Heizungserneuerung mit Blick Richtung BSZ

  • Guten Tag zusammen,

    ich habe mich diese Woche im Forum angemeldet weil ich mich ernsthaft mit dem Gedanken trage meine Energieeffizienz zu steigern. Kurz zu meiner Person und was mich bewegt hat hier im Forum beizutreten. Im Forum steht die Kürzel MO für Montafon. Ich bin Eigentürmer eines Zweifamilien Hauses das 1995 als Doppelhaus je Wohneinheit mit 150 Quadratmeter Wohnfläche, auf einen aus 1900 liegenden Gewölbekeller, von uns komplett neu aufgebaut wurde. Beide Haushälften werden noch heute innerhalb der Familie bewohnt. Warum bin ich dem Forum beigetreten: Ich bin Privatmann und kein Heizungsbauer oder Fachspeziallist wie die meisten hier im Forum. Ich verspreche mir hier im Forum wertvolle Tipps und Unterstützung zu erhalten, wohlwissend dass ich zumindest am Anfang noch nichts zurückgeben kann. Hier bitte ich an dieser Stelle schon einmal um Verständnis. Wie komm ich eigentlich dazu: Interesse habe ich im Internet bei Aroundhome nach einer Photovoltaikanlage mit Speicher gezeigt. Ein erstes vor Ort Gespräch hat bereits stattgefunden und jetzt bin ich schon bei einer Vitovalor PT2 von Viessmann das mir das Unternehmen EW ENERGY WORLD schmackhaft macht. Ich möchte hier keinen Schnellschuss tätigen und suche deshalb Erfahrungen und Unterstützung auf konstruktiver Basis. Anbei ein paar technische Daten die ich zusammentragen konnte.

    Bestand:

    1. Zweifamilienhaus Baujahr 95 mit je 150 m² Wohnfläche
    2. Lt. Wärmeschutznachweis Wärmedurchgangskoeffizient km, W+F = 1.001 [ W/m²*K ]
    3. Fußbodenheizung sowie je Haushälfte ein Scheitholzhofen je 6 KW
    4. Heizung sowie Warmwasser über eine Heizungsanlage (Fußbodenheizung)
    5. Buderus Kessel S 315 mit Ecomatic 4000 Steuerung
    6. Weishaupt Brenner WL 10-B Ausführung H Baujahr. 95
    7. Buderus Speicher ST 201 mit 200 Liter
    8. PV-Anlage 5 kwp Volleinspeisung zu 43 ct/kWh
    9. Zukunftsorientiert könnte noch ein Außenpool hinzukommen

    Unser aktueller Energiebedarf im Schnitt (letzten 3 Jahre)

    Heizölverbrauch: 5.500 Liter

    Strombezug komplett (beide Haushälften) 8.500 kWh

    Anmerkung: Noch kein Erdgasanschluss vorhanden liegt aber vor dem Haus

    Meine erste Frage in die Runde. Kann ich auf Grund der vorliegenden Daten ruhigem Gewissen das Thema BRENNSTOFFZELLE weiter verfolgen und hat jemand Erfahrung mit der Firma Energy World. Oder was wäre die richte Investition, bin nach allen Seiten offen.

    Vorab vielen Dank und freundliche Grüße

  • Moin Montafon ,

    Kann ich auf Grund der vorliegenden Daten ruhigem Gewissen das Thema BRENNSTOFFZELLE weiter verfolgen

    Grundsätzlich ja, aber bei einem Stromverbrauch von 8.500 kWh halte ich eine Vitovalor für unterdimensioniert. Die PT2 könnte, wenn sie durchläuft, maximal 6.200 kWh Strom im Jahr liefern. Da sie wärmegeführt arbeitet, wird sie im Sommer aber nur für die Warmwasserbereitung laufen. Je nach Anzahl der (Warmwasser-verbrauchenden) Bewohner sind also 5-5.500 kWh Stromproduktion im Jahr wahrscheinlicher. Mehr als gut 4.000 kWh Eigenverbrauch dürften damit kaum drin sein.


    Wenn es eine Brennstoffzelle sein soll, ist also für Euren Bedarf eine BlueGen mit 13.000 kWh Stromproduktion besser geeignet. Damit könnt Ihr wahrscheinlich 7.000 kWh Eures Strombedarfs selbst erzeugen. Angesichts des hohen Wärmebedarfs kann m.E. aber auch ein konventionelles BHKW wie das neoTower 2.0 in Betracht gezogen werden. Beide brauchen allerdings als Zusatzheizung (anders als die Vitovalor, wo das schon eingebaut ist) eine separate Brennwerttherme.

    hat jemand Erfahrung mit der Firma Energy World

    In diesem Forum reichlich: Probier' mal die Suchfunktion. Also um es mal so zu sagen: An deiner Stelle würde ich mir lieber (z.B. über die Websites der Hersteller) einen seriösen Heizungsbauer aus meiner Region suchen.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Generell würde die Vitovalor bei dir gut laufen, aber du könntest tatsächlich mehr Strom nutzen. Ein größeres BHKW der 2 kw Klasse würde auch gut passen.

    ZB der Dachs 2,9. Vorteil: Es ist ein System, zu dem es Speicher, WW-Bereitung und Spitzenlastgerät gibt, das passt problemlos zusammen. Alternativ geht auch der Dachs 5,5. der kostet zwar mehr (ist aber das gleiche Gerät, der 2,9 ist ein begrenzter 5,5). der bringt noch mehr Strom und bekommt eine höhere Förderung (beide bekommen 60.000 Voll-Betriebsstunden - beim 2,9 sind das also 174.000kwh, beim 5,5 330.000kwh Strom.

  • GM1967


    Darf man denn auch was anderes als Senertec kaufen, oder ist man dann blöde?


    Der kleine Dachs ist dem BlueGEN in allen Belangen hoffnungslos unterlegen, wieso verschweigst Du das?


    Der große Dachs ist hoffnungslos zu groß. Oder sind wir jetzt wieder bei "Heizen für umsonst"?

  • ZB der Dachs 2,9.


    Darf man denn auch was anderes als Senertec kaufen, oder ist man dann blöde?

    Es war doch nur ein Beispiel, gegenfrage weshalb hast du so eine schlechte Meinung vom DACHS? Bzw. weshalb kannst du so genau wissen das RMB besser ist, der neue Dachs ist noch nicht so lange auf dem Markt um ihn mit anderen BHKW zu vergleichen. Und wenn man über den Dachs etwas sagen kann dann das es ihn schon sehr lange gibt und das (wie bei allen BHKW), richtige Installation vorausgesetzt er sehr robust und langlebig ist...

  • Thomas, du schaust offensichtlich nur durch die Bluegen Brille.

    Natürlich geht auch was anderes als Dachs. Nur hat der Dachs schon Laufzeiten erreicht, von denen andere träumen. Er wurde nur häufig falsch eingesetzt.

    Und nen umgebauten Automotor mit seinen Schläuchen usw halte ich nicht für die beste wahl als BHKW.

    Daß der Dachs dem Bluegen unterlegen ist, halte ich für ein Gerücht. Denn der 2,9er ist eine Leistungsklasse größer.

  • Ok, es geht ja immer um das konkrete Objekt. Und hier macht der BlueGEN

    13.000 kWh Strom im Jahr

    wird mit 12.450 Euro gefördert


    Kostet nach Förderung ohne KWK-Sofortzahlung etwa 14.500 Euro netto.


    Dann sag Du mal, wie viel Strom denn der Dachs da so macht, wie viel er kostet und mit wie viel Euro er gefördert wird


    Das mit dem umgebauten Automotor mit Schläuchen dran stimmt sicher, deshalb bauen wir ja auch keine BHKW ein, die einen umgebauten Automotor mit Schläuchen haben...

  • Du kommst hier mit nem Preis eines Geräts mit bereits einberechneter, hoher Förderung.

    So ein Vergleich hinkt, da kann eine andere Technik ohne eine hohe Förderung nur schlechter aussehen (das ist dir sicher bewusst). Das gabs schon ähnlich bei PV.

    Ich würde nicht mit der Förderung argumentieren, sondern mit der Sinnhaftigkeit der jeweiligen Geräts im Objekt. Bei nem Angebot Förderungen einzurechen halte ich für falsch. Denn garantieren kannst du die nicht. Förderprogrammen werden auch mal schnell gestoppt. Und dann man muß ggf auch länger drauf warten.

    Wenns um Wirtschaftlichkeit gehen sollte - Wiso sollte eine Heizung "sich bezahlt machen"?? Eine Heizung kostet - eine billige im Endendeffekt meist mehr als ne teure. Aber ne Stromerzeugende Heizung kann sich selbst bezahlt machen.

    Nur mal so - ein Auto kostet mehr und wirtschaftlich ist es nie. Ledersitze usw machen sich auch nicht bezahlt....


    Du hast recht, man muß immer ein konkretes Objekt vergleichen. Bei einem passt Vitovalor, beim nächsten Bluegen. Ein drittes fährt mit einem BHKW der 2-3 kw Klasse besser - und weitere Objekte eigenen sich für 5 und mehr kw.

    Bei 5500 l Heizöl konnte man früher den 5,5 kw Dachs empfehlen, das war aber nicht ganz das optimale aus heutiger Sicht. Andererseits kann man den Dachs 5,5 heute ja auch mit 2,9 kw oder 4,1 kw laufen lassen.

    Und der Dachs ist eben ein Spezialmotor. Schläuche oder Treibriemen gibts da nicht.

  • Das ist ja alles richtig, aber ein BHKW mit 2 oder 3 kW elektrischer Leistung hat nie ne Schnitte gegen einen BlueGEN, ist eben so,


    Das BHKW hat dann eben 5 oder 6 kW thermisch, und die muss man erstmal wegnudeln..


    Ich sehe genau null Markt für BHKW mit 2 oder 3 kW, egal, von welchem Hersteller.


    Interessant, dann aber auch nur mit Kampf, wird die Sache erst ab 5 kW. Und Schläuche haben die RMB-Kisten nicht mehr, Treibriemen hatten sie nie...

  • Bei nem Ölverbrauch von 5500 l sind die 5-6 kw thermisch nicht so problematisch.

    Problematisch waren die beim Stirling - denn die Kisten sollten ja ins EFH. Da ist die BSZ ein Riesenfortschritt.


    Übrigenshab ich nen neuen Dachs jetzt mal mit ner Zeitsteuerung für den Sommer ausgestattet. Auf Anforderung nudelt der dann mit 2,9 kw und läd den Puffer. Im Winter 3 stufig bis 5,5 kw. Ist jetzt ein halbes Jahr alt und hat bereits 3400 Bh gesammelt.

  • Kommt immer auf die Gegebenheiten an, bei mir läuft ein Dachs HR, BSZ nicht möglich wegen mangls an Erdgas und vorhandener ST...

    el. Wirkuungsgrad kommt zwar nicht an die BSZ ran, dafür kann ein BHKW aber dann Strom und Wärme liefern wenn sie gebraucht werden!

  • Ja genau.

    Und der Motor allein liefert noch genug Wärme, wenn bei der BSZ schon die Zusatzheizung läuft.

    Für mich ist BSZ und BHKW OK, die ergänzen sich gut. Man muß eben feststellen, welches Gerät in einem realen Objekt besser passt. Pauschal lässt sich das kaum sagen.

  • Ergänzen hört sich so an als würde beides in einem Objekt gut zusammen laufen, das ist aber in den seltensten fällen der Fall. Ich denke du meinst beides sind gute Techniken, wenn sie im passenden Objekt eingebaut sind, und beide sind für das Große ganze (Energiewende) wichtig, eines für die Grundlast, das andere um für Lastspitzen ggf. angefordert zu werden...