Kürzung des KWK-Zuschlags durch Netzbetreiber

  • Es sei denn, Du meldest konkrete Zeiten. Wenn Du meldest, dass alle infrage kommenden Zeiten zu Deinem "Nachteil" abgerechnet werden sollen, braucht es dafür keinen Beweis - eben weil Du auf alles verzichtest. Nur wenn Du Dich nicht erklärst, greift die Pauschalierung aus dem KWKG. Beweisen kannst Du mit einem Einsatzstundentagebuch, einem Auszug aus dem Steuerungsprotokoll des BHKW oder mit einem Lastgangzähler. Eine RLM ist nur eine Art den Beweis zu führen... Eine sehr rechtssichere aber auch teure, an der der Netzbetreiber verdient, weshalb er nur diesen Weg kennen will...

  • Gerade das 3. Telefonat mit deiner Argumentation geführt.

    Antwort war, das die realen mengen die selbstverbraucht bzw. eingespeißt wurden nicht konkret erfaßt werden könnten und daher eine Pauschalierung anzuwenden sei....

    Welcher Netzbetreiber erkennt eure Argumentation an, dann geb ich die mal an...

  • Eine RLM ist nur eine Art den Beweis zu führen... Eine sehr rechtssichere aber auch teure, an der der Netzbetreiber verdient, weshalb er nur diesen Weg kennen will...

    Ich glaube nicht, dass der Verdienst als Messstellenbetreiber die Hauptmotivation ist. Es ist eher die Unsicherheit und man will nichts verkehrt machen, insbesondere nicht irgendwelche rechtlichen Vorgaben salopp (d.h. nur mit gesundem Menschenverstand) umsetzen, sondern alles buchstabengetreu und extra pingelig angehen.


    Das mag auch daran liegen, dass unsere Netzbetreiber als Verwalter von EEG und KWKG Schiss haben, dass ihnen die Abrechnung um die Ohren fliegt, wenn der Rechnungsprüfer sagt: also das hier kann ich nicht so anerkennen. Dann bleiben sie nämlich auf diesem Posten sitzen und werden eben nicht aus dem großen EEG- bzw. KWKG-Topf rückerstattet. Wenn mal Rechtssicherheit (Gürtel und Hosenträger) besteht, dann sollte es auch kein Problem für die vorsichtigeren Charaktere unter ihnen sein, neben der Hauptlösung auch die etwas ungewohnten Varianten zu gehen.


    Dazu braucht man aber jemanden, der das vor Gericht durchficht oder ein Verfahren bei der Clearingstelle anstößt. Wer macht das wegen rund 200 Euro?

    Praktischer finde ich den Ansatz, jetzt in der Phase von Kohleausstiegsgesetz, EEG-Novelle und KWKG-Anpassungen dafür in einer Grasswurzelbewegung dafür zu sorgen, dass unsere Politiker in Berlin den Punkt einer Bagatellgrenze (z.B. 100 kW) nicht noch mal vergessen. Es ist glaube ich effektiver, für eine kleine Gesetzesänderung zu kämpfen (die damals an sich unstrittig war, aber schlicht vergessen wurde), als eine dämliche Formulierung zu akzeptieren und durch wenig effektive Klimmzüge zu versuchen das Schlimmste glattzufeilen.


    Gruß,

    Gunnar