Erneuerung einer Zentralheizung - Pelletkessel, Holz-BHKW oder Alternative?

  • Hallo zusammen,


    ich bin bei meiner Recherche im Internet bzgl. Erneuerung meiner Heizungsanlage auf dieses Forum gestoßen und erhoffe mir, im Gegensatz zu Installationsbetrieben, die gerne "ihr Ding" als das Beste anpreisen und verkaufen möchten, eine neutrale Hilfestellung bei der Planung meines Anlagenumbaus.


    Gerne fülle ich zunächst einmal den Fragebogen aus:


    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: 5.500 kWh

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 3.200 L Heizöl


    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: Heizöl + Holzofen im Wohnzimmer

    Alter und Typ der der Heiztechnik: Buderus G 205, 35kW, 1991 installiert

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: Ja

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: Kein Heizungspuffer, nur Brauchwasserspeicher s.u.

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: Brauchwasserspeicher 300 L sowie 35 cbm Swimmingpool, der als "Zweitspeicher" an die Solaranlage angeschlossen ist.

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: Wärme kann bei Bedarf an den Pool abgeführt werden

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: Nicht bekannt; Anlage läuft aber für meine Begriffe recht gut.

    Temperaturen der Heizkreise: bis zu 65° C im Winter

    Art der Heizkörper: Glieder- und Plattenheizkörper


    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: Derzeit ca. 140 qm beheizt, zwei Erwachsene, zwei kleine Kinder im Endausbau werden es ca. 200qm beheizte Wohnfläche werden, wobei die unbeheizte Fläche im OG liegt und aktuell schon über 15°C hat.

    Art und Baujahr der Immobilie: großzügiges EFH, Bj. 1973

    Erfolgte Modernisierungen: Fortlaufende, Innendämmung, Unterdachdämmung, Kunststofffenster, Solaranlage, PV-Anlage (1,85kWp)

    Weitere geplante Modernisierungen: Erneuerung Heizungsanlage, Erneuerung Haustüre (Bestand: alte zugige Holztüre)

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: ja

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: nein

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: kurzfristig nein


    Ich würde die vorhandene Heizungsanlage gerne auf Holzpellets umstellen. Als Pelletslager käme evtl. der vorhandene 18 cbm (ja, achtzehn Kubikmeter!) große kellergeschweißte Öltank in Frage. Der Tankraum ist leider nicht mehr im besten Zustand, sodass eine Investition von ca. 5.000,- Euro in dessen Sanierung anstünde. Alternativ eben die Umstellung und erneuerung der gesamten Heizungsanlage, da die Heizungselektronik auch langsam beginnt zu zicken.


    Ein wenig Ahnung habe ich bereits von Energietechnik, allerdings bin ich kein Fachmann auf der technischen Seite. Beruflich bin ich für die Abrechnung einer größeren Liegenschaft mit Öl, Gas, Holz, Dampfkesseln etc. zuständig, sodass nicht alles böhmische Dörfer für mich sind.


    Mich lässt die Idee eines Nano-BHKW mit Puffer und Stromspeicher nicht los. Haltet ihr eine solche Analge bei den geschilderten Voraussetzugnen für realistisch und wirtschafltich umsetzbar? Ich bin bereits auf die ÖkoFEN Condens E gestoßen, die recht interessant klingt, allerdings wohl der Porsche unter den Heizungen zu sein scheint. Gibt es sinnvolle Alternativen?


    Viele Grüße


    Sebastian

  • Nur ein paar Gedanken: Du hast eine Solarthermie und eine PV-Anlage. Damit hast Du Warmwasser bereits gedeckt - ein BHKW würde nur zum heizen im Winter laufen (korrekt?). BHKW laufen so richtig toll eigentlich nur mit Erdgas - oder Flüssiggas, was aber recht teuer ist. An Deiner Stelle würde ich zunächst schauen, wie sich der Stromverbrauch weiter reduzieren ließe. LED-Leuchtmittel, Waschamschine und Spülmaschine an Warmwasser, Hocheffizienzpumpen für Pool, Heizukreis und Solarkreis? Dann würde ich schauen, dass man die Heizkreistemperatur absenkt. Müssen es wirklich 60 °C sein, tun es nicht auch 45 oder 50 °C - passen Parallelverschiebung und Steilheit der Heizkurve?


    Wenn das alles erschöpft ist und man Kraft hat, würde ich mehr PV aufs Dach legen. Und dann kann man schauen, dass Poolpumpen und andere Verbraucher laufen, wenn die Sonne scheint. Und dann muss man mal schauen, was an Energiebedarf noch übrig bleibt. Wenn der Öltank noch fit ist, würde ich dann nämlich eher an einen Öl-Brennwertkessel denken...


    Das ÖkoFEN Pellet-BHKW ist eine tolle Sache. Aber es "rechnet" sich nicht. Wenn man aus dem guten Gedanken heraus auf Pellets umsteigen will - los. Wenn man dann noch mehr gute Gedanken hat und damit Strom erzeugen will, dann den ÖkoFEN Stirling. Aber das ist dann ein Hobby. ;)

  • Wenn du die Vorlauftemperatur nicht deutlich gesenkt bekommst fällt Wärmepumpe auf jeden fall raus. Pellets sind Wartungsaufwändig, b. B. muss regelmäßig der Aschekasten geleert werden etc. Dein Heizölverbrauch ist für ein BHKW eigentlich zu gering, also kommst du auf keine Wirtschaftliche Laufzeit. Erdgas ist nicht verfügbar, deshalb fällt auch eine Brennstoffzelle raus.


    Ich denke du hast nur 2 Möglichkeiten, wenn dir die Stromproduktion wichtig ist dann hol dir ein kleines BHKW mit Flüssiggas, wird aber höchst warscheinlich länger als 10 Jahre dauern bist sich das rechnet. (Nach den 10 Jahren ist die KWK Förderung ausgelaufen und du bekommst für dein Eingespeisen Strom 8 ct. weniger. Spätestens dann sollte z. B. mit e-Auto der Eigenverbrauch erhöht werden damit du nicht an den Herstellungskosten des Stroms drauflegst.) Gleiches gilt für den Batteriespeicher, der wird innerhalb der Garantiezeit vermutlich gerade mal eine Nullrechnung. In Kombination mit PV sieht das ganze schon etwas besser aus, da im Sommer wegen ST das BHKW nicht läuft könnte dann der Strom vom Dach eingespeichert werden...


    Die 2. Möglichkeit ist eine PV und ein Ölbrennwertgerät. Ob sich ein Batteriespeicher nur mit BHKW oder nur mit PV lohnt, da man ihn in beiden Fällen nur halbjährig nutzen kann halte ich für fragwürdig.

  • Bei BHKW Laufzeiten gehen die Meinungen aber stark auseinander. Ein BHKW rechnet sich nicht über Laufzeiten.

    Ein BHKW rechnet sich über den Eigeverbrauch. Die Einspeisung ist meiner Meinung nach eine Nullrechnung.

    Und bei 3200 Liter Heizöl für Eigenverbrauch rechnet sich meiner Meinung ein BHKW.


    Mein Tip, die Kombi aus WP und BHKW. Habe ich so in Betrieb.

    In einem Liter Heizöl stecken 10KWh Energie, mit einem BHKW kannst du damit 3 KWh Strom und 7 KWh Wärme erzeugen.

    Damit kostet dich das KWh egal ob Wärme oder Strom ca. 6-7 Cent.

    Mit der WP kannst du ca. 4 KWh Wärme aus deinem selbst erzeugtem Strom machen, also kostet dich die Wärme aus der WP dann nur 1.5-2 Cent.


    So mache ich das. Einspeisen tue ich nicht, reiner selbstverbrauch.


    Gruß

    Thomas

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV, 2,7 KWp PV

  • Ein BHKW rechnet sich, wenn es funktioniert. Ob das Ökofen Wundermaschinchen funktioniert, kann keiner sagen. Funktionieren bedeutet in meiner Welt, EINE (!) Anlage, die seit einem Jahr ohne Störung läuft.


    Hat die jemals jemand gesehen? Oder haben manche Leute die Sunmachine vergessen?

  • Bei BHKW Laufzeiten gehen die Meinungen aber stark auseinander. Ein BHKW rechnet sich nicht über Laufzeiten.

    Da hast du schon recht, jedoch sind es 2 Welten ob man einen Eigenbau hat den man selbst wartet, oder ob man sich ein teures Gerät vom Markt kaufen muss und die Wartungen bezahlen bzw. Vollwartungsvertrag abschließen muss. Deine Lösung ist schon gut, nur halt nicht für jeden geeignet, und um den Anschaffungspreis wieder rein zu holen ist die KWK Vergütung schon sehr wichtig.

  • Das sehe ich anders. Die Einspeisung rentiert sich nicht wirklich, da du gerade etwas mehr als die Verbrauchskosten gedeckt bekommst.

    dafür fallen Verschleiß und Wartung an. Ich sehe hier keinen Vorteil beim Einspeisen.


    Meine Rechnung ist


    10 KWh Wärme beim Verheizen von Heizöl gegen

    19 KWh Wärme bei BHKW + WP. ( 7KWh Abwärme + 3KWh Strom mit WP zu 12 KWh Wärme )

    Bei seinen 3200 Liter Heizölverbrauch, bräuchte er mit meiner Lösung nur noch 1684 Liter Heizöl.

    Abgesehen davon ist Jedes KWh Strom, dass er im Haushalt verbraucht ehte 26 Cent Wert, bei der Einspeisung bekommt er nichtmal die Hälfte.


    Gruß

    Thomas

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
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    Einmal editiert, zuletzt von stromsparer99 ()

  • Die Einspeisung rentiert sich nicht wirklich, da du gerade etwas mehr als die Verbrauchskosten gedeckt bekommst.

    dafür fallen Verschleiß und Wartung an. Ich sehe hier keinen Vorteil beim Einspeisen.

    Das stimmt (zumindest bei Gas) so nicht.


    Angenommen, man hat ein 5 kW-BHKW und speist alles ein, Maschine läuft eine Stunde


    Dann hat man (Wärmeanteil ist kostenneutral) an Aufwand

    a) 5,5 kWh Gas Stromanteil, 6 Cent = 33 Cent

    b) anteilige Vollwartung 0,28 Euro/Stunde


    Summe Kosten also 51 Cent


    Erträge

    KWK-Bonus und Einspeisevergütung 13 Cent/5 kWh = 65 Cent

    Erstattung Energiesteuer Aufnahme 22 kWh/0,55 Cent = 12,1 Cent


    Sind in Summe dann 77,1 Cent und 26 Cent Gewinn nach allen Kosten. Reicht sicher nicht, um seinen Job zu kündigen, aber man ist doch deutlich im Plus

  • Beim TE ist das aber anders.

    Er verbraucht 5500KWh Strom und 32000 KWh Wärme.


    Wenn er die 32000 KWh Wärme nur mit BHKW erzeugen möchte, dann braucht er rund 4570 Liter Heizöl.

    Erzeugt dabei rund 13700 KWh Strom, davon kann er maximal 2500Kwh selbst verbrauchen, eher weniger, der Rest geht zu 15,4 Cent ins Netz.

    Also 1724€.

    Die 4570 Liter Heizöl kosten ihn aktuell rund 3199€

    Dann braucht er zum Heizen 1475€

    Im Eigenverbrauch mit WP läge er bei 1178€.


    Und das alles ohne Wartung gerechnet.

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  • Mir ging es ja nur darum zu zeigen, dass es sich rechnet, ein BHKW auf Volleinspeisung zu betreiben. Amortisieren wird sich die Maschine dann aber noch immer nicht.


    Wie gesagt: Reicht so nicht, um den Job zu kündigen, ist aber bei weitem nicht so schlecht, wie es immer gemacht wird

  • Moin Sebastian,

    Und bei 3200 Liter Heizöl für Eigenverbrauch rechnet sich meiner Meinung ein BHKW.

    Da wäre ich vorsichtig.


    Ein Experimental-BHKW mit Stirling plus Holzpellets ist m.E. etwas für hartgesottene Pioniertypen, von den Kosten mal ganz abgesehen. Angesichts der Schadenshäufigkeit, die sich beim Stirling schon in dem (technisch weit weniger problematischen) Erdgasbetrieb herausgestellt hat - nicht nur mit dem Stirling selbst, sondern auch mit Peripherieteilen wie bei der Steuerung von Gas- und Luftzufuhr - halte ich so etwas für hochriskant und würde es jedenfalls selbst nicht machen.


    Nachdem eine Brennstoffzelle nicht in Frage kommt und bei den konventionellen BHKW's die 1 kW-Klasse ausgestorben ist, bliebe nur ein mit Flüssiggas angetriebenes BHKW der 2 kW-Klasse, z.B. das neoTower 2.0 mit 1,1-2,0 kW(el) und 3,8-5,2 kW(th), plus Flüssiggas-betriebene Gastherme für die Spitzenlast.


    3.200 Liter Heizölverbrauch (nach Solarthermie) aus einem 1991er (mit 35 kW völlig überdimensionierten) Ölkessel entsprechen vielleicht einem Wärmebedarf von 28.000 kWh. Ich schätze mal, dass das BHKW hiervon im Mittel ca. 85% decken kann. Das wären dann 23.800 kWh. Mit einem NeoTower 2.0 gibt das ca. 4.580 Vollbetriebsstunden. Rechnet man ca. 1/3 davon im Reduziertbetrieb, so ergeben sich vielleicht 5.140 Laufstunden, in denen 8.400 kWh Strom erzeugt werden. In den fünf Sommermonaten dürfte das BHKW wegen der ST weitgehend stehen.

    Wärme kann bei Bedarf an den Pool abgeführt werden

    Natürlich kannst Du mit Gewalt längere Laufzeiten erzwingen, indem Du den Pool als "Notkühler" benutzt und damit das Gerät z.B. im Sommer zwischen 19:00h und 22:00h (wenn der Strombedarf hoch ist und aus der PV nichts mehr kommt) im Reduziertbetrieb laufen lässt. Dadurch kämen vielleicht noch mal 450 Laufstunden und 500 kWh Strom raus. Mit Umwelt- oder Klimaschutz hätte das m.E. nicht mehr viel zu tun, denn auf diese Weise wird bei der Pool-Heizung Solarwärme durch fossil erzeugte Wärme substituiert. Und der elektrische Wirkungsgrad eines im Reduziertbetrieb laufenden NeoTower ist mit ca. 20% schlechter als bei einem alten Kohlekraftwerk.


    Bei 5000 kW Strombedarf dürfte das BHKW - so lange es läuft - den Bedarf zu 90% abdecken. Damit käme man auf ca. 2.640 kW Eigenverbrauch im Jahr aus dem BHKW. Leitest Du im Sommer die Wärme in den Pool, kommen vielleicht noch mal 460 kWh dazu, dann landest Du bei 3.100 kWh. Du sparst also ca. 750-850 EUR/Jahr an Bezugsstrom. Ob sich nach Abzug der Mehrkosten (Wartung und Gas-Mehrverbrauch) die Investition (einschl. Gastherme, Flüssiggastank und Installation bestimmt 30.000 EUR abzügl. Förderung) lohnt, wage ich zu bezweifeln.

    Mein Tip, die Kombi aus WP und BHKW.

    Das Thema hatten wir hier ja schon öfter.


    Bei einem Wärmeverbrauch von 28.000 kWh (nach Solarthermie) dürfte die Heizlast kaum unter 14 kW liegen. Rechnet man 5 kW aus dem BHKW, so müsste die WP in diesem Fall 9 kW bringen. So ein Gerät kostet einschl. Installation bestimmt nicht unter 10.000 EUR, also das Doppelte einer Gastherme. Den Flüssiggastank spart man auch nicht, denn den braucht man ja für das BHKW. Es kommt nur eine Luft-WP in Frage, die definitionsgemäß nur bei sehr kalten Außentemperaturen zum Einsatz kommt und dann Vorlauftemperaturen bis zu 65°C bringen muss. Unter solchen Umständen halte ich eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,0 noch für optimistisch. Um die geforderten 9 kW Leistung zu bringen, muss die WP also 4,5 kW Strom ziehen. Angenommen, dass im Haus im Mittel 0,5 kW verbraucht werden, bleiben vom BHKW-Strom 1,5 kW übrig. Die WP läuft also im Mittel mit 1/3 BHKW-Strom und zieht 2/3 ihres Verbrauchs aus dem Netz. Unterstellt man eine absolut unrealistische JAZ von 2,5, so wären es immer noch 60% Netzstrom. Und damit ergibt sich folgende Rechnung:


    Mit Opportunitätskosten für BHKW-Strom von 8 ct/kWh (entgangene BHKW-Einspeisevergütung plus entgangene Differenz beim KWK-Bonus) und Bezugsstrom-Kosten von 28 ct/kWh verbraucht die WP mit JAZ 2 pro Betriebsstunde (1,5*0,08+3*0,28=) 0,96 € und erzeugt damit 9 kWh, macht 10,7 ct/kWh Wärme. Mit JAZ 2,5 wären es (1,5*0,08+2,1*0,28=) 0,71 €/Bh bzw. 7,9 ct/kWh Wärme. Zum Vergleich: Flüssiggas kostet z.Zt. umgerechnet etwa 6,5 ct/kWh. Damit liegt die Amortisationszeit für die Mehrkosten der WP deutlich hinter dem Jüngsten Tag.

    Mich lässt die Idee eines Nano-BHKW mit Puffer und Stromspeicher nicht los. Haltet ihr eine solche Analge bei den geschilderten Voraussetzugnen für realistisch und wirtschafltich umsetzbar?

    Ohne PV-Anlage wäre ein Speicher m.E. unsinnig, weil das BHKW in den 4-5000 Laufstunden während der Heizperiode schon ohne Speicher 85% des Stromverbrauchs decken sollte. Und im ganzen Sommer gibt es kaum was zu speichern, weil da das BHKW wegen der ST so gut wie nie läuft.


    Mit PV glaube ich, dass Du mit einem 7 kWh-Speicher das ganze Jahr durch annähernd 100% Autarkie erreichen kannst. Mit BHKW und PV wären es in der Heizperiode 85%, außerhalb (nach unseren Erfahrungen) 50%. Der Speicher könnte also einen zusätzlichen Eigenverbrauch von ca. 1.500 kWh/a abdecken. Mit den üblichen Speicherwirkungsgraden musst Du aber mindestens 1.800 kWh/a hineinstecken. Rechnet man 28 ct/kWh für Zukaufstrom und im Mittel 9 ct/kWh für Opportunitätskosten (bei der PV sind es eher 11 ct), so sparst Du mit dem Speicher ca. (1.500*0,28 ./. 1.800 *0,09=) 258 € im Jahr. Das kannst Du jetzt mal den aktuellen Speicherkosten gegenüber stellen. Bei 5-6000 € brutto käme eine Amortisationszeit von 20 Jahren heraus.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hans_Dampf

    Und mir ging es nicht ums reich werden, sondern ob man wirklich 4570Liter Heizöl durch das BHKW jagen muss.

    In Kombi mit WP reichen ja auch 1684 Liter, wenn man den Überschuß in der WP verbraucht. Es geht ja auch etwas um den Umweltschutz.


    sailor773

    Mein Haus ist Bj 1943, hat 157qm, und mein Nebengebäude hat ca. 60qm.

    Eine Jaz mit 4 ist kein Problem. Meine 9KW Panasonic Aquarea hat 3400€ gekostet wenn man die selbst aufstellt und und nur der Kältetechniker kommt, dann sind das keine 500€ für die Installation.


    Ich brauch knapp 1500 Liter Heizöl in der Wintersaison für WP und Hausverbrauch.


    Gruß

    Thomas

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV, 2,7 KWp PV

    Einmal editiert, zuletzt von stromsparer99 ()

  • Bei einem Wärmeverbrauch von 28.000 kWh (nach Solarthermie) dürfte die Heizlast kaum unter 14 kW liegen. Rechnet man 5 kW aus dem BHKW, so müsste die WP in diesem Fall 9 kW bringen.

    Wenn man denn WP und BHKW kombinieren will könnte man auch sehen ob man noch einen alten neuen HR Dachs bekommt, und den mit einer Panasonic WP 3 kW kombinieren, dadurch sinkt die Einspeisung, die Ölkosten auch. Jedoch sinkt auch die Laufzeit, so das wir wieder beim Batteriespeicher ankommen. WP Wäre sozusagen die Rücklaufanhebung und würde nur Paralell zum BHKW laufen.

    Ohne PV-Anlage wäre ein Speicher m.E. unsinnig, weil das BHKW in den 4-5000 Laufstunden während der Heizperiode schon ohne Speicher 85% des Stromverbrauchs decken sollte. Und im ganzen Sommer gibt es kaum was zu speichern, weil da das BHKW wegen der ST so gut wie nie läuft.

    Ist halt ein recht großes Komplettpaket, BHKW (ggf. Heizöl um den Gastank zu sparen) WP, Batterie und PV. Aber damit könnte der Strombezug sogar auf 0 sinken, die verbrannte Menge fossiler Energie etwa halbiert werden und langfristig einiges gespart werden. Mann muss das ganze halt irgendwo zwischen 10 und 20 Jahren betrachten, dann lohnt es sich. Bei geringer Laufzeit sollte ein BHKW auch über die 10 Jahre alt werden, PV kalkuliert man eh 20 Jahre + und Speicher gibt es ja teilweise sogar mit 10 Jahren Garantie...

    Sind in Summe dann 77,1 Cent und 26 Cent Gewinn nach allen Kosten.

    Mir ist klar das eigntlich nie 100% Eingespeist werden aber dennoch wie viele Betriebsstunden braucht man da bis die Mehrkosten (Investition) zum Brennwert Gerät drin sind? 50.000 - 60.000?


    Stromsparer : Langsam werde ich Anhänger deines Konzepts, bleibt nur noch der Punkt das man nichts für das Stromnetz bereitstellt, gerade dann wenn wenig PV einspeist.

  • Mir ist klar das eigntlich nie 100% Eingespeist werden aber dennoch wie viele Betriebsstunden braucht man da bis die Mehrkosten (Investition) zum Brennwert Gerät drin sind? 50.000 - 60.000?

    Eher dramatisch mehr, oder? Hab ja nie behauptet, dass BHKW als Volleinspeiser Sinn machen

  • Nicht alles, was möglich ist, ist auch wirklich sinnvoll.

    Man muß auch die Betriebsbedungungen im Auge haben und auf Zuverlässigkeit und Betreuung achten.

    Aufgrund der Heizkreistemperaturen würde ich keine Wärmepumpe empfehlen.

    Pellets wären OK, wenn du dir im klaren darüber bist, daß du mit Staub, Ruß, und 1-2 Kundendiensteinsätze zusätzlich zur Wartung zu rechnen hast.

    Wie gut Brennwert bei Pellets funktioniert und wie anfällig das ist kann dir keiner sagen. Aber: gibts bei dir den Heizungsbauer, die das überhaupt anbieten?

    BHKW ist schon ein guter Weg, aber da brauchst du Gas. Und bei bisherigen 3200 l Öl würde ich den kleinen Dachs als Flüssiggasausführung ins Auge fassen. Ein BHKW der 5 kw Klasse ist zu groß. Ich kenne derzeit keine Brennstoffzelle für Flüssiggas.

    Das lässt sich gut mit nem Batteriespeicher ergänzen.

    Zu PV: Wenn die Sonne scheint gibts mehr als genug Strom. Den meisten Strom braucht man im Winter (da kann das BHKW durchlaufen) und nachts (Batteriespeicher).

    Es bringt wenig oder nichts, ein Heizsystem unnötig kompliziert zu machen, zB mit BHKW, Heizstäben, Batteriespeicher, Wärmepume,..... Das kann nachher keiner beherrschen und auch in 10 Jahren bei Fehlersuche und Reparatur wirds lustig.

  • Mh,


    das geht ja schon wieder ganz schön zu potte hier ;).


    Ich bin auch der Meinung das ein Pellet-BHKW eher als Feldtest anzusehen ist - mit allem pro und contra was da so dranhängt, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt !


    Evt. will uns der Fragesteller mal verraten ob er sich technisch und zeitlich in der Lage sieht ein Motor BHKW instand zu halten und zu reparieren. Dann wäre m.M. tatsächlich ein gebrauchter Heizöler das geringste finanzielle Risiko, er könnte dem betagten Kessel damit noch ein paar Jährchen schenken und auch den Öltank weiter nutzen.


    Grüße

  • Den Aufwand würde ich nicht treiben.

    Die Heizöl BHKWs sind im allgemeinen anfälliger als Gasmaschinen. Zudem teurer in Wartung und Unterhalt. Und die wenigsten Betreiber verfügen über alle notwendigen Werkzeuge und Kenntnisse zur Wartung. Ausserdem: nicht zukunftssicher - nach 10 Jahren ists dann soweit und man muß in was komplett neues investieren. manche betrachen ja den Heizraum als Hobby- und Spielzimmer, die könnten sowas in Eigenregie machen.

    Wenn man aber die Heizung nicht als Spielgerät betrachtet, dann heisst das: eine Investition für die nächsten 20 Jahre oder etwas mehr, mit (bitte) möglichst wenig Problemen.

  • Herzlichen Dank schon einmal für eure Einschätzung und hilfreiche Antworten, auch wenn das Ergebnis nicht das ist, was ich mir erhofft hatte.


    Hätte ich einen Ferngasanschluss, wäre das alles wohl halb so dramatisch und recht einfach umzusetzen. Da dieser aber nicht vorahnden ist, fällt Gas eigentlich schon raus. Einen hässlichen Tank möchte ich mir nicht in den Garten stellen und unterirdisch wird wohl (vor allem auch finanziell) recht aufwändig, wenn Bagger und LKWs anrollen müssen. Die restlichen Betriebskosten dürften mit 120 Euro p.a. für den Tank überschaubar sein.


    Vom Heizöl möchte ich ehrlich gesagt auch weg. Es stünde, wie gesagt eine Tanksanierung in der Größenordnung 5k Euro an. Hierfür wäre dann nur der Tank gemacht, der Rest der Anlage weiterhin auf dem Stand von 1991. Deshalb also der Gedanke, die ganze Anlage zu erneuern und keine Flickschusterei zu beginnen.


    Als einfachste Möglichkeit erschien mir eine Umstellung auf Holzpellets. Ich könnte den vorhandenen Tank als Lager weiternutzen, könnte einen Schrägboden (selbst) einbauen und müsste nur eine Schneckenförderung und den Ein- / Ausblasstutzen montieren lassen. Prüfpflichten sowie potentielle Gefahren durch austretendes Heizöl wären damit passé. Positiver Nebeneffekt wäre die Befriedigung des grünen Gewissens durch einen (fast) CO2-neutralen Brennstoff.


    Zu den Verbrauchsdaten: Der Strom ließe sich vielleicht noch um 1.000kWh/Jahr reduzieren, z.B. neue Gefriertruhe, vollständige Umrüstung auf LEDs etc. Das läuft auch bereits nach und nach. Den Ölverbrauch habe ich bereits reduziert, indem ich an den Paramtern gespielt und die Heizkurve drastisch zurückgefahren habe. Die 65°C habe ich als maximalen Vorlauf bei sehr niedrigen Außentemperaturen - da brauche ich sie auch. Bei um die 0°C AT bin ich aber schon bei einem VL von nur noch gut 50°C. Leider ist die Kesselsteuerung insgesamt nicht das gelbe vom Ei, da diese, wie auch der Rest der Anlage nicht unbedingt auf Sparsamkeit ausgelegt wurde. Beispielsweise ist irgendein Relais verbaut, das eine vernünftige Kesselregelung unterdrückt und immer auf die manuell eingestellte Temperatur fahren lässt. Der VL wird dann über einen Mischkreislauf heruntergekühlt. Vermutlich wurde das so verbaut, um für den Pool-Wärmetauscher (für dessen dauerhafte Nutzung ich zu geizig bin) immer die notwendige Vorlauftemperatur liefern zu können. Ich habe aber wie gesagt die Heizkurve schon soweit reduziert, dass die Anlage oft nur 45 - 55°C liefert. Blöderweise taktet der überdimenionierte Brenner nun wie verrückt (heute Morgen ist er alle 9 Minuten angesprungen). Ich müsste, um dies zu unterbinden, nun mehrmals täglich die Kesseltemperatur manuell ändern. Der tägliche Verbrauch bewegt sich im Bereich 17 L/Tag Heizöl an normalen Wintertagen bis knapp 30 L/Tag wenn ich den Pool mitheize. Ich vermute, dass es an richtg kalten Tagen vielleicht noch 3 - 4 L mehr sein könnten. Ich gehe von einem Jahresbedarf in der Größenordnung 25.000 - 28.000kWh aus - nach Solar, allerdings ohne den Pool zu heizen. So, nun aber genug über den Ist-Zustand gejammert. Ich möchte lieber nach vorne schauen... ;-)


    Wenn das mit Pellets nicht ordentlich funktioniert, werde ich mir das BHKW wohl mangels passendem Energieträger aus dem Kopf schlagen müssen. Bei einer WP bin ich skeptisch, da diese mir gerade an den richtig kalten Tagen keine ausreichende Vorlauftemperatur bringen wird. Ich bräuchte also zwingend ein Backup in Form von Öl, Gas oder Strom, wo sich die Katze nun wieder in den Schwanz beißt.


    Insgesamt bin ich übrigens nicht abgeneigt, mich auch in gewissem Maße selbst mit um die Analge zu kümmern. Ein neues Zeitraubendes Hobby suche ich allerdings nicht, zumal mir auch die Chefin aufs Dach steigen würde, wenn die Heizung nicht läuft, wie sie soll.


    Vielleicht nun noch eine Frage: Wie würdet ihr unter den genannten Bedingungen die Heizleistung dimensionieren? Mit 10kW Nennleistung und 800L Puffer zusätzlich (?) zum vorhandenen Brauchwasserspeicher müsste ich da doch ganz gut hinkommen, oder? Der Tagesbedarf dürfte damit noch reichlich gedeckt sein und Leistungsspitzen am Morgen sollten auch gut überbrückbar sein?! Oder liebder den Brauchwasserspeicher rausschmeißen und auch die Solarleistung in einen "ganzheitlichen" Schichtspeicher liefern?


    Viele Grüße


    Sebastian

  • Moin,


    wenn ich mir das alles so durchlese solltest Du einen automatischen Pelletkessel nehmen und dazu nen ordentlichen (Solar)Pufferspeicher mit FriWa-Station. Für das gesparte Geld kann dann noch etwas PV aufs Dach oder gar ein Batteriespeicher rein.


    |__|:-)


    PS: die Bafa fördert Pellet aktuell noch https://www.bafa-förderung.de/