Vitovalor PT2 versus Luft-Wasser-Wärmepumpe

  • Hallo zusammen!


    Für ein 120qm großes Neubau-REH stehe ich vor der Wahl der passenden Heizung. Es gibt die Option der Luft-Wasser-Wärmepumpe Vitodens S200, alternativ wurde uns nun auch die Brennstoffzellenheizung Vitovalor PT2 angeboten, natürlich gegen Aufpreis. (5.500 Gerät incl Wartungsvertrag von 10 J+ 2400 Kamin + Kosten Gasanschluss). Die Förderung von 11.100 Euro wurde bereits abgezogen. Ich hoffe, die bekommt man dann auch...


    Abgesehen vom Anschaffungspreis stelle ich mir grundsätzlich die Frage, welche Heiztechnik die passende, da am effizientesten, für uns ist.

    Wir sind ein 4-Personen-Haushalt und das Haus wie gesagt ein Neubsu, sprich gut gedämmt. Es wird Fußbodenheizung verlegt. Insgesamt heizen wir nicht exzessiv.


    Von einer PV Anlage, die wir gern mit der Wärmepumpe kombiniert hätten, wurde mir jetzt wegen Unwirtschaftlichkeit aufgrund der Kleinen ungünstigen Dachfläche mehrfach abgeraten. Daher sind wir nun wieder am Schwanken, ob sich die Brennstoffzelle nicht doch lohnen könnte. Ist diese Technik für ein so kleines Haus nicht überdimensioniert? Klar ist Gas günstiger als Strom, aber wenn ich davon viel brauche und ja trotzdem noch Strom beziehen muss, rechnen sich die höheren Investitionskosten?

    Die Wärmepumpe wäre mir irgendwie sympathischer, weil ich keinen Kamin brauche, keinen zusätzlichen Gasanschluss und einfach „nur“ Strom beziehen muss, wenn auch natürlich deutlich mehr.


    Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen bei der Entscheidungsfindung.


    Vielen Dank!

  • Auch wenn das Dach nur für 3-4 KWp reicht, macht PV wirtschaftlich Sinn. Sollte halt keine Nordseite sein.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen bei der Entscheidungsfindung.

    Wie hoch ist denn voraussichtlich der Stromverbrauch (ohne Wärmepumpe)? Sofern der dem Durchschnitt einer vierköpfigen Familie entspricht (3.500-4.000 kWh) ist das für den wirtschaftlichen Betrieb einer Vitovalor wahrscheinlich zu wenig. Darüber nachdenken würde ich ab etwa 5.000 kWh.


    Bei der PV-Anlage ist die Frage, ob ausreichende und geeignete Dachflächen wenigstens für eine 3-4 kW(p) Anlage vorhanden sind. Das bedeutet bei 3 kW(p) etwa 14 m2 freie Fläche, die weitgehend unverschattet und entweder flach oder nach Osten/Süden/Westen geneigt sein müsste. Zum Betrieb einer Wärmepumpe wird eine solche Anlage nur wenig beitragen können, aber rechnen sollte sie sich über die Haushaltsstrom-Ersparnis (1200 kWh sollten drin sein) und die EEG-Vergütung trotzdem - natürlich nur wenn kein teurer Stromspeicher eingebaut wird.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

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  • Also bislang liegt der Stromverbrauch zu dritt in einer 80qm Wohnung bei 1700-1900kwh. Denke auch im Haus zu viert werden wir nicht über die durchschnittlichen 4000kwh kommen.

    Bezüglich PV sagen die einen es gehen nur 6qm unter Einhaltung der Brandschutzregeln, andere sagen es gehen bis zu 15qm. Das Haus (REH) hat ein Walmdach mit 45Grad Neigung und ist Süd-West ausgerichtet.

    Die Brennstoffzelle klingt wirklich interessant, aber kommt mir eben für das kleine Häuschen auch zu viel vor. Und wenn ihr meint die Luft-Wasser-Wärmepumpe reicht für uns völlig aus, dann sparen wir uns natürlich den Kamin und Gasanschluss. Sowohl finanziell als auch platztechnisch.

    Allerdings entwickeln sich die Strompreise natürlich rasant nach oben. Auf der anderen Seite kommt die CO2 Steuer dann aufs Gas... Es ist verzwickt...

  • Lass mich mal raten, Du baust mit einem Generalunternehmer (="Hausfirma"), und die stellt Euch für x Euro ein komplettes Haus hin. Für x Euro mehr gibt es dann das oder das oder das.....


    Ist das so?

  • Genau so ist es....

    Was sagt mir das jetzt?

    - Jemand will mir die Brennstoffzelle wegen der Mehrkosten aufs Auge drücken und eigentlich passt die Wärmepumpe?

    - Oder die Wärmepumpe ist halt im Basispaket enthalten, da einfach am günstigsten. Was anderes wäre aber besser???


    Wie ihr merkt verstehe ich von all dem halt nichts und suche daher Rat

  • Naja...


    Angenommen, ich verkaufe Dir ein komplettes Haus mit allem für x Euro.


    Und in dem "komplett" ist dann ne Heizung etc. drinnen, und damit die dann da reinkommt, muss ich Leute engagieren, die die Heizung etc. installieren.


    Und Dachdecker und n Baggerfahrer undundund brauche ich auch noch... und jeder will von meinen x Euro, die ich von Dir kriege, Geld, so dass mein x immer kleiner wird.


    Also werde ich mich doch bemühen, dass diejenigen, die ich engagiere, so billig wie nur irgend möglich sind, damit von meinen x Euro so viel wie nur eben machbar übrig bleibt, oder?


    Die angebotene Wärmepumpe von Viessmann ist nicht die Speerspitze der Deutschen Ingenieurskunst, sondern dafür da, um das Billigsegment abzudecken.


    Ne genaue Typenbezeichnung wäre gut...


    Und dann ne Aussage von Dir, was Dir denn wichtig ist. Sprich wenig Investition oder auf Dauer geringe Energiekosten. Dies läuft leider beides gegeneinander...


    Und der Wert Qh wäre auch mal gut, aber den kann man schätzen, Qh dürfte bei 120m² etwa bei 6.000 kWh liegen, Qtw ist 12,5xAn, also etwa 2.000 kWh. In Summe reichen da wohl 4 kW Heizleistung.

  • Solangsam bekomme ich Angst...


    Nein, also dass alle ihr Geld verdienen wollen, ist mir klar und daher versuche ich ja hier auch eine unabhängige Meinung zu erhalten. Vielen Dank also schon mal für eure Kommentare!!


    Angesichts mangelnder Fachkenntnisse könnten wir einen Hausbau ohne Generalunternehmer garnicht leisten (zeitlich wie nervlich). Daran ist jetzt auch nichts mehr zu rütteln, wir müssen jetzt mit dem Arbeiten, was wir haben.

    Ich muss auch nicht die non plus Ultra Heizungsanlage haben, aber natürlich möchte ich auch keine minderwertige Anlage. Ich möchte eine, die zu unserem kleinen Haus und dem eher moderaten Verbrauch passt. Zudem ist uns auch der ökologische Gesichtspunkt nicht ganz unwichtig. Daher hätte ich gerne die Wärmepumpe mit PV kombiniert.


    Bezüglich der Kostenfrage von Hans_Dampf: Grundsätzlich bin ich natürlich bereit anfangs mehr zu investieren, wenn es denn auf lange Sicht Sinn macht. Und bei einem Hauskauf/Bau reden wir ja über einen längeren Zeitraum, also es muss sich nicht innerhalb der nächsten 5 Jahre rechnen. Aber wenn ich höre, dass die Brennstoffzelle mit unserem Haushalt nicht ausgelastet sein wird, dann frage ich mich eben, ob die Mehrinvestitionen wirklich sinnvoll angelegt sind. Andererseits hat natürlich auf PV ihren Mehrpreis, auch das muss gerechtfertigt sein und sollte nicht nur ideologischer Natur sein.


    Bezüglich der angefragten Zahlen muss ich leider passen. Weder weiß ich was sie bedeuten, noch habe ich Angaben dazu....

  • Bezüglich PV sagen die einen es gehen nur 6qm unter Einhaltung der Brandschutzregeln, andere sagen es gehen bis zu 15qm. Das Haus (REH) hat ein Walmdach mit 45Grad Neigung und ist Süd-West ausgerichtet.

    Bei 15 m2 Fläche schafft man mit Hochleistungsmodulen (Fläche ca. 1,7x1,0 m, 365 W pro Modul) ca. 3,2 kW(p). Kleiner würde ich nicht bauen, da lohnt sich das nicht mehr. Möglicherweise gibt es aber auch Hochleistungsmodule mit kleineren Maßen, dann geht ggf. bei einem Walmdach etwas mehr Peakleistung drauf. (Unsere - auch auf einem Walmdach, siehe Signatur - haben z.B. 1,0x0,7 m, sind allerdings keine HLM und außerdem Baujahr 2010...)


    Was die Größe einer PV-Anlage mit dem Brandschutz zu tun haben soll ist mir allerdings ein Rätsel - oder gehen die 15 m2 womöglich nur, wenn Dachfenster o. dgl. zugebaut werden?


    Und dann ne Aussage von Dir, was Dir denn wichtig ist. Sprich wenig Investition oder auf Dauer geringe Energiekosten. Dies läuft leider beides gegeneinander...

    Thomas, alles schön und gut. Aber denkst Du denn, dass sich eine PT2 in diesem Fall rechnen könnte? Bei geschätzten 4000 kWh Stromverbrauch und einem Aufpreis (nach Förderung) von 5.000 EUR netto halte ich das für zumindest grenzwertig, zumal ich bei einem Qh+QTw von lediglich 8000 kWh nicht sicher bin welche Laufzeit das Teil mit 1,1 kW(th) in der Übergangszeit überhaupt erreicht.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Also, konkret bei diesem BV mit einer Heizlast (die wir nicht kennen und die der Bauherr auch nicht kennt) von 4 kW, vier Personen und dann ohne WP 4.000 kWh Haushaltsstrom würde ich hier eine vernünftige Luft-WP nehmen, die angebotene Viessmann-WP ist zwar eine Viessmann-WP, aber eben keine vernünftige... Sieht aus wie ne designmäßig aufgepumpte Panasonic oder so....


    Man hat mit ihr einen warmen Hintern, das schafft die, wenn nix mehr geht, kommt der Heizstab... Ist ja gut gedämmt, blablabla....


    Auf gar keinen Fall würde ich in diesem Objekt eine BSZ installieren, egal, welche. Wenn diese nach allem 10 Mille mehr kostet stellt sich die Frage, wieso man die denn ausgeben soll und wann die sich denn rechnen.


    Der Zusammenhang Wärmepumpe und Photovoltaik ist nicht auszurotten, aber dennoch Unsinn.


    Ihr werdet Euch bei dem Neubau noch wundern, wo Euer Geld noch hinmarschieren wird. Deshalb würde ich mit der PV noch warten und erstmal einziehen.


    Es ist übrigend sehr unklug, mit einer Vollkaskomentalität an einen Neubau zu gehen (ich habe keine Zeit, habe keine Ahnung, Wärmebedarf kenne ich nicht etc.), gibt dann ein böses Erwachen.


    Der Wärmebedarf steht im Wärmeschutznachweis, dieser ist Bestandteil des Bauantrags und das alles muss Dir vorliegen.


    Nach dem Motto "Hallo, ich baue, interessiere mich aber nicht dafür, könnt Ihr mir mal helfen?" kann man aber auch vorgehen.

  • Moin,

    hilfreich wäre hier vielleicht wenn ihr mal ein paar qualitativ hochwertige WP Modelle nennt.

    Vielleicht gibt es ja welche die auch noch bei -5°C arbeiten.

    Würde mich auch interessieren. Baue nächste Jahr auch und kann dort wohl auch "nur" WP machen.

    Gruß

    Jogo

  • Wir haben an sich ein fertiges Haus gekauft, da wir gerade nicht von Grund auf alles planen wollten. Wir dürfen/müssen nun eben aufgrund des Bauherrenprinzip doch einiges noch selbst auswählen. Wir sind nunmal nicht vom Fach und ich glaube auch nicht, dass wir die einzigen sind, die sich nicht bis ins Detail mit solchen Dingen beschäftigen. Daher weiß ich jetzt leider auch nicht, was dieser schnippische Ton soll... Ich versuche ja gerade mich damit zu beschäftigen. Die anderen Reihenhausparteien haben sich aufgrund der „Beratung“ nun alle für die BSZ entschieden. Ich wollte das nicht so ohne Nachforschung machen.

    Ich bedanke mich aber trotzdem für das Expertenwissen.

  • Die Frage ist ja eigentlich, wie frei kannst du dich entscheiden. Kannst du nur die WP wählen die dir angeboten wurde, oder kannst du auch ein anderes besseres Modell wählen. ( Panasonic Aquarea Split )


    Generell würde ich dir auch eine WP empfehlen. Und natürlich PV so viel wie aufs Dach geht. Auch wenn die PV im Winter nicht genug Strom für die WP liefert. Im Sommer liefert sie aber Überschuss mit dem du die Stromkosten senken kannst.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Das müsste ich erfragen. Aber ich nehme an, dass gegen Aufpreis fast alles geht...

    Ist das Panasonic Modell grundsätzlich effizienter? Was unterscheidet sie von der Viessmann WP?

    Gibt es von der Panasonic WP nochmal verschiedene Typen? Wenn ja dann müsste ich wirklich wissen, was genau ich ordern muss.

    Danke!!

  • Guckst du da rein

    Das müsste ich erfragen. Aber ich nehme an, dass gegen Aufpreis fast alles geht...

    Ist das Panasonic Modell grundsätzlich effizienter? Was unterscheidet sie von der Viessmann WP?

    Gibt es von der Panasonic WP nochmal verschiedene Typen? Wenn ja dann müsste ich wirklich wissen, was genau ich ordern muss.

    Danke!!

    Das hängt von der Heizlast und vom Standort ab. Dafür gibt es den Fachbetriebe.

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    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW