Wärmedämmverbundsysteme - Der Flop des Jahrhunderts ???

  • Warme Luft bleibt unter der schwereren kalten Luft als Blase stehen, bis sie sich "schlagartig" "entlädt"?


    Ja, ist grundsätzlich möglich.
    Das Problem besteht z.B. bei Rauchmeldern in Spitzdecken. Die dürfen nicht ganz oben montiert werden weil es sein kann das oberhalb der rauchigen Luft ein Blase mit kalter, klarer Luft stehen bleibt.


    Für ein Wohngebäude halte ich die Betrachtung in Bezug auf eine Bodenblase aber für Geschwätz. Sie wird zerstört wenn nur mal jemand durch den Raum läuft oder die Sonne durchs Fenster den Boden stückweise erwärmt.



    mfg JAU

  • Hallo Jochen (JayM) !
    Bei Deinen ganzen Argumenten bekommt man den Eindruck, dass es Dir nur darum geht Prof.Claus Meier, bei Energie- und Heizungslaien, ins Lächerliche zu ziehen ? ( könnte ein zu großer Happen für Dich werden !)
    Ich nehme mal zu zwei Punkten von Dir Stellung die das deutlich zeigen :


    Erst mal was Claus Meier zum Lüften wirklich sagt !(Zitat)
    Das Lüften
    Zur Vermeidung von Schimmelpilz muß gelüftet werden. Dabei haben
    sich unterschiedliche Lüftungsgewohnheiten herausgebildet. Welche Lüftungsart
    ist zu empfehlen?

    • Ursprünglich wurde das Kippfenster zur Lüftung herangezogen.
      Dies wurde verworfen, weil damit die aufsteigende Wärme des unter dem
      Fenster montierten Heizkörpers direkt ins Freie gelangte - Energieverschwendung.
    • Nun hieß die Empfehlung ”Stoßlüftung”. Aber
      auch diese ist nicht zu empfehlen, da mit steigender relativer Feuchte auch
      der Wärmeinhalt der Raumluft ansteigt. Wer feuchte Luft hinauslüftet,
      tauscht damit leider auch sehr energiereiche Luft aus, ist damit ebenfalls
      ein Energieverschwender.
    • Das Lüften muß deshalb in einer Art erfolgen, die
      ein Ansteigen der relativen Feuchte grundsätzlich in normalen Grenzen
      hält – dies ist das permanente Lüften.
    • Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: die Lüftungsanlage und das undichte Fenster.
    • Eine Lüftungsanlage ist teuer, sie muß aus hygienischen
      Gründen stets gewartet werden (Verschmutzung und Verkeimung der Kanäle)
      und verbraucht Antriebsenergie. Es muß deshalb ernsthaft davon abgeraten
      werden.
    • Das ”undichte Fenster” ist die einzige kostengünstige und
      überschaubare Konstruktion, um einen Feuchtestau der Raumluft zu vermeiden
      – eine uralte Lüftungsvariante.
    • Sogar die ”Industrie” hat sich darauf eingestellt: Sie bietet
      ”undichte” Dichtungen an (Noppen auf dem Dichtungsband), empfiehlt Lüftungsschlitze
      im Rahmen (auch mit Staudruckbremse) oder entfernt lapidar nur wieder die
      Lippendichtung. Gegenüber dem in den Verordnungen geforderten ”Fugendurchlaßgrad”
      bedeutet dies ein Salto Mortale rückwärts – Schizophrenie im konstruktiven
      Denken.
    • Warum eigentlich kann man zum Lüften nicht einfach das Fenster
      aufmachen – frische Luft und die Verbundenheit zur Außennatur läßt
      dies am wünschenswerten erscheinen

    1) Wenn Claus Meier von einem Nebeneffekt (keine Staubaufwirbelung bei Strahlenheizung) spricht, machst Du daraus Deinen Hauptkritikpunkt, der nichts damit zu tun hat !


    2) Schon "nicht mehr lustig" ist es, Ihn mit "Wahrsagen" in Verbindung zu bringen ! Wenn die Zeitung "raum u. zeit" in einer ganz anderen Ausgabe
    über dieses Thema berichtiet, hat das doch wirklich nichts mit Ihm zu tun !!


    Gruß
    Alfons B.



  • Hallo Alfons,
    da ich kein Bauphysiker bin sondern nur einfacher Chemiker mit Grundkenntnissen in Physik, werde ich mich in die wissenschaftlichen Details dieser Diskussion zu Prof. Meier bestimmt nicht einmischen, sondern melde mich nur, wenn ich etwas verstehe.


    Dein letztes Zitat von Prof. Meier zum Lüften (acht Punkte) enthält viel Richtiges. Insbesondere der Punkt

    Eine Lüftungsanlage ist teuer, sie muß aus hygienischen Gründen stets gewartet werden (Verschmutzung und Verkeimung der Kanäle)
    und verbraucht Antriebsenergie. Es muß deshalb ernsthaft davon abgeraten werden.

    ist aus meiner Sicht (jedenfalls für Privathäuser) absolut richtig. Dennoch erlaube ich mir eine Frage. Vergleicht man die folgenden Zitatabschnitte

    2. Nun hieß die Empfehlung ”Stoßlüftung”. Aber auch diese ist nicht zu empfehlen, da mit steigender relativer Feuchte auch
    der Wärmeinhalt der Raumluft ansteigt. Wer feuchte Luft hinauslüftet, tauscht damit leider auch sehr energiereiche Luft aus, ist damit ebenfalls ein Energieverschwender.

    und

    8. Warum eigentlich kann man zum Lüften nicht einfach das Fenster aufmachen – frische Luft und die Verbundenheit zur Außennatur läßt
    dies am wünschenswerten erscheinen

    so fragt man sich doch: Wo ist da der Unterschied?


    Ich bin jedenfalls für offene Fenster (im Sommerhalbjahr und - bei Temperaturen über Null - nachts im Schlafzimmer, natürlich nur wenn die Heizkörper ausgeschaltet sind), ansonsten für Stoßlüften und gerne - alternativ - auch für "undichte Fenster" (solange sich die Undichtigkeit in vernünftigen Grenzen hält). Alles ist besser als eine "kontrollierte Lüftung", deren zahlreiche Nachteile auch Prof. Meier klar erkannt hat. (Ähnliches las ich vor einiger Zeit auch in der "SZ": Angeblich sind laut einer Untersuchung rund 80% der Lüftungsanlagen in Privathäusern wegen mangelnder Wartung verkeimt.)


    Deshalb halte ich den "Dicht-Wahnsinn" in unseren Bau-Vorschriften für wesentlich schädlicher als den "Dämm-Wahnsinn".


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • War von euch wer länger in einem Objekt mit undichten Fenstern? Ich sag euch das ist wirklich nicht angenehm. Da kann man heizen was das Zeug hält und die zugige Luft lässt dich immer noch frieren. Wer das in Betracht zieht hat doch nicht mehr alle Nadeln an der Tanne!


    Das es Zwangslüftungen gibt ist mir bekannt, deren Einsatz in Wohnräumen aber mit viel Bedacht zu wählen.



    mfg JAU

  • War von euch wer länger in einem Objekt mit undichten Fenstern? Ich sag euch das ist wirklich nicht angenehm. Da kann man heizen was das Zeug hält und die zugige Luft lässt dich immer noch frieren. Wer das in Betracht zieht hat doch nicht mehr alle Nadeln an der Tanne!

    War ich (Winter 1973/74 an der Marineschule). Da hatten wir Doppelfenster Baujahr 1908 und bei Nordwestwind innen Schneegriesel, und auch wenn alle Fenster zu waren, heulte in den Gängen der Wind und die Türen klapperten. Ich kann bestätigen: Es war "wirklich nicht angenehm". (Die Marineschule ist übrigens inzwischen saniert.)


    Das ist es aber nicht, was ich meine. Ich rede von ganz normalen Fenstern Baujahr 1973 bzw. 2003 wie bei uns im Haus, die (auch wenn wie im Moment bei uns eine Kaltfront mit Windstärke 5 und Böen 7 durchzieht) keine fühlbare Zugluft durchlassen, aber dennoch einen "Blower-Door-Test" - wie er heutzutage gefordert wird - niemals bestehen würden. Es ist genau wie mit der Dämmung: Bei der Dichte gibt es ein Optimum, und das liegt zwischen dem Zustand "Marineschule 1973" und "EnEV 2014".

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo Alfons B.,
    ich kenne Herrn Prof. Meier nicht persönlich, es liegt mir daher fern ihn ins Lächerliche zu ziehen.


    Ich habe auf Deinen Wunsch und mit recht erheblichem Zeitaufwand den Artikel von Prof. Meier durchgesehen. Dabei fällt halt auf, dass er mit vielem einfach unrecht hat.


    Zu deinen beiden Punkten oben:


    Was sagt Prof. Meier in dem Artikel, den ich auf Deinen Wunsch durchgesehen habe, zum Lüften?
    Zitat Prof. Meier: "Infolge der ruhenden Luft (keine Staubaufwirbelung) wird eine geringe Luftwechselrate ermöglicht. Es muss nicht so oft gelüftet werden. Dies spart wiederum Energie."
    1. Diese Aussage ist FALSCH. Die notwendige Luftwechselrate wird von CO2 und Feuchtigkeit bestimmt und ändert sich bei gleichem Feuchteeintrag und gleichem CO2 Ausstoß in der Wohnung nicht, weder weil die Luft ruht noch weil es weniger Staubaufwirbelungen gibt.
    2. Was er anderswo zum Lüften sagt (die von Dir oben zitierten Passagen) ist nicht besser. Nur ein Punkt zur Illustration: die in der Wohnung freigesetzte Feuchtigkeit muss mit der Luft nach draussen. Ob das beim Stoßlüften in einem Schub passiert, oder durch permanentes Lüften nach und nach, macht energetisch bezüglich der an die Feuchtigkeit gebundenen Energie (Verdampfungswärme) keinen Unterschied.
    Beim Stoßlüften muss wegen der höheren relativen Luftfeuchtigkeit pro kg Feuchtigkeit aber weniger Luft ausgetauscht werden. Damit geht weniger in der Luft enthaltene Energie verloren als beim permanenten Lüften. Der Feuchtigkeitsaustrag ist also entgegen Prof. Meiers Behauptung beim Stoßlüften energetisch effizienter. Ich halte daher Stoßlüften energetisch gesehen für die bessere Variante (noch besser ist mMn eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmetauscher).


    Der Ort einer Veröffentlichung ist für die Beurteilung der Veröffentlichung durchaus wichtig. Ernste Wissenschaft wird in peer-reviewten Fachzeitschriften veröffentlicht. raum&zeit ist keine solche. Der Einfachheit halber verweise ich mal auf den entsprechenden Wikipedia Eintrag http://de.wikipedia.org/wiki/Raum_%26_Zeit , der sich durchaus mit meiner eigenen Sicht von raum&zeit deckt.


    Gerne diskutiere ich die Inhalte und hätte mich auf fundierte Kommentare zu den Punkten meiner Analyse gefreut.


    mit sonnigem Gruß
    Jochen

  • Hallo Jochen !


    Zitat von Dir: "... den Artikel von Prof. Meier durchgesehen. Dabei fällt halt auf, dass er mit vielem einfach unrecht hat."


    Du hast im Profil nur stehen, dass Du selbständig bist. Was bist Du von Beruf, dass Dur Dir zutraust, festzustellen, dass Er Unrecht hat ?
    Ich kann bei der Baupysik der Strahlenheizung, die auf Berechnung-Grundsätzen von (teilweise) Nobelpreisträger, besteht, nicht mithalten.


    Ich hänge nochmal ein paar Seiten aus Seinem Buch "Phänomen Strahlenheizung" an.


    Gruß
    Alfons B.

  • Hallo Alfons,
    und wieder keinerlei Beschäftigung mit den Inhalten und Argumenten. Schade! Dazu mal die Gegenfrage: was ist Dein Interesse an Strahlenheizungen und was ist Deine Beziehung zu Prof. Meier? Warum verteidigst Du hier etwas, das Du nach eigenem Bekunden selbst nicht verstehst?


    Ich bin Ingenieur und seit 25 Jahren in der Energieindustrie unterwegs. Habe mich auch viel mit radikaler Innovation und Phänomenen an der Grenze der anerkannten Wissenschaft beschäftigt.


    Um die Thesen von Prof. Meier als falsch zu erkennen muss man kein Nobelpresiträger sein. Da reicht 3. Semester Physik (siehe z.B. seine Thesen zu feuchter Luft / Stoßlüftung).


    mit sonnigem Gruß
    Jochen

  • Wenn die Zeitung "raum u. zeit" in einer ganz anderen Ausgabe
    über dieses Thema berichtiet, hat das doch wirklich nichts mit Ihm zu tun !!


    Doch. Weil die Redaktion über die Inhalte entscheidet. Wenn sie auf deinen Einen Seite HokusPokus zulässt ist spricht das dafür das ihr das Wissen oder der Wille fehlt die Inhalte zu prüfen bevor sie veröffentlichen.


    Ich rede von ganz normalen Fenstern Baujahr 1973 bzw. 2003 wie bei uns im Haus, die (auch wenn wie im Moment bei uns eine Kaltfront mit Windstärke 5 und Böen 7 durchzieht) keine fühlbare Zugluft durchlassen, aber dennoch einen "Blower-Door-Test" - wie er heutzutage gefordert wird - niemals bestehen würden.


    Du meinst also mit Fenstern, an denen man keine Zugluft spürt, ein Volumen von 30m³/h/Person umzusetzen?
    Das ist nämlich die Menge Luft die eine KWL zu fördern hat.


    Deshalb halte ich den "Dicht-Wahnsinn" in unseren Bau-Vorschriften für wesentlich schädlicher als den "Dämm-Wahnsinn".


    Vielleicht sollten wir mal klären warum man Gebäude abdichtet.
    Das Zugluft nicht gerade förderlich fürn Wohnkomfort ist dürfte glaub klar sein, weitere Grundannahme für das Problem die unstrittig sein sollte: wo es kalt ist kondensiert Wasser.
    Wenn man nun aber versucht ein Gebäude soweit als möglich winddicht zu machen ergibt sich ein Problem: Die paar wenigen verbliebenen Stellen die es nicht sind. Dabei ist erstmal egal ob durch eintretende Kaltluft die Oberfläche abkühlt oder austretende feuchte Luft zu kälteren Oberflächeren gelangt. Auf diesem Wege gelangt Wasser an Stellen wo keines sein soll.
    Problem sind dabei Materialübergange. Z.b. Fensterrahmen zu Mauerwerk oder Sparren zu Mauerwerk. Gerade bei Holz kann Feuchtigkeit in der Isolierschicht böse Bauschäden verrursachen. Es ist nicht allein die Isolierung gefährdet.



    mfg JAU

  • Du meinst also mit Fenstern, an denen man keine Zugluft spürt, ein Volumen von 30m³/h/Person umzusetzen?
    Das ist nämlich die Menge Luft die eine KWL zu fördern hat.

    Keine Ahnung was für ein Volumen unsere Fenster umsetzen, aber für meine Bedürfnisse reicht es. Außerdem kann man ja immer noch stoßlüften, bevor die Luft dick wird (in dieser Hinsicht redet Prof. Meier in der Tat Unsinn). Jedenfalls müffelt es bei mir nicht (wie mir meine Besucher glaubhaft versichern), und Schimmel habe ich auch keinen. Allerdings ist unser Haus ordentlich isoliert (Einschicht-Dämmziegel im neuen Teil, 12 cm Dämmung im alten Teil, k-Werte 0,23 bzw 0,25 W/m2K). Eine KWL käme mir jedenfalls nur über meine Leiche ins Haus.


    Übrigens, wenn wir hier wissenschaftlich werden, muss ich das mit der Zugluft präzisieren. In Deinem Beitrag war die Rede von Komfortverlust durch Zugluft. In dem Sinn gibt es das bei uns nicht. Aber wenn man im Winter direkt an die Fenster hingeht und die Hand an die Spalten legt, spürt man einen leisen Zug und Kühle, besonders wenn es draußen stürmt. Irgendwie muss die Luft ja reinkommen. Mich stört das jedenfalls nicht, und der Heizenergieverbrauch unseres Hauses (Endenergie ohne Warmwasser) liegt trotzdem nur bei 70 kWh pro qm und Jahr.

    Wenn man nun aber versucht ein Gebäude soweit als möglich winddicht zu machen ergibt sich ein Problem: Die paar wenigen verbliebenen Stellen die es nicht sind. Dabei ist erstmal egal ob durch eintretende Kaltluft die Oberfläche abkühlt oder austretende feuchte Luft zu kälteren Oberflächeren gelangt. Auf diesem Wege gelangt Wasser an Stellen wo keines sein soll.

    Ich glaube Dir gerne, dass es solche Probleme gibt. Ich behaupte lediglich, dass man sie vermeiden kann, und zwar indem man anständig baut. Und zwar auch ohne dass man die Häuser soweit abdichten muss, dass es dann ohne eine KWL nicht mehr geht.


    mfg Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Eine KWL käme mir jedenfalls nur über meine Leiche ins Haus.


    Das wollte ich damit auch garnicht andeuten, aber ordentliche Zahlen bezüglich Luftaustausch gibts nunmal nur für KWL.


    Keine Ahnung was für ein Volumen unsere Fenster umsetzen, aber für meine Bedürfnisse reicht es. Außerdem kann man ja immer noch stoßlüften,


    Tust du es? Also, stoßlüften...


    Jedenfalls müffelt es bei mir nicht (wie mir meine Besucher glaubhaft versichern)


    Mir hat auch noch kein Besucher gesagt es würde müffeln, bin auch noch nie auf die Idee gekommen sie danach zu fragen.


    In Deinem Beitrag war die Rede von Komfortverlust durch Zugluft. In dem Sinn gibt es das bei uns nicht.


    Schön für euch.


    Ich glaube Dir gerne, dass es solche Probleme gibt. Ich behaupte lediglich, dass man sie vermeiden kann, und zwar indem man anständig baut.


    Aha, und was ist "anständig bauen"? Ein BlowerDoor-Test ist ja nix weiter als die Kontrolle ob den anständig gebaut wurde...



    mfg JAU

  • Ein BlowerDoor-Test ist ja nix weiter als die Kontrolle ob den anständig gebaut wurde...

    Kann sein, dass ich das falsch verstanden habe. Aber nach meiner Kenntnis soll ein BlowerDoor-Test bestätigen, dass Fenster, Türen etc. so dicht gebaut wurden, wie das nach heutigen Energiespar-Vorschriften verlangt wird. Ein Haus, das den Test besteht, ist damit automatisch so dicht, dass es ohne eine kontrollierte Lüftungsanlage nicht mehr auskommt. Eine kontrollierte Lüftung kostet einen Haufen Geld und verbraucht einen Haufen teuren Strom, und damit möglicherweise mehr Primärenergie, auf alle Fälle aber mehr Geld als die Wärmerückgewinnung hereinholt. Vor allem aber verdreckt und verkeimt sie, wenn sie nicht regelmäßig gewartet wird - was wieder einen Haufen Geld kostet. Letzteres ist der Grund, warum lt. Presseberichten (deren Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen kann) 80% der in Privathäusern eingebauten Lüftungsanlagen nicht gewartet werden und deshalb verdreckt und verkeimt sind.


    Ein in meinem Sinne "anständig gebautes" Haus ist gerade so dicht, dass es dort auch bei einem Wintersturm nicht zieht, und dennoch ohne Lüftungsanlage - ggf. bei regelmäßigem Stoßlüften - ein anständiges Raumklima entsteht. Außerdem ist ein "anständig gebautes" Haus so gut gedämmt (einschl. Dach, Fenstern und Keller/Bodenplatte), dass die Transmissionsverluste auf - sagen wir - ein Viertel im Vergleich zu einem ungedämmten Zustand reduziert werden und insbesondere keine Kältebrücken vorhanden sind. In einem solchen Haus bekommt man selbst dann keinen Schimmel, wenn man Mief liebt und/oder Energie sparen will und deshalb auf das Stoßlüften verzichtet (nicht mein Fall, aber wer's mag...).


    Dass das technisch ohne Weiteres möglich ist, beweisen Tausende von Häusern, die nach den Vorschriften von Mitte der Nullerjahre gebaut oder saniert wurden und im Vergleich zum Bestands-Durchschnitt mindestens zwei Drittel der Heizenergie einsparen, ohne dass man sich dafür mit Lüftungsanlagen und 24cm-Dämmungen verkrampfen und/oder architektonische Gräueltaten begehen musste. Die dadurch eingesparten Ressourcen (Rohstoffe und Kapital) können - nach dem Gesetz der abnehmenden Skalenerträge - an anderer Stelle eingesetzt wesentlich mehr für Umweltschutz und Energieeinsparung bringen.


    Nicht die Wärmedämmverbundsysteme sind der "Flop des Jahrhunderts", sondern Vorschriften, die für Neubauten ständig verschärft werden (obwohl die Verschärfungen mittlerweile absolut kaum noch etwas bringen), während der Gebäudebestand weitgehend unangetastet bleibt - oder wo Renovierungen sogar unterbleiben, weil sich die geforderten Standards mit vertretbarem Aufwand nicht einhalten lassen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo !


    Beim Thema "Richtige/Beste Wohnungslüftung" gehen die Meinungen z.Z. weit auseinander.


    Hinweis an sailor773 : Kein Fensterbauer wird bereit sein, Dir bei einer Fenstererneuerung "ein Bisschen undichte" Fenster einzubauen. Er wird viel zu viel Angst vor Reklamationen haben. Vom Grundgedanken bin ich aber hier auch Deiner Meinung.


    Wie hier schon mal geschrieben: Wir haben im Eigentumsbereich (und im Mieter-Bereich auch nur selten) kein Schimmelproblem !!
    Somit kann in diesem Bereich eigentlich so Jeder Lüften, wie Er es für richtig hält.


    Ich habe mir im Sommerer ein CO2-Controllgerät angeschaft. Bislang war es noch kein Problem, den gewünschten Wert von 800-1000 ppm über Fensterlüftung, einzuhalten. Über den Winter, wird es sicherlich schwieriger.


    Vor einigen Monaten habe ich mir (im Zuge von Energetischer Weiterbildung) 2 Tage Vorträge zu jeder Art von Lüftung angehört.
    Am Ende der Vortäge haben wir in einer kleinen Gruppe, den Dozenten gefragt, wie Er es denn in Seinem Haus gemacht hat ?
    Klare Aussage: "... aus wirtschaftlichen und hygienischen Gründen lehnte Er in Seinem Haus eine KWL mit Rückgewinnung ab. Aber Er hatte bei sich eine CO2-gesteuerte Anlage installiert die nur im Unterdruck-Verfahren schlechte Luft herausdrückt.
    Für mich war der überzeugenste Grund für die diese Art Lüftung der Umstand, daß durch evt. Leckagen nur Luft von Außen nach Innen wandern kann !! Folglich ist eine Verschimmelung im Innern von Bauteilen, insbesondere im Leichtbau dann nicht mehr möglich, weil es kein Tauwasser mehr in der Konstruktion gibt. Einfach ausgedrückt: es passiert nichts wenn eine Steckdose oder ein Balkenanschluß mal nicht richtig abgedichtet sind.
    An dieser Stelle kommen eigentlich wieder die von Sailer propagierten


    "leicht undichten Fenster" oder etwas undichten Bauteile wieder ins Spiel !


    Gruß
    Alfons B.

  • Hinweis an sailor773 : Kein Fensterbauer wird bereit sein, Dir bei einer Fenstererneuerung "ein Bisschen undichte" Fenster einzubauen. Er wird viel zu viel Angst vor Reklamationen haben.

    Zweifellos, zumal ein solches Angebot wohl auch den Normen und Vorschriften widersprechen würde. Genau auf das will ich hinaus: Ich bin der Meinung, dass man mit den Anforderungen inzwischen übertreibt und unterm Strich mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

    Wir haben im Eigentumsbereich (und im Mieter-Bereich auch nur selten) kein Schimmelproblem !!

    Da muss ich Dir allerdings widersprechen. Bei uns in der Nachbarschaft gibt es - wie berichtet - genau so ein Problem in einem Haus mit Mietwohnungen, und zwar genau ab dem Einbau neuer (vermutlich normgerechter, für einen solchen Einsatz zu dichter) Fenster. Gedämmt wurde dort nicht, und erst recht natürlich keine Lüftungsanlage eingebaut. Ein Einzelfall ist das auch nicht: In Presse, Funk und Fernsehen hört man ständig von Schimmelproblemen in gar nicht oder falsch sanierten Mietwohnungen - wobei es sich augenscheinlich selten um Vorkriegsbauten handelt, sondern fast immer um das Billigzeug, das in Ost und West in den 50er bis 70er Jahren hingestellt wurde, als man im Osten die Fernwärme umsonst bekam (mit Temperaturregelung über Fensteröffnung) und im Westen den Liter Heizöl für weniger als zehn Pfennige. Die wenigsten davon werden nach Deinem Vorbild auf "Strahlungsheizung" umstellen können (selbst wenn das hilft), schon allein weil die (Billig-) Heizkörper in solchen Wohnungen meist sehr knapp bemessen und auf hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt sind.

    Ich habe mir im Sommer ein CO2-Controllgerät angeschaft. Bislang war es noch kein Problem, den gewünschten Wert von 800-1000 ppm über Fensterlüftung, einzuhalten. Über den Winter, wird es sicherlich schwieriger.

    Sicher keine dumme Idee. Dann weiß man genau, wann man lüften sollte und auch wie lange. Im Winter geht es eben nur über Stoßlüftung.

    Er hatte bei sich eine CO2-gesteuerte Anlage installiert die nur im Unterdruck-Verfahren schlechte Luft herausdrückt.
    Für mich war der überzeugenste Grund für die diese Art Lüftung der Umstand, daß durch evt. Leckagen nur Luft von Außen nach Innen wandern kann !!

    Ich würde sogar sagen: Ohne Leckagen, durch die "gute" Luft als Ersatz für die herausgedrückte "schlechte" ins Haus wandert, kann das gar nicht funktionieren. Hat man ein zu dichtes Haus (wegen neuer Fenster, und weil es ansonsten angenommen dicht gebaut ist), so braucht auch dieses System eine Zuluftführung, am besten mit Wärmetauscher. Dann sind wir wieder bei der kontrollierten Lüftung, die nur in dem Fall anders gesteuert wird. Oder habe ich da etwas nicht verstanden?

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Moin,


    muß auch mal meinen Senf dazu geben weil teilweise ganz schön Käse geschrieben wird :P
    Ich habe bei mir seit 1998 eine KWL im Haus (Dachgeschosswohnung 90m²), deshalb kann ich z.B. diese Aussage


    Zitat

    Eine kontrollierte Lüftung kostet einen Haufen Geld und verbraucht einen
    Haufen teuren Strom, und damit möglicherweise mehr Primärenergie, auf
    alle Fälle aber mehr Geld als die Wärmerückgewinnung hereinholt. Vor
    allem aber verdreckt und verkeimt sie, wenn sie nicht regelmäßig
    gewartet wird - was wieder einen Haufen Geld kostet.

    nicht ganz nachvollziehen _()_


    Was soll da verkeimen und verdrecken, habe da bei mir noch nichts gefunden, auch habe ich keinerlei gesundheitliche Probleme in dieser Richtung? Das einzigste was verdreckt sind die Zuluft- und Abluftfilter die ich bei der halbjährigen Wartung, die einen gewaltigen Aufwand von 15 Minuten/Wartung benötigt, entweder auswasche oder wenn zu verschlissen auswechsel. Das hat eine gewaltige Wartungssumme von 19,90€ bei jeder 5. Wartung zur Folge (muß mich dafür aber noch nicht mit Klingelbeutel in die Fußgängerzone setzen).
    Der Stromverbrauch ist auch eine gewaltige Ausgabe, sind rund 50€/Jahr. Wir reden also von Gesamtkosten in Höhe von 60,00€/Jahr.


    Dafür erhält man folgenden Mehrwert:
    1. Kühlung im Sommer (freie Kühlung). Das war der wichtigste Grund für den Einbau bei uns weil im Sommer oft unerträglich warm. Bis jetzt keine Probleme mehr mit Schlaf im Sommer
    2. Fenster brauchen nicht mehr geöffnet werden, also auch keine bistigen Stechmücken mehr
    3. Bessere Wärmeverteilung weil nur Heizkörper
    4. Bautenschutz, kein Schimmel
    5. Mief unserer vier Fellnasen wird zuverlässig "abgesaugt"


    Ich möchte die Anlage nicht mehr missen ^^


    Wo es Probleme mit Lüftungsanlagen und Verkeimung gibt oder gab sind Vollklimaanlagen. Sowas habe ich im Ein- und Mehrfamilienhaus aber noch nirgends gesehen. Auch ist hier ein höherer Wartungsaufwand nötig. Habe regelmässig mit solchen Anlagen zu tun (regelungstechnisch) und da bekommt man bisschen was mit denke ich :D


    Gruß
    Tom