Elektromobilität als kostengünstiges und umweltfreundliches Allheilmittel?

  • Wie so oft ist das ein Punkt, bei dem die Politik auf der ganzen Linie versagt, weil keiner einen echten Plan hat. Aber ohne Normung geht das nicht. Die Einschränkung der Hersteller kann ich nicht sehen. Es gibt so viele Vorschriften, an die sich die und jeder andere halten muss. Gerade im Bereich von Fahrzeugen. Und es muss ja keine exklusive Norm sein. Es würde ja reichen, wenn alle, die einen Wechsel-Akku gut finden, sich an die Wechsel-Akku-Norm halten können. Wer dann sein eigenes Süppchen kochen will, ist davon halt ausgeschlossen. Nur kann sich heute keiner an eine Norm halten, weil es die Norm nicht gibt.

    Wir hatten auch schon Zeiten, wo jeder seinen eigenen Stromstecker erfand, das kann sich heute niemand mehr vorstellen. Aber viele können sich noch erinnern, dass jedes neue Handy mit einem neuen Stecker auf den Markt kam. Und so muss das laufen wie beim Handy. Es gibt eine Frist und wenn sich die Hersteller bis dahin nicht einigen, dann wird eine Norm vom Gesetzgeber verabschiedet. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn.

  • Ja nu, ich hatte hier wohl schon 200x geschrieben, dass wir von Laien regiert werden, die keine Ahnung von ihrem Fachbereich haben. Man könnte Ihnen vergeben, denn sie wissen nicht, was sie tun. Schönes Beispiel?


    Es gibt im Rahmen des Klimapaketes ein Förderung für diejenigen, die sich eine neue Heizung kaufen und es gibt Endkunden, die sich für eine neue Heizung interessieren, manche auch noch on top für ne BSZ oder bei größeren Objekten für ein BHKW.


    Diese Leute haben in den Nachrichten von der neuen Förderung gehört und fragen mich jetzt, was es denn gibt. Da ich aber keine anderen Nachrichten sehe als die Kunden, habe ich keine Ahnung.


    Es wird wohl eventuell vielleicht eine steuerliche Abschreibung geben. Es wird wohl eventuell vielleicht eine 40%-ige Förderung als Zuschuss geben. Wofür? Keine Ahnung. Auf alles oder worauf, für welche Produkte? Keine Ahnung. BSZ? Kann sein. Gibt es denn 2020 noch KfW433 für die BSZ? Keine Ahnung Herr Schmitz, Infos gibbet keine. Gibt es denn eine Kombi aus 433 und den neuen Förderungen? Keine Ahnung, kann sein, kann auch nicht sein, weiß ich nicht, Infos gibbet keine.


    Wenn ich die Förderung für die BSZ nehmen, kriege ich denn dann auch noch die neue Förderung für die neue Therme? Keine Ahnung, Infos gibbet nit. Wie hoch ist denn die Förderung für die neue Therme? Keine Ahnung, hab keine Infos....


    Ja nu, dann warten wir halt noch mit der neuen Heizung, bis Infos vorliegen. OK, Herr Schmitz, dann räumen unsere Monteure in der Zeit mal endlich das Lager auf.


    GENAU SO sehen momentan unser Geschäft und mein Job aus. Totale Verunsicherung im Markt, Marktstillstand....

  • Meiner Meinung nach ist, wenn man mal die Sache wirklich überdenkt, die Dauer der Ladung der einzige echte Nachteil der E-Mobilität. Mit meinem Benziner fahre ich an die Tanke, knalle den voll, bezahle und fahre los. Wenn sich die 16-jährige Aushilfe mal nicht ganz so dämlich anstellt wie meistens, dauert das insgesamt 10 Minuten. Wenn Sie noch alle Dinge abfragt (Club-Smart Karte, 2 Snickers zum Preis für ein Snickers, Aktionswäsche im Angebot, doppelte Payback-Punkte, aktuelles Supi-Angebot KFZ-Versicherung etc.) eventuell 12 Minuten.

    Mein letzter Tankstopp ging über eine Stunde und das für nur 20 Liter. So lange stand ich an einer Tankstelle in Österreich in der Urlaubszeit.


    Bei meinem Corsa müssten es 250 km auf 30 Minuten sein die ich an einer Schnellladestation verbringe. Aber wer kommt schon mit einer leeren Batterie an der Ladesäule an?


    Routerplaner für E-Autos

  • Mein letzter Tankstopp ging über eine Stunde und das für nur 20 Liter. So lange stand ich an einer Tankstelle in Österreich in der Urlaubszeit.

    Gaaaaanz schlechtes Beispiel. Das wir nicht besser, wenn jeder in der Schlange 30min statt 10min braucht.

  • Wobei meist ja zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden könnte, die Wartezeit fürs Schnellladen hat man also eigentlich nur auf der Fahrt in den Urlaub. Hier sollte man eh nach längerer Fahrt mal eine Pause machen, außerdem bin ich der Meinung das man wesentlich entspannter ankommt wenn man mit dem Zug fährt. Für mich geht also der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, vor allem Wiederinbetriebnahme von alten Bahnhöfen und Haltestellen vor das aufstellen von Ladesäulen.

  • außerdem bin ich der Meinung das man wesentlich entspannter ankommt wenn man mit dem Zug fährt. Für mich geht also der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, vor allem Wiederinbetriebnahme von alten Bahnhöfen und Haltestellen vor das aufstellen von Ladesäulen.

    Von welchem Land redest Du? Deutschland?


    Die Bahn ist wie so viel anderes komplett kaputtgespart worden und dementsprechend in einem desaströsen Zustand, die Pünktlichkeit, Sauberkeit und auch die Qualität des Personal sind nur so präsentierbar, wenn man ein Fast-Monopolist ist.


    Der ÖPNV generell ist wie die Bahn in einem Huhn-oder-Ei Szenario, hat auch was davon, dass bei uns jetzt wieder ein Freibad dichtgemacht wird, weil die böse Stadt das so will (um die Leute zu quälen). In den wirklich sehr guten Sommern 18 und 19 waren jeweils 50.000 Leute in dem Freibad... und nu wird das dichtgemacht und alle sehen das Ende der Welt.


    Was die Leute immer vergessen ist die Tatsache, dass die ganze Sache ja auch irgendwer bezahlen muss.... ach ja, macht ja der Staat... Und wenn keiner ins Freibad geht, ist das Freibad nicht kostendeckend. Und dann wird es eben dichtgemacht.


    Und wenn keiner mit dem Bus fährt oder mit dem Zug, wird die Linie eben dichtgemacht, denn sie bringt dann nur Verluste ein. Danach schreien aber alle nach dem Staat, der soll aber mal...


    OK, wir behalten das Freibad, müssen aber die Eintrittspreise erhöhen. NEeeeeeeein!

    Oder die Gewerbesteuer oder die oder die oder die Abgabe.... Neeeeeiiinnnn!


    Oder die Preise der Bahntickets. Neeeeein! Oder die Spritpreise, um die Bahn damit quer zu subventionieren.... Spätestens für den, der das fordert, wird hier die Todesstrafe wieder eingeführt.


    Unser Land hat sich zu einer blökenden Herde von parasitären Idioten entwickelt, die die Grundzüge einer Gesellschaft verlernt haben, nämlich, dass Dinge, die ich haben will, bezahlt werden müssen. Stattdessen fällt alles vom Himmel, der Staat macht das schon oder muss das machen....


    Dass wir aber alle der Staat sind, will keiner wissen.


    OK, Der Dachs läuft ;) : Wir bauen die stillgelegten Bahnhöfe wieder auf. Kostet wie viel? Kohle dafür soll woher kommen? Bringt wie viel? Trägt sich dauerhaft? Neee? Naja...


    Bin mal gespannt auf Deine Vorschläge.

  • Irgendwo muss man anfangen, es kann ja keiner an nem stillgelegten Bahnhof einsteigen, also ist klar an welchem ende. Wenn Bahnfahren nicht bis zu doppelt so teuer wäre wie Autofahren würden sicher mehr Leute das Angebot wahrnehmen.


    Sprit teurer, Bahn billiger. So wird es bei deinem Freibad auch sein, erhöht man die Preise führt das zu weniger Kunden/Gästen, was wieder zur Preiserhöhung führt. Es muss genau umegkehrt sein, durch Vergünstigungen die Leute anlocken. Die Masse macht dann die Rentabilität. Und es wird immer Strecken geben die Verluste bringen, aber die Leute die dieses erste Stück bis zum größeren Bahnhof nicht mit dem Zug zurücklegen können nutzen ihn eben garnicht, also im ganzen betrachtet lohnt sich dann auch die Verlusthaltestelle.

  • Schöner Gedanke, da fällt mir ein Beispiel ein:


    Vor etwa 2 Jahren hatte ich ein Gespräch mit einem Lieferanten, der mir seinen Preis nannte für die Vollwartungsverträge seiner Maschinen. Diese Preise waren genau NULL kostendeckend, wir haben dann mal kurz gerechnet: Anfahrt, Lohn, sonstige Kosten und Material und waren schnell fertig damit.


    Da haben wir dann gefragt, wie die Firma das denn macht. Antwort: Wir machen das über die Masse! Ich weiß nicht, ob er politisch der Linkspartei nahe stand, die rechnen so...


    Zur Bahn: Es wird niemals so sein, dass Leute bei dem jetzigen Service auf die Bahn umsteigen, wenn Bahnfahren billiger wird. Der Status Quo ist der blanke Horror und mir konkret müsste man Geld geben, damit ich von Wuppertal nach München mit dem Zug fahre, würde ich niemals im Leben machen. Der einzig positive Gedanke, den ich mit Bahnfahren verbinde, ist der Gedanke an Lukas den Lokomotivführer und seine Emma... Kam immer pünktlich Sonntags 14 Uhr im Fernsehen...


    Die stillgelegten Bahnhöfe wurden stillgelegt, weil keiner mehr in Kleckersdorf mit der Bahn gefahren ist. Und genau hier sind wir eben bei Huhn oder Ei. Wenn Kleckersdorf wieder einen Bahnhof hat, kostet das x Euro. Die müssen dann erwirtschaftet werden, weil die Kleckersdorfer dann mehr mit der Bahn fahren, wenn sie erstmal aus Kleckersdorf raus sind. Wie soll das gehen?


    Ohne da genaue Zahlen zu kennen müsste die Bahn sicher 50 oder 60 Milliarden investieren, um auf ein halbwegs erträgliches Niveau zu kommen. Hier ist ein gigantischer Sanierungsstau und das mies bezahlte Personal ist unmotiviert und chronisch unterbesetzt. Wo soll die Kohle herkommen? Hier ist Bürgerkrieg, wenn der Spritpreis um 5 Cent erhöht wird, auch, wenn das noch viel zu wenig ist....


    Ich könnte hier tausend Beispiele nach dem Motto "Wasch mich, aber mach mir den Pelz nicht nass" bringen, sprich: Wenn wir jetzt das oder das besser machen, kostet uns ALLE das Besser-Machen Geld.


    Neeeein, will ich nicht.... fang doch lieber mal bei xyz an, für die Tralala ist Geld da, die Politiker und ihre Diäten....


    Wir haben uns diese Land, den Zustand des völligen Stillstands, das Überholt-Werden von anderen Ländern (Asien) redlich verdient und haben genau die Regierung, die wir wollten, denn wir sind ja genauso...


    Das Paradebeispiel hierbei ist das Thema Pflege. JEDER will, dass seine Eltern, Großeltern von vernünftig bezahlten Pflegern vernünftig und menschenwürdig gepflegt wird. Für die paar Kröten, sprich maximal 3,3% Beitrag, geht das aber niemals..... Das System steht vor dem Kollaps, jeder weiß es, aber derjenige, der den Leuten sagen wird, dass bei der demographischen Entwicklung jetzt schon 6% zu wenig wären, wird erschossen.


    Also lassen wir es eben so, regen uns auf über Pflegenotstand, Fachkräftemangel in der Pflege und ignorieren, dass die Karre vor die Wand fährt.


    Stattdessen kaufen wir uns alle 1 oder 2 Jahre ein neues Handy. Na dann....

  • Es wird niemals so sein, dass Leute bei dem jetzigen Service auf die Bahn umsteigen, wenn Bahnfahren billiger wird. Der Status Quo ist der blanke Horror und mir konkret müsste man Geld geben, damit ich von Wuppertal nach München mit dem Zug fahre, würde ich niemals im Leben machen.

    Also ich nehme bei Fernreisen öfter die Bahn und zahle dafür (Sparticket 1.Klasse, man gönnt sich ja sonst nichts), obwohl natürlich auch ich wie jeder andere Bahnfahrer auf jeder zweiten Fahrt die üblichen Erlebnisse habe (Verspätungen, Anschluss verpasst, der Wagen mit der Platzreservierung fährt nicht mit etc.). Aber von Wuppertal nach München mit dem Auto fahren ist nicht unbedingt angenehmer - habe ich zu Dienstwagen-Zeiten jahrelang gemacht, wenn auch von Düsseldorf. Und von der Alternative Flugzeug fange ich gar nicht erst an. Reisen ist heutzutage grundsätzlich Mist, egal mit welchem Verkehrsmittel.


    Richtig ist, dass die Bahn in D seit mindestens zwanzig Jahren kaputtgespart worden ist - zuerst wegen der Schnapsidee mit dem Börsengang, nach dessen Absage wahrscheinlich eher aus Gewohnheit. Deswegen wurden alle Redundanzen abgebaut, so dass bei der geringsten Störung sofort alles zusammenbricht. Und richtig ist wohl auch, dass es bei der Frage ob man die Bahn nutzt weniger um Geld geht als - nein, nicht um "Service" sondern um Verlässlichkeit. Wenn ich Bahn fahre, brauche ich in erster Linie Pünktlichkeit, besonders wenn ich am Ziel Termine habe oder unterwegs umsteigen muss. In zweiter Linie will ich, dass unterwegs meine elementaren Lebensbedürfnisse gesichert sind: Funktionierende Klimaanlagen im Sommer, beheizte Waggons im Winter und funktionierende Toiletten. Und dann wäre es noch schön, wenn die Reservierung öfter als jedes zweite Mal klappen würde, insbesondere in den überfüllten Zügen nach Berlin. Noch besser wäre es, wenn die Züge länger wären oder häufiger fahren würden, so dass es gar nicht erst zu einer Überfüllung kommt. Aber dafür müsste man mehr Züge kaufen und wohl auch die Lokführer besser bezahlen: Letzteres nicht etwa aus sozialen oder gar moralischen Gründen, sondern einfach damit ausreichend viele Leute diesen Beruf ergreifen. Das alles kostet natürlich Geld. Ich bin gerne bereit dafür zu zahlen, z.B. indem die Bahn die anstehende USt-Absenkung nicht in niedrigere Ticketpreise steckt sondern in mehr Züge, bessere Wartung und mehr Lokführer. Aber wenn andere nicht so denken und das deswegen nur durch Sparen erreichbar ist, würde ich stattdessen jederzeit und gerne auf teure und zweitrangige "Service"-Gimmicks wie W-LAN in allen Zügen verzichten.

    Wenn Kleckersdorf wieder einen Bahnhof hat, kostet das x Euro. Die müssen dann erwirtschaftet werden, weil die Kleckersdorfer dann mehr mit der Bahn fahren, wenn sie erstmal aus Kleckersdorf raus sind. Wie soll das gehen?

    Natürlich kostet das Geld. Nun reden wir hier nicht über Betriebswirtschaft sondern über Volkswirtschaft. Und wenn sich der Kleckersdorfer Bahnhof volkswirtschaftlich rechnet, darf es keine Rolle spielen, wenn er vielleicht betriebswirtschaftlich ein Verlustgeschäft ist.


    Jetzt kann es aber sein, dass sich der Kleckersdorfer Bahnhof auch volkswirtschaftlich nicht rechnet: Zum Beispiel, wenn es (selbst falls alle zwanzig Kleckersdorfer mit der Bahn fahren würden) für Kosten und Klima günstiger wäre, sie – statt gemeinsam in einem Fünfzigtonnen-Dieseltriebwagen – einzeln mit dem (E-)Auto zur vorhandenen RE-Station nach Großkleckersdorf zu bringen.


    Und damit kommen wir wieder zum Thema. In dem Fall wäre es jedenfalls gescheiter, in Großkleckersdorf (und an allen anderen ländlichen Bahnstationen auch) P&R-Parkplätze mit ausreichend Raum und Ladesäulen zu bauen UND das restliche gesparte Geld dafür zu verwenden, die Bahn soweit zu ertüchtigen, dass die Leute sie wenigstens ab Großkleckersdorf dann auch wieder nutzen. Wenn sie das tun, brauchen sie dafür zukünftig zwar ein E-Auto aber keine 90 kWh-Batterien mit 70g/km CO2-Rucksack. Die paar Leute, die trotzdem auf Fernfahrten lieber mit dem Auto reisen (z.B. weil sie drei kleine Kinder und/oder drei große Koffer mitnehmen müssen) können sich dann zukünftig ein Wasserstoff-Fahrzeug kaufen oder einen Verbrenner mit Synthetic Fuel fahren.


    Auf dem Land kann es niemals einen flächendeckenden ÖPNV mit Bus- oder gar Bahnverbindung alle zwanzig Minuten zwischen 05:00h und 01:00h, auch am Wochenende, zwischen sämtlichen Dörfern geben. (Da wäre es wahrscheinlich billiger, die Landbevölkerung komplett abzusiedeln.) Der Verkehr auf dem Land wird daher auch in alle Zukunft zu 90% vom Individualverkehr geprägt sein, und das heißt vom Auto. Worum es geht ist, die Menschen dazu zu bringen, beim Pendeln und bei Fernreisen - wenn sie zwangsläufig vor ihrem Haus schon mal im Auto sitzen - damit nicht zu ihrem Ziel zu fahren sondern zum Bahnhof. Und dafür dürfen wir das Auto nicht verteufeln, sondern müssen die Kombination Auto (vorrangig für den Nah- und Mittelstreckenverkehr in der Fläche) und Bahn (für den Mittelstrecken- und Fernverkehr zwischen Mittel- und Oberzentren) so attraktiv machen, dass viele Leute diese Kombination nutzen. Hier haben m.E. Elektroautos mit Reichweiten unter 200 km ihren Platz. Wer häufig weiter fahren muss und für den die Bahn ungeeignet ist, kann zukünftig Wasserstoff oder Synthetic Fuel nutzen. Zum Ziel führt (wie fast immer) kein Entweder-Oder, sondern eine sinnvolle Kombination der verschiedenen Verkehrsmittel und Antriebssysteme.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Ich fliege schon seit Jahren nicht mehr und bin in meinem Leben vielleicht 2 oder 3x Inland geflogen.


    Richtig ist, dass die Fahrt von Wuppertal nach München mit dem Auto (und es ist egal, ob es dann Düsseldorf-München ist) der blanke Wahnsinn ist, denn man muss ja erstmal aus NRW raus und das dauert.


    Wir sind damals mal 1987 zum Oktoberfest geballert, hat 4 1/2 Stunden gedauert. Wenn man den richtigen Tag erwischt, ist man da (leicht übertrieben) heute gerade 50KM hinter Köln....


    Ich bin dann aber auf keinen angewiesen, habe keine Anschlusszüge, die nicht kommen oder die ich verpasse, keine vollgepissten Abteile und kann in meinem Auto garantiert sitzen.


    Volkswirtschaftlich oder betriebswirtschaflich ändern nix daran, dass jemand ja die Sache auch bezahlen muss. Zweitens sind solche Sachen sehr sehr heikel, denn das können die Leute beim Staat einfach nicht, mal so einfach einen Bahnhof wieder in Betrieb nehmen.


    Was verbindet man mit Wuppertal? Die Schwebebahn! Und bei der kann man sehr schön sehen, wie sowas läuft: (in Kurzform!!)


    Es wurden neue Wagons angeschafft und die Schienen saniert.

    Dann knallte einfach so eine etwa 30 Meter lange Elektroschiene auf die Straße, voll auf ein Auto, der Typ war 30 Sekunden vorher ausgestiegen, Karre Schrott....


    Da stand dann die Schwebebahn 4 Monate still, denn die ganze Strecke wurde überprüft.


    Dann durften die neuen Wagen nur 30 KM/H fahren, weil die neue Software noch nicht da war. Es traten neue Steuerungsprobleme auf und die Schwebebahn stand still.


    Dann kamen weitere Pannen und es gab mehrere Stillstände, immer für eine Woche oder so...


    Dann gab es ein Gutachten, dass die Aufhängungen der Wagons für deren Gewicht zu schwach ausgelegt sind. Wird jetzt geprüft.....


    Als solches ist die Schwebebahn unfassbar clever, weil sie oben über die Straße und die Wupper fährt, was den Verkehr ganz massiv entlastet. Wie sehr diese Entlastung wirkt, kann man sehen, wenn sie nicht da ist, weil die Schwebebahn nicht fährt und die Leute dann eben im Auto sitzen oder aber in dem desaströs unterdimensionierten Ersatzverkehr Bus....


    Ach so: Schuld ist keiner. Ist eben Pech...

  • Was verbindet man mit Wuppertal? Die Schwebebahn! Und bei der kann man sehr schön sehen, wie sowas läuft: (in Kurzform!!)

    Du erzählst hier (leider) eine typisch deutsche Geschichte, die sich würdig in die Reihe anderer "Erfolgsstories" à la Berliner Flughafen oder Bundeswehr-Ausrüstung einreiht. Ich frage mich nun wirklich woran das liegt, zumal es ja anscheinend immer schlimmer wird. Dass es Unfähigkeit unserer Ingenieure, Arbeiter oder Handwerker sein könnte, halte ich für ausgeschlossen. Wer's bezweifelt, sehe sich mal vergleichsweise an wie z.B. in angelsächsischen Ländern oft gearbeitet wird. Unser duales Ausbildungssystem gilt nach wie vor weltweit als Benchmark - aber trotzdem scheint es von dieser Art technischer Peinlichkeiten bei uns mehr zu geben als irgendwo sonst in einem Industrieland. Also was ist es dann? Dass in Ländern wie China oder der Türkei die Flughäfen schneller fertig werden als bei uns, hat seine speziellen Gründe, die wir uns sicher hier nicht wünschen. Aber Rechtsstaaten wie die Schweiz, Japan oder die Niederlande kriegen das z.B. bei ihrer Verkehrs-Infrastruktur doch auch gebacken. Nur wir kriegen's nicht hin, und unsere weltweiten Wettbewerber machen sich allmählich vor Lachen in die Hose.

    Ach so: Schuld ist keiner. Ist eben Pech...

    Wer das im einzelnen versaubeutelt hat, ließe sich bei einiger Mühe wahrscheinlich herauskriegen. Aber nachdem es sich wohl weder um einen Terrorakt noch um gezielte Sabotage gehandelt hat, bringt uns die Frage wer's war überhaupt nicht weiter. Menschen machen immer Fehler. Ich frage mich nur, was ist an unseren Strukturen (politischer oder sonstiger Art) so verkehrt, dass sich Fehler solcher Art gerade in Deutschland letzthin dermaßen häufen? Warum sind die Bahnen in der Schweiz und in Japan pünktlich (und sauber), aber in Deutschland nicht? Am Kapitalismus oder Neoliberalismus kann's auch nicht liegen, davon gibt es in den genannten Ländern mindestens so viel wie bei uns. Und unfähige oder korrupte Politiker, Bestechung und Klüngelei gibt es bei uns (mit der möglichen Ausnahme von Köln und Berlin) jedenfalls nicht mehr als überall sonst. Aber irgendwas machen wir (und anscheinend nur wir, oder jedenfalls mehr als alle anderen) offenbar systematisch falsch, und ich würde wirklich gerne wissen was das ist.


    Oops, sorry ich werde schon wieder off-topic. Wahrscheinlich liegt das an der Tageszeit. Also zurück zum Elektroauto! Wer baut das? Die Chinesen, die Koreaner, Tesla in USA, die Franzosen. Ach ja, BMW macht auch ein paar, und VW kommt jetzt (d.h. 2020ff) richtig groß raus. Oder hat das zumindest angekündigt. Und von den beiden Brennstoffzellenautos am Markt kommt eins aus Korea, eins aus Japan. Und eins mit ein paar dutzend Stück im Jahr von Daimler, aber kaufen kann man es noch nicht.


    Ich glaub' ich trinke jetzt noch ein Glas (deutschen) Wein und gehe dann besser ins Bett...

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    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • 1) Wer das im einzelnen versaubeutelt hat, ließe sich bei einiger Mühe wahrscheinlich herauskriegen.


    2) Aber irgendwas machen wir (und anscheinend nur wir, oder jedenfalls mehr als alle anderen) offenbar systematisch falsch, und ich würde wirklich gerne wissen was das ist.

    Leider kann man bei uns keine Schuldigen finden (1) und das ist das, was wir falsch machen (2). Das ist der Kern des Problems. Unsere überbordende Bürokratie soll verhindern, dass durch den Fehler eines einzelnen irgendwas schief geht. Deshalb wird alles auf immer mehr Instanzen verteilt, die dann 100 Sachen parallel machen aber immer nur ein winziges Stück davon, das dann wieder andere prüfen und abzeichnen müssen. Für das Ganze ist dann wieder jemand zuständig, der das aber nicht mehr im Blick haben kann und auf das Versagen der untergeordneten Ebenen verweist. Und weil man nie für irgendwas gerade stehen muss, kann man sich auch auf sein Puzzleteil beschränken und seinen Haken machen je nach Gemütslage. Da können Millionen den Bach runter gehen wegen nichts, weil halt an einem saudummen Puzzleteil grad kein Haken dran ist. Oder es kann echt was passieren, wo dann nach 3 Jahren Untersuchung rauskommt, dass irgendwer Schuld hat, der aber nicht wirklich was falsch gemacht hat, weil er sich bei seinem Haken nicht bewusst sein konnte, welche Tragweite das haben kann. Bürokratie ist ja nicht dazu da, dass etwas Sinn macht, das kennen wir hier ja gut.

    Ich nenne das gerne die „organisierte Verantwortungslosigkeit“

  • Die hier im Thema von einer Person geposteten Off-Topic-Beiträge zu einer vermeintlichen "Massenmigration" und anderem rechten Gedankengut wurden entfernt. Das BHKW-Forum ist die falsche Plattform für Fremdenfeindlichkeit. Jeder weitere Kommentar in diese Richtung wird ebenfalls gelöscht. Bei Wiederholung gibt es eine Sperre.


    Ende der Durchsage.


    ;-)_)

  • So, die Regierenden reagieren und wollen wohl 1 Mio Ladesäulen bis 20xy an den Start bringen und es soll wohl eine E-Auto-Förderung von 6.000 Euro geben.


    Zusammen mit der in NRW gibbet dann 10.000 Euro Förderung für ein E-Auto.


    Finde ich echt klasse, denn ich kaufe mir ja eins...