Volksentscheid in Bayern für Artenvielfalt: "Rettet die Bienen!"

  • Richtig!

    Der Bezirk Niederbayern betreibt einige (Bezirks-)Kliniken, spezielle Schulen (z.B. Gehörlose) und hat einen nicht unerheblichen Verwaltungsapparat in Landshut am laufen - hier wurde aufgrund der Kosten die "Bio-Schiene" abgelehnt.

    Wenn nicht einmal der Staat - aber der Verbraucher soll! Heuchler!!!

  • Das ist ja die eigentliche Krux an der Sache:

    Man subventioniert den Anbau / Erzeugung über massive (zusätzliche!) Fördermittel des Landes und soll dann das fertige Produkt nochmals subventionieren?


    Der Gedanke von Bio (+ Direktvermarktung) vor Ort war eigentlich ursprünglich, daß man für ein landwirtschaftliches Produkt einen kostendeckenden Preis am Markt erlösen kann. Hiervon entfernt man sich immer weiter - seit dem Einstieg der Discounter geht auch diese "Nische" den Bach runter. Billig ist die Devise...

  • Ach, seid wann bist ausgerechnet du dagegen das die (arme) Landwirtschaft subventioniert wird?


    Solange Bio nicht flächendeckend angeboten werden kann über Direktvermarktung, was in Großstädten schwierig wird, ist das Angebot im Supermarkt meiner Meinung nach gut. Ansonsten könnten nur die Landleute Bio kaufen, wer will schon 50 km in Richtung A für die Milch und dann 50 km in Richtung B für den Salat? Das wäre Ökologisch ein Drama! Die Bio Landwirte müssen sich halt überlegen zu welchem Preis sie Ihre Produkte dem Supermarkt anbieten. Im Zweifelsfall hat der Supermarkt dann halt kein Bio Sortiment. Oder wird man nun schon zum Verkaufen gezwungen?

  • Zur Subvention:

    Wenn Du KWK-Bonus kassierst, würde ich den Ball schön flach halten! Ich fahre nämlich ohne...


    Zur Bio: Grau ist alle Theorie!


    Dann kommen die Bio-Tomaten eben aus Spanien, die Äpfel per Flugzeug aus Neuseeland und das Bio-Getreide aus der Ukraine.

    Speziell im letzen Fall ist die Rückverfolgbarkeit ganz super - aber Hautsache auf dem Lieferschein steht das richtige...


    Und ich weiß nicht, wie weltfremd Du bist - der Supermarkt sagt zur Molkerei / Schlachterei / Bäckerei usw. was er zahlen will. Da die vier Branchenriesen knapp 2/3 des Lebensmittelhandels unter sich aufteilen, kannst ja mal versuchen zu verhandeln...


    Ansonsten kannst dann den gebotenen Preis nehmen oder auch nicht - im letzten Fall wirst Du aus dem Sortiment geschmissen und es findet sich schon ein anderer (notfalls aus dem Ausland)

  • Wenn Du KWK-Bonus kassierst, würde ich den Ball schön flach halten! Ich fahre nämlich ohne...

    Also

    1. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

    2. Weshalb fährst du ohne?

    3. Ich bekomme keine KWK Zulage!


    Wie wäre es mit Einfuhrzöllen?

    Nun wenn sich die Biobauern nicht gegenseitig den Preis drücken und es Zölle gäbe, wäre das Verhandeln einfach. Entweder vernünftiger Preis oder ich vermarkte selbst...

  • Das Hauptproblem ist doch, das in Deutschland alles immer so billig wie möglich sein muss. Wer mal in Norwegen im Supermarkt war, wird nur mit den Ohren wackeln. Gut, die müssen viel importieren. Aber meine Blaubeeren kommen auch aus Chile.

  • Vielleicht sollten manche mal den folgenden Artikel lesen - der stammt aus keiner Fachzeitschrift und ist somit unverdächtig!


    https://www.bz-berlin.de/welt/…als-alle-satt-machen-wird


    Die etwas naive Vorstellung von den Möglichkeiten der Bio-Landwirtschaft sind ja auch hier im Forum klar erkennbar. Alleine die Relation der z.Z. für Deutschland benötigten Agrarfläche zur tatsächlich vorhanden (Faktor ca. 2:1) zeigt ja das "Potenzial" für eine Extensivierung. Bei uns blüht dann die Blumenwiese und die Lebensmittel kommen dann sonst wo her.

    Aus den Augen - aus dem Sinn!

  • Bei dem Teil was das für Berlin (Umland) bedeuten würde schreibt er aber nicht besonders geistreich. Z. B: steht da dann etwas über die Menge an Gülle und Nitrat wenn wir alle auf Bio umstellen würden... Nun war mir nicht klar das Bioschweine mehr ausscheiden als nicht Bio Schweine.


    Er spricht aber auch korrekt andere Probleme an, z. B. als es um die Energieproduktion geht, und um Versiegelte Flächen. Wobei hier schon die Frage ist ob man Freiland PV nicht verbietet, es gibt ja noch genug freie Dächer... Der Anbau von Biosprit ist sicher auch fragwürdig, hier gab es aber auch schon Vorschläge z. B. den PV Überschuss für P2G zu verwenden...


    Sicher ist die Landwirtschaft nicht allein das Problem, und sicher ist das Volksbegehren auch nur ein Anfang und es gibt noch viele weiter Stellen an denen man arbeiten muss, aber ein Anfang ist (bei den Landwirten) gemacht.


    Alles in allem ist der Bericht gut, wenn auch in manchen Punkten mit einer sehr schwachen Argumentationskette.

  • Dur wirst überrascht sein, aber das Bio-Schwein scheixxt tatsächlich mehr als das "normale" Schwein! Genau wie die Bio-Kuh mehr Methan produziert als die "übliche" Kuh.


    Weil das Bio-Schwein um ca. 30 Tage länger im Stall steht bis es das gleiche Gewicht hat und die Bio-Kuh im Durchschnitt weniger Milch gibt.

    Da kommen dann so Faktoren wie "Erhaltungsbedarf" und "Grundumsatz" ins Spiel und umgerechnet auf das Kilo Fleisch oder den Liter Milch steht dann plötzlich ganz unerwartet jemand anderer in der bösen Ecke...

    Genau wie bei Getreide / Obst / Gemüse der Flächenverbrauch je Produkt bei Bio schlechter ist, müsste man auch den Düngereinsatz bzw. die Emission nicht je Hektar betrachten, sondern je Produkteinheit.


    In der Debatte wird oft etwas abenteuerlich argumentiert. Das wäre so - um wieder bei BHKW zu landen - wenn man sagt:

    Das EcoPower 1.0 ist bio und umweltfreundlicher weil es weniger "Sprit" verbraucht als der Dachs.

  • Wenn Du glaubst, das H2 fällt vom Himmel - ja dann würde der Vergleich tatsächlich hinken!


    Da aber beide mit normalen Erdgas aus der gleichen Leitung betrieben werden, stimmt der Vergleich. Bei einem der Beiden steht nur auf der Rechnung „Bio-Erdgas“...

  • Ok war ungünstig gewählt, ein Erdgas BHKW der 1kw Klasse und ein Heizöl BHKW der 2 kw Klasse sollten besser passen. Aber das ganze ist gerade ja nicht relevant. Warten wir doch einmal den Gesetzentwurf ab und diskutieren dann den.

  • Für die "30%-Zwangs-Bio-Freaks" eine hervorragende Reportage des ORF:



    Am interessantesten finde ich die Aussage, daß Bio-Produkte höchstens 25% mehr als konventionelle kosten dürfen - ansonsten bleiben die liegen.

    Das heißt für Landwirte mit nur noch halben Flächenertrag (Bio) dann vollständige Abhängigkeit von staatlichen Zusatzzahlungen! Soviel zum Thema Bio in der Marktwirtschaft...

  • Ein Liter Milch bei Netto 0,62 €

    ein Liter Bio Milch Demeter bei Teegut 1,69 €

    ein Liter Bio Milch beim Biohof im nächsten Dorf (Direktvermarktung) 1,00 €


    I.d.R. kauf ich beim Bauern direkt, manchmal lohnt sich der weg aber nicht wenn man nur eine Flasche braucht...

    Dennoch Teegut hat die Milch seid Jahren im Programm und das wäre wohl nicht so wenn er sie nicht verkaufen könnte, und das obwohl sie über 170% teurer ist als die billige Konventionelle alternative.


    Ich mach mir jetzt nicht die Mühe das für jedes Produkt rauszusuchen, aber grundsätzlich stimmt die Aussage mit den 25% zumindest nicht immer!


    Ach ja und bei dem Biohof bei dem ich kaufe, (Milchpreis 1 €) laufen die Hühner noch frei, und die Kühe haben 3x soviel Platz wie es der Bio Standard fordert und die Kälber bekommen die Milch der Mütter, bei denen sie auch aufwachsen dürfen! Hier werden die alten Milchkühe auch geschlachtet und so das ganze Produkt Tier verwertet.


    Bei mir in der nähe Arbeiten z. B. 3 Biohöfe zusammen so das jeder die Produkte des anderen mitverkauft. Und bei uns im Dorf gibt es eine Halle in der die ganzen Anbaugeräte für Traktoren stehen, hier haben sich Bauern zusammengeschlossen um teure Geräte zu kaufen, so können auch viele Kleinbauern wettbewerbsfähig sein. Egal ob Bio oder nicht die Kleinen müssen sich Regional zusammenschließen! Man muss als Kleinbauer halt auch nach Lösungen suchen, z. B. einen Verband gründen anstatt nur zu jammern, das wird auch im Film deutlich, wenn einer nicht ausreichend Äpfel liefern kann muss er sich mit anderen zusammentun um diese Menge liefern zu können. Dieser Logik folgend braucht es also mehr Kleinbauern die sich zusammenschließen, wenn einer davon aufgibt verschärft das nur das Problem für die anderen.