Erneuerung einer Zentralheizung - Pelletkessel, Holz-BHKW oder Alternative?

  • Wie ist das bei automatischen Pelletkesseln, muss man da noch Aschekasten leeren? Wobei "Oberfranke" ja sagt er würde sich in gewissem Maße um die Anlage kümmern, also Aschekasten leeren und Brennraum reinigen. Sollte über die Heizperiode nicht mehr als 2 Stunden in Anspruch nehmen. Solang es kein Pellet BHKW wird hält sich ja alles in grenzen... Mehr Möglichkeiten hast du ja nicht Oberfranke, ist die einzige Option bei der du keine Tanksanierung machen musst und keinen hässlichen Tank im Garten hast. Die Frage ist nur was dich die Tankreinigung und der Umbau kosten?

  • wenn ich mir das alles so durchlese solltest Du einen automatischen Pelletkessel nehmen und dazu nen ordentlichen (Solar)Pufferspeicher mit FriWa-Station. Für das gesparte Geld kann dann noch etwas PV aufs Dach oder gar ein Batteriespeicher rein.

    Da bin ich dabei, mit einer Ausnahme: Statt FriWa bitte einen Hygienespeicher nehmen, spart Pumpen und Plattenwärmetauscherpflege (je nach Leitungswasserqualität). ;)

  • Ich bin hier auf derselben Schiene wie Alikante: Automatischer Pelletkessel und Solarthermie. Mit etwas Glück muss dann der Pelletkessel außerhalb der Heizperiode überhaupt nicht laufen, was sich v.a. auf Stromverbrauch und Schadstoffausstoß positiv auswirkt.


    Den Rest des Daches (wenn verfügbar und geeignet) solltest Du mit PV vollmachen, aber ohne Speicher (es sei denn Du betrachtest einen höheren Autarkiegrad unter reinen Hobby-Gesichtspunkten als erstrebenswert). Wenn Du 5-8 kWp oder gar mehr schaffst, könnte das schon ohne Speicher im Jahresschnitt für 30% Eigenversorgungsgrad reichen: So viel schlechter als die oben abgeschätzten 50-55% aus einem BHKW ist das auch nicht. Und dafür kostet eine PV nur ein Drittel, brummt nicht, verbraucht keinen Kraftstoff, verursacht keine Abgase und hat (so gut wie) keine Wartungskosten.

    Wie ist das bei automatischen Pelletkesseln, muss man da noch Aschekasten leeren?

    Muss man. Aber Viessmann behauptet beispielsweise in den technischen Daten zum Vitoligno 300-c, dass das nur noch ein- bis zweimal pro Jahr nötig sei. Hängt aber sicher auch von der Qualität der eingesetzten Pellets ab.

    Zitat von Neuendorfer

    Statt FriWa bitte einen Hygienespeicher nehmen

    Nach der Devise "die einzigen dummen Fragen sind die, welche man nicht gestellt hat" hätte ich hier eine: Was ist der Unterschied zwischen FriWa und Hygienespeicher? Und ist unser 750 Liter Viessmann Vitocell, wo das TWW eine innen liegende Rohrschlange mit ca. 70 Litern Inhalt durchläuft und im Durchlauf erhitzt wird, jetzt eine FriWa oder ein Hygienespeicher?


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: noch ne Frage

  • Ich bin hier auf derselben Schiene wie Alikante: Automatischer Pelletkessel und Solarthermie. Mit etwas Glück muss dann der Pelletkessel außerhalb der Heizperiode überhaupt nicht laufen, was sich v.a. auf Stromverbrauch und Schadstoffausstoß positiv auswirkt.


    Den Rest des Daches (wenn verfügbar und geeignet) solltest Du mit PV vollmachen, aber ohne Speicher (es sei denn Du betrachtest einen höheren Autarkiegrad unter reinen Hobby-Gesichtspunkten als erstrebenswert). Wenn Du 5-8 kWp oder gar mehr schaffst, könnte das schon ohne Speicher im Jahresschnitt für 30% Eigenversorgungsgrad reichen: So viel schlechter als die oben abgeschätzten 50-55% aus einem BHKW ist das auch nicht. Und dafür kostet eine PV nur ein Drittel, brummt nicht, verbraucht keinen Kraftstoff, verursacht keine Abgase und hat (so gut wie) keine Wartungskosten.

    Ok, auch wenn es mir schwer fällt, zu begreifen, dass die Menschheit auf den Mars fliegen möchte, behauptet das Weltklima zu verstehen und Atombomben bauen kann, auf der anderen Seite es aber nicht schafft aus Holz ein paar kWh Strom zu holen, was mit Öl und Gas problemlos möglich ist, seid ihr offenbar alle der gleichen Meinung... Schade, ich werde dann wohl tatsächlich auf einen konventionellen Kessel setzen müssen.


    Nach der Devise "die einzigen dummen Fragen sind die, welche man nicht gestellt hat" hätte ich hier eine: Was ist der Unterschied zwischen FriWa und Hygienespeicher? Und ist unser 750 Liter Viessmann Vitocell, wo das TWW eine innen liegende Rohrschlange mit ca. 70 Litern Inhalt durchläuft und im Durchlauf erhitzt wird, jetzt eine FriWa oder ein Hygienespeicher?

    Das dürfte nach dem "Durchlaufprinzip", soweit ich weiß, ein Hygienespeicher sein. Der Frischwasserspeicher beinhaltet hingegen das gesamte erwärmte Brauchwasser. Das soll wohl anfälliger für Keime und Legionellen sein. Ob das nur ein Mythos ist, weiß ich allerdings nicht.


    Viele Grüße

    Sebastian

  • Der Hygienespeicher ist eine tolle Sache, wenn Dein Wasser nicht zu hart ist, dies gilt aber auch für eine Frischwasserstation. Bei sehr hartem Wasser kommen absehbar bei beiden Probleme.


    Ist das Wasser nicht zu hart, würde ich einen Hygienespeicher nehmen, denn dann spart man die Pumpe für die Friwastation


    In einem EFH oder ZFH sind Legionellen kein Thema, lass Dir da keine vom Pferd erzählen

  • Zitat von Neuendorfer

    Statt FriWa bitte einen Hygienespeicher nehmen

    Nach der Devise "die einzigen dummen Fragen sind die, welche man nicht gestellt hat" hätte ich hier eine: Was ist der Unterschied zwischen FriWa und Hygienespeicher? Und ist unser 750 Liter Viessmann Vitocell, wo das TWW eine innen liegende Rohrschlange mit ca. 70 Litern Inhalt durchläuft und im Durchlauf erhitzt wird, jetzt eine FriWa oder ein Hygienespeicher?

    Ein im Speicher innenliegendes Edelstahlwellrohr ist ein Hygienespeicher. Bei Einer Frischwasserstation hast Du einen Kasten (die "Station") indem ein Plattenwärmetauscher und eine Ladepumpe für diesen Wärmetauscher ist. Nachteil: Während das Wellrohr sich etwas bewegt und sich der Kalk löst, setzt sich ein Plattenwärmetauscher mit der Zeit zu. Und die Ladepumpe braucht eine Steuerung, die wie die Pumpe selbst Strom braucht und irgendwann kaputtgeht. Das Wellrohr im Hygienespeicher hat keine Elektronik und keinen Stromverbrauch... Sozusagen Energieeffizienzklasse A-Unendlich+Gut. :D

    Ok, auch wenn es mir schwer fällt, zu begreifen, dass die Menschheit auf den Mars fliegen möchte, behauptet das Weltklima zu verstehen und Atombomben bauen kann, auf der anderen Seite es aber nicht schafft aus Holz ein paar kWh Strom zu holen, was mit Öl und Gas problemlos möglich ist, seid ihr offenbar alle der gleichen Meinung... Schade, ich werde dann wohl tatsächlich auf einen konventionellen Kessel setzen müssen.

    Naja, so wie man zum Mars fliegen kann, so baut Dir auch ÖkoFEN eine stromerzeugende Pelletheizung. Beides ist tolle neue Technik, beides begeistert Menschen, aber keines von beidem lässt einen BWLer vor Freude um seine Excel-Tabellen hüpfen... 8o Dennoch gibt es einen Herrn Musk der mit SpaceX ersteres will und eine Familie Ortner, die mit ÖkoFEN an letzterem arbeitet. :)

  • Neil Armstrong hatte 1969 gar kein Pellet-BHKW...


    Mal ernsthaft: Lass Dir einfach EINE Anlage zeigen, die seit einem Jahr läuft. Und dies ist jetzt zwar meine persönliche Meinung, aber ich denke, dass den Herstellern von Holzheizungen generell sehr schwere Zeiten bevorstehen, denn ich kann mir nicht denken, dass die Förderungen für Pelletes etc. bei der aktuellen Feinstaubdiskussion so bleiben.


    Die Absatzzahlen werden dann einbrechen und die Hersteller gehen baden...

  • Moin,


    Unterschied FriWa<>Hygienespeicher habt Ihr gut erklärt , danke :)


    Als ich in 2006 meinen Puffer gekauft habe gab es viele Meldungen von gerissenen Schweißnähten an der Verbindung zwischen edlem Wellrohr und schwarzem Puffer, da dort der Temperaturunterschied punktuell sehr hoch ist. Möglich das es heute diesen Fehler nicht mehr so gehäuft gibt ?!

    Vorteil einer FriWa ist aber m.M. die höhere Schüttleistung bzw. gleichbleibende WW-Temperatur aufgrund der elektronisch gesteuerten Ladepumpe. Damit sollte es auch Möglich sein einige Brennerstarts einzusparen was bei einem trägen Pellet Kessel zumindest in der Übergangszeit mehr Solarertrag bedeutet.


    Grüße

  • Bezüglich Feinstaub muß man aber sagen daß es gute und schlechte Kessel gibt.

    Ich kenn da nen 49 kw Pelleter, bei dem sich der Betreiber beschwerte, die Aschelade der Nachreinigung 3x im Jahr entleeren zu müssen. Ein Verwandter mit gleich starker Anlage (anderer Hersteller) hätte ne kleinere Lade und müsste nur 1x entleeren. Pelletdurchsatz bei beiden ziemlich gleichauf.

    Ich hab dann nur mal gefragt was er meint, wo dann der Feinstaub beim anderen Kessel bleibt. Er hat kurz überlegt, dann wars ihm klar.....

  • Ob denn eine Friwa oder ein Hygienespeicher in Verbindung mit einem Pelletkessel besser ist, kann ich nicht sagen, da ich keinerlei Holzheizungen in meinem Leben geplant oder verkauft habe.


    Die Probleme mit dem Edelstahlrohr, die alikante beschreibt, hatten wir noch nie. Kann aber sicher mal passiert sein. Thema ist aber immer der Härtegrad des Wassers, dies aber bei allen Arten der WW-Bereitung.


    Das generelle Problem bei dem Thema ist, dass (wie auch in anderen Bereichen) in der Politik keine Fachleute am Werk sind. Die Politik guckt beim Thema Heizungsmodernisierung nur punktuell und treibt eine Sau durchs Dorf, ohne Hintergründe zu gewichten. Beispiel sind die PÖL-Anlagen und eben auch die Holzheizungen. Diese wurden, ohne die Sache zu Ende zu denken, gepusht.


    Pellets sind nicht Co2-neutral und versauen mit Feinstaub etc. die Umwelt. Außerdem sind sie nicht nachhaltig, denn die bloße Saldierung "wir verfeuern x Rm Holz und es wachsen jedes Jahr mehr nach, als wir verfeuern" ist blödsinnig. Der kleine zarte Eichensetzling, der mit seinen 10.000 Geschwisterchen mit aller Kraft gen Himmel strebt, kann nicht die gefällte 100-jährige Eiche ersetzen, auch wenn er vom Volumen her evtl. so viel darstellt. Den Pelletbaum habe ich noch nicht gesehen, stattdessen werden diese eben industriell gepresst.


    Obwohl ich noch nie eine Pelletanlage verkauft habe, kenne ich etliche Anlage, ein paar haben wir auch in der Betreuung. Der eine spielt Golf, der andere hat seinen Garten, der Dritte schraubt halt gerne an Autos und manche haben eben eine Pelletanlage. Dies ist mit weitem Abstand die pflegeintensivste Heizung, die man sich nur denken kann. Ich würde einen Pelletkessel sogar noch vor ein BHKW stellen, was den Aufwand anbelangt, den ein Betreiber aufbringen muss.


    Absolut nix für Leute, die eine Heizung wollen, um die sie sich nicht kümmern müssen

  • Ich kann nur sagen, daß die og Anlage relativ problemlos läuft. Wenns Probleme gibt, liegts bisher immer am Brennstoff. Fremdkörper in den Pellets, zuviel staub im Pelletslager..... Darüber muß man sich im klaren sein.

    Ein gutes BHKW läuft weit mehr und sauberer, problemloser.

  • Pellets sind nicht Co2-neutral und versauen mit Feinstaub etc. die Umwelt.

    Die Frage mit Feinstaub lass ich mal dahingestellt, das hängt wahrscheinlich sehr stark von der Anlage ab. Aber was das CO2 betrifft, halte ich es für entscheidend, was für Holz zu den Pellets verarbeitet wurde.


    Wenn es sich um Sägespäne oder andere Abfälle aus der holzverarbeitenden Industrie handelt, kann man m.E. guten Gewissens sagen, dass diese Pellets tatsächlich "CO2-frei" sind. Das Gleiche gilt für Abfallholz, welches aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern anfällt, also Äste, Kronen & Wurzeln, Ausforstungsmaterial, kranke Stämme etc. Warum? Weil das Holz aus diesen Materialien so oder so verbrannt oder verrottet wäre, das CO2 also in jedem Fall in die Umwelt gelangt wäre. Da kann man das Holz auch vorher zur Wärmeerzeugung nutzen.


    Wenn dagegen (was es auch gibt) die Pellets aus gesunden Stämmen stammen (am Ende noch aus der Slowakei oder Kanada importiert), die nur zum Verbrennen gefällt wurden und ansonsten entweder stehen geblieben oder zu Bauholz, Möbeln o. dgl. verarbeitet worden wären, bringt ein Pelletkessel keine Vorteile beim Klimaschutz. Da könnte man ebenso gut Braunkohle-Briketts verfeuern, die haben pro kWh einen ähnlich hohen CO2-Ausstoß.


    Ob es Pellets gibt, die in dieser Hinsicht zertifiziert sind, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist es so wie beim Fleisch, man kauft am besten vom regionalen Erzeuger, wo man sich selbst überzeugen kann wo die Pellets herkommen, und misstraut Billig-Angeboten.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Es gibt auch noch gebrauchte BHKWs bei denen die 10 Jahre vorbei sind. Mein eigenes ist bis auf den Motor überholt. Eine sinnvolle Laufzeit ergibt sich bei mir nicht. Aber teurer wie andere Lösungen war es auch nicht.

  • Die Preise sind optimistisch und selbst einer der selbst einbaut, kommt mit 1000,-€ für Installation sicher nicht hin. Ein Dachs muß auch korrekt elektrisch und gasseitig angeschlossen und in Betrieb genommen werden.

  • 10.000 Uff


    Also ich musste zwar durch halb D fahren, aber hab meinen einschließlich 10 Jahre alter Heizöltanks 6000 Liter für 2.000 Bekommen. Zusätzlich brauchte ich noch 2 Meter Abgasrohr aus Kunststoff, das dem Dachs beiliegende war nicht lange genug. 10 Meter 5x10 Kabel, eine Potenzialausgleichsschiene, 5 Meter 1x10 Erdungskabel, ein Unterverteiler 4x12. Für 150 € Kupferrohr, Bögen, T-Stück, Absperrhähne, in 28 mm. Telefonkabel 15 Meter für die Dachsampel, 3 farbige Kontrolleuchten. Ich habe 2,5 Tage für die Installation gebraucht. Am Ende kam der Elektriker und hat alles nochmal kontrolliert, einschließlich BPR Verkabelung und ENS. Für die Kontrolle und die Schreibarbeiten mit Bayernwerk wollte er 200 € haben. Nachdem ich bei mir Hydraulikseitig einiges geändert habe, denke ich das dieser Aufwand auch geringer ausfallen kann. Ach ja das alte Heizungswasser habe ich überprüfen lassen 4° Härte. Deshalb hab ich es in zwei IBC Tanks umgepumpt und wieder verwendet. Am Dachs musste ich das Termostat erneuern, und die interne ENS deaktivieren da die sich nicht mit dem BPR verstanden hat. Vor Inbetriebnahme nochmal ne Wartung gemacht, hier wurden die -300 h ausgereizt. Ansonsten war da noch der Kondensator für die Kraftstoffpumpe defekt. Aber bis auf BPR und ENS die ja nicht Standard sind sollte das mit der Installation schon für 1000 € machbar sein. ENS kann das ggf. auch verdoppeln.