10 Jahre DACHS - und nun?

  • Als ich mich vor ziemlich genau zehn Jahren für den Kauf eines DACHS entschied, warb der Hersteller noch mit dem Slogan "die Heizung, die sich selbst bezahlt".


    Bislang haben sich meine Erwartungen an den DACHS allerdings nur bedingt erfüllt. Dass dies zum Teil auf die aus Einspeisersicht wenig vorteilhafte Entwicklung von Stromvergütung und vermiedenem Netznutzungsentgelt zurückzuführen ist, war so nicht vorherzusehen. Störanfälligkeit und Wartungsaufwand meines DACHS sind im Vergleich zu anderen, zuvor von mir betriebenen Heizungsanlagen relativ hoch: So hatte ich allein im letzten Jahr Wartungs- und Instandhaltungsaufwände i. H. von rund 1.400 Euro, was natürlich bei einer Gesamtkalkulation berücksichtigt werden muss.


    Darüber hinaus bin ich von einem deutlich geringeren Aufwand für das nach 10-Jahren vom Hersteller angebotene Modernisierungspaket ausgegangen. Bei einem Gerät, welches angeblich auf 80.000 Betriebsstunden ausgelegt ist, aber bereits nach 30.000 Bh (gemäß Angebot meines Dachspflegers) für fast 15.000 Euro grunderneuert werden muss, stellt sich die Frage, inwiefern eine Fortsetzung des Betriebs sinnvoll ist und welche Alternativen es gibt. Diese Frage dürfte gewiss auch andere Foren User beschäftigen, deren Anlage in Kürze dasselbe Lebensalter erreichen wird (oder eventuell bereits erreicht hat).


    Schließlich sollte ein BHKW auch ohne staatliche Subventionen dauerhaft rentabel und weitgehend störungsfrei betrieben werden können. Oder etwa nicht?


    MfG


    maxnicks

  • Hallo,
    bei deiner Frage stellt sich eine weitere : wie hoch ist denn der ges Sromverbrauch ?
    Bei 15 T € und 30 t Bh. ist dies nicht "im Verhältniss"
    bericht doch mal näheres..zB. Eigenverbrauchsquote
    Gruß

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • …gerne. Hier meine Kennzahlen des vergangenen Jahres:

    • Primärleistung (bezogene Energie = Gas): 72.101 kWh
    • Sekundärleistung (erzeugte Energie = Strom und Wärme): 57.461 kWh entsprechend 100,00%
    • davon erzeugte thermische Leistung (Wärme): 40.715 kWh entsprechend 70,86%
    • davon erzeugte elektrische Leistung (Strom): 16.746 kWh entsprechend 29,14%

      • Strom Eigenverbrauch: 4.609 kWh entsprechend 8,02% (bzw. 27,52% des erzeugten Stroms)
      • Stromverkauf: 12.137 kWh entsprechend 21,12% (bzw. 72,48% des erzeugten Stroms)

    Die Gesamtmenge zugekauften Stroms betrug 7.406 kWh, der Jahresgesamtverbrauch lag damit bei 12.015 kWh.


    MfG


    maxnicks

  • Als erstes würde ich mir mal Gedanken machen, wie ich den Stromeigenverbrauch noch oben bekomme!


    Du verkaufst den Strom für ca. 3 Cent (12000 kWh) und beziehst den Strom für ca. 22 Cent (7000 kWh)


    Allein wenn Du es schaffst den Zukaufstrom zu halbieren, dann hast Du bereits ohne irgendwelche andere Maßnahmen im Jahr ca. 665,- € mehr auf der Guthabenseite.


    Ansonsten ist Deine ganze Anlage in meinen Augen wirtschaftlich nicht darstellbar aufgrund der Laufzeit - da sie nun aber bereits da ist, musst Du nur die variablen Kosten decken können um im Verhältnis zu einer Neuanschaffung wirtschaftlich zu sein. Das sollte machbar sein, oder?


    Wo steht der Dachs? Privathaus - Mehrfamilienhaus - Gewerbe?


    Wenn Du den Dachs z.B. nur zu bestimmten Zeiten laufen läßt und mittels Zeitschaltung in dieser Zeit Waschmaschine / Trockner / Geschirrspüler laufen läßt bringt es bereits einiges an Mehrverbrauch

  • Moin,


    das Gerät konnte schon die letzten 10Jahre -mit Förderung- nichtmal ansatzweise die laufenden Kosten decken, geschweige den Invest zurückholen.
    Wäre die Kiste in Top Zustand könnte man mit einem Heizstab noch ein paar Jahre fahren ohne noch mehr Verluste zu machen.
    Nun scheint das Teil aber zunehmend mehr Wartungs- und Reparaturkosten zu verursachen - mein Fazit raus damit und neu anfangen.


    Grüße

  • Der DACHS steht in einem denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus. Gerne würde ich eine intelligente Kombination aus Photovoltaik und BHKW nutzen, doch das ist aufgrund der strikten Vorgaben der Behörden bzgl. der Außengestaltung nicht drin.


    Was den Schmerz etwas lindert: Aufgrund der Einstufung als Denkmal können 90% der Anschaffungskosten über 10 Jahre steuerlich geltend gemacht werden. Gleichzeitig wandert die Bewertung des Gebäudes auf dem Energieausweis durch den Einbau des BHKW deutlich in den grünen Bereich.


    Den Bewohnern des Hauses vorzugeben, sie mögen die Einschaltzeiten Ihrer Großverbraucher (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler) an den Laufzeiten des vorrangig in der kälteren Jahreszeit betriebenen Dachs ausrichten, ist so nicht durchsetzbar. Allerdings konnte durch Verbesserungen der Gebäudetechnik der elektrische Jahresgesamtverbrauch bereits von 14.000 kWh (2005) auf 12.000 kWh (2015) gesenkt werden.


    Mit 3.500 Bh pro Jahr läuft das BHKW an der Untergrenze des sinnvoll Vertretbaren. Die Verwendung eines Heizstabs würde diese Zeiten vermutlich weiter reduzieren. Ich hatte schon überlegt, nach Ablauf der 10-Jahresfrist das Haus testhalber ein Jahr lang nur mit dem Spitzenlastkessel (Brennwerttherme) zu beheizen, um belastbare Vergleichsdaten zu erhalten.


    Durch den Entscheid für das nicht ganz billige Modell aus Schweinfurt sitze ich aber jetzt in einer Kosten- und Servicefalle: Die Preise diktiert der Hersteller, die Servicequalität der Techniker lässt dramatisch nach. Gelegentlich habe ich den Eindruck, man lässt Anfänger an meiner Anlage basteln und ich bezahle deren Fehleinschätzungen und erfolglosen Einsätze.


    Nach nur zehn Jahren sich von einer eigentlich fortschrittlichen Technik zu verabschieden, ist eigentlich nicht mein Ding. Aber mein Frustpegel steigt. Und wenn sich das Ganze am Schluss nicht mehr rechnet, geht der DACHS "zum Metzger". Mein Idealismus ist auch endlich.


    MfG


    maxnicks

  • Das Problem ist daß dein Gerät relativ wenig läuft. Sicher, daß da nicht mehr geht?
    An den Modernisierungspaketen ist nichts zu rütteln. Die MÜSSEN mindestens 25 oder 50% des Neupreises kosten - sonst wird die Förderung für 5 oder 10 Jahre nicht gewährt.
    Richtig lohnen tut sich das, wenn man den Strom selbst verbraucht - von Netzeinspeisung hat man nichts.

  • Wenn ich die Meinungen meiner Vorredner bedenke, so muß ich mich anschließen.
    Eigentlich müßtest du in eine Batterie investieren---ja, der E. Speicher rechnet sich z.. B. bei PV nicht.
    bei deinen Werten jedoch schon--diese sind gerade in letzter Zeit vom Preis her erheblich gesunken.
    Aber was ist, wenn der Dachs irgendmal nicht mehr läuft ???
    Für die Modernisierung i. H. v. 15 000,- bekommst du ein Gerät in der 3 kw Klasse, dies würde bessser passen---Nur meine Meinung.
    Gruß

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • Das Objekt ist rein vom Wärmebedarf her nicht für den Dachs geeignet, ist eben so.... Und der Dachs läuft auch nicht mehr, wenn man einen Batteriespeicher dranhängt.

  • Moin,

    Den Bewohnern des Hauses vorzugeben, sie mögen die Einschaltzeiten Ihrer Großverbraucher (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler) an den Laufzeiten des vorrangig in der kälteren Jahreszeit betriebenen Dachs ausrichten, ist so nicht durchsetzbar.

    da zäumst Du das Pferd vom falschen Ende auf - der Dachs soll dann laufen wenn Strom benötigt wird!! Einfachste und billigste Variante die Zeitschaltuhr auf Freigaben von 6-8Uhr und 16-22Uhr fest einstellen. Ein BHKW ist nicht dazu da den 10-20 Sekunden anstehenden Leistungsspitzen eines Herdes, Waschmaschine oder Spülers hinterher zu hecheln. ( zumal die auch mit WW aus dem BHKW gefüttert gehören !! )



    Mit 3.500 Bh pro Jahr läuft das BHKW an der Untergrenze des sinnvoll Vertretbaren.

    Auch das ist Wissen von vorgestern! Nicht die Betriebsstunden sind ausschlaggebend sondern der Mehrwert der durch eingesparten Netzstrombezug generiert wird.


    Der Dachs ist abgeschrieben, er verursacht also nur Kosten wenn er läuft. Das sind zum einen Wartungskosten zum anderen Brennstoffkosten.
    Da die Kiste mit 10Jahren hoffentlich keinen Wartungsvertrag mehr hat kannst Du auch -auf eigenes Risiko- die Wartungen selbst machen oder von einem versierten BHKW Betreuer durchführen lassen.
    Ja ein Heizstab würde die Betriebstunden herabsetzen, das bedeutet weniger Wartungskosten p.a. Gleichzeitig weniger Gaskosten für das BHKW und weniger Gaskosten beim Spitzenlaster.


    Wenn ich in deiner Situation wäre und den falsch dimensionierten Dachs behalten wollen müsste würd ich nicht lang nachdenken sondern einen Heizstab mit übern Daumen 2,5-3,5KW in den Puffer schieben.


    Wieviel Wärme muß der Spitzenlaster denn p.a. zuschießen?


    Grüße

  • Wie hoch Gasverbrauch oder Wärmeerzeugung des Spitzenlastkessels sind, vermag ich nicht zu sagen. Doch die Brennwerttherme ist in neun Jahren gerade mal 438 Betriebsstunden gelaufen (= 48,6 Bh im Jahr). Und das modulierend.


    Wobei die meisten Stunden immer dann angefallen sind, wenn der DACHS wieder mal stehen geblieben war und die Techniker auf sich warten ließen ("Haben Sie einen Spitzenlastkessel? Dann sind Sie ja versorgt. Wir kümmern uns erst mal um die anderen Kunden und kommen dann später bei Ihnen vorbei..."). No comment.


    Wartungen selbst machen? Nee, das kann und will ich nicht. Ich bin aber für Hinweise dankbar, wenn es entsprechend qualifizierte DACHS-Pfleger im Raum MZ/WI/FFM gibt, die Interesse hätten, sich um mein grünes Haustier zu kümmern.


    MfG


    maxnicks

  • Bei gerade 48 Bh/a der Therme war diese eigentlich unnötig. Der Heizstab hätte gereicht. Aber ggf hat damals die Berechnung was anderes ergeben. Das ist eben Theorie und Praxis. Aber Umrüsten würde ich nicht, das kostet nochmal über 500€.
    Das sich Serviceleute zuerst um die Kunden ohne Zusatzkessel kümmern ist normal. Die haben weder Heizung noch WW.
    Für "richtige" Wartungen braucht man neben dem Material auch Werkzeuge. Und man muß die wartung nachher im Regler bestätigen. Ohne passende Schulung, Zugangscode und Werkzeug für einige 100€ nicht machbar.
    Die Laufzeit des Dachs würde ich auch auf tagsüber begrenzen.

  • ...vielen Dank für Eure Einschätzungen und Ratschläge. Sofern ich mich jetzt entscheiden sollte, das Modernisierungspaket NICHT zu beauftragen, stellen sich im wesentlichen zwei Fragen:


    (1)
    Kann ich meinem EVU nach Ablauf der Zehnjahres-/Subventionsfrist für den gelieferten Strom weiterhin die vNNE und den Vorquartalspreis in Rechnung stellen? Oder ist das zu verhandeln?


    (2)
    Ist es möglich, das Modenisierungspaket erst zu einem späteren Zeitpunkt zu beauftragen (nämlich dann, wenn mein DACHS sein tatsächliches Lebensende erreicht hat)? Oder ist es - um den Anspruch auf die Zuschläge nicht zu verlieren - zwingend erforderlich, dass die Subventionszeiträume unmittelbar aufeinander folgen?


    Vielleicht hat ja einer der Foren User bereits einschlägige Erfahrungen in dieser Thematik gemacht...


    BG


    maxnicks

  • Bei der Vergütung entfällt nur der KWK Zuschlag nach 10 Jahren - der Rest bleibt wie gehabt.
    Keiner kann dir heute sagen wie die rechtl. Lage in 4 Jahren ist. Gerade bei KWK wird immer wieder an den Gesetzen rumgemurkst...

  • Hallo BHKW-Freunde,
    mein Öldachs hat mittlerweile 11,5 Jahre und 30000 B-h auf dem Buckel. In der Zeit habe ich ca. 1500 € für Reparaturen aufgewendet. Mein Dachs läuft bis auf weiteres auch ohne KWK-Zuschlag weiter. Die Wartung mache ich aber selber. Ich habe auch schon mehrere Jahre einen Speicher und auch E-Fahrzeuge, die auch Strom zum Laden brauchen (10 bzw. 6 kWh). Ich habe aber auch noch PV die bei hohem Sonnenstand Strom liefert. Der Überschussstrom bei kaltem Wetter wird dann am Ende im Heizstab verbraucht. Eine Modernisierung steht nicht zur Debatte. Mein Dachs wird in der Übergangszeit und im Sommer möglichst über Lastgang gefahren, wenn der Stromverauch hoch ist. Zusätzlich habe ich den Dachs auf 3,5 kW Leistung reduziert, was beim Gasdachs aber nicht so gut gehen soll. Mein Dachs ist wieder gut in Schuss und ja auch schon abgeschrieben. Beim Betrieb mit Kondensor dürfte er ähnlich arbeiten wie eine Brennwerttherme. Als günstige gibt es ja den Bilanzpunktregler mit Heizstab, der jede Einspeisung ins Netz vermeidet. Ich habe aber auch keinen Spitzenlastkessel. Ich halte wie gesagt, eine Konbination aus BHKW und E-Mobilität für sehr positiv. Die Wärme, die beim fossilen KFZ unterwegs weggeworfen wird, heizt mein Haus.

    Viele Grüße

    Hololoy


    Senertec Dachs HR 5,3 kW (2004), PV 1: 10 kWp (2008), PV 2: 5 kWp (2009), PV 3: 3,75 kWp mit Eigenstromnutzung (2013), PV 4: 7,5 kWp mit Eigenstromnutzung (2015), Speicherakku stationär: 24V, 10kWh brutto (2010), Zero SR: 13 kWh (mobiler Speicher, 2016), Opel Ampera: 16 kWh (mobiler Speicher mit Wärmeerzeuger, 2013)