KURZSTUDIE Erdgassubstitution durch eine forcierte Energiewende

  • http://www.gruene-bundestag.de…gassubstitution_final.pdf


    sicherlich auch Interessant im Kontext mit diesem Dokument : "Strategie für eine sichere europäische Energieversorgung"


    http://www.bundesrat.de/Shared…_blob=publicationFile&v=1

  • Ich hatte mich schon ganz von den Grünen wegen der Energiepolitik zurückgezogen, die den elektrischen Strom und damit auch Wärmepumpen verteufelten. Kennzeichnend für die damalige Politik meiner grünen Freunde war der Ausspruch Jürgen Trittins und anderer: "Energie muss teurer werden!". In den Jahren 2002 bis heute wurde daraufhin der Strompreis verdreifacht, nämlich von damals 9,75 Cent pro kWh Wärmepumpenstrom bei der "rheinenergie" auf heute 26 Cent, weil sich der heute nur geringfügig verbilligte Wärmepumpenstrom nicht mehr lohnt. Ich hatte damals nicht unerheblich in Wärmepumpentechnik investiert , die dann völlig unrentabel wurde, obwohl sie in Verbindung mit der BHKW-Technik die Lösung für unsere Energieprobleme für die nächsten Jahrhunderte ist.
    Entsprechend fiel das von den Ggrünen in Auftrag gegebene Gutachten aus.


    Jahrzehntelang hatten die Grünen dafür gesorgt, dass Atommüll in dern überquellenden Containments der Atomkraftwerke gelagert wurde, anstatt ihn ungefährlich, wie es tatsächlich durch die Franzosen geschieht, im Meer und an anderen sicheren Orten, dazu zähle ich auf keinen Fall die Salzlagerstätten, zu verwahren.
    Erst Binalshibhs Interesse am Anfliegen der Atomeier mit Düsenjets brachte die Regierung zum Umdenken und der erforderlichen Gesetzesänderung, die immer noch nicht zufriedenstellend umgesetzt ist.


    Richtig für die Initialisierung der Energiewende ist die Verbilligung des Stroms, dafür eine Belastung des Preises der wirklichen Umweltzerstörer, der fossilen und Uranbrennstoffe.


    Statt nun Abrissarbeiter und den Stahl unserer Autos mit radoaktivem Reaktormüll zu belasten, plädiere ich dafür, die Atomeier als Mahnmale für tausend Jahre eingemottet stehen zu lassen.
    Das spart Geld für unser BHKW-Netz und mindert die radioaktive Belastung.
    Die Vernunft scheint sich bei den Grünen wieder durchzusetzen, was sich auch in personeller Umbesetzung ablesen lässt.


    Ich bitte meine Ausführungen nicht misszuverstehen, das soll keine Parteipropaganda sein, sondern meine bisherige Kritik richtete sich auch gegen hier im Forum verbreitete Ansichten.


    Unterstreichen möchte ich an dieser Stelle noch einmal, dass ich das Angebot der derzeit in Europa produzierten Wärmepumpen für völlig unzureichend halte, die im Schnitt Leistungszahlen von durchschnittlich 2,5 (JAZ) aufweisen. Ich würde mindestens eine Verdoppelung der JAZ fordern, was auch zu erreichen ist, wenn man die niedertemperaturigen Wärmepumpen im Verbund mit den hochtemperaturigen BHKWs betreibt. Natürlich kann man mit den gleichen Wärmepumpen gleichzeitig auch den letzten Tropfen Brennwert aus den heute oft nur den Heizwert teilweise nutzenden BHKWs herausholen.


    Sollten wir in unserem Land mit den notwendigen Gesetzesänderungen scheitern, die Ukraine ist in akuter Not, die unseligen Gesetze aus deutscher unseliger Zeit existieren dort nicht und die Energiewende könnte dort sofort beginnen.
    Wir leben nicht auf einer Insel und ich möchte auch dafür plädieren, dass wir die verfehlten Konzepte von mikro-, nano- und piko- Kraftwerken aufgeben. Nichts lässt sich so günstig transportieren wie Strom. Das Energieinselkonzept begeistert zwar immer noch alle meine strickenden Freunde, halte ich aber für völlig verfehlt.
    Dezentrales BHKW-Netz, nicht Inseldasein, heißt die Devise.


  • Jahrzehntelang hatten die Grünen dafür gesorgt, dass Atommüll in dern überquellenden Containments der Atomkraftwerke gelagert wurde, anstatt ihn ungefährlich, wie es tatsächlich durch die Franzosen geschieht, im Meer und an anderen sicheren Orten, dazu zähle ich auf keinen Fall die Salzlagerstätten, zu verwahren.


    Sowas kabarettistisch Wertvolles habe ich hier selten gelesen.

  • Kann mir mal jemand erklären, warum man in der derzeitigen Situation über eine Reduzierung des Erdgasverbrauchs nachdenken muss? Wir müssen doch zunächst einmal den in den letzten Jahren durch den vermehrten Einsatz der Kohlekraftwerke in Deutschland gestiegenen CO2-Ausstoß reduzieren - und das geht kurzfristig am besten mit den bereitstehenden, modernen Gaskraftwerken ...

  • Mal so nebenbei....


    Das Thema "Erdgassubstitution..." wird nur so in der Überschrift benannt.


    Inhaltlich wird das NICHT ernsthaft behandelt.....


    Schon auf Seite 4 lautet es:
    Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie der Erdgasverbrauch Deutschlands nachhaltig gesenkt werden kann. Dies dient primär zwei Zielen..... .



    OK -am Thema vorbei.... Das behandelte Thema lautet "Energiesparen, aber wie "


    Es wird zwar von "Substition" gefaselt - gemeint wird damit aber NICHT das direkte Ersetzen von Erdgas, sondern das Ersetzen mit NIX. Das bedeutet wohl eine Steigerung des Wirkungsgrades.


    Der Begriff "Substitution" meint allerdings im Gebrauch das ERSETZEN gegen etwas Anderes.


    Nunja, mir fällt dazu woh nur ein, daß das beauftragte Institut KEINEN Ansatz auf die gestellte Frage gefunden hat und sich mit einer eigenen Defineition der Fragestellung rausgewunden hat. Der Auftraggeber wollte sicher nicht hören, daß Energiesparen geringeren Primäernergieeinsatz als Folge hat.

  • Ich meine, das dieses hehre Ziel durchaus erreichbar ist, mit den angegebenen Mitteln.
    Besonders gut gefällt mir in der Expertise der Grünen, dass der Durchschnittswärmebedarf eines Hauses, der heute bei 60 kWh pro Jahr liegt, für das Jahr 2050 mit 5kWh pro m² angesetzt wird ( Seite 11 ).
    Wenn sich die neuen Erkenntnisse bei den Grünen durchsetzen, sind sie für mich wieder wählbar.
    Erstaunlich ist, dass man sich dazu durchgerungen hat, sich mit den Möglichkeiten der Erdgasreduktion auseinanderzusetzen. Wahrscheinlich ausgelöst durch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Ukraine.
    Andererseits setzt die Fraunhoferexpertise auf die Substitution durch Biomethan, wofür aber große Landflächen notwendig wären. Eine Rückerstattung der besetzten Ostgebiete würde dazu nicht ausreichen. Wir sind dann auf eine weitgehende wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland angewiesen . Im Gegensatz zu Vielen sehe ich in der Öffnung der Ukraine die Chance eines friedlichen Ausgleichs und die Öffnung der Landmasse Osteuropas und Asiens für einen neuen wirtschaftlichen Verbund mit Russland. Dann sind auch die neuen Vorstellungen unserer Grünen nicht mehr utopisch.


    Meine persönliche Meinung zur Verwendung von Erdgas: Wenn wir die Ausbeutung stark erhöhen, sind schon innerhalb von wenigen Legislaturperioden, in zwei Jahrzehnen ,die Lagerstätten erloschen. Ich meine, Erdgas ist viel zu wertvoll, um durch direkte Verbrennung unsere Häuser damit zu heizen. Ich würde die Lagerstätten schonen, um Fahrzeuge damit zu betreiben, hybride Elektroantriebe und Spitzenkraftwerke mit Nutzung der Abwärme. Aus diesem Grund fordere ich auch den Weg weg von der Insel mit ihren wirkungsgradschwachen Mikrokraftwerken hin zu deutlich größeren, dezentralen Einheiten, die auch mit Kohle, Holz oder anderen Brennstoffen befeuert werden können. Die Ukraine-Krise halte ich für vorübergehend. Für die Zukunft sehe ich einen starken eurasischen Wirtschaftsraum. Russland wird unser Partner. Klar, die Ukraine einer der Wegbereiter.


    Hier noch einmal das link zum von Marcus entdeckten Artikel:
    Fraunhoferexpertzise der Grünen

  • OK -am Thema vorbei.... Das behandelte Thema lautet "Energiesparen, aber wie "


    Es wird zwar von "Substition" gefaselt - gemeint wird damit aber NICHT das direkte Ersetzen von Erdgas, sondern das Ersetzen mit NIX. Das bedeutet wohl eine Steigerung des Wirkungsgrades.


    Der Begriff "Substitution" meint allerdings im Gebrauch das ERSETZEN gegen etwas Anderes.

    @Gekritzel, Du hast zu 30% Recht, aber zu 70% Unrecht. Schau Dir mal die Graphik auf Seite 22 an, da sind die Potentiale aufgezeichnet. Zukünftige Substitute für Erdgas sind nach Ansicht des FHI hauptsächlich elektrische Wärmepumpen (also Strom + Umweltwärme), Power-to-Gas (also Wasserstoff aus überschüssigem EE-Strom) und Power-to-Heat (also überschüssiger EE-Strom in der Direktheizung). Zusammen mit den kleineren Anteilen von Biomethan, biogenen Festbrennstoffen und Solarthermie sollen diese echten Substitute bis 2050 etwa die Hälfte des heutigen Erdgasverbrauchs ERSETZEN. Hinzu kommt das Feld "EE im Stromsektor" mit einem weiteren Fünftel, d.h. das FHI nimmt an, dass bis 2050 auch der Strom aus Gaskraftwerken durch EE substituiert wird. Die "Energieeffizienz Wärmesektor" steht für lediglich 30% des Potentials, und nur das ist der Anteil bezüglich dessen Dein Einwand zu Recht besteht.


    Persönlich bin ich allerdings der Ansicht, dass die Substitution von Erdgas bei der Energiewende sowieso alles andere als vordringlich ist:

    • Beim Strom haben wir - weil die Bevölkerungsmehrheit das so will - als erstes die Kernkraft zu substituieren. Aus Klimaschutz-Gründen müssen wir als Nächstes so schnell wie möglich aus der Braunkohleverstromung aussteigen. Dann kommt die Steinkohle dran, und DANN erst das Erdgas. Wenn wir unterdessen eine Zeitlang sogar mehr Erdgas verbrauchen würden um damit Kohle zu ersetzen (derzeit läuft es leider umgekehrt!), hielte ich das für eine positive Entwicklung und nicht für eine negative.
    • Bei der Wärme muss m.E. vor allem das (Heiz-)Öl substituiert werden: Das brauchen wir noch eine ganze Zeitlang dringender für den Verkehr (wo es viel schlechter substituierbar ist als im Wärmemarkt) und noch viel länger in der Chemie. Wenn dafür vorübergehend sogar mehr Erdgas eingesetzt wird (vorzugsweise natürlich in BHKW's), warum nicht?


    Das Gute an der FHI-Studie ist, dass die meisten dort vorgeschlagenen Maßnahmen für den m.E. sinnvolleren Pfad genau so förderlich wären wie für die Erdgas-Substitution. Darüber muss man sich also gar nicht streiten, viele der FHI-Ideen sind in jedem Fall gut (wenn auch nicht neu). Für einen groben Fehler würde ich es aber halten, tagespolitische Ereignisse wie die Ukraine-Krise zum Anlass zu nehmen, um langfristige Strategien in der Energiewende umzuwerfen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hab den Beitrag nicht gelesen, aber ich kann nur sagen, wer den Erdgasverbrauch in D senken will, sollte erstmal in die deutschen Heizungskeller gucken und dann mal Praktiker, sprich Leute, die jeden Tag an der Front sind, zu Rate ziehen. Wir haben Abermillionen Kessel, die älter sind als 20 Jahre....


    Und der Mann in schwarz macht die Aussage: "Der ist noch gut, behalten!" Misst dann 95%, aber keine Abstrahlverluste etc, eben nur den feuerungstechnischen WG, wenn er (was der Endkunde nie tut) die SF-Taste drückt... Hat mit der Realität nix zu tun....


    Wir sin ja primär in größeren Objekten unterwegs und haben Anlagen saniert, sprich alter Kessel raus und Gas-BW und (!!!) BHKW rein und der Kunde hat nach einem Jahr WENIGER Gas verbraucht als vorher mit dem alten Schätzchen.... trotz BHKW....


    Manche Kessel laufen auf 50% WG, sprich verbrauchen doppelt so viel Gas wie nötig.... Es gibt Verpflichtungen, Kessel auszutauschen, diese werden dann aber durch 23 Ausnahmegenehmigungen torpediert und es ändert sich nix....


    Mit die ältesten Kessel, die ich bislang in meinem Job gesehen habe, standen in kommunalen Gebäuden.... merkt Ihr was???


    Zweiter Punkt sind die 60 kWh pro m²/a, das soll der Durchschnittswert in D sein??? NEVER!!! Es gibt unzählige Häuser, die beim 3 oder 4-fachen dieses Wertes liegen.


    Umgekehrt hört man viel über sanierte, sprich gedämmte Objekte, bei denen die erhoffte Einsparung nicht im Ansatz eingetreten ist. Dafür ist aber das Wohnklima schlechter, Schimmelbildung etc...


    Im Neubau hört man ähnliches, bei den heutigen ENEV-Werten ist eine kontrollierte Be- und Entlüftung ein Muss! Diese Technik ist aber wartungs- und störungsintensiv und kostet richtig Geld...


    Am Ende des Tages ist es so wie immer: Es wird wieder mal nur EIN Punkt isoliert betrachtet und dann wird blindwütig rumgerannt, ohne rechts und links zu gucken, ist ein typisch grünes Problem.... War damals bei PV so mit unglaublichen Aussagen, dass sich Deutschland zu 100% aus PV versorgern kann (Franz Alt), was totaler Unfug ist. Dann Biogas/Biosprit, aber leider nix mehr zu essen.... Solarthermie.... und eben Dämmung was das Zeug hält...


    Sind eben keine Fachleute da oben am Werk, weder bei den Grünen, noch bei der CDU, noch sonstwo...

  • Moin Hans_Dampf,


    da haste ja richtig Dampf abgelassen, muß die aber in allen Punkten recht geben bis auf das hier


    Zitat

    Im Neubau hört man ähnliches, bei den heutigen ENEV-Werten ist eine
    kontrollierte Be- und Entlüftung ein Muss! Diese Technik ist aber
    wartungs- und störungsintensiv und kostet richtig Geld...

    das kann ich leider nicht ganz nachvollziehen. Was ist denn an einer KWL Störungs- und Wartungsintensiv?? Das teuer kann ich noch nachvollziehen :huh:
    Was soll den da groß auf Störung gehen. Wartung eigentlich nur Filter, ist ja nichts großartiges und in 10 Minuten erledigt, dabei mal feucht rauswischen und gut ist.


    Zitat

    Sind eben keine Fachleute da oben am Werk, weder bei den Grünen, noch bei der CDU, noch sonstwo...

    Brauchen ja auch keine Ahnung haben, bekommen ja alles von ihren "Beratern" (Lobbyisten) eingetrichtert, müssen nur gut reden können.... wie so oft halt ;(



    Grüße
    Tom

  • Tom, "störanfällig" ist evtl. unsauber von mir formuliert, die Probleme fangen bei der Auslegung/Dimensionierung an, frag mal den normalen G/W/S nach Begriffen wie Luftwechselrate etc.... aus dieser ergibt sich dann die Anlage... und die ist oftmals viel zu groß dimensioniert, was dann erheblich höhere Heizkosten zur Folge hat....


    Ich will hier aber keine Disskussion über KWL aufmachen...


    Zum Thema "Experten" und "Berater" kann ich nur sagen, dass es für ALLES Experten und Berater gibt, die zu ALLEM ihren Senf dazu tun.... am Ende hätte man dann doch besser die Evperten und Berater gewählt.... Oder besser dann eben doch nicht...

  • Ahh, ok, du meintest den Planungsaufwand. Jo da gebe ich dir recht, gehört halt bisschen mehr dazu als wie Kessel beim Großhändler bestellen der das dann auch gleich mangels Hirn auslegt, fertig konfektioniert frei Bordsteinkante liefert, der Heizi das Teil an die Wand dübelt und dann noch Vorlauf und Rücklauf falsch anschließt, alles an der Regelung auf "laut" stellt, heim geht und Rechnung schreibt für das Wunderwerk der Technik :D ;)


    Zum Glück gibts aber auch andere, wenn auch nicht in der Vielzahl.


    Grüße
    Tom

  • Zweiter Punkt sind die 60 kWh pro m²/a, das soll der Durchschnittswert in D sein??? NEVER!!! Es gibt unzählige Häuser, die beim 3 oder 4-fachen dieses Wertes liegen.

    hansdampf, gemeint damit ist der Durchschnittswert für Neubauten. Siehe Tabelle Seite 11. Für den Bestand nimmt FHI für 2050 einen Durchschnittswert von 80 kWh pro qm/a an (ein Wert für "heute" wird nicht gegeben, m.W. liegt er irgendwo zwischen 150 und 200 kWh pro qm/a).


    Ansonsten stimme ich Dir zu. Meiner Meinung nach ist es ein Fehler, dass die EnEV sich bei den Neubauten immer mehr verkrampft (bzw. die Bauherren zwingt sich zu verkrampfen), um mit einem Riesenaufwand auch noch die letzten paar kWh pro qm/a herauszuholen, während im Bestand so gut wie nichts passiert, obwohl man dort mit einem Bruchteil des Aufwandes erheblich höhere Einsparungen erreichen könnte.


    Der Grund ist natürlich politisch: Die Politik ist zu feige, um für den Bestand wirksame Vorschriften zu erlassen (weil viele Menschen, d.h. Wähler, davon betroffen wären) und/oder zu geizig, um wirksame Anreize zu geben (weil man die Steuergelder lieber für Dinge wie Bankenrettung, Industrie- und Agrarsubventionen oder überflüssige aber populäre Sozialleistungen wie Betreuungsgeld und "Rente mit 63" hinauswirft). Schlechte Berater braucht es dafür gar nicht, der Mechanismus wirkt in der Politik ganz von allein.
    |__|:-)


    Übrigens: Wir haben unser altes Haus (Baujahr 1974) im Rahmen eines Großumbaus 2003 wärmetechnisch saniert (Endenergiebedarf jetzt 90 kWh pro qm/a). Weitere Maßnahmen im Sinne der Energiewende siehe meine Signatur. Vielleicht kaufe ich mir auch mal ein Elektro- oder Brennstoffzellen-Auto, aber eine kontrollierte Lüftungsanlage kommt mir "nur über meine Leiche" ins Haus. Für Bürohäuser, Kliniken, Hotels u.dgl. (wo eine regelmäßige fachkundige Wartung gewährleistet ist und man die Fenster eh nicht aufmachen kann) ist das eine prima Sache, aber in Privathäusern hat das m.E. nichts zu suchen.
    Nochmals: |__|:-)

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • sailor, ich hab die Studie wie gesagt nicht gelesen, Zeit ist wertvoll... Neubauten 30 kWh/m²/a kann hinkommen...


    Den Rest Deines Beitrages unterschreibe ich zu 100%, hätte ich genauso gemacht, die Thermie hätte ich evtl. weggelassen, ist aber Geschmacksache....


    Weniger geht immer, aber die 90 kWh sind eine gesunder Wert, Du kommst ohne Lüftung aus, aber Dein Haus ist eben auch keine Energieschleuder...


    Hab mal vor 9 Jahren unser Fachwerkhaus kernsaniert, Dach neu gedeckt und im Zuge dessen Dach gedämmt... Fenster neu gemacht.... Ölkessel raus, Heizkörper Typ 33 installiert und ne Luft-Wasser-WP installiert und ne separate WW-WP... PV ging nicht wg. Nachbars Bäumchen....


    Sind dann von 4000 Litern Heizöl auf etwa 1000 Euro WP-Strom gekommen, dürfte aber (Haus ist verkauft) seit Fukushima und Entwicklung WP-Tari ein wenig mehr geworden sein...


    Dach und Fenster waren essentiell zu erneuern, war Einfachverglasung bzw. Dach war undicht....


    Wände o. ä. haben wir natürlich nicht gedämmt, wie und wieso sollte man das beim Fachwerkhaus auch machen?? Die wussten damals schon, wie man baut...


    Damals haben mir sog. "Experten" zu einer Innendämmung geraten, vor der ich jeden nur warnen kann....

  • So, jetzt habe ich die Studie zumindest mal überflogen, meiner Meinung nach sind die für dieses Thema typischen Böcke drinnen, die ich als Beispiel erläutern will:


    a) Ein Weihnachtsbaum kostet im Dezember 50 Euro. Lösung: Kauf den heute! Kriegst Du bestimmt für nen 10er... Problem: Heiligabend sind keine Nadeln mehr dran.... will sagen: Was nützen mit Thermieerträge im Sommer, wenn ich so gut wie nix damit anfangen kann? Saldierte Berechnungen sind hier Kappes!


    b) Selbiges gilt für das Theme reg. Energie/Strom zum Betrieb von WPs. Dann, wenn die WP am meisten arbeiten muss, liefert die PV so gut wie nix und eben leider umgekehrt.... Hier in NRW macht ne PV im Januar im Schnitt 20 kWh/kWp, da kommt man nicht weit mit. Auch hier ist die Saldierung Unfug! Niemand hat bislang eine Lösung, wie man die Wärme aus a) bzw. den Sommerstrom aus b) speichert bzw. wie die Nadeln bis Heiligabend am Baum bleiben....


    c) Durch Austausch des bestehenden Schätzchens im Keller erreicht man IMMER eine höhere Einsparung als durch Dämmung, es sei denn, man hat ne Bretterbude mit Einfachverglasung, die gehört dann aber besser abgerissen... Hiervon habe ich in der Studie nix gefunden


    d) Es ist eine gigantische Lüge zu behaupten, heizen mit Holz oder Pellets wäre CO2-neutral. Ich hatte vor etwa 4 Monaten eine BHKW-Anfrage von einem Holzhändler, der sich für ein ÖL(!!)BHKW interessierte. Gefragt nach dem Anwendungfall, sprich wo er denn Laufzeit für die Maschine sieht, kam als Antwort: "Das Holz wird in einer Art Seecontainer gestapelt und dann derzeit mittels ÖLBRENNER (!) getrocknet.... Da dachte ich, man könnte doch ein BHKW nehmen.... Auf meine Frage, wie viel Öl denn pro Trocknungsvorgang da durchgejagt werden, kam als Antwort "so 1.100 Liter"..... Ist das CO2-neutral? Und wo steht der Pelletbaum????


    e) Luftwärmepumpen haben in dem Anwendungsfall, um den es in der Studie geht, niemals eine JAZ von 3, wie in der Studie angegeben.... Im Bestand hat man Heizkörper, die COP-Einstufung ist u. a. bei A2/W35, da hat dann die Maschine xy vom Hersteller 123 einen COP von 3,8.... unter Laborbedingungen! Leider kann aber Lieschen Müller nix damit anfangen, denn sie hat keine FBH und kriegt mit 35° VL bei schattigen 2° AT nix an den Start.... Einzige Alternative (wie ich damals) ist der Austausch der Heizkörper gegen erheblich größere, aber auch dann ist im Bestand mit ner Luft-Wasser-WP eine JAZ von 3 schwer zu erreichen... Die BErechnung nach VDI 4650 hat mit der Realität nix zu tun.... entscheidend ist auf dem Platz.... sprich separater Stromzähler und separater, geeichter WMZ.... dann fließen oftmals Tränen....


    Ich bleibe dabei: Hier wird wieder mal total einsilbig und am Kernthema Kesseltausch vorbei eine neue Doktrin aufgestellt, die keinerlei Prüfung von Praktikern standhält....


    Die Kohle für das Gutachten hätte man sich sparen können, indem man sagt:
    a) alles, was älter ist als 15 Jahre und Nicht-Brennwert, muss innerhalb von einem Jahr raus
    b) Die Investition ist voll steuerlich absetzbar bzw. entsprechend mit 11% auf die NKM umlegbar


    Dann, und alleine damit, könnte Onkel Putin uns kreuzweise....

  • Nun ja,


    die Studie ist -wie so viele- doch auch ein wenig interessengelenkt.


    Und ja, es ist absolut ehrenwert viel Erneuerbare zu machen und dann das auch irgendwann zu vergasen.
    ....Tja und leider sieht die Realität etwas anders aus
    und hier sind die Einwände, das soviel Potential schon in bisherigen Kellern schlummert vollkommen berechtigt.
    Nicht nur die alten Kessel mit 50% Wirkungsgrad sind keine Ausnahme,
    nein...was mich noch mehr stört, sind niegelnagel neue Anlage, wo der alte Meister die 100% Sicherheitszuschlag draufpakt,
    und das bei Brennwertkesseln und natürlich auch bei den Pumpen.
    vom hydraulischen Abgleich mal ganz zu schweigen.
    Hier sehe ich leider überhaupt keine Chance mittelfristig ein Umdenken hinzubekommen, Vorschriften hin oder her.


    Aber zurück zu der Studie und den Auftraggebern.
    Ich hab öfters bei ökologisch gelenkten Gruppen gehört "Warum Erdgas BHKW".
    Warum "Kesseltauschprämie" (wo wir doch auf Passivhaus hinwollen
    usw usw...also Kernargument: Warum auf eine verbesserte, aber eben nicht hochmodernste Anlage setzen.


    Und hier seh ich es genau anders.
    Was bringen Leuchttürme mit Top...eher Luxussanierung, wenn die Masse vor sich hindümpelt?
    Ich halt es lieber pragmatisch und sag: Wir können locker 80% der Objekte für ein Bruchteil der Kosten auf einen ordentlichen Standard bringen
    ...und das in sehr kurzer Zeit (10 Jahren).
    Nur weil man das eine will, sollte man das andere nicht bleiben lassen.


    Käme wohl auch keienr auf die Idee, dass erst 2040 neue Autos gekauft werden dürfen, weil erst dann voll-öko-elektro-Kisten verfügbar sind.