Vorstellung und Fragen BHKW-Ultimate?

  • Guten Morgen zusammen,


    da ich hier ganz neu bin, wollte ich mich kurz vorstellen.

    Mein Name ist Lars und befinde mich gerade in der heißen Phase meiner Projektarbeit für die Technikerausbildung HKL.


    Bei unserem Projekt handelt es sich um ein 1 Familienhaus(250m²) mit Schwimmbad (60m³) .

    Zur Zeit wird das Haus über eine Brennwerttherme mit einer Leistung 42,5 kW und Solarthermie mit einem 500l bivalenten TW Speicher.

    Das Haus verfügt über FBH sowie normale Plattenheizkörper.


    Da das Schwimmbad mit enormen Stromkosten verbunden ist, hatte wie uns überlegt das nur ein BHKW Sinn machen würde.

    Zur Auslegung habe ich mir die Software "BHKW-Ultimate" besorgt.


    Jetzt meine Frage/n...


    Warum benötigt das Programm keine Angabe der Heizlast??


    Und wie gehe ich mit dem Schwimmbad vor? Das Programm hat keinen Reiter wie z.B Einfamilienhaus mit Schwimmbad??


    Gibt es evtl ein überschlägiges Verfahren zur Dimensionierung von BHKWs?


    Bin da totaler Neueinsteiger und würde mich über Tipps sehr freuen:)


    LG Lars

  • Hallo Lars,


    leider haben wir deinen Beitrag erst jetzt entdeckt. Hättest Du deine Fragen direkt an uns geschickt, wäre Dir eine Antwort innerhalb von 24h sicher gewesen. Vielleicht nützt es Dir aber trotzdem noch etwas. Gerne kannst Du Dich auch anschließend nochmal bei uns melden.


    Warum benötigt das Programm keine Angabe der Heizlast??

    Die Heizlast ist ein Wert, der eine ganze Reihe von Einflüssen nicht berücksichtigt. Dieser Ansatz hat in der Vergangenheit zu zahlreichen über-bzw. falsch dimensionierten Kesseln aber auch KWK-Anlagen geführt. Dazu fahren wir in "BHKW-Ultimate" eine stundengenaue Simulation einer Anlage über mehrere Jahre. Als Basis für die Bedarfe an Wärme und Strom werden stunden- bzw. viertelstundengenaue Lastgänge verwendet. Diese können als Excel-Datei importiert oder über mehrere integrierte Verfahren synthetisch erstellt werden. Als Minimalinformation genügt dabei der Brennstoffeinsatz eines Jahres, z.B. durch die Gasrechnung.


    Falls Dir nur die Heizlast bekannt ist, so kann man diese überschlägig mit 1.800 Vollbenutzungsstunden (je nach Objekt auch ein abweichender Wert) multiplizieren, um den Wärmebedarf für ein Jahr zu ermitteln.


    Und wie gehe ich mit dem Schwimmbad vor? Das Programm hat keinen Reiter wie z.B Einfamilienhaus mit Schwimmbad??

    Du kannst in "BHKW-Ultimate" mehrere Wärmelastgänge erstellen und somit Bedarfstrukturen kombinieren. In deinem Fall z.B. "Einfamilienhaus (Neubau)" und"Hallenbad".


    Gibt es evtl ein überschlägiges Verfahren zur Dimensionierung von BHKWs?

    Berühmt ist die Verwendung einer Jahresdauerlinie (geordnete Stundenbedarfswerte der Wärme über ein Jahr). Der Wert der 5000. Stunde (in kWh) entspricht dann der zu installierenden thermischen Leistung (in kW). Auch dieses Verfahren ist mangels Aussage über die Bedarfsverteilung über einen Tag, einer Woche und schlussendlich über das ganze Jahr, aber auch nur als Grobabschätzung zu sehen und birgt einige Gefahren. Was nützt z.B. ein BHKW, was 5.000 Stunden im Jahr läuft, aber genau in diesen Stunden kaum Strombedarf vorhanden ist. Dann ist das BHKW technisch gut ausgelegt, wirtschaftlich aber ein Totalausfall. Diesem Problem ist nur durch Simulation zu lösen.


    Es gibt Fachleute, die sowas können und schon mal gemacht haben. Ein Berechnungsprogramm ist so ne Sache, erst Recht, wenn es nix gekostet hat.

    Sehen wir genauso. Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, besonders in diesem Bereich. Dennoch hat "BHKW-Ultimate" seit 2012 Anfängern und Profis bereits in tausenden Projektplanungen als Unterstützung gedient. Jeder ist mit einem kostenlosen 14-tägigen Testzugang dazu eingeladen, sich von der Software zu überzeugen. Darüberhinaus stehen wir, inbesondere in der Kennlernphase mit der Software, jedem Nutzer zur Seite. Ich hoffe so viel Werbung ist gestattet :).


    Viele Grüße


    Christian von "BHKW-Ultimate"

  • Mit den genannten Rahmendaten lässt sich nur wenig anfangen. Allein das Missverhältniss beim Vergleich Wohnfläche zu Kesselleistung macht mich schon stutzig - das lässt sich auch nicht mit "Schwimmbad" erklären.

    Ideal wäre es schon, die Heizlast des Gebäudes zu kennen. Aber der Energieverbrauch Gas und Strom ist für ne BHKW Auslegung wichtiger.


    Ich hatte vor einigen Jahren so ein Projekt, aber das Haus war ca 350 -400 qm, dann kam ein Schwimmbad als Anbau mit ca 100 qm hinzu. Als Heizlast waren das insgesamt 32 kw - die über den vorhandenen Kessel und einen Dachs gedeckt werden konnten.

    Die Beheizungsleistung fürs Wasser ist rel. gering sobald das Wasser einmal aufgeheizt ist.

    Dem Kunden habe ich damals gesagt, daß die Betriebsstunden des (neuen) Dachses deutlich über denen des alten liegen werden - in der Realität ca 4200 Bh bei der neuen Gasmaschine gegenüber 2600Bh des Öldachses. Kunde ist sehr zufrieden.....

    Programme sagen nicht alles aus - es kommt auch darauf an, was in der Realität zusammengebaut wird. Da liegt einer der Hauptfehlerquellen.


    Bei 250 qm jedenfalls sollte die Gebäudeheizlast sehr deutlich unter 45 kw liegen - so bei der Hälfte wenn es ein Haus Ende der 70er-90er Jahre ist. 45 kw passen aber zu nem Bungalow mit viel Glas aus den 60ern-Anfang 70er Jahren.