Mein Umstieg vom Dachs zum NeoTower 2.6

  • Liebe Freunde der KWK Technik,


    Im Jahr 2007 hat mir ein damals guter Freund und Heizungsbauer den Dachs für mein 6 Parteienhaus empfohlen. Der Dachs ist dein 7 Mieter, der erste Kessel der Geld verdient. Da ich mich zum damaligen Zeitpunkt wenig bis gar nicht für Heizungsanlage interessiert habe, habe ich meinem Freund vertraut und in einen Dachs investiert. Das Ergebnis ist bekannt und kann in meinen bisherigen Beiträgen nachgelesen werden (zu wenig Bh 3-3.500 Bh und rund 75% Einspeisung, viele Starts).

    Als 2017 die Förderung auslief habe ich den Dachs aus "Klimagründen" ohne KWK Zuschlag weiterbetrieben bis zur geplanten Wartung bei 38.500 Betriebssunden. Dieser hat er aber nicht mehr erreicht und ist kurz vorher mit Motorschaden ausgefallen. Den anschließenden Winter habe ich ausschließlich mit meiner Gasbrennwerttherme von Wolf geheizt. Vom BHKW hatte ich "die Schnauze" voll!


    Dennoch verfolgte ich in unregelmäßigen Abständen das Forum und bin auf die Firma RMB gestoßen. Im Vorfeld habe ich Kontakt mit der Firma aufgenommen und mir zwei Referenzanlagen angeschaut. Ich habe mich dann entschlossen ein NeoTower 2.6 zu kaufen, habe mir zwei Angebote eingeholt und seit dem 9. April 2018 läuft er nun. Nun ist das erste Betriebsjahr vorbei und ich möchte Euch kurz über meine Erfahrungen berichten:


    1. Laufzeit im 1. Betriebsjahr 6.400 Stunden, knapp 18 Stunden Laufzeit pro Start

    2. störungsfreier Betrieb, kein Ausfall

    3. Die Anlage sendet alle Betriebsdaten im 15 Minutentakt via Internet zur Firmenzentrale RMB und kann von dort zentral justiert bzw. eingestellt werden, als Endverbraucher hat man Online jederzeit Zugriff auf die Daten, kann aber keine Einstellungen vornehmen. Ist aber kein Problem, eine kurze E-Mail an den Service von RMB und die Anlage wird entsprechend gesteuert (z. B. Umstellung von Winter auf Sommerbetrieb) Der telefonische Support ist perfekt. Man erhält immer innerhalb kürzester Zeit eine fundierte Beratung bzw. Antwort.

    4. Der Dachs müsste alle 3.500 Std. gewartet werden, was durchschnittlich 700 Euro gekostet hat. Der NeoTower wird nur alle 15.000 Std. gewartet. RMB bietet Vollwartungsverträge mit bis zu 15 Jahren Laufzeit an.

    4. Bedingt durch die längere Laufzeit und die Modulation beträgt mein Eigenverbrauch mittlerweile rund 80%, die Einspeisung resultiert vorwiegend in der Zeit von Oktober bis März, wo der NeoTower mit Vollast durchläuft. Nachts beträgt meine Grundlast selten mehr als 1 kw/h. Dies führt dann zur Einspeisung.


    Fazit: Ich jedenfalls habe meine Entscheidung nicht bereut. Millionär werde ich mit dem NeoTower auch nicht, aber ich habe eine weit aus größere Wahrscheinlichkeit gegenüber dem Dachs, dass der NeoTower ein größeren Teil seiner Kosten wieder einfährt als der Dachs.

    Soweit ich das technisch beurteilen kann, ist der NeoTower meilenweit dem Dachs überlegen Wartungkosten sind geringer, bessere Eigenverbrauch durch Modulation, Steuerung via Internet, Der eingebaute Motor hat 0,7 Liter Hubraum und ist ein Dreizylinder der nur knapp über 1.000 Umdrehungen in der Minute macht und dadurch deutlich leiser ist als der Dachs, die Modulation erfolgt über das Drehmoment und nicht durch Drehzahl, RMB bietet Geräte von 2 bis 50 kw/h an, da ist für jedes Gebäude das Passende dabei. 2007 gab es von Senertec nur den Dachs mit 5,5 kw/h der würde überall eingebaut ob er passt oder nicht spielte keine Rolle. Die Vielzahl der unzufriedenen Nutzer sieht man in den entsprechenden Foren.


    Ich jedenfalls hoffe, dass es mit dem NeoTower so weiter geht wie bisher!


    Viele Grüße und ein schönes Osterfest


    Bernigo

  • Hallo Bernigo,

    schön, hier auch einmal sowas positives zu lesen.

    Auch ich habe mit Vaillant schlechte Erfahrungen.

    RMB bietet Vollwartungsverträge mit bis zu 15 Jahren Laufzeit an.

    kannst du hierzu, was die Kosten betrifft, noch was schreiben ?

    viel Erfolg weiterhinn

    Gruß

    Erwin

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • kannst du hierzu, was die Kosten betrifft, noch was schreiben ?

    viel Erfolg weiterhinn


    Hallo Erwin,


    RMB bietet Verträge mit 10 oder 15 Jahren Laufzeit an, als Kunde kannst du aber jederzeit kündigen. Die Kosten betragen im Erstjahr 19 Cent je Betriebsstunde. Bei einer Jahresleistung von 6.400 Stunden sind das im Jahr 1.216 Euro, dies beinhaltet alle Wartungs und sonstige Instansetzungen. RMB garantiert eine Instandsetzung innerhalb von 48 Stunden. Die Wartungskosten werden bei gewissen Steigerungen eines Preisindex angepasst.

    Sicherlich auf den ersten Blick nicht günstig, aber rund 70% der Kosten kann ich als Wartungskosten für die Heizung auf die Mieter umlegen. Den Wartungsvertrag muss man aber innerhalb von vier Wochen nach Inbetriebnahme abschließen (man zahlt somit schon in der Garantiezeit!). Den Rest trage ich. Für mich ist das so eine Art Sparvertrag mit Vollkaskoversicherung. In 15 Jahren hätte mein NeoTower rund 100.000 Betriebsstunden! Ich hoffe, dass er die nicht erlebt, denn vorher hätte ich gerne noch ein neues BHKW von RMB! So zumindest meine Überlegungen und dann hätte ich wieder 10 Jahre Ruhe! Mal abwarten, ob das alles so eintritt.


    Viele Grüße


    Bernigo

  • Naja, das liegt auch an der Leistungsklasse.

    2007 gabs eben BHKWs nur in der 5 kw Klasse, kleiner nicht. Heute ist das anders.

    Den 2007er Dachs kann man kaum mit nem heutigen Gerät vergleichen, auch nicht mit dem Dachs Gen2.

    Den Gen2 gibts auch als 2,9 kw Gerät und der ist natürlich deutlich leiser als dein alter 5,5.

    Und Instandhaltungsverträte gabs auch 2007 schon bei Senertec, genauso wie die Internetanbindung.

    Bei der Wartung dürften die Unterschiede gering sein, bei Gen2 sind es 7000 Bh.

  • Es ist auch die Frage, was man sich davon erhofft. Für mich ist der (Haupt)Sinn davon die Fernbetreuung, nicht irgendwelche Grafiken oder andere Spielereien.

    Mein Dachs meldet sich 300/200/100 vor der Wartung. Und bei Störungen (selten).

    "Lachhaft" finde ich das nicht.


    Natürlich gibts auch andere Firmen mit guten BHKWs. Aber den neuen Dachs sollte man nicht ausser acht lassen. Vor allem, wenn man den Dachs kennt.

  • Ich denke auch man sollte ein Produkt nicht schlecht machen nur weil man es sich von übereifrigen Heizungsbauern hat aufschwatzen lassen. Der Dachs an sich ist meiner Meinung nach robust, und langlebig, das kann nicht jeder BHKW Hersteller von seinen Produken behaupten! UND der Dachs kann nichts dafür das er hydraulisch schlecht eingebunden ist oder seine Leistung nicht zum Objekt passt in das er verbaut wurde, diese Fehler hat der Installateur und nicht der Hersteller gemacht.

  • Ich denke auch man sollte ein Produkt nicht schlecht machen nur weil man es sich von übereifrigen Heizungsbauern hat aufschwatzen lassen. Der Dachs an sich ist meiner Meinung nach robust, und langlebig, das kann nicht jeder BHKW Hersteller von seinen Produken behaupten! UND der Dachs kann nichts dafür das er hydraulisch schlecht eingebunden ist oder seine Leistung nicht zum Objekt passt in das er verbaut wurde, diese Fehler hat der Installateur und nicht der Hersteller gemacht.

    Hallo!


    So sehe ich das auch. Ich hatte zwar mit Nr. 2 Probleme, Motorschaden nach 34 th. Nr. 1 läuft aber mit jetzt knapp 42 th völlig problemlos. Lediglich die Heizungspumpe wollte zwei mal erneuert werden. Ansonsten nix, rein gar nix. Wohlgemerkt waren/sind Beide HR-Anlagen.


    Viele Grüße

    Joachim

  • Jo, und was bei diesen Fehlinstallationen bzw. Fehlauslegungen raus kommt, habe ich mir mittlerweile schon 3 mal zum Nutzen gemacht.


    Bestes Beispiel:

    EFH 180m2 mit einem Dachs HR aus 2005. In 10 Jahren knapp 15TBh Laufzeit. Und dann auch noch Kolbenringbruch.

    Dazu kam noch ein unfähiger Servicemonteur, der erstmal für über 1500,-€ wahllos Teile getauscht hat. Hätte er zu allererst einmal Kompression gemessen, wäre der Defekt sofort aufgefallen. Nee, da werden Einspritzpumpen, Einspritzdüsen, Vorförderpumpen und und und getauscht.


    Der Verkäufer wollte dann von BHKWs, Dachsen und vor Allem seinem Heizungsbauer nichts mehr wissen. Ich hab diese eine Anlage für 1500,- € inkl. Kondenser und einem breiten Grinsen aufgeladen und genauso schnell war der neue Kolben eingebaut. Anlage läuft wieder top!


    Es gibt unzählige solcher Fälle, aber wenn sich mal die Umstände anschaut, kann da am wenigsten das BHKW bzw. der Dachs selbst was dazu.


    Und wenn die Senertec von Anfang an eine Trennung zwischen Heiz- und Motorkühlkreislauf vorgeschrieben bzw. umgesetzt hätten, hätten die sich viel Ärger, Missgunst und Kosten gespart...


    Klar, heutzutage gibt es viel mehr Hersteller als vor 10 Jahren und wahrscheinlich dazu sogar auch brauchbare.


    Aber grundsätzlich steht und fällt so ein System durch die Installation und die Serviceleute.

    Was hilft ein Top Gerät, wenn das Gerät falsch eingebunden ist und man unfähige Leute hat die daran rum schrauben...

  • Genau so sieht es aus.

    Mit wird zB schlecht, wenn ich die BHKWs mit autotypischen Teilen sehe - Gummi-Kühlwasserschläuche, Plastik - und das in ner 80° warmen Kiste. Das gibts im Dachs so nicht.

    Im übrigen war der direkt durchströmte Dachs gar nicht verkehrt. Man musste nur die Wasserbeschaffenheit beachten.

    Aber 2005 wurde noch ne Menge Mist mit dem Dachs gebaut - dafür kann der Dachs aber nix. Da gabs auch in Centern Leute, die nur verkaufen wollten ohne auf Sinnhaftigkeit zu achten.


    Ich glaube auch, daß längst nicht alle heutigen BHKWs es an Standzeit mit dem Dachs aufnehmen können. Denen wird vorher der ganze Plastikmist um die Ohren fliegen.

  • Möge jeder BHKW-Freund nach seinen Vorstellungen zufrieden werden, wenn er das Heil in 10 oder 15 jährigen Wartungsverträgen sieht. Ich sehe viele Anbieter, die diese Zeiten als Hersteller oder Anbieter gar nicht erreicht haben und keinen, der soviel Lehrgeld hat zahlen müssen wie SenerTec für eine wohl falsche Wahl des Vertriebsweges.


    Gruß Dietrich

  • Hallo dbitt ,

    im Grunde sehe ich das genau so .

    Aber was sollen denn die Kunden eines BHKW machen die weder genaue Kenntnisse über Ihr Gerät , und kein handwerkliches Geschick besitzen .


    Auch Vaillant hat , zumindest mit Ihrem Eco-Power 1,0 haben viel Geld in den Sand gesetzt , dabei haben Sie hunderte von Motoren ersetzen müssen und tun es heute noch .

    Kein Wunder das Vaillant im Bereich der erneuerbaren Energie das Handtuch geschmissen hat .


    Gruß Heinz

  • Ich denke nicht daß Senertec beim Vertriebsweg einen Fehler gemacht hat.

    Das Problem waren eher diejenigen, die um jeden Preis Dachse überall verkaufen wollten. Das waren nur selten Fachhandwerker. Und es gab auch Kunden, die unbedingt "den Dachs wollten". Der Fachhandwerker achtet schon in der Angebotsphase auf die mögliche Laufzeit und kann so auch sagen, ob ein Einbau sinnvoll ist.

    Und wenn einer nur den Dachs verkauft und ihn von ungeschulten Leuten einbauen lässt, kann Senertec nix dafür wenn nacher di Anlage nicht gut läuft.

    Senertec macht jedenfalls eins richtig - Schulungen der Servicetechniker. Alle 2 Jahre muß man eine Schulung besuchen. Das kenn ich so bei keinem anderen Hersteller.

  • Ich dachte immer man muss die Schulungen besucht haben um überhaupt den Dachs oder Wartungsteile kaufen zu können, falls das so war wären ja alle Fachhandwerker gewesen. Allerdings hätte man früher die schwarzen Schafe aussortieren müssen... Der Fachhandwerksbetrieb der meinen RS eingebaut und gewartet hat (und da einiges verpfuscht) durfte dannach noch mindestens 5 Jahre bei Senertec einkaufen...

  • In früheren Jahren haben einige Center nur verkauft und fremd montieren lassen. Was da rauskam war manchmal grauenhaft. Ich sah mal nen HR 2700Bh (1Jahr alt) mit 5550 Starts. War natürlich ne verpfuschte Hydraulik, Aber auch ne Primitiv-Inbetriebnahme. Ich konnte etwas abmildern, aber "gut" war die Anlage auch danach nicht - was aber an den verbauten Komponenten lag (300l WW-Speicher als Puffer "missbraucht").

    Dachs und Teile bekommt man von Senertec nur als "Partner", also mit Vertrag.

    Und es ist wohl gar nicht so einfach, "schwarze Schafe" auszusondern.

    Ein RS ist schon Sonderfall - da gibts nur wenige die sich damit gut auskennen.

  • Der hat mir damals unter anderem die Transportsicherungen (zerlegter Transport und Montage) wieder fest geschraubt! Also RS unspezifisch... Von ihm montierte Kraftstoffpumpen hielten nur 2000 Stunden (seid ich das selbst mache halten sie ca. 14000 Stunden, und noch einiges mehr!

  • SenerTec hat sehr spät den sogenannten Systemcheck eingeführt, der von speziell ausgebildeten Center-Mitarbeitern verantwortlich durchgeführt wird, nachdem eine montierte, registrierte Anlage ab 1000 Bh gelaufen hat.

    Wäre eine derartige Kontrolle von Anfang an durchgeführt worden, gäbe es nur kurzzeitig schwarze Schafe. Es wären dann allerdings weniger Anlagen verkauft worden.


    Gruß Dietrich

  • Tja, also Transportsicherung - das deutet für mich auf einen ungeschulten Mitarbeiter, der auch die Montageanleitung nicht beachtet. Bei Inbetriebnahme sollte sowas aber bemerkt werden. Dafür gibts keine Entschuldigung.

    Aber KS-Pumpen, dafür kann man nix. Die werden nur bestellt und eingebaut. Allerdings möglich, daß er "normale" aus dem Handel genommen hat. Für RS geht sowas nicht.


    Und zum Systemcheck: sicher ne gute Maßnahme, kostet aber auch. Und bei Firmen die ohnehin auf die Betriebsbedingungen achten, eigentlich überflüssig. Und der Systemcheck heisst ja nicht, daß da nochmal die Einstellung optimiert wird.