Der Stirlingmotor lebt!

  • Nachdem was ich bisher mitbekommen habe, dachte ich der Sterlingmotor sei im BHKW-Bereich tot!

    Ich bin heute in Österreich eines Besseren belehrt worden. Ich kam zufällig diese Woche auf einem bemerkenswerten Weg zu einer Einladung durch Herrn Frauscher zur Werksbesichtigung bei


    http://frauscher-motors.com


    Diese Firma forscht nun seit über 10 Jahren mit hohem finanziellen Einsatz an der Entwicklung von marktfähigen Sterlingmotoren und haben seitdem KEIN Produkt auf den Markt geworfen. Weil es den Ansprüchen nicht genügte. Im Konferenzraum ist eine bemerkenswerte "Ahnenreihe" der Prototypen ausgestellt, die nie vermarktet wurden.

    Jetzt sind sie aber offenbar soweit. Ich konnte heute einen Prototyp am Prüfstand bewundern, der mit Erdgas ca. 6 kW elektrisch und ca. 11 kW thermisch im Dauerbetrieb mit Erdgas geliefert hat. Das ganze bei ca. 30% elektrischen Wirkungsgrad!

    Der selbe Motor wurde jetzt in einen Autoanhänger verbaut um diesen an verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen (Bio-)Gas zu testen.


    Ich bin auf alle Fälle begeistert und sehe großes Potenzial in dem Motor - gerade auch im Hinblick auf regenerative Brennstoffe.

    Z.z. entwickelt die Firma einen "Holzgasbrenner" um den Sterling damit zu befeuern.


    Ich werde die nächsten Tage mal einige Bilder aus der Firma einstellen, die ich von Herrn Frauscher noch bekomme. Ich wollte in der Firma nicht fotografieren...


    Falls jemand meint, dies sei nur eine weitere "Hinterhofklitsche" die ein Produkt auf den Markt werfen will, dem sei gesagt das Herr Frauscher schon einmal ein "kleineres" Unternehmen auf die Beine gestellt hat: https://www.frauscher.com/de/frauscher_global/ ;)

  • So, nun noch ein paar Bilder:

    1. Bild:

    Motor mit den einzelnen Teilen: Brenner / Motor / Abgaskühlung bzw. Brennluftvorwärmung / Generator (intern gekapselt)


    2. Bild:

    Motorprüfstand


    3. Bild:

    Motor auf Anhänger zum Probebetrieb mit unterschiedlichen Gasarten (Erdgas / Biogas / Flüssiggas) oder für Vorführungen auf Messen

    Dieser Motor hat einen externen Generator und Schwungscheibe

  • Laut Video strebt man 1000h Wartungsintervall an. Verschleissteil sind wohl die Kolbenführung.

    Ist der Microgen Stirling bzgl. Standfestigkeit da nicht schon viel weiter? Ich hörte, dass der praktisch wartungsfrei ist.

    Citroen C-Zero, 35qm PV, 12kWh LiFePo (15x250Ah, Winston), 4kW Taiwan-Inverter, DIY BMS
    Hausdämmung 16cm PS 0.035

  • Das Video ist von 2016!


    Gestern bei der Führung wurde gesagt, daß sie einen der neuen Motoren nach 1000 Bh zerlegt haben und kein Verschleiß meßbar war. Wurde wieder zusammen gebaut und jetzt läuft er wieder am Prüfstand.


    Das Ziel ist ein Jahres-Wartungsintervall bei Dauerbetrieb, d.h. grob 8500 Bh pro Wartung.

  • Ist der Microgen Stirling bzgl. Standfestigkeit da nicht schon viel weiter? Ich hörte, dass der praktisch wartungsfrei ist.

    Wie schon Radio Eriwan sagte: Im Prinzip ja. Die Microgen Stirlingmotoren sind fest verkapselt, d.h. der eigentliche Motor kann überhaupt nicht gewartet (und auch nicht repariert) werden, weil nach Fertigstellung keiner mehr ins Gehäuse kommt. Öl zum Wechseln ist auch keines drin, der Kolben läuft ohne Schmierung. Die theoretische Standfestigkeit des Microgen-Stirling soll um 50.000 Betriebsstunden liegen.


    In der Praxis hat sich aber herausgestellt, dass (zu) viele Motoren bereits weit früher den Geist aufgegeben haben. Beispiel: Unser erster hielt gerade mal 30 Stunden, der zweite ca. 3000 Stunden. Der dritte wurde nach ca. 8000 Bh wegen unguter Geräusche ausgewechselt, d.h. lange hätte er wohl auch nicht mehr gehalten. Der vierte hat jetzt ca. 14000 Bh auf der Uhr und läuft bisher einwandfrei.


    Ich halte es für möglich, dass zahlreiche Motoren die genannten 50.000 Stunden auch in der Praxis erreichen oder vielleicht sogar übertreffen. Aber die Voraussetzung dafür ist wahrscheinlich, dass bei der Fertigung nicht mal der allerkleinste Fehler passiert – womöglich genügt schon ein Stäubchen im Gasraum um die Standzeit erheblich abzukürzen. Das hat Microgen anscheinend nicht mit ausreichender Konstanz hingekriegt.


    Vermutlich ist es deshalb einfach besser (und wahrscheinlich auch kostengünstiger), den Motor so zu konstruieren, dass er zwar Wartung und Schmierung verlangt aber dafür robuster gegen minimale Abweichungen bei der Fertigung bleibt.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Die Frage ist aber auch, was so ein Motor nachher kostet. Und ein Stirling allein reicht ja nicht. Es braucht noch nen Spitzenlast Wärmeerzeuger dazu. Das muß auch regeltechnisch gut abgestimmt sein.

    Der Stirling kommt immer mal wieder - ich meine, ich hätte ihn Ende der 80er Jahre schonmal in der Heiztechnik gesehen, dann kam er um 2012...

    Ich sehe derzeit dafür keinen Markt. Die Brennstoffzelle liegt strommäßig im gleichen Bereich und das bei weniger Wärmeproduktion, d.h. längere Laufzeit und mehr Stromproduktion. Zudem weit weniger anfällig und auch bis auf einen Lüfter keine Geräusche.

  • Ich sehe derzeit dafür keinen Markt. Die Brennstoffzelle liegt strommäßig im gleichen Bereich

    Wenn die Angabe oben stimmt, soll das Gerät eine elektrische Leistung von 6 kW abgeben. Gibt es am Markt Brennstoffzellen mit einer solchen Leistung?


    Einen Markt für einen Stirlingmotor mit 6 kW(el) könnte ich mir im gewerblichen Bereich vorstellen, und zwar in kleineren Betrieben mit hohem Strom- und Wärmebedarf, Kliniken, Hotels etc. Sofern die Wartungs- und Reparaturkosten eines Stirlingmotors deutlich unter denen eines vergleichbaren konventionellen BHKW's liegen (z.B. Dachs), könnte das Sinn machen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Wozu?

    Bei der Leistungsangabe sind wir im Bereich eines Dachses. Ich glaube nicht, daß in naher Zukunft ein Stirling in dieser Größe marktreif und produziert wird, der 60.000Bh überlebt. Die kenne Dachse die mehr als 90.000 Stunden mit dem ersten motor gelaufen sind.

  • Wozu?

    Bei der Leistungsangabe sind wir im Bereich eines Dachses. Ich glaube nicht, daß in naher Zukunft ein Stirling in dieser Größe marktreif und produziert wird, der 60.000Bh überlebt. Die kenne Dachse die mehr als 90.000 Stunden mit dem ersten motor gelaufen sind.

    Neiiiin! Da wurde das Rad neu erfunden... Jetzt aber...


    Sunmachine, Whispergen etc. lassen grüßen.....


    Was macht eigentlich die Pellet-Kiste von Ökofen? Durchbruch? Massenmarkt? Weltneuheit?


    Ernsthaft:

    Ein Dachs mit 5,x kW oder ein anderes BHKW, welches funktioniert, verbrennt Erdgas.


    Wunderbüchsen, die jetzt aber nu mal sowas von wirklich demnächst gaaanz groß rauskommen, verbrennen Geld.