Mehrfamilienhaus Erdgas BHKW Auswahl

  • Hallo zusammen,


    aktuell wird unsere Wohnung gebaut. Diese ist eine von 5 Wohnungen a ca. 90qm. In der Baubeschreibung ist angegeben, dass ein BHKW verbaut wird.


    Erdgasanschluss ist gelegt, soweit so gut. Jetzt habe ich erfahren, dass ein Vissmann Turbotwin 300 mit 1200l Pufferspeicher verbaut werden soll.


    Ich weiß, dass ein BHKW möglichs viel Laufzeit haben muss um rentabel zu sein, aber Gefühlsmäßig sind die 1kW elektrisch zu klein dimensioniert und der Zusatzbrenner wird viel laufen.


    Könnt ihr mir sagen ob ich mich irre? Habe im Netz bisher leider nichts dazu gefunden.


    Vielen Dank im Vor raus :thumbsup:


    Jährlicher Stromverbrauch: geschätzt: 15.000kWh
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: habt ihr Tipps wo ich den berechnen lassen kann?



    Derzeitige Heizung --> NEUBAU
    Energieträger der Heizung: Erdgas
    Alter und Typ der der Heiztechnik: -
    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: Nein
    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: 1200l
    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: nicht bekannt
    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: 24h Server mit 350W
    Hydraulischer Abgleich durchgeführt:nicht bekannt
    Temperaturen der Heizkreise: nicht bekannt
    Art der Heizkörper: Fußodenheizung



    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 450qm, 8 Erwachsene
    Art und Baujahr der Immobilie: Neubau, Massivhaus (Ziegel) kein kwk Standard
    Erfolgte Modernisierungen:
    Weitere geplante Modernisierungen:
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei:
    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: vorhanden
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich:

  • Moin @Hex,

    Jetzt habe ich erfahren, dass ein Vissmann Turbotwin 300 mit 1200l Pufferspeicher verbaut werden soll.

    "Viessmann Turbotwin"? Kenne ich nicht. Ich nehme an, es handelt sich um ein Vitotwin 300 mit ca. 6 kW(th) und 1 kW (el). 1200 l Pufferspeicher ist für dieses Gerät relativ viel Speichervolumen, aber OK.

    Ich weiß, dass ein BHKW möglichs viel Laufzeit haben muss um rentabel zu sein,

    Viel Laufzeit bedeutet, dass über viele Stunden (günstiger) BHKW-Strom zur Verfügung steht. Wenn dieser weitgehend selbst verbraucht wird, wirkt sich das positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus.

    Gefühlsmäßig sind die 1kW elektrisch zu klein dimensioniert und der Zusatzbrenner wird viel laufen.

    Ob das Gerät lange läuft oder nicht, hat nichts mit der elektrischen Leistung zu tun, sondern hängt ausschließlich vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Diesen kennen wir nicht, aber aus den folgenden Angaben kann man eine grobe Abschätzung vornehmen:

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 450qm, 8 Erwachsene
    Art und Baujahr der Immobilie: Neubau, Massivhaus (Ziegel) kein kwk Standard

    Neubau bedeutet, dass das Gebäude nach der aktuellen EnEV gebaut wurde. Das bedeutet zunächst mal einen Heizenergiebedarf von grob geschätzt 50 kWh pro qm und Jahr, insgesamt also ca. 20-25.000 kWh. Das ist für ein Vitotwin in der Tat wenig. Hinzu kommt aber noch der Warmwasserbedarf für acht Leute mit vielleicht weiteren 10-15.000 kWh. Bei einem Wärmebedarf von insgesamt also 30-40.000 kWh im Jahr sollte es möglich sein, mindestens 4.000 Laufstunden zu erreichen. Wenn es gelingt, das Gerät auch im Sommer täglich 5-8h (v.a. morgens und in den Abendstunden) für die Warmwasserbereitung laufen zu lassen, sind sicher auch 4.500h drin. Das ist für ein Vitotwin in Ordnung.

    Jährlicher Stromverbrauch: geschätzt: 15.000kWh

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: 24h Server mit 350W

    Mit diesen Daten und ca. 4.500 kWh BHKW-Strom würde ich eine sehr hohe Eigenverbrauchsquote erwarten. Selbst wenn das BHKW im November bis März auch nachts durchläuft, dürfte mit dem Server, geschätzten 5-10 Kühlgeräten und Kleinkram eine Grundlast von 500 W vorliegen. Tagsüber sollte fast die gesamte Stromproduktion in den Selbstverbrauch gehen, d.h. 3.500-4.000 kWh Direktverbrauch im Jahr halte ich für möglich. Was Du persönlich davon hast, hängt natürlich von den Vertragsbedingungen ab.

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: habt ihr Tipps wo ich den berechnen lassen kann?

    Wärmebedarf 30-40.000 kWh (Endenergie) plus Stromerzeugung 4-5.000 kWh; Wirkungsgrad vorsichtig gerechnet 90% (FBH ist gut für den Brennwert, aber 30-40% Anteil TWW-Bereitung kosten wegen höherer Rücklauftemperaturen Wirkungsgrad): Daraus ergibt sich der jährliche Brennstoffverbrauch für das Anwesen mit ca. 40-50.000 kWh Erdgas. Pro Wohnung also ca. 9.000 kWh. Achtung: Diese Rechnung ist grob über drei breite Ingenieurs-Daumen gepeilt. Genaueres kannst Du aus dem Energiepass bzw. der Wärmebedarfsrechnung des Hauses erfahren (hat der Bauherr oder Hausverwalter).


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • 5 Wohnungen a ca. 90qm. I

    Hallo,
    bei deiner Frage stellen sich bei mir weitere Fragen---8 Personen ???


    Vissmann Turbotwin 300 mit 1200l Pufferspeicher verbaut

    ist diese Bezeichnung richtig ?---ist dies die Therme ?


    Jährlicher Stromverbrauch: geschätzt: 15.000kWh

    meine Erfahrung : 5 Wohnungen a) 200 Watt Grundlast plus 350 Watt für den Server ?
    Dies ist nur mein erster Eindruck, näheres dazu ??
    Was ist mit Pv. od. Solarthermie geplant ?

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • Hallo Sailor,


    danke für die schnelle Antwort:



    "Viessmann Turbotwin"? Kenne ich nicht. Ich nehme an, es handelt sich um ein Vitotwin 300 mit ca. 6 kW(th) und 1 kW (el). 1200 l Pufferspeicher ist für dieses Gerät relativ viel Speichervolumen, aber OK.

    Natürlich hast du recht... Vitotwin, hab mich verschrieben.
    Der große Pufferspeicher hilft, dass im Winter der Zusatzbrenner nicht so oft benötigt wird oder?


    Ob das Gerät lange läuft oder nicht, hat nichts mit der elektrischen Leistung zu tun, sondern hängt ausschließlich vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Diesen kennen wir nicht, aber aus den folgenden Angaben kann man eine grobe Abschätzung vornehmen:

    Was ich meinte, die 6kW thermische Leistung, werden im Winter nicht ausreichen, d.h. der Zusatzbrenner geht an und ich verbrenne Gas ohne dabei Strom zu erzeugen.


    Mit diesen Daten und ca. 4.500 kWh BHKW-Strom würde ich eine sehr hohe Eigenverbrauchsquote erwarten. Selbst wenn das BHKW im November bis März auch nachts durchläuft, dürfte mit dem Server, geschätzten 5-10 Kühlgeräten und Kleinkram eine Grundlast von 500 W vorliegen. Tagsüber sollte fast die gesamte Stromproduktion in den Selbstverbrauch gehen, d.h. 3.500-4.000 kWh Direktverbrauch im Jahr halte ich für möglich. Was Du persönlich davon hast, hängt natürlich von den Vertragsbedingungen ab.

    Lässt sich das BHKW so programmieren, dass es hauptsächlich tagsüber läuft um den Pufferspeicher zu erhitzen, sodass mehr Strom als Eigenbedarf verbraucht wird? Oder noch besser, kann man es mit den Stromzähler kommunizieren lassen und es geht an, sobald der Stromverbrauch anliegt?


    Gruß


    HeX

  • @ ah df


    Hallo :)


    bei deiner Frage stellen sich bei mir weitere Fragen---8 Personen ???

    Ja, 3 Wohnungen sind mit jeweils zwei Personen belegt und 2 Wohnungen werden von nur einer Person bewohnt.


    ist diese Bezeichnung richtig ?---ist dies die Therme ?

    Hatte mich verschrieben. Richtig ist Vitotwin 300


    Was ist mit Pv. od. Solarthermie geplant ?

    Aktuell noch nichts geplant, da dazu alle Eigentümer übereinstimmen müssen. Das Gebäude ist noch nciht fertig gestellt, d.h. wenn dann nachträglich würde das in unserem Fall sinn machen? Wenn ja eher PV oder Thermik? Oder eine Mischung aus beidem?

  • Hi dazu steht nichts in der baubeschreibung, der Eigenbedarf wird verbraucht und der Rest eingespeist nehme ich an oder ist das zu einfach gedacht?

  • Moin,

    Der große Pufferspeicher hilft, dass im Winter der Zusatzbrenner nicht so oft benötigt wird oder?

    Im Winter weniger, weil da das BHKW weitgehend durchläuft. Ein großer Pufferspeicher bringt vor allem in der Übergangszeit etwas.

    Was ich meinte, die 6kW thermische Leistung, werden im Winter nicht ausreichen, d.h. der Zusatzbrenner geht an und ich verbrenne Gas ohne dabei Strom zu erzeugen.

    So isses. Aber BHKW's werden immer so ausgelegt, dass an kalten Tagen eine Zusatzheizung erforderlich ist. Sonst wäre die meiste Zeit im Jahr die thermische Leistung zu hoch, dass viel zu kurze Laufzeiten herauskämen. Als Daumenregel würde ich sagen, dass die thermische Leistung des BHKW zwischen einem Drittel und der Hälfte vom Nennwärmebedarf des Gebäudes betragen sollte.

    Lässt sich das BHKW so programmieren, dass es hauptsächlich tagsüber läuft um den Pufferspeicher zu erhitzen, sodass mehr Strom als Eigenbedarf verbraucht wird?

    Im Prinzip ja. Die Hebel sind: Nachtabsenkung bei Heizung und TWW, sowie die Stromanforderungsfunktion (Zeitprogramm 5: Ob es Letztere in der aktuellen Software noch gibt, wurde allerdings jüngst in Frage gestellt). Angesichts der hohen Grundlast bei Eurem Projekt muss man sich da aber m.E. nicht verkrampfen.

    Oder noch besser, kann man es mit den Stromzähler kommunizieren lassen und es geht an, sobald der Stromverbrauch anliegt?

    Nein. Wäre bei nur 1 kW Leistung m.E. auch nicht besonders sinnvoll.

    der Eigenbedarf wird verbraucht und der Rest eingespeist nehme ich an oder ist das zu einfach gedacht?

    Technisch stimmt das. Der Eigenverbrauch muss aber irgendwie unter den fünf Parteien abgerechnet werden (einschl. EEG-Umlage). Je nachdem wie das gemacht wird, hat es für den Einzelnen einen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit.


    würde das in unserem Fall sinn machen? Wenn ja eher PV oder Thermik? Oder eine Mischung aus beidem?

    PV immer, wenn ein geeignetes Dach vorhanden ist: Sie liefert im Sommer tagsüber Strom, wenn das BHKW bei geringem Wärmebedarf z.B. nur morgens und abends läuft.


    Solarthermie ist Geschmackssache. Wir haben eine, aber nur aus Umweltgründen. Rechnen dürfte sich eine Kombination aus ST und BHKW eher selten, weil die ST im Sommer die BHKW-Laufzeit verkürzt. In jedem Fall gilt aus meiner Sicht: BHKW + ST allein ist ungünstig. Die Dreier-Kombo BHKW+PV+ST ist besser, weil dann die PV im Sommer zumindest tagsüber die Stromversorgung übernimmt. Das BHKW ist z.B. 2015 bei uns wegen der ST neun Wochen lang gar nicht gelaufen.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Ergänzung (PV&ST)

  • Hallo Hex,
    wenn nichts steht ist es für den Bauträger billiger den Stromversorger den Strom zu verkaufen als Eigenverbrauch. Die Stromzähler werden dann von den Stromversorger bezahlt und nicht von den Bauträger. So war es bei mir November 2015. Frag auch mal nach wieviele Stromanschlüsse Ihr bekommt. Wir haben pro Eingang einen bekommen. (Stromversorger muß doch plokieren können)
    Gruß
    Pfleger

  • Moin,

    easymeter 2 Wege Stromzähler

    die einzelnen Wohnungen benötigen sicher keinen 2-Wege-Zähler - warum auch, in den einzelnen Wohnungen wird ja nur Strom verbraucht nicht erzeugt.


    Grüße

  • Hallo Hex,
    klinkt mal gut aber wie Alikante schrieb nicht notwendig. Diese kosten auch in der Abrechnung und Anschaffung das doppelte.
    Ist aber "Verbindungsteil" zwischen Stadtwerke und "WEG-Strom GMBH"
    Denke bitte daran alles was in der Baubeschreibung steht wird auch verbaut. Aber nicht mehr.
    Das der Eigenverbrauch angerechnet wird muß auch in der Baubeschreibung stehen. Also noch einmal nachhaken.


    Gruß
    Pfleger

  • Die Antwort vom Bauträger:
    der erzeugte Strom des BHKW wird nur für den Allgemeinbereich verwendet, der Rest wird dann eingespeist.


    Das ist doch Schwachsinn oder? Was ist technisch nötig um den Strom selbst zu nutzen?