BHKW im Pflegeheim

  • Guten Tag,


    ich bin Inhaber eines kleinen Pflegeheims, welches ich vor ein paar Jahren von meinen Eltern übergeben bekam.
    Mit dabei war ein Dachs.


    Viel Geld habe ich in das lärmende Tierchen schon reingesteckt.


    Seit 2014 habe ich jedes Jahr ca. 2500 € an Wartung und Reparaturen reingesteckt. Davor sicher nicht viel weniger.


    Inbetriebnahme 2009
    Betriebsstunden 55.961
    Starts 12862


    So lange er läuft, läuft er fast rund um die Uhr - außer im Hochsommer. Ich habe immer einen gewissen Warmwasserverbrauch im Haus.


    Problem ist, dass wir kein gutes Wasser bei uns haben und das Gerät sich vermutlich über die Zeit verstopft hat.
    Das hat unter anderem die hohen Wartungskosten verursacht.
    Dazu stetiger übermäßiger Ölverbrauch.


    Jetzt ist die Platine defekt - Fehler 203 Eprom defekt.


    Der bisherige Installateur streicht die Segel und meint es lohnt sich nicht mehr da was reinzustecken.


    Er hat mich an eine Senertec Vertretung verwiesen, die mir zwar Teile usw. tauscht, aber im Hinblick auf die bald auslaufende Förderung, empfiehlt ein neues Gerät anzuschaffen.


    Da ich das Gerät nicht selbst ursprünglich angeschafft habe, liegen mir die notwendigen Informationen zur Wirtschaftlichekeitsberechnung nicht vor. Aber alleine bei 2500 € Handwerkerkosten p.a. glaub ich kaum dass sich so was rechnet.


    Ich habe vermutlich folgende Optionen:
    * Dachs reparieren (glaub nicht, dass sich das lohnt - 1100 € Materialkosten + 6h Arbeitszeit + Motorwartung schon bald für 2500 €)
    * Neuen Dachs (wirklich wieder ein Senertec Gerät??)
    * Neues BHKW eines anderen Herstellers
    * kein BHKW, sondern das Geld in eine fast Wartungsfreie PV Anlage stecken


    Rahmenbedingungen:
    * 2 Gebäude
    ** Bestandsbau 1994 - Radiatoren
    *** BHKW Dachs Gas 2009
    *** Brötje Gastherme für Spitzen und Backup
    *** Warmwasserspeicher
    *** Gasverbrauch 2017 - 273.000 kWh
    *** Stromverbrauch 2017 - 30.000 kWh


    ** Neubau 2011
    *** Flächenheizung
    *** Pufferspeicher wird über BHKW und Gastherme gefüllt
    *** Warmwasserspeicher
    *** Eigener Stromanschluss
    *** PV 11 kWP seit 2016
    *** Stromverbrauch 2017 - 22.600 kWh


    Was empfehlt ihr mir?
    Welche Informationen sind für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung notwendig?


    Vielen Dank & Gruß
    Benjamin Wegner
    http://www.johannes-centrum.de

  • Ich hab selbst 2 Dachse und find ihn nicht so schlecht wie ihn manche immer machen. Den 2. hab ich erst letztes Jahr in Betrieb genommen. Da ich meine Wartungen jedoch selbst mache sieht meine Wirtschaftlichkeitsberechnung zwangsläufig ganz anderst aus.


    Ich vermute das bei der hohen Betriebsstundenzahl ein Wirtschaftlicher Betrieb auf jeden fall möglich ist. Kannst du vielleicht noch herausfinden wie hoch deine Jährliche Einspeisung bisher war? Davon hängt meiner Meinung nach das weitere Vorgehen ab. Es gibt ja auch die Modernisierungspakete, die z. B. Motor, Generator und Elektronik enthalten und dir eine Einspeisevergütung für weitere Jahre Garantieren. Falls du sowieso kaum einspeist (wovon ich ausgehe) bringt das allerdings nichts. Zu deiner Wasserqualität solltest du dir mal gedanken machen, die hätte der Installateur nämlich aufbereiten müssen...


    Bei 100% Eigenverbrauch und jährlich 6000 Betriebsstunden kannst du eigentlich nur Gewinn machen. Am Strom solltest du ca. 9000 Euro pro Jahr sparen, davon musst noch den Gasverbrauch (1/3) ca. 2000€, die Wartungskosten 2500€ und die Abschreibung 2200 € (ca.22.000 € über 10 Jahre abziehen. Bei dieser sehr vereinfachten Rechnung lohnt es sich auf jeden Fall! Bisheriges Plus pro Jahr etwa 2300€

  • Falls du sowieso kaum einspeist (wovon ich ausgehe) bringt das allerdings nichts.

    Doch, die KWK-Vergütung auf Eigenverbrauch je nach Modernisierung für weitere 15.000 oder 30.000VBh.


    Grüße

  • Ich hatte in 2017:


    Erzeugung 37000 kWh
    Einspeisung 6300 kWh


    Der oben genannte Stromverbrauch ist der externe Strombezug - also zzgl. der Erzeugung.
    *** Stromverbrauch 2017 - 30.000 kWh
    *** Stromverbrauch 2017 - 22.600 kWh


    Die Modernisierungspakete wurden mir auch angeboten, aber eher davon abgeraten. Die Erklärung war, dass die Maschine ihr Lebensende bald erreicht hätte und nur 30.000h die Förderung läuft.

  • Bei über den dicken Daumen 100 kW Heizlast kannst Du ein 11 kW BHKW gut betreiben... dieses moduliert dann auch. Stromseitig beide Gebäude zusammenfassen, wenn das denn geht...


    Beim Heizungswasser ist es absolut essentiell, dass dieses VDI 2035-konform ist. Die Brötje-gastherme nimmt es auf Dauer sehr übel, wenn der pH-Wert der Heizungswassers nicht stimmt...


    In jedem Fall ist aber ein BHKW für Deinen Fall optimal.

  • Wir installieren nur BHKW von RMB und haben keine nennenswerten Probleme, was aber auch daran liegt, dass wir vernünftig installieren, fängt beim Heizungswasser an etc.


    Allerdings bist Du zu weit weg, denn wir sitzen im Ruhrgebiet. Wende Dich einfach mal an RMB Energie, die nennen Dir dann einen in RP....


    Mit einem KW Energie BHKW machst Du auch nix falsch...
    Vom Rest würde ich die Finger lassen.... Du kannst, wenn Du die beiden Objekte stromseitig zusammenfassen kannst, ein 11kw elektrisches BHKW vertragen... Das haben eben nicht viele

  • Der Dachs, egal ob alt oder neu, ist dem RMB um LÄNGEN unterlegen. Der neue Dachs ist eben neu.... ob der auf Anhieb so läuft wie gedacht?


    Und der neoTower 5 oder 7.2, der ja auch ginge, ist eben seit Jahren auf dem Markt.


    Den 7.2er kann er locker nehmen, wenn er die Stromversorgung nicht zusammenfassen kann...


    Und es ist schlichtweg seit mindestens 3 Jahren nicht mehr so, dass Senertec Marktführer ist, aber man kann es ja mal behaupten...

  • Der Senertec Vertreter meinte, ich solle besser noch die alte Version nehmen. Die könne zwar nicht modulieren, wäre aber so stabil wie keine andere davor.
    Das Modulieren gäbe es eh nur, weil es die Mitbewerber hätten und man brächte es eigentlich nicht

  • Das ist leider vollkommener Unsinn, die Modulation macht sehr viel Sinn... müsste auch der Senertec-Vertreter wissen, zeigt aber auch, dass die Kisten noch nicht zu kriegen sind..


    Der neue Dachs moduliert ja auch nicht, er hat Leistungsstufen, das ist was anderes... und er hat einen Wechselrichter.. für mich no go...

  • Na wie ich die kenne, laufen die neuen schon ne ganze Zeit in der Erprobung. Und zB Motor ist ja wohl weitgehend unverändert.

    Leider nein, denn heutzutage ist der Prüfstand ALLER Hersteller (!) der Keller des Kunden... Senertec hat Absatzrückgänge von 80% und der GF ist geflogen, die haben Druck ohne Ende und müssen die neue Kiste am besten vorgestern auf den Markt bringen... da geht es nicht mehr darum, die Kinderkrankheiten vorher rauszubügeln...


    Denen steht das Wasser Unterkante Oberlippe... Guck Dir nur mal an, welche Center es vor 2 Jahren gab und wo die heute sind (und: was die heute einbauen...)

  • Also das stimmt nicht ganz ich habe bereits vor 3 Jahren in einem Schwimmbad 9 Dachse gesehen die dort 24/7 Probegelaufen sind. Auch schon mit dem Langen Wartungsintervall, Systemtrennung, integriertem Kondenser, etc. nur ob die schon moduliert haben kann ich nicht sagen... zu dem Zeitpunkt hatten die schon mehrere lange Wartungsintervalle hinter sich...


    Das auch der alte Dachs (im passenden Objekt) wirtschaftlich laufen kann und das trotz problemen mit der Wasserqualität kann der Themenstarter selbst errechnen.


    Ich würde je nach zustand der Anlage mal 3 Varianten druchrechnen.


    1. Ein größerse BHKW und die entsprechend erforderlichen Verbindungsleitungen (Wasser und Strom) zwischen beiden Gebäuden.


    2. 2 Neue Dachse jeweils einer pro Gebäude. (Spart die Leitungen zwischen den Gebäuden)


    2. Nur ein neuer Dachs in dem Gebäude mit den geringeren Verbrauchswerten und im anderen Gebäude den Dachs reparieren (Platine sollte gebraucht nur ca.200€ kosten) und bis zum Motorschaden laufen lassen. Dann überlegen ob nur der Motor repariert wird oder gleich ein komplettes Modernisierungspaket genommen wird. (Einfache Rechnung: Modernisierungspaket kosten - vorteil durch höhere Stromvergütung.)


    Auf jeden Fall, egal für welche Variante du dich entscheidest sollte die Wasserqualität überprüft und ggf. aufbereitet werden.


    Falls du z. B. nach einem Modernisierungspaket oder einer Reperatur noch Altteile übrig hast kannst du dich gerne melden ich würde dir das ein oder andere sicher abkaufen. Z. B. kann ich bei den HRs den Kraftstoffpumpenmotor überholen. Ggf.kannst du auch den kompletten Dachs zum ausschlachten gut veräußern.


    Zusätzlich ist die Überlegung auf das erste Gebäude auch eine PV zu machen, die macht ja vorrangig dann Strom wenn wenig Heizung gebaucht wird. Wie viel speißt die bestehende PV denn ein?


    Den bestehenden Dachs kann man sicher noch optimieren, z. B. eine Laufzeitsperre wenn im Sommer die PV schon viel Strom erzeugt. Das Warmwasser kann man in den frühen Morgenstunden machen wenn sowieso alle viel Strom brauchen um Frühstück etc. zu machen... Auch kann man ihn extern anfordern zu Zeiten in denen man weiß das man den Strom auch selbst nutzen kann...