Volksentscheid in Bayern für Artenvielfalt: "Rettet die Bienen!"

  • Danke für den Link.


    Ich werde auf jeden Fall unterschreiben (ist für morgen im Kalender eingetragen).

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Ich bitte Euch, tut es nicht!


    Der Titel ist ja super gewählt, aber wer etwas mehr Ahnung von der Materie hat sieht die ideologische Zielrichtung die dahinter steht!


    Beispiel:

    Zwangsweise 30% Bio-Landbau staatlich verordnet. Ohne den Markt (z.Z. 8% Bio-Anteil) der das aufnimmt, wird man auch den (guten) Preis der vorhandenen Biobauern kaputt machen. Es gibt Wartelisten in den Molkereien von Bauern die auf Bionumstellen wollen. Die dürfen aber nicht, bzw. bekommen dann nur den konventionellen Preis weil die Molkerei nicht den nötigen Absatzmarkt hat...


    Und es gibt noch viele Kritikpunkte - das hätte wirklich Potenzial gehabt, wurde aber aus ideologischen Gründen richtig versammelt!

  • Deinen Einwand verstehe ich nicht recht, das "Volksbegehren" muß doch nicht Wort Wörtlich zum Gesetz werden erst beim Volksentscheid ist das so. Aktuell wird es nur dem Landtag vorgelegt der dann wie bei jedem Gesetzentwurf ändern, weglassen,hinzufügen kann.

  • Meinen Infos nach 8,9% und ein jährlicher zuwachs von ca. 0,7% was ohne die Gesetzesänderungen bis 2030 hochgerechnet 16,6% Marktanteil wären. Möchte man nun 2030 30% haben so müsste sich der "natürliche" zuwachs um 2,1% erhöhen. Allerdings ist das soweit ich weiß nur der deutsche Markt, d. h. die ganzen waren aus israelischen, spanischen, etc. Gewächshäusern sind nicht mit eingerechnet. Wär keine Nachfrage da, dann würde es Bio immer noch nur in Bioläden geben, aber nein man kann auch das Bio Suppenhuhn beim Discounter kaufen. Wieso sollte Aldi und Co sein Sortiment erweitern wenn der Markt nicht da ist?


    Außerdem geht es ja nicht nur um Bio, sondern auch um Artenvielfalt, darum das man dem Bauern erklärt wie man eine Wiese mäht und wann. Gerade dann wenn in der Wiese alles Blüht ist nicht der beste Zeitpunkt, von außen nach innen ist auch eher ungeschickt, da man die Tiere in die enge Treibt und irgendwann in der mitte angekommen drüber mäht. In jeder Bedienungsanleitung für Mähgeräte steht von innen nach außen Mähen, aber scheinbar braucht es ein Gesetz das das auch der letzte begreift. Weiter geht es darum das Dauergrünland erhalten werden soll, und das nicht ohne weiteres der Grundwasserstand abgesenkt werden darf.


    @ Solardachs: Ich lerne gerne dazu also verrate uns doch bitte deine Kritikpunkte.


    P. S. Es gehören viele Imkerverbände, Biobetriebe und Verbände zu den Förderern die die Aktion mit Spenden unterstützt haben.

  • @allikante:

    Hier spricht bereits die Ahnungslosigkeit!


    Der Gesetzesentwurf des Volksbegehren muss (!) wortwörtlich in den Volksentscheid übernommen werden. Da gibt es dann entweder ja oder nein! Alternativ kann noch ein Gegenvorschlag der Regierung/Landtag zur Abstimmung gebracht werden - auch da gibt es dann praktisch nur die Entscheidung ja oder nein.


    Der Volksentscheid entfällt, wenn der Landtag dem Gesetzesentwurf des (erfolgreichen) Volksbegehrens vorher UNVERÄNDERT zustimmt...


    Das Lächerliche ist ja, das im ganzen vorgelegtem Gesetzesentwurf nicht einmal das Wort "Biene" vorkommt...

  • Ganz global:

    Es soll die Artenvielfalt erhalten werden, aber es wird NUR die Landwirtschaft angesprochen - einzig die "Lichtverschmutzung" ist beiläufig erwähnt.


    Warum werden nicht andere Maßnahmen, die in Summe vermutlich mehr bewirken würden in den Gesetzesvorschlag aufgenommen? Weil es dann keiner Unterstützen würde! Wenn 97% Bürger und 3% Landwirte gemeinsam über Ursache und Maßnahmen gegen Artenschwund abstimmen sollen, dann ist eigentlich klar wer den schwarzen Peter bekommt, oder?


    Beispiele:

    Verhinderung von "Lichtverschmutzung" = Tod von vielen Insekten an Straßenlaternen u.s.w. - Licht nur nach Bedarf (Bewegungsmelder), Licht nur nach unten gerichtet mit Lampen mit geringer Lockwirkung inkl. Nachrüstung bestehender Lampen, Verbot von dauerhafter Anstrahlung von Gebäuden


    Verbot des mulchens (!) von Straßenrändern! Abfahren von Mähgut und damit aushungern der Straßenränder = Schaffung von Lebensraum mit Magerwiese

    Könnten die Kommunen sofort umsetzen, kostet aber Geld und würde sofort (!) großräumig vernetzte Lebensräume für Tier u. seltene Pflanzen schaffen und langfristig die Mähintervalle verkürzen durch die Nährstoffabfuhr


    Verbot der Einleitung von hormonell wirksamen Substanzen und Mikroplastik aus Kläranlagen: Körperpflegeprodukte / Abbauprodukte von Pille und Medikamenten / Sonnencreme (!) - erfordert Nachrüstung von Kläranlagen mit entsprechenden Filtern (Aktivkohle) - kostet den Verbraucher richtig Geld


    Ich könnte Dir noch viele Maßnahmen nennen, welche wirkungsvoll wären. Aber die Intention hinter diesem Volksbegehren ist eine andere, die rein auf die Landwirtschaft zielt...


    Ach ja, zum Thema Markt und Bio:

    https://de.statista.com/statis…nsmitteln-in-deutschland/

    Wir sind aktuell bei 5,4 % mit ALLEN Lebensmitteln und die Discounter nehmen den Markt mit - meist mit billigen importierten Produkten zu Lasten der heimischen Erzeugung. Inwieweit dann auch die Standards erfüllt werden...

    Erzeugt und verkauft wird was der Markt verlangt o. aufnimmt - alles andere ist Planwirtschaft die nicht funktioniert


    https://www.agrarheute.com/man…etter&utm_term=2019-01-31


    Soviel zum Thema "der Verbraucher will viel mehr Bio-Produkte" - es geht bei den meisten nur um den Preis! Bei uns hat der Bezirk Niederbayern einen Antrag der ÖDP abgelehnt, zukünftig regionale Bio-Produkte in seinen Einrichtungen anzubieten - es kostet zu viel!!! Aber 30% Zwangs-Bio - wir schaffen das...


    Im Übrigen, ist es schon seit Jahren verboten Grünland in Ackerland umzuwandeln (außer Biobetriebe!), neue Flächen zu entwässern und das Mähen wird bereits jetzt praktiziert und über das Tierschutzgesetz geahndet. Und der angebliche Rückgang der Singvögel (nach neuester Zählung sogar eine Zunahme) hat ganz andere Gründe, die ich Dir gerne mal ausführlich erläutern könnte...

  • Außerdem wird immer so getan, als hätte sich die Landwirtschaft in den letzen 25 Jahren als einziges verändert.


    Wer mal ein wenig darüber nachdenkt, wieviele Flächen in dieser Zeit für Industrie / Handel / Verkehr und Siedlung komplett versiegelt worden sind, wird erkennen das auch hier vielfältige Einflüsse auf Fauna u. Flora gegeben sind. Von der Zunahme des Verkehrs um fast 50% und der Motorisierung um 100% will ich gar nicht sprechen...


    Aber die ALLEINIGE Schuld bei einer Minderheit suchen und zu verurteilen, daß ist keine Kunst!

  • Niemand sucht die Schuld bei den Landwirten. Es sind nur leider zu wenig Landwirte, die erkennen, dass sie selbst inzwischen nur noch ein kleines Rad im Getriebe von Agrarindustrie und Lobbyinteressen der Konzerne sind. Hier ein Beitrag aus Quer. Der Landwirt am Ende bringt es auf den Punkt!



  • Hirnlose Schlagworte als Totschlagargument?

    Die Geschichte mit den Chinesen die Bäume bestäuben, oder :D


    Wenn man googlet, dann findet man diese Geschichte hundertfach - immer verknüpft mit der Behauptung das die Bienen dort ausgestorben sind und deswegen der Mensch einspringen muss. Weil wir einen nicht unerheblichen Teil unseres Honigs aus China beziehen, konnte ich die Geschichte nie so recht glauben:

    https://de.statista.com/statis…land-exportierten-honigs/


    Die ganze Wahrheit hinter der Geschichte ist eine andere:

    In diesem Gebiet von China wird eine sehr hochpreisige Birnensorte in großem Umfang angebaut. Birnen sind für Bienen nicht besonders attraktiv und aufgrund der Monokultur hatte man mit vielen anderen Schädlingen zu kämpfen. Jetzt wachsen die Birnen unter Insektenschutznetzen - und aufgrund des hohen Preises der Frucht und der niedrigen Arbeitskosten ist es rentabel hier Menschen die "Bienenarbeit" erledigen zu lassen. Da man nur eine bestimmte Anzahl von Blüten an den Bäumen bestäubt, kann man gleichzeitig die Fruchtgröße positiv beeinflussen - in der Natur werden oft viele Früchte wieder abgeworfen, welche aber schon "Kraft" des Baumes beansprucht haben.

    Da ich leider die vollständige Quelle für diese Darstellung nicht mehr finde, eine andere mit fast den gleichen Inhalt:


    http://derhonigtopf.com/SAQs.html


    Mich erschreckt immer wieder, wie Menschen mit einer falschen Darstellungen (oder indem man einen wesentlichen Aspekt verschweigt) in Ihrer Meinung manipuliert werden...

  • Moin Gemeinde,


    ich komme gerade vom Rathaus zurück, wo ich mich für das Volksbegehren eingetragen habe - musste etwas anstehen, sieht also gut aus...


    Ich habe das nach reiflicher Überlegung getan, auch unter Würdigung der in diesem Thread vorgetragenen Argumente. Natürlich hat der Gesetzesentwurf gewisse Schwächen, so wie jeder andere Gesetzesentwurf auch. Aber zu 80% passt er. Und wenn er tatsächlich unverändert Gesetzeskraft erlangen würde (was ich für unwahrscheinlich halte), so wäre mir eine Regelung, die zu 80% meinen Vorstellungen entspricht, jedenfalls lieber als die jetzige, die zu einem hohen Anteil meinen Vorstellungen nicht entspricht.


    Wenn alles gut läuft, tragen sich mehr als 950.000 Wähler (>10%) ein. Dann muss (wie hier schon richtig gesagt wurde) der Gesetzentwurf des Volksbegehrens dem Landtag vorgelegt werden. Sofern dieser den Gesetzentwurf mehrheitlich ablehnt, wovon zunächst mal auszugehen ist, "kann er dem Volk einen eigenen Gesetzentwurf zur Entscheidung mit vorlegen". Selbstverständlich wird er (d.h. die Mehrheit im Landtag) das tun, sonst wären sie mit dem Klammerbeutel gepudert.


    Der Knackpunkt ist nun, wie dieser "eigene Gesetzentwurf" aussieht.


    In der besten aller möglichen Welten würde er die richtige Intention des Volksbegehrens aufgreifen und (auch in ihrer Schärfe und Konsequenz) unterstützen, aber die sachlichen Schwächen des Volksbegehren-Textes im eigenen Entwurf beheben. Wenn man das den Wählern dann auch noch erklären kann, gehe ich davon aus, dass ein solcher verbesserter Gesetzentwurf im Volksentscheid eine riesige Mehrheit bekäme.


    Es kann natürlich auch passieren, dass die Landtagsmehrheit in ihrem Gegenentwurf zwar das Anliegen in wolkigen und nichtssagenden Worten preist, sich die sachlichen Inhalte aber zu 80% vom Bauernverband schreiben lässt. Dann wird der Volksentscheid richtig spannend, und es kann passieren, dass auf diese Weise der Gesetzesentwurf des Volksbegehrens (in dem Fall unverändert, mit allen Fehlern) Gesetzeskraft erlangt. Oder, alternativ, dass sich wieder mal nichts ändert und noch mehr städtische, eigentlich konservative Wähler aus Frustration und mit der Faust in der Tasche Grün wählen.


    Die Kinder meiner Freundin würden in dem Fall sagen: "Sie ham's verkackt."


    Noch ein paar Anmerkungen zu in diesem Thread vorgetragenen Argumenten:

    Zitat von Solardachs

    Warum werden nicht andere Maßnahmen, die in Summe vermutlich mehr bewirken würden in den Gesetzesvorschlag aufgenommen?

    Guter Punkt. Lichtverschmutzung, Straßenränder, Kläranlagen etc.: Unabhängig von der Frage ob diese Maßnahmen in der Summe mehr bewirken, sind diese Punkte jedenfalls wichtig und müssen angegangen werden. Dass dies bisher nicht geschehen ist (oder nicht in ausreichendem Maße) ist bedauerlich, aber keine Begründung dafür, andere mindestens ebenso wichtige Maßnahmen - wie die im Gesetzentwurf geforderten - bleiben zu lassen.


    Wenn man übrigens zu Recht die Medikamente im Abwasser kritisiert, so sollte man bei der Gelegenheit auch den Missbrauch von Antibiotika in der Massentierhaltung abschaffen. Insbesondere im Fall der sog. Reserve-Antibiotika werden dadurch jedenfalls mehr Menschenleben gefährdet als durch das nicht vorhandene Tempolimit auf unseren Autobahnen. Und natürlich muss die Düngeverordnung konsequent durchgezogen werden, um das Grundwasser zu schützen. Wenn unter solchen Umständen Massentierhaltung nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann, so gibt es die dann eben nicht mehr. Schade wär's nicht drum.


    Was das "Zwangs-Bio" anbetrifft, halte auch ich diesen Passus im Gesetzentwurf für einen Fehler. Und das gar nicht mal so sehr unter Marktgesichtspunkten: Ob wir derzeit 5,6% oder 8,9% "Bioprodukte" am Markt haben halte ich für belanglos. Mit dem Begriff "Bio" wird seit Jahren Schindluder getrieben, und wenn ich höre, dass z.B. massenhaft "Bio"-Erdbeeren aus China nach Deutschland exportiert werden (die dann bei den 5,6 oder 8,9% folgerichtig mitgerechnet werden), oder dass "Bio"-Honig ausgerechnet von Dennree zu 100% aus China kommt (wobei das nicht unbedingt ein Beweis dafür sein muss, dass es dort noch Bienen gibt: Die Chinesen haben auch eine sehr leistungsfähige chemische Industrie...;)) geht mir unter ökologischen Gesichtspunkten das Messer in der Hosentasche auf. Da kaufe ich meine Lebensmittel lieber aus der Region, auch wenn nicht "Bio" drauf steht, ich mir aber ggf. sogar selbst ansehen kann ob da vernünftig gewirtschaftet wird.


    Nein, es geht nicht darum ob die Leute "Bioware" kaufen wollen, sondern wie wir in unserem dicht besiedelten Land zukünftig Landwirtschaft betreiben wollen. Wenn wir das richtig machen (und da ist der Gesetzentwurf zu 80% auf dem richtigen Weg), muss auch die so genannte konventionelle Landwirtschaft bei uns so umweltfreundlich werden, dass der Begriff "Bio" dann als Abgrenzung gar nicht mehr erforderlich ist, und deshalb auch keine gesetzlich festgelegten Quoten. Dass heimische Lebensmittel dann generell etwas teurer werden macht doch nichts. Und was den Wettbewerb betrifft: Auf EU-Ebene würde man sich schon einig werden, wenn nur Deutschland bei den EU-Verhandlungen über Fortschritte in der Landwirtschaft endlich das Bremserhaus verlassen und auf die Lokomotive wechseln würde. Und gegen Zeug wie chinesische Billig-"Bio"-Erdbeeren gibt es Zölle.

    Im Übrigen, ist es schon seit Jahren verboten Grünland in Ackerland umzuwandeln (außer Biobetriebe!), neue Flächen zu entwässern und das Mähen wird bereits jetzt praktiziert und über das Tierschutzgesetz geahndet.

    Wenn das so ist, stellen die entsprechenden Passagen in dem Gesetzesentwurf ja keine zusätzliche Belastung für die Landwirte dar, und es wäre weder sinnvoll noch erforderlich, sich darüber aufzuregen.

    Es sind nur leider zu wenig Landwirte, die erkennen, dass sie selbst inzwischen nur noch ein kleines Rad im Getriebe von Agrarindustrie und Lobbyinteressen der Konzerne sind.

    Genau darum geht es. Wer in diesem Zusammenhang "hirnlose Schlagworte als Totschlag-Argumente" verwendet und wer nicht, dürfte ja wohl 98% der Bevölkerung (also geschätzt einschließlich einem Drittel der Landwirte) langsam klar geworden sein. Ich sehe das Volksbegehren daher nicht nur als einen Schritt in die richtige Richtung (nämlich hin zu der dringend erforderlichen Landwirtschaftswende), sondern auch als einen kräftigen Tritt gegen die Schienbeine einer in unserem Land übermächtigen Lobby, die sich so aufführt, als würde sie nicht für 2% sondern für 98% der Bevölkerung sprechen. Insoweit war mir meine heutige Unterschrift für das Volksbegehren nicht nur staatsbürgerliche Pflicht, sondern auch Vergnügen.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Einen Absatz gestrichen, weil die Aussage von der Quelle nicht gedeckt ist

  • Sailor, sei mir nicht böse - aber alleine Deine Ausführungen zu Antibiotika in der LW zeigen bereits Deine Ahnungslosigkeit!

    Das geht in die gleiche Richtung wie mit der Bestäubung durch Menschen. Einmal verbreitet, kannst Du so ein "Konstrukt" nur mehr schwer aus den Köpfen entfernen...


    Und es ist ein großer Unterschied, ob man von seiner Scholle tatsächlich leben muss oder ob man Landwirtschaft als "Hobby" von Millionären betreibt und in den Medien als Vorbild für "zukunftsfähige Landwirtschaft" dargestellt wird. Auch im obigen Beitrag aus Quer habe ich da so ein Gefühl.

    Wenn ich mir da die Beiträge aus "Unser Land" oder "Quer" mal so ansehe, dann kommen mir viele Beispiele in den Sinn - u.a. kommen mir da der persönlich haftende Gesellschafter der

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lindner_AG

    in den Sinn. Der vor ein paar Wochen ja als "Vorzeigebetrieb" vorgestellt wurde.


    Aber von seinem bequemen Liegestuhl im englischen Rasen aus, kann man leicht Forderungen aufstellen, mit denen andere wirtschaften müssen und auch noch Einkommen erzielen sollen - um es mal etwas provokant auszudrücken.

  • Hallo ,


    mein Beitrag zur " Ahnungslosigkeit " in bezug von Antibiotika möchte ich folgende Bemerkungen hinzufügen .


    Bei einem sehr guten Bekannten , Milchviehbauer u.a. Bullenmäster und ein Schweine - Halter habe ich durch einen Zufall , Einblick in seinen im Stall eingebauten Medikamentenschrank bekommen .

    Im ersten Moment hatte ich gedacht er betreibt einen Großhandel mit den Medikamenten , aber nein , er erklärte mir fast jedes seiner Jungtiere wird mit Antibiotika manchmal sogar mehrfach behandelt . ( Auch Alttiere gegen Husten usw. )

    Frage : Wie bekommst Du diese Medikamente ? Antwort: Gegen Geld bekommst Du alles .

    U.a. die teuren Wurmspritzen die mein Kater in der Tierarztpraxis bekam , habe ich dann auch für ein Bruchteil der Summe bekommen .

    Gruß

  • Sailor, sei mir nicht böse - aber alleine Deine Ausführungen zu Antibiotika in der LW zeigen bereits Deine Ahnungslosigkeit!

    Ich bin nicht böse, würde aber in meiner offensichtlichen Ahnungslosigkeit gerne aufgeklärt werden. Deshalb meine Frage: Kannst Du mir als offensichtlich "Ahnungsvoller" versichern, dass Reserve-Antibiotika NIEMALS, also unter absolut gar keinen Umständen (auch nicht in Ausnahmefällen, z.B. beim Auftreten einer für die Tiere gefährlichen Krankheit in einer Massentierhaltung) in der landwirtschaftlichen Tiermedizin eingesetzt werden?


    Oder wenn doch, dass es sich dann um seltene Einzelfälle handelt, in denen kriminelle Akteure trotz Verbot sich derartige Medikamente z.B. auf dem Schwarzmarkt verschaffen und dann an ihre Tiere verfüttern? Und dass in solchen Fällen, wenn es aufkommt, alle Beteiligten (ggf. einschließlich Tierarzt) wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschenleben in den Knast gehen?


    Wenn das so sein sollte, nehme ich meine Aussage mit einer Entschuldigung zurück. Ansonsten - sei mir nicht böse - bleibt sie stehen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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  • 1. Alles was legal ist, d.h. was für die Tiermedizin staatlich zugelassen ist, kann auch eingesetzt werden. Im Gegensatz zur Humanmedizin wird aber ein Antibiogramm verlangt - man schießt eben nicht ins Blaue


    2. Die Apotheke von Tierärzten wird mit Sicherheit häufiger und umfangreicher kontrolliert als von Humanmedizinern - u.a. Abgleich der Daten beim Tierarzt und beim Landwirt. Inkl. Datenbank die sehr zeitnah geführt werden muss und keine Abgabe ohne dazugehörigen Beleg. Nicht wie im Humanbereich mal eben eine Probepackung vom Vertreter verschrieben / verschenkt


    3. Der Begriff "Reserve-Antibiotika" suggeriert etwas, was damit gar nicht gemeint ist. Es sind vielmehr Antibiotika damit gemeint, welche man normal beim Menschen aufgrund der extremen Nebenwirkungen nicht einsetzt.

    "Als Reserveantibiotikum (engl. antibiotics of last resort oder drugs of last resort) werden Antibiotika bezeichnet, die für einen Einsatz mit strenger Indikation vorgesehen sind. Ein Grund für diese Einschränkung sind schwere Nebenwirkungen..."

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Reserveantibiotikum


    4. Der Wirkstoff, der in dem Zusammenhang am häufigsten genannt wird und -soweit ich weiß - auch noch in der Tiermedizin eingesetzt wird ist COLISTIN.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Colistin

    Dieser Wirkstoff ist mittlerweile fast 60 Jahre alt und wurde im Humanbereich aufgrund der starken Nierenschäden seit Jahrzehnten nicht mehr eingesetzt. Bei Tieren ist es ein Mittel gegen Durchfälle durch Coli-Bakterien und wurde sehr häufig gerade bei Jungtieren benutzt.


    5. Der Treppenwitz bei der Sache ist, das genau dieser häufig in der Tiermedizin verwendete Wirkstoff plötzlich als Rettungsanker für resistente Bakterien beim Menschen entdeckt wurde und seit 2012 wieder zugelassen ist - unter hohen Auflagen! Seitdem firmiert der Stoff plötzlich unter dem Begriff "Reserveantibiotika" und wird der Landwirtschaft um die Ohren gehauen.


    Daher kann ich Deine (Fang-)Frage" nicht verneinen! Weil es einfach so ist, das der Begriff von interessierten politischen Kreisen "gekapert" wurde! Und wie unter 1. erwähnt, haben auch Tiere ein Recht (Tierschutzgesetz!!!) darauf, bei Krankheit angemessen mit allen legal zur Verfügung stehenden Mitteln behandelt zu werden. Nicht mehr und nicht weniger.


    Und jetzt erzähl mir bloß nichts über MRSA usw., da ich in der Materie für einen Laien relativ fit bin, weil meine damalige Freundin in dem Bereich ihre Doktorarbeit gemacht hat. Mich nerven einfach diese (verdeckten) Anwürfe ohne wirkliche Ahnung der Materie - nicht nur - aber hauptsächlich im Bereich der Landwirtschaft!

  • @ Sailor, schade das ich deinem Beitrag Nr. 12 nicht mehr als einen Daumen hoch geben kann. Dem Stimme ich zu 100% zu!


    Und wie unter 1. erwähnt, haben auch Tiere ein Recht (Tierschutzgesetz!!!) darauf, bei Krankheit angemessen mit allen legal zur Verfügung stehenden Mitteln behandelt zu werden. Nicht mehr und nicht weniger.

    Wäre es nicht eine Super Idee die Massentierhaltung abzuschaffen, das wäre Tierschutz. Und dadurch würden auch nicht so viele Tiere krank werden, was wiederum zu weniger Antibiotika führen würde.


    Die Kleinbauern profitieren sicher von einer umstellung auf Bio. Die Großbauern, haben sicher aufgrund ihrer größe nicht das Problem zu verarmen.


    In meiner nähe gibt es eine konventionelle Schweinemastanlage, der Landwirt hat mir mal erzählt das er täglich einen LKW Futter bekommt. Nun kommt dieser aus Holland (Schiffscontainer), da es pro LKW 6000 € günstiger ist als das Futter regional (bis 300 km) zu kaufen. Es ist aber nicht so als hätte er vor diesem Lieferantenwechsel keine Schwarzen Zahlen geschrieben. Wenn ich das aufs Jahr hochrechne ist bestimmt der ein oder andere Euro für ökologische Landwirtschaft übrig.


    Solardachs, du verwendest sehr oft das Wort ahnungslos in diesem Beitrag. Wie kommst du eigentlich darauf das alle Quellen und Statistiken, außer denen die du nennst, Propaganda und Fake News sind?

  • Beweise mir das Gegenteil, dann diskutiere ich mit Dir!


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=408386


    Ach ja, zu deiner Futterrechnung:

    Teures deutsches Schweinefutter kostet ca. 30,- € je 100kg - ein LKW kann etwa 250 dt laden

    30 x 250 = 7500,- Euro je LKW abzg. 6000,- Ersparnis für das billige Futter = 1500,- Euro je LKW


    Kannst Du mir da mal eine Adresse geben? Oder soll ich es unter Fake News abhacken... :cursing:


    Genau das meine ich - viel Meinung aber wenig Ahnung! Aber diese fleißig verbreiten <X

  • Wenn sich alle Beteiligten die Mühe machen würden, nicht nur schnell Angriffe und Behauptungen zu posten, sondern sich Zeit nehmen, ihre Meinung fundiert untermauert und verständlich dargelegt in einen Beitrag zu gießen, wie es z.B. sailor773 getan hat, wäre die Diskussion wesentlich fruchtbarer. :thankyou: