BHKW im Pflegeheim

  • Guten Tag,


    ich bin Inhaber eines kleinen Pflegeheims, welches ich vor ein paar Jahren von meinen Eltern übergeben bekam.
    Mit dabei war ein Dachs.


    Viel Geld habe ich in das lärmende Tierchen schon reingesteckt.


    Seit 2014 habe ich jedes Jahr ca. 2500 € an Wartung und Reparaturen reingesteckt. Davor sicher nicht viel weniger.


    Inbetriebnahme 2009
    Betriebsstunden 55.961
    Starts 12862


    So lange er läuft, läuft er fast rund um die Uhr - außer im Hochsommer. Ich habe immer einen gewissen Warmwasserverbrauch im Haus.


    Problem ist, dass wir kein gutes Wasser bei uns haben und das Gerät sich vermutlich über die Zeit verstopft hat.
    Das hat unter anderem die hohen Wartungskosten verursacht.
    Dazu stetiger übermäßiger Ölverbrauch.


    Jetzt ist die Platine defekt - Fehler 203 Eprom defekt.


    Der bisherige Installateur streicht die Segel und meint es lohnt sich nicht mehr da was reinzustecken.


    Er hat mich an eine Senertec Vertretung verwiesen, die mir zwar Teile usw. tauscht, aber im Hinblick auf die bald auslaufende Förderung, empfiehlt ein neues Gerät anzuschaffen.


    Da ich das Gerät nicht selbst ursprünglich angeschafft habe, liegen mir die notwendigen Informationen zur Wirtschaftlichekeitsberechnung nicht vor. Aber alleine bei 2500 € Handwerkerkosten p.a. glaub ich kaum dass sich so was rechnet.


    Ich habe vermutlich folgende Optionen:
    * Dachs reparieren (glaub nicht, dass sich das lohnt - 1100 € Materialkosten + 6h Arbeitszeit + Motorwartung schon bald für 2500 €)
    * Neuen Dachs (wirklich wieder ein Senertec Gerät??)
    * Neues BHKW eines anderen Herstellers
    * kein BHKW, sondern das Geld in eine fast Wartungsfreie PV Anlage stecken


    Rahmenbedingungen:
    * 2 Gebäude
    ** Bestandsbau 1994 - Radiatoren
    *** BHKW Dachs Gas 2009
    *** Brötje Gastherme für Spitzen und Backup
    *** Warmwasserspeicher
    *** Gasverbrauch 2017 - 273.000 kWh
    *** Stromverbrauch 2017 - 30.000 kWh


    ** Neubau 2011
    *** Flächenheizung
    *** Pufferspeicher wird über BHKW und Gastherme gefüllt
    *** Warmwasserspeicher
    *** Eigener Stromanschluss
    *** PV 11 kWP seit 2016
    *** Stromverbrauch 2017 - 22.600 kWh


    Was empfehlt ihr mir?
    Welche Informationen sind für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung notwendig?


    Vielen Dank & Gruß
    Benjamin Wegner
    http://www.johannes-centrum.de

  • Ich hab selbst 2 Dachse und find ihn nicht so schlecht wie ihn manche immer machen. Den 2. hab ich erst letztes Jahr in Betrieb genommen. Da ich meine Wartungen jedoch selbst mache sieht meine Wirtschaftlichkeitsberechnung zwangsläufig ganz anderst aus.


    Ich vermute das bei der hohen Betriebsstundenzahl ein Wirtschaftlicher Betrieb auf jeden fall möglich ist. Kannst du vielleicht noch herausfinden wie hoch deine Jährliche Einspeisung bisher war? Davon hängt meiner Meinung nach das weitere Vorgehen ab. Es gibt ja auch die Modernisierungspakete, die z. B. Motor, Generator und Elektronik enthalten und dir eine Einspeisevergütung für weitere Jahre Garantieren. Falls du sowieso kaum einspeist (wovon ich ausgehe) bringt das allerdings nichts. Zu deiner Wasserqualität solltest du dir mal gedanken machen, die hätte der Installateur nämlich aufbereiten müssen...


    Bei 100% Eigenverbrauch und jährlich 6000 Betriebsstunden kannst du eigentlich nur Gewinn machen. Am Strom solltest du ca. 9000 Euro pro Jahr sparen, davon musst noch den Gasverbrauch (1/3) ca. 2000€, die Wartungskosten 2500€ und die Abschreibung 2200 € (ca.22.000 € über 10 Jahre abziehen. Bei dieser sehr vereinfachten Rechnung lohnt es sich auf jeden Fall! Bisheriges Plus pro Jahr etwa 2300€

  • Falls du sowieso kaum einspeist (wovon ich ausgehe) bringt das allerdings nichts.

    Doch, die KWK-Vergütung auf Eigenverbrauch je nach Modernisierung für weitere 15.000 oder 30.000VBh.


    Grüße

  • Ich hatte in 2017:


    Erzeugung 37000 kWh
    Einspeisung 6300 kWh


    Der oben genannte Stromverbrauch ist der externe Strombezug - also zzgl. der Erzeugung.
    *** Stromverbrauch 2017 - 30.000 kWh
    *** Stromverbrauch 2017 - 22.600 kWh


    Die Modernisierungspakete wurden mir auch angeboten, aber eher davon abgeraten. Die Erklärung war, dass die Maschine ihr Lebensende bald erreicht hätte und nur 30.000h die Förderung läuft.

  • Bei über den dicken Daumen 100 kW Heizlast kannst Du ein 11 kW BHKW gut betreiben... dieses moduliert dann auch. Stromseitig beide Gebäude zusammenfassen, wenn das denn geht...


    Beim Heizungswasser ist es absolut essentiell, dass dieses VDI 2035-konform ist. Die Brötje-gastherme nimmt es auf Dauer sehr übel, wenn der pH-Wert der Heizungswassers nicht stimmt...


    In jedem Fall ist aber ein BHKW für Deinen Fall optimal.

  • Wir installieren nur BHKW von RMB und haben keine nennenswerten Probleme, was aber auch daran liegt, dass wir vernünftig installieren, fängt beim Heizungswasser an etc.


    Allerdings bist Du zu weit weg, denn wir sitzen im Ruhrgebiet. Wende Dich einfach mal an RMB Energie, die nennen Dir dann einen in RP....


    Mit einem KW Energie BHKW machst Du auch nix falsch...
    Vom Rest würde ich die Finger lassen.... Du kannst, wenn Du die beiden Objekte stromseitig zusammenfassen kannst, ein 11kw elektrisches BHKW vertragen... Das haben eben nicht viele

  • Sehe ich ebenso.
    Sicher gibts auch andere Hersteller RMB, Viessmann, KW,...
    Senertec ist allerdings über viele Jahre hinweg Marktführer in der 5 kw-Klasse. Und der neue Dachs Gen2 macht nen sehr guten Eindruck.

  • Der Dachs, egal ob alt oder neu, ist dem RMB um LÄNGEN unterlegen. Der neue Dachs ist eben neu.... ob der auf Anhieb so läuft wie gedacht?


    Und der neoTower 5 oder 7.2, der ja auch ginge, ist eben seit Jahren auf dem Markt.


    Den 7.2er kann er locker nehmen, wenn er die Stromversorgung nicht zusammenfassen kann...


    Und es ist schlichtweg seit mindestens 3 Jahren nicht mehr so, dass Senertec Marktführer ist, aber man kann es ja mal behaupten...

  • Der Senertec Vertreter meinte, ich solle besser noch die alte Version nehmen. Die könne zwar nicht modulieren, wäre aber so stabil wie keine andere davor.
    Das Modulieren gäbe es eh nur, weil es die Mitbewerber hätten und man brächte es eigentlich nicht

  • Das ist leider vollkommener Unsinn, die Modulation macht sehr viel Sinn... müsste auch der Senertec-Vertreter wissen, zeigt aber auch, dass die Kisten noch nicht zu kriegen sind..


    Der neue Dachs moduliert ja auch nicht, er hat Leistungsstufen, das ist was anderes... und er hat einen Wechselrichter.. für mich no go...

  • Na wie ich die kenne, laufen die neuen schon ne ganze Zeit in der Erprobung. Und zB Motor ist ja wohl weitgehend unverändert.

    Leider nein, denn heutzutage ist der Prüfstand ALLER Hersteller (!) der Keller des Kunden... Senertec hat Absatzrückgänge von 80% und der GF ist geflogen, die haben Druck ohne Ende und müssen die neue Kiste am besten vorgestern auf den Markt bringen... da geht es nicht mehr darum, die Kinderkrankheiten vorher rauszubügeln...


    Denen steht das Wasser Unterkante Oberlippe... Guck Dir nur mal an, welche Center es vor 2 Jahren gab und wo die heute sind (und: was die heute einbauen...)

  • Also das stimmt nicht ganz ich habe bereits vor 3 Jahren in einem Schwimmbad 9 Dachse gesehen die dort 24/7 Probegelaufen sind. Auch schon mit dem Langen Wartungsintervall, Systemtrennung, integriertem Kondenser, etc. nur ob die schon moduliert haben kann ich nicht sagen... zu dem Zeitpunkt hatten die schon mehrere lange Wartungsintervalle hinter sich...


    Das auch der alte Dachs (im passenden Objekt) wirtschaftlich laufen kann und das trotz problemen mit der Wasserqualität kann der Themenstarter selbst errechnen.


    Ich würde je nach zustand der Anlage mal 3 Varianten druchrechnen.


    1. Ein größerse BHKW und die entsprechend erforderlichen Verbindungsleitungen (Wasser und Strom) zwischen beiden Gebäuden.


    2. 2 Neue Dachse jeweils einer pro Gebäude. (Spart die Leitungen zwischen den Gebäuden)


    2. Nur ein neuer Dachs in dem Gebäude mit den geringeren Verbrauchswerten und im anderen Gebäude den Dachs reparieren (Platine sollte gebraucht nur ca.200€ kosten) und bis zum Motorschaden laufen lassen. Dann überlegen ob nur der Motor repariert wird oder gleich ein komplettes Modernisierungspaket genommen wird. (Einfache Rechnung: Modernisierungspaket kosten - vorteil durch höhere Stromvergütung.)


    Auf jeden Fall, egal für welche Variante du dich entscheidest sollte die Wasserqualität überprüft und ggf. aufbereitet werden.


    Falls du z. B. nach einem Modernisierungspaket oder einer Reperatur noch Altteile übrig hast kannst du dich gerne melden ich würde dir das ein oder andere sicher abkaufen. Z. B. kann ich bei den HRs den Kraftstoffpumpenmotor überholen. Ggf.kannst du auch den kompletten Dachs zum ausschlachten gut veräußern.


    Zusätzlich ist die Überlegung auf das erste Gebäude auch eine PV zu machen, die macht ja vorrangig dann Strom wenn wenig Heizung gebaucht wird. Wie viel speißt die bestehende PV denn ein?


    Den bestehenden Dachs kann man sicher noch optimieren, z. B. eine Laufzeitsperre wenn im Sommer die PV schon viel Strom erzeugt. Das Warmwasser kann man in den frühen Morgenstunden machen wenn sowieso alle viel Strom brauchen um Frühstück etc. zu machen... Auch kann man ihn extern anfordern zu Zeiten in denen man weiß das man den Strom auch selbst nutzen kann...

  • Wo bekomme ich eine gebrauchte Platine her?


    Was passiert wenn ich nächstes Jahr aus der Förderung laufe und weiter Strom produziere?
    Bekomme ich dann einfach die Einspeisung schlechter vergütet und gut ist?


    Laut Auskunft des bisherigen Service, sollten folgende Dinge getan werden um das Gerät überhaupt wieder ans Laufen zu bekommen:
    „eine Übersicht der Ersatzteile, die für die Reparatur Ihres Dachs BHKW notwendig wären.

    • Leistungseinheit MSR2- 643,50€ ohne Mwst.
    • Schalldämpfer intern- 299,90€ ohne Mwst.
    • Fernox Systemcleaner (Säure) 100€ ohne MWst.

    Hinzu kämen dann noch Anfahrt und ca. 3-4h Arbeitszeit.“



    Wenn das gemacht ist, bleibt das Problem mit der Wasserqualität. Der Servicemensch meinte, es wäre auch möglich, dass komplette Systemwasser zu tauschen und aus einer anderen Region eins zu bringen und zu entkalken. Die Systemtrennung wäre vermutlich die bessere Lösung.


    PV auf dem anderen Gebäude habe ich schon überlegt, aber das zieht einiges an Folgekosten nach sich:
    In den bestehenden Verteilerschrank müssten andere / neue Zähler rein. Geht aber nicht, da der im Treppenhaus ist. Ich müsste die ganze Hauptverteilung wegen Brandschutz in einen anderen Raum verlegen. Das kostet...

  • Hallo miteinander,


    natürlich wäre es bei so einem Objekt toll,
    wenn es stromseitig zusammengefasst würde...


    ABER
    ich vermute ganz stark, dass es wirklich zu aufwändig ist und mit dem Umverlegen des Zählerschrankes nicht getan ist.
    Auch Anschlussverstärkung nebst Baukostenzuschuss könnte fällig werden.


    Ein Gerät in der 5kW-Klasse -meinetwegen auch tick größer- sollte garantiert passen.
    Das Thema Modulation würde ich hier überhaupt nicht überbewerten. Bei rund 80% Eigenverbrauch kann man drauf verzichten und sicherlich kann man mit bissl rumspielen an der Regelung auch noch was rausholen.


    Das Thema Wasserqualität sollte auf jeden Fall angegangen werden,
    allerdings auch nicht zuviel versprechen lassen. Meiner Meinung nach bekommt man ein Bestandssystem einfach nicht mehr richtig normgerecht hin.
    Wir haben in einem echt großen Bestandsobjekt 2 Tanklaster voll durchrauschen lassen, aber unterm Strich war es noch immer nicht konform.
    Gut, dass war schon ein echter Brocken mit teilweise 100 Jahre alten Installationen, aber was manche im Markt mit Wunderwässer'chen und Zusätzen versprechen....
    Na gut, bei einem BJ94 ist's sicherlich nicht so dramatisch, aber -so wie ich es verstehe- dürfte da schon einiges abgesetzt sein, da eben in der Vergangenheit nicht aufbereitetes Wasser reinkam.


    Auf jeden Fall würde ich eine Systemtrennung empfehlen
    unabhängig für welche Variante Du Dich entschiedest. Die Erzeuger -Therme und BHKW- getrennt vom Heizungswasser. Natürlich würde dann der Plattenwärmetauscher(PWT) sekundärseitig immer noch durchs schlechten Heizungswasser leiden, aber halt besser als die Erzeuger. Reinigungsmöglichkeiten (die man dann ggf. selber regelmäßig durchführt) schaffen und zur Not ist ein PWT in der Größe auch schnell beschafft und nicht so teuer.

  • Also, nix gegen Halbwissen, aber ich kann die Sachen ja mal sortieren und Hinweise geben, die dann eben nicht im Desaster enden: Sind alles Erfahrungen aus der Praxis!


    1) Das Heizungswasser hat nach VDI 2035 zu sein, Punkt. Man könnte, kann, hat vielleicht oder sollte ist alles Blödsinn. Wer das besser weiß, dem wünsche ich eine gute Reise. Wer das nicht bezahlen will, soll es dann eben lassen.


    2) Man kann Bestandsanlagen, egal wie groß, im Durchlaufprinzip aufbereiten. Dafür braucht man ein Gerät, dass dies kann. Es wird dann das Wasser durch ein Granulat gejagt, das Gerät zeigt dann an, wann das Granulat verbraucht ist. Dann misst man die Parameter und macht mit neuem Granulat weiter. Sieht dann vorher so und nachher so aus wie im Anhang. Kosten je nach Anlage ab 2.000 Euro. Das Gerät hat uns damals schlappe 4.00 Euro gekostet... Von hundert Heizungsbauern haben 2 oder 3 so ein Gerät...


    3) Es müssen in der Anlage Schlammabscheider, Luftabscheider und Magnetitabscheider verbaut sein oder werden. Außerdem muss die Wasserqualität des Heizungswassers regelmäßig geprüft werden und ggf. korrigiert werden. Interessant: Zuständig für die ordnungsgemäße Qualität des HW ist wer? Richtig, der AnlagenBETREIBER (!) und nicht der Heizungsbauer. Dieser sollte aber, wenn er seriös ist und in der Lage ist, dem Kunden zu erklären, wieso das Thema wichtig ist, die Messungen des Heizungswassers z. B. im Rahmen der Wartung machen und im Anlagenbuch dokumentieren


    4) Es darf und gar keinen Umständen Leitungswasser in die Anlage gefüllt werden, denn dieses entspricht dann nicht der VDI 2035. Muss Wasser nachgefüllt werden, muss dieses über eine Fülleinrichtung erfolgen, die eine Patrone enthält und die anhand des Leitungswassers definiert, dass man mit einer Patrone x Liter Wasser nachfüllen kann. Leider wird regelmäßig von Betreibern, Hausmeistern oder Heizung/Sanitär Schmitzmüllermeier Leitungswasser nachgefüllt, geht ja theoretisch fast an jedem Heizkörper im Gebäude. In dem Fall kann man dann gerne bei uns Punkt 2) beauftragen oder erhält einen Hinweis, dass sämtliche Gewährleistungen zum Teufel sind, wenn das Wasser nicht wieder VDI 2035-konform gemacht wird.


    Wir hatten hier die wahnsinnigsten Dinge. Einmal hatten wir in der Anlage permanenten Wasserverlust, es war aber kein Rohrbruch festzustellen. Am Ende des Tages stellte sich heraus, dass die Putzfrau sich immer aus einem alten KFE-Hahn an einem alten Heizkörper bedient hat... Wasser war ja schön warm...


    Deshalb hängen wir an jede Anlage Hinweisschilder, die auf den Sachverhalt hinweisen, aber dennoch passieren solche und noch ganz andere Dinge...


    5) Es ist seit ewigen Zeiten verboten, einen festen Anschluss zwischen Heizung und TW-Netz zu haben und die Anlage mit einem Wasserschlauch zu befüllen, dennoch findet man dies an fast jeder Altanlage. Alle Betreiber haben einen Heizungsbauer, der die Anlage wartet und man fragt sich, was der denn beruflich macht. Eine Fülleinrichtung wie oben beschrieben ist erst Recht nicht vorhanden.


    Für uns ist dann die Argumentation immer spannend, denn es hat ja Jahrzehnte geklappt. Der alte Kessel hatte aber 600 Liter Wasserinhalt, der neue 30... die alten Pumpen waren keine Hocheffizienzpumpen mit Permanentmagnet. Die Liste kann man beliebig fortsetzen oder aber einfach eben auf die VDI 2035 verweisen.


    6) In Deutschen Kellern lagern zig Zeitbomben, denn bei 80% aller Neuanlagen pfeift der Heizungsbauer heutzutage noch immer auf die VDI 2035, weil er sie nicht kennt, weil er Angst hat, die Wasseraufereitung anzubieten oder oder oder. Ende vom Lied sind dann nach 2 oder 3 Jahren defekte Pumpen, Wärmetauscher, Störungen etc., die dann auf den Hersteller abgewälzt werden sollen. Dies haben sich die Hersteller eine Zeit lang angeguckt, jetzt sind die Summen der "Kulanz" aber so hoch, dass niemand mehr dafür aufkommen will. Deshalb wird bei jeder Anlage, bei dem ein Wärmetauscher nach 3 Jahren durch ist oder eine Pumpe kaputt ist, das Anlagenwasser gemessen oder aber der Kunde aufgefordert, sein Anlagenbuch mit den Parametern vorzuweisen. Ansonsten kann er sich Dinge wie Garantie oder ähnliches klemmen...


    7) Man kann in jeder Anlage eine Systemtrennung einbauen oder noch eine und noch eine... Man hat dann aber immer in dem abgetrennten Kreis eine Pumpe... und Verluste durch den WT... eine Lösung, die VDI zu umgehen, ist dies auch nicht.


    8) Wer in seine Anlage irgendein Zeug schüttet, was als Wundermittel verkauft wird, sollte sich klar sein, dass das im Besten Fall den Hersteller nicht interessiert, wenn das Wasser dann dennoch nicht VDI 2035-konform ist. Meistens verbieten die Hersteller Zusätze im Heizungswasser


    9) Das Füllen der Anlage mittels gestelltem Heizungswasser ggf. sogar aus Tankwagen ist eine Schwachsinnslösung, denn meistens werden dabei keine Abscheider eingebaut und eben keine Fülleinrichtung, denn es muss ja billig sein. Je nach Anlage hat man dann in kürzester Zeit wieder das alte Heizunsgwasser, aber das Geld ist halt weg.


    Dies sind etwa 20% der Erfahrungen, die wir mit dem Thema gemacht haben.


    Ich bin mir absolut sicher, dass etliche BHKWs hier im Forum primär nur deshalb verreckt sind, weil die Anlage kein VDI-konformes-Wasser hatte....

  • Ich bin kein Freund von zusätzlichen Wärmetauschern, der Effizienz wegen. Auch müssen dann höhere Temperaturen im Rücklauf gefahren werden was die Brennwertnutzung stark verringert.


    Teilweie bekommt man aus den Kühlkanälen des Dachs die Ablagerungen nicht mehr raus, aber mit dem neuen Motor der bei bald 60.000 Betriebsstunden auch langsam fällig wird sind die dann auch weg. Die Kühlkanäle kann man Spülen, fürs Termostat gibt es einen extra Stopfen hierfür. In den Heizkreisen selbst glaube ich nicht das viele Ablagerungen sind und den Pufferspeicher kann man sicher auch reinigen. Enthärtetes Wasser rein und gut ist. Die Warmwasserspeicher müssen eh regelmäßig gereinigt werden falls keine Enthärtungsanlage verbaut ist. Bei der Gelegenheit macht man den Heizungsspeicher mal mit.


    @hansdampf ich hatte eines unfähigen Heizungsbauers sei dank auch eine Anlage mit Leitungswasser 55 Grad Härte, Volumen ist knapp 3000 Liter. Nach 6 Jahren musste ich dadurch einen Motorschaden beklagen, die weiteren Anlagenteile wie z. B. Pumpen etc. laufen inzwischen immer noch ohne Probleme und das seid 11 Jahren. Jedoch ist der Kalk inzwischen so weit auskristallisiert das das Wasser nur noch 38 Grad Härte hat.


    Beim Nachfüllen kommt es meiner Meinung nach auch darauf an wie viel nachgefüllt werden muss. Ich fülle im Schnitt alle 2 Jahre etwa 20 Liter nach auf das Anlagenvolumen gerechnet fällt das wohl kaum ins Gewicht...

  • Und nun mal zu der Anlage, um die es hier ging:


    a) Du kannst jetzt 1.500 Euro hinblättern und hast dann eine alte Anlage, die in einem Jahr aus der Förderung fällt.... Sinn?


    b) Du kannst die Anlage mit Nachrüstkit repowern lassen, kostet dann >15.000 Euro, dafür kriegst Du dann x Jahre y Euro KWK-Zuschlag. Du hast aber nach wie vor einen alte Maschine und erhebliches Reparaturrisiko. Die Frage, welche Garantien Senertec denn für die erneuerten Anlagen übernimmt (keine, 2 Jahre, Vollwartung möglich?) hat mir noch keiner beantwortet. Und die Anlage kann dann das, was eine 10 Jahre alte Anlage eben so kann...


    c) Man kann jetzt, wie man das hier immer mit den armen Leuten macht, die hier eine Frage stellen, sein Füllhorn ausbreiten und ordentlich die ganze Palette flöten, die unsere Branche hergibt. Eventuell ist es dem vorweihnachtlichen Stress geschuldet, den manche Leute haben, dass Dir noch keiner einen Batteriespeicher, E-Heizstab oder Wärmepumpe empfohlen hat oder eventuell alles zusammen?


    Hätte es denn Sinn gehabt, mal Deine Ausgangssituation zu lesen?


    Da hat einer ein Altenheim, in dem werkelt ein in die Jahre gekommener Dachs, der jetzt kaputt ist. Es gibt zwei Gebäudeteile, die BEIDE wärmemäßig von der Heizzentrale Dachs/Kessel versorgt werden und STROMSEITIG getrennt sind und nicht vertretbar zusammengeführt werden können. Auf dem neuen Gebäude gibt es eine PV-Anlage.


    Der Fragesteller ist GF eines Altenheims und hat nie behauptet, dass er (wie alle sonst hier) in seiner Freizeit an Anlagen schraubt und alles ja sowieso kein Problem ist und der die Teile, die der Dachs nun braucht, bei ebay schießen und dann selber einbauen kann, er sucht vielmehr eine auf SEINE (und nicht Eure) Gegebenheiten passende Lösung.


    Er kann nun (und dazu kann bwegner ja mal Stellung nehmen, wie er diese Vorschläge findet)
    a) Thema BHKW in die Tonne kloppen, wäre schade, denn das Objekt ist gut für ein BHKW geeignet


    b) sich ein NEUES BHKW mit mehr Leistung als 5 kW elektrisch kaufen, so seinen Strombezug in Gebäude 1 weiter senken, statt in wie in Variante 1 weiter steigen zu lassen, wenn er kein BHKW mehr hat. Und von Gebäude 2 einfach die Finger lassen, denn das ist nicht mit G1 elektroseitig kombinierbar


    Alles andere ist Unfug, wenn man sich über Investition, Amortisation und Betriebssicherheit und laufende Kosten unterhält.


    Und man sollte bwegner nicht versuchen, Probleme zu lösen, die bwegner ohne uns gar nicht hätte...