Wärmedämmverbundsysteme - Der Flop des Jahrhunderts ???

  • Läßt man die Heizung durchlaufen, kann man die Vorlauftemperatur, als Beispiel, von erforderlichen 50 Grad auf ca. 35 Grad absenken. Der Effekt ist, dass der Anteil der Strahlungswärme auf ca. 50 % erhöht wird.

    Das mit dem Strahlungsanteil in % stimmt schon. Das Problem ist nur, dass insbesondere Radiatorenheizungen üblicherweise in Heizkörpernischen unter den Fenstern sitzen. Die ganze schöne Strahlung geht also in den Raum hinein (was ja auch im Prinzip nicht schlecht ist), aber die kalten Außenwände haben nichts davon, weil sie von der Strahlung nicht erreicht werden. Ausnahme ist natürlich Fußbodenheizung, die wegen der dort üblichen niedrigen Vorlauftemperaturen hauptsächlich strahlt und zwar überall hin.


    Außerdem halte ich eine mögliche Absenkung von 15 K bei der Vorlauftemperatur nur durch fehlende Nachtabsenkung für völlig unrealistisch. Reality Check: Angenommen die Heizkörper hätten gleichmäßige Temperaturen, so bedeutet eine VLT-Absenkung von 15 K bei der Strahlung -20% weniger Energieabgabe und bei der Konvektion -50%. Insgesamt wären das -39%. Aber nehmen wir an es ist nur die Hälfte (weil die Heizkörper meist unten kühler sind als oben), dann wären es immer noch -20%. Dieser Wert liegt weit über dem, der durch Nachtabsenkung angeblich gespart werden kann (da ist äußerstenfalls von 6% die Rede, und das auch nur, wenn man eine ungedämmte Bude hat und die in der Nacht bis 16°C auskühlen lässt).


    Fünf Kelvin VLT-Absenkung sind m.E. das Äußerste, was man durch Weglassen der Nachtabsenkung erreichen kann. Das wäre ja auch nicht schlecht, aber ein Schimmelproblem (wenn man denn eines hat) löst man damit garantiert nicht. Zumal die Strahlung, die ja den Effekt bewirken soll, durch die VLT-Absenkung absolut zurückgeht, auch wenn ihr Anteil prozentual ansteigt.

    Es gibt mehrer Untersuchungen zur Innentemperaturen auf den Außenwänden beim Vergleich mit ungedämmten und gedämmten Fassaden: Rechnerisch kann die Innenwandtemperatur durch Dämmung um bis zu 4 Grad erhöht werden. O.g Untersuchungen haben aber keien Anstieg der inneren Oberflächentemperaturen auf den Außenwänden ergeben. Die Ursache ist derzeit nicht erklärbar !

    Hast Du da eine Quelle für? Unerklärliche Abweichungen experimenteller Ergebnisse von den berechneten Voraussagen finde ich als Naturwissenschaftler ausgesprochen interessant: Sofern die Ergebnisse tatsächlich stimmen (und nicht auf eine unzureichende Messanordnung zurückzuführen sind), würden sie auf einen bis dato unbekannten naturgesetzlichen Zusammenhang hinweisen.


    Im vorliegenden Fall würde das also heißen: Eine ungedämmte 30 cm Ziegel-Außenwand hat eine Innentemperatur von sagen wir 14°C. Die herrschende Lehre sagt, dass durch 12 cm Dämmung die Innentemperatur auf ca. 19°C erhöht werden kann. (Meine persönliche Behaglichkeits-Erfahrung in unserem Ziegelhaus Baujahr 1973,das zum Teil 2004 mit 12 cm gedämmt wurde, sagt das gleiche. Aber ich gebe zu, dass ich es nur fühle und nicht gemessen habe: Kann also alles auch nur Einbildung sein :D .) Deine Untersuchungen sagen, das sei nicht der Fall und die Innentemperatur der gedämmten Wand würde immer noch bei 14°C liegen, richtig? Also diese Untersuchung würde mich schon interessieren, insbesondere die Randbedingungen unter denen sie durchgeführt wurde.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo sailor773 !
    Ein paar Hinweise zu Deinem vorstehenden Beitrag :
    -Strahlenheizung erwärmt, im Gegensatz zur Konvektion nicht die Luft, sondern die Wände und die Einrichtungen. Strahlungswärme verteilt sich wie beim Billard-Spiel, prallt von den Wänden ab, bis der Wärmestrahl seine Energie verloren hat. Str.-Wärme kommt so in jeden Winkel des Raumes und alle Wände werden warm. (siehe Anhang-Prof.Carl Meier) Und deshalb gibt es dann auch keinen Schimmel mehr.(Oberflächentemperatur)
    -FB-Heizung ist zwar schön, aber auch nur ca. zu 50 % eine Str.-Heizung - Rest auch Konvektion.
    -Die Absenkung der Vorlauftemperatur (ohne Nachtabsenkung) um ca 15 Grad ist realistisch, weil ich selber vor 5 Jahren umgestellt habe. Sicherlich gibt 10-14 Tage im Winter, wo 40 Grad Vorlauf erforlerlich sind. Meine Frau hat mir bestätigt, dass es seit der Umstellung viel wärmer im Haus ist.


    Zu den beiden Quellen, die ich zu den "gleichbleibenden Innentemperaturen an der Außenwand" (mit und ohne Dämmung) gefundene habe, komme ich später zurück, da ich bislang erst Eine wieder gefunden habe.


    Gruß
    Alfons B.


  • (Meine persönliche Behaglichkeits-Erfahrung in unserem Ziegelhaus Baujahr 1973,das zum Teil 2004 mit 12 cm gedämmt wurde, sagt das gleiche. Aber ich gebe zu, dass ich es nur fühle und nicht gemessen habe: Kann also alles auch nur Einbildung sein :D .) Deine Untersuchungen sagen, das sei nicht der Fall und die Innentemperatur der gedämmten Wand würde immer noch bei 14°C liegen, richtig? Also diese Untersuchung würde mich schon interessieren, insbesondere die Randbedingungen unter denen sie durchgeführt wurde.


    Einfachster Vergleich: man vergleicht die Verbrauchswerte in m3/L mit den Quatratmeterzahlen nach 2004. ( kurze der Verbrauch p. m2 ist interessant, nicht eine subjektive Meinung, ob es was bringt oder nicht )


    Vermute mal, dass da nicht viel gespart wird, da ein 30er Ziegel auch ungedämmt, völlig aus reicht. Die Aussentemperatur am Ziegel, auch wenn
    innen mit konstanten 16 Grad Cels beheizt, bewirkt bei der Aussenmessung kaum ein delta-teta von +- 1Grad Cels. Man muss nur mal im
    Winter die Hand auf die Aussenwand legen - da ist es einfach kalt.


    Würde sogar behaupten, wenn Kondensat hinter der Fassade sich bildet, dass der Bau aussen noch mehr auskühlt, da ein nasser Stein thermisch
    die Abwärme phosiert - zudem kein Zugang für solare Energie, die im Ziegel speicherbar wäre ( dort wird blockiert )


    ich würde einfach mal ein Loch mit der Tiefe von 29 cm ( 12/wdvs + 15/Ziegel + 2 cm Putz ) bohren und einen Messfühler rein hängen?
    Thermomessung an der Hauswand bringt ja nix.

  • Ein Azubi, der gerne Tennis spielte meinte "ein guter Tag für Tennis"


    Der Fahrer meinte: "Mußt nur mal die Hand raushalten - ist eigentlich zu windig...."


    Er tat´s, kurbelte die Scheibe runter und bestätigte - zu windig für Tennis.....



    So viel zu "Nur mal Handauflegen..."

  • Zitat

    Zu
    den beiden Quellen, die ich zu den "gleichbleibenden Innentemperaturen
    an der Außenwand" (mit und ohne Dämmung) gefundene habe, komme ich
    später zurück, da ich bislang erst Eine wieder gefunden habe.


    Gruß
    Alfons B.

    Hallo Alfons,
    der von Dir angehängte Artikel über Strahlenheizung zeigt ein enormes Unverständnis physikalischer Zusammenhänge. Nur mal ein Beispiel:


    "Was passiert, wenn zwei gleich große Strahlplatten oder sogar Strahlwände gegenüberliegend angeordnet werden, die beide das gleiche
    Temperaturniveau haben? Die Energieabgabe in Richtung des Raumes (und darauf kommt es ja doch an) würde bei der Differenzbildung dann zu Null
    werden - ein Unding. "


    Wenn man Nebeneffekte herausnimmt (z.B. Konvektion an der warmen Wand, Abstrahlung in Richtung Boden und Decke) und sich nur die beiden strahlenden Oberflächen anschaut passiert genau das, es wird insgesamt keine Energie von der einen Wand auf die andere
    übertragen.


    "Ein solches Ergebnis muß falsch sein, denn immerhin strahlen beide Flächen recht deutlich. Werden die Temperaturen der beiden Flächen, sagen wir, auf 40o C gebracht, so wird es für einen Menschen im Raum gewiß recht unangenehm warm - und doch wird für die beiden Heizflächen jeweils eine Wärmeabgabe von Null errechnet! Dies kennzeichnet in eindrucksvoller Weise die Unrichtigkeit einer Differenzbildung, beim Strahlungsaustausch wird mit der Strahlungsaustauschzahl also fehlerhaft gerechnet."
    Klar, wenn man jetzt seinen Körper ins Spiel bringt üertragen beide Wände Strahlungsenergie auf den Körper. Man fühlt wie die beiden Wände "deutlich strahlen". Aber der Nettoenergieaustausch zwischen den Wänden ist trotzdem genau Null.


    Die Kommentare unten im Artikel sagen mehr oder weniger deutlich, dass der Mann Quatsch erzählt. Ich schliesse mich Prof. Bach an: "Im Übrigen hat Herr Prof. Meier in allen 5 Punkten die übliche Berechnung des Strahlungsaustausches und der dabei verwendeten Randbedingungen falsch verstanden".


    Gruß
    Jochen

  • Hallo sailor773 !
    Hier die erwähnten Hinweise auf die "Oberflächentemp. der Außenwand-Innenseite"
    (siehe die beiden Anhänge in PDF)
    Diese Auswertungen machen zumindest nachdenklich in Bezug auf das staatlichen Vordenken durch die EnEV.



    Zitat von JayM !
    Hallo Alfons,


    der von Dir angehängte Artikel über Strahlenheizung zeigt ein enormes
    Unverständnis physikalischer Zusammenhänge.

    Hallo JayM !


    Den Prof. Meier habe ich nur zitiert. Ich hoffe für Dich, dass Du ein "Verständnis für die Physikalischen Zusammenhänge" hast. Ich nehme das für mich nicht in Anspruch. Aber ich habe im Gegensatz zu Dir die beiden unten erwähnten Bücher über Strahlenheizung gelesen.


    Ich habe Dir mal die Antwort von Prof.Meier auf "Deinen Prof.Bach" unten als PDF angehangen. Er hat nicht mehr geantwortet !


    Unten noch 2 Bücher von Prof. Meier, die ich gelesen habe. Kann ich Dir nur empfehlen !
    Danach noch die "U-Wert-Parabel" die jeder, der sich zu Dämmen, äußert, kennen sollte !


    Gruß
    Alfons B.

  • Hallo Alfons,

    -Strahlenheizung erwärmt, im Gegensatz zur Konvektion nicht die Luft, sondern die Wände und die Einrichtungen.

    Stimmt.

    Strahlungswärme verteilt sich wie beim Billard-Spiel, prallt von den Wänden ab, bis der Wärmestrahl seine Energie verloren hat. Str.-Wärme kommt so in jeden Winkel des Raumes und alle Wände werden warm.

    Stimmt nur zum Teil. Ein Billard-Tisch ist so konstruiert, dass die Kugeln möglichst exakt reflektiert werden und dabei möglichst wenig Energie verlieren. Wände und Möbel sind das nicht. Deshalb wird von jeder Oberfläche beim Auftreffen ein beachtlicher Teil der Strahlung absorbiert. Je öfter die IR-Strahlen reflektiert werden, desto mehr Energie verlieren sie. Deshalb werden in einem Raum immer die Wände (oder Möbel) mehr Strahlungsenergie abbekommen, die direkt angestrahlt werden können. Es werden also in der Tat alle Wände erwärmt, aber nicht gleichmäßig: Am wenigsten Strahlungswärme bekommt die Wand ab (also die Außenwand), in der sich der Heizkörper befindet, weil sie überhaupt keine direkte Strahlung abbekommt sondern nur geschwächte reflektierte. (Natürlich abgesehen von der Heizkörpernische selbst. Wenn es keine Heizkörpernischen gibt, verteilt sich die Strahlung etwas besser, aber der Großteil der Strahlungsenergie wird immer noch nach vorne abgegeben.)

    -Die Absenkung der Vorlauftemperatur (ohne Nachtabsenkung) um ca 15 Grad ist realistisch, weil ich selber vor 5 Jahren umgestellt habe. Sicherlich gibt 10-14 Tage im Winter, wo 40 Grad Vorlauf erforlerlich sind. Meine Frau hat mir bestätigt, dass es seit der Umstellung viel wärmer im Haus ist.

    Das was mich an Deiner Angabe irritiert ist die Tatsache, dass die üblichen Nachtabsenkungs-Regelungen selbst bei extrem niedrigen Temperaturen die VLT überhaupt nur um ca. 15 Grad absenken (was einer theoretischen RT-Absenkung um vier oder fünf Grad entspricht). Deine Angabe würde also bedeuten, dass Ihr nicht etwa die Nachtabsenkung abgestellt hättet, sondern jetzt 24h/Tag mit Nachtabsenkung fahrt. Trotzdem sei es jetzt wärmer als vorher. Da ich selbstverständlich nicht an dem Urteil Deiner Frau zweifle, gehe ich davon aus, dass bei Euch irgendetwas anders ist als in einem normalen Haus, sonst könnte das so nicht sein. Habt Ihr früher als "Nachtabsenkung" einfach von 22:00h bis 06:00h die Heizung komplett abgestellt und lebt außerdem in einem Haus ohne Wärmedämmung und mit sehr großen, aber trägen Heizkörpern (Wand- oder Fußbodenheizung)? Oder habt Ihr vor fünf Jahren noch etwas anderes geändert?


    Auf was ich eigentlich hinauswill ist aber etwas anderes.


    Richtig ist, dass bei jedem Heizkörper der Strahlungsanteil mit sinkender Vorlauftemperatur steigt. Richtig ist aber auch, dass bei jedem (Heiz)körper die abgegebene Strahlungsleistung mit sinkender Temperatur zurückgeht, und zwar mit der vierten Potenz der absoluten Temperatur (Stefan-Boltzmannsches Gesetz). Will heißen: Die Absenkung von 50°C (323 K) auf 35°C (308 K) bewirkt einen Rückgang der abgegebenen Strahlungsenergie um ca. 17%. Nimmt man als Extrembeispiel an, dass die Heizkörper früher während der gesamten Nachtabsenkung (acht Stunden pro Tag) eine Temperatur von lediglich 20°C (293 K) hatten, so wäre die täglich abgegebene Strahlungsenergie mit 24h @ 35°C immer noch um 7% niedriger als mit 16h @ 50°C und 8h @ 20°C.


    Fazit: Dass unter den Bedingungen Deines Hauses die Maßnahme positiv für den Komfort ist, kann ich mir schon vorstellen. Aber wenn die These lautet "Schimmel bekämpft man mit Strahlungsenergie, und zwar indem man die Vorlauftemperatur deutlich absenkt und dafür die Nachtabsenkung wegfallen lässt", sprechen die Naturgesetze offensichtlich dagegen.


    Vielleicht geht es bei der Geschichte mit "Schimmel durch Nachtabsenkung" um etwas anderes: In schlecht gedämmten Häusern kühlt sich die Innentemperatur während der Nacht deutlich ab. Dies bewirkt zweierlei: Erstens steigt (insbesondere wenn schlecht gelüftet wurde) die relative Luftfeuchte an, d.h. die Tendenz zur Kondensatbildung an kalten Oberflächen nimmt zu. Zweitens wandert der Taupunkt in der Wand nach innen. Beide Effekte zusammen machen es m.E. wahrscheinlicher, dass sich nachts in den Poren der Außenwand (Innenseite) Wasser sammelt. Wenn das Wasser mal in den Poren drin ist, bewirkt die Adhäsionskraft, dass es auch bei höheren Temperaturen tagsüber (und wenn man Pech hat sogar im Sommer) drin bleibt. Dann bildet sich Schimmel, der sich ohne Nachtabsenkung vielleicht nicht gebildet hätte.


    Übrigens: Vielen Dank für Deine Tabellen, insbesondere zu den Temperaturverläufen in der Wand und für die U-Wert-Parabel. Letzere illustriert m.E. meine These von neulich, dass Dämmung bis zu einem gewissen Grade durchaus sinnvoll ist, aber dass oberhalb 8-12 cm Dämmstärke einfach nichts mehr dabei 'rauskommt.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

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  • Hallo sailor773 !
    Im Gegensatz zu mir, scheinst Du über einige mathematische (hier Bauphysik) Kenntnisse zu verfügen. Um so interessanter müßten für Dich die beiden Bücher (die ich in meinem letzten Beitrag erwähnt habe) von Carl Meier sein. Link:
    http://www.expertverlag.de/ind…ert%20service&p=service-a
    http://www.expertverlag.de/ind…ert%20service&p=service-a
    Es ist sehr "harte Kost" !ich mußte oft mehrfach lesen.(habe trotzdem vieles nicht verstanden) Aber was Er eigentlich sagen will, kommt trotz der vielen Formeln über ! Er beweist, das die "Innung der Konvektionsheizung" mit falschen Ansätzen arbeitet und bewußt die Strahlenheizung "in den Keller rechnet!"
    Deine Bedenken gegen die Strahlenheizung teile ich nicht ! Die Wände werden gleichmäßig warm !


    Mein Haus besteht aus einem Bauteil von 1959 und einem etwa gleich großem Anbau von 1978. Die Fenster sind, bis auf wenige Neue,von 1978.
    In beiden Bauteilen sind die Heizkörper ca. doppelt so groß, wie sie eigentlich sein müßten (Heizungsbauer - aber heute freue ich mich darüber). Das ist mit ein Grund für meine niedirgen Vorlauftemperaturen. Im Wohnzimmer habe ich FB-Heizung. Die Nachtabsenkung bestand früher wirklich, im Abstellen der Umwälzpumpen per Schaltuhr. Aber auch da, vielen die Raumtempraturen nur um ca.2-4 Grad. (je nach Witterung) Schimmel gab es da auch nicht.


    Gruß
    Alfons B.

  • Hallo sailor773,


    deine Rechnungen sind sicherlich richtig, nur gehst du davon aus, dass die Heizkörper ungeregelt betrieben werden.
    Wenn heute bei Alfons 35 Grad Vorlauf zur Wohlfühltemperatur reichen, wird bei 50 Grad durch die Thermostaten der Durchfluss stark verringert. In beiden Vorlauftemperaturen, haben die Heizkörper die gleiche Leistung für gleiche Raumtemperatur.
    Geringer Durchfluss führt zu teilweiser Erwärmung der Heizkörper. Oben heiß unten Zimmertemperatur. Bei niedriger Vorlauftemperatur ist eine viel größere Fläche wärmer als das Zimmer und somit der Strahlungsanteil höher.
    Das Ganze funktioniert nur wenn die Heizkörper eine entsprechende Größe haben um auch bei niedriger Vorlauftemperatur ausreichend Wärme abgeben zu können.


    Mit freundlichen Grüßen

  • Zitat

    Hallo sailor773 ! Aber was Er eigentlich sagen will, kommt trotz der vielen Formeln über ! Er beweist, das die "Innung der Konvektionsheizung" mit falschen Ansätzen arbeitet und bewußt die Strahlenheizung "in den Keller rechnet!"



    Gruß
    Alfons B.


    Also in seinem Artikel beweist er hauptsaechlich, dass er von Waermestrahlung wenig Ahnung hat (z.B. seine absurde Theorie warum die Differenzbildung bei gegenueberliegenden Strahlern falsch sein "muss").


    Die Buecher spar ich mir dann mal.


    Gruss
    Jochen

  • Hi @Fuchs,

    Geringer Durchfluss führt zu teilweiser Erwärmung der Heizkörper. Oben heiß unten Zimmertemperatur. Bei niedriger Vorlauftemperatur ist eine viel größere Fläche wärmer als das Zimmer und somit der Strahlungsanteil höher.

    macht Sinn. Gute Erklärung! :thumbup:


    Bedeutet m.E. aber auch, dass die meisten Leute das "Alfons-Verfahren" so nicht werden anwenden können. Überdimensionierte Heizkörper - wie von ihm beschrieben - sind in alten Häusern eher selten, bzw. "überdimensioniert" werden sie erst, wenn nachträglich gedämmt wurde und der Wärmebedarf entsprechend zurückgeht. Dann kann man meist auch die VLT herunterfahren, aber in einem ungedämmten Haus die VLT einfach so um 15 K absenken ist schon ziemlich ehrgeizig.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo JayM !
    Vieileicht bist Du ja bereit die Kurzform zu prüfen !?
    (Siehe PDF Anhang )


    Hallo sailor773 !
    Die Aussage von "Fuchs" : "In beiden Vorlauftemperaturen (35+50Grad), haben die Heizkörper die gleiche Leistung für gleiche Raumtemperatur !" ist nachvollziehbar und ist aus meiner Sicht richtig. Mein Energieverbrauch hat sich, nach Abschaffung der Nachtabsenkung, eigentlich nicht verändert. Aber der fühlbare Heizkomfort, ist durch die Anhebung des Strahlungsanteils, deutlich Höher geworden.


    Will man durch Strahlungsheizung auch noch Energie sparen, muss eine "Echte Strahlungsheizung" bauen !


    Gruß
    Alfons B.

  • Hallo JayM !
    Vieileicht bist Du ja bereit die Kurzform zu prüfen !?
    (Siehe PDF Anhang )
    ...
    Gruß
    Alfons B.

    Hallo Alfons,
    hier ein paar Kommentare zur Kurzform:


    "5. Infolge der ruhenden Luft (keine Staubaufwirbelung) wird eine geringe Luftwechselrate ermöglicht. Es muss nicht so oft gelüftet werden. Dies spart wiederum Energie."
    Die notwendige Luftwechselrate wird nicht durch Staubaufwirbelung sondern durch CO2-Gehalt und Luftfeuchtigkeit bestimmt. Bei ähnlichem Feuchteeintrag durch Menschen, Pflanzen, Kochen, Duschen, etc. ist die relative Luftfeuchtigkeit bei geringerer Lufttemperatur eher höher, die absolute Luftfeucht eventuell geringfügig niedriger. Die notwendige Luftwechselrate ändert sich mMn nicht entscheidend (und sicher nicht wegen der unterschiedlichen Staubbelastung!)


    Beim Lüften wird aber tatsächlich Energie gespart, weil die rausgehende Luft etwas kühler ist und so mit der verbrauchten Luft weniger Wärme verloren geht. Der Effekt liegt in der Größenordnung von Luftwechselrate x Luftvolumen x Wärmekapazität der Luft x Differenztemperatur. Bei 0,6 /h x 100 m2 x 3 m x 0,00034 kWh/kg/K / 1,224 kg/m3 x (21 C - 15 C) reden wir hier von maximal 2.200 kWh/a.


    Die Transmissionswärmeverluste durch die Wände steigen dagegen an. Denn diese sind durch die Temperaturdifferenz von Innen- und Aussenseite der Wand bestimmt. Bei konvektiver Heizung ist die Innenseite der Wand wegen der Grenzschicht Luft-Wand eher etwas kühler als die Lufttemperatur. Bei Strahlungsheizung ist sie prinzipbedingt wärmer. Dadurch steigen die Transmissionswärmeverluste entsprechend an.
    Ganz einfach gerechnet: bei 22 C statt 17 C Innentemperatur der Wand, einem U-Wert von 0,4 W/m2K, 220 m2 Hüllfläche für eine 100 m2 Wohnung (Wandflächen und Decke oder Boden) und 180 Heiztagen bekommt man einen zusätzlichen Verlust von rund 1900 kWh/a, also ein Verlust in etwa der gleichen Größenordnung wie man oben spart.


    "6. Eine Wärmestrahlung mit einer Wellenlänge größer als 2,7 μm durchdringt kein normales Glas. Da die Wellenlängen für Heizzwecke hierunter fallen, verbleibt die Wärmestrahlung im Raum und erzeugt damit einen „Treibhauseffekt”.
    Bei einer Strahlungsheizung genügt also normales Fensterglas. Besondere „Wärmeschutzgläser” mit kleinen U-Werten (Wärmedurchgangskoeffizient,
    früher k-Wert) werden damit überflüssig."
    Oje! Die Lufttemperatur beträgt immer noch 15 Grad C, selbst in seinem optimistischen Szenario. Die Transmissionswärmeverluste sind bei Einfachverglasung selbst bei 15 Grad C sehr erheblich (und genau um diese zu verringern gibt es Doppel- und Dreifachglas). Bei der Strahlungsheizung sollte die Temperatur der Glasoberfläche durch Absorbtion sogar noch etwas höher liegen (und wenn nicht dann kondensiert die hohe relative Luftfeuchtigkeit der kühleren Raumluft sehr schön auf dem kalten Glas). Das heisst der Transmissionswärmeverlust von der wärmeren bestrahlten Glasoberfläche ist ebenfalls eher etwas höher als bei Konvektionsheizung. Bei der hilft nämlich wie an den Wänden die Grenzschicht am Wärmeübergang Luft-Glas noch etwas.


    "Fussbodenheizung
    "Neben der Wärmestrahlung vom Fußboden bildet sich unter der auflastenden kühleren Luft eine bodennahe Warmluftblase. Bei ihrer Entladung werden bei der Konvektion der Warmluft Staub und sonstige Partikel nach oben transportiert."
    und
    "Da auch die Luft unmittelbar über dem Fußboden konvektiv erwärmt wird, bildet sich eine warme Luftschicht, die nach oben steigt und sich bei entsprechender Mächtigkeit sogar schlagartig nach oben verlagert."
    Bitte was? Warme Luft bleibt unter der schwereren kalten Luft als Blase stehen, bis sie sich "schlagartig" "entlädt"?


    "Die Strahlungsleistung
    Die Strahlungsleistung einer temperierten Fläche gehorcht dem Stefan/Boltzmann-Gesetz, das heißt, sie ist proportional zur vierten Potenz der
    absoluten Temperatur einer Oberfläche. Darin liegt ein entscheidender Vorteil, denn unabhängig von Umgebungstemperaturen werden, bedingt allein nur durch die Oberflächentemperatur, Wärmestrahlen emittiert."
    und
    "Derartige Übertemperaturen Dt sind bei einer Strahlungsheizung unsinnig, da die Wärmeleistung allein nur durch die absolute Temperatur der Strahlfläche bestimmt wird. Die Formel (2) ist somit beim Heizen mit Wärmestrahlen nicht anwendbar."
    und
    "Der ständig vorliegende Strahlungsaustausch, der sich durch die Differenz zweier strahlender Flächen manifestiert (Formel 3), wird in den Fachbüchern als Strahlungsleistung angesehen. Dies aber ist der große Irrtum und führt zu abstrusen Ergebnissen."


    Hier ignoriert der Autor völlig worum es geht. Es geht darum Heizleistung in einen Raum einzubringen. Geschieht dies auf dem selben Temperaturniveau, die die Oberflächen im Raum bereits haben, wird KEINE Heizleistung übertragen. Es ist also tatsächlich der Strahlungsaustausch, der für die Bestimmung der Heizleistung wichtig ist.


    Als Gegenbeispiel zu seiner absurden These mal eine kleine Rechnung:
    Ein 10 m x 10 m großer Raum hat 3 m hohe Wände. Bei 3 Grad C Wandtemperatur liegt die Strahlungsleistung von Wänden, Decke und Boden eines solchen Raumes nach Stefan-Boltzmann bei 100 kW. Es ist mMn offensichtlich, dass das kein sinnvolles Mass für die Heizleistung der Wände ist. Bei 20 Grad sind es dann 127 kW. Aber auch die 27 kW Differenz sind kein sinnvolles Mass für die Heizleistung.
    Natürlich ist als Heizleistung nur sinnvoll, was effektiv in den Raum eingebracht werden kann. Und natürlich hängt das von den Temperaturen der aufnehmenden Flächen ab. Die hängt wiederum von der Dämmung hinter den Flächen ab. Bei perfekter Dämmung nähmen alle Oberflächen die Temperatur des Strahlers an, und danach wird keine weitere Heizleistung übertragen.
    Insofern ist es auch offensichtlich, dass Strahlungsheizung eine Dämmung nicht überflüssig macht. Im Gegenteil, durch die höhere Wandinnentemperatur wird die Dämmung eher noch wichtiger.


    Unter "5. Diesen rechnerischen Unfug kann jeder empirisch sogar selber nachvollziehen." kommt dann wieder das Beispiel mit der Person zwischen zwei heissen Platten, der es "dabei sicher recht heiß werden wird." Richtig, aus zwie Gründen, die mit der Berechnung der Strahlungsleistung der zwei Platten durch Differenzbildung nichts zu tun haben:
    1. gibt es konvektive Erwärmung der Luft an den heissen Platten. In dem Raum wird es also sowieso schon recht warm.
    2. geschieht der Strahlungsaustausch jetzt zwischen heissen Platten und kühlerem Menschen. Da wird ordentlich Strahlungswärme auf den Menschen übertragen, dem es dann "recht heiß" wird.


    Was uns ganz nebenbei zur Frage bringt, warum es uns bei 19 Grad Wand- und Lufttemperatur ziemlich gut geht obwohl wir doch 36,5 Grad Körpertemperatur haben. Im Körper wird ständig Energie in Form von Wärme frei gesetzt. Diese muss abgeführt werden, was über Konvektion, Strahlung und Verdunstung erfolgt. Wird über die ersten beiden Mechanismen genausoviel Wärme abgeführt, wie der Körper freisetzt, geht es uns gut. Wird zu wenig Wärme abgeführt (zum Beispiel wenn wir an einem zu heissen Strahler sitzen) fangen wir an zu Schwitzen und geben zusätzliche Wärme über Verdunstung ab. Wird zuviel abgeführt, zum Beispiel weil die Wände und die Luft kalt sind, erzeugen wir mehr Abwärme indem wir anfangen zu zittern.


    Ganz zuletzt noch ein nicht-wissenschaftlicher und ganz unsachlicher Punkt. Der Artikel ist in raum&zeit veröffentlicht. Das sagt eigentlich schon alles. Wer die Zeitschrift nicht kennt, sollte sich mal links unten die Anzeige zum Sonderheft "Neue Geomantie – Integrale Radiästhesie" anschauen. Wer mit "Die Geomantie (= Erdwahrsagen) zählt zu den ältesten Wissenschaften, die die Menschheit aufzuweisen hat." auch etwas anfangen kann, sollte sich vielleicht weiter mit Prof. Meier beschäftigen.


    Mein Fazit dagegen ist und bleibt: die Bücher kann man sich getrost sparen ...


    Gruß
    Jochen