Brennstoffzelle ökologisch sinnvoll für Altbau?

  • Das Problem ist wie immer im Leben, dass es keine einzige Lösung gibt, die nur Vorteile hat, egal, wo.


    Man wird aber in diesem Land erschossen, wenn man Veränderungen bringt, die 95% Vorteile und 5% Nachteile hat. Selbst dann, wenn die Ist-Situation 100% Nachteile bringt und jeder das auch weiß.


    Man muss sich nur mal überlegen, dass gewaltige 15.000 Leute in ganz Deutschland in der Braunkohle arbeiten. Die Arbeitsplätze sind dann weg.


    Durch den Umstieg auf alternative Energien werden dann aber zigtausend neue Jobs geschaffen. Das sieht aber keiner...


    Der Staat gibt Milliarden Euro an Subventionen für die vom Kohleausstieg betroffenen Gebiete. Bei 15.000 (!!!) Arbeitsplätzen. Ich habe die Zahl von damals nicht mehr, aber ich meine mich zu erinnern, man hätte für die Subventionen Steinkohle jedem Kumpel 4 Millionen in die Hand drücken können.


    Der Deutsche

    a) ist überzeugt, dass alles Scheiße ist

    b) und will keine Veränderung


    Denn vor Veränderungen hat er "the german angst..."

  • Stimmt teilweise.

    Denn viele fliegen geradezu auf Wärmepumpen. Denn die werden einem ja als umweltfreundlich vorgelogen. Aber das geht nur wenn Haus und Heizung auch dazu passen! Im Altbau ne Anlage die auf 65 oder 70° berechnet wurde, nur einfach mit ner WP auszustatten, ist eben falsch.

  • Hört sich doch alles nach nem guten Plan der Atomlobby an, Verbrauch unter ökologischem Vorwand erhöhen mittels Wärmepumpen und E-Mobilität und unter ebenfalls ökologischem (Vorwand) Energiemenge verknappen durch Kohleausstieg, H10 Regelung, etc.

  • Hört sich doch alles nach nem guten Plan der Atomlobby an, Verbrauch unter ökologischem Vorwand erhöhen mittels Wärmepumpen und E-Mobilität und unter ebenfalls ökologischem (Vorwand) Energiemenge verknappen durch Kohleausstieg, H10 Regelung, etc.

    Exakt erkannt. Ich hatte ja hier mehrfach geschrieben, dass wenn wir nicht aufpassen, die AKWs und als Retter verkauft werden. Es gibt ja schon die ersten Statements von Irren, die meinen, Atomkraft sei die Brückentechnologie.


    Wie man denn denken kann, dass ich die Leute (Hambacher Forst) das dann gefallen lassen, ist ein Rätsel

  • Bei mir in Sichtweite stehen (noch) die Reste von Deutschlands teuerstem AKW. Lief gerade mal 18 Monate, dann stillgelegt wegen falscher Genehmigung. Wird seit über 10 Jahren abgerissen.... Jetzt überlegen die gerade, wie sie den 80 m hohen Rest des Kühlturms abreissen. Kostet ein Schweinegeld, von der nach wie vor ungelösten Endlagerung des verstrahlten Baumaterials und dem Kernbrannstoff ganz zu schweigen. Von wegen billige und sichere Energie!

    Eine schwere Hypothek für hunderte nachfolgende Generationen!

  • Aber nur dann, wenn keins hochgeht... wenn hier in D eins hochgeht, haben die nachfolgenden Generationen kein Problem...


    Aber mal ohne Polemik:

    Die ganze Nummer mit den AKW ist die größte Frechheit, die man sich nur denken kann. Wo bitte sonst

    kann man Maschinen in Verkehr bringen, die nicht versichert sind?

    kann man Jahrzehnte lang saftig Geld mit den Maschinen machen und dann

    die Entsorgung und den Rückbau auch noch der Allgemeinheit überlassen?


    Uuuuuund: (fast vergessen) auch noch ne Entschädigung dafür kriegen, wenn die Teufelsdinger stillgelegt werden?

  • Man muss sich nur mal überlegen, dass gewaltige 15.000 Leute in ganz Deutschland in der Braunkohle arbeiten

    Der guten Ordnung halber: Es sind aktuell (noch) 20.000, einschl. Zuliefer-Industrie (die dann auch weg sind) sogar 50.000. Das wären dann also immerhin 0,11% der Arbeitsplätze in Deutschland, die jetzt über sage und schreibe 20 Jahre abgebaut werden sollen - also im Mittel pro Jahr 2.500.


    In dem Link steht auch, dass etwa 8.000 von den 20.000 über 50 Jahre alt sind, d.h. die können in den nächsten zwölf Jahren mitsamt ihrem Arbeitsplatz in den Ruhestand gehen (Dank GroKo/SPD ab 63 Jahren ohne Abschläge bei der Rente).


    Zum Vergleich: Bei der Schlecker-Pleite gingen binnen zwei Jahren 27.000 Arbeitsplätze verloren. Diesen Leuten hat niemand wie bei der Braunkohle 48 Milliarden Euro - also knapp 1 Mio EUR/Arbeitsplatz - nachgeworfen.


    Noch ein Vergleich: Bei den erneuerbaren Energien waren im Jahr 2016 (neuere Zahlen hab' ich auf die Schnelle nicht gefunden) 338.000 Personen beschäftigt. 2011 waren es noch 416.000. Ab diesem Jahr (genauer: Ab Mitte 2010, aber es gibt ja Kündigungsfristen) hat unsere Regierung die Überförderung bei der PV entdeckt und beseitigt. Binnen drei Jahren wurden allein in der PV-Industrie unter etlichen Pleiten mehr als 100.000 Arbeitsplätze abgebaut. Also gut 30.000 pro Jahr, das Zwölffache wie bei der Braunkohle. Interessiert hat das bei CDU, SPD und FDP keine Sau.


    Aber jetzt bei der Braunkohle fangen alle zum Weinen an... mir geht das Messer in der Hosentasche auf.


    Es ist halt so: Alle sind gleich, aber einige sind gleicher als die anderen.<X

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    2 Mal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Wie man denn denken kann, dass ich die Leute (Hambacher Forst) das dann gefallen lassen, ist ein Rätsel

    Das kann ich dir sagen. Man tut so lange nichts oder nicht ausreichend für die Erneuerbaren bis es keine Alernative mehr gibt, außer den Blackout, und vor dem (Bürgerkrieg etc.) muss man nur genug Angst schaffen!

  • sailor773

    Sehr sehr gut geschrieben, danke. Genau das ist der Punkt


    @DerDachsläuft

    Ich bin mir sicher, dass, wenn die Laufzeit der AKWs verlängert wird, hier ein MegaTheater entstehen wird. Die Spaltung unserer Gesellschaft geht dann noch weiter und noch tiefer.

  • Nur das kein Gas mehr Läuft, kein Wasser und der Supermarkt weder neue ware bestellen noch die vorhandene kühlen kann, ja noch nicht einmal die Ladentür öffnen oder schließen kann er...


    und nur Rate mal wo deine Nachbarn hingehen und zunächst freundlich um hilfe bitten würden... Blöd ist wenn der Strom dann mal 1-2 wochen weg wäre...

  • Ich bin ganz bei Euch was die politisch-sozialen Argumente anbelangt. Da kann ich nicht viel mehr dazu sagen, außer dass da einiges schief läuft. Und immer nur Grün zu wählen (aus Mangel an Alternativen) ist irgendwie auch unbefriedigend, denn da tut sich m.E. genauso wenig.


    Trotzdem würde ich nochmals gerne zum eigentlichen Thema zurückkommen, da ich da noch ein paar Fragen hätte. Aber zunächst noch kurz zu unserem Energieverbrauch, welcher hier als "unsinnig" dargestellt wurde.


    Wir wohnen in dem Haus seit ca. 3.5 Jahren. Grob überschlagen haben wir in dieser Zeit ca. 7000 L Heizöl verbraucht. Deshalb habe ich den durchschnittlichen Verbrauch (inklusive Unsicherheitsaufschlag) mit 2500 L/a angegeben. Es war also kein Witz...


    Gut, die Wohnfläche war mit 180 m2 etwas hoch gegriffen – wirklich bewohnt und regelmäßig beheizt sind wohl eher 150 m2. Auch hätte ich den Einsatz des Kachelofens genauer beschreiben müssen – dieser ist natürlich nicht zu vernachlässigen. Wir verfeuern bis zu 2 Ster Holz über den Winter und heizen damit einen großen Teil des EG. Vielleicht sollte man auch erwähnen, dass es Besucher tendenziell kühl bei uns empfinden (kann mir aber egal sein). Ansonsten leben wir in Südbaden, d.h. mediterran ;-) Da wir den Kachelofen weiterhin betreiben wollen spielt er aber bei der Auslegung der neuen Heizung m.E. keine Rolle, sondern nur die Ölheizung.


    Was den Stromverbrauch anbelangt haben wir uns bei ca. 2000 kWh „eingependelt“ – das ist möglich, man muss es nur wollen (keine unnötigen elektronischen „Spielereien“, keine Gefriertruhe, keine E-Mobilität, „Steckerziehen“, „Kinder erziehen“… wir kochen jedoch täglich). A propos: Wir haben nur steinalte Küchengeräte mit wahrscheinlich üblen Verbrauchswerten. Aber solange sie funktionieren bleiben sie drin.


    Dies nur zur Info. Mir ist schon klar, dass es 4-Personen-Haushalte gibt die 2-3-mal so viel verbrauchen – kann ich aber nicht nachvollziehen… Energiesparen macht Spass, aber die Mehrheit meint nur Spass zu haben durch Konsum und Komfort.

  • Spätestens nach 2 Tagen ohne Strom ist man sich wieder einig...

    Ha :-), da bin ich mit meinem geplanten 3rdc s10 Kraftwerk ja auf der sicheren Seite. Das schaltet auf Eigenversorgung, solange Sonne und Gas laufen ;-)


    Gruß

    Guido

    Das ist das Problem mit dem Gas -- zwei Tage flächendeckend ohne Strom und da kommt nix mehr! Dann doch lieber den 10.000 L Öltank im Garten verbuddelt und PV-Anlage mit Hochvoltspeicher und einen kleinen Generator aus dem Baumarkt als backup. Damit kann ich drei Jahre autark leben...

  • Na wenn du auch genug vorräte für 3 Jahre hast denn die Supermärkte werden früher oder später geplündert sein. Ach ja und natürlich einen gut gefüllten Waffenschrank (entsprechende Moralvorstellungen um den Inhalt zu benutzen vorausgesetzt), denn wenn einer spitz kriegt das es bei dir noch was zu holen gibt werden sie nach dem geplünderten Supermarkt zu dir kommen...


    Und bevor jetzt der nächste kommt und sagt er würde sich einfach bedeckt halten, ähm ja das lautlose Notstromaggregat...