Vitovalor PT2 - Verbrauchs-/ Erzeugungszahlen

  • Die Deckelung der förderungsfähigen Betriebsstunden hat (nur) dann eine Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit einer Vitovalor, wenn der Betreiber an Stelle der pauschalen Auszahlung der KWK-Zulage (EUR 1.800) die jährliche Vergütung wählt. Bisher hätte er dann 4 bzw. 8 ct/kWh KWK-Zulage für die gesamten beispielsweise 6.000 Betriebsstunden erhalten, die eine Vitovalor oft im Jahr erreicht. Zukünftig endet die Zulagen-Gewährung jedes Jahr, sobald der Bh-Deckel erreicht ist, also 2020 z.B. bei 5.000 Bh. Die Gesamt-Förderungsdauer in Betriebsstunden (jetzt 30.000 bei verdoppelter Förderung) wird aber dadurch nicht eingeschränkt.


    Dass sich dadurch eine zuvor rentable Investition in ein finanzielles Desaster verwandelt, ist aber nicht zu erwarten. Für Vitovalor-Betreiber ergibt sich (im Vergleich zu der bis 2019 geltenden Rechtslage) sogar ein leichter Vorteil: Bei angenommenen 6.000 Bh/a, 60% Eigenverbrauch und Deckelung auf 3.500 Bh/a würde der Betreiber nach der Neuregelung (3.500*0,75*0,6*0,08 + 3.500*0,75*0,4*0,16=) EUR 294 im Jahr erhalten, und das (30.000/3.500=) 8,57 Jahre lang. Nach alter Rechtslage wären es (6.000*0,75*0,6*0,04 + 6.000*0,75*0,4*0,08=) 252 EUR im Jahr gewesen, aber dafür (60.000/6.000=) zehn Jahre lang.


    Etwas härter betroffen sind Betreiber einer BlueGen mit IBN ab 2020 ohne Pauschalzahlung. Da die BlueGen durchläuft, betrifft die Deckelung im Endstadium (3.500 Bh) immerhin 60% der Jahresproduktion. Bei angenommenen 60% Eigenverbrauch liegt die jährliche KWK-Zulage dann bei ca. (3.500*1,5*0,6*0,08 + 3.500*1,5*0,4*0,16=) 588 EUR (8,6 Jahre lang). Nach der Gesetzeslage bis 2019 wären es ca. (7.800*0,04 + 5.200*0,08=) 728 EUR/a für ca. 6,9 Jahre gewesen. Aber 140 EUR Differenz pro Jahr (nicht verloren sondern gestundet im Mittel auf 7,8 Jahre) sollten m.E. auch keinen BlueGen Betreiber finanziell umwerfen.


    Zur Klarstellung: Das betrifft nur Geräte, die 2020 oder später in Betrieb gehen. Wer sein Gerät 2019 oder früher in Betrieb genommen hat, ist von der Änderung jedenfalls nicht betroffen. Zu den exakten Details der Vertrauensschutz-Regelung (genaues Datum; evtl. Einbezug von bis dahin verbindlich bestellten Geräte) verweise ich auf den Gesetzestext.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    3 Mal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Rechenfehler korrigiert

  • Sagt mal, interpretiere ich eure Zahlen richtig?

    Ich dachte immer, wenn die BSZ läuft, hat diese pro Stunde folgende Parameter:

    aus 2,2 kWh Erdgas = 0,75 kWh Strom + 1,1 kWh Wärme.


    Jetzt lese ich in eurer Excel-Tabelle komplett andere Zahlen.


    Z.B. Loule:

    Die BSZ lief im gesamten Jahr 2019 insgesamt 7265 h, erzeugte dabei aber nur 2239 kWh Strom.

    Das ergibt pro Betriebsstunde 0,308 kWh Strom

    pauschaliere ich Gas m³ mit Faktor 10 auf kWh:

    ergibt sich für 2019 pro Betriebsstunde: 0,966 kWh Erdgas = 0,308 kWh Strom


    Bei BR:

    pro Betriebsstunde 1,027 kWh Erdgas = 0,354 kWh Strom


    Wenn mir jetzt mein Heizungsmann erzählt, dass die PT2 bestimmt auf 6.000 Betriebsstunden p.a. kommt, dann läuft die Stromerzeugung nur zur Hälfte?


    Ich verstehe nur noch Bahnhof.

  • Die BSZ lief im gesamten Jahr 2019 insgesamt 7265 h, erzeugte dabei aber nur 2239 kWh Strom.

    Siehe dazu

    Zur Definition der Betriebsstunden.

    Die Vitovalor erfasst Betriebsstunden und Produktionsstunden. Die Betriebsstunden laufen, sobald der Netzschalter der BSZ eingeschaltet ist, egal ob elektrische Energie erzeugt wird oder nicht.

    Die BSZ war im Jahr 2019 7.265h eingeschaltet (Netzschalter). Während die BSZ eingeschaltet war, hat sie 3.445h elektrische Energie produziert. Setze also die 2.239 kWh erzeugte Energie in Beziehung zu 3.445h Produktionsstunden, dann sieht es besser aus. ;)


    Wenn mir jetzt mein Heizungsmann erzählt, dass die PT2 bestimmt auf 6.000 Betriebsstunden p.a. kommt, dann läuft die Stromerzeugung nur zur Hälfte?

    Die Betriebsstunden schafft er spielend, musst sie nur eingeschaltet lassen:hust:. Ob die Betriebsstunden = Produktionsstunden sind hängt von Deiner Immobilie und Deinem Wärmebedarf ab.

    Meine Brennstoffzelle hat in den Monaten Jan/Feb/Nov/Dez wegen Kinderkrankheiten nicht produziert. Zu den 3.445h kannst Du deshalb schätzungsweise ca 2.000h addieren. Damit komme ich auf ca. 5.500h.

    Also, bei meiner immobilie und mit meinem Verbrauchsverhalten sind die angegebenen 6.000h Deines Heizungsmannes nicht so verkehrt.


    Gruß

    Loule

  • Dumme Fragen:

    Hallo, mein Vitovalor produziert seit dem 23.20.2019 Strom und hat bis heute 4421 kWh produziert. Also das Teil läuft wie eine Biene!!!


    Beste Grüße

  • Gratulation!:thumbup:

    Wenn mit dem "23.20.2019" der 23.10. (und nicht der 23.02.) gemeint ist, wären das ohne den IBN-Tag bis heute 274 Tage. Dein Gerät hat demnach 16,14 kWh pro Tag produziert, von 17,06 theoretisch möglichen: Das wären 95%, und das einschließlich zweier Sommermonate. Da kann man echt nicht meckern. Vielleicht ist der 20% Sicherheitsabschlag von den theoretischen Betriebsstunden in meiner Tabelle doch zu hoch?

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo zusammen,

    Lese seit einiger Zeit immer mal mit.

    Meine Frau und ich haben Immer über eine PV Anlage nachgedacht nun kam die Idee nach einem BHKW zu schauen. Da kam die Infos über die VitovalorPT2 gerade passend.

    WW brauchen wir immer und unsere Heizung läuft daher auch das ganze Jahr.

    Seit Februar dieses Jahr sind wir am Netz und haben bis jetzt - bis auf ein paar kleine unlogischen Abschaltungen - immer Produziert.

    Ich würde mich gerne an der Googel Tabelle mit anhängen.


    Viel Grüße Dominik