Heizung nach Sanierung - Ist eine Brennstoffzelle die Lösung?

  • Hallo zusammen,


    wir haben ein freistehendes EFH gekauft und dies soll nun vor Bezug komplett saniert werden, auch energetisch.

    Zunächst geht es mir gar nicht um eine detaillierte Beratung, sondern erstmal um eine Richtung und eure Tipps :-)


    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: aktuell in einer 80m² Wohnung 2100 kWh, ich rechne im Haus mit ca. 3000kWh

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: unbekannt


    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: Öl

    Alter und Typ der der Heiztechnik: Ölbrenner von 1998

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: nein

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: keiner

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: dezentrale, elektrische Durchlauferhitzer

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: Ich würde uns grundsätzlich als sparsam beim Verbrauch bezeichnen. Tagsüber werden die Räume auf 19°C gehalten, abends dann auf 20-21°C, nachts 16-18°C.

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: nein

    Temperaturen der Heizkreise: Unbekannt

    Art der Heizkörper: Gliederheizkörper


    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 130m², 2 Personen (in Zukunft auch bis zu 4)

    Art und Baujahr der Immobilie: freistehendes EFH ca. 1900, saniert ca. 1970, Sanierung 2019

    Erfolgte Modernisierungen: -

    Weitere geplante Modernisierungen: Geplant ist die Dämmung von Dach und Fassade, neue Fenster und eine neue Heizung mit neuen Leitungen und Plattenheizkörpern.

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: nein

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: Möglich und geplant.

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: nein.


    Unsere Vorstellungen sind eine Gasbrenntwertheizung (ggf. mit Solarthermie, wobei sich wohl nur das Ostdach eignen würde) oder eine Brennstoffzellenheizung. Vom Prinzip einer Wärme-Luft-Pumpe sind wir aktuell nicht so überzeugt.


    Um eine grobe Idee zu erhalten, habe ich mal die Zuschüsse kalkuliert. Angenommen habe ich für eine Gasbrennwertheizung ca. 8000€, mit Solarthermie ca. 14.000€ und eine Brennstoffzelle ca. 30.000€.

    Zusätzlich zu der Förderung der Brennstoffzellenheizung habe ich das verbesserte KfW-Effizienzhaus betrachtet. Mit einer Gasbrennwertheizung wäre wahrscheinlich kein KfW-Effizienzhaus möglich, mit Solarthermie ca. KfW115 oder 100 und mit der Brennstoffzellenheizung ca. KfW 70.

    Demnach wäre die Lösung Brennstoffheizung KfW 70 am günstigsten, Brennwertheizung mit Solarthermie KfW 100 ca. 4000€ teurer, Brennwertheizung mit KfW-Einzelmaßnahmen weitere 4000€ teurer.


    Bin mir allerdings unsicher, ob eine Brennstoffzellenheizung für unser eher sparsames Verhalten das Richtige ist. Zudem mache ich mir Gedanken, wie hoch die langfristigen Wartungs- und Unterhaltskosten sind. Wie hoch sind die Kosten für einen Austausch des Stacks, muss dieser nach ca. 10 Jahren getauscht werden?


    Kann man grob schätzen in welchem Rahmen sich der Gasverbrauch mit einer Brennstoffzelle gegenüber einem Brennwertgerät erhöht?


    Danke :thumbup:

  • Bei einem kleinen Haus könnte man ne Vitovalor einsetzen.

    Der Stack hat eine Leistungsgarantie für 10 Jahre in Verbindung mit einem Wartungsvertrag. Nach 10 Jahren und nach 15 Jahren braucht der ne Wartung um weiter zu arbeiten. Nach 20 Jahren wird aus Sicherheitsgründen abgeschaltet und es ist kein Weiterbetrieb der BSZ möglich.

  • Solarthermie und Brennstoffzelle passt nicht gut zusammen, da hast du im Sommer auf jeden Fall zu viel Wärme übrig die dann in den Schornstein geht. Außerdem lohnt sich die Solarthermie wirtschaftlich betrachtet erst sehr spät oder nie ( kann sich mit der Einführung von CO2 Abgaben natürlich ändern...)


    BSZ wird dir sicher eines der Forummitglieder das sich damit besser auskennt und diese auch vertreibt einiges mehr sagen können, soweit ich weiß werden die nur mit Vollwartungsvertrag angeboten. Das bedeutet ein Stack austausch etc. kann dir erstmal egal sein und es gibt auch sonst keinen unkalkulierten Überaschungen für dich...


    Falls du mit deinen Verbrauchsschätzungen richtig liegst würde dein Strombezug gegen 0 gehen wenn du berücksichtigst nicht mehrere Großverbraucher gleichzeitig laufen zu lassen. Den Großteil des Stroms würdest du einspeisen, was wirtschaftlich nicht attraktiv ist, aber im ganzen, dennoch lohnen kann.


    Wenn du das mit der ST bleiben lässt hättest du auch das Dach noch frei für PV, die wird in Zukunft warscheinlich noch interessant, spätetsens mit der e-Mobilität...

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Danke!


    Entweder kommt die Gasbrennwert mit Brennstoffzelle oder eine Gasbrennwert mit Solarthermie. Beides gleichzeitig werden wir nicht machen.


    Ok. Dann läuft der Vertrag also 10 Jahre und genau, wenn der ausläuft kommt die große Wartung?!


    Wenn die Brennstoffzelle nach 20 Jahren abgeschaltet wird, könnte man dann, zumindest theoretisch, die enthaltene Gasbrennwerttherme weiter nutzen?

  • Nach den 10 Jahren sollten bei der BSZ die Kosten wieder reingespielt sein, so das du dir teoretisch eine neue hinstellen kannst. Wie lange die nach den 10 Jahren noch hält und was dann die Wartung kostet kann ich nicht beurteilen da ich Dachs Betreiber bin und von BSZ nicht tiefergehende Kentnisse habe. Ob man dan die Gastherme weiternutzen kann kommt soweit ich weiß auf den Hersteller an, ich glaube es gibt auch welche bei denen die beiden Geräte auch wirklich 2 Geräte sind die jeweils unabhängig laufen können.


    Unabhängig von dem Fragebogen, den du ja super ausgefüllt hast finde ich immer noch Interessant welche individuellen Gründe man hat. Also z. B. Beitrag zum Klimawandel, finanzielle Ersparniss, Unabhängigkeit, etc. und wie stark entsprechende Intension ausgeprägt ist.


    Der wirtschaftlichkeitstyp möchte eine hohe gewissheit auf Rendite, dem Öko ist das nicht so wichtig, schön wäre aber wenn er nicht drauf legt, und der Unabhängigkeitstyp pfeift, soweit möglich ganz auf die finanziellen Aspekte, und will ein rundes Gesamtkonzept mit Batterie etc. (soll nicht heißen das Batt. sich nicht lohnen kann)


    In deinem Fall würdest du z. B. mit Batt. nicht nur nahe an die 0 kommen sondern sie auch erreichen, aber die Kombi aus Batt. und BSZ wird nicht wirtschaftlich sein. Wäre der Öko aspekt recht groß würde vielleicht noch eine WP dazukommen um die Gastherme weniger laufen zu lassen etc.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

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  • Also, die Sache ist doch ganz einfach:


    Vorab: Ich habe vor 20 Jahren exakt so eine Sache durchgezogen, sprich ein altes Haus gekauft und kernsaniert. Hat einiges an Lehrgeld gekostet, aber dennoch haben wir das Haus hingekriegt, hat mir viel Praxiswissen geliefert und hat am Ende dazu geführt, dass wir es dann bei der Scheidung gut verkauft bekamen :-)


    Jeder, der ein altes Haus kauft, hat eine endlos lange Liste mit den Dingen, die gemacht werden müssen. 99,999% kann man selber (denkt man). Wenn man also der junge, dynamische Mann mit ordentlich Tagesfreizeit ist, kann man einiges selber machen. Sollte man aber, was ja auch sein kann, einen normalen Job haben, ist man sehr schnell an dem Punkt, wo man sich überschätzt. Kann dann ein böses Ende nehmen.


    Zweitens überschätzen sich 99,999% handwerklich. Aus irgendeinem Grund hat der Heizungsbauer seinen Job gelernt, der Fensterbauer auch, der Dachdecker auch.... der Parkettleger auch. Aber Berufe wie Buchhalter, Lehrer (gerade die) oder Friseur sind ja artverwandt.


    Also solltest Du Dir die Frage stellen, was Du denn selber kannst und was nicht. Diese Frage solltest Du Dir ehrlich beantwortet...


    Und nun zum Thema:


    Du hast ein Haus gekauft, in welchem ein alter Ölkessel und elektrische Durchlauferhitzer für Heizung und Warmwasser sorgen. Also musst Du eh an das Thema Heizung ran.


    Der Ölkessel muss raus, denn der ist unwirtschaftlich und selbst mit einem neuen Öl-Brennwertkessel hast Du nur Nachteile, denn Öl ist nun mal teurer als Erdgas (auch, wenn Narren was anderes behaupten) der Raum für den Tank ist verloren, Öl stinkt und ist schlichtweg auch nicht effizient, weil der neue Öl-Brennwertkessel nicht modulieren kann (zumindest nicht dann, wenn er auch funktionieren soll).


    WW mit Durchlauferhitzer ist mega teuer, mega unkomfortabel und einfach nur absolut von vorgestern.


    Also Schritt 1:

    Ölkessel raus, Tank demontieren, Erdgasanschluss. Gas-Brennwertkessel mit zentraler WW-Bereitung.


    Wird mit Gasanschluss je nach Lage Erdgas in der Straße und 233 anderen Eventualitäten etwa 10.000 Euro kosten.


    Die neuen Heizkörper und Steigestränge spielen ja keine Rolle, die hättest Du ja eh machen wollen.


    Schritt 2:

    Dämmen? Wenn, dann Dach und Kellerdecke, sonst nix. Fassade dämmen ist ein Desaster für jedes Haus und kostet ein Heidengeld, vor allem dann in 5 oder 6 Jahren, wenn die schimmeligen Innenwände saniert werden müssen.


    Kellerdecke dämmen kann jeder selber. Dach dämmen muss ein Fachmann machen, ansonsten können hier durch Schwitzwasser etc. ganz böse Schäden auftreten.


    Hierbei überlegen, wie lange die Dacheindeckung denn noch hält. Wenn <15 Jahre, Dach direkt neu decken lassen.


    Frage: Was ist es denn für ein Haus? Fachwerk? Bj 1900 muss nicht schlecht sein, 1950 wäre schlechter...


    Neue Fenster würde ich machen, denn die bestehenden sind wohl alt. Die dann aber auch vom Fachmann, weil man da auch wieder auf Schimmel etc. achten muss. Keine 3-fach-Verglasung....


    Du wirst generell bei der Nummer nie an den Punkt kommen, wo Du abends rumsitzt und Dich fragst, wo Du denn das Restgeld jetzt noch hinpacken sollst, weil ja schon alles fertig ist. Es wird eher umgekehrt sein. Sprich: Die finanzielle Planung kannst Du locker mit 50% beaufschlagen und musst dann entsprechend planen.


    Und ich hoffe mal, Du hast eine Budgetplanung, hat auch nicht jeder, aber besser ist das....


    Schritt 3:

    Bei 130 m² und 4 Personen wirst Du bei einem Gasverbrauch von 20.000 kWh pro Jahr landen. Können auch 20% mehr oder weniger sein, aber so in etwa stimmt das.


    Der Stromverbrauch wird bei (ohne E-Auto) 4.000 kWh liegen, denn man hat in einem EFH erheblich mehr Komfort und entsprechenden Verbrauch als in eine Mietwohnung.


    Also liegen die Heizkosten bei etwa 1200 Euro und die Stromkosten bei ebenfalls 1200 Euro.


    Und dies ist dann die Grundlagen für die Entscheidung: Mache ich jetzt noch das, das oder das oder das vielleicht auch noch?


    Hier muss man dann wieder wie oben darauf hinweisen, dass Du (wie wir damals auch) nie in die Situation kommen wirst, dass Du nicht mehr weißt, wohin mit dem Geld und dann eine Brennstoffzelle oder eine Solarthermieanlage die Antwort auf diese Frage ist.


    Es kann aber auch ideele Gründe geben, wieso man sich eine BSZ oder eine Solarthermieanlage kauft. In Deinem konkreten Anwendungsfall wird sich rein finanziell gesehen jedoch beides definitiv nicht lohnen.


    Ich würde also, wenn Du keine ideelen Gründe hast, dazu raten, erstmal die essentiellen Dinge in dem Haus umzusetzen (und da kommt einiges) und dann mal sehen, was danach noch übrig ist.


    Also erstmal Gasheizung und fertig....

  • Schritt 2:

    Dämmen? Wenn, dann Dach und Kellerdecke, sonst nix. Fassade dämmen ist ein Desaster für jedes Haus und kostet ein Heidengeld, vor allem dann in 5 oder 6 Jahren, wenn die schimmeligen Innenwände saniert werden müssen.


    Kellerdecke dämmen kann jeder selber. Dach dämmen muss ein Fachmann machen, ansonsten können hier durch Schwitzwasser etc. ganz böse Schäden auftreten.


    Ich denke das kommt drauf an wie man es macht.

    Ich habe vor 12 Jahren ein Haus Baujahr 1933 saniert, unter anderem auch komplett gedämmt. Dach 30 cm Zelluloseflockung und darauf 6 cm Pavatex Holzfaserplatten. Wände 20 cm Zellulose und 6 cm Pavatex. Keller 18 cm Foamglasplatten und Biumenanstrich. Da der Keller eine Raumhöhe von 160 cm hatte und der Pufferspeicher nicht reingepasst hat haben wir sogar die Außenmauern nach unten verlängert. Danach hatten wir keine feuchten Kellerwände mehr. Bis auf das einblasen der Flockung und die Heizung hab alles selbst gemacht. Die alten Ziegel konnten wieder drauf, mussten nur wegen Dachüberstand um einige passende erweitert werden. Ich kann berichten das nach 12 Jahren noch nirgends Schimmel aufgetraucht ist, und es einen erheblichen Komfortgewinn bedeutet wenn man nicht das gefühl hat es zieht kalt von den Außenwänden her. Eine Thermografie zeigt das nun die Außenwände genauso warm sind wie die inneren.


    Gelernt habe ich übrigend KFZ Mechaniker. Wer sein Haus in Styropor packt hat halt Schimmelgefahr, diffusionsoffen mit Holzfaser und Zellulose hat da keine Probleme. Das einzige Problem das man aber mit jeder Dämmung hat ist die Beschädigungsgefahr durch Spechte, von der ich bisher verschont geblieben bin.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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  • OK DDL, aber von 10 Häusern, die gedämmt werden:

    Wie viele werden mit Styropor gedämmt und wie viele so wie Dein Haus?


    Ich würde da mal auf 11:0 tippen....


    Und Zugerscheinungen durch Außenwände sind schon echt heftig, haben aber meiner Meinung nach nix mit Dämmung zu tun.

  • Ich meine einfach den unterschied warme / kalte Außenwand. Nicht das Ziehen durch defekte Fensterdichtungen...


    Geb ich dir recht, wenn nicht sogar 12:-1


    Aber das ist halt auch ein Problem, man müsst die Dämmindustrie umkrämpeln. Es liegt nicht am Dämmen sondern am Werkstoff! Das wollte ich damit sagen. Und andeuten das wenn auch nur einer von zehntausend, es durchaus talentierte Heimwerke gibt. Wichtig ist das man ne gute Selbsteinschätzung hat.


    Hätte da noch eine 2. Dämmvariante im Angebot, is aber richtig teuer. 36 cm Hochlochziegel, 10 cm Mineralwolle, 8 cm Klinker. Da kommt auch kein Specht ran, und mit Hinterlüftung gibts auch kein Schimmel. (Seid 1974)

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  • Alles, was Du schreibst, sehe ich genauso. Ich kenne halt fast nur Leute, die mit Styropor dämmen mit dann eben dramatischen Konsequenzen. Selbst bei öffentlichen Bauten wird mit Styropor gedämmt, weil Styropor eben DIN 4711/Absatz 08/15 erfüllt und auch von Dummköpfen zu verarbeiten ist.


    Das Thema Dämmung ist ein gutes Beispiel, wie Lobbyismus sich durchgesetzt hat, hier sind Milliarden verbrannt worden für Sondermüll, den sich Leute (mit staatlicher Förderung) an die Wand geklebt haben.


    Und zum Specht:

    Stell halt n Schild auf: Für Spechte verboten! Wir sind ja immerhin in Deutschland :-)

  • Ich würde das Thema etwas anders angehen.


    Zuerst sei zu prüfen ob es nun ein KfW 70, 100 oder was auch immer werden soll.


    Zwar ist es richtig das Du für das KfW70 Haus eine höhere Förderung bekommst, allerdings auch mit deutlich erhöhtem Aufwand und somit Kosten.


    Ich bin jetzt seit 3 Jahren an Kernsanieren zum KfW 70 (Gott sei dank bald fertig), habe sehr viel selber gemacht. Neben Beruf und Kindern teilweise echte Quälerei.

    Reine Gasheizung (selbst mit Solarthermie) wäre bei mir nicht gegangen, das hängt aber letztlich vom erreichten Dämmwert ab (da sich ja hieraus der benötigte Endenergieaufwand und somit Primärenergieaufwand herleitet).

    Ob sich die Brennstoffzelle bei mir rechnet... Mal schauen. Zumindest läuft die Vitovalor bisher problemlos (nur die Schnittstelle zu der Heizung, bzw. die App sind derzeit noch ne Katastrophe).


    Verbräuche und Stromproduktionszahlen kann ich mal posten bei Interesse.


    Holt euch einen Energieberater ins Boot, den braucht ihr sowieso wenn ihr nach KfW bauen wollt und besprecht mit dem mal die Gesamtsituation.

    Erst nachdem ungefähr klar ist was es denn werden soll, würde ich über das Thema Heizung nachdenken (ob es dann überhaupt bei Gas bleibt oder evtl. Wärmepumpe).


    Ich persönlich bin nicht so kontra Aussendämmung mit Styropor (Schimmelbildung im Inneren hat dann auch andere Probleme). Wir haben aussen Klinker, unsere Hohlwand wurde mit PUR ausgeschäumt . Das war aber auch relativ teuer, allerdings kann sich der Specht daran gerne den Schnabel stumpf schlagen ;-)


    Grüße

    Christian

  • Ja nu, ne Wärmepumpe in einem Altbau mit Heizkörpern kann man sicher machen....


    Du könntest dann ja auch mal darlegen, wo denn da der Vorteil ist (Investition, laufende Heizkosten etc.) verglichen mit einer stinknormalen Gasheizung.


    Zweite Frage: Wo liegt bei den derzeitigen Minizinsen für Baukredite der Vorteil von KfW Haus trallalalala?

  • @ Hans Dampf: Dann machen wir zukünftig Werbung für vernünftige Dämmung statt sie grundsätzlich zu verteufeln ?


    Mestapholes: Ja die anderen Probleme sind unzureichendes lüften, falsches lüften, und Heizung zu weit runterdrehen wegen Taupunkt. Nu is aber die Frage ob es überhaupt möglich ist vernünftig durchzug zu machen und ob man zum Energiesparen die Heizung runter drehen will wenn keiner da ist...


    Gerade in Bezug auf die Energiewende würde ich die BSZ ganz genau prüfen. WP ist aus dem gleichen Grund blöd, es sei denn man hat die Kohle die zusätzlich zu verbauen.


    Strom wird auf kurz oder lang Mangelware sein und den dann noch zu verheizen wäre eher ungünstig.

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    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Sind ja viele Beiträge zusammengekommen, danke!

    Ich versuche es mal der Reihe nach ;-)


    1.

    Der Fokus liegt zunächst auf den aktuellen Investitionskosten, dann den laufenden Kosten und wenn es wirtschaftlich im Rahmen bleibt, leiste ich auch gerne meinen Beitrag zum Umweltschutz. Unabhängigkeit ist schön, aber das wird wohl zu teuer.

    Wie gesagt in erster Linie muss es aktuell finanzierbar sein, haben ja auch noch viele andere Baustellen am Haus.


    2.

    Danke an Hans_Dampf für den ausführlichen Beitrag.

    Vielleicht noch als Hinweis in unseren aktuellen Stromkosten sind auch die Kosten für die elektrischen Durchlauferhitzer enthalten.


    Grundsätzlich besteht an dem Haus aktuell kein Schaden, allerdings ist die letzte große Sanierung von ca. 1970. Demnach auch der aktuelle Stand. Einiges hat auch optische Gründe, teilweise ist es auch nicht mehr für die nächsten 30 Jahre gedacht.

    Allgemein möchte ich jetzt hier keine Dämmstoffdiskussion mit einbeziehen ;-)

    Fassade muss optisch gemacht werden, Dach wird auch neu eingedeckt.


    Budget ist aus meiner Sicht vernünftig geplant (mit Architektin) und haben von Bekannten auch einige Vergleichszahlen. Der größte unbekannte Posten ist für uns die Heizung mit neuen Rohren und Heizkörpern.

    Für die Fassade mit Dämmung, das Dach mit Dämmung, die Fenster und die Heizung inkl. neuer Rohre kommen Fachfirmen ins Haus.

    Natürlich machen wir auch noch was selber, denke das sollte passen.


    3.

    Alle Maßnahmen werden aufeinander abgestimmt, beim Energieberater waren wir auch schon und haben uns informiert. Nun müssen wir natürlichen schauen mit welchen Rechnungen wird ihn konkret beauftragen.

    Deswegen nun der erste Überblick in welche Richtung des finanziell mit den Förderungen geht. Dabei geht es nur um Zuschüssen und keinen KfW-Kredit.


    Es ist richtig, was Mestapholes schreibt. Mehr Förderung = mehr Kosten.

    Deswegen habe ich es ja durchgerechnet. Es wird wohl nach erster Auskunft des Energieberaters so sein, dass wird KfW 100/115 mit Gasbrennwert und Solarthermie für WW schaffen. Mit Brennstoffzelle KfW 70. Muss natürlich alles noch genau berechnet werden.

    Unser Gedanke war eigentlich eine Gasbrennwertheizung ggf. mit Solarthermie, dass es mit Brennstoffzelle günstiger werden könnte, war erst eine Idee des Energieberaters.

    Nach meiner Rechnung ist es so, dass ich für die Brennstoffzelle bei KfW 70 mehr investiere, aber einen noch größeren Zuschuss erhalten. Also wie bereits oben geschrieben konkret insgesamt 4000€ billiger.

    Würde mich freuen, wenn du deine Zahlen mal posten könntest Mestapholes .


    4.

    Sehe es auch wie Der Dachs läuft ;) , Strom wird wahrscheinlich eher Mangelware sein und dementsprechend teurer. Deswegen ist auch die WP-Lösung für uns eher raus.


    5.

    Kann jemand grob abschätzen inwiefern der Gasverbrauch bei einer Brennstoffzellenheizung gegenüber einer normalen Brennwertheizung steigt?

  • Kann jemand grob abschätzen inwiefern der Gasverbrauch bei einer Brennstoffzellenheizung gegenüber einer normalen Brennwertheizung steigt?

    Bei der Vitovalor sieht das so aus: Die reine Brennstoffzelle (also ohne die zusätzlich eingebaute Gas-Brennwerttherme) verbraucht pro Betriebsstunde ca. 2,2 kWh Erdgas. Damit erzeugt sie 0,75 kWh Strom und 1,1 kWh Wärme. Angenommen sie läuft 6000 Stunden im Jahr, dann würde sie 13.200 kWh Erdgas verbrauchen und damit 4.500 kWh Strom und 6.600 kWh Wärme produzieren. Um die gleiche Menge Wärme zu erzeugen, würde eine Brennwerttherme mit 96% Wirkungsgrad (Hs) ca. 6.875 kWh Erdgas verbrauchen. Der Mehrverbrauch (in dem Fall ca. 6.325 kWh Erdgas im Jahr) ist der Stromerzeugung zuzurechnen.

    Der größte unbekannte Posten ist für uns die Heizung mit neuen Rohren und Heizkörpern.

    Wenn Ihr schon die gesamte Heizanlage erneuert, solltet Ihr bei der Auslegung der Heizkörper (sofern das räumlich möglich ist) großzügig sein. Wünschenswert wäre, dadurch (unabhängig von der Vorlauftemperatur) eine Heizkreis-Rücklauftemperatur von ca. 30-35°C oder niedriger zu erreichen. Nur so können der Brennwerteffekt voll genutzt und die in den Prospekten genannten – meist auf eine RLT von 30°C bezogenen – Wirkungsgrade halbwegs erreicht werden.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)