Bericht zu billig Eigenbau 800W Gas BHKW

  • Molybdän kommt wohl von der Kolbenbeschichtung. Kupfer von Dichtungen oder von Lagerschalen/Buchsen, die haben unter der Gleitschicht meist eine Kupferschicht.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Hier ein paar News von der "Billig-Front".

    Seit 200h läuft der neue Motor. Er nennt sich HQ120 oder QL160 - hat aber wohl 120ccm und wieder einen Aufbau mit Schrägen Zylinder und direkt beölter Nockenwelle. Negativ ist der hohe Ölverbrauch von 5ml/Stunde und schlecht polierte Ventilschaftenden, die an den Kipphebeln zu Verschleiss führen. Andere Schaftdichtungen und Nachpolieren ist sicherlich machbar. Solche Motoren bekommt man von Eberth für unter 100€.

    Auspuff und Ölpumpe samt Ölkanister befinden sich jetzt im Stationären Teil, während die Zündspule samt Encoder/Zünd-Elektronik mit auf die mobile Basisplatte des Motors gewandert ist. Ein Austausch der Motoreinheit ist somit binnen 5min möglich. (4 Schrauben, Abgasschlauch, InjektWasser, Strom, Öl)

    Hier noch ein paar Details zum den Komponenten:


    1, Auspuff:

    Aus folgenden Gründen bin ich von VA wieder zu Kupfer gewechselt. Da das Abgas-Wasser-Gemisch leicht sauer ist, wirkt der Auspuff etwas wie eine Opferelektrode und schützt das Kupferlot am Plattenwärmetauscher. Bei Auspuff-temperaturen von <100°C ist ein Eigenbau mittels Weichlöten kein Problem.


    2. Öl-Zirkulation/Austausch:

    Die jetzige Lösung besteht aus einer billigen Kunststoff-Zahnradpumpe, einem Magnetventil und einem Honda-Ölfilter mit 40µm (vom Dachs oder EcoPower). Damit kann man während der Motor läuft intervallweise Öl filtern und wenn er steht, altes Öl in den Kanister pumpen, um danach durch das gleiche Rohr und das Ölfilter neues wieder in den Motor zu füllen. Schwebepartikel <40µm (Foto) sollten sich im Kanister absetzen. Spätestens nach 8h startet die Zwangsabschaltung einen solchen Zyklus. Saison-Ölwechsel heisst jetzt: alter Kanister raus - neuer rein.


    3. Schwingungsdämpfung:

    Dieser Motor vibriert recht stark, sodass die Originalen Silentblöcke durch neue ersetzt werden mussten. Das Anbringen einer Zusatzmasse oder größere Silentblöcke sind weitere Handlungsoptionen.

    Der Gesamtaufbau aus KS-Wand außen Holzkiste innen und Einfach-Glasplatte oben drauf, ist extrem leise. Ab 3m Entfernung kann man nicht mehr sagen ob er läuft.


    4. Elektrik:

    Die elektrische Verbindung kann, dank integrierter Stabzündspule auf 6 Pole verringert werden. Der originale Generator (Sternschaltung) liefert bei 2400rpm mit 300V schon zu viel Spannung. Ich hoffe ihn (nach Demontage) auch in Dreieckschaltung betreiben zu können. Ziel sind 800W bei 2800rpm. Zur Not muss ich ihn neu wickeln.


    5. Wärmetauscher:

    Die Kombination aus Platten-WT, PKW-Kabinen-WT und Kondensat-Rezirkulation erfüllt seit 1500Bh alle Anforderungen (billig und haltbar). Das Thema Medientrennung erübrigt sich, weil es kein zweites Medium gibt. Dank effektiver Ölabscheidung, ist das Kondensatwasser klar. Das Abgas hat 30°C und sollte durch die Gaswäsche auch ohne Kat NOx-reduziert sein.

  • 1000 Bh im Dauerbetrieb sind geschafft! Laut Oelcheck (siehe Anhang) ist nur Kupfer im Öl erhöht. Mit 500W elektrisch und 2500W thermisch bekomme ich das Haus bis jetzt warm genug.

    Der Wirkungsgrad liegt bei 17%. Kleinere Probleme gabs natürlich. Auf dem Rotor der Wasserpumpe war nach 2000h ein klebriger Belag, der zur Blockade führte. Der liess sich aber abwischen. Der 80°C-Abgasstrahl schneidet sich in Kupfer rein. Wird er in Silikon geführt bzw. durch einen VA-Schwamm (Topfkratzer) diffus gemacht, gibt es keine Probleme.


    Und hier noch ein Video, weils so schön ist, wenn Dinge funktionieren.


  • Saisonende: 1750 Bh geschafft - hier mein Fazit


    Der Stromerzeuger von DeTec DT-IG2000 für 250€ ist das beste je von mir getestete Aggregat. Mit Motoren mit Stahl-Laufbuchse, horizontaler Welle und geneigtem Zylinder (ca. 30°) macht man offenbar nicht viel falsch.

    Auf 500W gedrosselt ist der 120ccm-Motor ohne Ausfälle mit 16% Wirkungsgrad bei 2400rpm durchgelaufen.

    Der Generator-Start erlaubt 24/7-Betrieb mit automatischen Stops zur Ölauffrischung alle 4h. Der Ölverbrauch ist mit 1.5ml/h hoch. Vermutlich durch Anlagerungen der Sulfat-Asche des "low ash"-Öl Addinol 10W40 MD-1049 LE reduziert sich zwar innerhalb der ersten 100Bh die Leistung um 20%. Danach bleibt sie dann aber stabil, bzw. fluktuiert um diesen Wert.

    Arbeit gab es nur mit den Peripheriekomponenten.


    1. Auspuff: blankes Kupfer im direkten Wasser-Abgas-Strahl wird mit 0.7mm pro 300h abgetragen. Edelstahl, Silikon oder Verzinnung sind Optionen zu Erhöhung der Standfestigkeit


    2. Ölpumpe: Zahnradpumpen mit Untersetzungsgetriebe (ZC-A210 ) neigen zum Getriebeschaden. Besser sind die direkt angetriebenen Pumpen (KGP001).


    3. Injekt-Wasser-Pumpe: Diese BLDC-Pumpen 12V 5W sind gute Dauerläufer. Trotzdem musste sie 2x gereinigt werden.


    4. Öl-Abscheider: nach 1750h musste er von 200ml Öl-Dreck gereinigt werden. (siehe Bilder) , weil die Injekt-Wassermenge sank.


    Die nächsten Entwicklungsziele bis zum Herbst wären außerdem:

    1. Steigerung von Leistung und Wirkungsgrad durch Entdrosselung (z.B. 800W @ 18%)

    2. Vibrationsberuhigung durch mehr montierte Zusatzmasse

    3. Leistungsmodulation 1:1.5 über die Drehzahl



  • Vielen Dank für die spannenden Berichte zu diesem Selbstbauprojekt!


    Dazu zwei technische Fragen:

    - Wäre es möglich den Schaltplan des Energiewandlers (300V AC --> 48V DC) zu bekommen?

    - Frage: (Wie) Lassen sich Benzinmotoren auf Erdgas umstellen? Was muss man z.B. bzgl. Gasanschluß, Zündung/Zündkerzen, Vergaser, etc. ggf. umbauen?


    Mit besten Grüßen,


    Oliver

  • Hier die Doku für den Energiewandler: Schaltplan und Bord

    SiC-Technik macht das Leben so leicht :-). Erläuterungen besser im Chat.


    Gasumstellung: (technische Möglichkeiten - keine Bauanleitung)

    Der Vergaser wird durch eine Venturi-Düse ersetzt. An der - durch eine Fachfirma gesetzten Gassteckdose - kann man einen Nulldruckregler mit Sicherheitsventil anschließen. Die Verbindungsleitung dazwischen agiert als Unterdruckleitung. Der Vorteil von Unterdruck ist, dass nie Gas ausströmen kann. Die Gemischeinstellung geschieht über ein einstellbares Drosselventil.

    Die Benzin-Zündkerzen finden Gas zwar etwas hitzig, arbeiten aber offenbar klaglos über eine Saison. Die Zündenergie muss höher als bei Benzin sein. Gut eignen sich Stabzündspulen vom Auto.

    Trotz aller Sorgfalt würde ich sowas nur im Freien betreiben - nachdem ein Fachmann das für sicher befunden hat. Das ist auch akustisch die bessere Lösung.

    Dateien

    • bldc.pdf

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    • bldcbrd.pdf

      (118,92 kB, 9 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

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