Kwh/Tag) von ca 1500.

    Der Heizungsverbrauch...nun, da bin ich momentan überfragt. Da wird sicherlich nach der Energieberatung etwas mehr Licht

    aufkommen.

    Die Frage für mich wäre hauptsächlich, welches Heizsystem eignet sich am ehesten für den Mischbetrieb von FBH im EG sowie „normalen“ Heizkörpern im OG? Und das auch unter einer Berücksichtigung der momentanen Förderfähigkeit. 40% sind ja per Bafa drin, sofern der

    alte Öler rauskommt und ein Teil über erneuerbare Energien verbaut wird.

    Wäre der Invest für eine FBH im OG sinnvoll, da die Auswahl des Heizsystems dann weniger aufwändig wäre?


    Am Interessantesten finde ich eine BSZ inkl. grosszügig PV auf dem Dach. Was mich ein wenig verunsichert ist allerdings

    der trotzdem hohe Gasverbrauch neben den hohen Investitionskosten. Aber dafür nie wieder oder kaum Strom beziehen?

    Selbst wenn ich mit einer Bluegen eine Menge einspeisen würde, man könnte sich überlegen, welche Stromfresser man

    zusätzlich installieren könnte (beheizter Schwimmteich?)


    Reine Gastherme plus Solarthermie plus PV? Sicherlich dann kein grosser Unterschied bzgl. der Investition.


    Einer Wärmepumpe bin ich eher abgeneigt (Geräusch, Aufstellung, Strombetrieb), Kollektoren eher nicht, da wir viel im

    Garten buddeln. Bohrung nicht möglich.



    Danke vorab für Denkanreize!


    Grüsse


    Arne

  • Bei dem Stromverbrauch und Heizbedarf ist eine Bluegen schon sehr grenzwertig. Wenn du dann noch eine PV installierst sinkt der Direktverbrauch vermutlich auf 2 MW ab. Das bedeutet über 80 % Einspeisen, gut für die Umwelt, schlecht für den Geldbeutel. Bei den Verbräuchen macht eine BSZ schon Sinn, aber dann nur eine die man auch steuern (abschalten) kann. PV ist immer gut (auch für den Geldbeutel) Falls du aus ökologischen oder Komfortgründen die FB komplett einbaust wäre eine WP denkbar, wenn du die nicht direkt unters Schlafzimmerfenster baust sollte es Modelle geben die leise genug sind um nicht zu stören. Falls nicht komplett FB Heizung wäre die Gastherme die bessere Wahl.

  • Ok, danke für die Info.


    Was mich - als Laie - noch verunsichert ist die Tatasache, dass eine BWZ noch so viel

    Gas benötigt, dass die Umstellung auf reinem Gas Brennwert kaum einen Unterschied

    macht (ausser, dass der Stromanteil inkl ist). Sicherlich reine Rechenfrage...

    Ein Grabenkollektor wäre möglich, da das Grundstück ca 60m lang ist. Ich frage mich dann allerdings generell: wie schafft eine WP die Vorlauftemperaturen von klassischen

    Heizkörpern im OG, bzw. das Heisswasser für Verbrauch. Würde gerne heisser dusche als

    35 Grad.

    Gibt es i-wo einen (groben) Rechner, mit dem man diverse Heizsysteme und die

    Effizienz unter bekannten Verbrauchsgrössen berechnen kann? Ziel ist grösstmögliche Autarkie bei minimalem (administrativen) Aufwand. Finanziell (inkl. Förderung) steht eher hinten an.

    Edit: Laufzeit ist auf 10-15 Jahre ausgerichtet. Dann gibt es Lebenswandel.


    Grüsse

  • Naja der hohe Gasverbrauch ist klar, würde man z. B. 1 kW Strom raus bekommen ohne mindestens 1 kW Energie (Gas) reinzustecken wäre das Ding ja ein Perpetuum Mobile. Dann kommen noch 10 - 20 % Verluste dazu und das was du an nutzbarem Wärmeverlust hast... Bei der Bluegen ist der Stromanteil z. B. höher als der Wärmeanteil hier verteilt es sich also ca. 1,5 kW für Strom 0,7 für Wärme und 0,4 Verluste. Bei einem Brennwert BHKW wäre es z. B. etwa 5 kW Strom, 10 kW Wärme zzgl. Brennwert je nach RL Temperatur bis ca. 2,5 kW bei etwa 18,5 kW Gasverbrauch. Die Brennwertnutzung sinkt mit der RL Temp. also ist geringe Temperatur hier wichtig.


    Klar ist das eine Rechenfrage, deshalb solltest du ja so wenig wie möglich einspeisen. Z. B. kostet dich 1 kW Gas 6ct, die Wartung heruntergerechnet aufs kW 10ct und die Einspeisevergütung liegt bei 13 ct. Der eigenverbrauch hingegen kann mit 29 ct gegengerechnet werden. Bei der Bluegen wäre der Eigenverbaruch wie gesagt gering, bei einer anderen BSZ kommt zwar eher 1/3 Strom und 2/3 Wärme raus, aber dafür kannst du die z. B. abschalten wenn tagsüber PV Strom vorhanden ist. Somit läuft die bevorzugt dann wenn dein EV hoch ist. Wirtschaftlich also Top. Dafür kommt die Frage nach den Betriebsstunden pro Jahr auf... Man kauft sich ja auch keinen Neuwagen wenn man pro Jahr nur 100 km fährt...


    Wenn dir Autarkie so wichtig ist würde ich BSZ oder BHKW in Verbindung mit WP nehmen. Das funktioniert auch mit Heizkörpern und Warmwasser, es gibt WP die schaffen 70 Grad... ABER auch hier ist gilt je höher die Temperatur desto geringer der Wirkungsgrad. Mit FB Heizung könntest du auf z. B. VL 40 RL 35 Grad kommen da läuft die WP sehr effizient, ggf. Paralell zur BSZ also auch noch mit viel Eigenstrom. Dein Duschwasser (wenn es die Anlagengröße bzgl. Legionellenschutz hergibt) könntest du auf 45 - 50 Grad erwärmen, was auch noch im Rahmen ist. Wenn es wegen Legionellen erforderlich ist muss es halt 1x täglich auf 60 Grad erwärmt werden, aber das klappt auch, nur eben eher mit COP 2 statt COP 4. Hierbei ist dann zu bedenken das du das nur 1x täglich machst und nicht die ganze Heizsaison durchgehend. Wenn du auch bei Legionellenschutz einen hohen Wirkungsgrad willst ist eine seperate WW WP interessant, aber das steigert alles das Invest und ob das finanziell irgendwann lohnt ist fraglich.

  • Die Vollwartung beim BlueGEN kostet 600 Euro im Jahr. Die Kiste macht 8.760 * 1,5 kW, also 13.140 kWh Strom.


    Es ergibt sich also ein Vowa-Preis von 4,6 Cent.


    Wenn man nun 2,5 kWh Gas in die Kiste ballert, kosten die 15 Cent. Wenn die Wärme zum Satan geht und man den gesamten Strom einspeist (was niemals sein kann), hat man Kosten von 19,6 Cent.


    Man bekommt aber 1,5*8 Cent, also 12 Cent und 1,5* 5 Cent, also 7,5 Cent. Und man bekommt die Energiesteuer 2,5 kW/0,55 Cent zurück.


    Sind dann nochmal 1,4 Cent und in Summe sind es 20,9 Cent bei 100% Einspeisung und 100% Wärme verballern.


    Es gibt jedoch niemals den Moment, wo man irgendwo 0,000 kWh Stromverbrauch hat. Ich kann das aber auch gerne noch 11x vorrechnen, aber es wird hier einfach nicht akzeptiert, dass selbst bei Volleinspeisung noch ein Plus rauskommt.


    Mir ist es aber auch egal.... Dann soll der eine oder andere bei seine in den Jahren angelernten Meinung bleiben und gut ist

  • Moin Arne,


    wie denkst du in der Zukunft noch über das Thema E-Mobilität?

    Wenn da ein JA kommt, wäre der mix aus BHKW & PV doch ganz gut für dich.


    Zu deinen Punkten:


    Neben der Modernisierung (Küchen, Bäder, etc.) soll natürlich vorerst die Sanierung erfolgen. Gedacht ist:

    1) Austausch Heizsystem : JA das macht Sinn, BHKW, Redunanztherme,Frischwassersystem und ggf. PV, Batteriespeicher optional möglich.

    Vorhanden ist eine Ölheizung aus Hausbaujahr, welche jährlich gewartet wird und lt. Heizungsdienst noch sehr effizient arbeitet.

    Hoher Ölverbauch aber bis dato wegen gemütlicher Rentnerwärme. Erdtank 4000l im Vorgarten.

    2) Austausch aller Fenster und Türen : JA das macht Sinn, 2 oder 3 fach Verglasung ( abhängig vom ggf. KFW Förderprogramm )

    3) Dämmung Kellerdecke : Da erhoffe dir nicht allzu viel davon, kann man machen muss man aber nicht

    4) Dämmung Decke/Fußboden des Spitzbodens (begehbar) : JA das macht Sinn, Kältebrücke mindern ist okay

    5) Dämmung Fassade : Der von dir beschriebene Aufbau der Baulichen Topologie ist wirklich für das Baujahr enorm gut umgesetzt worden, hier würde ich mir den Kosten / Nutzenfaktor gut überlegen, nicht jede Dämmmaßnahme ist immer gleich Sinnvoll und zieht gewisse Maßnahmen nach sich. Dann musst du fast schon auch über eine KWL Anlage nachdenken wenn du die Bausubstanz so hermetisch abdichtest.


    Es muss noch geprüft werden, ob Einblasung möglich ist. Werde Loch bohren und per Endoskop mal reinluschern, ob

    Hinterlüftung wirklich so breit und plan ist.

    Lt. Bauunterlagen und Papiere (sämtliche Quittungen noch vorhanden, er war Maurermeister und hat das Haus selbst hochgezogen)

    bestehen die Aussenwände aus 24er Hochllochsteine, 6cm Dämmschicht mit Glaswolle sowie Klinker-Schale befestigt mit VA Ankern.

    Für das Baujahr hatte Schwiegerpapa eigentlich vorausschauend gearbeitet.

    Würde aber gerne etwas in Sachen Aussenwand unternehmen, sofern es nicht gleich um Abtrag der Klinker geht...

    Termin mit einem Bausachverständigen zur Durchsicht ist Anfang Februar. Die Fragen bzgl. der Grundsubstanz kann er sicherlich

    ganz gut beurteilen. Allerdings würde ich mich gerne in Sachen Heiztechnik auf das Gespräch vorbereiten. Ich bin generell Technik-Interessiert

    und affin für innovative Dinge. Allerdings habe ich auch keine Lust täglich im Heizungsraum rumzufummeln um regeln/justieren/probieren.

    Wir würden generell auf Gas umstellen. Anschluss liegt an der Strasse. Im EG soll komplett FBH verbaut werden (alter Estrich kommt raus).

    Gute Idee und gut für die Rückluftemperaturen

    Das OG soll zur Ferienwohnung umgebaut werden. Es werden oben die alten Rippenheizkörper gegen modernere getauscht. Ich scheue mich

    ein wenig davor auch im OG FBH zu verlegen (Estrich) Wenn der Aufbau zu gering ist dann kann man Statische Heizflächen nehmen, auch hier kannst du gute Rücklauftemperaturen ( V 55°c / R 45°c ) generieren.




    im EG soll auch ein Kaminofen (mit Speichersteinen aber kein Grundofen) verbaut werden, lediglich aufgrund der Gemütlichkeit.

    Eine Klimasplit könnte auch noch angebracht werden. Wir haben in unserem jetzigen Haus eine Mitsub. LN und die gefällt uns

    sehr im Sommer: Hier kann man optional auch einen Wassergeführten Kamin nutzen zu deinem Systemplanungen, wenn du schon mit Holz heizen möchtest dann kann man da mehr draus machen als " nur " die Wärme zum Schornstein zu schicken.



    Was unser zukünftiger Stromverbrauch angeht, beliefe er sich bei ca. 5000-6000 Kwh (Teichpumpe/UV 24/7) im Jahr plus dem Verbrauch

    der Fewo (150 Tage Vermietung ca 10Kwh/Tag) von ca 1500.

    Der Heizungsverbrauch...nun, da bin ich momentan überfragt. Da wird sicherlich nach der Energieberatung etwas mehr Licht

    aufkommen.

    Die Frage für mich wäre hauptsächlich, welches Heizsystem eignet sich am ehesten für den Mischbetrieb von FBH im EG sowie „normalen“ Heizkörpern im OG? Und das auch unter einer Berücksichtigung der momentanen Förderfähigkeit. 40% sind ja per Bafa drin, sofern der

    alte Öler rauskommt und ein Teil über erneuerbare Energien verbaut wird.

    Wichtig ist das du nach deiner Selbstfindung erst alle Anträge bei der KFW & bafa gestellt hast, erst dann solltest du weitere Schritte zur Umsetzung einleiten !


    Wäre der Invest für eine FBH im OG sinnvoll, da die Auswahl des Heizsystems dann weniger aufwändig wäre?

    Da du ggf. mit einem BHKW und Pufferspeicher Arbeitest ist das egal ob du verschiedene Heizsystem fährst, alle Kreise werden sowieso besser als gemischter Heizkreis angebaut



    Am Interessantesten finde ich eine BSZ inkl. grosszügig PV auf dem Dach. Was mich ein wenig verunsichert ist allerdings

    der trotzdem hohe Gasverbrauch neben den hohen Investitionskosten. Aber dafür nie wieder oder kaum Strom beziehen?

    Hier kommst du auch auf gute Laufzeiten, besser vielleicht als ein kleiner Neotower Living von RMB, aber wie gesagt solltest du darüber nachdenken was du noch in Zukunft vor hast. Ich habe selbst auch eine Ferienwohnung / Haus, das ist mittlerweile zu 90% vermietet im Jahr, und schon hast du 4500 kwh Strom dazu.


    Selbst wenn ich mit einer Bluegen eine Menge einspeisen würde, man könnte sich überlegen, welche Stromfresser man

    zusätzlich installieren könnte (beheizter Schwimmteich?)



    Reine Gastherme plus Solarthermie plus PV? Sicherlich dann kein grosser Unterschied bzgl. der Investition.

    Man muss einfach zugeben das die Amortisation einer Solarthermieanlage ein Stück weit länger dauert, dann solltest du zu solch einer Anlage mit PV eher wirklich den Wassergeführten Kamin dazu nehmen


    Grüße

    Swen

  • Moin,


    meine Vorredner haben ja schon fast alles gesagt. Mit den angegebenen Verbrauchswerten halte ich eine Brennstoffzelle auch schon für sinnvoll, aber eher die Vitovalor (plus PV-Anlage für die Stromversorgung tagsüber im Sommer) als die BlueGen. Die große Unbekannte ist a) der Stromverbrauch für den Teich (kann ich weder nach Leistung noch nach Profil abschätzen) und b) der für die Sommergäste. Ich halte es für möglich, dass der Stromverbrauch vor allem im Sommerhalbjahr deutlich höher sein könnte als geschätzt. Wenn dann auch noch ein E-Auto dazukäme, das regelmäßig nachts geladen wird (egal ob ein eigenes oder eines von den Sommergästen), wird die BlueGen immer attraktiver.


    Ein klassisches BHKW wie das NeoTower kommt hier dagegen nicht in Frage, weil es bei dem zukünftig geringen Wärmeverbrauch nicht auf wirtschaftliche Laufzeiten käme.


    Von einer Wärmepumpe als Ergänzung zu einer Brennstoffzelle (nur um zusätzlichen BZ-Strom zu verbrauchen) halte ich persönlich nichts. Die Dinger kosten auch Geld, und als Spitzenlastheizung wäre ein solches Gerät - wenn es nur mit BZ-Strom betrieben werden soll - viel zu schwach, selbst mit einer BlueGen. Eine (stärkere) WP hauptsächlich mit Netzstrom zu betreiben, obwohl man Gas im Haus hat, oder eine (kleine) WP zusätzlich zu einer Gastherme anzuschaffen, wäre m.E. energetischer und wirtschaftlicher Unfug.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo,


    danke euch für die Informativen Aspekte. Ein E-Mobil kommt in den

    nächsten 5 Jahren nicht in Frage.


    Generell muss ich jetzt auf den Energieberater warten, mit dem ich die

    möglichen Dämm-Massnahmen durchspreche und dementsprechend

    eine Heizlast aufstellen kann. Es hat sich ergeben, dass keine Dämmung

    zwischen Klinker und Mauerwerk existiert und der minimale Zwischenraum

    wohl auch keine Einblasung zulässt. Habe gebohrt und bin mit Endoskop

    rein.

    Desweiteren wurde die Ölheizung (Kessel) 1990 ausgetauscht, der

    Warmwasserspeicher 2007. Aufgrund der Austauschpflicht nach 30 Jahren

    ist jetzt eh die Frage inwiefern etwas gefördert wird (Im Grunde ist der

    Kessel ja aber erst 29 1/2 Jahre alt :-)

    Wenn das alles geklärt ist, schauen wir was möglich und sinnvoll ins

    Budget passt. PV wird aber auf jeden Fall installiert.


    Grüsse


    Arne

  • Austauschpflicht besteht nur wenn:

    1. Kessel über 4 kW

    2. wenn du vor 1. 2. 2002 noch nicht selbst dort gewoht hast

    solltest du gerade erst eingezogen sein hast du 2 Jahre Zeit für den Austausch.


    Die Einhaltung muss der Schornsteinfeger kontrollieren... je nachdem wie der drauf ist kommt er ggf. dieser Pflicht nicht so sorgsam nach...


    Falls du nen Elektriker kennst der dir die PV auch installiert wenn du das Material selbst besorgst hätte ich günstige Bezugsquellen.

  • - Kessel hat 26KW

    - Bis Dez. wohnten nur die Eltern dort, nun keiner mehr.

    - Einzug geplant 1Q 2021


    Ist die Frage, wie die 30 Jahre gerechnet werden. Einbaudatum (Tag/Monat)

    oder zählt nur Jahr. Umgerüstet wird def. dieses Jahr.


    edit: der Schorni bescheinigt das Alter der zu ersetzenden Anlage? Er

    kommt doch erst in Spiel wenn es zur finalen Abnahme kommt, oder?

    Also dann, wenn das neue System steht...

    Dachte, der Heizungsbauer übernimmt den admin. Aufwand bzgl. Förder-

    mittel, etc...

  • - Einzug geplant 1Q 2021


    Ist die Frage, wie die 30 Jahre gerechnet werden. Einbaudatum (Tag/Monat)

    oder zählt nur Jahr. Umgerüstet wird def. dieses Jahr.

    Ich denke das ist unerheblich, da du so wie ich es verstanden habe ab Einzug eine 2 jährige Frist hast.

    Frag am besten den zuständigen Kaminkehrer.

    edit: der Schorni bescheinigt das Alter der zu ersetzenden Anlage? Er

    kommt doch erst in Spiel wenn es zur finalen Abnahme kommt, oder?

    Also dann, wenn das neue System steht...

    Dachte, der Heizungsbauer übernimmt den admin. Aufwand bzgl. Förder-

    mittel, etc...

    Nein, aber (in der Theorie) nimmt er dir die Anlage nach 30 Jahren nicht mehr ab, bzw. sagt er dir du darfst sie nicht mehr betreiben. Klar könntest du die dann noch weiter Betreiben, mit den entsprechenden Risiken und Konsequenzen. Im Zweifelsfall würde z. B. die Brandversicherung nicht zahlen, etc.

    Da der Schorni dir, was auch immer, abnehmen muss sollte man es vorher mit ihm besprechen, das vermeidet böse Überraschungen. Wenn dein Heizungsbauer dir die Absprache mit dem Kaminkehrer abnimmt ist das auch ok, da ich meine Sachen selbst gemacht habe hatte ich halt den direkten Draht zum Kaminkehrer.

  • Ok. Dachte, wenn man den Joker „alten Öler raus, neue Anlage mit Anteil

    an Erneuerbaren rein, 40% kassieren“ zieht, dann prüft irgendeine Instanz

    das Typenschild auf den alten Kessel. Die 40% gibt es halt nicht, wenn Anlage

    30 Jahre alt, da sie dann ja eh raus muss (auch wenn ich dann 2 Jahre Zeit hätte).

    Mir geht es ja um die 40% Zuschuss...

  • Denke nicht dass das der Fall ist, aber man sollte bei den Summen entweder die Ausnahmen im Gesetzestext nachlesen oder sich das von Installateur schriftlich geben lassen. Wobei... eigentlich hast du ja eh keine Wahl, neue Heizung brauchst eh ob 40% oder nicht.

  • Warte mal die Energieberatung ab, und deine Entscheidung bzgl. Fassadendämmung. Das wäre ja nach aktuellem Stand ein riesiger Aufwand (die Verklinkerung müsste weg, und am besten wieder hin, denn nur so brauchst du keine Angst vom Specht zu haben...). Aufgrund der dannach geschätzten Verbräuche kannst dann entscheiden ob eine kleine BSZ auch mit den bisher üblichen Förderungen wirtschaftlich wäre. Bis dahin ist dann hoffentlich auch mit dem BAFA Thema klarheit...