Bluegen: Meine Berichte zu Planung und Betrieb

  • Heute bekam ich folgende Mail:

    Ich habe jetzt gesehen, dass das BlueGEN seit dem 14.09.2019 keinen Strom mehr produziert hat.

    22 kWp Anlage
    2x STP 9000TL-20
    1x SB 4000TL-21
    Mit ecoBATT47 Speicher von ecopowerprofi (47 kWh nutzbar) 3x SI 6.0h-11
    Seit dem 09.03.17 ergänzt mit dem BlueGEN :thumbsup:

    Model 3 Performance

  • Moin zusammen,


    ich wollte mal fragen wie es den den BlueGen Betreibern hier so nach knapp zwei Jahren geht?

    Laufen die Geräte konstant oder gibt es häufig Fehler?

    Stimmen die Zahlen nach zwei Jahren noch (Verbrauch, Ertrag)?

    Wie schnell ist der Service, wenn es Probleme gibt?


    Hatte gestern angefangen im Fred zu lesen und sehe gerade die Meldung von KaJu - das ist natürlich bitter.

    Sollte aber wohl unter Garantie geregelt werden.


    Bei mir steht wohl ein Wechsel von der kompakten Vitovalor 300-P auf eine "zerlegte" Anlage mit

    Brennstoffzelle, Brennwert-Therme und WW-/Pufferspeicher an.

    Nun schaue ich ob es eine Viessmann PA-2 oder eben z.B. ein BlueGen wird.


    Die Story dahinter ist etwas kurios oder grausam, wie man es nimmt.

    Ein kurzer Abriss wie es dazu kam, wobei das vermutlich ein Einzelfall bleiben dürfte:


    Meine Ölheizung war letztes Jahr fällig und da kam es mir gelegen, dass die Vitovalor als recht kompaktes

    BSZ+Heizgerät gerade so in meinen recht niedrigen Keller passte.

    Die Schnarchnasen vom Heizungsbauer haben dann volle 5 Monate gebraucht, von Vertragsunterschrift bis

    Inbetriebnahme. Personalmangel dürfte der Grund gewesen sein, denn angeblich hat der Betrieb im Großraum

    Hannover die meisten Anlagen installiert, sollte also wissen wie es geht.

    Die Anlage lief dann von November 18 bis Februar 19 problemlos, Wärmeabgabe reichte massig (Einfamilienhaus,

    200 m2, Fußbodenheizung, 4 Personen) und nahezu jeden Tag wurden ca. 16 kWh produziert.

    Also alles schön am Ende.


    Ende Februar ging die BSZ in einen Fehlerstatus (Spitzenlastmodul lief normal weiter), der nach knapp einer Woche

    von Viessmann behoben wurde (der HB durfte nicht an die BSZ, hat sich aber eh nicht groß gekümmert).

    Dabei stellte der Techniker fest, dass die Zirkulation falsch angeschlossen war.

    Kurze Zeit später hatte das unser Heizungsbauer korrigiert und alles schien ok zu sein.


    Als wir dann Ende April aus dem Urlaub zurück kamen, stand der ganze Keller unter Wasser und die BSZ war zerstört

    (hatte wohl Wasser angesogen, das Spitzenlastmodul lief zum Glück immer noch).

    Was war passiert? Der Monteur hatte eine Verbindung in der Kaltwasserleitung nicht gepresst, nur zusammengesteckt.

    Warum das 6 Wochen gehalten hat ist ein Rätsel, leider ging es erst in unserer Abwesenheit auseinander.

    Zum Glück zahlt die Versicherung den Schaden, aber das zieht sich seit 4-5 Monaten hin und kommt nun endlich zum Ende.


    Tja nun stellt sich heraus, die 300-P wird nicht mehr verkauft und das Nachfolgemodell PT-2 passt nicht in unseren Keller

    wegen etwas mehr Bauhöhe und geänderter Abgasführung.

    Nun hat man mir die PA-2 als Einzelgerät vorgeschlagen, wo ich neben der BSZ noch einen WW-/Puffer-Speicher und eine

    Brennwert-Therme installieren muss.


    Die Vorstellung nun statt einem etwas größeren Gerät 3-4 Komponenten zu haben gefällt mir nicht so richtig.

    Aber wenn es sein muss, so kam dann die Überlegung, gleich ein Gerät mit mehr elektrischer Leistung zu nehmen,

    wenn ich sowieso eine extra Therme brauche. Denn ein E-Auto haben wir auch und nutzen es fleissig.

    PV mit Speicher haben wir auch schon länger, aber nur eine kleine Ausführung (4 kWp, 8 kWh Speicher brutto) mangels

    "schattenfreiem" Platz auf dem Dach.


    Wir überlegen also ob wir nun weniger thermische und mehr elektrische Leistung nehmen oder wie bisher anders herum.

    Die Preise liegen glaube ich nicht sooo weit auseinander.


    Daher also die Frage, wie läufts mit dem BlueGen 1.5 ?

    Freue mich über Eure Kommentare.


    Viele Grüße,

    Martin

  • Hallo Kaju,


    also ist nach 2 1/2 Jahren der Stack fritte.... Hoffentlich ein Einzelfall, ansonsten wird das sehr teuer für Solidpower.


    Berichte mal bitte, was denn so passiert. Bei uns machen die Anlagen derzeit nix außer Strom, wir hatten noch keine einzige Störung, aber die älteste Anlage ist auch erst 1 1/2 Jahre alt....

  • Hans_Dampf : Deshalb bereite ich ja sofort darüber.


    Ich hoffe, jetzt einen verbesserten Stack zu bekommen, habe aber keine Bestätigung darüber bekommen.

    martin123

    Nicht Garantie, aber Vollwartungsvertrag.

    Bis zu dem Ausfall lief es konstant und nach den Vorgaben.

    22 kWp Anlage
    2x STP 9000TL-20
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  • KaJu74 ich habe das alles mit großem Interesse gelesen. Ich habe in meiner Firma selbst bereits eine PV Anlage mit 37KW auf dem Dach, welche mir durch Eigenverbrauch bereits eine ordentliche Ersparnis einbringt. Das meiste speise ich allerdings ein, da wir nichts produzieren. Mit einer Brennstoffzelle könnte ich die 600W, die immer bei mir anfallen (diverse Server), sehr gut abdecken.

    Was ich allerdings nicht ganz verstehe, wenn ich den erzeugten Strom der Brennstoffzelle einspeise bekomme ich ja irgendwas um die 11 cent vergütetet (8 cent KWK, ca 3 cent Marktpreis, ca 0,5 cent wegen Nichtnetznutzung) bei kosten von ca 9 cent (Gaskosten für die Produktion von 1 KWh Strom). Was ich noch nicht ganz umreise, wenn ich den erzeugten Strom selbst nutze bekomme ich durch das KWK 4 cent, habe aber Kosten von 9 cent für die Erzeugung. D.h. mein Eigenverbrauch kostet mich dennoch 5 cent/ KWh Strom. Damit wäre ich ja schlechter gestellt als mit PV, da kostet mich der Strom nichts.

    Wo ist jetzt mein Denkfehler

  • Nun ja, in Deinem Fall macht dann die BSZ keinen Sinn.


    Bei Leuten, die den Strom nachts nicht geschenkt kriegen, den die PV nicht liefert und der dann vom Versorger kommt, ist die BSZ eigentlich nicht so übel.


    Wenn eine kWh Bezugsstrom 25 Cent kostet und jemand die dann auch noch bezahlen muss, hat er Kosten von 25 Cent


    Wenn er jetzt eine BSZ hat, packt er Erdgas für 6 Cent rein, kriegt 4 Cent KWK-Zuschlag, macht also 2 Cent Miese. Da er aber diese eine kWh nicht kaufen musste, hat er noch 25 Cent gespart. Also 23 Cent verdient, Erstattung Energiesteuer 0,55 Cent, Vollwartung 4,3 Cent. Also bringt die BSZ 19,25 Cent bei einer kWh Eigenverbrauch.


    Eigenverbrauch kann doch nur dann stattfinden, wenn Verbrauch da ist. Prinzip verstanden?

  • Hans_Dampf

    Ich muss vllt hinzufügen, wir haben tagsüber einen Stromverbauch von um die 2 bis 3 KW die Std. das deckt die PV meistens ab, da selbst bei schlechtem Wetter die 37 KW ausreichen. Laut Datenlogger bin ich bei 52-56% Autarkiegrad im Jahr (ohne Akku). Mich stört nur extrem, dass ich Nachts und im Winter eben viel mehr Strom beziehen muss auf Grund der kurzen Tage.

    also nachts würde es mir schon was bringen, da ich da ja aktuell die 25 cent definitiv zahlen muss, aber ich stimme Dir zu, prinzipiell sollte ich immer alles was die BSZ liefert verbrauchen. Dadurch spare ich mehr als sie mir mit einer Einspeisung bringt. Die PV bringt mir bei Eispeisung 12 cent allerdings brauche ich da keine 9 cent für die Produktion des Stroms. Nur um mir in den dunklen Stunden Strom kostengünstig zu produzieren ist das dann schon ein teures Spielzeug. Da lässt sich nicht allzuviel schön rechnen.

  • toralt, eine Frage ist auch noch ob Du die (Ab-)Wärme der Brennstoffzelle z.B. zum Heizen nutzen kannst. Wenn ja, sparst Du da auch noch ca. 0,9 kWh Erdgas pro Betriebsstunde. Wenn es im Wesentlichen darum geht, nachts und im Winter die 600 Watt für die Server abzudecken UND Du die Wärme nutzen kannst, könntest Du alternativ auch über eine Vitovalor nachdenken, weil die weniger kostet und sich anders als die BlueGen einmal am Tag (so lange der Strom aus der PV für den Betrieb ausreicht) ausschalten lässt. Das spart Erdgas. Wenn Du aber die Wärme nicht (oder kaum) nutzen kannst, ist Kraft/Wärmekopplung wohl einfach nichts für Dich.


    In diesem besonderen Fall solltest Du vielleicht wirklich mal nachrechnen, ob nicht doch ein Stromspeicher in Frage kommt. Ich würde den (um Investitionskosten zu sparen) probeweise so knapp auslegen, dass er gerade mal die Server versorgen kann, wenn die PV nachts nichts liefert: Also mit ca. 12 bis 16 x 0,6 = 7,2 bis 9,6 kWh nutzbarer Kapazität und – wegen des Wirkungsgrads – einem Wechselrichter mit vielleicht 1 kW max. Leistung (falls es sowas gibt). Unter wirtschaftlichen Aspekten bin ich an sich kein Freund von Stromspeichern, aber bei einem so regelmäßigen Verbrauchsprofil könnte man sich das zumindest mal ansehen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • sailor773 bzgl der Vitovalor. prinzipiell halte ich diese auch für die bessere Heiztechnik, da sie wegen des Heizens und nicht wegen des Stromes entwickelt wurde. Aber die ganzen PEM BSZ haben ein Problem, mit einer konventionellen Heizung (Heizkörper) sind sie nicht ganz so gut zu gebrauchen. Die Rücklauftemperatur muss unter 50° sein. Ich bin mir leider nicht so ganz sicher, ob ich meinen Vorlauf so weit runter drehen kann um dieses Kriterium zu erfüllen. Aktuell haben wir 60 Grad Vorlauf eingestellt (früher waren es 70) und das geht im Winter noch. Wenn ich weiter runter gehe hab ich etwas Bedenken, dass es nicht mehr warm genug wird.

    "

    Datenblatt
    Folgende Voraussetzungen müssen für den Betrieb von Vitovalor 300-P eingehalten werden:

    ■ Gasqualität: Erdgas E oder LL
    ■ Rücklauftemperatur Heizkreis < 50 °C

    ■ Mindesttemperatur im Aufstellraum > 3 °C

    ■ Aufstellhöhe < 1000 m über NN

    "

    Da müsste ich mir mal einen Experten zu rate ziehen, wie groß man die Spreizung einstellen kann.

  • Heute wurde der Stack gewechselt.

    Jetzt dauert es wieder 2,5-3 Tage, bis er aufgeheizt ist und Strom produziert.


    Der Wechsel hat rund 2,5 Stunden gedauert.

    22 kWp Anlage
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  • Die Rücklauftemperatur muss unter 50° sein. Ich bin mir leider nicht so ganz sicher, ob ich meinen Vorlauf so weit runter drehen kann um dieses Kriterium zu erfüllen. Aktuell haben wir 60 Grad Vorlauf eingestellt (früher waren es 70) und das geht im Winter noch. Wenn ich weiter runter gehe hab ich etwas Bedenken, dass es nicht mehr warm genug wird.

    Völlig klar. Die Info hatten wir noch nicht.


    Bei einem Wohnhaus könnte ich Dir jetzt noch raten, einen hydraulischen Abgleich machen zu lassen. Unter Umständen kann man damit die Vor- und Rücklauftemperaturen runterbringen. Aber ob das im Fall einer "Firma" überhaupt Sinn macht ist aus der Ferne schwer zu sagen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • So, ich sehe gerade, das BlueGEN liefert seit gestern 19:20 Uhr wieder Strom!

    Es ist übrigens ein baugleicher Stack eingebaut worden, die Weiterentwicklung ist im aktuellen 15er verbaut und passt nicht in den 10er.

    Das der Stack, wie bei mir, wirklich Tod war, hatte der Techniker noch nicht erlebt.

    Meistens konnte man ihn aus der Ferne wieder zum Laufen bringen, mit anderen Einstellungen.

  • Gratuliere!

    Das der Stack, wie bei mir, wirklich Tod war, hatte der Techniker noch nicht erlebt.

    Na dann hoffen wir mal das Beste...

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Auch interessant: Die BSZ braucht selber Strom für Ihren Betrieb und zum Anfahren bis zu 30 Stunden. Wichtig wäre die Frage, wie viel Strom die Maschine denn braucht.... wäre evtl. interessant für die W-Berechnungen.... Und 30h Anfahrtszeit sind angesichts des Zustandes der Stromnetze irre lange... Wie sollen da die 8.760 Vbh zustande kommen?


    Bei uns war es Bauchgefühl, die Finger von der Maschine zu lassen, dieses Bauchgefühl weicht immer mehr der Gewissheit

    Hallo in die Runde.

    Auch wenn ich mit unserer, für Einfamilienhäuser, überdimensionierten Anlage vielleicht fehl in dieser Diskusion bin möchte ich unsere Erfahrungswerte mit einbringen, was unsere Stacktechnologie betrifft.

    1. Laufzeit unseres NT-PEM-Stacks beträgt beim Kunden 30.000h --> Laufzeit über die letzten 10 Jahre immer wieder getestet und bestätigt. Danach ist er nicht kaputt, aber in der Leistung soweit degradiert, dass wir gegen einen regenerierten austauschen (in der Vollwartung enthalten :)).

    2. Kaltstartdauer bei unserer Anlage 1h :)

    3. Das ganze Thema ROI würde ich gerne einmal detailliert aufschlüsseln, unsere Anlage natürlich inklusive, und möchte Fragen, ob es dazu schon ein Thema im Forum gibt oder ob ich ein neues erstellen soll.

    Zum Beispiel unter dem Titel "ehrliche ROI-Berechnungen von Brennstoffzellen-BHKW" ;)


    Beste Grüße aus Berlin