Viessmann Vitotwin-300 stirbt - was tun?

  • Der Vorteil von kombinierten KWK-Geräten, die dann eben noch den Brennwertkessel beinhalten, ist im Störungsfall, dass man dann 100% Erdgas einspart statt wie bei getrennten Geräten und Störung BHKW oder BSZ nur den Gasanteil, den diese verbraucht hätten.

    Stimmt so auch nur für Geräte wie Vitotwin und ähnliche.

    Bei Vitovalor sind die Geräte auch gasseitig voneinander unabhängig. Ist die BSZ defekt, würde das Brennwertgerät problemlos arbeiten.

  • Also, ich werde nun in aller Ruhe eine Heizung ohne den ganzen Förder- und Einsparwahnsinn suchen und meine Freizeit wieder mit anderen Dingen verbringen. Viessmann wandelt das Ding, und es wäre sträflich, diese Gelegenheit auszuschlagen, von Kalt-Duschen und Formularen und Meldezetteln und Service-Einsätzen loszukommen. Meine Verluste halten sich so in Grenzen, da hab ich nur einige tausend Euro versenkt für ein grünes Gewissen - ich werd es als Lehrgeld verschmerzen.


    Wenn ich mal wieder einen Amtsschimmel reiten will, besorg ich mir eine BSZ oder ein anderes BHKW. Allein der Antrag wieder in Papierform bei der Bafa, ja klar. Wenn ich nun Geld für Strom zum Regeltarif kaufen muss... werd ich an diese Zeit denken und fröhlich den Scheck schreiben - mit einem grünen Stift.


    Die BHKW Technik macht viel mehr Sinn als PV Anlagen, und wird so schlecht behandelt. Wie man sich als Industrienation derart schlecht positionieren kann, ist mir unklar. Statt in der Entwicklung vorauszugehen, legt ein Dickicht von Behörden die Innovation still im Kampf um Einfluss und Besitzstandswahrung. So, wie es keinen Transrapid gibt, und keine Hochgeschwindigkeitsstrecke für die Bahn, kein modernes Stromnetz und keinen massiven Ausbau der Offshore Windtechnik… und keine moderne Infrastruktur im Mobilbereich und bei der Computertechnik… gibt es auch keine weit verbreitete BHKW Technologie in D. Aber man soll seinen Stromzähler im BHKW durch einen externen eichfähigen ersetzen, das wird behördlich geregelt. Und dann die wenigen Euro Verdienst zum Eichen des Zählers ausgeben. So wird was draus!

  • Vitovalor Inbetriebnahme, läuft: Das liest sich aber hier im Forum etwas anders…. nicht sehr ermutigend. und: 700W Erzeugerleistung ist wenig. Ich könnte eher 2 kW Leistung gebrauchen. Und das ganze wird dann wieder nur nach Jahren... mit Fördergeldern irgendwann finanziell einen break even erreichen. Wenn da vorher so etwas wie beim Vitotwin eintritt, ist man wieder mit einem 5-stelligen Investment in Vorleistung gegangen.

  • Was die BSZ angeht, gibts wohl keine Probleme. Es gibt wie bei jeder neuen Technik auch eine Lernphase für Hersteller und Einbauer. Aus meiner Erfahrung: Montage problemlos, Inbetriebnahme Gasbrennwert problemlos, Anschlußerstellung Elektrik, etwas kniffelig wenn der Elektriker es noch nicht kennt. Befüllung Trennkreis Problemlos - man muß gut spülen. Und Inbetriebnahme BSZ macht Viessmann - unkompliziert wenn die Montage OK ist.

    Für die Grunddeckung reichen die 750 W vollkommen aus.

  • Moin

    Und das ganze wird dann wieder nur nach Jahren... mit Fördergeldern irgendwann finanziell einen break even erreichen.

    Wann erreichst Du mit Netzstrombezug den break even ?

  • Tja, dann interessiere Dich doch mal für eine BSZ von Solidpower, die hat 1,5 kW elektrisch und es soll auch Firmen geben, die den ganzen Papierkram für den Kunden machen.


    Bei uns schließt der Kunde die Kellertüre auf und bezahlt die Rechnung. Sonst muss er nix machen...

  • Alikante,


    ich habe die Abrechnung des Netzbetreibers für 2018 gefunden: für das Jahr 2018 (1.1. bis 31.12.) habe ich eine Erzeugungsmenge von 3322 kWh bei Eigenverbrauch von 2712 kWh und Einspeisung von 620 kWh erreicht. Dazu gibts vom Netzbetreiber dann 5 Seiten (!) Abrechnung mit Zuschlägen und Börsenpreisen... Rücklieferungen und vermiedenen Netznutzungen ( das macht 17 Euro, wer will das wissen) und daraus ergibt sich aus Einspeisevergütung und Kosten dafür ein Erlös von 168,68 Euro - für ein Jahr. Die Jahresstromrechnung des Versorgers zeigt eine Menge von 5624 kWh, ich nehme an, dass da der Eigenverbrauch drin ist, dann hätte ich etwa den halben Verbrauch selbst erzeugt, wenn nicht, dann etwa ein Drittel.


    Wenn ich es richtig verstehe, habe ich ja 2712 kWh nicht für 25 cent, sondern für 5,5 cent pro kWh erworben, also Kosten von ca 540 Euro vermieden - das wäre auf den Jahreserlös aufzuschlagen. Ich hab aber Regel- Jahreswartungskosten von > 500 Euro. Ersatzteile nicht gerechnet, dem Stirling wird noch "ein wenig Zeit" vorhergesagt. Nun wurde ein Motor und Verteilventil dazu getauscht, ich bin auf den Rechnungsbetrag gespannt. Wenn ich den Ertrag des Jahres zusammenzähle (708 Euro) und nur die Regel- Wartungskosten abziehe.... und mal 200 Euro Netto-Ertrag annehme, und 12.000 Euro (Kosten vitotwin, es war noch mehr, da ist ja noch ein 750 L Pufferspeicher im Keller) gegen ca 3.500 Euro (Kosten für ein Wald-und Wiesen Brennwertgerät) rechne (Differenz 8.500 Euro)... kann ich vor lauter Tränen die >40 Jahre zum Break even am Taschenrechner kaum erkennen. Da ja ein vitotwin nur ein klein wenig mehr als 5 Jahre hält "wartungsfrei schwingender Stirling - berührungslos, kein Verschleiss", und ausserdem eine jährliche Regelwartung mit neuen Elektroden und weiss der Kuckuck was braucht, kommt der geneigte Pragmatiker zu der Idee, mal wieder was Einfaches zu versuchen: wie soll da je ein Break even erreicht werden?


    Im Nachbarhaus läuft ein Brennwertgerät von 1995, zufällig auch von Viessmann. Kriegt einmal im Jahr ne einfache Wartung, läuft übrigens immer, und auf die Frage, ob das mal ersetzt werden muss, sagt der Heizungsbauer "wieso? der läuft doch prima".


    Ich hab mir einmal ein BHKW aus Idealismus fürs Klima schön rechnen lassen, Fehler kann man mal machen. Aber nur einmal. Die beste Entscheidung war der Einbau eines Grundofens in unser Haus. Da bleibt es wenigstens warm, wenn der Vitotwin komplett steht. Warum soll ich nun so ein Abenteuer noch mal anfangen? Weil mir eine Firma den Papierkram macht? Das ist wirklich vorbildlich, aber angesichts der Zahlen kein Argument. Auch ein BSZ Gerät ist komplexe Technik mit unbekannter Lebensdauer und unkalkulierbaren Gesamtkosten über diese Lebenszeit, bei hohem Einstandspreis als Damoklesschwert darüber: das ist das Gleiche in grün.


    Wer jetzt meint, man müsse auch was für die Umwelt tun, da käme es ja auch mal teurer als nur auf preiswerteste Weise Wärme zu erzeugen: bitte, ich hab jetzt meine Jahre mit Geld verbrennen abgeleistet, jeder darf sich gern auch ein BHKW anschaffen. Es ist gut für die Umwelt, da kommt es eben etwas teurer...

  • Die Jahresstromrechnung des Versorgers zeigt eine Menge von 5624 kWh, ich nehme an, dass da der Eigenverbrauch drin ist

    Nee, bestimmt nicht. Der Versorger (wer immer das ist) hat mit dem Netzbetreiber, der das BHKW abrechnet, nichts zu tun. Du hast also insgesamt 8.341 kWh verbraucht, davon 5.624 kWh Bezugsstrom (2/3) vom Versorger und 2.712 kWh (1/3) aus dem BHKW. Das passt ja auch besser zu Deiner Angabe am Anfang dieses Threads.


    Bei den Erträgen kannst Du noch die Energiesteuer-Entlastung dazu rechnen, das müssten nach neuem Satz (€ 4,42/MWh) so um die EUR 110 sein. Aber bei >500 EUR Regelwartungskosten pro Jahr (!) reißt es das natürlich nicht raus. Ich halte diesen Betrag für sehr hoch: Bei uns verrechnet der HB für die Wartung € 190 netto, plus Ersatzteile (Elektroden) nach Bedarf. Ich habe nur ein einziges Mal knapp € 400 netto für die Wartung bezahlt, sonst waren es bisher immer unter € 300. Und das nur alle zwei Jahre, was laut unserem HB vollkommen ausreichend ist.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Sailor, danke für die Klarstellung.


    Das von Viessmann angegebene Wartungsintervall für die Heizung wurde mit mit 12 Monaten angegeben. Nähmen wir mal an, die Wartung läge bei 190 Euro (Elektroden liegen so bei 80 Euro) und die Energiesteuer-Entlastung wird aufgeschlagen .. dann würde mein Jahreserlös geschätzt sehr optimistisch bei ca 500 - 620 Euro liegen. Dann wäre der Mehrpreis erst nach 14 -17 Jahren erwirtschaftet. Wie viele Sterlingmotoren braucht man bis dahin? Selbst wenn nur einmal ein Ersatz notwendig würde, wäre ein Break-even nicht mehr darstellbar.


    Das nächste Drama ist doch absehbar, quasi mit Ansage: die Steuerung mit filigraner Verkabelung mit freifliegenden Flachband-kabeln und Pfostenreihenverbindern auf Leiterkarten kann kaum keine Lebensdauer von 20 Jahren haben - das wird auch einmal getauscht werden müssen.


    Das ganze Ding rechnete sich m.E. nur, wenn ein Break-even für Mehrkosten in 5 Jahren erreichbar wäre: dazu müsste die Anlage den Mehrpreis von 8.500 Euro mit einem Nettoertrag von 1.700 Euro pa. ausgleichen können. Bei optimalen Wartungskosten von 200 Euro pro Jahr und zuverlässigen Komponenten ohne Ausfall führt das rückwärts gerechnet zu etwa 9.500 kWh produziertem Strom (a 20 cent Preisdifferenz zur käuflichen kWh), die dafür erzeugt werden müssten; quasi mehr als ein Dauerbetrieb in allen 8.760 Betriebsstunden eines Jahres mit 1 kW Leistung: in Grönland möglich, in NRW kaum. Meine Überlegungen sind ungenau, weil überschlägig: auch gibt es Förderung und Energiesteuer-Entlastung und Papierkram dafür.. und so kann man es sich schön rechnen. Für sich allein rechnet es sich nicht, jedenfalls nicht in meinem Bedarf von so etwa 45.000 kWh Energie.

  • Dann wäre der Mehrpreis erst nach 14 -17 Jahren erwirtschaftet. Wie viele Sterlingmotoren braucht man bis dahin? Selbst wenn nur einmal ein Ersatz notwendig würde, wäre ein Break-even nicht mehr darstellbar.


    Das nächste Drama ist doch absehbar, quasi mit Ansage: die Steuerung mit filigraner Verkabelung mit freifliegenden Flachband-kabeln und Pfostenreihenverbindern auf Leiterkarten kann kaum keine Lebensdauer von 20 Jahren haben - das wird auch einmal getauscht werden müssen.


    Das ganze Ding rechnete sich m.E. nur, wenn ein Break-even für Mehrkosten in 5 Jahren erreichbar wäre: dazu müsste die Anlage den Mehrpreis von 8.500 Euro mit einem Nettoertrag von 1.700 Euro pa. ausgleichen können. Bei optimalen Wartungskosten von 200 Euro pro Jahr...

    Das Zauberwort heißt Vollwartungsvertrag. Egal was kaputt geht du musst es nicht Zahlen, lediglich die Vorab festgelegten Kosten für die Wartung...

  • Wie viele Sterlingmotoren braucht man bis dahin? Selbst wenn nur einmal ein Ersatz notwendig würde, wäre ein Break-even nicht mehr darstellbar.

    Das ist der Schlüssel zu der ganzen Thematik. Wenn der Stirlingmotor nicht wenigstens im Mittel 50.000 Stunden hält, rechnet sich die Sache nicht: Ohne Vollwartungsvertrag nicht für den Betreiber und mit VWV nicht für den Hersteller. Oder ein VWV würde wie beim Ecopower vorsichtshalber für knapp 15 ct netto pro erzeugte kWh verkauft, dann rechnet sich's wieder nicht für den Betreiber (bei Vaillant hat sich's anscheinend für keinen der beiden gerechnet...)

    Das Zauberwort heißt Vollwartungsvertrag.

    Vollwartungsverträge hat Viessmann für das Vitotwin nie angeboten. Es gab eine fünfjährige Garantie, und eine Zeit lang wurde wohl gegen ein mäßiges Entgelt sogar eine Garantieverlängerung angeboten. Aus diesem Grund hat meines Wissens - jedenfalls hier im Forum - noch nie ein Vitotwin-Betreiber einen Austausch-Stirling bezahlt, die gab es alle auf Garantie. Und weil das offensichtlich zu viele waren, hat Viessmann das Projekt Stirling-BHKW mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt. Aber insgesamt finde ich (nach eigenen Erfahrungen und nach der Mehrzahl der einschlägigen Forumsbeiträge, Ausnahmen bestätigen die Regel) die Viessmann-Politik den Vitotwin-Käufern gegenüber ziemlich fair, zumal im Vergleich zu anderen Stirling-Anbietern und auch zu anderen BHKW-Herstellern mit "V" im Namen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Ich hatte vor 1 1/2 Jahren Besitzer des Vitowin darauf hingewiesen, dass Viessmann seinerzeit noch Geld für die Rückabwicklung oder aber den Tausch in eine BSZ gibt. Haben manche genutzt, manche nicht.


    Ob Viessmann jetzt noch Geld raushaut, kann ich nicht sagen.


    Generell haben sich aber alle Anbieter aus dem Thema Stirling zurückgezogen und verfluchen den Tag, wo sie damit angefangen haben.