BHKW und PV Eigen macht das überhaupt Sinn

  • Erstellst du eigentlich auch eine Herstellererklärung zu deinem Bilanzpunktregler?


    Wenn Du damit die Herstellererklärung meint, die für die KfW benötigt wird, ja.


    Ersetzt dieser, wie der EnergyMeter, den Bezugs-/Einspeisezähler?


    Der E-Meter von SMA kann den Bezugs-/Einspeisezähler nicht ersetzen, weil er kein Display zum Ablesen hat und kein MID Zertifikat besitzt. Das ist auch nicht die Aufgabe des E-Meters. Der E-Meter ist nur für die regelungstechnischen Aufgaben konzipiert. Genau so verhält es sich beim Bilanzpunktregler.


    Ist der sogar nach einem Speicherschema von FNN zulässig, oder gibt es hier das gleiche (nicht geklärte) Problem wie beim EnergyMeter?


    Wir haben keine Probleme. Das hat aber immer mit der Integration im Gesamtsystem zu tun. Alles was hinter dem Netzübergabezähler passiert, ist nicht Sache des Netzbetreibers auch wenn dieser meistens erst mal anderer Auffassung ist. Die verwendete Komponenten müssen nur eine CE-Zertifikat besitzen und den einschlägigen Vorschriften (z.B. der EN-AR-N-4105) entsprechen.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Hallo Zusammen,


    mein Dachs verlässt am 31.12.2016 die Förderung nach dem KWK-Gesetz. Somit wird es langsam Zeit sich mit der Zeit nach den Subventionen zu beschäftigen!


    Die Idee von Batteriespeicher und elektrischen Heizstab finden ich ziemlich charmant, auch wenn es mir kalt den Rücken runter läuft wenn ich "sauberen" KWK-Strom verheize. Die Gesetze der Ökonomie sind nun Mal brutal. Nun meine Frage:


    Mein Dachs verrichtet seine Arbeit in einen Mietwohngrundstück. Mit welchem Betrag stelle ich den Mietern den verheizten Strom in Rechnung ?(


    Wenn ich Mieter wäre, würde ich sagen entsprechend der Heizkostenverordnung nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit max. den vergleichen Bezugspreis für Erdgas. Wenn dem so ist, bringt mich das auch nicht weiter! Dann kann ich ruhig weiter mit Verlusten einspeisen in der Hoffnung, dass ich die Braunkohlekraftwerke ärgere.........!


    Ich freue mich schon auf Eure Antworten!


    Viele Grüße und vielen Dank


    Bernigo

  • Hi Bernigo ,

    mein Dachs verlässt am 31.12.2016 die Förderung nach dem KWK-Gesetz. Somit wird es langsam Zeit sich mit der Zeit nach den Subventionen zu beschäftigen!

    Mit Subventionen meinst Du doch die KWK-Zulage, d.h. (bei Inbetriebnahme vor Mitte 2012) die 5,11 ct/kWh, die der BHKW-Betreiber die ersten zehn Jahre bekommt, richtig? Diese Förderung bekommst Du immer für den gesamten Strom, den Dein BHKW erzeugt, unabhängig davon ob Du ihn dann selbst verbrauchst, speicherst, im Heizstab verbrennst oder ins Netz einspeist. (Analoges gilt übrigens auch für die MÖSt-Erstattung.)


    Will heißen: Für eine Entscheidung über die Wirtschaftlichkeit von Speichern oder Heizstäben ist es völlig Banane ob Du noch KWK-Zulage bekommst oder nicht. Da geht es nur um die reine Einspeisevergütung (+vNNG) im Vergleich zu der jeweils substituierten Energie (also beim Eigenverbrauch und beim Speicher der Zukaufstrom, beim Heizstab das eingesparte Erdgas).


    Aber zu Deiner Frage:

    Mit welchem Betrag stelle ich den Mietern den verheizten Strom in Rechnung


    Wenn ich Mieter wäre, würde ich sagen entsprechend der Heizkostenverordnung nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit max. den vergleichen Bezugspreis für Erdgas.

    Von Vorschriften mal ganz abgesehen: Deine Mieter erwarten doch mit Recht von Dir, dass Du sie nicht abzockst. Sie haben ihre Wohnung mit Gasheizung gemietet und werden es kaum akzeptieren, wenn Du diese jetzt partiell auf eine teurere Energiequelle umstellst, ohne dass der Mieter irgendeinen Vorteil davon hätte.

    Insofern wäre m.E. für die kWh Heizstab-Strom maximal ein Aufschlag auf den Erdgas-Bezugspreis gerechtfertigt, der die wirkungsgrad-bedingten Verluste Deiner Erdgas-Heizgeräte ausgleicht, denn der Heizstab-Strom geht ja mit 100% Wirkungsgrad in den Wärmespeicher. Also vielleicht Erdgaspreis +10% (es sei denn Ihr hättet eine Brennwertheizung, dann wäre es weniger). Das solltest Du auch Deinen Mietern ohne rot zu werden erklären bzw. vorrechnen können, spätestens wenn einer Einsicht in die Heizkosten-Unterlagen verlangt. Außerdem müsstest Du am Heizstab einen Stromzähler einbauen, sonst kannst Du keine ordnungsgemäße Abrechnung machen.


    Gerade weil ich den Grundsatz akzeptiere

    Die Gesetze der Ökonomie sind nun Mal brutal.

    glaube ich nicht, dass die paar Kröten - vor Steuern! - den ganzen Aufwand wert sind. Im Zweifel solltest Du jedenfalls das gute Verhältnis zu Deinen Mietern nicht für einen Heizstab aufs Spiel setzen, selbst wenn u.U. die Heizkostenverordnung das gerade noch zulassen würde.


    Gruß, Sailor





    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Die Idee von Batteriespeicher und elektrischen Heizstab finden ich ziemlich charmant


    Und warum diskutiert man dann nur über den Heizstab ? Erst mal sollte ein Großteil des Überschusses von der Batterie aufgenommen und dann auch wieder als Strom verkauft werden. Wenn zur Batterie noch eine PV in der geeignete Größe installiert (wenn noch Dachfläche frei ist) kann man im in Verbindung mit dem Heizstab an vielen Tagen auf die Erwärmung des WW durch Gas verzichten, da, wenn man die Förderung in Anspruch nimmt, man nur max. 60% der PV-Nennleistung einspeisen darf. Eine PV mit einem Heizstab ist inzwischen für sich betrachtet auch preiswerter als eine Solarthermieanlage zu TW-Erwärmung.


    glaube ich nicht, dass die paar Kröten - vor Steuern! - den ganzen Aufwand wert sind


    Bei richtiger Betrachtung investiert man nur ein paar Kröten zusätzlich für den Heizstab. Der Hauptvorteil liegt bei der Batterie, weil man den Strom nicht mehr an den VNB verschenkt sondern an seinen Mieter zum anständigen Preis verkaufen kann. Damit ärgert man die KKW-Betreiber genauso.

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  • Wenn zur Batterie noch eine PV in der geeignete Größe installiert (wenn noch Dachfläche frei ist) kann man im in Verbindung mit dem Heizstab an vielen Tagen auf die Erwärmung des WW durch Gas verzichten, da, wenn man die Förderung in Anspruch nimmt, man nur max. 60% der PV-Nennleistung einspeisen darf.

    Oscar, wenn ein Heizstab mit Strom betrieben wird, der ansonsten "weggeschmissen" werden müsste, macht das natürlich Sinn - sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Voraussetzung für Dein Szenario ist aber a) eine PV-Anlage, die nach dem 1.5.2013 errichtet wurde (sonst gibt es keine Batterie-Förderung), und b) eine Batterie.

    Eine Batterie rechnet sich mit PV und BHKW natürlich "besser" als mit nur einer dieser Anlagen. Korrekter sollte man aber sagen: Eine Batterie ist mit PV und BHKW weniger unwirtschaftlich als mit nur einer dieser Anlagen. Wenn Bernigo seine Mieter mit dem Strom aus einer Batterie versorgen will, kann er dafür wohl kaum mehr verlangen als ein günstiger Anbieter am Markt, sagen wir 18 ct/kWh netto. Bei Opportunitätskosten (Einspeisevergütung) von ca. 4 ct/kWh netto beim BHKW bleiben ihm 14 ct/kWh netto Rohertrag. Bei einer PV liegt die Einspeisevergütung bei ca. 12 ct/kWh, der Rohertrag ist 6 ct/kWh. Speicherverluste sind da noch nicht berücksichtigt. Ob beim Verkauf von BHKW- bzw. Batterie-Strom an Mieter noch Abgaben zu entrichten sind (die würden die Marge weiter reduzieren, weil der Preis durch den Markt gedeckelt ist) weiß ich nicht, aber schon so kann ich mir kaum vorstellen, dass man mit 6-12 ct/kWh Rohertrag (selbst bei 300 Vollzyklen im Jahr) eine Batterie einschl. AfA wirtschaftlich betreiben kann - auch nicht mit Förderung.

    Das ganze Szenario ist also m.E. wirtschaftlich von vornherein nicht attraktiv, jedenfalls nicht für einen Vermieter. Da ist es dann akademisch zu überlegen, ob ein zusätzlicher Heizstab noch etwas bringen würde. Wenn aber mangels abgeregelter PV kein Wegwerfstrom zur Verfügung steht, bleibt als Rohertrag für den Heizstab eben nur der Gaspreis (ggf. plus 10%) minus BHKW-Einspeisevergütung. Das sind so wenig Kröten, dass man sie schon einzeln über die Straße tragen kann... :D

    By the way: Ich habe in diesem Forum schon gefühlte zweihundert Beiträge über Heizstäbe gelesen, aber noch keine genaue Angabe gesehen, was so ein Heizstab einschl. Einbau und Regelungsmimik heutzutage wirklich kostet. Hast Du da mal ein paar harte Zahlen zu? Ihr bietet doch anscheinend solche Lösungen an.

    Gruß, Sailor



    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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  • Wenn Bernigo seine Mieter mit dem Strom aus einer Batterie versorgen will, kann er dafür wohl kaum mehr verlangen als ein günstiger Anbieter am Markt, sagen wir 18 ct/kWh netto.


    Also meine Mieter zahlen den örtlichen Preis der Stadtwerke, dies sind aktuell 0,247 € Brutto je kW/h, Netto somit 0,2076 €. Weitere Kosten fallen bei den Mietern nicht an. Die Gebühr für den Summenzähler werden auf den Allgemeinen Strom für das Treppenhaus umgelegt. Die Anschaffungskosten der einzelnen Wohnungszähler habe ich übernommen.


    Damit beziehen meine Mieter konkurrenzlos günstigen Strom. Dieses Modell fahre ich seit 01.01.2007 störungsfrei!


    Meine sechs Mieter und das Treppenhaus verbrauchen rund 12.000 kW/h Strom. Wenn diese vom BHKW oder Batteriespeicher versorgt werden, fällt dann EEG-Unlage an? Habe ich nicht Bestandsschutz als Altanlage?
    Mein Dachs läuft jährlich je nach Witterung zwischen 3200 und 4000 Stunden. Eine Spitzenlasthereme (Brennwert) ist vorhanden als Reserve, Sie wird aber nur bei zweistelligen Minusgraden benötigt, so dass diese seit 2010 sich im "Schlafmodus" befindet.


    Viele Grüße


    Bernigo

  • Meine sechs Mieter und das Treppenhaus verbrauchen rund 12.000 kW/h Strom. Wenn diese vom BHKW oder Batteriespeicher versorgt werden, fällt dann EEG-Unlage an? Habe ich nicht Bestandsschutz als Altanlage?


    Ja.



    Gruß,
    Gunnar

  • Zitat von »Bernigo«
    Meine sechs Mieter und das Treppenhaus verbrauchen rund 12.000 kW/h Strom. Wenn diese vom BHKW oder Batteriespeicher versorgt werden, fällt dann EEG-Unlage an? Habe ich nicht Bestandsschutz als Altanlage?



    Ja.

    Vorsicht, Gunnar und Bernigo !


    Der Stromverbrauch für das Treppenhaus oder andere gemeinsame Verbraucher im Haus ist ohne jeden Zweifel Eigenverbrauch und daher für Altanlagen von der EEG-Umlage befreit.


    Aber zum Stromverkauf an die Mieter solltet Ihr Euch besser nochmal § 60 (1) und § 61 (1) EEG sowie den Thread Hintergründe der EEG-Umlage für BHKW-Betreiber ansehen, der jetzt gerade wieder hochgekommen ist. Der Threadstart ist zwar schon vier Jahre her, aber m.E. hat sich die Rechtslage seither nicht geändert, bzw. jedenfalls ganz bestimmt nicht verbessert. Demnach wäre der Weiterverkauf von Strom an Mieter schon seit 2004 EEG-Umlagepflichtig, und zwar auch dann, wenn der Strom nicht über ein öffentliches Netz fließt: Der BHKW-Betreiber liefert Strom an (dritte) Letztverbraucher, und gemäß § 60 (1) EEG ist dieser Verbrauch umlagepflichtig. Eine Ausnahme für nichtöffentliche Netze wird hier nicht erwähnt. Das Ganze wird durch den letzten Satz in § 61 (1) EEG nochmal bekräftigt. Die in den folgenden Absätzen genannten Ausnahmen einschl. des von Gunnar zitierten Absatzes (3) treffen m.E. allesamt auf die Mieter nicht zu, weil diese zwar Letztverbraucher sind, aber die Anlage nicht selbst als Eigenversorger betreiben.


    De facto bedeutet das eine massive Benachteiligung von Mietern gegenüber Eigentümern und ist insofern aus meiner Sicht eine große Schweinerei :cursing: , aber so sind nun mal die Vorschriften.


    Eine denkbare Abhilfe wäre, dass der Vermieter entweder den Strom verschenkt (und dafür die Miete oder den Wärmepreis entsprechend erhöht) oder das BHKW gemeinsam mit den Mietern z.B. als GbR betreibt. In beiden Fällen gilt: "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt".

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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  • Zitat

    Meine sechs Mieter und das Treppenhaus verbrauchen rund 12.000 kW/h Strom. Wenn diese vom BHKW oder Batteriespeicher versorgt werden, fällt dann EEG-Unlage an? Habe ich nicht Bestandsschutz als Altanlage?


    Ja.
    Vorsicht, Gunnar und Bernigo ! [..}
    Eine denkbare Abhilfe wäre, dass der Vermieter entweder den Strom verschenkt (und dafür die Miete oder den Wärmepreis entsprechend erhöht) oder das BHKW gemeinsam mit den Mietern z.B. als GbR betreibt. In beiden Fällen gilt: "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt".


    Wenn das schon vorher eine Anlage zur Eigenversorgung war, dann hat die nach aktueller Rechtslage Bestandsschutz. Es versteht sich von selbst, dass man als Eigenversorgungsanlage nicht den Strom durch den Betreiber an die Letztverbraucher verkaufen kann, sondern dass dann andere juristische Konstruktionen wie Lohnverstromung, GbR-Gemeinschaftsanlage, doppelt Warm-Miete (incl. Pauschale für eletrische Energieversorgung), etc. gewählt haben muss.


    Diese Rechtslage kann sich aber ändern, weil 2017 diese Regelung im EEG auf dem Prüfstand soll. Nach Ansicht der EU Kommission ist eine ungleichbehandlung von Neuanlagen und Bestandsanlagen langfristig nicht hinzunehmen. Das ist für mich ein weiterer Grund dafür den §61 EEG 2014 komplett zu streichen, dann braucht man auch keine Differenzierung zwischen Neuanlagen und Altanlagen mehr vorzunehmen.


    Ich wiederhole noch mal meine Argumentation gegen die Eigenstrompönale:
    1. ist es ein guter Anreiz, die vergessene Tugend der lastnahen Stromerzeugung wiederzubeleben (das ist äussert vorteilhaft bzgl. der intelligenten Nutzung vorhandener Netzkapazitäten)
    2. ist auch die sog "Entsolidarisierung" kelin Problem, weil selbst die theoretische Grenzwertbetrachtung: Jeder produziert seinen Strom selbst, nicht zu einer gewaltig hohen EEG-Umlage führt, weil dann eine Einspeiseung ins Netz der öffentlichen Versorgung dann gar nicht mehr gebraucht wird. Jede kWh, die nicht übers EEG mit >10 ct/kWh gefürdert werden muss, verursacht auch weniger Umlagevorlumen und treibt die Ziele Energiewende trotzdem nach vorn.


    Gruß,
    Gunnar

  • Zitat


    2. ist auch die sog "Entsolidarisierung" kelin Problem, weil selbst die theoretische Grenzwertbetrachtung: Jeder produziert seinen Strom selbst, nicht zu einer gewaltig hohen EEG-Umlage führt, weil dann eine Einspeisung ins Netz der öffentlichen Versorgung dann gar nicht mehr gebraucht wird. Jede kWh, die nicht übers EEG mit >10 ct/kWh gefürdert werden muss, verursacht auch weniger Umlagevorlumen und treibt die Ziele Energiewende trotzdem nach vorn.


    Die Entsolidarisierung besteht allerdings in dem Umstand das eine teilweise Reduzierung des Bezuges von Energie nicht zu einer Reduzierung des Aufwandes/Kosten im Öffentlichen Netz führt. Sprich man 1000 kWh weniger bezieht und bezahlt, aber immer noch die gleiche Kraftwerksleistung vorgehalten werden muss. Die Logische Reaktion wäre eine Anhebung der Grundgebühren bei *Minderverbrauch* für eben die Eigenversorger.


    Und solange die Kraftwerksreserve für die EEs nicht übers EEG abgewickelt wird (dort beispielsweise in Form eines Bonuses für die KWK bei Zeitgerechter Erzeugung in den PV/WKA-Lücken) wird zwar die Umlage nicht steigen - allerdings der Strompreis sehr wohl.

  • Die Logische Reaktion wäre eine Anhebung der Grundgebühren bei *Minderverbrauch* für eben die Eigenversorger.

    Sehe ich im Prinzip auch so, aber warum nur bei Minderverbrauch und für die Eigenversorger? Die Grundgebühr sollte generell höher sein und zwar für alle, die das Netz nutzen - und so hoch, dass sie alle fixen Netzkosten abdeckt: Also z.B. für ein Einfamilienhaus grob geschätzt vielleicht 300 EUR im Jahr statt jetzt 100. Im Gegenzug müssten natürlich die Arbeitspreise z.B. für Privatkunden um ca. 25-30% (den derzeitigen Anteil der Netzkosten an den Strompreisen) gesenkt werden. Für Normalverbraucher wäre das kostenneutral, die Eigenversorger müssten dann mehr zahlen als jetzt.


    Sinnvoll und gerecht wäre es m.E. außerdem - wo technisch möglich - die Grundgebühr (die dann zu einer Netzgebühr wird) leistungsabhängig zu machen, also z.B. an der jeweils höchsten im abgelaufenen Jahr gemessenen Viertelstundenleistung auszurichten. Für Prosumer gilt das für Verbrauch wie Einspeisung, denn beides nimmt das Netz in Anspruch: Maßgeblich wäre dann der jeweils höhere Wert. Das belastet Verbraucher und Einspeiser mit hohen Peakleistungen und entlastet solche mit niedrigen gleichbleibenden Leistungen. Bei Verbrauchergemeinschaften, wo sich die Peaks z.T. ausgleichen (z.B. großen Mietshäusern) sollte die Viertelstundenleistung am Übergabepunkt vom öffentlichen Netz ins Gebäude gemessen werden. Die dadurch entstehende Minderbelastung für solche Gemeinschaften wäre nicht nur sachgerecht, sondern dürfte auch überwiegend den sozial Schwächeren zugute kommen.


    Noch ein Schritt weiter (und bei flächendeckender Einführung von "Smart Metern" problemlos möglich) sollte die Einteilung jedes Tages nach Vorbild von http://Netzentlaster.de in "rote", "gelbe" und "grüne" Zeiten sein. Maßgeblich für die Netzgebühr wären dann beim Verbrauch nur die Viertelstundenverbräuche in "roten" Zeiten, bei der Einspeisung nur die Viertelstundenleistung in "grünen" Zeiten. Die Krönung dieses Systems wäre eine zusätzliche zeitabhängige Variation sowohl der Arbeitspreise als auch der Einspeisevergütungen - auch dies mit Smart Metern ohne Weiteres machbar.


    Beim Verbrauch im Privatkundenbereich wäre der Steuerungseffekt zunächst wahrscheinlich gering, ebenso bei PV-Anlagen (bei BHKW's geht das schon besser). Aber sobald es günstige Speichermöglichkeiten gibt, könnten Batteriebetreiber damit selbst dann Geld sparen, wenn sie weder ein BHKW noch eine PV-Anlage haben, und dabei gleichzeitig das Netz entlasten. Gerechter (im Sinne des Verursacherprinzips) wäre die beschriebene Regelung allemal.


    Was § 61 EEG betrifft, der gehört selbstverständlich ersatzlos abgeschafft. Und wenn man schon dabei ist, muss natürlich auch die Umlagepflicht für den Stromverkauf an Dritte abgeschafft werden, solange dafür kein öffentliches Netz benutzt wird. Dadurch entfallen die gegenwärtigen Nachteile für Mieter und Hausgemeinschaften beim Eigenverbrauch im Vergleich zu EFH- und ZFH-Bewohnern, und sofort würde es v.a. in den Städten mehr BHKW's und PV-Anlagen geben. Auch dadurch würden die Netze entlastet.

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  • Sehe ich im Prinzip auch so, aber warum nur bei Minderverbrauch und für die Eigenversorger? Die Grundgebühr sollte generell höher sein und zwar für alle, die das Netz nutzen - und so hoch, dass sie alle fixen Netzkosten abdeckt: Also z.B. für ein Einfamilienhaus grob geschätzt vielleicht 300 EUR im Jahr statt jetzt 100. Im Gegenzug müssten natürlich die Arbeitspreise z.B. für Privatkunden um ca. 25-30% (den derzeitigen Anteil der Netzkosten an den Strompreisen) gesenkt werden. Für Normalverbraucher wäre das kostenneutral, die Eigenversorger müssten dann mehr zahlen als jetzt.


    Wird man mit dem Argument kontern, das dadurch die Steuerungswirkung der hohen Strompreise verloren geht und Energiesparen bestraft wird. Gerade für hohe Verbräuche. Eine Leistungsabhängige *Bestrafung* hohe Dauerlasten bevorzugen würde - also in Mangelzeiten wieder ein Fehlanreiz setzen würde.


    Habe schon 1-2 mal diese Diskussion geführt.


    Naja und übrigens, sind die Erzeugungskosten für Strom und die Netzgebühren eher im Bereich von 4 ct bzw 5-6 ct zu finden. Fixe Kosten wären der Rest, wenn man davon ausgeht das Steuern fix sind - in dem Sinne das das Geld in den öffentlichen Haushalten schon eingeplant und ausgegeben ist - eine Reduzierung alsó kompensiert werden muss.

  • Moin,


    dem kann man zb. durch gestaffelte Preise entgegenwirken, also die ersten 1.000kWh kosten 10% weniger als die nächsten 2.000 usw.


    Ausserdem ist mehr Stromverbrauch von Anfang an teurer weil "dickere" Netzanschlüsse oder ggf. eigener Trafo ja auch höhere Fix- und laufende Kosten haben (sollten)!




    mfg

  • Wird man mit dem Argument kontern, das dadurch die Steuerungswirkung der hohen Strompreise verloren geht und Energiesparen bestraft wird. Gerade für hohe Verbräuche.

    Kann schon sein, ist aber zukünftig nicht mehr stichhaltig. In ein paar Jahren (vorher funktioniert mein Modell mangels flächendeckender Smart Meter eh nicht) geht es nicht mehr um Strom sparen an sich, sondern darum, Strom möglichst dann zu verbrauchen, wenn er aus erneuerbaren Quellen verfügbar ist, und ihn dann zu sparen, wenn das nicht der Fall ist.

    Eine Leistungsabhängige *Bestrafung* hohe Dauerlasten bevorzugen würde - also in Mangelzeiten wieder ein Fehlanreiz setzen würde.

    Deswegen ja mein zusätzlicher Vorschlag, die gemessene Leistung für Verbrauch nur in Mangelzeiten anzurechnen und für Einspeisung nur in Überfluss-Zeiten. Außerdem sollen auch die Arbeitspreise (für Verbrauch und Einspeisung) lastabhängig werden. Es wird also nur Verbrauch in Mangelzeiten "bestraft" und Einspeisung in Überfluss-Zeiten. Damit wird der richtige Anreiz gesetzt.

    Naja und übrigens, sind die Erzeugungskosten für Strom und die Netzgebühren eher im Bereich von 4 ct bzw 5-6 ct zu finden. Fixe Kosten wären der Rest, wenn man davon ausgeht das Steuern fix sind - in dem Sinne das das Geld in den öffentlichen Haushalten schon eingeplant und ausgegeben ist - eine Reduzierung alsó kompensiert werden muss.

    Die Erzeugungskosten (4 ct) sind variabel, die Netzkosten (5-6 ct) sind zu 95% fix. Ob die Steuern und Abgaben fix oder variabel sind, hängt von deren Gestaltung ab. Die USt ist beides, weil sie auf fixe wie variable Kosten erhoben wird. Die Stromsteuer und die Umlagen sind variabel, weil sie in Cent pro kWh erhoben werden, und das wird bzw. kann auch weiterhin so sein - da ändert sich gar nichts. Nachdem mein Modell insgesamt bezüglich der Netzkosten aufkommensneutral gestaltet werden soll, gibt es auch beim USt-Aufkommen keinerlei Änderung. Also muss auch nichts kompensiert werden.


    Der Kompensationsbedarf bei einer ersatzlosen Streichung des § 61 EEG entspricht etwa 0,2-0,5% des Umlagevolumens und ist daher nicht der Rede wert. Die Industrieprivilegien kosten im Vergleich ca. 30% des Umlagevolumens, und davon sind mindestens zwei Drittel de facto (nicht de jure) ungerechtfertigt (Golfplätze, Rechenzentren, Braunkohlebagger etc.). Das gehört auch zum Thema Entsolidarisierung und ist volkswirtschaftlich weit bedeutender als das bisschen Eigenverbrauch.

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