Viessmann Vitotwin-300 stirbt - was tun?

  • Vordruck Ausdehnungsgefäß? Ausdehnungsgefäß defekt?

    Ist alles denkbar, steht aber auch alles auf der Checkliste für die Wartung: Sollte also "eigentlich" gerade erst geprüft worden sein.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • ich musst mal wieder arbeiten gehen… ich schau mir das noch einmal an - ein Anlagenschema bringe ich bei. ich habe den fehlerhaft angezeigten Druck des defekten innenliegenden Manometers nicht gesehen.


    Wie gesagt, ich war ebenso überrascht, dass da eine Kreislauftrennung vorliegen soll, tatsächlich scheint es aber so zu sein, weil das mir bekannte Manometer an einer Stelle eine Füllstelle und Kreislauf beobachtet, und der Monteur dann direkt am vitotwin den ganz rechten Stutzen unten am Gerät zum Auffüllen genutzt hat - das hat den Druck des ersten, externen, Manometers nicht erhöht.

  • das hat den Druck des ersten, externen, Manometers nicht erhöht.

    Will heißen: Dort wird jetzt immer noch 1,1 bar angezeigt? Vielleicht ist ja das externe Manometer nicht in Ordnung?

    Und welchen Druck hat denn vor der Auffüllung das (von Dir anfangs nicht gesehene) Vitotwin-Manometer angezeigt, und welchen zeigt es jetzt an?

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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  • Hallo


    schöne das mit Forenhilfe und persönlichem Einsatz kurzfristig geholfen werden konnte.


    Zur Eingangsfrage

    Ich kann den Frust verstehen und den Wunsch nach einem Schlussstrich.


    Ob der Zusatzbrenner noch paar Jähr'chen als Therme werkeln kann,

    kann ich nicht sicher beantworten. Ich denke schon.

    Bei Stilllegung des Stirlings dürften halt die Speicherverluste zu Buche schlagen,

    aber vermutlich lässt sich der auch außer Betrieb nehmen. Ansonsten dürfte der Verlust nicht gleich einen kompletten Rundumschlag gerechtfertigen.


    Aber vielleicht zäumt man das Pferd auch erstmal von anderer Seite auf

    … der Stromverbrauch ist echt üppig für 3 Personen, oder kommt Hundi täglich nachm Gassi gehen in den Trockner?

    Als Faustformel kann man bei sparsamen Leuten 1.000kwh p.a. + 500kwh pro Person nehmen

    ...mit 4.000kwh sollte auch normal-Familie hinkommen. Wieso habt ihr doppelt soviel? aufwändiges Hobby (Aquaristik?) oder Pool???


    Wärmeseitig sind 260kwh pro m² und Jahr auch nicht von Pappe.

    Kann schon vorkommen, aber wenn 2012 saniert sollte man eigentlich besser liegen.


    Erstmal würd ich den Verbräuchen auf die Spur kommen,

    denn unabhängig der Quelle spart das am meisten.



    zur Technik

    Es ist ein Objekt mit weitestgehend niedrigen Systemtemperaturen

    Es ist bereits ein Speicher vorhanden (der nicht riesig ist, aber FBH hat ja auch noch Masse)

    und eine Regelung die sich vermutlich -da bin ich mir nicht sicher- für weitere Anforderungen aufbohren lässt.


    Gut, dass müsste im Detail betrachtet werden (Puffereignung, bisherige Hydraulik, Regelung usw.)

    aber ich denke, dass sich durchaus was solarthermisches mit überschaubaren Aufwand realisieren ließe.

    ...wenn denn der Wille zum energiesparen noch nicht ganz verflogen ist.

  • Das Manometer des externen Heizkörperkreises ist i.O., es bewegt sich und der Druck im Kreis wurde von mir während der Fehlersuche von 0,9 auf 1,1 bar verstellt - dann sollte die Heizung ja wohl anspringen. (Es sollte mehr sein, aber ich hatte nicht ausreichend Wasser zur Verfügung. nachträglich wurde dieser Kreis auf ca 2 bar Druck aufgefüllt.) as Manometer im Vitotwin steht jetzt im grünen Skalenbereich. Wo es fälschlicherweise vorher stand, habe ich nicht persönlich gesehen - der Druck soll abgefallen gewesen sein, so die mündliche Darlegung.

  • Die Vorbesitzer haben in dem Objekt zu zweit 60 kWh Gasverbrauch im Jahr gehabt. Wir haben das Haus ohne Styroporverschandelung behutsam gedämmt und sind nun auf den ca 42kWh gelandet.


    Zur Elektrik: Wir haben immer einen Rechner laufen, meist zwei, und die Grundlast des Hauses liegt schon zw. 400W und 1 kW.. nun gedanklich mal 8750h im Jahr? An der Heizung gibt es jetzt Energiesparpumpen mit ca 10W el. Verbrauch, aber dafür 3 externe plus vito.. einiges an standby- und Dauerlauf- Geräten, Fernseher, Haussteuerung, es werden immer 3 Mobilgeräte jede Nacht geladen, etc etc.., typischerweise Waschmaschine und Trockner. Wir haben eine 2kW Tauchpumpe, welche die Gartenbewässerung in einem 1200 qm Garten sichert und wegen Sandboden im Sommer jeden Tag über Stunden aktiv ist. Beispiel Küchenlicht: 450W, läuft oft, damit man auf den Arbeitsoberflächen was sieht, im Haus sind in Fluren und Räumen ca. 75 Halo-Lampen mit 35W Leistung verbaut. Das Halogenlicht mit 2.900K Farbtemperatur ist bisher durch LED nicht herstellbar und ersetzbar gewesen. Wir haben eine Sauna mit 9 kW Ofen, die wir gelegentlich nutzen, dann läuft der Ofen für typisch 3h. Also: Stromverbrauch ist Lebensqualität, so einfach sehe ich das. ;)


    Zum Wärmeverbrauch: das sind Themen, die mein HB mit mir nie thematisiert hat. Es ging um "was bauen wir um, wie soll es hinterher aussehen". Konkret: ein Kunde mit einem warmen Haus stellt keine Fragen mehr. Ich ehrlich gesagt auch nicht. Hätte ich mir eine Brennwerttherme für 2750 Euro gekauft, würde ich diesen Dialog gar nicht führen - wieso würde man da Zeit investieren?


    Insofern kann ich zu den Themen "Effizienz, Verbrauch pro qm oder m³, Spreizung im Wärmetauscher" wenig sagen: ich spreize mich nach dem Telefon, wenn die Heizung ausfällt. Die FB Heizung im EG hat 11 cm Estrichdicke… das ist eine ordentliche Masse. Im 35qm Wohnzimmer steht ein offener Kamin mit kleiner Absperrklappe im Kamin, da geht einiges an Wärme im Winter weg. Die Badezimmer werden über RLT Ventile für die FB Heizung und Wandheizkörper beheizt. Kinder lassen gelegentlich die Heizung im Zimmer auf "3" und die Balkontür auf.. Wir stoßlüften jeden Morgen das warme nasse Bad mit geöffnetem Fenster für 20 Min., auch bei -5°C - dafür wird die FB Heizung und der Handtuchheizkörper nicht ausgestellt. Dann ist auch die Dusche trocken und gammelt nicht. Eine Nachtabsenkung ist nicht wirklich sinnvoll: dann wird es abends im Wohnzimmer kalt, wenn man es warm haben möchte, der FB im EG und in den Bädern ist dann morgens nicht warm genug, das Bad dann auch nicht. Oder die Nachtabsenkung ist grad mal von 23h bis 3h.. witzlos bei FB Heizung. Und der Stirling steht dann nachts. Also läuft die Heizung meist nachts ohne Nachtabsenkung, das Wohnzimmer ist immer ein kleines wenig zu kalt, sonst wär es anderswo zu warm. In den Anfangsjahren waren die kleinen Räume superwarm, das Wohnzimmer als größter Raum am kältesten.. kein Wunder.. der HB meint: "Durchfluss an den FB Kreisen am Ventil per Hand passend stellen, auszurechnen ist da nichts." Das hab ich gemacht, nun ist es annähernd gleich warm in den Räumen: mein hydraulischer Abgleich. Es gibt eine alte Zirkulation in dem Haus, die hat mehrere Maschen. Wir hatten versucht, eine anforderungsgesteuerte Zirkulationspumpe von Vortex einzubauen, das hat nicht funktioniert, weil die am Sensor immer ein Gemisch von Wasser aus allen Maschen gesehen hat.. also gibts jetzt eine zeitgesteuerte Zirkulation, und die läuft einige Zeit des Tages, wenn die Familie wach ist und warmes Wasser beziehen will.


    Die ganze Anlage wird mit Aussentemp Fühler entlang der Heizkurve geführt, und funktioniert gut wenn es ganz warm ist (stellt sich selbständig aus) und kalt ist (wärmt ordentlich) und funktioniert schlecht in Übergangswetterlagen, an warmen Tagen lüften wir die Wärme nach der kalten Nacht aus dem Estrich, beim nächsten kalten Tag nach dem warmen Tag kommt die Temperatur nicht schnell genug nach. in dieser Übergangszeit bewährt sich vor allem unser Grundofen mit 6kW oder so im EG: hat eine große Keramik-Grundkörper Masse, die wird mit Abbrand des Ofeninhaltes erwärmt und heizt dann für einige Stunden wunderbar mit Strahlungswärme. An diesen Tagen schalte ich die FB Kreise der erwärmten Räume (einzeln) aus, insb. um die FB Heizung schneller abkühlen zu lassen, weil ja der Grundofen läuft. entsprechende Ventile für die FB Kreise habe ich nachgerüstet.


    In diesen Übergangstagen verstelle ich auch die Heizkurve ein wenig, an dem vitotwin kann man sonst nichts verstellen, jedenfalls bleibt ein Eintrag im Menue "temp. Temperatursollwert ändern" in der Fernbedienung wirkungsfrei. Die hat mir jemand damals auf den Tisch gelegt "da gibts noch eine Bedienungsanleitung im Keller", fertig: das Ding ist ja völlig kryptisch, wenn die Russen kommen, werden sie es für die nächste Enigma halten, konfiszieren und (erfolglos) zu dechiffrieren versuchen. Die Viessmann Techniker sagen entschuldigend sinngemäß: die ist von Siemens und nicht von uns.

    Und so landen wir bei den 42kWh.. ich dachte, das wär ganz ok für ein altes Haus mit Fenstern mit nur einer Dichtung drin. Wir mögen frische Luft. Ein dichtes Haus mit Lüftungssystem käme mir nicht in die Tüte. Hatten wir mal ansatzweise, ist auch nichts.


    Konkret: wie soll man in so einem Haus die Energieverbräuche nun genauer allozieren und bemessen? Was gibts zu verbessern?


  • 450 Watt in der Küche für Licht?

    Sorry das geht sicher mit weniger. Meine Küche 19qm wird mit 4 Stück 5W LED ausgeleuchtet und ist auch nachts taghell.


    Gruß

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Die Vorbesitzer haben in dem Objekt zu zweit 60 kWh Gasverbrauch im Jahr gehabt. Wir haben das Haus ohne Styroporverschandelung behutsam gedämmt und sind nun auf den ca 42kWh gelandet.

    Das ist wirklich beachtlich. 42 kWh im Jahr an Gasverbrauch sind sehr sehr beachtlich. Klasse.

  • Beachtlich und klasse sind ja frei interpretierbare Begriffe. Ich schau es nochmal nach, bevor ich weiter zur Unterhaltung beitrage.


    … und an Stromsparer.... meine Küche hat eben nicht 19 qm. Und ich beleuchte mit Halo, wie geschrieben, je 35W, und nicht mit LED. Weil mir die Lichtfarbe nicht passt. und jedes LED Leuchtmittel mit seiner eigenen Lichtfarbe daherkommt, und das gemischt dann schlecht aussieht.


    Klar geht es mit weniger, wenn man das möchte - das ist unstrittig. Aber dann braucht es auch keinen vitotwin im Keller.

  • Also,


    Nebenthema: meine Küche wird mit 17 Stk. Halo a 35 W ausgeleuchtet. Der Flur hat weitere 5 Stk.: man könnte zwei oder drei weglassen, klar.


    Verbrauch: ich habe einen Gas Jahresverbrauch von ca 40.000 kWh auf 260 qm Wohnfläche, gebaut 1980 - für Wärme und Stromerzeugung. Mein Gasversorger schickt mir mit der Abrechnung eine kleine Vergleichstabelle, die ist hier angehängt. Da sieht man unseren Verbrauch links und Vergleichswerte rechts.


    Wir liegen gleichauf mit einem Haus aus dem BJ 1978-83 (ok, unser Baujahr) mit 120 qm Wohnfläche. Also fühle ich mich ganz gut dabei. Ich lerne gern, wie es besser geht.

  • Moin Gerd,

    Was gibts zu verbessern?

    mal ein paar spontane Ideen aufgrund Deiner ausführlichen Beschreibung in #23.


    Zum Wärmeverbrauch:


    Vorab, 150 kWh Wärmeverbrauch pro Quadratmeter ist nicht gerade optimal, aber für ein Haus mit Baujahr 1980 auch nicht grottenschlecht. Trotzdem kann man hier wahrscheinlich noch was machen.


    Auffällig erscheint mir zunächst mal das kühle Wohnzimmer im Vergleich zu den zu warmen sonstigen Räumen. Möglicherweise geht hier durch den offenen Kamin mehr Wärme zum Teufel als man so meint. Wenn der Kamin wirklich "offen" ist (d.h. ohne Glasscheibe davor, und womöglich mit undichter Abgasklappe), kostet er nicht nur laufend Wärme, sondern wahrscheinlich zieht es davor an kalten Tagen auch wie Hechtsuppe. Und wenn man ihn benützt liegt der thermische Wirkungsgrad des Kamins wahrscheinlich unter Null, weil er mehr von der Heizung erwärmte Luft aus dem Raum abzieht als Strahlungswärme in diesen abgibt. Nichts gegen Kamine (ich habe selbst einen), aber wenn das mein Haus wäre, würde ich mir das Teil mal mit einem Fachmann ansehen und nach Möglichkeit wärmetechnisch sanieren - oder wenn gar nichts geht, wenigstens eine dichte Abgasklappe einbauen.


    Dass eine Flächenheizung im Rahmen des hydraulischen Abgleichs besser von Hand vor-eingestellt wird als auf Grund irgendwelcher Berechnungen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Mit der Trägheit der FBH muss man fertig werden: Stoßlüften ist OK, und in der Zeit die Heizung abstellen würde sowieso nichts bringen. Aber die Familienmitglieder sollten m.E. schon dazu erziehbar sein, in beheizten Räumen nicht die Fenster längere Zeit offen zu lassen. Sofern Deine Kinder statt Schule auf die Freitags-Demos gehen, könnten sie ja - bevor sie das Haus verlassen - mal auf diese Weise anfangen, die Welt zu retten...


    Dass Nachtabsenkung bei Flächenheizung nichts bringt ist korrekt. Falls Du außerdem noch normale Heizkörper hast, könntest Du diese über geeignete Thermostatköpfe nachts abschalten, die gibt es auch noch analog zu kaufen (von Spielereien mit "smarten" Einstellungen übers Internet würde ich aus Sicherheitsgründen abraten). Aber viel bringt das nicht.


    Deine Abneigung gegen dichte Häuser mit Lüftungssystem teile ich von ganzem Herzen. Es ist im übrigen auch so, dass bei dem von Dir genannten Verbrauch (150 kWh/m2) die Transmissions-Verluste für mindestens zwei Drittel der Wärmeverluste stehen (mal abgesehen von der Sache mit dem Kamin). Ob man in Deinem Haus bei der Wärmedämmung mit vertretbarem Aufwand noch was machen kann, ist aus der Ferne nicht zu beurteilen: Falls noch nicht geschehen würde ich an Deiner Stelle mal einen Energieberater kommen lassen, dann weißt Du zumindest wo Du am ehesten noch was machen kannst, wenn sich die Energiepreise mal verdoppeln.


    Beim Stromverbrauch sieht es aus meiner Sicht etwas anders aus.


    Zum Einen: Lebensqualität bzw. Luxus wie eine Sauna oder siebzehn Leuchten in der Küche ist OK, aber ich finde kleine Kompromisse im Sinne der Effizienz sollte man schon machen. Beispiel: Wenn die 17*35 = 595 Watt Halogenleuchten in der Küche im Durchschnitt auch nur vier Stunden am Tag brennen, so macht das schon 870 kWh im Jahr, mehr als ein Zehntel Eures Stromverbrauchs. Mit LED's (6 W) könntest Du allein in diesem Raum gut 700 kWh/a sparen. Zugegeben, Leuchtmittel mit Stecksockel GU5,3 (es sind ja wahrscheinlich 12V-Leuchten) mit genau 2.900 Kelvin sind schwer zu finden. Aber müssen es denn ausgerechnet exakt 2.900 K sein? Geht nicht z.B. auch 3000 K? Wir haben bei uns im ganzen Haus jedenfalls nahezu alle Glühbirnen ohne merkliche Komfort-Einbußen auf LED umgerüstet. Ich gebe zu, dass man - anders als bei Halogenleuchten - manchmal ein wenig herumprobieren muss bis man das richtige Leuchtmittel gefunden hat, aber spätestens nach ein paar Wochen nimmt man keinen Unterschied mehr wahr. Ich würde Dir also trotz allem empfehlen, radikal auf LED umzusteigen. Dann musst Du vielleicht auch nicht mehr die Kinder (siehe oben) dazu erziehen, bei sich das Licht auszumachen bevor sie auf die Freitags-Demo gehen...


    Das zweite "Wildschwein" in Deinem Stromverbraucher-Zoo scheint mir die Tauchpumpe zu sein. Wenn die mit 2000 Watt Leistung nur im Sommertrimester (120 Tage) sechs Stunden pro Tag läuft, wären das sage und schreibe 1.440 kWh Stromverbrauch (17% vom Gesamtverbrauch). Sofern es da wirklich keine bessere Lösung gibt (!?), hätte ich einen anderen Vorschlag, nämlich eine Photovoltaik-Anlage mit sagen wir 5-8 kW (peak) aufs Dach zu packen. Die ist in jedem Fall eine gute Ergänzung zu einem BHKW (so lange Deins noch läuft), und dürfte - neben dem, was sie für das Haus liefert - fast 100% des Stromverbrauchs der Pumpe abdecken. Der Stirling (selbst wenn er mit 1000 W arbeiten würde) hilft beim Verbrauch der Pumpe ohnedies kaum etwas, weil er im Sommer insbesondere tagsüber (also wenn die Pumpe läuft) wahrscheinlich meistens steht.


    Generell kann man m.E., ausgehend von einem "unsanierten" Stromverbrauch und ohne auf irgendwelche Lebensqualität zu verzichten, ca. 30% sparen. Wir hatten in unserem ZFH (380 m2) mit fünf Personen im Jahr 2009 einen Stromverbrauch von sage und schreibe 9.000 kWh/a. 2015 waren es 5.900 kWh/a. Erreicht wurde das (nochmals: ohne irgendeinen Kompromiss bei der Lebensqualität zu machen) über sechs Jahre durch folgende Maßnahmen:

    • Bessere Disziplin beim Licht-ausmachen bzw. Umstieg auf LED's 1.650 kWh
    • 3 neue Kühlgeräte 400 kWh
    • neue Spülmaschine und Waschmaschine sowie Wärmepumpen-Trockner 400 kWh
    • Strom für Heizung/WW (ist bei Dir schon erledigt) 350 kWh
    • Stromfressende Backup-Festplatte durch sparsameres Modell ersetzt 300 kWh (ich konnt's selbst fast nicht glauben).

    Vielleicht ist ja in dieser Liste auch für Euch was dabei.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo Sailor,


    Danke für Zeit und Gedanken und für die Einordnung meiner Bemühungen!


    Also, Wärme:

    - man kann so ein Forum ja nur launig mit Posts versorgen. Meine Kinder gehen Gott sei Dank noch nicht auf Freitagsdemos, und den Impuls für die Klimarettung an der eigenen offenen Balkontür hab ich schon gesetzt. (Manchmal glaub ich, diese 17-jährigen haben den Kopf nur für die Haare, die drauf wachsen. oder anders ausgedrückt: "Großhirnrinde wegen Umbau vorrübergehend geschlossen" (dort werden die vernunftbasierenden Entscheidungen getroffen, hab ich gelernt)).


    Danke für Deine schöne Bestätigung, dass mit unserer FB Heizung unser Verhalten und Einstellungen nicht alle falsch sind.


    Kamin:

    - Angebot vom Kaminbauer ist schon im Haus, wird diesen Sommer umgebaut. wird geschlossen, um das WZ einfach wärmer zu machen ;).

    - Effizienberater: mit so einem haben wir umgebaut, und das vernünftig Machbare gemacht: Aussenwände sind aus Klinker, die wurden nicht verdämmt, Fensterrahmen aus bestem (Meranti-) Holz von 1980, deren Erhalt spart Energie, die haben aber nur eine Dichtung... haben wir akzeptiert. Alle Glasscheiben wurden 2012 auf den damaligen besten Wert ausgetauscht. Kellerdecke wurde von unten gedämmt, der Spitzboden komplett gedämmt. Mit dem Heizungstausch haben wir dadurch ein "KW75"? Haus erstellt.

    - Heizkörper OG: da gibt es zwei, die in Betrieb sind, der Rest ist sowieso aus. a) bei meiner Tochter und b) im Bad. Ja, die beiden, die tatsächlich Wärme transportieren, könnte man noch tagsüber automatisch absenken, das stimmt.


    - mein E- Wildschwein im Garten... wir haben sowas von Sandboden, wenn Du da einen Eimer Wasser ausgiesst, ist es nach 15 Min wieder trocken (naja, fast). Also braucht man eine Bewässerung: ... PV Anlage .... Bewässert wird aber nicht tagsüber, sondern Nachts - sonst verbrennt die Flora ;). und da scheint auch keine Sonne.. UND mit einer PV Anlage werd ich wieder behördenbekannter Stromeinspeiser, und sitze stundenlang an schwachsinnigen Anträgen, Registrierungen, Meldungen, Steuerabrechnungen. Nicht meine Begabung.


    Das LED Projekt Küche: ist nächstliegender Kandidat und wird angegangen. Als ich nachgezählt hab, fand ich es selbst beeindruckend Ich sehe das mal als Unterstützung der FB Heizung) . In der Küche ist ja auch fast immer Licht an.. in anderen Räumen ist oft kein - oder nur kurz Licht an, da bringt das nicht soo viel. Spülma. und Kühlschrank ist von 2012. Waschmaschine, naja: Neugeräte haben in der Herstellung so einen großen CO2 Eintrag, dass eine Neuanschaffung sicher energetisch unsinnig ist. Das sieht nur auf dem Papier für den eifrigen Energiesparer toll aus. Wir haben eine Miele Maschine & Trockner von 199?, über 20 Jahre alt. Das ist doch super, ein Miele Gerät schmeisst man nicht weg, das wird der nächsten Generation vererbt, wenn man aus dem Leben scheidet. ;)

  • Moin Gerd,


    ich würde sagen bei der Dämmung hast Du erstmal alles Sinnvolle gemacht. Wir haben bei unserem Umbau 2003 die alten Holzfenster (mit neuer Verglasung) auch drin gelassen. Die Kaminsanierung bringt jetzt bestimmt noch einiges. Wenn Du dann noch etwas für den Klimaschutz tun möchtest, könntest Du m.E. über eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung nachdenken: Der Vitocell-Speicher beim Vitotwin ist dafür vorbereitet, und nachdem Dein Vitotwin ohnedies nicht mehr gut läuft (und womöglich auch nicht mehr viele Betriebsstunden vor sich hat), ist es m.E. egal, wenn er wegen der ST im Sommer dann so gut wie gar nicht läuft - ansonsten schadet ihm das nichts. Eine Vitovalor würde sich mit einer ST dagegen gar nicht vertragen, aber ich habe den Eindruck, dass die für Dich sowieso nicht in Frage kommt.


    Was die Großgeräte betrifft bin ich absolut Deiner Meinung. So lange sie nicht kaputt gehen und nicht mehr mit vertretbarem Aufwand repariert werden können, muss man sie nicht austauschen. Ich habe nur einmal ein funktionierendes Gerät weggeworfen: Das war ein Kühlschrank Baujahr 1968, der im Jahr 500 kWh verbraucht hat.


    Wenn die Pumpe nur nachts läuft, nützt eine PV natürlich dafür nichts (ich gebe zu, dass ich von Bewässerung wenig verstehe). Trotzdem könntest Du Dir - sofern das Dach überhaupt geeignet ist - das mit der PV noch mal überlegen: Der bürokratische Aufwand ist geringer als bei einem BHKW, und so lang Du ein BHKW betreibst, geht vieles davon (z.B. die Steuer und das Melden der Zählerstände) ohne Zusatzaufwand in einem Aufwaschen.


    Jetzt wünsche ich Dir erstmal viel Erfolg bei Kaminsanierung und Küchenbeleuchtung.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)