Brennstoffzelle ökologisch sinnvoll für Altbau?

  • Nun ja, je nach Umfang liegt Solvis auch bei 18-25 tsd€.

    Öha. Echt jetzt?:whistling:


    Na gut, es war schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben.


    Dafür kriegt man allerdings auch eine Vitovalor (nach Förderung) mit eingebautem TWW-Speicher und eingebauter Brennwerttherme. Beispielsweise, wenn sie denn hier passen würde.

    Oder eine Standard-Brennwerttherme und 8 Quadratmeter Solarthermie, einschließlich Hygienespeicher (bisschen Förderung gibt es dafür auch). Da bleibt vermutlich noch was übrig.

    Oder eine Standard-Brennwerttherme mit Standard-TWW-Speicher und 6 kW(p) Photovoltaik. Vielleicht reicht's auch noch für einen halben Stromspeicher, wobei ich dann einen allfälligen Rest lieber für mehr PV ausgeben würde. Oder für was anderes Sinnvolles, z.B. einen schönen Urlaub mit der Familie.


    Ich würde mir an deiner Stelle für die beiden letztgenannten Alternativen - und zum Vergleich für einen Solvis - mal Angebote geben lassen und dann entscheiden. Immer vorausgesetzt, die Gesetzeslage in BW schreibt nichts anderes vor. Da kenne ich mich ebenso wenig aus wie einige Vorredner.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Immer vorausgesetzt, die Gesetzeslage in BW schreibt nichts anderes vor. Da kenne ich mich ebenso wenig aus wie einige Vorredner.

    Damit ich auch mal was Produktives einbringen kann, hier die Gesetzeslage wie sie für die Badener und die Schwaben gilt (ich bin übrigens Badener :-)


    Das "Erneuerbare Wärmegesetz BW" regelt:


    Bei Austausch einer Heizungsanlage nach dem 1. Juli 2015 in bestehenden Wohngebäuden (die vor dem 01. Januar 2009 errichtet wurden), muss ein Anteil von mindestens 15% des jährlichen Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden, oder es sind entsprechende Ersatzmaßnahmen zu ergreifen.


    Erfüllungsoptionen sind:
    PV, ST, Holzzentralheizung, Wärmepumpe, Bioöl, Biogas, Erstellung eines Sanierungsfahrplans, baulicher Wärmeschutz, KWK (mit jeweils unterschiedlichen Anrechenbarkeiten um letztlich auf die 15% zu kommen).


    Wenn ich eine neue Gastherme will könnte ich z.B. einen Sanierungsfahrplans erstellen lassen (5%) und noch 10% Biogas dazukaufen. So wäre zumindest mein Plan.

    Oder eine Standard-Brennwerttherme

    sailor773 :


    Danke für Aufzählung der ganzen Alternativoptionen. Nur für mich als Anhaltspunkt: Wie viel legst Du an für eine "Standard-Brennwerttherme"? Damit ich mich nicht über den Tisch ziehen lasse...

  • Der Sanierungsfahrplan fällt unter den Punkt "Ersatzmaßnahmen" und soll dem Gebäudeeigner mittels energetischer Gebäudebewertung mögliche Energieeinsparungen aufzeigen.

    Der Plan wird üblicherweise durch einen Energieberater erstellt und wird bezuschusst. In wie weit dieser Plan dann verbindlich ist bzgl. der Erfüllung weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich glaube aber das Vorhandensein des Plans ist schon ausreichend für die Anrechnung.


    Mit erneuerbaren Energien hat dies tatsächlich nichts direkt zu tun...

  • Bin überfordert, würde für die Info gern Daumen hoch, für den Inhalt (hoffe das wird jetzt nicht falsch Verstanden) Daumen runter geben...


    So eine Beratung sollte wenn überhaupt zur "Pflicht" werden vieles könnte man auch über Infoabende machen...

  • Nur für mich als Anhaltspunkt: Wie viel legst Du an für eine "Standard-Brennwerttherme"? Damit ich mich nicht über den Tisch ziehen lasse...

    Also nur mal als Beispiel: Für eine Viessmann Vitodens 200-W mit 19 kW(th) werden im Internet Preise um 2.500 EUR brutto aufgerufen. Ein Hygienespeicher kostet je nach Größe ca. 1.500 EUR brutto. Wenn man intensiv sucht (was ich jetzt nicht gemacht habe) findet man wahrscheinlich auch einen für weniger Geld. Die Einbaukosten kommen hinzu, die richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Einschl. Erdgasanschluss sowie Ausbau der alten Ölheizung + Tank musst Du dafür wohl mit 7-10.000 EUR rechnen. Aber diese Kosten dürften für eine Standardlösung nicht viel anders sein als für einen Solvis-Kessel.


    Und wo ich gerade dabei bin: Für eine PV-Anlage mit beispielsweise 6 kW(p) würde ich alles in allem 8-10 TEUR netto veranschlagen. Bei günstiger Lage im sonnenreichen Baden würde die mindestens 6000 kWh Strom im Jahr erzeugen. Das müsste doch eigentlich reichen um die Vorgabe zu erfüllen. Aber die Voraussetzung wäre natürlich, dass ein geeignetes Dach (unverschattet, Lage Südost bis Südwest mit brauchbarer Dachneigung) zur Verfügung steht.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Einschl. Erdgasanschluss sowie Ausbau der alten Ölheizung + Tank musst Du dafür wohl mit 7-10.000 EUR rechnen

    Danke für deine Überschlagsrechnung - aber irgendwie lebe ich hier in einer anderen Welt :/


    Hier ein konkretes Angebot für den Einbau der o.g. Vitodens 200-W mit 19 kW(th) von einem örtlichen Heizungsbauer:


    - Vitodens 200-W: 4200 EUR

    - zusätzlichen Materialkosten: 3000 EUR

    - Montagekosten: 2000 EUR

    - Hydraulischer Abgleich: 1600 EUR

    - Demontage (Heizung und Öltank): 2000 EUR


    Mit MwSt. bin ich dann bei fast 16.000 EUR brutto.

    Dazu kommt dann noch der Gasanschluss (durch die Stadtwerke): 3000 EUR


    D.h. ich bin mal locker um den Faktor 2 höher als deine Berechnung. Selbstverständlich werde ich mir noch weitere Angebote einholen - aber ich befürchte, dass die Größenordnung die gleiche bleiben wird. Mit maximal 10.000 EUR wird das sicherlich nichts... oder hast Du mir hier einen Tipp?

    Aber diese Kosten dürften für eine Standardlösung nicht viel anders sein als für einen Solvis-Kessel.

    Wie bereits erwähnt liege ich bei einem SolvisMax bei ca. 25.000 EUR.

  • Naja, tippe da gibts einiges an Arbeiten...

    Hydraulischer Abgleich 1600 €..... das wären rund 25 Heizkörper.

    Vitodens 200 4200€, mit Abgas und Montagezubehör passt das auch.

    Materialkosten 3000€ ist schwammig. Aber wir kennen die Situation vor Ort nicht.

    Montagekosten 2000€ deutet auch auf einen größeren Arbeitsumfang hin.

    In beiden schlägt sich auch die Gasinnenleitung nieder.

    Demontage / Entsorgung 2000€ - kommt eben auf den Öltank an, das kostet das meiste.

  • D.h. ich bin mal locker um den Faktor 2 höher als deine Berechnung.

    Also Faktor zwei ja wohl eher nicht. Ich hatte in meinem Beitrag oben über den Daumen gepeilt folgendes geschätzt (alles brutto) :

    • Vitodens EUR 2.500
    • TWW-Hygienespeicher EUR 1.500
    • Gasanschluss, Öltank- und Heizungsausbau, Installation incl. Material bis zu EUR 10.000

    ...macht zusammen EUR 14.000. OK, bei Deinem Angebot sind's alles zusammen brutto 18.300, aber einen Faktor 2 kann ich hier nicht erkennen. (Meine Schätzung war zugegeben ohne hydraulischen Abgleich, weil ich den für 27 Heizkörper selbst gemacht habe. Das ging, weil alle HK bereits mit voreingestellten Thermostatventilen ausgerüstet waren und ich eine sehr gute Software von Fa. Danfoss im Internet gefunden habe.)


    Nochmal zu dem "bis zu 10.000"-Posten.


    Wir haben vor sieben Jahren folgendes gezahlt (alles brutto):

    • Erdgasanschluss EUR 2.740
    • Öltank-Ausbau EUR 1.380
    • Heizungsbauer (Ausbau Ölheizung, Einbau Vitotwin) EUR 5.590

    Macht EUR 9.710, wie gesagt ohne hydraulischen Abgleich - der Einbau allerdings für ein wandhängendes Stirling-BHKW, also an einigen Stellen etwas aufwändiger als für eine normale Gastherme. Und ein bisschen was kommt noch dazu für den Elektriker, aber natürlich nicht die 1.200 EUR plus Zähler und Zählerschrank, die wir beim BHKW bezahlen mussten. So kam ich auf die Zahl von 10.000.

    Wir überlegen, die Firma von Gelsenkirchen nach Baden Württemberg zu verlegen.... was habt Ihr denn da unten für Preise?

    Die in dem Angebot aufgerufenen Preise finde ich auch ziemlich stolz, insbesondere für den HA - es sei denn es müssten noch überall die Thermostatventile ausgewechselt werden. Aber ich halte es durchaus für möglich, dass in Baden-Württemberg die Preise (vielleicht auch die Facharbeiter-Löhne) um einiges höher sind als in Gelsenkirchen.

    Wenn aus 2500 Brutto 4200 Netto werden

    Ich nehme an da ist der TWW-Speicher mit dabei. Der findet sich ja sonst nirgends in der Aufstellung.

    Wie bereits erwähnt liege ich bei einem SolvisMax bei ca. 25.000 EUR.

    Ich hatte die Angabe so verstanden, dass hier nur der Preis für das Gerät gemeint war - deshalb meine etwas fassungslose Reaktion in Beitrag # 46. Aber selbst wenn in dem Betrag wirklich alles (d.h. auch Einbau, HA, Gasanschluss, Öltankausbau etc.) enthalten ist, wären das immer noch knapp 7.000 EUR mehr als die ca. 18.300 aus dem anderen Angebot. Und da frage ich mich halt, wofür man einen solchen Betrag zusätzlich ausgeben soll. Da wäre doch folgendes besser:

    Ich sehe PV-Angebote zwischen 840 und 1050 Euro netto/kWp

    Komplett, einschließlich Aufbau und Wechselrichter? Bei einer Größenordnung von 6 kWp? Das wäre super günstig. Meine Schätzung kam aus der Angebots-Rubrik im PV-Forum, da gehen für kleine Anlagen Preise von 1200-1400 netto pro kWp um. Aber wenn's heutzutage 'ne 6 kWp-Anlage alles inklusive für 6.000 Ocken gibt, sollte man nicht lange fragen sondern machen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    2 Mal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Die in dem Angebot aufgerufenen Preise finde ich auch ziemlich stolz, insbesondere für den HA - es sei denn es müssten noch überall die Thermostatventile ausgewechselt werden. Aber ich halte es durchaus für möglich, dass in Baden-Württemberg die Preise (vielleicht auch die Facharbeiter-Löhne) um einiges höher sind als in Gelsenkirchen.

    Nein, die Facharbeiterlöhne sind gleich, nur die Geschäftsführergehälter sind in Gelsenkirchen massiv niedriger als in Baden-Württemberg. So ist dann auch die Preisdifferenz zu erklären

  • Also Faktor zwei ja wohl eher nicht

    Sorry, habe dich falsch verstanden...

    Einschl. Erdgasanschluss sowie Ausbau der alten Ölheizung + Tank musst Du dafür wohl mit 7-10.000 EUR rechnen.

    ...habe gedacht bei den 10.000 EUR wäre alles drin (also inklusive Erdgasanschluss und Ausbau der alten Anlage). Danke, das beruhigt mich wieder (zumindest) ein bisschen...

    Für eine PV-Anlage mit beispielsweise 6 kW(p) würde ich alles in allem 8-10 TEUR netto veranschlagen. Bei günstiger Lage im sonnenreichen Baden würde die mindestens 6000 kWh Strom im Jahr erzeugen. Das müsste doch eigentlich reichen um die Vorgabe zu erfüllen. Aber die Voraussetzung wäre natürlich, dass ein geeignetes Dach (unverschattet, Lage Südost bis Südwest mit brauchbarer Dachneigung) zur Verfügung steht.

    Wir haben ein relativ steiles Dach mit Ausrichtung Ost bzw. West. Ist das jetzt ein Nachteil, oder möglicherweise ein Vorteil wenn ich die Module auf beide Dachhälften montieren lasse? Für eine optimale Eigennutzung des Stroms wäre doch die morgendliche und abendliche Bescheinung nicht schlecht, oder? Klar ist die Gesamtausbeute geringer...

  • Ost West Anlage baue ich mir auch gerade. Der untergrund ist ein größeres Garagenflachdach, also ich konnte mir die Ausrichtung aussuchen... Durch Ost West bekam ich ohne Verschattung mehr Module drauf, und vor allem abends wenn gekocht wird ist der Direktverbrauch um einiges besser! Früh sind wir eh schon aus dem Haus wenn die Sonne aufgeht. Durch die Zeiversetzten Leistungsspitzen kommst du vermutlich bei O/W nicht in den Bereich, 70% Kappung und kannst einen etwas kleineren Wechselrichter nehmen. Steiles Dach bedeutet auch im Sommer geringe einbußen (also dann wenn eh genug Strom da ist), dafür aber etwas mehr Ertrag im Winter. Selbstreinigung der Module ist besser und vor allem rutscht der Schnee schneller runter! Hier vielleicht wenn es wirkich sehr Steil ist, und bisher nichts vorhanden über Fanggitter nachdenken, nicht das ihr mal von ner Dachlawiene erschlagen werdet...