BHKW neuerdings 40 Jahre förderfähig?

  • Fragen:

    a) Wie viel Strom pro Jahr produziert der Dachs? Wann produziert er den?

    b) Wie viel Strom pro Jahr produziert der kleine neoTower? Wann produziert er den?


    und c) (Frage nicht nötig, kommt nur ne Antwort)

    Brennstoffzelle BlueGEN: Stromproduktion 13.000 kWh/Jahr. Wann? Immer 1,5 kWh jede Stunde

    Förderung mindestens 12.450 Euro

  • Auf die Gefahr mich zu wiederholen...

    Aber so lange wir nichts über den Stromverbrauch (einschl. Eigenverbrauch aus der PV) wissen, ist es nicht möglich, hier eine seriöse Empfehlung abzugeben.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • im letzten Jahr von den Abrechnungen:

    El. Energiebedarf 8500 kWh/a

    Thermischer Energiebedarf 25500kWh (Erdgas)/a

    Die Berechnungen des Solarteurs der die der PV-Anlage (12kWp+14kWh Speicher) installiert hat sagen aus, dass ich im Winterhalbjahr mit einem Zukauf von ca. 2500 kWh rechnen muss. Da wir seit 7 Jahren 10kWp Solarthermie auf dem Dach haben, gehe ich davon aus, dass der thermische Energiebedarf sich ebenfalls überwiegend dem Winterhalbjahr zuzurechnen ist.

    Gibt es noch wietere Angeben die hilfreich wären?

  • Gibt es noch wietere Angeben die hilfreich wären?

    Höchstens noch die Klarstellung, was Du mit "10 kWp Solarthermie" meinst – ich nehme aber an es sind zehn Quadratmeter. Das reicht jedenfalls, um im Sommer (Mitte Mai bis Mitte September) das Haus nahezu komplett mit Wärme zu versorgen. Und damit kann man (ausgehend von den Erfahrungen in unserem Haus mit einem ähnlichen System, siehe Signatur) die Ertrags- und Verbrauchswerte m.E. schon ziemlich gut abschätzen.


    Die Alternativen sind also ein NeoTower 2.0 mit 5,2 kW(th) und 2,0 kW(el), andererseits die BlueGen mit 0,85 kW(th) und 1,5 kW(el).


    Die Berechnung ist wegen des Speichers (ob sich der rechnet oder nicht ist egal, er ist nun mal da) vergleichsweise einfach. Auch Speicherverluste kann man in erster Näherung außer acht lassen, weil sich die zu speichernde Strommenge übers Jahr bei beiden Alternativen im Vergleich zum Ist-Zustand nicht bedeutend ändern dürfte. Nachdem de facto überhaupt nur 2.500 kWh Bezugsstrom zum Einsparen zur Verfügung stehen, lässt sich schon jetzt absehen, dass sich keine der Alternativen rechnet. Aber wer schon einen 14 kWh Stromspeicher gekauft hat, für den ist das ja vielleicht auch von untergeordneter Bedeutung. Deshalb mal hier der Versuch einer überschlägigen Abschätzung.


    Die BlueGen läuft im Jahr 8.700 Stunden, erzeugt 13.050 kWh Strom und 7.400 kWh Wärme und braucht dafür 26.000 kWh (Hs) Erdgas. Damit kannst Du im Winter die von Deinem Solarteur errechneten 2.500 kWh Bezugsstrom ersetzen. Grob gerechnet wirst Du mit dem (stets vorrangig verbrauchten bzw. gespeicherten) BZ-Strom weitere 6.000 kWh PV-Strom substituieren, die Du bis jetzt selbst verbraucht hast und nunmehr einspeisen kannst. Aus der BZ eingespeist werden 4.500 kWh. Von den 7.400 kWh Wärme der BZ kannst Du ca. 5.000 kWh nutzen. Der Rest substituiert im Sommer ST-Wärme bzw. geht dann ungenutzt über Dach. Folglich wirst Du im Zusatzkessel (angenommen er hat 95% Wirkungsgrad Hs) noch ca. 20.200 kWh Erdgas verbrauchen.


    Das neoTower dürfte im Jahr 4000 Vollbetriebsstunden erreichen und 8000 kWh Strom sowie 20.800 kWh Wärme erzeugen. Bei dem angegebenen Wirkungsgrad von 100,1% (Hi) dürfte der Erdgasverbrauch bei ca. 32.000 kWh (Hs) liegen. Von den 8000 kWh Strom kannst Du wiederum 2.500 kWh direkt nutzen. Mit weiteren ca. 2.900 kWh wirst Du PV-Strom substituieren und die restlichen 2.600 kWh werden eingespeist. Die 20.800 kWh Wärme kannst Du vollständig nutzen. Der Zusatzkessel wird dann noch weitere ca. 3.600 kWh Erdgas verbrauchen.


    Das Ergebnis sieht dann aus wie in der angehängten Tabelle. Du kannst hier an Stelle meiner Annahmen für Strom- und Erdgaspreise die bei Dir tatsächlich gültigen Zahlen einsetzen, sowie insbesondere bei den Wartungskosten das, was tatsächlich in den Angeboten steht. (Die 600 EUR sind nur ein Platzhalter, sie entsprechen der in der Industrie üblichen Daumenregel von 2-5% der geschätzten Investitionskosten vor Förderung, hier grob über den Daumen 30 TEUR.)


    Aber ob beim Netto-Vorteil dann am Ende 200 EUR mehr oder weniger drin stehen ist eigentlich völlig egal. Sofern beide BHKW's 15 Jahre leben (dann läuft auch beim NeoTower die Förderung aus), UND WENN ab dem 11. Jahr die jährlichen Wartungskosten nicht höher liegen als im Rahmen des 10-jährigen VoWa, liegt der kumulierte Vorteil bei ca. 7-10 TEUR, mit leichtem Vorteil für das NeoTower. Dem stehen Investitionen (nach Förderung) von m.E. in beiden Fällen mindestens 20 TEUR gegenüber. Natürlich ist denkbar, dass zukünftig die Strompreise (einschl. Einspeisevergütungen) erheblich ansteigen. Aber unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und aus heutiger Sicht lässt sich in Deinem Fall m.E. keine dieser Investitionen rechtfertigen.

    Dateien

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    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Die Tabelle ist echt klasse, Hut ab.


    Aber 600 Euro für die Vollwartung des neoTower 2.0???? Da komme ich auf 760 Euro (19 Cent/Bh)


    Nicht ganz unwichtig: Gilt auch für die Stunden in Teillast...

  • Die Tabelle ist echt klasse, Hut ab.

    :thankyou:

    Zitat von Hans_Dampf

    Aber 600 Euro für die Vollwartung des neoTower 2.0???? Da komme ich auf 760 Euro (19 Cent/Bh)

    Wie oben bereits gesagt: Die 600 waren nur eine Fachkenntnis-freie Peilung über drei breite Ingenieursdaumen. Also dafür finde ich eine Abweichung von minus 21% zum korrekten Wert gar nicht mal so schlecht.^^


    Aber danke für die Info, das bringt uns deutlich weiter. Hast Du so eine Zahl auch für die BlueGen?

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  • Klar...


    Sind 600 Euro...


    Wobei meiner Meinung nach sowohl die 600 Euro für den BlueGEN wie auch die 0,19 Cent (VOLL(!)wartung für den nt2.0 nicht im Ansatz kostendeckend sind... soll aber nicht mein Problem sein... Kann ich Euch auch gerne vorrechnen:


    Der Wartungsintervall 15.000 Bh ist auch sehr sportlich, sind immerhin hier fast 4 Jahre... Wird dann hinten raus spannend, wenn die Kiste das vierte Jahr mit der selben Suppe läuft...

  • Wobei meiner Meinung nach sowohl die 600 Euro für den BlueGEN wie auch die 0,19 Cent (VOLL(!)wartung für den nt2.0 nicht im Ansatz kostendeckend sind... soll aber nicht mein Problem sein...

    Deins nicht, aber ab dem 11. BJ das des Betreibers. Denn wenn das so ist, muss er ab dann jedenfalls mit deutlich höheren Kosten für Wartung bzw. Reparaturen rechnen. Bei meinem inzwischen 13 Jahre alten Auto (ohne Vollwartungsvertrag :)) haben sich die M&R-Kosten ab ungefähr dem 9. Betriebsjahr in etwa verdoppelt. Klar, man kann das nicht vergleichen. Aber vielleicht wäre man nicht schlecht beraten, wenn man in solchen Langfristrechnungen vorsichtshalber auch für BHKW's ab dem 11. Betriebsjahr die "Voll"-Wartungskosten verdoppelt?

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Sailor, das ist wohl so....


    Es ist aber auch so, dass die 600 Euro und die 19 Cent/Bh einer Teuerung unterliegen die sich nach einer extrem kryptischen Formel ergibt, die Lohnkostensteigerungen, Sonnenstand und Mondphasen beinhaltet... verstanden habe ich sie nicht, die Formel, diejenigen, die sie erstellt haben, auch nicht.


    Mein Vorschlag, einfach 3% pro Jahr bzw. je Wartung als Teuerung zu nehmen, fand kein Gehör.


    Beim BlueGEN ist der Vowa ja Pflicht wegen der Förderung, bei den BHKW liegt die Quote Vowa/Regelwartung bei uns bei etwa 15/85


    Wie ich es verstanden habe, kommt Viessmann nur alle 4(??) Jahre vorbei? Oder wann oder wie? Bei uns sagt man: Ob dat gutgeht?

  • Hans,

    die Vitovalor (BSZ-Teil) wird im 5., 10. und 15. Betriebsjahr gewartet. Im 20. Betriebsjahr wird abgeschaltet (das ist von Panasonic vorgegeben). Eine Reaktivierung und Weiterbetrieb ist nicht möglich.

    Wartung ist ja ein feststehender Arbeitsumfang. Das könnte man ins 10. Jahr usw hochrechen. Reparaturen sind was anderes, da kann man nicht planen wann und was oder ob überhaupt....


    Im übrigen bin ich mit 3% Teurung pro Jahr voll deiner Meinung. Das passt.