Brennstoffzellenheizung im Baudenkmal Bj. 1929

  • Vielen dank für deine Einschätzung.

    In der Tat ist es so, dass ich zwei Doppelhaushälften, also ein komplettes Doppelhaus damit versorgen würde. Daher auch die Verbrauchszahlen.

    Ein Teil davon ist vermietet, steuerlich 2/3 von DH , deswegen kann ich 2/3 der Verbrauchskosten u Instandhaltung steuerlich geltend machen u mit Mieteinnahmen verrechnen lassen von Steuerberater.

  • Moin Fridold,

    Ein Teil davon ist vermietet, steuerlich 2/3 von DH , deswegen kann ich 2/3 der Verbrauchskosten u Instandhaltung steuerlich geltend machen u mit Mieteinnahmen verrechnen lassen von Steuerberater.

    Das bedeutet aber auch, dass Du auf den an die Mieter gelieferten BZ-Strom die volle EEG-Umlage abführen musst (derzeit 6,405 ct/kWh plus 19% Umsatzsteuer). Zum (teilweisen) Ausgleich kannst Du dann einen Zuschuss nach dem Mieterstrom-Gesetz beantragen (wie auch immer das geht, ich kenne bisher keinen, der das gemacht hat). Besser wird die Wirtschaftlichkeit damit jedenfalls nicht.

    Das mit den Steuern ist schon merkwürdig, wo lässt sich das nachlesen? Damit ich dem Installateur , er kommt am dienstag, seine Rechnung widerlegen kann?

    Siehe angehängte Verfügungen (die Regelung gilt für alle BHKW's mit Inbetriebnahme ab 2016).


    Quintessenz: Ein BHKW ist kein selbständiges Wirtschaftsgut, sondern Bestandteil des Gebäudes. Die Kosten für ein nachträglich in ein Wohngebäude eingebautes BHKW zählen als Erhaltungsaufwand, sind also sofort absetzbar. Das (und nur das) kann tatsächlich eine Möglichkeit sein, mit einem BHKW Steuern zu sparen. Ansonsten ist zu beachten, dass Einkünfte und Ausgaben auf Strom und Wärme aufzuteilen und unterschiedlich abzurechnen sind. Bei einer BlueGen ist der Stromanteil 1,5/2,1= 71,4%. Dies entspricht dem "Gewerbebetrieb Stromerzeugung". Die Wärmeerzeugung (28,6%) wird dagegen wie andere Heizkosten über die Anlage V abgerechnet. Wie das im Detail aussieht, insbesondere welche Einnahmen und Ausgaben wo - voll oder anteilig - zuzurechnen sind, steht in der Verfügung vom 11.01.16. Dein Steuerberater sollte damit arbeiten können und Dir dann auch erklären, wie das in dem Fall eines Gebäudes mit teilweiser Privatnutzung und Vermietung abzurechnen ist: Grundsätzlich ist der privat genutzte Wärmeanteil steuerlich (bei anteiligen Ausgaben wie Einnahmen) unbeachtlich, aber ob das auch in diesem Fall gilt, weiß ich schlicht nicht.


    Ich würde Dir empfehlen, diese äußerst komplexe Materie nicht mit dem Installateur zu diskutieren, es sei denn der wäre im Nebenberuf Dein Steuerberater. Entscheidend ist: Wenn im "Gewerbebetrieb Stromerzeugung" dauerhaft Verluste anfallen sollten - egal wie oder warum - wird das Finanzamt diesen wahrscheinlich als Liebhaberei einstufen. Aus diesem Grund hat es jedenfalls keinen Zweck, Einkommensteuer-Einsparungen aus "Verlusten" im laufenden Betrieb in die Wirtschaftlichkeitsrechnung aufzunehmen. Es ist sogar möglich, dass das FA die Anrechnung des Erhaltungsaufwandes aus der Investition für den gewerblichen Anteil (die 71,4%) verweigert, wenn sich nach einer Prognoserechnung aus Stromerzeugung und -Verkauf (einschl. Eigenverbrauch) über zehn Jahre einschl. Förderung und anteiliger Investition kein Totalgewinn ergibt. Aus diesem Grund empfehle ich, bei der Entscheidung "BHKW oder nicht" zunächst mal davon auszugehen, dass bei der Einkommensteuer keine Einsparung möglich ist. Wenn dann aus der Investition doch was an ESt zurückkommt, ist das "Upside Potential". Aber m.E. wäre es sinnlos, diese Überlegungen mit dem Installateur zu diskutieren.


    Zu Deiner Information: In der vorgelegten Steuerrechnung (Blatt 8) stimmen natürlich an vielen Stellen die kWh-Zahlen nicht. Davon abgesehen sind folgende wesentliche Fehler enthalten:


    1) Einnahmen:

    • Eigen-Stromverbrauch: Der an die Mieter verkaufte Anteil wird mit dem tatsächlich vereinbarten (Netto-)Preis bewertet. 28 ct/kWh netto (entspricht 33,3 ct/kWh brutto) würde ich als Mieter nicht akzeptieren. Der selbst verbrauchte Anteil wird steuerlich dagegen mit den Herstellkosten bewertet. Die liegen im vorliegenden Fall nach meiner Schätzung um 9 ct/kWh netto, falls keine Finanzierung stattfindet - sonst wären es ca. 3 ct/kWh mehr.
    • Wärmeverbrauch: Hat hier nichts zu suchen, wird über die Anlage V abgerechnet.
    • KWK-Investitionszuschuss: Dieser wird nicht auf zehn Jahre verteilt, sondern im Investitionsjahr verbucht (ob als Einnahme oder verrechnet mit den Investitionskosten - also dem Erhaltungsaufwand - ist unterm Strich egal)
    • Was hier völlig fehlt sind die Umsatzsteuer-Einnahmen aus dem Stromverkauf bzw. aus der Entnahme (Eigenverbrauch).
    • Auch noch hier hinein müssten m.E. allfällige Zuschüsse für Mieterstrom.

    2) Ausgaben

    • Brennstoffeinsatz: Gehört hier nur anteilig hinein (71,4% vom Netto-Bezugspreis, nicht wie hier Brutto), der Rest läuft über Anlage V bzw. Heizkostenabrechnung.
    • Wartungskosten: Gehören nur anteilig hinein (71,4%),der Rest läuft über Anlage V bzw. Heizkostenabrechnung.
    • AfA: Entfällt, da die Investition als Erhaltungsaufwand behandelt wurde. Im Neubaufall würde wie folgt gerechnet: Netto-Investition € 30.965 abzüglich KfW-Förderung € 12.450 = € 18.515. 2% AfA hiervon (Gebäudebestandteil!) sind € 370. Anzusetzen sind hiervon 71,4%, also € 264.
    • Schuldzinsen: Wären ggf. zu 71,4% anzusetzen, der Rest läuft über Anlage V.
    • Gezahlte Umsatzsteuer: Er rechnet hier 19% auf die Summe der Strom- und Wärmeverkäufe. Das ist Unsinn, so rechnet man das nicht. Aber ich habe jetzt keine Lust, auch noch eine Umsatzsteuerberechnung vorzunehmen, also lassen wir das mal als Platzhalter so stehen.
    • Gezahlte Stromsteuer Überstromeinspeisung: Kompletter Quatsch, so etwas gibt es nicht - schon gar nicht auf Überstromeinspeisung. (Wenn er das aber hier schon hineinschreibt, müsste er es auch auf Seite 5 aufführen!)
    • Gezahlte EEG-Umlage: 2,272 ct/kWh ist Unsinn. Auf den von Dir verbrauchten Strom fällt keine EEG-Umlage an (auch nicht wenn es 7000 kWh wären). Auf den an die Mieter verkauften Strom wird dagegen die volle EEG-Umlage fällig (6,405 ct/kWh). Auch diese Ausgabe fehlt in der Rechnung auf Seite 5.

    Jetzt müsste man mit den richtigen Zahlen ausrechnen, ob sich ein steuerlicher Überschuss oder ein Verlust ergibt. Aber aus meiner Sicht wäre das eine reine Fingerübung, weil das Ergebnis für die Wirtschaftlichkeitsrechnung (und damit für Deine Entscheidung) jedenfalls uninteressant ist.


    Gruß, Sailor

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    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • So jetzt war der Vertreter da und wir haben mal über die Zahlen gesprochen.

    Er wird mir ein neues Angebot machen 😀.

    Er war sehr erstaunt, dass ich offensichtlich so gut vorbereitet war.

    Euch vielen Dank dafür.

    Ich berichte über sein neues Angebot

    LG

    Fridold

  • Eine Frage hätte ich da noch. Bei einer Brennstoffzelle muss ja wg der Förderung ein 10 jähriger Wartungsvertrag abgeschlossen werden. Wie ist denn da die Preisentwicklung? In den Unterlagen stand ein Betrag von 710€ brutto. Der bezieht sich ja wohl nur auf das 1. Jahr oder wie ist das zu verstehen?

    Lg Fridold

  • So gerade hat mir der nette Herr der mir die Blugen verkaufen wollte mitgeteilt, dass in meinem Fall ein wirtschaftlicher Betrieb nicht gegeben sei.... er hat wohl kalte füsse bekommen... also krieg ich keine Brennstoffzelle

    Lg Fridold