Neubau_2018 Brennstoffzelle vs. Solar

  • Hallo Zusammen,
    ich würde bei einem Neubau mit relativ günstiger Dachfläche für ST oder PV immer zur PV plus Wärmepumpe tendieren. Nur das ermöglicht eine echte, wenn auch nur partielle Unabhägigkeit. Brennstoffzelle und Therme benötigen nun mal den Brennstoff Gas, die Brennstoffzelle sogar mehr, da der Strom auch aus Gas produziert wird. Man kann ja sogar komplette Dächer mit Modulen eindecken und spart sich die Dachsteine.
    Mir ist durchaus bewusst, dass im Winter viel Strom zugekauft werden muss. Bei entsprechender Dimensionierung wird der Strom aber bilanziell im Sommer und in der Übergangszeit eingespeist. Ein guter Kaminofen kann in der kalten Jahreszeit auch noch sehr schöne und gemütliche Wärme bereitstellen. Bei der von mir vorgeschlagenen Variante, fällt ja auch der Gasanschluss weg, ohne Ofen bleibt auch noch der Kaminkehrer draußen. Wartung der PV geht finanziell gegen Null.
    Ich bin selbstverständlich ein großer Freund der BHKW und damit auch der Brennstoffzelle, sehe aber den Einsatz eher im Gebäudebestand , da dort die Reduzierung des Wärmebedarfs deutlich schwerer und damit auch teurer ist.

    Viele Grüße

    Hololoy


    Senertec Dachs HR 5,3 kW (2004), PV 1: 10 kWp (2008), PV 2: 5 kWp (2009), PV 3: 3,75 kWp mit Eigenstromnutzung (2013), PV 4: 7,5 kWp mit Eigenstromnutzung (2015), Speicherakku stationär: 24V, 10kWh brutto (2010), Zero SR: 13 kWh (mobiler Speicher, 2016), Opel Ampera: 16 kWh (mobiler Speicher mit Wärmeerzeuger, 2013)

  • Mir ist durchaus bewusst, dass im Winter viel Strom zugekauft werden muss. Bei entsprechender Dimensionierung wird der Strom aber bilanziell im Sommer und in der Übergangszeit eingespeist.

    Ja, aber eben nur bilanziell. Solange es noch keine Saisonspeicher für Strom gibt, bleibt es dabei, dass Wärmepumpen (egal wie groß die PV-Anlage ist) im Winter fast nur mit dem Strommix aus dem Netz betrieben werden. Unsere PV-Anlage erzeugt in den vier Wintermonaten zusammen gerade mal 10% ihrer Jahresarbeit, aber das sind nun mal die Monate, auf die zwei Drittel des Jahreswärmeverbrauchs entfallen. Und wenn wenig Wind weht (im an sich windreichen Winter 2017/18 etwa an der Hälfte aller Tage), verbraucht eine WP dann eben hauptsächlich Kohlestrom.


    Eine WP kann trotzdem eine gute Sache sein: Insbesondere bei einem normal großen Neubau, erst recht wenn es möglich ist eine Soleleitung in den Garten zu legen und man dadurch nicht auf ein Luft/Wasser-System mit seinen bei Minustemperaturen unterirdischen Wirkungsgraden angewiesen ist. Für ein modernes EFH mit 150 m2, das nach ENEV oder KfW XY vielleicht nur noch 5000 kWh Heizwärmebedarf und eine Niedertemperaturheizung hat, ist eine Wärmepumpe wahrscheinlich das Richtige, ob mit oder ohne PV - erst recht wenn auch der Strombedarf vielleicht nur 3000 kWh/a beträgt. Da rechnet sich mit Sicherheit kein BHKW.


    Aber für ein großes Anwesen wie das des TS, mit 400 m2 und trotz Neubau immer noch 30 MWh Wärmebedarf, gibt es glaube ich interessantere Alternativen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Genau diese Argumente befeuern die Braunkohle, denn gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Ihr könnt Euch am 3 November oder am 12. Februar den Solarertrag vom 26. Juli in die Haare schmieren, genau wie den Ertrag aus der Solarthermie vom selben Tag.


    Während Solarthermie der Gesellschaft nicht schadet, ist "SALDIERTE PV" (Sie produzieren 8.000 kWh Strom und verbrauchen nur 3.500 kWh) das Argument für Kohlekraftwerke und das Gegenargument zu Alternativen Energien. Zauberwort Netzausbau...


    Brennstoffzellen, die 24/7 Strom produzieren, und seien es auch nur 1,5 kW in der Stunde, sind grundlastfähig, netzentlastend und deren Strom ist immer verfügbar.


    Im Gegensatz zu Euren Konzepten (kauf Dir dasundas, und wenn Du Dir dann evtl. später noch das und das kaufst, ist es toll) ist die Investition bei der Kombi BW-Kessel und BSZ klar definiert. Und man leistet einen massiven Beitrag zur Netzentlastung, gegen Braunkohle. Und dies eben heute...


    Man kann aber auch der Regierung folgen, die versprochen hat, bis 2045 aus der Braunkohle auszusteigen. Erst 2045, weil es ja im Moment nix gibt... Genau das ist falsch.

  • Thomas, da geb ich dir absolut recht.
    Solar und Windenergie sind in keiner Weise planbar. Solar gibts vor allem im Sommer - aber was ist im Winter oder nachts?
    Wir brauchen Strom - zu jeder zeit. Und dafür sind Nano- oder Mikro-BHKW gut geeignet.

  • Solarthermie würde ich weg lassen, im Sommer hast du zu viel Warmwasser mit dem du nix anfangen kannst, und im Winter kommt nicht viel rüber.
    Dann eher PV und WP. Den überschüssigen Strom kannst du einspeisen. Je nach Standort und Ausrichtung kommen bei 10KW/p zwischen 8500 und 11000 KW/h vom Dach.
    Damit kommst du von März bis Oktober gut aus und musst nur nachts zukaufen, den Rest kannst du einspeisen, das sind dann übern Daumen gut 600€ Vergütung im Jahr.
    Für die Heizung Gas Brennwert.


    Und wenn auf deinem Dach Platz für mehr PV ist, dann würde ich voll belegen und mit der Vergütung deine Gasrechnung bezahlen.


    Gruß
    Thomas

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid

    28KWh Lifepo4 (32x 280Ah EVE Zellen, REC BMS)

    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Hallo Zusammen,
    wer sich eine PV zulegt, befeuert die Braunkohle und wahrscheinlich auch noch die Atomkraft. Bei den kleinen Brennstoffzellen kocht, wäscht und lädt man sein E-Fahrzeug, nach der unterkomplexen Argumentation, auch mit Kohlestrom. Solar- und Windenergie sind in keiner Weise planbar? Ich dachte immer, die EVU nutzen augeklügelte Programme und genaue Wetterdaten, um den Einsatz der Kraftwerke für die nächsten Tage zu planen.
    Sailor hat die Sache schon recht gut dargestellt, es kommt eben auf den konkreten Einsatzfall an. Ein Mix aus PV, Wind und BHKW plus Speicher können sich sehr gut ergänzen, man muss vielleicht mal über die Grundstücksgrenze hinausschauen. Erdgas ist und bleibt ein fossiler Brennstoff, der als Ergänzung zu Wind und Sonne, möglichst sparsam und effizient, zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden sollte.

    Viele Grüße

    Hololoy


    Senertec Dachs HR 5,3 kW (2004), PV 1: 10 kWp (2008), PV 2: 5 kWp (2009), PV 3: 3,75 kWp mit Eigenstromnutzung (2013), PV 4: 7,5 kWp mit Eigenstromnutzung (2015), Speicherakku stationär: 24V, 10kWh brutto (2010), Zero SR: 13 kWh (mobiler Speicher, 2016), Opel Ampera: 16 kWh (mobiler Speicher mit Wärmeerzeuger, 2013)

  • Erdgas verursacht dramatisch weniger CO2-Emissionen als Braunkohle. BHKW und vor allem BSZ, die IMMER laufen (habe ich ja hier mehrfach versucht zu erklären, ist mir aber nicht gelungen) sind Brückentechnologien.


    Wieso jemand, der eine BSZ hat, noch immer mit Kohlestrom wäscht oder sein Auto lädt, kann ich auch nicht sagen... sehe ich nicht so...


    Man kann sich dann, wenn man (wie der Fragesteller) mal seinen Neubau gestemmt hat, sicher noch tausend andere Sachen kaufen, aber ich denke, wenn man einen Neubau vor der Brust hat, hat man genug Stellen, wo die Knete hinwandert.


    Pragmatismus ist hier im Forum leider nicht besonders ausgeprägt.

  • Für mich wäre es OK, wenn jede kwh überschüssige Wind- und Solarkraft zur elektrolytischen Wasserstoff- und Sauerstofferzeugung genutzt würde. Leider wird es zumindest kurzfristig nicht als Erdgasersatz nutzbar - aber das wäre dann wirklich CO2 neutral.

  • OK, aber dann beantworte doch dem Fragesteller mal seine Frage, woher denn sein Strom im November 2019 (dann dürfte sein Haus ja fertig sein) kommen soll... aus Wolkenkuckucksheim sprich Umwandlung von x nach y?


    Es geht doch darum, was JETZT machbar ist und am wenigsten die Umwelt und die Menschen belastet. Und eben im November dafür sorgt, dass das Licht brennt. Und zwar 2019 und nicht 2035...

  • Hallo,


    ich verfolge weiterhin die Beiträge mit großem Interesse. Die Alternativen sind einfach groß.


    @ Stromsparer:
    Meinst du solch ein System: https://www.viessmann.de/de/wo…te/vitocaldens-222-f.html?
    Liest sich auf den ersten Blick auch nicht schlecht, wenn man dies mit einer PV ergänzt.

    @Hans Dampf: Danke, dass du immer wieder zu unserer Anfrage zurück referenzierst.

  • Nein, kein so alles in einem Produkt, wenn sowas auf Störung geht, wirds kalt in der Wohnung.
    Wärmepumpe Panasonic Aquarea und für die Spitzenlast die Gasbrennwerttherme.



    Gruß
    Thomas

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid

    28KWh Lifepo4 (32x 280Ah EVE Zellen, REC BMS)

    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • @m@addin:


    Du kannst ja mal sagen, inwieweit nachfolgendes Deine Situation widerspiegelt:


    Du baust ein Haus uns interessierst Dich für verschiedene Variante, hast verschiedene Kriterien, die diese Varianten erfüllen sollen, wobei diese Kriterien nicht klar definiert sind und wechseln. Kernziel ist die Bude zu beheizen und eben die ENEV zu erfüllen.


    Du willst Dir im Internet (hier wird grundsätzlich nur 100% Wahrheit geschrieben, denn sonst stünden die Sachen ja nicht im Internet) Infos holen und bist u. a. hier gelandet.


    Mr. a schlägt Dir Solarthermie und Gas-BW vor
    Mr. b eine BSZ von Viessmann
    Mr. c eine BSZ von Solidpower und Gas-BW
    Mr. d hält auch eine Wärmepumpe für möglich
    Mr. e meint, man könne die Anlage ja noch um eine PV erweitern
    Dem stimmt Mr f zu, Du solltest Dir dann aber auch einen Batteriespeicher zulegen
    Mr. g findet Kaminofen ganz toll, kann man auch machen


    Was machst Du denn jetzt?


    Meine Idee:
    Bei uns hat der OBI Gartenhäuser im Angebot, da kostet eines mit 15m² schlappe 3000 Euro. Kauf das Gartenhaus, stell da die ganze oben empfohlene Technik rein und lass das mit dem Neubau einfach bleiben....


    Je länger Du Dich informierst, desto nebulöser wird der Dschungel und es wird immer schwieriger, eine Entscheidung zu treffen, denn mit neuen Möglichkeiten steigt auch die Gefahr, sich falsch zu entscheiden. Und wer will das schon?

  • Thomas, das war nur in Bezug auf CO2 gemeint.
    Ansonst - Klar, Brennstoffzelle. Damit macht man etwas zur CO2 Reduzierung und Netzentlastung für sich in den eigenen 4 Wänden. Das CO2 werden wir bein Erdgasbetrieb nicht los.

  • Hallo BHKW-Freunde,
    damit es nicht zu kompliziert wird, sollte man sich nur bei einer Firma oder Person Rat holen. Man will es ja nur warm und hell haben und seine weiteren elektrischen Verbraucher zu einem hohen Prozentsatz selbst versorgen. Meiner Meinung nach, gehört bei heutigen Preisen, eine PV auf jedes halbwegs geeignete Dach. Dies gilt gerade im Neubeu, wo ich normalerweise noch viele Möglichkeiten zur Gestaltung der Gebäudehülle habe. Nur die PV garantiert mir eine gewisse Unabhängigkeit und Kostenkontrolle für viele Jahre (> 20). Bei dem, normalerweise durch Dämmung und kontrollierter Wohnraumlüftung stark reduziertem Wärmebedarf, kann dann eine Wärmepumpe günstig betrieben werden, zumal auch niedrige Vorlauftemperaturen durch große Heizflächen kein Problem sind. Ein BHKW hat eher in der Sanierung von Altbauten seine starke Berechtigung, da eine Sanierung über Wärmedämmung und Lüftung sehr aufwendig und damit teuer ist. Leider tauscht man die Abhägigkeit vom Stromhändler, in eine vom Brennstofflieferanten.

    Viele Grüße

    Hololoy


    Senertec Dachs HR 5,3 kW (2004), PV 1: 10 kWp (2008), PV 2: 5 kWp (2009), PV 3: 3,75 kWp mit Eigenstromnutzung (2013), PV 4: 7,5 kWp mit Eigenstromnutzung (2015), Speicherakku stationär: 24V, 10kWh brutto (2010), Zero SR: 13 kWh (mobiler Speicher, 2016), Opel Ampera: 16 kWh (mobiler Speicher mit Wärmeerzeuger, 2013)

  • Nochmal, aber wirklich zum letzten Mal:


    Die BSZ BlueGEN läuft 24 Stunden und 365 Tage im Jahr, egal, ob draußen 34 Grad sind oder -10 Grad. Der BlueGEN ist auch egal, ob sie in einem großen, kleinen, alten oder neuen Haus installiert ist. Sie macht einfach 13.000 kWh Strom. Das ist die technische Möglichkeit, die dieses Produkt JEDEM, der einen Erdgasanschluss hat, eröffnet.


    Wieso nur die PV eine gewisse Unabhängigkeit und Kostenkontrolle garantiert, weiß ich nicht. Ich kenne etliche PV-Anlage, die nach 5 oder 6 Jahren vom Dach sind, weil der Installateur und/oder Hersteller pleite gegangen sind.


    Fast jeden Tag sehe ich während meiner Fahrten durch unser schönes Bundesland PV-Anlage, denen man ansieht, dass diese so gut wie nix mehr bringen, denn die Module sind milchig etc.


    Es gehört zu den ganz modernen und leider dämlichen Märchen dieser Zeit, dass eine PV und eine WP kongeniale Partner sind. Eine PV bringt dann am meisten, wenn ich keine Wärme brauche. Wenn ich Wärme brauche, bringt die PV fast nix, nachts immer nix... Die saldierte Berechnung ist leider absoluter Blödsinn, wer diese als Kriterium und Verkaufsargument ansetzt, hat nicht alle Latten am Zaun. Grüne Träumerei, die am Ende des Tages auch dazu geführt hat, wieso die Energiewende so, wie D sie gemacht hat, grandios gescheitert ist.


    Aber (wollen wir nicht vergessen) wir können uns ja noch einen Batteriespeicher kaufen und die 20 kWh, die eine PV je kWp im ganzen Monat Januar liefert (also immerhin je kWp 0,67 kWh am Tag!!) darin speichern.


    Klar verursacht die Nutzung von Erdgas CO2-Emissionen. Aber verglichen mit Braunkohle arbeitet eine BSZ erheblich sauberer. Und die BSZ ist heute verfügbar, universell einsetzbar und eben nicht aus Wolkenkuckuksheim im Labor absehbar Mitte 2038 testweise verfügbar.


    Es gibt in D bei Beibehaltung des gewohnten Lebensstandards (immer Strom, immer Licht, immer warm) keine einzige Möglichkeit, energieautark zu sein. Ohne Energielieferanten geht es nicht, sei es Gas, Strom, Pellets (Lachnummer, CO2-neutral??) oder was auch immer.


    PV-Anlagen sind nicht grundlastfähig. Wenn ich nachts um 3 pinkeln muss, nützt mir die PV nichts. Die BSZ bringt aber auch dann 1,5 kWh.


    Die ganze Diskussion hier driftet in die typisch deutsche Systematik ab:
    a) Wir haben ein massives Problem und müssen was ändern
    b) Wir haben eine Lösung, die hat 1.255 Vorteile und 3 Nachteile
    c) Wir ändern nix. Die Nachteile sind einfach zu groß.