BHKW-Lösung für Altbau gesucht

  • Hallo Ihr Lieben, evtl könnt ihr mir helfen?

    Ich suche nach einer passenden Lösung für den Stromverbrauch. Altbau größtenteils normale Heizkörper gastherme neuwertig 2 1/2 Jahre alt

    Gas 52000kwh Verbrauch

    Strom 8800kwh Verbrauch


    Platz ist genug vorhanden

    Teilen mit Nachbarn geht nicht


    liebe Grüße

  • Und konkret in diesem Fall ist eine Brennstoffzelle von Solidpower die beste Lösung und schlägt (auch, wenn ich RMB-Fetischist bin) den Living um Längen.


    Die Therme kann bleiben, die Anlage kann man für 25.000 netto bauen, dann den KWK-Zuschlag direkt auszahlen lassen und nach den dann fließenden 16.000 Euro Förderung und das Teil kostet dann eben 6.000 netto.

  • Nach dem bisher bekannten sind BHKW und BSZ Interessant. Und Batterie ist i. d. R. wirklich erst nach Förderende ggf. sinnvoll. Zumindest Finanziell.


    Hast du evtl. noch mehr Infos, z. B. über die Aufteilung des Stromverbrauchs? Denn hohe Spitzenlasten oder eine erhöhte Grundlast sind in dem Fall meiner Meinung nach das entscheidende Kriterium. Wie sieht es denn in den nächsten 10 Jahren mit E-Auto aus, und wie steht es um Platz für PV?


    Ach ja ich würde zwar keine drauf bauen, aber das Vorhandensein von Solartermie hat auch einfluss auf die Entscheidung!

  • Und konkret in diesem Fall ist eine Brennstoffzelle von Solidpower die beste Lösung und schlägt (auch, wenn ich RMB-Fetischist bin) den Living um Längen.

    Hallo Hans Dampf,


    da ich mich bisher noch nicht mit einer Brennstoffzelle beschäftigt habe, möchte ich Dich bitten, in zwei Sätzen Dein obiges Zitat zu erläutern bzw. zu berechnen.


    Viele Grüße und vielen Dank


    Bernd

  • Bernigo


    Also, der BlueGEN macht 1,5 kWh in der Stunde und das eben immer. Die Wärme wird im System genutzt (800 Watt thermisch), falls hier keine Abnahme ist, geht sie zum Teufel. Dies ist aber sehr selten der Fall, passiert aber. Die BSZ bleibt dann aber nicht stehen. Sie läuft durch. Und macht eben im Jahr 13.000 kwh Strom, wenn man nicht gerade mit dem Hammer reinkloppt, kann man das nicht verhindern.


    Gerade konkret hier bei 8.000 kWh Strombedarf liegen fast 1 kW Last an. Gibt einen super Eigenverbrauch.


    Der Living ist aber darauf angewiesen, seine wenigstens 3,8 kW thermisch loszuwerden, und das ist schon mal ein Wort... Der Living braucht einen Pufferspeicher etc..... Und die Förderung ist dramatisch geringer als die 16.000 Euro, die es für die BSZ gibt.


    Deshalb ist eine BSZ in solchen Objekten besser geeignet als ein Living. Soll aber nicht bedeuten, dass der Living Müll ist und jeder, der einen hat, ein Idiot.... Es ist ja nicht umsonst so, dass wir nur BHKW von RMB einbauen, aber eben keinen Living, denn da nehmen wir dann den BlueGEN


    Alles klar?

  • Alles klar?

    Hallo Hans Dampf,


    nett erklärt, Danke. Eine dumme Frage nun, wenn die Brennstoffzelle so eine geringe Abwärme produziert, wieso baut man dann noch Gaskraftwerke wo wahrscheinlich immer noch 40% durch den Kühlturm gehen, oder gibt es in dieser Größenordnung vom 800 Megawatt keine Brennstoffzelle?


    Viele Grüße und vielen Dank


    Bernd

  • Weil es wohl als BSZ keine Lösung für 800 MW gibt... es wäre aber eine Lösung, wenn sich jeder in seinem EFH eine BSZ installieren würde, oder in MFH 2 oder mehr BSZ....


    Da habe ich hier mal drüber geschrieben, aber hat keinen gejuckt. Man könnte so mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen und auch das Thema Netzausbau entspannen. Aber es wird halt nicht gemacht


    Solidpower sitzt gerade an einer Kiste mit 6 kW elektrischer Leistung, mal sehen, ob die kommt und wann.... man kann aber jetzt schon mehrere BSZ in Reihe schalten....


    Frage 1:

    Wie viele EFH oder kleine MFH gibbet in Deutschland?


    Frage 2:

    Wie viele BSZ werden pro Jahr in Deutschland verkauft?

  • Wenn nicht zum Heizen genutzt gehen bei der Bluegen auch 35 % in den Schornstein. GuD Kraftwerke schaffen immerhin 37 % Abwärme. Nun ist auch die Frage was wohl die geringeren Wartungskosten hat...


    Und ja ja ich weiß, zum größeren Teil kann man (ohne ST) die Abwärme nutzen...

  • Also bei derzeit 52.000 kWh Gasverbrauch mit einer neuen Therme muss man sich um die Abwärmenutzung einer BlueGen (7.400 kWh im Jahr) bestimmt keine Sorgen machen, wahrscheinlich nicht mal außerhalb der Heizperiode.


    Unabhängig davon würde ich angesichts des hohen Wärmebedarfs ein konventionelles BHKW nicht einfach abtun. Dabei hängt vieles von den folgenden drei Faktoren ab:


    1) Stromverbrauchsprofil: Wie von "Dachs" schon erwähnt würde ein gleichmäßiger Verbrauch mit hoher Grundlast und wenigen kurzen Spitzen eher für eine Brennstoffzelle sprechen. Bei niedriger Grundlast aber regelmäßigen längeren Perioden mit einem Stromverbrauch von mindestens 1,5-2 kW könnte ein konventionelles BHKW Vorteile haben.


    2) Wärmeverbrauch außerhalb der Heizperiode: 20,4 kWh/d reichen aus um die Abwärme einer BlueGen komplett zu nutzen. Ein NeoTower 2.0 könnte damit in Volllast (2 kWel, 5,2 kWth) 3,9 Stunden täglich laufen, in Teillast (1,1 kWel, 3,8 kWth) 5,4 Stunden. Je höher der Wärmeverbrauch im Sommer ist, desto geringer wird der Laufzeit-Nachteil des konventionellen BHKW in dieser Zeit.


    3) Ist eine PV-Anlage vorhanden oder geplant? Wenn ja, könnte diese im Sommerhalbjahr die Stromversorgung tagsüber weitgehend abdecken. Ein konventionelles BHKW würde man dann vorzugsweise abends und evtl. auch morgens laufen lassen. Eine Brennstoffzelle läuft dagegen durch und vermindert den Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage (und damit deren Wirtschaftlichkeit). Ohne PV-Anlage kann im Sommerhalbjahr ein hoher Autarkiegrad nur mit einer Brennstoffzelle erreicht werden.


    Sofern mindestens zwei dieser drei Punkte für ein konventionelles BHKW sprechen, würde ich beide Alternativen (einschl. Förderung) zumindest mal rechnen.


    den KWK-Zuschlag direkt auszahlen lassen

    Davon würde ich in dem Fall eher abraten. Bei 8.800 kWh Gesamtverbrauch und 13.050 kWh Gesamt-Erzeugung dürfte der Eigenverbrauch so um 7.200 kWh liegen. Also werden ca. 5.850 kWh im Jahr eingespeist. Das bringt knapp sieben Jahre lang (bis die 60.000 VBh erreicht sind) 234 EUR/a mehr an KWK-Zuschlag als die Pauschalzahlung, in Summe also ca. 1.600 EUR.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Man sollte bei der ganzen Sache die Gesamtkosten der BSZ innerhalb der 10 Jahre Vollwartungslaufzeit nicht vergessen.

    Ich bin ja eigentlich ein Freund der KWK, möchte aber gerade hier einen kurzen Vergleich mit einer PV Anlage machen.


    Unterm Strich kostet das Gerät inkl. Förderung 6000,-. Dazu kommen die Vollwartungskosten von 6000,- und der Gasverbrauch von 2,2kWh für 1,5kWel von ca. 7600,-. Die 0,8kwth sind wurscht, dafür läuft halt die Therme weniger.

    Macht unterm Strich Betriebskosten von knapp 20000,- innerhalb der 10 Jahre Vollwartungslaufzeit. Leider kann ja am Tag danach das Gerät den Geist aufgeben und dann war's das.


    Innerhalb der 10Jahre macht das Gerät von mir aus 7000kwh Strom im Eigenverbrauch was in 10 Jahren da. 21000,- spart. Ok, sind wir zumindest schonmal mit 1000,- positiv. Dann bekommt man noch ca. 0,05cent für die Einspeisung, das gibt dann nochmal ca. 2400,-. Macht unterm Strich eine Reduzierung der Stromrechnung von ca. 340,- im Jahr. Nicht mehr und nicht weniger.

    Mit Umstellung der Einspeiseförderung evtl. etwas mehr. Aber wurscht.

    Anstatt 2640,- zahlt man dann halt nur noch 2300,- für den Strombedarf von 8800kwh pro Jahr.

    Meiner Meinung nach ist das net wirklich toll!


    Falls es das Gebäude möglich macht wäre es doch hier viel sinnvoller für die Hälfte der Kosten, also für 10000,-, eine PV Anlage aufs Dach zu setzen. Im Bereich von 5-7kWp. Dazu noch einen Pufferspeicher mit Heizpatrone zur Warmwasserbereitung und ggfs. Heizungsunterstützung.

    Damit bekommt man ohne Batterie evtl. nur 30-50% Eigenverbrauch (je nach Lastprofil) hin, hat aber parallel die Möglichkeit den Gasverbrauch gerade im Sommer massiv zu senken.

    Dazu kommt ausserdem, dass die PV Anlage nicht nach 10 Jahren tot ist und evtl. falls preislich interessant noch über ein Batteriesystem nachgedacht werden kann.

    Aber auch ohne Batterie bleibt da selbst nach 10 Jahren schon mehr übrig als bei der BSZ.

    Bei 7h Sonne pro Tag und einer mittleren Heizleistung von 2kWth kommen schon 200,- weniger Gas pro Jahr raus. Dazu noch 800,- weniger Stromkosten bei lediglich 30% Eigenverbrauchsreduzierung. Dazu noch die entsprechende Einspeisevergütung, die ich hier mal aussen vor lasse.

    Also sind wir unterm Strich nach spätestens 10Jahren bei Null, eher weniger. Wer möchte kann sich ja mal die genauen Erträge und Rückerstattungen zusammen rechnen. Aber die paar Zahlen sollten für eine Bewertung ausreichen.

  • eine PV Anlage aufs Dach zu setzen. Im Bereich von 5-7kWp. Dazu noch einen Pufferspeicher mit Heizpatrone zur Warmwasserbereitung und ggfs. Heizungsunterstützung

    Also nix gegen eine PV-Anlage (siehe auch meine Signatur), und nix gegen Deine generellen Argumente pro PV. Aber PV-Strom mit einem Heizstab zu Niedertemperatur-Wärme zu verbrennen, ist sowohl wirtschaftlicher als auch ökologischer Unsinn. Zum Wirtschaftlichen: Wer das macht, verzichtet auf ca. 11 ct/kWh EEG-Einspeisevergütung, um Erdgas für maximal 5-6 ct/kWh einzusparen. Und ökologisch bringt das auch nichts, weil der im Heizstab verbrannte Strom – würde er stattdessen eingespeist – andernorts Strom aus fossilen Quellen ersetzt, der mit Wirkungsgraden zwischen 40% (Kohle) und äußerstenfalls 55% (GuD) produziert wird. (In zwanzig Jahren ist das hoffentlich anders, aber auf absehbare Zeit muss man das berücksichtigen.) Eine gute Gastherme hat dagegen selbst bei der TWW-Erzeugung Wirkungsgrade oberhalb 90% (Hs).


    Einstweilen gibt es von dieser Regel nur eine Ausnahme, nämlich wenn der PV-Betreiber im Heizstab ausschließlich PV-Strom einsetzt, der ansonsten wegen der 70%-Kappung abgeregelt worden wäre. Aber das betrifft äußerstenfalls 4-5% der Jahresproduktion, bei einer Anlage mit 5-7 kWp also etwa 200-350 kWh im Jahr. Unter ökologischen Gesichtspunkten kann man das machen, aber rechnen wird sich das (wenn man neben dem Heizstab noch die Kosten für die Regelungs-Mimik berücksichtigt) wohl kaum.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Das kommt eben auf die Förderdauer an. So lange man Einspeisevergütung bekommt bin ich vollkommen bei dir. Danach wäre der Heizstab aber eine sinnvolle Lösung.


    Aber darum geht es eigentlich nicht in meinen Ausführungen. Es geht darum, das selbst wenn eine PV Anlage schlecht vergütet wird, unterm Strich mehr raus kommt, als bei einer BSZ die man aktuell am Markt zu kaufen bekommt. Bzw. wird das ganze durch die hohen Wartungskosten sehr unrentabel.