Volksentscheid in Bayern für Artenvielfalt: "Rettet die Bienen!"

  • Dann definiere einmal "Massentierhaltung" - mehr als 2 / 20 / 200 / 2000 / ... für Kühe / Schweine / Hühner! Wenn

    Wikipedia schreibt dazu zum Beispiel:

    Der Begriff „Massentierhaltung“ wurde 1970 vom Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek gegen die Käfighaltung von Legehennen eingeführt.

    Er etablierte sich in Deutschland, nachdem 1975 die Verordnung zum Schutz gegen die Gefährdung durch Viehseuchen bei der Haltung von Schweinebeständen mit der Kurzbezeichnung Massentierhaltungs-VO, erlassen wurde, die damals für Bestände ab 1.250 Schweinen galt.

    ...

    Das deutsche Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung von 2013 nennt bei Intensivhaltung als Grenzwert 40.000 Plätze für Geflügel, 3.000 Plätze für Mastschweine (über 30 kg) und 900 Plätze für Sauen. Die Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen enthält in Ziffer 7 sehr differenzierte Grenzwerte im Rahmen der Genehmigung, wobei nach Art der Haltung (Aufzucht, Mast, sonstige Haltung) unterschieden wird. So ist eine Genehmigung in der Fassung von 2017 bereits ab 560 Sauenplätzen erforderlich.

    Rinder werden hier nicht erwähnt, aber rechnet man die Zahlen aus der UVP-VO nach GVE um, so käme eine Größenordnung von 500 Rindern heraus. Die im Link erwähnte VO über genehmigungsbedürftige Anlagen kenne ich nicht, aber die dort erwähnten Zahlen sind vielleicht ebenfalls brauchbar.

    Jetzt wäre nur interessant, welche (seriöse) Quelle Du für diese Behauptungen hast?

    Jedenfalls wurde die Anwendung von antibiotischen Leistungsförderern 2006 in Europa verboten, um Resistenzbildungen aus dieser Quelle auszuschließen. Der Einsatz von "Human"-Antibiotika als Leistungsförderer wurde bereits in den 1990er Jahren verboten. Davor war er also erlaubt. Zahlen dafür sind extrem schwer zu finden. In dieser Veröffentlichung fand ich nur die Angabe, dass in der (damaligen) EU der Einsatz antibiotischer Leistungsförderer im Jahr 1997 bei 1.600 Tonnen lag und bis 1999 auf 786 Tonnen zurückging. Auch 1997 waren sie größtenteils bereits verboten, nur Restbestände durften noch aufgebraucht werden. Wieviel vorher verwendet wurde, habe ich nicht gefunden, aber weniger war's bestimmt nicht. Gleichzeitig ging übrigens in nur zwei Jahren der Verbrauch an "therapeutischen" Antibiotika in der Tierhaltung von 3.500 t auf 3.900 t hoch: Ein Schelm, der Böses dabei denkt...


    Richtig ist auch, dass der Verbrauch an humantherapeutischen Antibiotika in der EU 1999 um 8.500 t lag. Jetzt müsste man also herausfinden, ob sich resistente Keime mehr dadurch gebildet haben, dass Antibiotika aus der Humanmedizin in diesen Menschen solche Stämme "gezüchtet" haben, oder vielleicht doch dadurch, dass damals jedermann vor allem im Hähnchenfleisch ständig "Leistungsförderer" zu sich genommen hat. ("Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald"...)

    Und dann zeige mir bitte Quellen, die Subventionen an Tierhaltung gebunden liefern!

    Hab' ich das behauptet? Ich habe nur behauptet, dass alle diese Betriebe Subventionen bekommen, und zwar jede Menge. Wie sich die genau errechnen, spielt doch keine Rolle. (Wenn es nach mir ginge, würden Subventionen sowieso ab einer gewissen Betriebsgröße ausschließlich für Leistungen im Umwelt- oder Landschaftsschutz bezahlt, soweit diese über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausgehen.)

    Aber ich hab' jetzt keinen Bock mehr, im Internet herauszusuchen, welches z.B. die 100 größten Subventionsempfänger sind und wie viel Tiere sie in wie großen Ställen und auf wie viel Hektar halten.

    Wenn ich mit Dir diskutiere, dann will ich wissen

    Ich sag' Dir was: Musst Du nicht. Diese Recherchen sind zwar interessant, aber machen auch einen Haufen Arbeit. Und eine Doktorarbeit hab' ich schon mal gemacht, das brauch' ich jetzt nicht mehr. Ich werde Dich nicht überzeugen und Du wirst mich nicht überzeugen, und außer uns beiden ist hier schon längst keiner mehr aktiv. Außerdem ist das Antibiotika-Thema nur ein Seitenaspekt: Eigentlich ging es ja hier mal um ein Volksbegehren zum Artenschutz, und ganz eigentlich sind wir hier im BHKW-Forum. Deswegen darf ich mich jetzt aus diesem Thread zurückziehen.


    Wir werden sehen, was die Zeit bringt. Ich hoffe, dass das Volksbegehren durchgeht und hoffe auch (gegen jede Erfahrung), dass unsere bayerische Regierungsmehrheit das Licht sieht und ihren Gegen-Entwurf nicht von der Agrarlobby erarbeiten lässt, sondern von Wissenschaftlern (gerne auch aus dem Agrarbereich) und den Spezialisten in den einschlägigen Ministerien, insbesondere dem Umweltministerium.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Siehst Du, jetzt kommen wir auf eine sachliche Ebene! Und Du hast Recht, wir sind hier eigentlich in einem BHKW Forum - trotzdem wurden auch hier BEHAUPTUNGEN über die Landwirtschaft aufgestellt, die entweder schlichtweg falsch, unbewiesen oder sogar boshaft sind.


    In einem Deiner letzten Beiträge hast Du ja geschrieben:

    "Dass die Hauptverantwortung dafür, dass wir den Schlamassel (=Resistenzen) haben, dem Antibiotika-Missbrauch in der Tierzucht in der zweiten Hälfte des 20. Jh. zukommt, ist wohl unbestritten."

    Jetzt schreibst Du selbst:

    "Jetzt müsste man also herausfinden, ob sich resistente Keime mehr dadurch..."


    Und genau das ärgert mich! Es werden Behauptungen gegen die Landwirtschaft in die Welt gesetzt - übrigens wie beim Insektensterben - die durch NICHTS belegt sind. Sogar die Krefelder Insektenforscher mussten als Schlussfolgerung schreiben, daß man nichts über den Auslöser des Rückgangs weiß. Die Untersuchung fand ja in einem Naturschutzgebiet statt - ganz ohne Landwirtschaft. Am Anfang der Insektenschwund-Untersuchung war es übrigens noch landwirtschaftlich genutzt, jetzt könnte man auf die Idee kommen...:evil:


    Ich kann Dich übrigens noch in einer anderen Sache beruhigen. Die von Dir genannten Grenzen für eine UVP werden in Bayern nur von einem Bruchteil der Betriebe erreicht. Aber in den Augen von einigen hirnlosen Landwirtschaftsgegner ist plötzlich der Familienbetrieb mit 500 Mastschweinen ein Massentierhalter!


    Und die größten Subventionsempfänger sind mit Sicherheit reine Ackerbaubetriebe! Weil es Subvention nur für die Fläche gibt (im Bio-Bereich übrigens etwa das doppelte - soviel zum "Markt") und es sich kein vernünftiger Mensch antut jeden Tag in den Stell zu rennen, wenn er aufgrund genügend Fläche auch so sein Einkommen generieren kann und arbeitsmäßig ausgelastet ist.


    Mehr schreibe ich jetzt hier auch nicht mehr zu dem Thema, weil ich es leid bin, ständig falsche Behauptungen in die faktenbasierte Richtung zu drehen.

  • Aber in den Augen von einigen hirnlosen Landwirtschaftsgegner ist plötzlich der Familienbetrieb mit 500 Mastschweinen ein Massentierhalter!

    Was ist denn ein Landwirtschaftsgegner? Wo soll ohne Landwirtschaft das essen herkommen? Für mich ist der Unterschied zwischen Massentierhalter und nicht Massentierhalter auch wie viel Platz dem jeweiligen Tier zur verfügung steht. Also ob ich auf 100 qm 5 oder 50 Tiere halte. Die Anzahl der Tiere allein definiert für mich lediglich die Betriebsgröße.

    und es sich kein vernünftiger Mensch antut jeden Tag in den Stell zu rennen, wenn er aufgrund genügend Fläche auch so sein Einkommen generieren kann und arbeitsmäßig ausgelastet ist.

    Die Ställe in der Massentierhaltung sind doch weitestgehend automatisiert, vieviel Zeit muss man da denn täglich investieren?


    Ich denke es geht einfach darum die Welt etwas besser zu machen, in der Geschichte wurde immer wieder neues erst Hochgelobt und später als Fehler betrachtet. Dafür gibt es genug Beispiele, Atomkraft, BPA, Asbest, ... es geht einfach darum das der Vernünftige Umgang mit allem wichtiger ist als die Gewinnmaximierung. Und so wie Deutschland vorreiter bei AKWs ist kann es das konservative Bayern bei der Landwirtschaft sein. Selbstverständlich gehört aber auch ein umdenken in der restlichen Bevölkerung dazu.


    Ich denke auch es wurde ausreichend über das für und wieder diskutiert so das sich unvoreingenommene Leser selbst eine Meinung bilden können. Deshalb ist es wohl nicht erforderlich noch mehr Zeit und Mühe hier reinzustecken.

  • Die Initiatoren des Volksbegehrens erkennen nun selbst, daß viele Forderungen schlichtweg schwachsinnig sind!


    Aber man hofft, daß es wer anderer richten kann - so kann man es zusammenfassen.

    https://www.topagrar.com/suedp…-fast-alles-10322726.html

    Wer der Quelle nicht traut, kann sich ja in der Mediathek des BR die "Münchner Runde" zu Gemüte führen, da hört man dann die Originalaussagen...


    Da bringt man einen Gesetzvorschlag auf den Weg, der wenn es blöd läuft (Volksbegehren + -entscheid) UNVERÄNDERT umgesetzt werden MUSS.

    Aber eigentlich ist man sich selbst bewußt, daß er nicht praktikabel ist...


    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - Wohlstand führt zu Dummheit - jetzt weiß ich was dieser alte Spruch bedeutet!

  • Ich empfehle jedem sich das selbst anzusehen, denn diese Zusammenfassung ist keine.


    Im grunde sind sich alle einig, es muss etwas getan werden. Bauernverband kritisiert größtenteils das die Ausgleichszahlungen wegfallen wenn aus dem freiwilligen Blühstreifen eine Pflicht wird. Die Kritik am Gesetzentwurf besteht eigentlich nur aus dem Termin fürs Walzen und die Verfasser erklären auch kurz wieso man nicht darauf eingehen konnte wie der Markt für mehr Bio geschaffen werden könnte. All diese Punkte werden sicher noch verändert, bzw. verfeinert bis es zum Volksentscheid kommt. Es gibt nun mal diese engen Rahmenbedingungen für ein Volksbegehren die man einhalten muss und daraus jetzt einen Strick zu drehen ist ungerecht.


    Selbstverständlich muss noch mehr getan werden, aber es ist immerhin ein Anfang! Betrachtet man das schon viele Insekten ausgestorben sind ist es nicht erst 5 vor 12 sondern eigentlich schon zu spät. Die bisherigen Blühstreifen waren also nicht ausreichend. Bzgl. der Bienen sollte man auf den unterschied zwischen Zucht und Wildbiene achten.


    Ach ja und es wird nebenbei erwähnt das vieles was in Bayern freiwillig ist in anderen Bundesländern schon Pflicht ist.

  • Stimmt schon der Verfasser kann es nicht ändern. Aber kann das Landesparlament nicht eine alternative zur Abstimmung anbieten? Die muss ja beim Volksentscheid nur mehr Stimmen bekommen... Also liegt es am Landesparlament einen besseren Entwurf anzubieten. Der Bürger entscheidet dann welcher Gesetzesentwurf ihm besser erscheint.


    Vielleicht sollte man etwas freundlicher sein und nicht mit aller Gewalt versuchen seine Meinung zu untermauern, was dann aber oft nach hinten losgeht...

  • Zu dem Populisten mit seinen alternativen Fakten im Video eine kurze Zusammenfassung von Wikipedia:

    Zitat

    Greenpeace, den BUND und Foodwatch bezeichnet Pollmer als Spendensammlerorganisationen, denen es „nicht um Gesundheit gehe, sondern um Gesundheitssymbole, die dafür gut sind, um an Spenden oder Geld vom Staat zu kommen.“ Die Medien beförderten diesen Zusammenhang. Das Internet sei „wie eine Güllegrube mit Desinformation gefüllt, aus denen dann Hunderttausende ihr Wissen saugen.“


    Ernährungswissenschaftler seien sich hingegen einig, dass Produkte aus dem vollen Korn wertvolle Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine liefern und sich daher positiv auf die Gesundheit auswirken würden. Hans Hauner, Professor und Leiter der Klinik für Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München, kritisiert Pollmers Buch „Wer gesund isst, stirbt früher“ als „plakativ und medienwirksam“, der Titel habe aber „mit der Realität nichts zu tun“. Vollkornprodukte seien entgegen der Behauptung von Pollmer gesund. Auch die Aussage, Diäten und Sport seien bei Übergewicht meist wirkungslos, sei zu undifferenziert.

    Das Anschauen von dessen "undifferenziertem" Geschwätz kann man sich folglich direkt sparen... "Kommentare sind für dieses Video deaktiviert." Sagt auch direkt alles. ;) Zu den im Video verbreiteten Unwahrheiten und aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen und Fakten, die sinnentstellend nach Lust und Laune arrangiert werden, liest man besser eine objektive Zusammenfassung: https://de.wikipedia.org/wiki/Bienensterben


    Großartig sind aber auch die anderen Videos auf dem Kanal: "Tödliche Wasservergiftungen" oder "Veganer lassen Tiere töten: Wenn Mäuse fürs Müsli grausam sterben". Vielleicht kommt nächste Woche was zum Rubbeln am heilenden Rosenquarz? :popcorn:

    Man achte darauf, dass der BHKW-Lieferant nicht gegen § 312 StGB verstößt. :neo:

  • Greenpeace, den BUND und Foodwatch bezeichnet Pollmer als Spendensammlerorganisationen, denen es „nicht um Gesundheit gehe, sondern um Gesundheitssymbole, die dafür gut sind, um an Spenden oder Geld vom Staat zu kommen.“ Die Medien beförderten diesen Zusammenhang. Das Internet sei „wie eine Güllegrube mit Desinformation gefüllt, aus denen dann Hunderttausende ihr Wissen saugen.“


    Was ist daran falsch? Schau Dir doch mal die Spendenaufkommen UND die Verwendung an - gibt es teilweise öffentlich einsehbar.

    Rede doch mal mit einem Arzt, wieviele Menschen mittlerweile eine bessere Diagnose stellen können als derjenige der den Heilberuf gelernt hat...

    Internetteilwissen - ohne Hintergrundwissen - kann hier sogar richtig gefährlich sein!


    Interessant ist ja auch Deine einleitende Bezeichnung "Populist". Das heißt dann praktisch, jeder der eine andere Meinung vertritt als die "Mehrheitsmeinung" ist automatisch ein Populist - egal ob er die sogar mit Fakten untermauern kann?

    Tolles Verständnis von Meinungsfreiheit...


    Ebenfalls ein Populist:


  • Ein bisschen Fanatisch bist du aber schon...


    Die Menschheit war noch nie auf dem Mond, ich kann es beweisen... Muss nur schnell mal nachsehen wie die Leute alle hießen die das schon behauptet haben... ist ja egal ob sie hirnrissig argumentieren oder nicht...


    Und was ist jetzt aus deiner Pankimache geworden, der Landtag setzt sich mit Bienenschützern und Landwirten zusammen um beide (Bienen und Landwirte) zu retten :) es wird also ein neuer Gesetzentwurf verfasst, und wenn dieser sinnvoller ist als der ursprüngliche, dann wird wohl der zum Gesetz! Nix mit der Schwachsinn wird sofort zum Gesetz erklärt!

  • Biotop und Brachland daran mangelt es, Monokultur und Spritzmittel das sind die Probleme. Das ist die Kernaussage deines 2. Videolinks. Nun der Mann vertritt die Meinung das eine Blühwiese in Monokultur nicht das richtige ist, da stimme ich ihm auch voll und ganz zu. Aber im Grunde sagt er doch Monokultur und Spritzmittel das sind die Probleme und da gehört nun mal die Landwirtschaft eindeutig mit dazu, also ist es auch richtig das dort etwas getan wird. Das Deutschland verwaldet, davor hab ich eher keine Angst, das bekommen wir z. B. durch Schädlinge wie Borkenkärfer und ein deshalb reforderliches ausdünnen im Wald bestimmt auch ohne Volksbegeheren hin.


    Aber gut wenn das in deinem Interesse ist bitte die Landwirtschaft schafft die Monokultur ab, jeder 2. Acker wird 1/2 Brachland 1/2 Blühwiese...




    Ok du hast geschrieben wenn es blöd läuft, aber suggeriert hat es schon das du davon ausgehtst das es so kommen könnte. Und das war und ist absurd.


    Textverständnis ist mittlerweile ein großes Problem in der Schule!

    Eben aufgrund solcher Aussagen die unfreundlich und beleidigend sind ziehe ich mich hier zurück. Nicht das du denkst ich wäre plötzlich von dir Überzeugt worden und würde deshalb nichts mehr hier schreiben.

  • Was ist daran absurd?

    Der Landtag wird es vermutlich nicht übernehmen.

    Dann gibt es einen Gegenvorschlag.

    Das heißt es stehen zwei Vorschläge zur Auswahl für einen Volksentscheid.

    Du kannst jetzt schon sagen, welcher dann angenommen wird?


    Wie gesagt, wenn es blöd läuft muss er UNVERÄNDERT (so lautet das bayerische Gesetz) als Gesetz übernommen werden...


    Und genau das sagt er eben nicht! Er sagt das die Ursachen "multifaktoriell" sind und nicht nur der Landwirtschaft in die Schuhe geschoben werden können! Viele der heute bewaldeten Flächen sind z.B. in Staatsbesitz und wurden eben aufgeforstet.

  • Also gut.


    Wenn der Landtag sich denn nicht zu sehr vom Bauernverband beeinflussen lässt und die Vorlage sinnvoller macht wird sie sicher bei der Abstimmung gewinnen, es darf halt nur nicht alles was mit Landwirtschaft zusammenhängt entfernt werden...


    Nachdem die Landwirtschaft 50 % der Fläche ausmacht ist der Gesetzentwurf schon mal ein guter Anfang mit dem man den prozentual größten Anteil verbessern kann.


    Vielleicht wird demnächst ja auch noch ein Volksbegehren Bayrischer Staatsforst ins leben gerufen und die Umwandlung in mehrere kleinere Teile Brachland festgeschrieben, vielleicht werden auch noch Parkplätze zu Tiefgaragen oder die Dächer von Parkhäusern so umgestaltet das sie zu Lebensraum werden. Da hat ja keiner was dagegen, nur kann man doch nicht das aktuelle Volksbgehren an den Pranger stellen weil es sich fast ausschließlich an den größten Verursacher wendet. Es ist doch nur vernünftig beim größten Problem anzufangen anstatt erst alle kleineren anzugehen, dadurch würde das gewünschte positive Ergebniss nur zu einem viel späteren Zeitpunkt eintreten.

  • Das ist ja gerade der - verzeih - Bullshit, daß die Landwirtschaft der größte Verursacher sei! Das wird zwar gerne behauptet, ist aber gänzlich unbewiesen! Ist ja so einfach, weil wir ja die meiste Fläche haben....

    Und es gibt gute Fakten die sogar dagegen sprechen.


    Die Zahlen sind jetzt für ganz Deutschland, da leichter ermittelbar:


    - Bestand an KfZ seit 1990 ein Plus von über 50%

    - Fahrleistung je KfZ in dieser Zeit leicht gestiegen = 622 Mrd Kilometer Abgas / Feinstaub / Bremsenabrieb / Tiertötung Hirsch bis Mücke

    - Siedlungs- u. Verkehrsfläche in dem Zeitraum + 25% = fast 10.000 km2 ( Niederbayern hat 10330 km2) die geteert u. betoniert wurden

    - Zunahme Mobilfunk (nachweislich Einfluss auf Bienen - daher vermutlich auch auf andere Insekten/Tiere) prozentual nicht vernünftig darstellbar


    - in der LW hat die verfügbare Fläche seit 30 Jahren um fast 20.000 km2 abgenommen (Siedlung / Verkehr / Ausgleich / Naturschutz / Wald)

    - die Tierbestände sind ebenfalls rückläufig - die Bauern werden weniger und größer - über alle Tierarten ca. 30% weniger Bestand

    - noch nie soviel Fläche für Randstreifen / Blühwiesen usw. genutzt wie heute (früher wurde sogar der Straßenrand noch gemäht u. verfüttert)

    - genau diese Straßenränder werden heute aber von den Kommunen gemulcht = Massenmord an Flora u. Fauna


    Ich habe es schon einmal geschrieben, der Ansatz war gut. Ist aber aus ideologischen Gründen versemmelt worden. Weil man einzig u. alleine die LW als Verursacher ausgemacht hat. Alle anderen Faktoren wurden aus (politischen?) Gründen lieber nicht genannt hat.


    Ich finde das folgende Foto zeigt eigentlich sehr gut das Problem - heiliger St. Florian verschon mein Haus, zünd das vom Bauern an!

  • Zugegeben das Bild ist eindrucksvoll, aber wo und wie würdest du ansetzen? Tempolimit auf 10km/h damit kein Insekt mehr an der Scheibe klebt? Die Fahrzeuge sind aber in den 30 jahren auch Sauberer geworden, sollte man auch berücksichtigen.


    Siedlungsflächen müssen zukünftig dann unterirdisch ausgeführt werden?!

    Mobilfunk, naja leider schwer zu vermeiden. Aber ob man jetzt wirklich mitten im Wald auch 5G braucht da bin ich auf deiner Seite...


    Das mähen von Straßenrändern sollte natürlich mit aufgenommen werden in den Gesetzentwurf. Wobei ein Fachmann sich gedanken machen sollte ob hier insgesamt Brachland nicht ggf. Sinnvoller wäre, da bei hohem Grad am Straßenrand sonst wieder mehr Wildunfälle die folge wären.


    Bei der Tierhaltung kann ich dir nicht ganz folgen, du bist gegen Ökologische Landwirtschaft und beschwerst dich nun das es immer mehr immer größere LW Betriebe gibt und die kleinen verschwinden? Ich finde auch das man die kleinen Bauern fördern müsste, und hier ist doch die Umstellung auf Bio ein ganz guter Ansatz. Um den Markt zu generieren wird festgelegt das es nur noch Bio Produkte in allen öffentlichen Kantinen gibt.


    Was ich auch nicht verstehe ist wie die Tierbestände zurückgehen und wir gleichzeitig bei Schweinefleisch Exportweltmeister sind?

  • Mir geht es alleine darum, daß nicht die Landwirtschaft als Hauptverursacher dasteht! Da hat praktisch jeder seine Finger mit drin...


    Ich halte heute einen Vortrag zu dem Thema - könnte Dir gerne die Powerpoint zuschicken.

    Wobei die ohne die mündliche Ausführung auch nur den halben Wert hat...


    Aber nur mal ein paar Punkte zu Deinen Einwänden:

    - Innenstädte veröden und draußen werden große Flächen "erschlossen"

    - die Straßenränder werden nicht gemäht, die werden gemulcht! Da lebt hinterher nichts mehr...

    - wenn man es mähen würde und abfahren, würde der Wuchs innerhalb weniger Jahre stark zurückgehen = Magerwiese


    -Ökologische Landwirtschaft lebt schon heute nicht vom Markt, sondern noch mehr von Subventionen. Da treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus - offenbar will aber kein Konsument die tatsächlichen Produktionskosten zahlen.

    - der durchschnittliche Öko-Vollerwerbsbetrieb hat mehr Fläche als man es wahrhaben will, nichts mit romantischer Hinterhoflandwirtschaft (z.B. Fielmann-Gruppe)


    Dein Vorschlag mit öffentliche Kantinen, wurde gerade vom Bezirkstag in Niederbayern abgelehnt! Zu teuer... :evil:


    Wie kann Deutschland Exportweltmeister im Maschinenbau sein, wir sind doch so ein kleines Land? Stichwort ist nunmal Effizienz...

    Aktuelle Zahlen aus Bayern zu Tierhalter (= Bauern) und Tierzahlen