Nachtigall, ick hör dir strahlen (oder so ähnlich...)

  • Ich hatte ja schon mehrfach meine Befürchtung geäußert, dass die Energiewende u. a. durch die Sabotage der Brückentechnologie KWK nicht voran kommt und dann in Ermangelung von Alternativen die Atomkraft wieder ins Spiel kommt. Kohle will keiner mehr, Dunkelheit aber auch nicht und der wohlstandsverwahrloste Deutsche wird dann wohl doch den Weg gehen, die AKW weiterlaufen zu lassen bzw. sogar neue zu bauen, denn CO2 emittieren die nicht...


    Wir haben es ja versucht, ging nicht... Schade. Wir wollen ja keine AKW, aber wir müssen halt...


    Die Vorbereitungen laufen, die Springer-Presse macht derzeit ein Pause bei der Hetze gegen Ausländer und kommt nun in der Welt mit diesem Artikel (siehe unten), der indirekt die Absurdität des Deutschen Ausstiegs aus der Kernkraft darstellt, denn wenn ein AKW hoch geht, geht es hoch und der Fall Out macht auch am ehemals eisernen Vorhang keinen Halt.


    Also können wir dann doch auch.... Da geht die Reise hin.


    Der Artikel sei Euch als Lektüre an diesem verregneten Samstag ans Herz gelegt. Wem das noch nicht genug ist, der kann mal Daniel Wetzel bei google eingeben.


    Schönes Wochenende!

  • Auf die Gefahr hin, mir zum ersten Mal in diesem Forum einen "Daumen runter" einzufangen: Ich oute mich hiermit, dass ich es (2011 wie heute) für einen Fehler gehalten habe und noch halte, zuerst aus der Atomkraft auszusteigen und dann aus der Kohle. Umgekehrt wäre es gescheiter gewesen, dann hätten wir in drei Jahren wenigstens schon aus der Braunkohle raus sein können. Allerdings glaube ich nicht dass sich diese Alternative politisch jemals gestellt hat, denn die Atomkraft-Verfechter wollten in den Nullerjahren (wo man darüber zuletzt hätte reden können) auch aus der Kohle nicht raus (wegen des Drucks der Kohle-Lobby und der Wähler in den Revieren), und den GRÜNEN war der Atomkraftausstieg stets wichtiger als der Klimaschutz.


    Dass bei uns der Atomausstieg verschoben wird glaube ich trotzdem nicht, weil ich das nach wie vor für politisch nicht durchsetzbar halte. Dass es dunkel wird habe ich trotzdem keine Angst, denn dann verstromen wir halt mehr von Putins Gas. Und wenn das nicht reicht, kaufen wir Kohlestrom aus Polen und Atomstrom aus Tschechien, wofür auch immer das gut ist. Aber das war ja schon seit 2011 für jeden vorhersehbar. Und neue KKW zu bauen (jedenfalls bei uns) verbietet sich schon aus wirtschaftlichen Gründen, von der politischen Durchsetzbarkeit ganz abgesehen.


    Aber wir sollten jetzt bitte nicht wieder mal ganz Europa am deutschen Wesen genesen lassen. Wenn andere Länder Atomstrom für eine nicht-klimaschädliche Variante der Stromerzeugung halten, so ist das ihr gutes Recht. Man muss den KKW-Strom ja deswegen nicht gleich "grün" nennen. So lang es nicht eine vertraglich festgelegte und für alle Mitglieder verbindliche EU-Energiestrategie gibt, hat Deutschland m.E. nicht das Recht (weder juristisch noch moralisch), anderen Ländern vorzuschreiben, ob sie KKW einsetzen oder nicht. Das akut anstehende Problem ist der Klimawandel, denn der kann zwar nicht den Planeten, wohl aber unsere Zivilisation zerstören. Das kann die Kernkraft (in ihrer zivilen Form) nicht. Deshalb halte ich das Zaudern Polens beim Kohleausstieg für weit schlimmer als die Weigerung Tschechiens, aus der Kernkraft auszusteigen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Das akut anstehende Problem ist der Klimawandel, denn der kann zwar nicht den Planeten, wohl aber unsere Zivilisation zerstören. Das kann die Kernkraft (in ihrer zivilen Form) nicht. Deshalb halte ich das Zaudern Polens beim Kohleausstieg für weit schlimmer als die Weigerung Tschechiens, aus der Kernkraft auszusteigen.

    OK, die Diskussion, was denn schlimmer ist, ob Pest oder Cholera, ist eröffnet... Oder doch Ebola oder Pocken?


    Wenn ein AKW hochgeht, ist Sense im Karton und wir werden die Folgen des Klimawandels nicht mehr spüren. Wenn ein BHKW seine Zeit hinter sich hat, wird es verschrottet, es hat noch nie einer demonstriert, weil wir ein BHKW zum Schrotti gefahren haben.


    Wo man denn den Atommüll lagert, kann keiner sagen, juckt auch keinen. Dass die Dinger nicht versichert sind, weil sie nicht zu versichern sind, juckt auch keinen, denn wer kann schon 2 oder 10 Billionen Euro Schaden versichern und wie hoch ist dann die Prämie?

  • GRÜNEN war der Atomkraftausstieg stets wichtiger als der Klimaschutz.

    Für Daumen runter gibt es keinen Anlass, aber diese Aussage suggeriert zumindest das Atomkraft nicht Umweltschädlich ist, und das halte ich für falsch. Selbst im Normalbetrieb entstehen gesundheitsschädliche Ausstöße. Vielleicht sind die im AKW vernachlässigbar gering, kommt drauf an wen man fragt, aber auch dieser Brennstoff fällt nicht vom Himmel, und die Emmisionen verschwinden nicht in nem schwarzen Loch. Tomsk und La Hague, oder die Endlagerproblematik müssen hier mit betrachtet werden nicht nur das AKW selbst. In Frankreich hat man damals ja gut reagiert als das ins Meer kippen der Fässer verboten wurde hat man halt ne Pipeline ins Meer gebaut...

    Dass die Dinger nicht versichert sind, weil sie nicht zu versichern sind, juckt auch keinen

    Und genau das ist der absurdeste Punkt überhaupt, weshalb muss der Betreiber sich finanziell weder am Risiko noch der Entsorgung in relevantem Ausmaß beteiligen? Würde man das beim Strompreis berücksichtigen wären die Erneuerbaren schon längst wesentlich besser ausgebaut!


    Ich glaube schon das das juckt, nur müsste man sich etwas intensiver damit beschäftigen als das in 5 Minuten Tagesschau möglich ist, also weiß das wohl nur ein eher geringer Prozentteil der Atom Befürworter...

  • OK, die Diskussion, was denn schlimmer ist, ob Pest oder Cholera, ist eröffnet... Oder doch Ebola oder Pocken?

    Ich hab' die Diskussion nicht eröffnet sondern nur mitdiskutiert. Und Ebola und Pocken sind beide schlimm, aber gegen Pocken gibt es immerhin einen Impfstoff. Ähnlich ist es mit der Frage ob Klimawandel schlimmer ist als Atomunfälle.


    Bevor ich hier noch ein (letztes) Mal in die Diskussion einsteige, möchte ich – damit keine Missverständnisse auftauchen – zweierlei klarstellen.


    Erstens bin selbstverständlich auch ich für eine Umstellung der Stromversorgung auf möglichst umweltschonende Erzeugung. Und nein, ich bin nicht der Ansicht, dass Atomkraft eine umweltschonende Methode der Stromerzeugung ist. Ich halte sie lediglich - vor die Wahl gestellt - für vergleichsweise umweltschonender als die Kohleverstromung.


    Zweitens hat Thomas Recht, dass die Energiewende langsamer läuft als man sich das wünschen möchte, und dass diese Tatsache sicher auch mit dem Wirken bestimmter Lobbygruppen zu tun hat. Wobei zumindest aus meiner Sicht die Kohle-Lobby spätestens seit 2011 wesentlich stärker (und schädlicher) ist als die Atomlobby. Und natürlich wäre es besser, wenn neben Wind & Sonne auch die KWK schneller vorankommen und uns so bei dem – eigentlich nötigen – viel schnelleren Ausstieg aus der Kohle helfen würde.


    Worüber wir hier diskutieren ist also nicht, ob Sonne, Wind, Wasser, Geothermie etc. sowie KWK besser sind als Kernkraft (geschweige denn Kohle). Selbstverständlich sind sie das. Weil wir uns hierüber wohl alle einig sind, bringen uns rhetorische argumenta ad absurdum (wie ob es schlimmer ist wenn ein AKW explodiert oder beispielsweise eine BlueGen) in dieser Diskussion nicht weiter.


    Gehen tut es zunächst mal um den von Thomas eingestellten Link, und davon abgeleitet um die Frage, ob wir Angst davor haben bzw. uns darüber ärgern müssen, dass a) Länder außerhalb Deutschland weiterhin Atomkraft betreiben und b) womöglich auch in Deutschland der für 2022 vorgesehene vollständige Atomausstieg zumindest verschoben wird.


    Tatsache a) werden wir hinnehmen müssen, ob uns das passt oder nicht. Natürlich wäre es besser, wenn Länder wie Polen und Tschechien (oder gar China, Indien und die USA) noch mehr auf erneuerbare Energiequellen setzen würden. Aber wenn wir die Energiepolitik von Ländern wie Polen oder China für falsch halten, sollten wir sie besser wegen ihrer CO2-Emissionen kritisieren bzw. zur schnelleren Umstellung auf EE ermuntern (und ihnen nach Möglichkeit dabei helfen), anstatt unsere Energie und unser Bisschen an politischem Einfluss auf sinnlose Atomkraft-Kritik zu verschwenden.


    Zu b): Eine Verlängerung der Atomkraftnutzung in Deutschland wird es aus politischen Gründen nicht geben, und den von Thomas angedeuteten Bau neuer AKW schon gleich gar nicht. Du lieber Himmel, wenn bei uns schon der Bau eines neuen Bahnhofs vom Bekanntwerden des Bedarfs bis zur Fertigstellung dreißig Jahre plus X dauert: Wie soll das bei einem hypothetischen neuen AKW laufen? Bis das in Betrieb gehen könnte, hat selbst Altmayer (wenn er dann noch lebt) auf 100% EE umgestellt. Übrigens wäre der Bau neuer AKW in Europa schon aus wirtschaftlichen Gründen idiotisch, siehe z.B. das aktuelle Projekt in England. Da sind die EE mittlerweile billiger, schon ohne Versicherungsprämie (siehe unten). Aber ich bleibe dabei: Wenn Deutschland – rein theoretisch und gegen meine feste Erwartung – sowohl Kohleausstieg als auch Energiewende erheblich beschleunigen würde, dies aber nur um den Preis einer Verlängerung der AKW-Laufzeiten um einige Jahre möglich wäre (bis die Umstellung auf EE plus KWK, plus vielleicht ein paar Gaskraftwerke für die Residuallast, erfolgt ist), wäre das aus meiner Sicht nicht ärgerlich sondern zu begrüßen.


    Der Grund dafür? Atomkraft hat unbestreitbare Risiken, aber die Risiken aus dem Klimawandel sind um Größenordnungen schlimmer. Natürlich wäre es besser keines von beiden zu haben, und da sollten wir weiter dran arbeiten. Aber so lange ich gezwungen bin zu wählen, ziehe ich die Risiken aus der Atomkraft vor.

    Wenn ein AKW hochgeht, ist Sense im Karton

    Eben nicht. Den "Feldversuch" hat man in Japan doch gerade gemacht. Das Tohoku-Erdbeben in 2011 hat in Japan 22.200 Menschenleben gekostet. Wie viele davon gingen auf das Konto des Unglücks in Fukushima? Unmittelbar (z.B. durch Verstrahlung) Null. Die Todesfälle infolge der Evakuierung und durch unfallbedingte Krebserkrankungen werden statistisch auf insgesamt ca. 1000 geschätzt. Das ist schlimm für die Betroffenen, aber bedeutet gerade mal 5% der Opferzahl der auslösenden Katastrophe. Und bezogen auf die Welt (und insbesondere im Vergleich zu den globalen Auswirkungen des Klimawandels) ist es nicht mehr als ein Nadelstich.

    Dass die Dinger nicht versichert sind, weil sie nicht zu versichern sind, juckt auch keinen, denn wer kann schon 2 oder 10 Billionen Euro Schaden versichern und wie hoch ist dann die Prämie?

    Es juckt schon, mich jedenfalls, aber 2-10 Billionen EUR müssen es gar nicht sein. Reality Check: Der Gesamtschaden in Fukushima wird auf ca. 150-200 Mrd EUR (15 bis 20*1012 Cent) beziffert, das ist auch kein Pappenstiel. Bezogen auf die seit den 60ern bis 2010 in Japan produzierte Gesamtmenge an Kernenergie-Strom (grob geschätzt 7*1012 kWh) hätten ca. 2-3 Cent pro kWh Atomstrom auf die Seite gelegt werden müssen, um diesen Schaden zu bezahlen. Das ist nicht wenig, wäre aber machbar gewesen. Und vielleicht hätte das z.B. den Betreiber Tepco veranlasst, seine KKW's für lediglich ein paar zusätzliche Millionen EUR besser gegen Hochwasser zu schützen, um so Versicherungsprämien zu sparen. (Der Tsunami von 2011, der zur Katastrophe führte, war statistisch ein Fünfhundertjahres-Ereignis. Zum Vergleich: Das inzwischen stillgelegte KKW in Grafenrheinfeld war nach meiner Kenntnis auf ein zehntausendjähriges Hochwasser ausgelegt.)


    Würde (was besser wäre) von allen AKW in allen Industriestaaten weltweit auch nur 1-2 Cent pro kWh an eine hypothetische Versicherung z.B. unter dem Schirm der Vereinten Nationen abgeführt, und hätte man das seit Beginn der zivilen AKW-Nutzung in den 1960er Jahren überall so gemacht, so hätte man daraus die Schäden der beiden bisher vorgekommenen Atomkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima bezahlen können und es wäre noch was übrig geblieben. Dass das nicht geschieht, empfinde auch ich als ärgerlich: Ungefähr genau so ärgerlich wie die Tatsache, dass die Schäden durch den Klimawandel ebenso wenig auf die fossilen Energieträger umgelegt werden - das wären z.B. bei Braunkohlestrom umgerechnet wohl eher 5-10 Cent pro kWh.


    Ach ja, die Atommüll-Entsorgung wird uns auch noch mal 170 Mrd EUR kosten, das sind sicher umgerechnet noch mal ein paar Cent pro erzeugter AKW-kWh. Berücksichtigt man alle Kosten, wäre es unterm Strich wirtschaftlich zweifellos intelligenter gewesen, gar nicht erst in die Atomkraft einzusteigen. Nur ist der Fehler nun mal in den 1960ern passiert. Wir müssen jetzt mit den Konsequenzen leben und das beste draus machen. Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten hätte ich daher die bestehenden AKW's lieber noch ein paar Jahre länger genutzt und (z.B. über eine verfassungs-konforme Version der Brennelemente-Steuer) die Gewinne kräftig abgeschöpft, um wenigstens einen Teil dieser Kosten wieder hereinzuholen (die Entsorgungskosten wären durch diesen Zusatzbetrieb nur marginal gestiegen).


    Aber was soll's. Der Drops ist gelutscht (jedenfalls in Deutschland), und über Atomkraft kann man bei uns spätestens seit 2011 - auch als Übergangs-Technologie - nicht mehr rational diskutieren. Ich werde Euch nicht überzeugen und Ihr mich nicht. Deswegen darf ich mich jetzt aus diesem Thread verabschieden und werde lieber wieder an anderer Stelle in diesem Forum die Energiewende und die weitere Verbreitung der Kraft-Wärme-Kopplung unterstützen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Ich sehe das Problem wenn erstmal die Masse von diesen Thesen überzeugt wird es nicht bei einer Laufzeitverlängerung bleibt, sondern zu Neubauten kommt. Die müssen dann aber länger als 5 - 10 Jahre laufen sonst macht das aus wirtschaftlichen gründen keiner. Deshalb wäre es meiner Meinung nach besser Gaskraftwerke zu fördern, z. B. über den Gaspreis, dann würden eher die Gaskraftwerke im Bestand laufen als die Kohlekraftwerke. Strom aus Gas hat 2 Vorteile gegenüber Kohle und Atom, nämlich das es 1. schnell regelbar ist, und somit in der Lage über die Grundlast hinaus keine EE verdrängt und 2. Zukunftsfähig, da man auf H2 umstellen kann wenn der dann erneuerbar produziert mal verfügbar ist. Deshalb wäre hier ein Neubau von Kraftwerken auch für die Energieversorgung in 50 Jahren nicht bedenklich! Als GuD sogar mit gutem Wirkungsgrad.

  • sailor773

    Ich stamme noch aus einer Zeit, wo andere Leute eine andere Meinung haben durften, deshalb gibt es keinen Grund, dass Du Dich hier verabschiedest. Ich habe in der Vergangenheit leider auch bei mir bemerkt, dass der allgemeiner Trend zum schwarz/weiß-Denken und des Verunglimpfens von Leuten, die anderer Meinung sind als ist, auch vor mir nicht halt gemacht hat.


    Ich denke mal, dass ich mir diesen Virus bei facebook geholt habe. Da ich da aber seit längerer Zeit abgemeldet bin, denke ich, dass ich wieder dahin zurückkomme, wo ich von der Diskussionskultur her mal früher war....


    Also: Bleib ruhig hier!


    Meiner Meinung nach geht es gar nicht um den Klimawandel, denn der ist doch nur eine Begleiterscheinung. Es geht vielmehr um den Typus Mensch in all seiner Ausprägung, der am Ende eben geprägt ist vom Neandertaler, der etwa 20 KM Luftlinie von hier sein Dasein fristete und sich jeden Tag auf die Jagd machte. Wenn er was fing, hatten er und seine Sippe was zu fressen, wenn er nix fing, starben alle.


    Irgendwann ist er dann auf die Idee gekommen, möglichst viel zu fangen, um die Wahrscheinlichkeit des Sterbens zu minimieren. Er hat dann mehr gefangen, als er fressen konnte. Alles hätte so schön sein können...


    In der Nachbarhöhle lebten andere Neandertaler, die warum auch immer weniger gefangen haben. Die haben dann unseren Neandertaler überfallen, denn Stehlen ist einfacher als selber Jagen. Die Überlebenden aus dem Clan des Neandertalers mussten dann für den Chef der Nachbarhöhle jagen.


    Der Chef der Nachbarhöhle fand das total geil, dass er ohne großes eigenes Zutun nun irre viel Mammutfleisch hatte, aber er wollte mehr. Also hat er alle seine Leute angestachelt, Mammuts zu jagen. Er bekam von jedem Mammut 90% und die Jäger 10%. Er hatte aber für jeden Jäger die Verheißung erlassen, dass, wenn sie viel erjagen, irgendwann mal aus den 10% 15 oder 20% werden. Als Beispiel, damit dies auch alle glauben, gab er einem Jäger 11%. Damit er dann nicht nur 89% hatte, hat er die anderen Jäger noch mehr angetrieben, denn er wollte ja keinesfalls weniger haben als vorher....


    Dies hätte nämlich sein Belohnungssystem im Gehirn ganz massiv traumatisiert, sicher sind 89% noch immer viel mehr, als er fressen konnte, aber dramatisch weniger als die 90%, die er vorher hatte. Und weniger macht keinen Spaß.... weniger ist doof... mehr ist gut!


    Nach einiger Zeit zweifelten ein paar Jäger die ganze Sache an und fragten sich, wieso denn der Typ der Chef ist, wieso der Typ so viel vom Mammut bekommt und die, die die ganze Arbeit haben, nur so wenig. Dies fanden sie sehr ungerecht. Der Chef antwortete ihnen, dass er sich ja selber gar nicht zu Chef ernannt hatte, sondern, dass es ein höheres Wesen war, welches ihn bestimmt hatte.


    Dieses höhere Wesen konnte irre Dinge, Blitze vom Himmel werfen, aus denen man Feuer machen konnte, die aber auch den einen oder anderen aufmüpfigen Jäger zerschmettern konnten. In Demut sanken die aufmüpfigen Jäger vor dem Chef darnieder und priesen ihn. Zur Feier des Tages spendierte dieser eine Extraportion Mammut für alle und am nächsten Tag gingen alle wieder für den Chef auf die Jagd.


    In diesem Moment wurden also der Kapitalismus erfunden, die Religion und das Weihnachtsgeld.


    Wenn dann im Laufe der Zeit die Kette "Schöpfer/höheres Astrahlwesen legitimiert Herrscher" schon besetzt war, haben andere Leute, die cleverer waren als ihre Mitmenschen, einfach eine neue Religion erfunden. So entstand dann das Christentum, dann der Islam und böse Zungen behaupten, dass Greta auch so entstanden ist....


    Dann kam irgendwann der Moment, in dem das MEHR MEHR MEHR in der Umgebung der Höhle nicht mehr darstellbar war... Alle waren dick und fett, wenn der Chef früher am Tag 3 Tonnen Mammut bekommen hatte, bekam er heute 200 Tonnen. Und die Jäger, die früher in Summe 300 kg hatten, hatten jetzt 20 Tonnen. Sowohl Cheffe wie auch Jäger hatten viel mehr, als sie zum Überleben brauchten, viel erjagtes Mammut vergammelte einfach....


    Es musste aber immer MEHR her, deswegen schickte der Chef seine Leute immer weiter weg von der Höhle, um die dortigen Mammuts zu jagen. Die Bewohner der abgelegenen Gebiete wurden einfach umgebracht oder versklavt.


    Dumme, hinderliche Gedanken wie Empathie oder Mitleid oder Anwandlungen von "was würde passieren, wenn mich einer umbringt oder versklavt?? wurden ausgeblendet durch die Klassifizierung von Menschen in Neandertaler erster, zweiter und dritter Klasse und damit einhergehend deren Entmenschlichung.


    Wieso sollte ein Neandertaler Klasse 2 auch 20 Tonnen Mammut haben? Und einer Klasse 3 erstmal... Wie soll ich, der ich zwar die 20 Tonnen gar nicht fressen kann, die ich habe, auf meine 21, 22 oder 30 Tonnen kommen, wenn ich den Neandertalern Klasse 2 oder sogar 3 was abgeben soll? Geht nicht.


    So entstanden dann der Rassismus und der Kolonialismus und die AfD...


    Um es mal abzukürzen, denn ich muss gleich los, mich um mein MEHR kümmern:

    Wir haben komplett über unsere Verhältnisse gelebt und tun dies jeden Tag mehr. Wir haben vergessen, was wir brauchen und es wird uns jeden Tag aller möglicher Scheißdreck angepriesen, den wir nicht brauchen, den wir aber kaufen. Reflektiert Euch mal selber: Was von dem, was Ihr zu Weihnachten kauft, braucht Ihr?


    Und falls Ihr jetzt denkt: Ich habe aber das ganze Jahr malocht..... klar... aber wieso? Um Euch dann das, was Ihr nicht braucht, kaufen zu können?


    Und nein: Ich bin nicht besser. Auch ich kaufe dieses Jahr wieder Scheiße, die wir nicht brauchen. Und trage so zum System bei in dem Wissen, dass es zum Untergang führt.


    Der Klimawandel ist nur EIN Ausdruck unserer Überflussgesellschaft. Die Grausamkeit, von den 230% dessen, was wir brauchen, auf vielleicht 190 oder 160% runterzugehen, traut sich keiner auszusprechen. Der wird dann nämlich nicht gewählt.


    Nicht vergessen sollte man auch die Inder oder Chinesen, die auf 20 oder 30% unseres Levels sind, was Konsum und Ressourcenverbrauch und Lebensstandard angeht. Die Afrikaner sind vielleicht bei 5%. Wir können also so weiter machen und versuchen, denen unseren Lebensstandard vorzuenthalten, aber dies werden die Inder und die Chinesen nicht akzeptieren. Die Afrikaner machen sich schlichtweg auf die Reise und es gibt eine kuriose Analogie zur Wiedervereinigung:


    Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu Ihr! So denken die Afrikaner auch, und sie haben Recht.


    Die einzige Chance ist es also, unseren Standard runter zu fahren, aber dies will keiner.... Dafür ist der Mensch nicht gepolt worden von der Evolution, sein Belohnungszentrum spielt dann verrückt.


    Und um die Notwendigkeit des "Runterfahrens" ein wenig schöner zu verpacken, hat man dann den Klimawandel erfunden, an dem sich nun alle die Zähne ausbeißen....


    Es wird nämlich keine Energiewende ohne Konsumverzicht geben. Es wird auch keine artgerechte Tierhaltung geben, wenn ein Kilo Hühnerflügel 2,99 kosten... aber wenn die dann 8 oder 10 Euro kosten, was angemessen wäre, von welchem Geld soll ich dann die ganze Scheiße, die ich nicht brauche, kaufen?

  • Das Versagen der deutschen (energie)politischen Regierung offenbart sich meiner Meinung nach nicht durch den - rein machtkalkulativen - Beschluss aus der AK auszusteigen, sondern im strategischen Unterlassen einer zwischenzeitlichen Schaffung von Infrastrukturen für (dezentrale) Alternativen.


    Das am Biertisch oft hervorgewürgte Argument: "Wir brauchen AKW für die Dunkelflauten" finde ich nicht sachgemäß. Es gibt nicht nur Windsonnenfummelstrom und 1400MW AKW-Turbinen. Dazwischen gäbe es mehr. ;)


    Jetzt kommts: Die AKW Pandorabüchse ist nunmal auf. Daher bin/wäre ich temporärer AKbefürworter wenn die deutschen Restlaufzeit(en) genutzt würde(n) um die Ärmel hochzukrempeln und ernst zu machen mit der Energiewende. Dat wird aber nix. Man reißt jetzt eine Brückentechnologie weg, obwohl - oder weil?! - es den anderen Brückenkopf eben (noch?!) nicht gibt. :/


    Ich rechne, rein spekulativ natürlich, mit künftigen Netzinstabilitäten bis hin zu flächendeckenderen Stromausfällen im nächsten strengen Winter. Jedenfalls noch vor 2025.

    Nicht, weil etwa z.B. Philippsburg 2 seit vorgestern nur noch strahlt aber nicht mehr dampft, sondern weil ich mir gut vorstellen könnte dass psychopathische Kräfte hinter den verschiedenen Kulissen schon Wetten laufen haben, wie sich die politische Großwetterlage im Volk dadurch verändern würde: Schlüge das Mob-Pendel aus in Richtung "...Das habt ihr Ökofuzzis nun von der ganzen Fummelstromduselei" oder dann doch "Wir müssten dann mal bitte schnell ernst machen mit den Infrastrukturveränderungen & Co".


    Ich würde Letzteres hoffen und sagen, gehe aber leider insgesamt von Ersterem aus, wahrscheinlich ebenso wie die Zocker an den (Brems-)Hebeln.


    Der Chinamann schafft sich in 365 Tagen eine Teslafabrik an. (Bzw. rotzt sie halt mal hin..)

    Der Europäer schafft sich eben langsam ab. (Denkt und redet dabei aber unheimlich viel..)


    Also mal "Abwarten und Tee trinken", gelle :D


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