Elektromobilität als kostengünstiges und umweltfreundliches Allheilmittel?

  • Falls Du die Wunderkisten MAG, also Gas-Durchlauferhitzer, meinst, gehören die seit Jahren verboten...

    Vielleicht, aber dann fürchte ich, dass sie in den meisten Fällen durch Elektro-DLE ersetzt werden – einfach aus Mangel an wirtschaftlichen Alternativen. Falls es tatsächlich von den Dingern noch viele gibt (ich habe einen Gas-DLE zum letzten Mal in den 60ern im Haus meiner Großmutter gesehen, der lief wohl noch mit Gas aus der Kokerei) und stattdessen E-DLE's kommen, verstärkt das die Stromverbrauchs-Peaks morgens und abends, denn das sind auch die Zeiten mit dem höchsten Warmwasserverbrauch. Good News für Gazprom und die Betreiber von Gasturbinen für die Spitzenlast - weniger gut fürs Klima, weil sich der Gasverbrauch insoweit auf diese Weise verdoppelt.


    Bei den E-Autos kann bzw. wird es das gleiche Problem zukünftig in viel größerem Maßstab schon ganz ohne elektrische Durchlauferhitzer geben: Nämlich wenn Millionen von Pendlern abends zwischen 18:00h und 19:00h mit entladenen E-Autos in ihre Garage fahren und als erstes alle gleichzeitig den Ladestecker in die Wallbox stecken ("könnte ja sein, dass ich abends noch mal wegfahren muss"). In den Griff kriegt man das m.E. nur entweder mit zeitvariablen Stromtarifen (doppelter Strompreis zwischen 18:00h und 22:00h?) oder dadurch, dass Wallboxen vom Verteilnetzbetreiber bei Netzüberlastung gedrosselt bzw. ganz abgeschaltet werden können.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hey, das Auto macht nach der Papierform wirklich einen guten Eindruck. "Vorstellung Ende 2021" (das bedeutet Markteinführung frühestens Q3/2022) passt auch, so lang hält mein alter A6 bestimmt noch.


    Batteriekapazität 111 kWh heißt nach heutiger Rechnung natürlich 80g/km CO2-Rucksack. Und Herstellung in Shanghai: Na ja. Wolfsburg oder Emden wäre mir lieber, aber heutzutage muss man's wohl nehmen wie's kommt.


    Schau' mer mal was das Auto an Strom verbraucht und wie im Jahr 2022 ff. der Strommix (auch bei der Batterieherstellung) aussieht: Bis dahin ist ja vielleicht schon Schwarz/Grün an der Regierung oder gar Grün/Schwarz...


    Edit: odiug , wie, ohne Lenkrad? Im Jahr 2021? Kann ich mir nicht vorstellen. Aber wenn doch, dann hoffe ich "Autonom Fahren" bedeutet, dass ich dann als Fahrer auch - wenn mir danach ist - die Zeitung lesen oder ein Schläfchen machen kann. Sowas würde ich kaufen. Aber jede "Autonomie", bei der das Auto macht was es will, aber gleichzeitig von mir verlangt dass ich trotzdem ständig auf dem Quivive bin wie in der Messwarte eines AKW um notfalls manuell einzugreifen, könnt ihr vergessen. Da fahr' ich lieber Bahn.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: neuer Beitrag

  • Bei den E-Autos kann bzw. wird es das gleiche Problem zukünftig in viel größerem Maßstab schon ganz ohne elektrische Durchlauferhitzer geben: Nämlich wenn Millionen von Pendlern abends zwischen 18:00h und 19:00h mit entladenen E-Autos in ihre Garage fahren und als erstes alle gleichzeitig den Ladestecker in die Wallbox stecken ("könnte ja sein, dass ich abends noch mal wegfahren muss"). In den Griff kriegt man das m.E. nur entweder mit zeitvariablen Stromtarifen (doppelter Strompreis zwischen 18:00h und 22:00h?) oder dadurch, dass Wallboxen vom Verteilnetzbetreiber bei Netzüberlastung gedrosselt bzw. ganz abgeschaltet werden können.

    aWATTar bietet heute schon variable Tarife an. Würde ich meinen Strom nicht selber produzieren wäre das mein Anbieter.

  • Ich habe mir die Website angesehen: Sieht sehr interessant aus, zumal bei der an sich happigen Grundgebühr von 16,54 EUR/Monat anscheinend ein "smarter" Smart Meter inbegriffen ist. Das erste mir bekannte Mal, dass einer diese Technik tatsächlich (auch) zum Vorteil des Verbrauchers nutzt. M.E. ideal für Leute, denen demnächst wegen Verbrauch >6000 kWh/a der Zwangseinbau eines "dummen" Smart Meters droht, der vermutlich 120 EUR/Jahr plus Umsatzsteuer kostet ohne dem Verbraucher auch nur den geringsten Nutzen zu bringen. (Deswegen hat der "smarte" Smart Meter von Awattar auch nur acht Jahre Bestandsschutz, danach muss ein "dummer" Smart Meter eingebaut werden. Sonst könnte ja noch ein Verbraucher so unverschämt sein, für die 120 EUR, die er abdrücken muss, auch noch Vorteile zu verlangen...<X)


    Für unsereinen bringt das dagegen leider nichts, weil das aWATTar System anscheinend nur Standardverbraucher ohne Sondertarife und ohne Einspeiser handhaben kann.


    Was die E-Auto Frage betrifft fürchte ich nur, dass die meist üblichen Differenzen der Strombörse von 3-4 Cent/kWh (siehe angehängte Grafik aus der Website energy-charts.de) zwischen Peakpreis am Abend und Nacht-/ Wochenendpreis nicht ausreichen werden, um Verbraucher z.B. beim Laden von E-Autos zu "netzkonformem" Verbrauchsverhalten zu bringen. Da bräuchte es schon stärkere Anreize. Noch Anfang der Nullerjahre kostete bei uns Strom in der NT-Zeit nicht mal die Hälfte des Preises für HT-Strom, das hat wirklich was gebracht. Aber heutzutage gehen die Preissignale der Strombörse in dem riesigen Block der Steuern, Abgaben und Umlagen unter. Wollte man hier stärkere Preissignale setzen, so müssten z.B. die Netzentgelte (bei unverändertem Gesamtaufkommen) zur Hälfte selektiv auf den Strom umgelegt werden, der zu Starklastzeiten (genauer: zu Zeiten mit hoher Nachfrage und niedriger EE-Stromproduktion, d.h. etwa die "roten" Stunden im Netzentlaster-System unseres Mitstreiters firestarter ) verbraucht wird. Und das müsste selbstverständlich in gleicher Form auch für die gesamte Industrie gelten.

  • Hallo,

    der wird ihm aber nicht gefallen. Ich meine, dass dieses Modell wie der ID Vision, nur ohne Lenkrad gebaut wird, also nur autonom fährt. Außerdem ists ein VW und diese Firma unterstützt er nicht :-)

    N'Abend Männer...


    Ja, nen VW kaufe ich definitiv nicht. Und nen Kombi brauche ich nicht. Autonomes Fahren wird sich in D nie durchsetzen, dafür ist der Deutsche nicht gemacht. Autonomes Denken klappt ja auch nicht.


    Und ich glaube auch nicht, dass es ein Problem wird, dass abends ALLE ihr E-Auto laden, denn erstens brauchen wir noch lange, bis nennenswert E-Autos auf der Straße sind, die Leute denken immer, dass das morgen und vor allem zeitgleich passiert, sprich alle Verbrenner weg und nur noch E-Autos.


    Zweitens wird auch nicht jeder jeden Tag zuhause laden können oder wollen oder müssen.


    Auf jeden Fall leben wir in einer spannenden Zeit!

  • Also … ich kann mir das auch nicht vorstellen, dass VW bis 2025, wie angekündigt, echtes autonomes fahren auf die Straße bringt. Kommen wird das, habe neulich im Handelsblatt gelesen, dass es einen Zusammenschluss der Großen (Details vergessen) gibt, der autonome Taxen auf die Straße bringen will, aber Handelsblatt eben :rolleyes:

    Ja, die Zeiten sind spannend!


    Grüße

  • Also … ich kann mir das auch nicht vorstellen, dass VW bis 2025, wie angekündigt, echtes autonomes fahren auf die Straße bringt. Kommen wird das, habe neulich im Handelsblatt gelesen, dass es einen Zusammenschluss der Großen (Details vergessen) gibt, der autonome Taxen auf die Straße bringen will, aber Handelsblatt eben :rolleyes:

    Ja, die Zeiten sind spannend!


    Grüße

    Alle Ankündigungen die über 2021 hinausgehen vergesse ich sofort wieder. ;)


    Warum soll ich schneller als mit 3.6 kW laden? Das sind pro Stunde über 30 km was meinem Akku an Reichweite zu sich nimmt. Können kann der Corsa 11 kW. Meine tägliche Strecke liegt bei 44 km. Für weite Strecken kommt eh nur DC-Ladung in Frage und die hole ich mir an der Autobahn. Für mich stellt sich eher die Frage wie lange so ein Akku halten wird.


    Die spannende Zeit ist für mich bereits vorbei. Ein Dachs, ein Speicher und 23 kWp PV auf dem Dach. Bis auf 10% meines Verbrauchs machen wir den Strom selber. Für meine Mieter habe ich nächstes Jahr noch eine PV geplant und dann müssten auch dort 80% Autarkie möglich sein. Wenigstens beim Strom.


    Auf einen bezahlbaren Lieferwagen warten wir noch. Die sind im Moment nicht ansatzweise preislich darzustellen.

  • nesami

    Schade, dass Du in Bayern wohnst. Man kann Dir nur gratulieren zu Deinem Mut und Deiner angstfreien Art, Dinge auszuprobieren.


    Du bist auch einer der ganz wenigen, die den Unterschied zum Verbrenner verstanden haben, denn beim E-Auto reicht es eben, wenn man sein Tagespensum in die Batterie lädt und ggf. unterwegs "on demand" nachlädt.


    Wir sind halt alle als Kreditgeber ausgewachsen und gewohnt, den Tank randvoll zu knallen, 100 Euro auf den Tisch zu legen, den Sprit dann stellenweise 2 Wochen durch die Gegend zu fahren und dann wieder viel mehr zu tanken, als wir eben HEUTE brauchen.


    Und auch bei den Lieferwagen hast Du Recht, die sind sowohl preislich wie auch von der Leistung (Reichweite) absolut unverkäuflich, so viel Idealismus hat keine Sau.