Endlich wieder da: Die Atomenergie als Klimaretter

  • Gerade die Trägheit der Großkraftwerke ist für die Netzstabilität immens wichtig - aber solche Dinge werden in der Debatte immer gerne „vergessen“ bzw. sind diese Dinge Laien gänzlich unbekannt...

    Wieso soll Trägheit wichtig sein? Auch ein schnell ansprechendes Gaskraftwerk oder BHKW kann tärge sein, entscheidend ist: Es muss es nicht wenn mal plötzlich viel Energie gebraucht wird!

  • Weil die Trägheit der großen Generatoren die Stromschwankungen "auspendelt" - allein durch die große Masse in Bewegung. Das gibt genügend Zeit, um andere Versorger nachzuregeln. Das ist ein fast selbst regulierendes System - kann PV und Wind in dem Umfang und der Geschwindigkeit praktisch nicht leisten!


    Und mit Deinem "es muss es nicht..." liegst Du eben total daneben - wenn plötzlich viel Strom zusätzlich gezogen wird, würd die Netzfrequenz zu stark sinken. Was dann passiert, siehst Du ja gerade an Deiner Insel...


    Das ist wie in der Landwirtschaft - viele reden über Dinge mit, welche sie im ganzem Umfang gar nicht überblicken!

  • Wenn das mit der Masse der großen Generatoren so ist, danke da hab ich mal wieder was dazu gelernt, wäre es trotzdem besser ein paar große Gaskraftwerke, wenn nötig, zu bauen statt die alten Atom und Kohle Meiler weiter laufen zu lassen. Wenn mein System dann fertig ist (der PV teil wird sich wohl noch 2 Monate hinziehen) kann ich ja mal im kleinen testen ob die PV auf schnelle Lastwechsel schnell genug reagiert, oder ob die Frequenz in den Keller geht.


    Ob das in der Insel an der Leistung der Wechselrichter, oder an der Geschwindigkeit des Lastaufbaus liegt steht noch nicht fest. Wenn ein 1300 MW AKW mit 5000 MW belastet wird nützt ihm seine trägheit ja auch nix. Oder?


    Deshalb ist es ja gut sich neutral zu Informieren um einen besseren Überblick zu bekommen, leider neigen die meisten Menschen dazu sich nur einseitig zu Informieren und zwar von der Seite die die bereits vorherrschende Meinung bestätigt. Deshalb und weil man nicht gut auf sein gegenüber eingeht in einem Dialog ist es auch so schwierig vernünftige Lösungen zu finden.


    Eine Gemeinsamkeit haben jedoch Energiepolitik und Landwirtschaft. Die Natur wird das alles was wir ihr antun überleben und sich anpassen, dauert halt lange. Wer sich nicht schnell genug an die veränderten Umweltbedingungen anpasst sind einige komplexe Spezies, allen voran der Mensch. Also geht es nicht darum den Planeten zu retten, sondern ihn in einem für uns Bewohnbaren zustand zu erhalten. Oder noch einfacher um unseren Ar..h und der ist uns offensichtlich nur Billigstrom und 1kg Hack für 0,39ct wert. Wenn man es also im großen Ganzen überblicken will könnte man auch behaupten, das Werbung das Verlangen auf Überflüssige Produkte weckt, die wir uns nur kaufen können wenn wir an anderer Stelle sparen. In jedem Fall muss sich was ändern und das fängt im Kopf jedes einzelnen an. Edle Tugenden statt Geiz ist Geil!

  • Gerade die Trägheit der Großkraftwerke ist für die Netzstabilität immens wichtig - aber solche Dinge werden in der Debatte immer gerne „vergessen“ bzw. sind diese Dinge Laien gänzlich unbekannt...

    Das war stets ein beliebtes Argument gegen Sonnen- und Windstrom von Seiten der Großkraftwerksbetreiber und hat sich bis heute bei manchen "Spezialisten" gehalten. Doch Achtung, wir sind da heute Gott sei Dank weiter:

    https://www.siemens.com/press/…ment/pr2017080409emde.htm

    Die "autonome Zelle" aus dem obigen Filmbeitrag ist also mittlerweile erprobt.

  • 32 Haushalte (!) - der größte Stromverbraucher vermutlich die alte Gefriertruhe von Tante Trude, oder?

    Die unterbrechungsfreie Stromversorgung bekommt sogar meine Notstromaggregat hin, wenn ich 35kW Last am laufen haben - das dürfte vermutlich mehr Netzlast sein, als die 32 Haushalte zeitgleich ziehen...


    Natürlich funktioniert sowas im kleinen Maßstab gut, aber es müssen eben auch Großverbraucher in dem System mit drinnen sein und was würde der PV-Anlagenbetreiber sagen, wenn seine Anlage regelmäßig runtergeregelt wird weil der Strom nicht gebraucht wird? Einspeisevergütung ade...

    Das wird auch heute schon bei größeren Anlagen manchmal gemacht, aber mit Ausgleich - genau wie bei Wind. Aber ab einer gewissen Größenordnung wird das unbezahlbar!


    Im Bezug am meine Grafik z.B. bei einer Verfünffachung der Windkraft - da wäre oft ein Großteil einfach ausgeschaltet! Bei Flaute wäre es trotzdem zu wenig und bei normalen Bedingungen immer zuviel. Wer soll das bezahlen?

  • Ich empfehle die Lektüre dieser Untersuchung vom Fraunhofer-ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland.pdf Insbesondere Seite 34 und deren Vision auf Seite 72.

    Mein Fazit daraus: CO2-Neutralität bis 2050 ist machbar, vielschichtig, kompliziert. Mit dem Elan des 19. und 20. Jahrhunderts hätten sich unsere Vorväter lustvoll an die Arbeit gemacht. Jetzt scheinen andere dran zu sein.


    Btw.: Hat jemand Einblicke in die Verbrenner-KWK-Szene z.B. Polen, China. Ich meine Gasmotoren mit 20.000 Bh in Kisten packen, können auch andere - vor allem billiger.

    Citroen C-Zero, 35qm PV, 12kWh LiFePo (15x250Ah, Winston), 4kW Taiwan-Inverter, DIY BMS
    Hausdämmung 16cm PS 0.035

  • Naja PV und Windkraft regeln ja jetzt schon Frequenzabhängig runter, soweit ich weiß bis 50%. Überschüsse sollten nicht abgeregelt werden sondern für P2G verwendet werden. Abregeln nur für die kurzzeitigen Spitzen.


    Man kann in dem Beispiel sicher auch davon ausgehen das von den 32 Haushalten mindestens 20 etwa gleichzeitig z. B. ihren Morgenkaffee kochen. Das gibt in Summe auch eine ordentliche Spitze im Vergleich zur Grundlast.

  • Das wäre mir neu, daß PV-Anlagen geregelt werden nach der Frequenz!


    Die können höchstens in Stufen geschaltet werden - wobei die "Nichteinspeisung" ersetzt werden muss. Das EEG zahlt für Strom der nicht produziert wurde...


    Und gerade Abbildung 26 auf Seite 34 zeigt doch ganz ganze Problem sehr deutlich - trotz der Kombination aus PV+Wind:

    Über 1000 Stunden jährlich werden weniger als 5 GW produziert und fast der gleiche Zeitrahmen (weit) jenseits von 30 GW - Faktor 6!!!


    Und dieser Faktor wird relativ konstant bleiben - egal wie groß der Ausbau ist.

  • Soweit ich verstanden habe war das doch die Lösung der 50,2 Hz Problematik. Die Wechselrichter reduzieren bis 47,5 Hz ausgehend von der Momentanleistung linear ihre leistung auf 50% runter und schalten erst dann ab.


    https://www.sma.de/partner/pv-…anwendungsregel-4105.html


    Man müsste halt entsprechend viel zubauen, das die Unterversorgung so gering ausfällt das man es mit einfachen mitteln wie Pumpspeichern ausgleichen kann. Die 1000 Stunden werden wohl nicht am Stück sein. Die dadurch längeren Zeiten der Überversorgung nutzt man für P2G. Den Wasserstoff (Speicherbarkeit muss natürlich noch optimiert werden) kann man für Mobilität, Heizen, und Stromerzeugung sicher gut gebrauchen. In z. B. einer Brennstoffzelle ist das Gas dann gut dezentral als Grundlast verwendbar, dadurch reduziert sich auch der Aufwand für Netzausbau.

  • Und wer soll Deine Wünsche bezahlen?


    Bei uns in der Gemeinde darf ich keine Freifläche PV bauen, selbst wenn ich wollte! Landschaftsbild...

    Versuch mal in Bayern eine WKA zu bauen mit der H10 Regelung

    Bei uns war auch mal ein Pumpspeicherwerk geplant - da zünden Dir die örtlichen Grünen die Hütte an

    Biogas ist verpönt wegen der Vermaisung - die wäre wenigstens regelbar

    Etc...


    Viele Spaß mit der Energiewende - Kopfgeburt einer abgehobenen „Elite“, welche aber selbst nach dem St. Florians Prinzip lebt!

  • Abstandsregel müsste natürlich geändert werden, den Regierenden solls ja nicht langweilig werden.

    Biogas, nu ja es sind halt auch Lebensmittel und Monkulturen sind nicht gerade ökologisch, wäre also nicht meine erste Wahl.

    Ob man PV auf Freiflächen noch braucht bin ich erst bereit zu Diskutieren wenn alle Dachflächen und Südwände bereits mit PV ausgerüstet sind.


    Pumpspeicher ist vielleicht nicht schön, aber wenn er denn nötig ist, ist das immer noch besser als die Alternative den Planeten für Menschen unbewohnbar zu machen. Was genau ist hier eigentlich das Problem, ob ich einen Quadratkilometer mit PV zupflastere oder ob ich an gleiche Stelle in gleicher größe einen Pumpspeicher baue.?

    Viele Spaß mit der Energiewende - Kopfgeburt einer abgehobenen „Elite“, welche aber selbst nach dem St. Florians Prinzip lebt!

    Is ja interessant, ich dachte bisher die reiche Elite steht nicht so sehr hinter der Energiewende wie die restliche Bevölkerug, insbesondere die junge Generation (die es dann ja auch betreffen wird.)


    Falls du dich auf die auf nichts Verzichten Einstellung der breiten Masse beziehst, die ist hier nicht das Thema.


    Wir sind Hier ein BHKW Forum und das Ursprungsthema war der (mal wieder) Ausstieg aus der Atomkraft, deshalb wurde auf die anderen Notwendigkeiten wie Abschaffung des Flugverkehrs nicht eingeganen. Ebenso ist klar das die Massentierhaltung abgeschafft werden sollte, seltener, aber dafür hochwertiges Bio Fleisch wäre vermutlich ein Kompromiss.

  • Ja nu, ich hatte halt nur die Frage gestellt, wie wir denn die 20 GW-Lücke schließen, die ab 2022 vor der Türe steht. Und hier ist meiner Meinung nach nur KWK, wie auch immer geartet, geeignet.


    Wer eine grundlastfähige andere Idee hat, immer ran... Aber bitte den Kalender im Blick behalten, sooo lange is nicht mehr hin

  • Ich beziehe mich (wieder mal) auf die Grafik!


    Es sind noch DREI Jahre und kein Mensch hat einen Plan wie es wirklich funktionieren soll - selbst die Stromtrassen sind nur geplant, nicht gebaut!

    In der Phantasie mit man KÖNNTE, SOLLTE, MÜSSTE ist alles möglich - die Realität ist aber der Maßstab.


    Ich habe vor ein paar Tagen irgendwo gelesen, daß mittlerweile so mancher Grüner Politiker schon ins Grübeln gerät, wie er es der Basis erklären soll, wenn die AKW noch länger laufen müssen.

    Die Geister die ich rief...