Nachtspeicheröfen ersetzen

  • Moin Moin

    mein Name ist Andreas und ich wohne in Göttingen/Niedersachsen.

    Wir bewohnen zu viert eine Doppelhaushälfte mit hohem Stromverbrauch und einer Gasheizung.

    Das Haus ist Baujahr 1972 und geht über drei Etagen (2+3 Etage sehr offen).

    In diesem Sommer werden wir die zweite DHH kaufen und dann vermieten. Allerdings sind hier noch Nachtspeicheröfen verbaut.

    Der Verbrauch des Nachtstroms liegt bei ca.16000 KW/h pro Jahr und verursacht ca. 3000 € Kosten.

    Die Kellerräume liegen Wand an Wand. Durch die fehlende Fußbodenheizung ist die Auswahl der Heizung etwas eingeschenkt.

    Die Heizung ist rein Elektrisch daher müssten bei einer Gasheizung alle Leitungen und Heizkörper neu installiert werden.

    Würde bei den Werten eine Brennstoffzelle oder BHKW Sinn machen oder geht man nach und nach auf Infrarot und eine PV Anlage?

    Vielen Dank für Eure Einschätzung


    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: DH1 8500 KW/h DH 2 ca.16000 KW/h (Nachtspeicher)
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: DH1: 20000 KW/h Gas

    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: Gas
    Alter und Typ der der Heiztechnik: Vitodens 300 ca. 13 Jahre alt
    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: Nein
    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: Warmwasserspeicher 200 L
    Temperaturen der Heizkreise:60 Grad
    Art der Heizkörper: Flächen Heizkörper

    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: je DHH 175 m2 DH1 4 Personen
    Art und Baujahr der Immobilie: Massiv Baujahr 1972
    Erfolgte Modernisierungen: Fenster und Gasheizung 2007
    Weitere geplante Modernisierungen:DHH2 zurzeit Nachtspeicherheizung
    Erdgasanschluss vorhanden Ja:

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: Heizungskeller liegen Wand an Wand

  • Erklär doch mal den Unterschied zwischen einer Nachtspeicherheizung und einer Infrarotheizung.... Ich würde mal sagen, dass die laufenden Kosten einer Infrarotheizung höher sind.


    Wieso man Infratotheizung und PV kombinieren sollte, weiß ich auch nicht, wo ist denn der Gedanke? Wer propagiert sowas?

  • Infrarot und eine PV Anlage?

    Heizung braucht Leistung im Winter - PV bringt Leistung im Sommer ! Das ist also auf jeden Fall keine gute Idee.


    Der Stromverbrauch in DH1 ist überraschend/erschreckend hoch, woran liegt das?

    Flächenheizkörper und 60 Grad hört sich auch viel an. Kann man da noch absenken? Worauf beziehen sich die 60 Grad? Der Gasverbrauch ist auch eher hoch, wenn man die Modernisierung 2007 und die Tatsache das es eine DHH ist berücksichtigt. Ich denke hier kannst du noch optimieren.


    Wie alt sind die Fenster in DH2?

    Sollten die Verbräuche in beiden DHH gleich sein, also 40 MW Gas und 17MW Strom wäre eine Bluegen und Flächenheizkörper sowie Zentrale Warmwasserbereitung in beiden DHH sinnvoll.


    Aber Achtung hier musst du dich mit Mieterstrommodellen befassen, oder zumindest mit Nahwärmelieferung an die Mieter! 40 MW wären für ein BHKW (knapp) zu wenig aber der Stromverbrauch passt ganz gut zur Bluegen (BSZ), die kann man ab 7000 kW Strombedarf wirtschaftlich gut einsetzen. Prüfe aber vorher ob du deinen Stromverbrauch nicht wesentlich senken kannst! Falls ja wäre die Bluegen im Verbund für beide DHH immer noch gut, nur ist der bürokratische Aufwand von Mieterstrommodellen nicht zu unterschätzen!


    Achso unabhängig davon ist PV eine gute Idee, wenn das Dach dafür geeignet ist lohnt das immer!

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Wenn die Nachtspeicher auch an warmen Tagen mit Gebläse durchlaufen und die überschüssige Wärme dann hinausgelüftet wird kann ich mir die 30 % oder auch mehr vorstellen, ansonsten eher nicht. Das z. B. aufgrund geringerer Raumtemperaturen (Strahlungswärme) 10 - 20 % weniger Verbrauch möglich sind kann ich mir vorstellen. Vielleicht auch mehr durch bedarfsgerechtes Heizen, wobei man daran auch ohne IR teilweise arbeiten könnte. Aber ich rede von Verbrauch nicht von Kosten. Aktuell wirst du mit Nachtstrom ca. 18 ct pro kWh bezahlen also x 16000. Mit IR brauchst du dann vielleicht nur noch 13000 kWh aber das x 29 ct. Bedeutet Nachtspeicher 3000 € p.a. und IR 3770 € p.a. Stromkosten.

    Ich kenne eine Familie, die hat tatsächlich ihre Stromkosten durch IR um 50% gesenkt, allerdings nur für Heizung, Warmwasser machen die jetzt mit nem Puffer mit Heizstab. Ach ja und die übermäßige Wärme die sie gewohnt waren ist weg, nun sind es halt keine 23 - 24 sondern nur noch 19 Grad Raumtemperatur. Um das Auszugleichen haben die sich dann nen Pelletofen hingestellt und jagen da jetzt 1-2 Palletten Pellets durch. Zur Krönung auch noch Sackware. Am besten ist noch das sie den Pelletofen als Hobby ansehen und ihn nicht zu den Heizkosten rechnen. Somit sind die sogar glücklich das sie so viel sparen.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

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  • Moin Benno,

    40 MW wären für ein BHKW (knapp) zu wenig

    Ich glaube, dass man mit 40 MWh/Jahr Wärmeverbrauch - und bei dem genannten extrem hohen Stromverbrauch - auch ein BHKW wie das NeoTower 2.0 mit 1,1-2,0 kW(el) und 3,8-5,2 kW(th) wirtschaftlich betreiben könnte. Anders wäre das nur, wenn in absehbarer Zukunft auch eine Wärmesanierung (Dämm-Maßnahmen etc.) ansteht, in deren Folge der Wärmebedarf erheblich zurückgeht. In dem Fall bliebe dann nur die BlueGen. Ansonsten würde ich mir für beide mal Angebote holen.


    Mit einem normalen wärmegeführten BHKW ist eine PV-Anlage in Kombination stets sinnvoll, um vor allem im Sommer - wenn das BHKW wegen des geringen Wärmebedarfs wenig läuft - tagsüber den Strombedarf zu decken. Die Kombination von PV-Anlage plus Stromheizung (egal welcher Art) bringt dagegen nichts, da kann ich "Dachs" nur zustimmen. Und eine PV-Anlage in Kombination mit einer BlueGen bringt nur sehr eingeschränkten Nutzen: Die BlueGen läuft auch im Sommer mit 1,5 kW durch und dürfte den größten Teil des Strombedarfs abdecken. Der PV-Strom würde daher zum weitaus größten Teil ins Netz eingespeist.


    Der Umbau des zweiten Hauses auf Flächenheizung wird bestimmt nicht billig, aber es müsste möglich sein dafür Fördergelder zu bekommen. Diese Investition würde ich in jedem Fall empfehlen, denn Strom-Direktheizungen in ständig beheizten Gebäuden sind m.E. energetische Dinosaurier und gehören hinausgeworfen wo immer das technisch und wirtschaftlich möglich ist. Unterdessen solltest Du prüfen, ob der Stromverbrauch abgesenkt werden kann: 8.500 kWh für ein ein normales Doppelhaus (d.h. ohne Gewerbebetrieb, Koi-Teich, Gegenstrom-Schwimmbad o.dgl.) erscheinen extrem hoch. Aber selbst wenn der Stromverbrauch für beide Häuser zusammen "nur" in der Größenordnung von 8.500 kWh liegen sollte, dürfte sich ein BHKW oder eine Brennstoffzelle technisch immer noch lohnen.


    Problematisch bleibt das bürokratische Gezicke mit dem unseligen Mieterstrom-Gesetz: Auf den an "Dritte" geIieferten Strom muss die volle EEG-Umlage abgeführt werden, das sind einschl. Umsatzsteuer rund 8 ct/kWh Aufpreis. Einen Teil davon kann man sich mit beachtlichem bürokratischem Aufwand gemäß Mieterstromgesetz zurück holen. Wie das geht, solltest Du Dich kundig machen bevor Du eine Entscheidung fällst.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)