Vorsteuerabzug

  • Hallo ihr alle,
    ich lese schon länger fleissig mit, dies ist nun mein erster Beitrag.
    ich wohne in einer Eigentumswohnung in einem Haus mit 4 Wohneinheiten. Nun wollen wir uns dieses Jahr ein BHKW anschaffen, sehr wahrscheinlich ein ECOPOWER. Wie gesagt habe ich schon fleissig mitgelesen. Es war nun schon ein Steuerberater bei uns, der dann alleerdings 2 Wochen später meinte, die ganze BHKW-Geschichte ist ihm zu kompliziert und außerdem ist so vieles diesbezüglich noch ungeklärt, da wäre es ihm recht, wenn er uns nicht beraten würde. Beim Gespräch kam es aber so raus, daß wir eine GBR gründen könnten und uns gegenseitig Strom und Wärme verkaufen könnten plus den externen Strom an das EVU . Allerdings müßten wir für alles 3 Sparten Mehrwertsteuer an das FA bezahlen. Das erachteten wir als unbefriedigend. Aber dann könnten wir die komplette Mehrwertsteuer wieder herausbekommen.
    Jetzt aber die eigentliche Frage:
    Wenn nun die GBR das Gas bezieht, kann sie dann die bezahlte Mehrwertsteuer für das bezogene Gas ebenfalls wieder erstattet bekommen oder nicht? Wenn ja, dann wäre ja die interne Verrechnung von Wärme und Strom finanziell unschädlich, denn dann würde man ja die Mehrwertsteuer halt hier bezahlen, irgendwie am Ende vom Jahr.
    War das verständlich?
    Bekannte von mir haben es so gemacht: Sie haben einen Dachs. Sie haben ebenfalls eine GBR. Sie haben ca. 6-8 % der Mehrwertsteuer erstattet bekommen, weil dies der gewerbliche Anteil ist. Das errechnete sich so. Elektrischer Wirkungsgrad ca. 25 %, davon werden 75 % selber verbraucht, übrig bleiben 25%. Das ergibt von der Gesamtsumme ca. 6-8 %. Das FA war einverstanden.
    Oder ist es besser ganz privat zu wirtschaften ohne Vorsteuerabzug? Denn dann kann man ja die vom EVU bezahlte Mehrwertsteuer behalten, stimmts?


    Grüße Martin

  • Also ich selbst betreibe meinen Dachs gewerblich und rate auch jedem dazu. Das ganze soll einmal transparent dagestellt werden :


    http://kwk-infozentrum.info/wi…php?title=Portal:_Steuern


    Das Problem ist, obwohl Fachkräfte auch hier im Forum zur Verfügung stehen, haben diese "keine Lust". Ist schade, ich jedenfalls finde es toll KWK Anlagen Einsatz zu fördern, es ist ja auch unsere gemeiname Umwelt und Zukunft.



    Ich mache schon was ich kann, aber Zaubern kann ich nicht.

  • Hallo Lff,


    sicherlich kannst Du Geld einnehmen und in die rechte Hosentasche stecken. Ob es sich lohnt, wenn Du diese Geld dann später aus der linken Hosentasche wieder ausgeben musst, ist natürlich zu überlegen. Auf jeden Fall wird sich die Hose dabei abnutzen.


    Auch wenn sich der Steuerberater zurückziehen möchte, eine Frage musst Du ihm noch stellen.


    Zu welchem Ergebnis führt es, wenn ich regelmäßig mehr Umsatzsteuer ertattet bekomme, als ich an das Finanzamt abführe?


    Ich denke die Antwort wird Dir die nötige Klarheit schaffen.





    Mit freundlichen Grüßen

  • Ich habe leider vergessen zu erwähnen, das wir hier auch Personen haben, die keinerlei Ahnung haben.......


    Die steuerliche Behandlung bringt zusätzliche Gewinne, z.B. weil Wartungskosten Reparaturkosten, Brennstoffeinsatz u.a. zumindest zum Teil Umsatzsteuerfrei sind und Einkommenssteuerlich gewinnmindernd sind.

  • Zitat

    Original von Dachsfan


    Das Problem ist, obwohl Fachkräfte auch hier im Forum zur Verfügung stehen, haben diese "keine Lust". Ist schade...


    Ich gehe mal davon aus, dass das ein Seitenhieb in meine Richtung sein sollte, da ich mich im Wiki nicht beteilige. Sieht man die Beiträge im Wiki etwas genauer an und kennt meine Meinung zum Dachs im Verhältnis zu anderen BHKWs dann kann man sich sehr schnell denken, dass das nicht meine Baustelle ist, obwohl ich sehr zufrieden mit meinen 2 Dachsen bin. (Nachteile Dachs nur sehr nüchtern und kurz gehalten, viele Allgemeine Beiträge bei denen es nicht unterlassen wird auf den Dachs hinzuweisen was für ein Wiki völlig fehl am Platz ist, Bei sämtlichen anderen BHKWs wird ohne unterlass auf deren vermeindlich negativen Aspekten wertend hingewiesen) Sorry Fan das musste mal raus, vielleicht ist es ja ein Ansporn die Beiträge diesbezüglich mit einer etwas neutraleren Brille zu betrachten.


    Und nun wieder zurück zu Thema Steuer:
    Einkommensteuer:
    Die GBR sollte so ausgelegt werden, dass Sie einen kleinen Gewinn erzielt, sonst wird der GBR-Betrieb vom FA zum Hobby erklärt.
    Umsatzsteuer/Vorsteuer:
    Auch hier muss per Saldo in absehbarer Zeit ein Umsatzsteuer-Überschuss angestrebt werden.


    Allgemein gilt: Wenn ein Betrieb, z. B. eine GBR, Umsatzsteuerpflichtig ist, dann muss sie die gesamten Leistungen die sie erbringt, z. B. lieferung von Wärme und Strom, der Umsatzsteuer unterwerfen, die Kunden müssen also auf den Wärme und den Strompreis MWSt zahlen. Im Gegenzug sind alle bezahlten Vorsteuern der GBR im Bezug auf die Umsätze wieder vom Finanzamt zurück zu erstatten. Beim BHKW-Betrieb also nicht nur die Vorsteuer aus der gesamten Anschaffung sondern auch während des gesamten Betriebes (Brennstoff, Wartung, Schornsteinfeger etc.)


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Zitat

    Original von Dachsfan
    I
    Die steuerliche Behandlung bringt zusätzliche Gewinne, ...


    ... und Einkommenssteuerlich gewinnmindernd sind.


    Wenn dem auf Dauer so ist, dass eine GBR wie oben erwähnt Verluste macht, dann ist der Betrieb wie oben erwähnt Hobby und wird vom FA nicht mehr anerkannt.


    Grüße


    Bruno

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  • @ Bruno, Deine Antworten sind perfekt, mit Ausnahme des "Seitenhieb" und der angeblichen Schieflage zu Gunsten Senertec .


    zum ersten sei gesagt, das nicht nur Du Dich in diesem Gebiet auskennst, aber es in der Tat sehr schade ist, das Du Dich nicht wenigstens ein kleines bischen beteiligst. @:-


    zum letzten sei gesagt, das ich persönlich diese Wiki wollte und gerade mehrere Autoren diese angebliche Schieflage beseitigen sollen, wenn sie den bestehen sollte. Die Plattform steht zur Verfügung, Aureden gelten also nicht. Nicht mitmachen aber nörgeln...was soll ich davon halten oder dazu sagen.....


    Wenn Dir etwas nicht gefält, es gibt Diskusionsseiten zu jeder Seite, wenn sachgerecht vorgetragen wird, wirds geändert, ausserdem kannst Du ( fast ) jeden Beitrag selbst ändern. Die Wiki soll neutral sein und dafür setzte ich mich ein. Aber ich erwarte auch fair Play von anderen, aber bitte nicht ich spiel nicht mit .....aber kritisiere. @:-

  • Hi Fan,


    hast nicht ganz unrecht, wenn Du kritisierst dass ich meckere aber nix dafür tue. Ähnlich habe ich auch schon argumentiert, wenn mich jemand gefragt hat, warum ich in der Katholischen Kirche bin wo ich doch das eine oder andere kritisiere: Meine Antwort war ähnlich: ich kann nur was an dem System ändern, wenn ich aktiv dabei bin.


    Wie Dir aber per PN mitgeteilt gibt es weitere Gründe nicht mitzumachen die ich hier nicht breittreten will. Aber eins verspreche ich Dir: auf den Diskussionsseiten wirst Du sicher die eine oder andere konstruktive Kritik und Anregung von mir finden.


    Grüße


    Bruno

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  • Hallo Bruno,


    so soll es auch sein, zuviel Einseitigkeit schadet. Was wir brauchen sind Argumente aus allen Richtungen.


    Trotz Ärger denk immer daran, das Leben hat nicht nur Schattenseiten es hat auch Nachteile.



    Mit freundlichen Grüßen

  • Zitat

    so soll es auch sein, zuviel Einseitigkeit schadet. Was wir brauchen sind Argumente aus allen Richtungen.


    Du bist herzlichst eingeladen !! ^^ (y) :D


    Aber bitte versuch auch fair zu bleiben, nicht immer auf KWK Anlagen rumprügeln, das ist auch nicht fair @:-

  • Moin Moin,


    bei mir ist die Sachlage ähnlich wie beim Fragesteller, deshalb nochmal Nachgebohrt!!


    Wenn die Gesellschafter der GBR für Eigenverwendung Wärme und Strom entnehmen muß diese ebenfalls Versteuert werden ???


    MfG

  • die Sichtweise von Dachsfan im Wiki ist in Frage zu stellen und wurde hier im Forum bereits umfangreich diskutiert, bitte die Suchen-Funktion nutzen.


    Es ist m. E. irrelevant ob eine GBR Waren entnimmt als Eigenverbrauch oder ob die GBR die Waren an deren Mitglieder verkauft entsteht für den Käufer, Entnehmer Mehrwertsteuer, und nur für Waren wo Mehrwertsteuer beim Verkauf oder der Entnahme entsteht kann auch im Gegenzug bei der Herstellung Vorsteuer geltend gemacht werden.


    Grüße


    Bruno

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  • Also ich weiß nicht was Bruno meint @:pille


    Ich habe doch geschrieben das, wenn der Brennstoff Umsatzsteuer befreit wird, muss der Strom wieder mit Umsatzsteuer belastet werden. Die Einkünfte müssen gewinnerhöhend gebucht werden.
    Die Wärme natürlich auch.
    Von „http://kwk-infozentrum.info/wiki/index.php?title=Stromversorgung_der_Mitbewohner“


    Wenn es unklar in der Wiki steht und Ihr Euch einmal angemeldet habt, könnt Ihr es einfach ändern. Dafür wäre ich Euch dankbar, denn das ist es ja was wir wollen. Siehe:


    http://kwk-infozentrum.info/wiki/index.php?title=Grundsatz

  • Hallo,
    ja, es ist mir schon klar, dass es das Prinzip linke Tasche, rechte Tasche ist, und daß sich evtl. die Hose abnutzt.
    Die Frage in unserer GBR war halt, wie ist es mit dem Vorsteuerabzug?
    Wenn die komplette Mehrwertsteuer zurückerstattet wird, dann muß innerhalb der GBR alles versteuert werden. So weit alles klar.
    Wenn man nun aber für das erhaltene Gas im Gegensatz zum Normalmensch letztendlcih keine 19% Steuer bezahlen muß ist doch das abführen der Mehrwertsteuer für den verkauften Strom, für den internen Strom und für die Wärme finanziell unschädlich, oder? Das ist das Prinzip der 2 Taschen. Aber ich erhalte die Mehrwetsteuer zurück.
    Ihr schreibt, man soll einen kleinen Gewinn erwirtschaften.
    Was geht denn da ein? Die vermiedenen Strombezugskosten auch?


    Gruß Martin

  • Fan ,
    ich meine die generelle Sichtweise was den Verkauf von Strom im Haus angeht. Thema Objektnetzbetreiber, Verkauf an dritte etc.
    Meine Meinung war und ist: Jeder muss Miteigentümer der Anlage sein, um Strom davon nutzen zu können, sonst wird der Verkäufer zum EVU . Bei Wärme ist das gesetzlich anders geregelt und ist nicht übertragbar! Bitte nicht hier darüber weiter diskutieren sondern Suchen-Funktion nutzen und an entsprechender Stelle diskutieren, da ist schon zuviel geschrieben worden.


    Grüße


    Bruno

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  • Zitat

    Original von Lff


    Ihr schreibt, man soll einen kleinen Gewinn erwirtschaften.
    Was geht denn da ein? Die vermiedenen Strombezugskosten auch?


    Woraus der Gewinn gemacht wird spielt keine Rolle. Die GBR insgesamt mit dem Betrieb des BHKW muss Gewinn machen.


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • @ Bruno, also ich gehe mit Dir konform, das dies hier nicht Thema ist, da es ja eine GbR ist.


    Aber um Dir nicht zu viel Recht zu geben, widerspreche ich Dir eine GbR kann auch ohne Gewinnerzielungsabsicht die Mehrwertsteuer verrechnen. :D


    Die GbR ist ja in Wirklichkeit lediglich eine Betreibergemeinschaft, also viele haben das durchgesetzt. Aber ich stimme Bruno zu, am besten ist ein winziger Gewinn, damit es nicht zuviel Streß gibt :D