Brennstoffzelle oder Gasbrennwert im Neubau

  • Wenn man ST hat (also BSZ ausscheidet) ist der nutzen von PV ähnlich groß oder sogar größer als der von KWK.

    Das stimmt aber nur dann, wenn man a) einen Stromspeicher hat und b) das BHKW tatsächlich – wie anscheinend bei Dir – von Mitte März bis Mitte Oktober aus ist. Unseres ist trotz großer ST (14 m2) meist nur Anfang Juni bis Mitte September aus und hat z.B. selbst im Supersommer 2018 vom 19.03. bis 14.10. insgesamt 550 kWh Strom erzeugt (15% der Jahresarbeit). Im Gesamtjahr 2018 haben wir 3.640 kWh BHKW-Strom erzeugt und davon (auf Basis 5500 kWh Gesamtverbrauch, fast wie bei Dir) 2.235 kWh (61%) selbst verbraucht. Die PV-Anlage hat mit 8.365 kWh mehr als das Doppelte an Strom erzeugt, aber der Direktverbrauch lag gerade mal bei 1.600 kWh.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Unsere ST ist 12 m2, und bei den Zahlen war noch keine Batterie vorhanden. Aber wie wir an anderer Stelle schon bemerkt haben kommt es auf die individuellen Bedürfnisse an. Verbraucher Tagsüber laufen lassen bzw. paralell zum BHKW und sparsamer Umgang mit Wasser sind hier wohl die Gründe. Dann kommt man auch ohne Speicher auf die Zahlen.

  • Noch ne Ergänzung:

    Der Aussenpool wird 8m x 3,6m x 1,5m groß werden, mit einer WP beheizt werden und keine Gegenstromanlage haben. Er soll circa von April bis Oktober beheizt werden (26°C). Ein Bekannter hat bei gleichen Voraussetztungen jährliche Stromkosten von € 500.

    € 500 Stromkosten entsprechen grob geschätzt ca. 1.800 kWh Stromverbrauch. Verteilt auf ca. 200 Tage wären das 9 kWh/Tag. Wenn man das so hinbekommen kann, dass die WP nur am Tag läuft (etwa ab 08:00h), so könnte m.E. der weit überwiegende Teil des Stromverbrauchs von einer PV-Anlage gedeckt werden. Das würde also weiterhin für die Empfehlung "Vitovalor + PV-Anlage" sprechen.


    Wenn natürlich das Bedarfsprofil einen warmen Pool um 06:00h morgens verlangt, muss die WP nachts laufen. Eine Vitovalor stattdessen im Sommer durchlaufen zu lassen und die überschüssige Wärme (ca. 10-15 kWh/Tag) in den Pool zu leiten klingt elegant, dürfte allerdings regelungstechnisch nicht ganz einfach sein. Die WP wäre dann nur eine "Spitzenlast-Heizung". Eine BlueGen anzuschaffen (da könnte das bisschen überschüssige Wärme wohl sehr einfach in den Pool gehen) lohnt sich wegen zusätzlicher 1800 kWh Strombedarf wohl noch nicht. Und die Leistungsaufnahme der Pool-WP ist in jedem Fall wahrscheinlich höher als eine BZ hergibt.

    Vielleicht ist es in dem Fall am kostengünstigsten, einen Zweitarif-Stromvertrag abzuschließen und die Pool-WP mit günstigem NT-Strom zu betreiben.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Wenn ich wählen könnte ob ich vorhandene ST nutze oder ne BSZ einbaue, würde die BSZ gewinnen und die ST stillgelegt.

    Wenn du dich für die Viessmann Brennstoffzelle entscheidest, solltest du dir auch unbedingt mal https://vishare.viessmann.de/ anschauen. Dort verkaufst du deinen überschüssigen Strom nicht ans Netz sondern gibst ihn in die Cloud. Wenn du mal selber mehr Bedarf hast und deine eigene Erzeugung nicht ausreicht erhälst du den Strom aus der Cloud. Find ich ne tolle Sache, zumal du den Strom zu einem fixen Preis erhälst. Sollte man unbedingt mal rechnen ob sich das lohnt. Ist ne gute alternative zu einem Stromspeicher

  • Diese "Cloud" Tarife sind reines Marketinggewäsch und lohnen sich für den Anlagenbetreiber in der Regel nicht. Man kann den Strom nicht ins Netz einspeisen und später verbrauchen, weder physikalisch noch energiewirtschaftlich. Eingespeister Strom bleibt eingespeister Strom und wird irgendwo anders verbraucht sowie energiewirtschaftlich auch genau so bilanziert. Nun gibt es "Cloud-Tarife" oder "Energie-Communities". Das sind aber entweder nur Strombezugstarife (Energieversorgungstarife) mit speziellen Konditionen oder aber zusätzlich auch Direktvermarktungstarife für den eingespeisten Strom. Da aber Strom in Deutschland, wie jeder BHKW-Betreiber weiß, an der Strombörse nur 3 bis 6 Cent/kWh kostet und der Rest des Strompreises Steuern, Umlagen und Abgaben sind, kann so ein Community-Tarif betriebswirtschaftlich nicht funktionieren. Das bedeutet: Entweder ist so ein Tarif unter Vollkostenbetrachtung (also neben Grundgebühr auch ggf. RLM/Smart-Meter-Kosten usw.) also teurer als die normale Einspeisung und ein normaler Strombezug von einem beliebigen EVU. Dann sind das "Feel-Good-Tarife", wie z.B. buzzn sie anbietet. Oder aber ein Anlagenhersteller bezuschusst so einen Tarif aus seiner Marketingkasse (wohl bei Sonnen, Viessmann usw.). Aber selbst dann rechnet sich der Buzzword-Bingo-Spaß der Marketingabteilung für den Anlagenbetreiber nicht zwangsweise.


    Also kurzum: Nicht vom Marketing einlullen oder verblenden lassen. Vollkostenrechnung machen und dann entscheiden. Aber dabei den Kaufpreis für eine entsprechende Anlage nicht vergessen. Habe schon Hausbesitzer getroffen, die sich über ihren günstigen Wolkenstrom freuten und 3.000 Euro mehr für ihren Stromspeicher bezahlten, weil es ja dann den Wolkentarif gibt. Beim sonnigen Marketing hörte ich gedanklich die Sektkorken knallen... :pfeifen:


    PS: Ich warte noch auf den ersten Tarifnamen der die Buzzwords "Cloud", "Blockchain", "Energie 4.0" und "Smart" miteinander kombiniert... Dann zieht meine Bingo-Karte den Hauptpreis.

    :glaskugel: