Angebot für KWK Pelletheizung

  • Hallo zusammen,


    hier habe ich mich vor einigen Jahren schon mal bezüglich KWK mit euch auseinandergesetzt. Die Rahmenbedingungen im Haus sind immer noch dieselben. Hohes Interesse an KWK, allerdings immer noch kein Erdgasanschluss. Und in den nächsten 10 Jahren wird auch ganz sicher kein Erdgas bei uns verlegt.
    Seit 2011 beobachte ich die Entwicklung bei Ökofen, das sind mittlerweile die einzigen KWK Anbieter mit Pellets. Das Ganze ist mittlerweile auch schon aus dem Feldtest raus und wird jetzt ganz normal auf dem Markt angeboten. Also habe ich mich mit Ökofen in Verbindung gesetzt und mir das mal erklären lassen. Der Ökofen Berater war bei mir und hat sich auch darum gekümmert, dass ich von einem Heizungsbauer ein Angebot bekomme.



    Das Angebot enthält:

    • Ökofen Pellematic Condens 5-16KW
    • Stirlingmodul 0,6
    • Systemspeicher 1000l
    • Kaminsanierung
    • Gewebetank
    • Entsorgung Heizöltank
    • Ausbau/Entsorgung alte Heizung
    • Einbau mit allem Zip und Zap


    Der Preis hat mich wahrhaftig aus den Socken gehauen. Insgesamt soll mich das ca. 46.000 EUR kosten. Gut, es kommen noch mal 6900 EUR Förderung weg, dann wäre ich aber immer noch bei etwa 39.000 EUR.
    Ist sowas normal? So kann sich doch ein KWK niemals rentieren. Ist das bei den Erdgasanlagen auch so teuer?


    Gruß
    Jester

  • Für den Ökofen interessiere ich mich auch. Hast du Referenzanlagen gesehen?


    Teuer ist relativ. Kaminsanierung und Entsorgung hast du bei jeder Anlage. Vielleicht den Preis ohne diese Positionen betrachten.

    Mein letzter Dachs lag bei 36000 € Brutto. Da musste ein alter Heizöltank mit 10000 Liter entleert und entsorgt werden. 3500 € wurden für den hydraulischen Abgleich veranschlagt.

  • Für den Ökofen interessiere ich mich auch. Hast du Referenzanlagen gesehen?

    Nein, da hätte ich nach Österreich oder Italien fahren müssen. Aber wenn du bei Ökofen anrufst, können die dir sicherlich einen Termin für eine Besichtigung anbieten. Muss ich aber auch nicht zwangsweise sehen.

    Teuer ist relativ. Kaminsanierung und Entsorgung hast du bei jeder Anlage. Vielleicht den Preis ohne diese Positionen betrachten.

    Mein letzter Dachs lag bei 36000 € Brutto. Da musste ein alter Heizöltank mit 10000 Liter entleert und entsorgt werden. 3500 € wurden für den hydraulischen Abgleich veranschlagt.

    Der Öltank entsorgen ist mit etwa 1700,- EUR veranschlagt. Kaminsanierung liegt bei etwa 2000,- EUR. Macht also den Braten nicht unbedingt fett. Will aber trotzdem bezahlt werden.


    Ganz ehrlich, ich bin ja bereit etwas mehr auszugeben, aber es muss sich auch irgendwann mal amortisieren.

    Ich habe das mal konservativ gerechnet. Ich würde im Monat bei angenommenen Pelletpreisen von 250,- EUR/to und einem Ölpreis von 0,72 EUR/l ca. 720 EUR pro Jahr sparen (je höher der Ölpreis umso höher natürlich die Ersparnis, kann aber auch anders herum gehen). Wenn ich dann noch den produzierten Stom für eine Laufzeit von angenommenen 2500Std/Jahr dazurechne, bin ich bei etwa 1100,- EUR die ich pro Jahr einspare. Dafür brauche ich 36 Jahre um die Investitionskosten wieder drin zu haben. Eine Pelletheizung hat aber nur eine Lebensdauer von 25 Jahren. Und die Zinsen für einen Kredit habe ich da auch noch nicht eingerechnet.


    Ich kann es rechnen wie ich will. Selbst wenn ich es mir schönrechne und pro Jahr eine Laufzeit von 6000 Stunden annehme (keine Ahnung ob das realistisch ist) und pro Jahr insgesamt 1750,- EUR einsparen würde, bin ich immer noch bei fast 23 Jahren bis ich die Investitionskosten wieder drin habe (immer noch ohne Zinsen und auch ohne die höhere Wartung einer Pelletheizung einzurechnen).


    Also für mich ist die Sache mehr oder weniger klar, vorausgesetzt ich habe richtig gerechnet.

    An Deiner Stelle würde ich mal nach einer Flüssiggaslösung Ausschau halten.

    Mal abgesehen davon, dass ich keinen Flüssiggastank im Garten haben will, kann ich mir nicht vorstellen, dass das signifikant güsntiger ist. Trotzdem danke für den Tipp.

  • Ich kenne die Gedanken. Wir planen im Moment auch einen Neubau. Sieht wohl nach Wärmepumpe aus.

    Ganz ehrlich, wenn ich neu bauen würde, dann käme für mich nur eine Wärmepumpe infrage. Ich habe mit auch schon mal ein Angebot für eine Luftpumpe machen lassen, habe aber den Gedanken schnell wieder verworfen, weil es sich für einen Bestandsbau mit normalen Radiatoren einfach nicht rechnet. Zu hohe Vorlauftemperatur. Wenn ich allerdings Fußbodenheizung hätte, hätte ich schon längst eine.

  • Wärmepumpe ist eine schöne sache, jedoch muss man auch gucken wo der Strom herkommt, ist also mit einer Brennstoffzelle gut kombinierbar! Dennoch wenn das E-Auto dazukommt und gelegentlich die Sauna ist ein BHKW in der 5kw Klasse sicher nicht verkehrt, in den Zeiten in denen weder Sauniert noch geladen wird kann die Wärmepumpe sehr effizient laufen. Für den Sommer reicht dann eine PV die die Grundlast deckt, Überschüsse würden eingespeist und zum Laden das BHKW angeschmissen, das in der Zeit das zu speichernde Duschwasser erwärmt. Damit wäre der Ladezeitpunkt von der Sonne unabhängig und man ist flexibel.

  • Wenn man bei einem Neubau die durch die ENEV zwingenden Beheizungsmöglichkeiten sieht und vergleicht, stellt man fest, dass eine Wärmepumpe, egal ob Luft-Wasser oder Sole, der Alternative Gas-Brennwert und Brennstoffzelle in allen nur erdenklichen Belangen unterlegen ist.


    Erstens kostet WP-Strom mittlerweile fast so viel wie Haushaltsstrom. Zweitens erleben die Leute, die neu bauen und keine Ahnung haben, ihr blaues Wunder bei der Auslegung der Wärmepumpe, denn die Hausbaufirma schuldet einen warmen A.... und eben nicht niedrige Energiekosten.


    Die von der WP nicht gelieferte Wärme kommt dann vom Heizstab. Und der läuft auf Haushaltsstrom.


    Wenn jemand baut, dann mit sehr langer Perspektive.... wenn jemand mit dem heutigen Wissen und den jetzt wirklich steigenden Stromkosten (Kohleausstieg) sowie der zwingenden Perspektive E-Mobilität heute nicht an die Eigenstromerzeugung denkt, dann kann man demjenigen nicht mehr helfen.


    Ein Haus ist auch immer ein Wirtschaftsgut. So wie heute Häuser, die Nachtspeicherheizungen haben, Sauerbier sind, werden in spätestens 5 Jahren Häuser, die keinen Strom erzeugen können, Sauerbier sein.

  • Die Frage ist auch was das nachher kostet! Brennstoffzelle , Wärmepumpe , PV, Batteriespeicher - das ist ne Stange Geld und an braucht den Platz dazu.

    Im Neubau meist schwer, da reichen die (vorgesehenen) 1,5 qm im Anschlußraum nicht.


    Wobei mir einfällt - EAuto mit BSZ laden wird schwer, die el. Leistung ist einfach zu gering. Selbst ein Batteriespeicher bringt einen nicht viel weiter. Rechnet man mal ne Blue gen mit 1,2 kw (300W mal als Grundbedarf im Haus), kommt man auf 28,8 kwh, die man speichern könnte - wenn denn der Speicher groß genug ist. Für ne Vollladung eines EAutos reicht das aber nicht.

  • Nein, das ist leider nicht richtig.


    Erstens macht es keinerlei Sinn, in einem Neubau eine Wärmepumpe UND eine BSZ UND eine PV UND einen Batteriespeicher einzubauen. Der Ansatz muss sein, dass man die ENEV erfüllt und der Langfristigkeit Rechnung trägt, die ein neues Haus mit sich bringt.


    Zweitens ist es so, dass die 1,5 kW BSZ-Strom immer anliegen. Wenn man nun 1,2 kW wegen der Grundlast für sein E-Auto nutzen kann, kann man in 12 Stunden, in denen man zuhause ist, immerhin 14,4 kWh in die Karre laden. Sind dann immerhin 90 Kilometer.


    Ich habe zwar mittlerweile die Erfahrung aus E-Auto-Diskussionen gemacht, dass ALLE LEUTE jeden Tag 1500 KM mit 300 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit fahren und deshalb ein E-Auto Kernschrott ist, aber für die Minderheit von 99,999%, die am Tag weniger fahren müssen, ist es so, dass man dann eben mit den 14,4 kWh so etwa 90 KM fahren kann.


    Und die kann man dann eben jeden Tag zuhause in die Karre laden. Es kann kein Argument sein, dass man mit der BSZ sein Auto nicht komplett volladen kann. Man muss in dem Thema komplett umdenken und Dinge hinterfragen. Es muss ja auch nicht richtig sein, dass Leute, die am Tag 30 KM mit dem Benziner unterwegs sind, den Sprit mehrere Wochen spazieren fahren.

  • Kein vernünftiges E-Auto lädt mit 1 kW - und wenn überhaupt, dann super ineffizient. Die Ladegeräte von einem Tesla sind z.B. für 11 bis 22 kW ausgelegt. Man kann langsamer laden, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Ein BHKW kann auch nicht auf 20 Prozent heruntermodulieren - und wenn, dann geht die Energie durch den Schornstein aber nicht auf den Generator.

  • Auch das stimmt nicht. Ich habe einen Kunden, der einen 5er von uns hat und den Tesla mit 5 kW lädt...


    Zur BSZ: Was ist daran ineffizient, wenn ich meinetwegen mit ner normalen Steckdose 2,3 kW lade, von denen mehr als die Hälfte aus der BSZ kommt?

  • Toll für Deinen Kunden. 5 kW geht auch noch, 1 kW ist aber Unsinn. Wirkungsgradtabellen in Abhängigkeit von der Ladeleistung und Verbräuche der Ladeelektronik finden sich für diverse Fahrzeuge im Netz. Je nach Generation und Ausbaustufe haben die Tesla-Lader 250-400 Watt Eigenverbrauch beim Laden. Wer da mit 1 kW lädt vernichtet viel Strom ungenutzt und ist schlecht beraten.

  • Ich denke, man muß da wirklich differenzieren: Wie wird das Auto genutzt?

    Es gibt Autos, die fahren nur im Umkreis von 20 km und am Tag kaum 50 km. Aber es gibt auch andere, Umkreis 150 km und täglich 100-300 km.

    Nur danach kann man entscheiden, was sinnvoll und möglich ist.

    Aber das, was fürs Auto sinnvoll ist, ist nicht unbedingt das gleiche, was gut zum Haus passt.