Vitovalor PT2 - Verbrauchs-/ Erzeugungszahlen

  • Hallo zusammen;

    habe hier schon viele Seiten gelesen, aber meine Situation noch nicht gefunden.

    Haben ein Angebot zum Erwerb einer Vitovalor PT2 vorliegen. Habe auch schon einiges versucht, selbst zu berechnen. Jedoch fehlen mir "live"-Erfahrungen, um meine Situation besser abzuschätzen:

    - Jahresverbrauch:
    7500 kWh Strom (Schwimmbad 29 m³, Sauna, 240 m² Wohnfläche) / 41000 kWh Gas (Wärme für Heizung und ca. 1/2-Jahr Schwimmbad-Heizung). Rest des Jahres heize ich den Pool mit Luft-Wasser-WP.

    --> so nun meine Frage: wie ich herausgelesen habe, arbeitet die PT2 solange sie die Wärme abführen kann. Da ich auch im Sommer zusätzlich zum WW auch den Indoor-Pool heizen muss (ca. 0,5°C/Tag nachheizen = ca. 18 kWh), müsste doch dann meine PT2 die maximal verfügbare Zeit laufen und Strom und Wärme erzeugen. Ich könnte den WW-Kreislauf an den Wärmetauscher des Pools anschließen und hätte somit stets "Wärmeabnahme".


    Hat jemand Erfahrung mit der 100%-igen Wärmeabnahme der Brennstoffzelle? Somit müsste eine Laufzeit von 8030 h/Jahr möglich sein.

    Danke für Kommentare

  • Moin Martin,


    Deine Überlegungen halte ich für richtig, wenn ich auch selbst keine Erfahrungen mit einer solchen Betriebsweise habe.


    Aber was anderes: Angesichts des hohen Strom- und Wärmeverbrauchs halte ich eine Vitovalor generell für knapp bemessen. Aus meiner Sicht könntest Du alternativ auch über ein kleines konventionelles BHKW nachdenken, ergänzt durch eine PV-Anlage für die Stromversorgung v.a. tagsüber im Sommerhalbjahr. Beispielsweise ein NeoTower 2.0 mit 3,8-5,2 kW(th) und 1,1-2,0 kW(el) könnte für geschätzte 30 kWh Gesamt-Wärmebedarf auch im Sommer 6-8 Stunden pro Tag (bzw. Nacht) laufen. Das wäre insbesondere dann eine überlegenswerte Alternative, wenn Deine existierende Gastherme noch in gutem Zustand ist und im Winter weiter als Spitzenlasttherme eingesetzt werden könnte.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Moin zusammen, ich war schon länger nicht mehr hier aktiv, aber hab mir eure Beiträge durchgelesen :-)

    Ich erstelle mal eine kurze Zusammenfassung der letzten Beiträge hier und stelle sie mal klar:

    Bei der PT2 / PA2 ist eine Pflichtwartung nach 5 Jahren notwendig. Brennstoffzelle schaltet sich aus bzw zeigt Wartung/Störung an. Diese Pflichtwartung ist in dem Basis Service oder Vollservice Paket inbegriffen. Bei dieser Pflichtwartung werden 2 Filter und der CO-Sensor getauscht und kleinere Überprüfungen gemacht. Diese Pflichtwartung als einzelnes Modul kostet 745€ + 113€ Auftragspauschale + MwSt. Aber wie gesagt bei Basis Service Paket drin welches ja für die Förderung voraussetzung ist.


    Bei der alten 300er Reihe (Vitovalor 300-P) kam alle 2 Jahre eine Pflichtwartung und zusätzlich im 5 Jahr eine Pflichtwartung. Bedeutet im Klartext:

    2. Jahr Wartung, 4. Jahr Wartung, 5.Jahr Wartung, 6. Jahr Wartung, 8. Jahr Wartung. 10. Jahr Wartung inkl Überprüfung des Stacks ob er noch weiter produzieren kann.

    Bei der PT2 ist es glücklicherweise anders: 5. Jahr Pflichtwartung, 10. Jahr Wartung inkl. Überprüfung Stack. Nur die 5 jährige Wartung im Basisservicepaket inklusive



    Martin_20 : Bei deiner Kombination würde die Vitovalor PA2 als Ergänzung zu deinem bestehenden Heizungssystem Sinn machen. Denn bei der PA2 gibt es auch eine Freigabe zur Schwimmbadbeheizung oder auch mehrere Kombinationen mit unterschiedlichen Speichergrößen möglich.

    Bei der PT2 bist du mit dem intigrierten 220L Speicher begrenzt und hast keine erweiterungsmöglichkeiten. Kannst lediglich 1-3 Heizkreise, Warmwasser und Zirkulation anschließen.


    Entschuldigt Textfehler oder Rechtschreibung :-D


    Edit: Mestapholes kannst du mich auch mal für die Googledoc freigeben oder mir den Link schicken?

  • Hallo uebermac,


    schön mal wieder von Dir zu hören.


    Hier geht es zur GoogleDoc mit Zahlen auch von anderen Nutzern. Die Einträge sind leider etwas spärlich.


    Warum fragst Du danach? Bis auf die Warmwassermenge sind das alles vom Menue abgelesene Werte. Diese Werte liegen doch auf dem Viessmann-Server.

  • Hallo,

    Meine Vitovalor PA ist seit circa drei Monate im Einsatz. Zusätzlich haben wir eine Vitodens 200 installiert.

    Pufferspeicher von 400 l und Brauchwasserspeicher von 160 l.

    Meine Frage ist welchen Gas Verbrauch hat eure Brennstoffzellenheizung wenn sie 24 Stunden durch läuft.

    Ich meine nur die Brennstoffzellenheizung ohne die Brennwerttherme.

    Ich komme auf ein Verbrauch in 24 Stunden auf 4,6 m³ ?

    Vitovalor PA , Vitodens 200, Speicherkörper Vitocell 340-M SVKA 400L,Speicherkörper Vitocell 100-W CVAA 160L ,Kostal Plenticore 5,5,

    Pv-Anlage 4,96 KW:love:

  • Hallo an alle,


    da bin ich mal wieder.

    Habe die Zahlen für die letzten 4 Monate ergänzt (boar, ist die Zeit verflogen).


    Im Sommer war (wie zu erwarten) nicht viel mit der BSZ los. Seit Oktober ist die Heizung wieder an und die Zahlen sind entsprechend sprunghaft nach oben gegangen.


    Nach wie vor keinerlei Probleme mit BSZ oder Therme, wobei ich die Anzahl der Starts nach wie vor irgendwie 'gruselig' finde.
    11755 Starts bei 2032h Laufzeit -> ~10Min Laufzeit / Start.


    Hab die WW Temperatur auf 53° erhöht.


    Die ViCare App ist zwischenzeitlich schöner geworden.

    Allerdings immernoch keine Schnittstelle zum Daten abholen...

    uebermac:
    Sind die Daten von mehr als 13 Monaten eig. wirklich weg oder werden diese nur nicht mehr in der App angezeigt?


    Waldemar L:

    Das kommt auch drauf an ob H oder L Gas und ob die BSZ durchgelaufen ist... Aber 4,6m³ klingen doch relativ plausibel... 2,2kW*22h ~ 48,8kWh.


    Soll ich die Tabelle im Eingangspost überhaupt noch pflegen oder nur den Verweis auf die Google-Tabelle lassen?


    Grüße

    Christian

  • Hallo Zusammen,


    ich hatte wie vermutlich Einige leider ein sehr bescheidenes Jahr 2020, daher gab es von mir kein Lebenszeichen. Nachdem nun meine Heizung defekt war (Abgaswärmetauscher zu und WW Wärmetauscher musste komplett getauscht werden), habe ich mich mal wieder mit der PT2 beschäftigt. Ich kann gerne mal meine Daten für 2020 nachtragen, wenn mir jemand Schreibzugriff auf das GoogleDoc File gibt.... ;-)


    VG

    Brainee

  • Hallo zusammen,


    bin gerade fertig mit dem durchlesen von diesem threat und sehr gespannt auf die Inbetriebnahme meiner PT2.

    Dies wird vorraussichtlich Ende des Jahres sein und hoffentlich geht auch zeigleich bzw zeitnah die BSZ in Betrieb.

    Wir ziehen einen Neubau (DHH mit 180qm). Werde mich dann gerne rege am Datensammeln beteiligen.

    In der neuen Nachbarschaft werden mindestens über 20 PT2s verbaut. Bin mal gespannt was die Nachbarn so berichten.


    Grüße an alle

  • Danke für die Aufklärung, so versteht man es um einiges besser, allerdings bin ich mir noch unsicher

    Denn ich stehe nun auch vor der Auswahl der Auszahlungsart: Pauschal oder Jährlich?


    Mein Netzbetreiber hat mir die Pauschale Vergütung nahegelegt, mit der Begründung der jährlichen Meldung der Zählerstände und Meldung der Zeiträume wo negative Strompreise herrschen ( das müsste doch aber laut KWKG 2020 wegfallen oder nicht?)


    Da wir ein kleines MFH betreiben mit einer einem 950L Puffer und FriWa ist für ausreichend Abnahme gesorgt und die PA2 sollte rein theoretisch durchlaufen oder zumindest viele Produktionsstunden erreichen. Im Januar lief sie ohne Unterbrechung (außer die 2 Stunden Pause nach 45,5h Laufzeit), aber im Winter ist ja generell viel Abnahme vorhanden, ich bin auf den Sommer gespannt.


    Wir achten auf einen hohen Direktverbrauch um so wenig wie möglich einzuspeisen


    sailor: Was würdest du mir empfehlen ? Lieber jetzt 1800€ erhalten oder den Aufwand mit Jährlicher Abrechnung, dafür aber unterm Strich mehr € ??



    in dem Bild ist die tatsächlich erzeugte Energie der BSZ, nach Abzug des Eigenverbrauchs der BSZ (Pumpen,Elektronik usw.)

  • Moin uebermac,


    nachdem das Gerät offenbar schon in Betrieb ist wundert es mich, dass der NB die Frage der Abrechnung bislang offen gelassen hat – ich dachte immer diese Entscheidung müsste man im Rahmen der Anmeldung beim NB vor IBN verbindlich treffen. Aber offenbar ist Dein NB hier sehr entspannt.


    Jedenfalls: Wenn die Vitovalor im Januar durchgelaufen ist, müsste sie einschl. Regenerationspausen ca. 529 kWh erzeugt haben. Wenn Ihr davon 399 kWh selbst verbraucht habt, entspricht das einer EV-Quote von ca. 75%. Dass das im Sommer in einem MFH wesentlich weniger wird, kann ich mir kaum vorstellen.


    Bei Einzelabrechnung würdest Du unter diesen Bedingungen in 30.000 Vollbetriebsstunden ca. (30.000*0,75*0,75*0,08 + 30.000*0,75*0,25*0,16=) 2.250 EUR bekommen, verteilt über ca. acht Jahre wegen der 3.500 kWh Deckelung. Mit der Pauschalregelung verzichtest Du somit insgesamt auf 450 EUR vor Steuern.


    Die quartalsweisen Meldungen des Einspeise-Zählerstandes an den Netzbetreiber sparst Du Dir damit eigentlich nicht, denn auch die reine Einspeisevergütung (im Mittel ca. 4 ct/kWh) ändert sich i.d.R. in jedem Quartal. Es könnte sein, dass Euer NB auf Quartalsmeldungen verzichtet und stattdessen die Quartalsstände aufgrund der jährlichen Ablesung rechnerisch interpoliert. Bei einer weitgehend durchlaufenden Brennstoffzelle ist das m.E. akzeptabel (bei einem gewöhnlichen BHKW, das drei Viertel seines Stroms in den beiden Winterquartalen erzeugt, wäre diese Methode abzulehnen). Aber auch dann muss der Stand des Einspeisezählers jedenfalls zum Jahresende abgelesen werden. Und mit der Frage der Pauschale hat das eigentlich nichts zu tun.


    Was Du mit der Pauschale wirklich sparst ist die Ablesung des Erzeugungszählers (außer ggf. fürs Finanzamt). Und hier ist von Bedeutung, ob der Netzbetreiber bei Einzelabrechnung die Ablesung des in der Vitovalor integrierten geeichten Zählers akzeptiert, oder ob er (sinnlos, aber nach Messstellenbetriebsgesetz zulässig) die Installation eines separaten geeichten Erzeugungszählers verlangt. Sollte Letzteres der Fall sein, ist es wahrscheinlich günstiger die Pauschale zu wählen, denn der Aufwand für den zusätzlichen Zähler (Zählermiete und ggf. zusätzlicher Zählerplatz) würde den Mehrertrag wohl auffressen. Bei dem eingebauten Zähler ist noch zu beachten, dass nach acht Jahren die Eichung abläuft und (sofern danach noch Abrechnungen über den Zähler laufen) der Zähler ausgewechselt werden muss. Nach meiner Schätzung sollte aber bis dahin die Förderung bereits ausgelaufen sein: Danach ist die Eichung des Erzeugungszählers nicht mehr nötig, denn das Finanzamt verlangt sie nicht.


    Die Meldung nach § 15 Abs. 4 KWKG entfällt nach der aktuellen Version dieses Absatzes im KWKG (2020) für Anlagen "von bis zu 50 kW elektrischer Leistung". Das betrifft Dich als Vitovalor-Betreiber also in keinem Fall.


    Wenn also der eingebaute Zähler vom NB akzeptiert wird und der Aufwand für die Ablesung dieses Zählers sich für Dich in Grenzen hält, kannst Du die Einzelabrechnung wählen und die zusätzlichen 450 EUR (de facto im siebten und achten Betriebsjahr) mitnehmen. Ansonsten würde ich die Pauschale empfehlen.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)